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Gerät zur Auswertung einer fortlaufenden Reihe von Lichteindrücken
auf der lichtempfindlichen Schicht eines Filmstreifens Die vorliegende Erfindung
bezieht sich auf ein Gerät zur Auswertung einer fortlaufenden Reihe von Lichteindrücken
auf der lichtoempfindlichen Schicht einesi Filmstreifens, und zwar auf ein Gerät
derjenigen Art, das mit einem gegen den Lichteintritt abgeschlossenen Gehäuse ausgestattet
ist, in welchem sich folgende Vorrichtungen befinden: eine zur Aufnabme des zur
Auswertung bestimmten Filmstreifens geeignete Haltevorrichtung, eine Führungsvorrichtung
für den Filmstreifen, ein mit einem Zuflußrohr und einem Abflußrohr verebenes Gefäß,
welches leine Öffnung mit ebenem Rand besitzt, eine kontinuierlich bejegliche Antriebsvorrichtung,
eine Vorrichtung zur Umwandlung der kontinuierlichen Antriebsbewegung in eine intermittierende
Bewegung zur Fortschaltung des Filmstreifens, eine mit der Antriebsvorrichtung gekuppelte
Vorrichtung zur Steuerung von Abschlußorganen zur Regelung des Zustroms verschiedener
Flüssigkeiten in das Zuflußrohr des Glefäßes und eine mit der Umwandlungsvorrichtung
gekuppelte Vorrichtung zur Anpressung des Filmstreifens während seines Stillstandes
an den ebenen Rand der Öffnung des Ge-Gefäßes Diese bekannten Geräte haben gegenüber
anderen dem gleichen Zwecke dienenden Geräten, bei denen die zur Filmbehandlung
nötigen Flüssigkeiten aufgespritzt werden oder in größeren, vom Film zu durchlaufenden
Behältern enthalten sind, den Vorteil daß neben Serien von Aufnahmen auch Einzelaufnahmen
mit großer Beschleunigung entwickelt und ausgewertet werden können, und zwar unter
Aufwand nur des dafür erforderlichen Filmmaterials und bei denkbar geringem Aufwand
an Behandlungsflüssigkeiten, wobei die gesamte Behandlung jeder Einzelaufnahme ohne
Fortschaltung des Films stattfindet.
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Eine Mehrzahl von wissenschaftlichen ullc technischen Messungen bezieht
sich auf die Feststellung der Differenzen von Lichtintensi täten oder Lichtmengen.
In diesem sammenhange sei an die kolorimetrischen nephelometrischen Messungen erinnert
bei Ausübung der quantitativen Spektral- -analyse wird die Intensität der Spektrallinien
im Spektrum der untersuchten Stoffe gemessen. Für diese Zwecke ist es im Hinblick
auf die Möglichkeit einer möglichst schnellen Auswertung von Versuchsergebnissen
angebracht, eine Verbesserung. der genannten Geräte durch Verbindung mit einer Vorrichtung
anzustreben. mit deren Hilfe die Intensität der Lichteindrücke ermittelt werden
kann. die auf die lichtempfindliche Schicht eingewirkt haben.
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Mit der Erfindung wird die angestrebte Verbesserung erreicht. Dies
ist in der Weise möglich, daß man sich eines Gerätes der genalmten Art bedient,
welches nach der Erfindung mit einer elektrischen Lichtquelle ausgestattet ist,
die so angeordnet ist. daß sie die Öffnung des Gefäßes von innen bestrahlt, und
welches ferner eine mit der Antriebsvorrichtung gekuppelte Vorrichtung zur Sehließung
des Stromkreises der Lichtquelle während eines Teiles jeder Stillstandsperiode des
Filmstreifens und eine Vorrichtung zur Photo metrierung der Lichtmenge enthält.
welche den die Öffnung des Gefäßes bedecken den Filmteil durchsetzt. Ein derart
ausgebildetes Gerät gestattet die vollkommen automatische Durchführung der Auswertung
der Lichteindrücke auf der lichtempfindlichen Schicht des Filmstreifens, und der
Verbrauch an Rohstoffen kann äußerst sparsam gehalten werden, weil man dem Gefäß
ein verhältnismäßig kleines Fassungsvermögen geben und seine Öffnung so kleinen
Filmteilen anpassen kami, daß deren Größe gerade noch zu W gabe der gegebenen Lichteindrücke
genügt Das Ergebnis der Untersuchung steht bereits zur Verfügung, ehe die Behandlung
des Films beendet ist, denn die Photometrierung erfolgt am nassen Film. Man braucht
also seine Trocknung nicht abzuwarten, und das Gefäß hraucht nicht einmal beim Photometriere
entleert zu sein. Man erzielt die größte Zeitersparnis, wenn die Photometrierung
in der Zeitspanne durchgeführt wird, in welcher das Waschwasser das Gefäß durchströmt.
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Eine weitere Vervollkommnung des Gerätes ist möglich, indem man,
statt den Film erst dann auf der Haltevorrichtung des Gerätes anzubringen. nachdem
sämtliche zu einer Versuchsreihe gehörenden Lichteindrücke aufgenommen oder der
Film gar in seiner Gesamtheit mit Lichteindrücken belichtet worden ist, das Gerät
so ausbildet, daß man dem Filmstreifen iiinerlialb des unter Lichtabschluß stehenden
Gehäuses einen auszuwerten-Nden Lichteindruck während desjenigen Still des des Filmstreifens
vermitteln kann, der %;r Auswertung des vorher xermittelten Lichteindrucks dient.
Zu diesem Zwecke versieht Inail das Gehäuse mit einem Fenster zur der mittlutig
von Lichteindrücken auf den zwischen der Haltevorrichtung und der Öffnung des Gefäßes
befindlichen Teil des Filmstreifens. Das Gerät gestattet dann, jeden mit einem Lichteindruck
versehenen Filmteil unmittelbar nach seiner Belichtung zu entwickeln und auszuwerten.
Man hat es damit in der Hand, Aufnahmereihen mit einer beliebigen Zahl von Einzelaufnahmen
unabhangig von der Gesamtlänge des zur Verfügung stehenden Filmstreifens sofort
nach der Belichtung auszuwerten.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt.
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Abb. 1 und 2 geben das Beispiel in zwei verschiedenen Stellungen
in Aufrißschnitten wieder.
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Durch ein lichtdichtes Gehäuse 1 ist eine Antriebsachse 2 hindurchgeführt,
die von außen in beliebiger, hier nicht gezeichneter Weise in kontinnierliche Umlaufbewegung
versetzt werden kami. Im oberen Teil des Gehäuses 1 ist eine beispielsweise aus
einer Filmkassette 3 bestehende Haltevorrichtung für einen Filmstreifen 4 gelagert.
Die Achse 2 trägt einen Arm 5, der bei jeder Umdrehung der Achse 2 ein am Gehäuse
1 gelagertes Zahnrad 6 um einen Zahn weiterbewegt. Das Zahnrad 6 greift in die Perforierung
des Filmstreifens 4 ein, der durch eine Öse 7 und an zwei Leitbahnen 8 und 9 zu
einer am unteren Teil des Gehäuses I befindlichen Öffnung 10 geführt ist, durch
welche er ins Freie austreten kann. In die Seitenwand des Gehäuses 1 ist ein lichtdichtes
Gefäß 11 mit ungefähr kugeligem Hohlraum eingebaut, welches eine Öffnung 12 mit
ebenem Rand besitzt, die in der durch die Leitbahnen 8 und 9 bestimmten Ebene liegt.
Das Gefäß 11 hat ein Zulaufrohr 13, dessen Ende so gebogen ist, daß die etwa austretende
Flüssig keit zuerst die Öffnung 1 2 trifft und bei geschlossener Öffnung einen lebhaften
Umlauf der im Gefäß enthaltenen Flüssigkeit bewirkt Der Boden des Gefäßes 11 wird
von einer Linse 14 gebildet, die vor einer Glühlampe 15 in einem Lampengehäuse 16
außen am Gehäuser angebracht ist. In einem Lagerbock 17 am Boden des Gehäuses 1
ist ein Arm 18 schwenkbar gelagert, in welchen gegenüber dem Gefäß 11 ein Tubus
19 eingesetzt ist, dessen freier Rand dem Rande der Öffnung 12 entspricht. Der Arm
18 wird mit Hilfe einer Feder 20 an eine Kurvenscheibe 21 gepreßt,
die
mit der Antriebsachse 2 verbunden ist. Er trägt eine photoeiektrische Zelle 22 am
Ende des Tubus 19 und die Öse 7. Die Zelle 22 steht in leitender Verbindung mit
einem Galvanometer 23. Das Zulaufrohr 13 steht mit einem Gefäß 24 in Verbindung,
in dem sich drei Membranventile 25 befinden.
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Zu diesen Ventilen führen Zuleitungen 26. Zur Betätigung der Ventile
25 dienen Ventilspindein 27, zu denen Kurvenscheiben 28 auf der Antriebsachse 2
gehören. An der tiefsben Stelle des Gefäßes 11 ist ein Ablaufrohr 29 vorgesehen.
Oberhalb des Gefäßes 1 1 ist die Wand des Gehäuses 1 von einem Tubus 30 durchsetzt,
der ein optisches System 3 1 enthält und mit einem Boden versehen ist, in weichem
sich ein Fenster 32 von der Größe eines einzelnen Filmbildes befindet. Die Antriebsachse
2 trägt überdies eine Nocklenscheibe 33 und steht mit dem einen Pol eines Stromkreises
34 in leitender Verbindung. In diesem Stromkreis 34 ist die Glühlampe 15 eingeschlossen.
Der zweite Pol des Stromkreises 34 führt zu einer Blattfeder 35, die so angeordnet
ist, daß der Nocken der Scheibe 33 bei jedem Umlauf der Achse 2 den Stromkreis für
eine gewisse Zeit schließt.
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Zum Gebrauch des Gerätes ist die Antriebsachse 2 durch eine geeignete
Übersetzung an einen (nicht gezeichneten) Syiichronmotor wo dgl angeschlossen zu
denken, der diese Achse mit konstanter Winkelgeschwindigkeit so antreibt, daß sie
beispielsweise in der Zeit von 4 Minuten eine volle Umdrehung macht. Diese Zeit
wird etwa benötigt, um die Behandlung eines Filmteils volLständig durch zuführen.
Nachdem ein Filmstreifen 4 auf die Haltevorrichtung 3 aufgebracht und das Ende dieses
Streifens mit seiner Perforierung mit dem Zahnrad 6 in Eingriff gebracht ist, wird
die Antriebsachse 2 durch Anschluß des Synchronmotors an ein Stromnetz in Umlauf
versetzt. Bei jeder Umdrehung der Achse 2 dreht der Arm 5 das Zahnrad 6 um einen
Zahn weiter, mit dem Erfolg, daß der Film sich um eine Bildbreite verschiebt. Während
des Stillstandes des Film streifens 4 wird durch das optische System 31 ein Lichteindruck
von der Größe des Fensters 32 auf den Filmstreifienß vermittelt, der beispielsweise
durch leinen vor dieses System 31 geschalteten Spektographen erzeugt sein kann.
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Während der Bewegung des Filmstreifens 4 nimmt der Arm 18 die in
Abb. I dargestellte Lage lein, da die Kurvenscheibe 21 der Feder 20 erlaubt, den
Arm nach rechts zu schwenken. Sobald der Arm 5 nicht mehr im Eingriff mit dem Zahnrad
6 steht, ist die Fortschaltbewegung des Filmstreifens 4 beendet, und der Arm I8
bewegt sich unter dem Einfluß der Kurvenscheibe 21 so, daß der Tubus 19 den Film
gegen den Rand des Gefäßes ii (Abb. 2) preßt Ist nunmehr die Öffnung 12 des Gefäßes
11 durch den Film abgeschlossen, dann hebt sich die Ventilspindel 27, welche das
Membranventil 25 freigibt, das der Zuführung der Entwicklerflüssigkeit aus emem
Vorratsgefäß dient. Diese strömt alsdann durch die Zuleitungen 26 und 13 in das
Gefäß 1 1 und entwickelt die lichtempfindliche Schicht des vor der Öffnung 12 befindlichen
Filmteils. Nach dem Entwicklungsvorgang schließt sich das Ventil 25 nieder unter
dem Einfluß der zugehörigen Kurvenscheibe 28, und es tritt eine zweite Kurvenscheibe
28 mit einem zweiten Ventil 25 in Wirkung, mit deren Hilfe in gleicher Weise die
Fixierungsflüssigkeit in das Gefäßll gelangt, nachdem der Entwickler durch die Ableitung
29 abgeflossen ist. Das Spiel wiederholt sich zum dritten Male mit einer dritten
Kurvenscheibe 28 und einem dritten Ventil 25, welches den Zutritt des Waschwassers
in das Gefäß 11 freigibt. Während dieses dritte Ventil geöffnet ist, schließt die
Nockenscheibe 33 den Stromkreis 34 der Glühlampe 15, und das von dieser Glühlampe
15 ausgestrahlte Licht wird durch die Lins 14 auf den vor der Öffnung 12 befindlichen
Filmteil konzentriert. Ein Teil dieses Lichtes durchsetzt den Film 4 und gelangt
in die photoelektrische Zelle 22 die das Galvanometer 23 zum Ausschlag bringt Die
Größe dieses Galvanometerausschlags ist ein Maß für die den betreffenden Filmteil
durchsetzende Lichtmenge.
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Nach Vollendung der Photometrierung wird der Stromkreis 34 wieder
unterbrochen. Ist die Waschung des Filmteils vollendet, dann schließt sich das betreffende
Ventil 25 4eder, und das restliche, im Gefäß 1 1 enthaltene Waschwasser fließt durch
die Ableitung 29 ab.
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Die Kurvenscheibe 21 hat sich inzwischen so weit gedreht, daß nunmehr
der Arm 18 wieder die in Abb. I dargestellte Lage einnimmt. Bei der Bewegung dieses
Armes 18 hebt die Öse 7 den Filmstreifen 4 vom Gefäß 11 ab, und das mit der Fortschaltung
des Filmstreifens 4 beginnende Spiel wiederholt sich von neuem.
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Zur Behandlung des Films ist es zweckmäßig, schnell wirkende Flüssigkeiten
also einen kräftig wirkenden Entwickler und Schnellfixierbad, zu benutzen. Unter
dieser Voraussetzung genügt die Zeit von 4 Minuten, um die Behandlung durchzuführen.
Man bildet dabei die verschiedenen Kurvenscheiben 21 und 28 So aus, daß für die
Entwicklung und die Fixierung je etwa 3/8 der Umlaufzeit der Antriebsachse 2, also
etwa 1½ Minuten, für die Waschung etwa lis der Umlaufzeit, also 3/4 Minute, und
für die Fortschaltung 1/16, also ¼ Minute, zur Verfügung stehen. Es steht jedoch
nichts entgegen, mit Rücksicht
auf die chemische Zusammensetzung
der lyenutzten Flüssigkeiten eine andere Teilung der verfügbaren Zeit zu wählen
oder die GLesamtdauer durch Änderung der Umlaufzeit der Antriebsachse 2 größer oder
kleiner als 4 Minuten festzusetzen. Auch kann beispie]s weise die zur Betätigung
des Waschwasserveiitils 25 dienende Kurvenscheibe 28 so ausgebildet sein. dalS sowohl
vor als auch nach der Entwicklung Wasser in das Gefäß ii einströmt. Die Trocknung
des behandelten Films 4 erfolgt auf seinem Wege von der Öffnung 12 bis zur Öffnung
ro, durch welche er aus dem Gehäuse 1 ins Freie austritt. Im Bedarfsfalle kann durch
Einbau eines kleinen Ventilators, der einen Luftstrom gegen den Filmstreifen 4 unterhalb
des Gefäßes 11 bläst. der Trocknungsvorgang beschleunigt werden.
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Der aus dem Gerät austretende Filmstreifen 4 ist ohne weitere Vorbereitung
fertig zur Aufbewahrung und zur Vornahme von Kontrollmessungen.