DE70623C - Nähmaschine zur Herstellung überwendlicher Naht - Google Patents

Nähmaschine zur Herstellung überwendlicher Naht

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DE70623C
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    • D05B1/00General types of sewing apparatus or machines without mechanism for lateral movement of the needle or the work or both
    • D05B1/08General types of sewing apparatus or machines without mechanism for lateral movement of the needle or the work or both for making multi-thread seams
    • D05B1/18Seams for protecting or securing edges
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    • DTEXTILES; PAPER
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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Sewing Machines And Sewing (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMTA^
KLASSE 52: Nähmaschinen.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet eine Nähmaschine zur Herstellung einer geschlossenen, überwendlichen Naht für Säcke mittelst eines in einem Schiffchen befindlichen Nähfadens. Sie wird gekennzeichnet durch eine zweckmäfsige Anordnung und Bewegung des Schiffchens und die den Faden controlirenden Theile, wodurch ein mehr ruhiger und schneller Gang erzielt, der Nähfaden mehr geschont wird und die Stiche oberhalb der Naht festgezogen werden.
In den beiliegenden Zeichnungen sind die Fig. 1, 4, 5, 7 und 8 schematische Darstellungen der verschiedenen Stellungen der wesentlichen Theile in Oberansicht, und Fig. 4a, 5a, γa und 8a dieselben in Vorderansicht. Fig. 2 ist ein centraler Durchschnitt des Spulengehäuses und Fig. 3 eine Vorderansicht des Schiffchens und der Nadel mit dem Schiffchentreiber G im Querschnitt. Fig. 13, 14 und 15 sind Oberansicht, Ansicht und Schnitt der Maschine.
Die durch die Maschine erzeugte Naht ist durch die Fig. 9 bis 12 dargestellt, und zwar ist Fig. 9 eine Ansicht der oberen und Fig. 10 der unteren Seite des Stoffes. Fig. 11 und 12 sind Querschnitte der Naht, welche die Verschlingungen zeigen.
Der zu nähende Stoff S, Fig. 1 und 3, liegt auf der Nadelplatte H und wird durch irgend einen geeigneten Transportmechanismus stichweise fortgeschoben.
Die Nadel N ist oben in einer Nadelstange befestigt, welche mittelst geeigneten Mechanismus auf- und abbewegt wird. Sie hat ein offenes Oehr und dringt in den Stoff ohne Faden, fafst dann den vom Schiffchen A kommenden Faden unter dem Stoffe und zieht ihn als Schlinge nach oben, wie Fig. 3 zeigt. Letztere wird dann vom Haken des Schiffchens gefafst, ausgedehnt und um das Schiffchen gezogen, wie aus Fig. 4 und 4a ersichtlich ist.
Das Schiffchen A wird von einer Anzahl (8 bis 10) Bolzen F, Fig. 3, getragen, welche im äufseren Rande des Schiffchentreibers G gelagert sind und in entsprechende Versenkungen am unteren Rande des Schiffchens eingreifen. Jeder, dieser Bolzen senkt sich, wenn er in die Nähe der Nadel kommt, damit der .Faden derart frei unter dem Schiffchen gehen kann, was mittelst eines geeigneten Führungsstückes F1, Fig. 3, bewerkstelligt wird, welches unter der Nadel feststeht, jeden Bolzen nach abwärts zieht, und dann, nachdem er dem Faden freien Durchgang gegeben hat, wieder nach aufwärts schiebt. Das Schiffchen kann aber auch in irgend einer anderen Weise geführt und angetrieben werden.
Innerhalb des Schiffchens liegt das Spulenoder Knäuelgehäuse jB, Fig. 2, welches mit einem Deckel B' geschlossen ist. Der Faden läuft von innerhalb des Knäuels C durch die centrale Oese im Deckel nach aufwärts und dann durch das Randstück b' (dessen Bohrung in Fig. ι schief dargestellt ist, um den Gang des Fadens besser verfolgen zu können) nach abwärts, dann um die Rollen D' und E, wovon letztere an einem im Gehäuseboden befestigten Stift und die andere D' am Hebelarm D gelagert ist, der in der Mitte des Bodens beweglich befestigt ist und mittelst einer schwachen Feder (welche nicht gezeichnet ist)
so gedreht wird, dafs der um die beiden Rollen flaschenzugartig gelegte Faden immer etwas angespannt bleibt. Von der Rolle E geht der Faden durch die Oese b eines am Boden befestigten Winkelstückes zur Naht.
Das Schiffchen dreht sich für jeden Stich zweimal; während der ersten Umdrehung fafst es die Schlinge über dem Stoff von der Nadel, dehnt dieselbe aus und zieht sie um sich, so dafs die Spule des Fadens durch die Schlinge geführt wird.
Sobald die Schlinge vollständig ausgedehnt und über das Schiffchen gezogen worden ist, kommt die Rolle D' in die Stellung Fig. 4, weil die in der Stellung Fig. 1 zwischen b', D' und E enthaltene Fadenlänge zur Ausdehnung der Schlinge verbraucht und dadurch die Rolle D gegen jene E hingezogen worden ist.
Während nun das Schiffchen sich weiter dreht, mufs die Schlinge wieder zugezogen werden; dies wird dadurch bewerkstelligt, dafs eine Nase des Hebels D im richtigen Moment gegen den feststehenden Stift d stöfst (Fig. 4), wodurch der Hebel mit der Rolle D' festgehalten wird, während E sich mit dem Schiffchen weiter dreht, bis D' wieder in die Stellung Fig. 5 kommt, wonach der Stift d aufser Angriff gebracht wird; letzteres wird dadurch bewirkt, dafs "der Stift d sich jetzt nach abwärts bewegt.
Dieser Stift d bildet einen Theil der Platte d', Fig. 3 und 5, welche auf dem Bolzen d" befestigt ist, der durch die hohle Welle des Schiffchentreibers G geht und, ohne sich zu drehen, mechanisch auf- und abbewegt wird, um die Nase in dem richtigen Augenblick zu fassen oder freizugeben.
Der unter dem Schiffchen aus der Oese b herauskommende und gegen den letztgebildeten Stich gehende Faden mufs zunächst um die Stoff kanten gelegt und der Stich von oben festgezogen werden, wozu der über dem Stoff gelagerte Hebelarm J dient, der sich während des Ueberganges der Stellung Fig. 4 in jene Fig. 5 und während der zweiten Umdrehung des Schiffchens in folgender Weise bewegt: Zuerst geht dessen Spitze nach rechts gegen das Schiffchen und gleichzeitig zwischen letzterem und der Nadelplatte H etwas nach abwärts, um den unteren Faden fassen zu können; dann bewegt es sich wieder nach abwärts und nach links zur Stellung Fig. 5, wodurch der Faden um die Kanten gelegt und der Stich derart festgezogen wird, dafs der Schlufs der Verschlingungen auf die obere Seite der Naht und nahe zum Stichloch zu liegen kommt, wie die Fig. 11 zeigt. Um für diese Bewegung der Hebelspitze Platz zu machen, ist der Rand des Schiffchens bei A', Fig. 4, entsprechend ausgespart.
Das Heraüfheben des Fadens kann dadurch befördert werden, dafs ein abgerundeter Blechstreifen/, Fig. 3 und 4, am Rande des rotirenden Treibers G, wenn derselbe an die betreffende Stelle kommt, den Faden emporhebt, damit er dann besser vom Hebel J erfafst werden kann.
Diese Art, den überwendlichen Schlufsstich von oben, anstatt, wie früher, von unten festzuziehen, unterscheidet sich wesentlich und vortheilhaft von der früheren Art dieser Stichbildung, indem dabei die knopfartige Verschlingung des Fadens hinter die durch das Umrollen der Stoffkanten gebildete Wulst zu liegen kommt und folglich vor Abnutzung geschützt ist, wie aus Fig. 11 zu sehen ist.
Die Nadel dringt dann wieder in den Stoff ein, um die Schlinge für den nächsten Stich heraufzuholen. Wenn die Nadel die tiefste Stellung erreicht hat, mufs der Faden in das offene Nadelöhr eingelegt werden, was mittelst des unter der Nadelplatte H gelagerten Hebelarmes K geschieht, dessen Ende von seiner Ruhelage Fig. 8 (welche er auch in den Stellungen ι, 4 und 5 einnimmt) in jene Fig. 7 bewegt wird und dabei den vom Schiffchen kommenden Faden fafst und nach rechts zieht, so dafs derselbe in das Oehr eintreten mufs. Gleichzeitig bewegt sich der obere Arm J etwas gegen die Nadel, um den hierzu erforderlichen Faden freizugeben/
Die Nadel steigt dann wieder aufwärts aus dem Stoff und die Theile nehmen die Stellung Fig. 8 ein, welche dieselbe wie Fig. 1 ist; die Hebel / und K haben so viel Faden freigegeben, als zur Schlingenbildung verwendet wurde, und die beschriebenen Vorgänge wiederholen sich zur Bildung des nächsten Stiches.
Das Knäuelgehäuse B, Fig. 2, kann mit den Theilen b' D E und b, welche zur Controle des Fadens dienen, aus dem Schiffchen herausgenommen und durch ein anderes, mit neuem Knäuel und mit dem Faden bereits fertig eingefädelt, ersetzt werden, wodurch unnöthiger Aufenthalt vermieden wird.
Es ist selbstverständlich, dafs der Mechanismus zur Erzeugung der beschriebenen Bewegungen der Theile verschiedenartig hergestellt werden kann.
Eine Ausführung dieser Erfindung wird durch die Oberansicht (Fig. 13), Seitenansicht (Fig. 14) und Vorderansicht (Fig. 1 5) einer Maschine dargestellt.
Die Tischplatte P, welche in Fig. 14 im Längenschnitt gezeigt ist, trägt den Nadelständer Q, in welchem die Nadelstange N' mittelst des Nadelhebels R und der Curventrommel R' der Antriebswelle W auf- und abbewegt wird.
A ist das sich drehende Schiffchen, G der Schiffchentreiber mit seiner Verticalwelle G',
welche durch die Winkelräder G" und W von der Antriebswelle W angetrieben wird, so dafs sie zwei Umgänge für jeden Stich macht.
J ist der hebelartige Greifer, welcher den Faden um die Stoff kante legt; er erhält seine horizontale Bewegung durch die . Curventrommel T mittelst des Doppelhebels T.\ der Verbindungsstange T" und des Armes J', wie Fig. 13 und 14 zeigen. Seine geringe Verficalbewegung wird ihm von der Nadelstange JY' aus mittelst des Hebels U ertheilt, indem dieselbe im geeigneten Momente eine Bewegung noch höher aufwärts macht, wodurch der in ■derselben befestigte Stift M, Fig. 15, gegen den Hebel U stöfst, dessen entgegengesetztes Ende dann die Welle J" nach abwärts drückt. Eine Feder hebt dann diese Welle und den Greifer J nach aufwärts, sobald die Nadelstange wieder nach abwärts geht.
Der untere Greifer K zum Einlegen des Fadens in das offene Nadelöhr wird durch die Curventrommel K' mittelst des Winkelhebels K", Fig. 13 und 15, bewegt, indem letzterer in das gabelförmige Ende des Armes K'" eingreift, der auf der Welle des Greifers K festsitzt.
Der durch die hohle Treiberwelle G' auf- und abgehende Bolzen d" erhält seine Bewegungen durch die excentrische Nabe des Winkelrades W, Fig. 15, welche gegen das Verbindungsstück V wirkt, das mit dem unteren Ende des Bolzens d" fest verbunden und an die Seitenwand des Treiberständers mittelst einer Schraube derart lose verbunden ist, dafs es durch die excentrische Nabe auf- und abbewegt und dadurch dem Bolzen diese Bewegung mitgetheilt werden kann. Eine Feder (nicht gezeigt) drückt diesen Bolzen nach rückwärts.
Die Stoffdrückerplatte X (welche in Fig. 14 weggelassen ist) ist auf der Gleitstange X befestigt und mit einer Druckfeder und einem Lifter (nicht gezeigt) in gewöhnlicher Weise versehen.
Der Stoffschieber ist in den Figuren nicht dargestellt; derselbe kann in irgend einer bekannten Weise wie bei gewöhnlichen Nähmaschinen hergestellt werden.
Die Anordnung kann auch derart getroffen werden, dafs das Schiffchen drei Umgänge für jeden Stich macht.

Claims (3)

Patent-AnSprüche:
1. Eine Nähmaschine, welche mittelst einer Nadel mit offenem Oehr und eines,1 den Nähfaden enthaltenden Schiffchens eine 'einfädige geschlossene, überwendliche Naht dadurch erzeugt, dafs die Nadel und das Schiffchen über dem zu nähenden Stoff derart angeordnet sind, dafs erstere von oben durch den Stoff dringt und dann während ihrer Bewegung nach aufwärts den vom Boden des Schiffchens herauskommenden Faden unter dem Stoff fafst und als Schlinge nach aufwärts zieht, wo sie vom Haken des rotirenden Schiffchens gefafst, ausgedehnt und um das im Schiffchen enthaltene Fadenknäuel (oder um die Fadenspule) gezogen wird.
2. Eine Nähmaschine der im Anspruch 1. bezeichneten Art, bei welcher der zur Ausdehnung der Schlinge aus dem Schiffchen herausgezogene Faden dadurch wieder in das Schiffchen zurückgezogen wird, dafs ein im Schiffchen enthaltener Hebelarm (D) oder dessen Ersatz im betreffenden Moment gegen einen nicht mit dem Schiffchen rotirenden Theil (d) stöfst, also nicht weiter mit dem Schiffchen rotiren kann, und dadurch auf den freiwerdenden Faden flaschenzugartig einwirkt.
3. Eine Nähmaschine der im Anspruch 1. bezeichneten Art, bei welcher das Festziehen des gebildeten Stiches mittelst eines über dem Stoff angeordneten hebelartigen Greifers während der zweiten Umdrehung des Schiffchens erfolgt, welcher den aus letzterem
. herauskommenden Faden von unten heraufholt, um die Stoff kante legt und nach rechts (vom Schiffchen weg) derart fest anzieht, dafs die knopfartige Verschlingung des Fadens auf die obere Stoffseite nächst dem Stichloch und der durch Umrollen der Stoffkanten gebildeten Fuge zu liegen kommt.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
DENDAT70623D Nähmaschine zur Herstellung überwendlicher Naht Expired - Lifetime DE70623C (de)

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