DE70761C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hohlglas - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von HohlglasInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
- C03B15/00—Drawing glass upwardly from the melt
- C03B15/14—Drawing tubes, cylinders, or rods from the melt
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Organic Chemistry (AREA)
- Glass Compositions (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMTA^
KLASSE 32: Glas.
Nach dem vorliegenden Verfahren läfst man die abwärtsragende Kante eines Fangstückes in
eine geschmolzene Glasmasse eintauchen, so dafs sich diese Kante mit der Schmelze verbindet,
und zieht dann das Fangstück mit der sich daran ansetzenden Glasschicht aufwärts,
während man gleichzeitig in das Innere des so gebildeten Körpers Luft einprefst, so dafs sich
derselbe in noch weichem Zustande aufbläht, bis er den erforderlichen Durchmesser er-.
reicht hat.
Hierbei kann der Luftdruck so geregelt werden, dafs man den verlangten Durchmesser
ohne nachherige Veränderung erhält. Soll der Durchmesser kleiner, d.h. der Körper eingezogen
werden, so wird der Luftdruck so weit vermindert, dafs das Einziehen der Glasmasse
erfolgen kann.
Fig. ι der beiliegenden Zeichnungen zeigt die schaubildliche Darstellung einer zur Ausführung
des Verfahrens geeigneten Vorrichtung, Fig. 2 einen Schnitt, Fig. 3 einen senkrechten
Schnitt des Mundstückes mit Rückschlagventil.
Die Vorrichtung besteht im wesentlichen aus dem mit der ringförmigen Kammer α zur Aufnahme
der Schmelze dienenden Behälter A, in dessen Mitte sich der Ansatz b erhebt, welcher
ungefähr so hoch wie die Wand des Behälters aufgeführt und mit einem Luftzuführungskanal c
versehen ist. Der Behälter A kann mit Abtheilungen B ausgestattet werden, welche unmittelbar
an den Behälter anstofsen; in denselben befinden sich die Schmelzhäfen C.
In dem von einer Abtheilung zur anderen reichenden Boden ist die Oeffnung D angebracht,
welche es ermöglicht, den Behälter A von unten einzusetzen; dies geschieht in der
Weise, dafs die Innenwand des Behälters A mit der übergreifenden Wandung der Oeffnung
D bündig wird.
Der Bequemlichkeit halber kann der Behälter A auf der Scheibe d eines in senkrechter
Richtung verschiebbaren Ständers E angebracht werden, welcher, wie Fig. 2 zeigt, mit Gewinde.
und mit einer Nuth für einen Führungsstift e versehen ist, welcher in die Nuth f eingreift.
Auf den Ständer ist das Handrad G geschraubt, welches durch Drehen in einer oder der
anderen Richtung das Heben bezw. Senken des Ständers E und somit auch des Behälters A
ermöglicht.
Der Ständer E ist mit einer mittleren Bohrung,
g versehen, welche die Fortsetzung des Kanals c des auf den Ständer gestellten Behälters
bildet und die Luftzuführung ermöglicht.
Damit die Oeffnungen c und g genau zusammenpassen, befindet sich in der Mitte des
Behälters A unten ein Einschnitt, in welchen ein entsprechend gebildeter Ansatz der Scheibe d
pafst, wodurch der Behälter in der Mitte der Scheibe gehalten und vor jeder seitlichen Verschiebung
geschützt wird. Um eine dichte Verbindung zwischen der Scheibe d und dem Behälter A herzustellen, wird eine Asbestpackung
h eingelegt. Der Kanal g des Ständers E erstreckt sich nach unten, kehrt dann seit-
wärts bis zu dem mit einer Kuppelung verschraubten Ausgang i, welcher mit dem Luftzuführungsrohr
H in Verbindung steht.
Das Fangstück I wird zweckmäfsig aus Glas hergestellt. Dasselbe ist oben mit einem
Knopf k und einem herabhängenden Rand I versehen (Fig. ι und 2). Der Knopf k wird
mit einem Haken J verbunden, welcher an der Kette K aufgehängt wird. Die Kette K geht
über eine oberhalb der Vorrichtung angebrachte Rolle, von hier auf eine Trommel, mittelst
welcher das Fangstück nach Belieben gehoben werden kann.
Nachdem der Knopf k des Fangstückes / mit dem Haken J verbunden ist, wird das
Fangstück so weit gesenkt, dafs die nach unten ragende Kante / in die Schmelze des Gefäises
A eintaucht. Man läfst nun das Fangstück so lange dort, bis dasselbe theilweise mit
der Glasmasse des Behälters A verschmolzen ist. Die Kette wird dann auf die Trommel
aufgewunden, wobei sich an die nach unten hängende Kante des Fangstückes eine Glasschicht
ansetzt, welche ebenfalls mitgezogen wird. Während dieses Vorganges dringt Luft
durch die Röhre H und die Kanäle g und c in das Innere des so gezogenen Glaskörpers,
wodurch derselbe aufgebläht wird, während von dem Gefäfs so viel Glasmasse nachkommt,
bis der verlangte Durchmesser erreicht ist. Nun wird der Luftdruck so weit vermindert, dafs
keine weitere Ausdehnung mehr stattfinden kann, jedoch bis zu einem gewissen Grad erhalten,
um die bestimmte Gröfse des Hohlkörpers zu erzielen. Wenn der Hohlkörper aufwärts geht und das Glas dem Luftzug ausgesetzt
wird, erstarrt es, wird hart und besitzt dann genügende Stärke, um die zur Herstellung
des Glaskörpers weiter erforderliche Glasmasse nachzuziehen. Ist die erforderliche Länge
erreicht, so wird die Aufwärtsbewegung des Cylinders plötzlich beschleunigt, wodurch die
mitgezogene Glasschicht sehr dünn wird und dann entweder abspringt oder wenigstens leicht
abzusprengen ist. Da die Luftzuführung nicht weiter fortgesetzt wird, zieht sich das Glas bis
zu einem gewissen Grad zusammen und kann dann auf die gewöhnliche Weise mit Scheeren
abgeschnitten werden. Der Cylinder wird sodann entfernt, die Enden abgeschnitten, in der
Längsrichtung aufgesprengt, gestreckt und geglättet. Die so gestreckte Platte wird in einen
Kühlofen gebracht und kann in Tafeln beliebiger Gröfse zerschnitten werden.
Die Zuführung der Luft kann statt durch eine mechanische Einrichtung ebenso wie bei
der Benutzung der Glasmacherpfeife durch den Arbeiter erfolgen, indem an dem Rohr H ein
Mundstück angebracht wird.
Es könnte jedoch der Fall eintreten, dafs der Knopf k und der Haken J bricht oder der
Glaskörper aus irgend einem Grunde abfällt, was für den Glasbläser sehr gefährlich wäre,
da die hochgradig erhitzte Luft durch die Kanäle c g und Röhre H dann in den Mund
des Glasbläsers strömen würde. Um dieser Gefahr vorzubeugen, ist in der Leitung ein ■
Rückschlagventil M anzuordnen, wie beispielsweise in Fig. 3 am Mundstück L dargestellt
ist. Das Mundstück L ist innen mit Gewinde versehen, um mit dem Zapfen eines Endstückes
JV verschraubt zu werden, welches sich an das Rohr H anschliefst, während in dem
Mundstück L ein Sitz m für das Ventil M angeordnet ist. Letzteres geht mit einer Führung
durch einen Querarm η am Endstück JV. Um die Führung ist eine schwache Spiralfeder 0
angebracht, welche dazu dient, das Ventil leicht gegen den Sitz m zu halten, so dafs
dem Einströmen der Luft nichts im Wege steht.
Um die Federkraft nach Erfordernifs regeln zu können, ist das Mundstück und das Endstück
JV mit verhältnifsmäfsig langem Gewinde versehen, so dafs das Mundstück L höher oder
niedriger gestellt werden kann, wodurch der ■ Sitz m des Ventils näher oder weiter von dem
Querarm JV wegrückt. Sitzt das Ventil in der richtigen Lage, so wird dasselbe durch eine
Gegenmutter O oder auf andere geeignete Weise in dieser Lage gesichert.
Dieses Ventil kann allgemein in Verbindung mit Glasmacherpfeifen benutzt werden, um das
Ansetzen des Daumens oder Fingers auf die Oeffnung zu vermeiden, wenn das Blasen ausgesetzt
wird. Es verhindert wirksam das Einathmen der heifsen, unreinen Luft und verhütet
somit die beim jetzigen Verfahren entstehenden Krankheiten der Glasbläser. Das
Rohr h kann biegsam sein, damit der Glasbläser seine Stellung nach Belieben ändern und
der Ständer E frei auf- und abbewegt werden kann.
Natürlich kann auch ein Ventil angewendet werden, welches einfach infolge des Luftdruckes
ohne Feder wirkt, doch gewährt ein durch eine Feder bethätigtes Ventil gröfsere
Sicherheit.
Claims (1)
- Patent-A NSPrüche:i. Verfahren zur Herstellung von Hohlglas, darin bestehend, dafs man die herabhängende Kante eines Fangstückes (I) aus Glas in die Schmelze taucht, das mit der Schmelze sich verbindende Fangstück unter Luftdruck hebt, derart, dafs sich untter der Wirkung des Luftdruckes ein Cylinder oder sonstwie gestalteter Hohlkörper bildet.Zur Ausführung des unter i. gekennzeichneten Verfahrens:a) ein Behälter (A), welcher mit in die Höhe reichendem Ansatz (b) mit Oeffnung (c), über die das Fangstück (I) gestülpt werden kann, ausgerüstet und in Verbindung mit einem in senkrechter Richtung verschiebbaren Ständer (E) steht, dessen Kanal (g) sich an die Oeffnung (c) des Gefäfses (A) anschliefst und in ein Luftzuführungsrohr (H) endigt;b) die Anordnung eines Rückschlagventils (M) in der Luftleitung oder im Mundstück (L).Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE70761C true DE70761C (de) |
Family
ID=344116
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE70761C (de) |
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