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Übersteckstulp für Behälter für chirurgisches Nähmaterial Die Erfindung
betrifft einen zur Sicherung der sterilen Aufbewahrung und Entnahme von chirurgischem
Nähmaterial dienenden, mit Abzugsöffnung versehenen Oblersbeckstulp, unter dem das
Nähmaterial in einem besonderen Einlagerungsgefäß oder in geöffneten Packungen (Flaschen,
Phiolen o. dgl.) zum Fadenabzug liegt.
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Gegenüber bekannten Übersteckstulpen, die im Oberteil einen nach
innen eingezogenen Kragen besitzen, der trichterartig in das geöffnete Nähmaterialgefäß
einfaßt und dessen Rand abdeckt, aber eine verhältnismäßig große, offene Entnahmeöffnung
frei läßt, besteht die vorliegende Erfindung darin, daß der Überstecksfulp oberhalb
seiner dem Behälter des Nähmaterials zugewendeten, mit einer mit ihren Rändern elastisch
abdichtenden Durchzugsöffnung versehenen Abdeckscheibe und im Abstand von dieser
leine zweite, aus einem Einschnitt, Kreuz-, Winkelschnitt o. dgl. gebildeten, mit
ihren Rändern ebenfalls elastisch abdichtenden Durchzugsöffnung versehene Abdeckscheibe
hat und daß sich zwischen beiden Abdeckscheiben lein seitlich geschlossener, zum
Durchzug des Fadenmaterials dienender Raum befindet.
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Die zwei Ausführungsplatten wirken leinerseits als Fadenstrecker
und Fadenbremse auf das abzuziehende Nälmaterial, das sie gegen Zurüchgleiten sichern,
und legen andererseits einen abgeschlossenen Raum zwischen sich fest, in den das
Fadenende, solange kein Abzug erfolgt, Platz findet so daß es ebenfalls verdeckt
sowie geschützt liegt und nicht nach auswärts ragt. Der zwischen den beiden elastischen
Durch- und Ausführungsscheiben liegende abgeschlossene Hohlraum des Stulpkopfes
sichert einerseits das unter dem Stulp befindliche geöffnete Packung gefäß und andererseits
das in dem Hohlraum befindliche Ende des sterilen Fadens vor sekundären Infektionen,
die beispielsweise durch unachtsame Berührung oder auffallende Luftkeime hervorgerufen
werden können.
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Die Durchstiche, Kreuz- oder Winkelschnitte in den elastischen Durchführungsscheiben
gestatten den bequemen bedarfsweisen Fadenabzug, schmiegen sich aber trotzdem gut
abschließend gegen den Fladen an, so daß sie einen sicheren Abschluß für das darunterliegende
Fadenmaterial bilden.
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Die besondere Wirkung der erfindungsgemäßen Stulpdurchbildung mit
dem oberen,
durch die beiden elastischen Ausführungsscheiben gebildeten
Abschlußraum besteht darin, daß, abgesehen von der Sicherung des Materialinhaltes
der Packung, gegen jede Infektion auch noch während der Operation, bei jeder Arbeitspause
der Faden innerhalb des geschlossenen Raumes geschützt bleibt.
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Bei Wiederaufnahmle der Arbeit fährt man mit der sterilen. Pinzette
durch den in der oberen elastischen Ausführungsscheibe befinlichen Einschnitt ein,
um das sterile Fadenende für die Fortsetzung der Arbeit zu erfassen. Bei Eintritt
einer Arbeitspause kann man in zweifacher Weise vorgehen. Entweder führt man mittels
steriler Pinzette das herausragende Fadenende durch den erwähnten Einschnitt zurück
in den abgeschlossenen Hohlraum, oder man fährt mit der Schere durch den Einschnitt
hindurch, um den Faden schon innerhalb des Hohlraumes abzuschneiden.
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Der Übersteckstulp samt dem in seinem Kopfstück angeordneten Hohlraum
für das Fadenende kann jederzeit unabhängig von dem Behälter der Catgutpackung keimfrei
gemacht und gehalten werden.
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Diese vorgenannte Wirkung und weitgehende Sicherung beim Verbrauch
von chirurgischem Nähmaterial wird bei bekannten Packungsbehältern nicht erreicht,
die mit einem Gummipfropfen verschlossen sind, durch den das Fadenmaterial abgezogen
wird. anch wenn der Gummistöpsel noch durch einen daraufgesetzten Blechdeckel verdeckt
ist. Der kleine Zwischenraum zwischen Stopsei und Deckel bietet gerade den Sammelplatz
für auffallende schädliche Luftkeime, -die zu Sekundärinfektionen des Nähmaterials
führen.
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Man hat auch schon Entnahmebehälter für chirurgisches Nähmaterial
vorgeschlagen, die nur eine Abdeckscheible mit elastischer Durchzugsöffnung besitzen.
diese einzige Scheibe bietet aber nur dem darunterliegenden Nähmaterial, nicht aber
dem Fadenende Schutz, das frei über die Scheibe hinausragt und nicht dem Lufteinfluß
oder leiner Berührung entzogen ist.
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Das gleiche gilt von Entnahmebehältern, die einen eingesenkten Deckel
besitzen, der Füllflüssigkeit aufnimmt, durch welche der Fadenabzug erfolgt. Auch
hier ist das Fadenende in der Hauptsache frei und ungeschützt.
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Im Gegensatz hierzu bietet die durch zwei Abdeckscheiben gebildete
Abzugskamaner nach der Erfindung einen guten Infektionsschutz sowohl für die unter
dem Abdeckstulp gelagerte Nähmaterialpackung als auch für das abziehende Fadenende,
das innerhalb der Kammer geschützt liegt.
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Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die eine elastische Durchführung
der meisten bekannten Entnahmebehälter einen Bestandteil (Verschluß) der Packung
selbst bildet, so daß eine von dieser getrennte Nachsterilisation der Durchführung
ohne Berührung und Handhabung der Packung nicht möglich ist.
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Dieser Übersteckstulp mit den zwei eine Durchzugskammer für das Fadenende
bildenden elastischen Durchführungsscheiben kann über Einlagerungsgefäße oder Packungen
verschiedener Art gesetzt werden, aus dienen der Faden nach oben durch die elastischen
Durchführungen des Übersteckstulpes nach außen abgezogen wird.
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In der Zeichnung ist die neue Stulpdurchbildung in einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht, und zwar zeigt: Abb. I den Entnahmebehälter mit darübergesetztem
Stulp im Längsschnitt, während Abb. 2 bis 4 verschiedene Ausbildungsformen der elastischen
Streck- bzw. Durchführun;gss-cheiben erkennen lassen.
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Der Aufnahmebehälter 1 für das Fadenmaterial 2 ist mit einem abnehmbaren
Deckelstück 12 angenommen, unter dem zweckmäßig eine Abdichtungs- und Durchführungsscheibe
7 aus Gurnmi oder ähnlichem elastischem Material sitzt.
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Zur Sicherung der Sterilität des Fadenbehälters und der sterilen
Fadenentnahme ist über den Behälter ein Übersteckstulp 4 gesetzt, dessen Kopfstück
erfindungsgemäß zwei übereinanderliegende elastische Durchführungsscheiben 6,6'
angeordnet trägt, durch welche der Faden 3 abgezogen wird. Die Platten schließen
einen abgetrennten Raum zwischen sich ein, in dem das Ende des Fadens verbleiben
kann, solange kein Abzug stattfindet.
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Soll abgezogen werden, so wird mit einer Pinzette durch die Einschlitzung
der oberen Scheible 6 nach innen gefaßt und das Fadenende herausgezogen.
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Die Durchführungsöffiiungen für die elastische Scheibe 7 im Behälter
1 kann, wie in Abb. 2 bis 4 gezeigt ist, durch Kreuzschnitte 13, Winkelschnitte
13' oder auch durch ein rundes Stanz- oder Durchsteckloch 13" gebildet sein. Die
obere Scheibe 6' des Stulpes 4 ist mit einem Einschnitt, z. B. einem KreuzschnittI3
(Abb. 2) oder einem Winkelschnitt 13' (Abb. 3), ausgestattet, während -die darunterliegende
zweite Scheibe 6 auch jede andere mit ihren Rändern gegen den Faden elastisch abdichtende
Durchzugsöffnung besitzen kann.