DE708349C - Verfahren zur Herstellung saeureamidartiger Kondensationsprodukte - Google Patents

Verfahren zur Herstellung saeureamidartiger Kondensationsprodukte

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DE708349C
DE708349C DEI50493D DEI0050493D DE708349C DE 708349 C DE708349 C DE 708349C DE I50493 D DEI50493 D DE I50493D DE I0050493 D DEI0050493 D DE I0050493D DE 708349 C DE708349 C DE 708349C
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

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  • Verfahren zur Herstellung säureamidartiger Kondensationsprodukte Die Kalk- und Säureunbeständigkeit der insbesondere ;als Waschmittel verwendeten Seifen ist im allgemeinen auf das Vorhandensein der Carboxylgruppen zurückzuführen. Bei der Herstellung von Waschmitteln, die -diese Mängel nicht aufweisen sollen, wurde daher ein Ersatz der Carboxylgruppen durch Sulfo-und Schwefelsäureestergruppen angestrebt.
  • Es wurde nun gefunden, daß man wertvolle, als Wasch-, Emulgier-, Netzmittel u. dgl. geeignete säureamidartige Kondensationsprodukte herstellen kann, die auch in neutralen und sogar schwach sauren Bädern verwendbar sind und die bei den üblichen Härtegraden des Wassers keine Abscheidungen geben, wenn man höhermolekulare aliphatische oder cycloaliphatische Reste enthaltende primäre oder sekundäre Amine mit insgesamt acht oder mehr aliphatisch gebundenen Kohlenstoffatomen im Molekül mit Polycarbonsäuren oder deren funktionellen Derivaten zu Carbonsäureamiden umsetzt, wobei die Polycarbonsäuren oder ihre Derivate in solchen Mengenangewandt werden, daß die Endprodukte noch leine freie Carboxylgruppe im Molekül enthalten.
  • Derartige Produkte werden gebildet, wenn man z. B. Monoamine der genannten Art mit äquimolekularen Mengen einer Polycarbonsäure umsetzt. Insbesondere bei Verwendung von sekundären Aminen, die außer einem höhermolekularen aliphatischen Rest einen niedrigmolekularen aliphatischen Rest am Stickstoff gebunden enthalten, erhält , man Produkte, die ,auch in verhältnismäßig hartem Wasser ohne Bildung von Abscheidungen löslich sind. Durch die Anwesenheit von Doppelverbindungen oder Halogenatomen in dem höhermolekularen aliphatischen bzw. cycloaliphatischen Rest wird die Kalkbeständigkeit der Produkte oftmals in so hohem Maße verbessert, daß letztere selbst in Wasser -der höchsten überhaupt praktisch vorkommenden Härtegrade noch in Lösung bleiben.
  • Geeignete höhermolekulare aliphatische Reste .enthaltende Amine sind z. B.: Oktyl-, Dodecyl-, Myristyl-, Cetyl- oder Oleylamin. Vor allem ,eignen sich auch Amine, die aus den in der Natur vorkommenden Fettstoffen erhältlich sind, z. B. solche, deren Alkylreste den im Palmkernfett, Kokosnußöl, Sojaöl, Rüböl oder Mohnöl sowie Talg, Tran oder Tauöl enthaltenen Fettsäuren entsprechen. Ferner kommen Amine der genannten Art in Betracht, die am Stickstoff noch durch Methyl-, Äthyl-, Oxyalkyl- oder Benzylreste substituiert- sind. Auch cycloaliphatische Amine, z. B. Abietylamin oder die den Naphthensäuren .entsprechenden Amine, können verwendet werden. Die an das Stickstoffatom gebundenen ,aliphatischen Reste können z. B. durch Halogenatome, Oxy- oder Nitrogruppen substituiert sein. Halogenenthaltende Amine werden z. B. durch Umsetzung von ungesättigten oder Oxygruppen enthaltenden Aminen mit Halogen oder Halogenwasserstoffen oder durch teilweisen Austausch von Halogen in mehrfach halogenierten höhermolekularen Kohlenwasserstoffen durch Ammoniak oder primäre Amine erhalten.
  • Als Polycarbonsäuren oder deren Derivate eignen sich beispielsweise Oxalsäure oder andere aliphatische oder aromatische Polycarbonsäuren, z. B. Maleinsäure, Malonsäure, Weinsäure, Citronensäure, Adipinsäure, oder auch durch Sauerstoff unterbrochene Polycarbonsäuren, wie Diglykolsäure. Bei der Umsetzung können die Carbonsäuren als solche oder auch in Form ihrer sauren Alkalisalze verwendet werden. Auch Derivate der Carbonsäuren, z. B. die Ester, eignen sich sehr gut als Ausgangsstoffe, da die so gebildeten Säureamidester leicht in die entsprechenden Amidcarbonsäuren bzw. ihre Salze übergeführt werden können. Auch Dicarbonsäureanhydride lassen sich verwenden, wobei jedoch bei Verwendung solcher Anhydride, die zur Bildung von ringförmigen Verbindungen neigen, z. B. Phthalsäureanhydrid, für die Kondensation vorzugsweise sekundäre Amine angewandt werden. Zweckmäßig verwendet man die Polycarbonsäuren oder ihre Derivate im Überschuß. Das bei der Kondensation gebildete Wasser wird vorteilhaft durch azeotrope Destillation aus dem Reaktionsgemisch entfernt.
  • Die in der beschriebenen Weise erhaltenen Produkte können unmittelbar oder nach den im folgenden angegebenen weiteren Umsetzungen Verwendung finden. Die freien Säuren werden vorteilhaft in ihre leicht löslichen Salze, z. B. Alkali-, Ammonium-, Amin, oder Oxyalkylaminsalze, übergeführt und lassen sich in dieser Form als Netzmittel u. dgl. verwenden. Die Kondensationsprodukte aus verhältnismäßig niedrige aliphatische oder cycloaliphatische Reste enthaltenden Aminen, z. B. aus Dicyclohexylamin, und Polycarbonsäuren eignen sich insbesondere als Netzmittel, während die sich von den Fettaminen ableitenden Produkte sehr gute Wasch-, Emulgier- und Weichmachungsmittel darstellen.
  • Die Produkte eignen sich vor allem zum Waschen, Reinigen und Weichmachen von Textilien u. dgl. und zum Emulgieren von in Wasser unlöslichen Stoffen, z. B. ölen, Fetten oder Wachsen. In Färbebädern bewirken sie eine gute Benetzung der zu färbenden Ware und außerdem häufig auch eine Verbesserung der Egalität. Besonders gut sind sie für die Wollwäsche geeignet, da sie ebenso wie die Seifen durch Ansäuern ihrer Lösungen mit starken Mineralsäuren ausgeschieden werden, wodurch die Gewinnung des Wollfetts möglich ist. Auch der Zusatz der Produkte zu Walkbädern und Bädern zum Entbasten von Seide bietet hier ebenso wie in vielen anderen Arbeitsweisen in der Textil-, Leder- und Papierindustrie wertvolle Vorteile. Die Produkte können sowohl für sich allein als auch zusammen mit Schutzkolloiden, wie Leim oder Eiweißabbauprodukten, oder Salzen, z. B. Soda, Natriumphosphat, Natriumpyrophosphat, Perboraten oder Wasserglas, verwendet werden.
  • Beispiel i Ioo Gewichtsteile Oleylmethylamin werden zusammen mit 5oo Gewichtsteilen Oxalsäurediäthylester 3 Stunden lang zum Sieden erhitzt, worauf der überschüssige Ester im Vakuum abdestilliert wird. Hierauf verseift man das Reaktionsprodukt in der Carbonsäureestergruppe ohne Erwärmen in alkoholischer Lösung unter Anwendung von Natronlauge im geringen Überschuß. Etwa vorhandene geringe Mengen unlöslicher .Produkte werden abfiltriert, und man erhält so nach dem Eindampfen das oleylmethyloxamidsaure Natrium in guter Ausbeute. Das Produkt ist beständig gegen Essigsäure und hartes Wasser und vermindert stark die Oberflächenspannung des Wassers.
  • Beispiel z Ioo Gewichtsteile eines Amins, das durch Umsetzung der Bromide der den Palmkernfettsäuren entsprechenden Alkohole mit Methylamin erhältlich ist, werden in der in Beispiel.i beschriebenen Weise mit 5oo Gewichtsteilen Oxalsäurediäthylester umgesetzt. Nach der Verseifung des Kondensationsproduktes in der Carbonsäureestergruppe erhält man in guter Ausbeute ein Produkt, das in Salzlösungen beständig ist und das ein hohes Schaumvermögen besitzt.
  • Beispiel 3 ioo Gewichtsteile eines aus den Alkoholen des Spermöls erhältlichen Amingemisches werden, wie in Beispiel i angegeben, zusammen mit 5oo Gewichtsteilen Oxalsäurediäthylester umgesetzt. Das nach der Verseifung des Kondensationsproduktes in der Carbonsäureestergruppe unter Anwendung einer wäßrig alkoholischen Triäthanolaminlösung erhaltene Salz wird durch Eindampfen der alkoholischen Lösung gewonnen. Es besitzt eine stark kapillaraktive Wirkung.
  • Beispiel q.
  • i oo Gewichtsteile eines durch Umsetzung der Bromide der den Kokosfettsäuren entsprechenden Alkohole mit Methylamin erhaltenen Amingemisches werden unter Rühren mit 37 Gewichtsteilen Maleinsäureanhydrid versetzt. Hierbei steigt die Temperatur bis auf 9o°; sie wird durch entsprechende Kühlung auf dieser Höhe gehalten. Das so gewonnene Produkt wird in 5o%igem Alkohol gelöst und mit Natronlauge neutralisiert. Nach Entfernung geringer Mengen von Nebenprodukten durch Behandlung mit Ligroin erhält man nach dem Eindampfen der Lösung sein Produkt, das in verdünnten Erdalkalisalzlösungen beständig ist und ein hohes Dispergiervermögen aufweist.
  • Beispiel 5 5o Gewichtsteile Dicyclohexylamin werden zusammen mit 5o Gewichtsteilen Phthalsäureanhydrid unter Rühren auf :etwa 5o° ,erwärmt, worauf unter Temperatursteigerung die Umsetzung erfolgt. Man rührt das Reaktionsgemisch noch i Stunde lang bei Ioo° weiter, wobei es allmählich erstarrt. Sodann gibt man so viel Alkohol hinzu, daß das Produkt in Lösung geht, neutralisiert mit Kalilauge und verdünnt die Lösung mit dem gleichen Volumen Wasser. Etwa vorhandene geringe Mengen ,an Nebenprodukten werden durch Extraktion mit Benzinentfernt; hierauf wird die Lösung zur Trockne eingedampft. Dias so erhaltene Kaliumsalz der Dicyclohexylphthalamidsäure ist auch in hartem Wasser leicht löslich, seine Lösungen sind sehr stark kapillaraktiv. Beispiel 6 ioo Gewichtsteile eines Amingemisches, das durch katalytische Hydrierung von Laurins,äumenitril in Gegenwart von Methylamin erhältlich ist, werden in der in Beispiel i beschriebenen Weise mit 5oo Gewichtsteilen Oxalsäurediäthylester umgesetzt. Nach der Verseifung des Kondensationsproduktes in der Carbonsäureestergruppe entfernt man mittels Petroläthers noch etwa vorhandene geringe Mengen unlöslicher Nebenprodukte und gewinnt durch Eindampfen der Lösung ein Produkt, das befähigt ist, 'feine Teilchen in wäßriger Lösung zu peptisieren und sehr lange am Absetzen zu verhindern.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung säureamidartiger Kondensationsprodukte, dadurch gekennzeichnet, daß man höhermolekulare aliphatische oder cycloaliphatische Reste ,enthaltende primäre oder sekundäre Amine mit insgesamt acht oder mehr aliphatisch gebundenen Kohlenstoffatomen im Molekül mit Polycarbonsäuren oder deren funktionellen Derivaten zu Carbonsäureamid@en umsetzt, wobei die PolycarbonsäuTen oder ihre Derivate in solchen Mengenangewandt werden, daß die Endprodukte noch eine freie Carboxylgruppe im Molekül enthalten.
DEI50493D 1934-09-02 1934-09-02 Verfahren zur Herstellung saeureamidartiger Kondensationsprodukte Expired DE708349C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1109664B (de) * 1954-06-28 1961-06-29 California Research Corp Verfahren zur Herstellung von Metallsalzen von N-substituierten Terephthalamidsaeuren
DE1254576B (de) * 1961-03-17 1967-11-23 Bayer Ag Verfahren zum Faerben oder Bedrucken von Textilmaterialien

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
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