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Körperhöhlenuntersuchungsgerät Die Erfindung bezieht sich auf ein
Körperhöhlenuntersuchungsgerät, insbesondere ein Urethroskop, bei dem das vordere
Schaftende mit der Beleuchtung und einem Beobachtungsausschnitt winkelig zum Instrumentenschaft
liegt.
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Es ist bekannt, Körperhöhlenuntersuchungsgeräte, insbesondere Urethroskope,
auf der Knieseite des winkelig abgebogenen Schaftvorderendes, in dem die Beleuchtung
angeordnet ist, mit einem fensterartigen Ausschnitt zu versehen, so daß -durch diesen
Ausschnitt mittels einer einführbaren Optik die Beobachtung der Körperhöhle durchgeführt
werden kann, worauf man anschließend entsprechende Hilfsgeräte, wie Diathermie-
oder Kaustikbrenner usw., zur Beseitigung von Krankheitsherden einführt. Bei bekannten
Instrumenten war das Objektivende der Optik, vor das auch schon ein Prisma gesetzt
wurde, so ausgebildet, daß die optische Achse durch den Ausschnitt am Knie des winkelig
abgebogenen Schaftendes verlief. Diese bekannten Instrumente haben den Nachteil,
daß immer nur nach einer Seite durch den Ausschnitt beobachtet werden kann.
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Nach der Erfindung soll gegenüber dem Bekannten erreicht werden, daß
zwei Lagen der optischen Achse der Beobachtungsoptik möglich sind, und zwar derart,
daß einmal eine zweiseitige Beobachtung und zum andern die gewöhnliche bekannte
einseitige Beobachachtung nach der Seite, auf der die Hilfsgeräte eingeführt werden,
erreicht wird. Dies wird dadurch gelöst, daß die mit einem prismatischen Objektiv
versehene Optik um i8o° derart verdrehbar ausgestaltet ist, daß die optische Achse
des prismatischen Objektivs in der einen Endlage mit der Mittelachse des abgewinkelten
Schaftendes zusammenfällt
bzw. nahezu zusammenfällt und eine Beobachtung
durch zwei sich gegenüberliegende, am Knie des abgewinkelten Schaftendes ansetzende
Ausschnitte des Schaftes zuläßt und in der anderen Endlage durch den auf der Knieseite
des Schaftendes vorgesehenen Ausschnitt verläuft. Der Arzt kann somit sowohl beim
Durchführen des Instrumentes durch die Harnröhre o. dgl. als auch 'in der Blase
oder einer anderen Körperhöhle, ohne daß eine schmerzhafte größere Drehung des Schaftes
um die Längsachse nötig wird, nach zwei Seiten beobachten und dadurch Krankheitsherde
leichter auffinden. Nach Auffinden der Krankheitsherde wird die Optik um i8o° gedreht,
so daß dann nur eine einseitige Beobachtung zur Einführseite der Hilfsgeräte ermöglicht
wird.
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Es ist zwar schon bekannt, an der Ansatzstelle des abgewinkelten Schaftendes
zwei sich gegenüberliegende Ausschnitte im Schaft vorzusehen, jedoch dienten diese
Ausschnitte zum Zu- und Zurückführen von Spülflüssigkeiten, so daß die erfindungsgemäße
Aufgabe dort weder vorlag noch gelöst wurde. Auch sind prismatische Objektive für
Körperhöhlenuntersuchungsgeräte an sich bekannt.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
dargestellt, und zwar zeigen: Fig. i das Vorderende des Instrumentes (Urethroskop),
teilweise in Seitenansicht, teilweise im Längsschnitt, Fig.2 einen Querschnitt nach
Linie II-II, Fig. 3 das Vorderende eines in das Instrument einzuführenden Mandrins.
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Das Instrument, entsprechend dem Beispiel, besteht aus einem Schaft
i von zweckmäßig ovalem Querschnitt und einem winkelig abgebogenen Schaftende 2,
in dem die Beleuchtung 3 angeordnet ist. Das winkelig abgebogene Schaftende besitzt
auf der Knieseite am geraden Schaftteil anschließend einen Ausschnitt ¢ und diesem
Ausschnitt 4 gegenüberliegend einen entsprechenden Ausschnitt 5.
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In dem Schaft i bzw. in einer Führungshülse 6 ist ein Optikrohr 7
vorgesehen, welches in bekannter Weise einführbar und herausnehmbar ist. Die Endoptik
8 der in dem Rohr 7 vorgesehenen Linsen besteht aus einer gebräuchlichen Objektivlinse,
welcher ein Prisma vorgeschaltet ist. Durch dieses Linsensystem am Objektivende
ist in einer festen Stellung des Optikrohres 7 eine Beobachtung der Körperhöhle
durch den Ausschnitt 4 mÖglich. Wird das Optikrohr 7 um i8o° verdreht, so soll die
optische Achse des Linsensystems 8 mit der Achse des Winkelendes 2 zusammenfallen
bzw. nahezu zusammenfallen. Dadurch scheint bei der Beobachtung in der letztgenannten
Lage des Optikrohres das Winkelstück 2 in der Richtung des geraden Schaftes i zu
liegen, und es ist daher eine zweiseitige Beobachtung der Körperhöhle durch die
beiden gegenüberliegenden Ausschnitte 4 und 5 mittels der Optik möglich.
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Zur Markierung der beiden um 18o° verdrehten Stellungen des Optikrohres
7 kann dessen Okularende z. B. mit zwei Nocken versehen sein, die vorteilhaft abgefedert
sind und in entsprechende Ausnehmungen des Schaftendes des Instrumentes einfassen
können. Man kann aber auch beliebige andere Feststellvorrichtungen anordnen, durch
die es möglich ist, das Optikrohr 7 in die beiden um i8o° verdrehten Stellungen
zu bringen und festzuhalten. ' Um beim Einführen des Instrumentes in die Körperhöhle
die beiden Ausschnitte 4 und 5 auszufüllen und hierdurch Verletzungen an den Kanten
dieser Ausschnitte zu vermeiden, wird ein besonderer Mandrin durch das Führungsrohr
6 eingeschoben. Dieser Mandrin g besitzt ein gelenkiges Vorderende i o, welches
die beiden Ausnehmungen 4 und 5 ausfüllt. Dieses Vorderende ist vorteilhaft in Richtung
des Pfeiles i i abgefedert und besitzt derartig angeordnete Anschläge, daß die Endlage
des Gelenkstückes io mit der Winkellage des Schaftendes 2 übereinstimmt.