DE70012C - Bleichen von Stärke mit Chlor und Ozon - Google Patents

Bleichen von Stärke mit Chlor und Ozon

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DE70012C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B30/00Preparation of starch, degraded or non-chemically modified starch, amylose, or amylopectin
    • C08B30/12Degraded, destructured or non-chemically modified starch, e.g. mechanically, enzymatically or by irradiation; Bleaching of starch

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein combinirtes Chlor-Ozon-Verfahren zum Bleichen und zur gleichzeitigen Vorbereitung von Rohstärke, die zur Fabrikation von Leigomme (Stärkegummi) Verwendung finden soll, sowie zum Bleichen von nach bekannten Methoden hergestelltem Stärkegummi und dessen Lösungen.
Bei dem jetzt üblichen Verfahren der Herstellung von Stärkegummi wird gewöhnliche Rohstärke verarbeitet, und es werden dadurch je nach dem eingeschlagenen Verfahren stark oder weniger stark gefärbte Producte erhalten. Die Verwendung von schon mit Chlorkalk gebleichter Stärke zur Herstellung eines hellen, absolut geruch- und geschmacklosen Gummis ist aus dem Grunde ausgeschlossen, weil der Geruch des Chlorkalks aus dem Ausgangsmaterial nur mit vieler Mühe urid vielen Unkosten zu beseitigen ist und im anderen Falle die Gegenwart von Chlorkalk bei der weiteren Verarbeitung ein für industrielle Zwecke absolut . unbrauchbares Product ergeben würde. Durch das vorliegende neue combinirte Chlor-Ozon-Verfahren werden neue wesentliche technische Effecte nach folgenden zwei Richtungen erreicht:
Erstens wird die zu verarbeitende Stärke unbeschadet der weiteren Operationen gebleicht und gleichzeitig in ihrem anatomischen Bau so verändert, dafs sie bei der Behandlung im Röstofen oder Hochdruckapparat sehr gut aufgeschlossen und infolge dieser beiden sich vortheilhaft unterstützenden Wirkungen als helles, consumfähiges Gummi erhalten wird.
Zweitens werden die stets braun bis gelb gefärbten, unangenehm riechenden und schmeckenden Gummilösungen des nach bekannten Methoden gewonnenen Stärkegummis, welche nach den jetzigen Bleichverfahren eine langwierige Behandlung mit Knochenkohle durchmachen müssen, durch die Chlor-Qzonbehandlung vollständig entfärbt und dadurch gleichzeitig desinficirt, geruch- und geschmacklos gemacht.
Bei der technischen Ausführung des Verfahrens zur Herstellung hell gefärbter Stärkegummisorten können folgende zwei Wege eingeschlagen werden:
I. Entweder läfst man vor der Ueberführung in Gummi auf die in Rührwerken mit Wasser in Emulsion erhaltene Rohstärke gleichzeitig einen Strom von Chlor und Ozon so lange einwirken, bis der technische Bleichgrad erreicht ist, oder man sättigt die Emulsion zuerst mit Chlor und läfst unmittelbar darauf einen Ozonstrom wirken.
II. Oder man behandelt die mit Leigomme hergestellten concentrirten, gewöhnlich braunen bis gelben Gummilösungen direct mit einem Chlor-Ozonstrom oder in der Weise, dafs man die Lösung zunächst schwach mit Chlor sättigt und hernach einen Ozonstrom hindurchschickt.
Der Grund, weshalb man nach diesem Verfahren schon bei Anwendung geringer Mengen von Chlor und Ozon ein vollkommenes Bleichen und Geruchlosmachen der fraglichen Producte erzielt, ist darin zu suchen, dafs Chlor und Ozon sich in ihrer Wirkung ergänzen, d. h. der eine Theil der der Stärke oder dem Stärkegummi beigemischten Farbstoffe wird von dem Chlor, der andere Theil hingegen von dem
Ozon angegriffen. Wollte man diese Körper lediglich durch Behandlung mit Chlor oder mit Ozon bleichen, so würde der beabsichtigte Zweck einerseits nicht vollkommen erreicht werden können, und andererseits würden erheblich gröfsere Mengen jener Bleichmittel und eine längere Einwirkung derselben auf das zu bleichende Material erforderlich sein. Werden dagegen Chlor und Ozon entweder gleichzeitig oder nach einander auf ein und dasselbe Bleichgut zur Einwirkung gebracht, so wird ein besserer Effekt in kürzester Zeit bei erheblich geringerem Verbrauch an Chlor und Ozon erzielt.
Anstatt das Chlor in gasförmigem Zustande anzuwenden und von der zu behandelnden Lösung absorbiren zu lassen, empfiehlt es sich mitunter aus praktischen Rücksichten, das Chlor in wässeriger Lösung zu benutzen und in dieser Form der Stärke zuzusetzen.
Die Herstellung des zum Bleichen verwendeten Chlors und Ozons kann nach irgend einem der in der Industrie bekannten Verfahren, also beispielsweise auf chemischem oder elektrotechnischem Wege, oder aber durch elektrochemische Dissociation geschehen.
Das auf diese Weise durch Behandlung mit Chlor und Ozon gewonnene Product gleicht in seinen physikalischen und chemischen Eigenschaften dem Gummi arabicum und eignet sich infolge seiner Geruch- und Geschmacklosigkeit als Ersatz desselben.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Bleichen und Geruchlosmachen von Stärke, Stärkegummi und deren Lösungen, darin bestehend, dafs man sie gleichzeitig mit gasförmigem oder in wässeriger Lösung befindlichem Chlor und mit Ozon behandelt.
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