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Technisches
Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein System und Verfahren zur Verringerung
der Zeitdauer, die zur Vollendung eines Gangwechsels in einem elektronisch
verbesserten Motor- und Getriebesystem, das einen automatischen
Kupplungsaktuator aufweist, erforderlich ist.
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Hintergrund
zum Stand der Technik
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Elektronisch
verbesserte Getriebesysteme sind im Stand der Technik weit entwickelt,
wie aus den US-Patentschriften Nr. 4 361 060, 4 595 986, 4 648 290,
4 722 248 und 5 050 427 ersichtlich. Getriebesysteme wie diese sind
dazu verwendet worden, eine Vielfalt von Gangstufen bereitzustellen,
um die Flexibilität
und Drehmomentverstärkung
eines Motors zu verbessern, um eine Fülle von Anwendungen zu bedienen.
Zu den gewöhnlichsten
Anwendungen gehören
Sattelzugfahrzeuge der MVMA Klasse 7 und Klasse 8, obwohl andere
Anwendungen, wie Kraftübertragungssysteme
von Automobilen oder stationären
Kraftwerken ebenfalls bedient werden können.
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Zur
Steuerung der Kraftübertragung
bzw. des Antriebsstrangs, die bzw. der einen Motor sowie ein mehrgängiges Getriebe
enthält,
wird häufig
ein elektronisches Steuermodul verwendet, das einen Mikroprozessor
beinhaltet. Die kontinuierliche Entwicklung der Mikroprozessortechnologie
hat eine erhöhte
Genauigkeit und einen erweiterten Umfang der Steuerung oder Kontrolle über den
Motor- und Getriebebetrieb ermöglicht.
Das elektronische Steuermodul sammelt Daten von verschiedenen Sensoren und
gibt für
die momentanen Betriebszustände
geeignete Befehle ab, um den Motor und das Getriebe zu steuern.
Eine Motorsteuerung kann eine Kraftstoffzufuhrmodulation bzw. -steuerung,
einen Betrieb von Motorhilfsvorrichtungen oder die Bewerkstelligung
einer Anwendung einer Motorverzögerungseinrichtung,
einer Antriebsstrangverzögerungseinrichtung
oder beider umfassen. Die Getriebesteuerung kann die Auswahl einer
geeigneten Gangstufe, einschließlich
der Ausrückung
der momentanen Gangstufe und der Einrückung einer neuen Zielgangstufe, oder
einen Betrieb einer Eingangswellenbremse enthalten.
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Ein
effizienter Gangwechsel erhöht
die Kraftstoffwirtschaftlichkeit und verbessert die Fahrbarkeit eines
Fahrzeugs. In bestimmten anspruchsvollen Situationen, etwa beim Überwinden
einer steilen Steigung mit einem schwer beladenen Fahrzeug, sind
rasche Gangwechsel erforderlich, um zu verhindern, dass das Fahrzeug
Bewegungsenergie verliert und das Zeitfenster mit der Gelegenheit,
den Schaltvorgang zu Ende zu führen,
vollständig
verpasst. Unter normalen Antriebsbedingungen muss der Fahrzeugführer gegebenenfalls
mehr als fünfzehn
mal Gänge schalten,
bevor er eine für
Schnellstraßen
passende Geschwindigkeit erreicht. In diesen Anwendungen kann eine
Ineffizienz beim Gangwechsel zu einer ungenutzten Zeit einer beträchtlichen
Dauer anwachsen. Somit ist es erwünscht, die zur Vollendung eines Gangwechsels
oder einer Gangumschaltung erforderliche Zeitdauer zu reduzieren.
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Ein üblicher
Gangwechsel umfasst eine Anzahl von Schritten. Zunächst muss
der Fahrzeugführer
die Drehmomentübertragung
von dem Motor über das
Getriebe zu dem Antriebsstrang unterbrechen. Dies kann durch Ausrücken einer Hauptkupplung
bewerkstelligt werden, die eine reibschlüssige Verbindung zwischen dem
Motor und dem Getriebe erzielt. Die Hauptkupplung kann durch einen
Modulationsaktuator in Abhängigkeit
von einem geeigneten Befehlssignal gesteuert werden, das durch den
Fahrzeugführer,
das elektronische Steuermodul oder durch ein Zusammenwirken von
beiden ausgelöst wird.
In gleicher Weise kann ein einfacher (diskreter oder „dummer") Aktuator verwendet
werden, der lediglich einen eingerückten und einen ausgerückten Zustand
aufweist. Alternativ kann eine „plötzliche Gasminderung" („throttle
dip") bewerkstelligt
werden, bei der das Gas abrupt verringert wird. Wenn der Drehmomenttransfer
unterbrochen ist, wird der momentane Gang ausgerückt, und das Getriebe befindet
sich in einem neutralen Zustand.
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Der
nächste
Schritt in einem typischen Gangwechsel umfasst eine Auswahl der
Zielgangstufe. Dies kann die in einer Folge nächst verfügbare Gangstufe sein, oder
es kann eine Anzahl verfügbarer
Gangstufen ausgelassen oder übersprungen
werden, was von den momentanen Betriebsbedingungen abhängt. Bevor
die Zielgangstufe eingerückt wird,
sollte die Getriebeeingangswelle bei einer für die momentane Ausgangswellendrehzahl
und die Zielgangstufe im Wesentlichen synchronen Drehzahl umlaufen.
Wenn die Hauptkupplung eingerückt
ist, kann die Eingangswellendrehzahl beeinflusst werden, indem die
Motordrehzahl gesteuert wird, weil der Motor mit dem Getriebe gekoppelt
ist. Die Motordrehzahl kann (für
eine Herunterschaltung) erhöht oder
(für eine
Hochschaltung) verringert werden, um eine synchrone Drehzahl zu
realisieren. Bei Getrieben, die mit einer Eingangswellenbremse ausgestattet
sind, kann die Eingangswellendrehzahl durch Ausrücken der Hauptkupplung und
Anwenden der Eingangswellenbremse (die auch als Trägheitsbremse
oder Kupplungsbrem se bekannt ist) verringert werden. Jedoch erhöhen Eingangswellenbremsen mit
ausreichender Kapazität
zur Verringerung der Gangwechselzeit die Kosten und Komplexität des Getriebesystems
und benötigen
eine genaue Ablaufsteuerung der Ereignisse für einen zufriedenstellenden
Betrieb, so dass viele Getriebe lediglich einfache Versionen dieser
Vorrichtungen verwenden.
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Bei
Getrieben ohne Eingangswellenbremsen wird eine synchrone Drehzahl
bei einem Hochschaltvorgang erst dann erreicht, wenn die Motordrehzahl in
natürlicher
Weise auf die Synchrondrehzahl abfällt. Da Motoren und Getriebe
immer effizienter werden, führt
die Reduktion innerer Reibungsverluste zu wesentlich kleineren natürlichen
Verlangsamungs- oder Abklingraten. Dies ergibt eine entsprechend
längere Zeitdauer
zur Vollendung eines Gangwechsels. Somit ist es erwünscht, die
Verlangsamung eines Motors und/oder einer Getriebeeingangswelle
während einer
Hochschaltung zu steigern, um eine synchrone Drehzahl kurze Zeit
nach dem Ausrücken
des momentanen Gangs zu erreichen.
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Wenn
die Hauptkupplung für
einen Gangwechsel ausgerückt
ist, nehmen die Motordrehzahl und die Eingangswellendrehzahl voraussichtlich
basierend auf ihrer jeweiligen Massenträgheit mit unterschiedlichen
Raten ab. Somit ist es erwünscht,
die Verlangsamungsraten der Motordrehzahl und der Eingangswellendrehzahl
zur Reduktion der Gangwechselzeit basierend auf momentanen Betriebsbedingungen
gemeinsam oder in einer zusammenwirkenden Weise zu steuern. Dies
kann bewerkstelligt werden, indem die Motordrehung, die Drehung
der Getriebeeingangswelle oder beide verzögert werden. Ebenfalls kann
eine beliebige Vorrichtung oder Komponente, die mit der Eingangswelle
oder dem Motor gekoppelt ist, während
des Gangwechsels verzögert werden,
um die Gangwechselzeit zu verbessern. Gleichermaßen kann eine Leistungssynchronisiereinrichtung
dazu verwendet werden, die Eingangswellendrehzahl in Verbindung
mit einer verstärkten Kraftstoffbelieferung
zur Erhöhung
der Motordrehzahl zu steigern, um die Gangwechselzeiten für eine Herunterschaltung
zu verkürzen.
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Eine
Vorrichtung, die häufig
verwendet wird, um eine variable Verzögerungskraft für einen
Motor bereitzustellen, ist eine Motorbremse. Die üblichsten Motorbremsen
können
entweder Motorkompressionsbremsen oder Auspuffbremsen sein. Diese
Vorrichtungen sind aus dem Stand der Technik allgemein bekannt und
sind üblicherweise
an Schwerlastfahrzeugen vorgesehen. Beispiele für automatisierte Fahrzeuggetriebesysteme,
die Motorbremsen verwenden, sind aus den US-Patentschriften Nr. 4 933 850 und 5
042 327 ersichtlich.
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Motorkompressionsbremsen
sind gewöhnlich
von Hand betätigt
und liefern eine variable Verzögerungskraft,
die der Motordrehung Widerstand leistet, indem die Ventilsteuerzeit
von einer, zwei oder drei Zylinderreihen verändert wird. Dies erzeugt eine Kompressionskraft
in den Zylindern, die der Drehbewegung der Kurbelwelle entgegenwirkt.
Auspuffbremsen arbeiten in ähnlicher
Weise durch Drosselung des Abgasstroms von dem Motor. Auspuffbremsen
bieten nicht das Ansprechvermögen
und die Flexibilität
von Motorkompressionsbremsen, obwohl sie im Gebrauch kostengünstiger
sind.
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In
herkömmlicher
Weise werden Motorbremsen dazu verwendet, die Fahrzeugbetriebsbremsen zu
unterstützen,
indem sie beim Herunterfahren auf langen Gefällen ein Widerstandsdrehmoment
an den Antriebsstrang liefern. Eine manu elle Betätigung der Motorbremse in diesen
Situationen ist weiterhin eine wünschenswerte
Option. Kürzlich
sind Motorbremsen manuell betätigt
worden, um die für
Gangwechsel erforderliche Zeitdauer zu verringern. Bei dieser Anwendung
führt eine
manuelle Betätigung
der Motorbremse häufig
zu großen
Drehmomentstörungen an
dem Fahrzeugantriebsstrang infolge einer ungeeigneten Zeiteinteilung
bei der Anwendung und beim Freigeben der Motorbremse. Dies verschlechtert
das Fahrverhalten des Fahrzeugs und kann ferner die Lebensdauer
von Kraftübertragungskomponenten
in negativer Weise beeinflussen. Außerdem ist ein ordnungsgemäßer Betrieb
in starkem Maße
von dem Geschick und der Erfahrung des Fahrzeugführers abhängig.
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Eine
Antriebsstrangverzögerungseinrichtung bzw.
ein Antriebsstrangretarder kann ferner alleine oder in Kombination
mit einer beliebigen der vorstehend beschriebenen Verzögerungsvorrichtungen verwendet
werden. Antriebsstrangretarder werden gewöhnlich pneumatisch, hydraulisch
oder elektromechanisch betätigt,
um eine Verzögerungskraft
auf den Antriebsstrang, gewöhnlich
die Antriebswelle oder Gelenkwelle eines Fahrzeugs mit Hinterantrieb, auszuüben.
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US-Patentschrift
4 527 447 beschreibt ein automatisches mechanisches Geschwindigkeitswechselgetriebesystem,
das einen Motor enthält,
der über
eine Hauptreibungskupplung wahlweise mit einem mechanischen Geschwindigkeitswechselgetriebe
gekoppelt wird, der mehrere Gangstufenkombinationen und einen neutralen
Gangzustand bzw. einen Getriebeleerlaufzustand aufweist, die wahlweise
zwischen einer Getriebeeingangswelle und einer Getriebeausgangswelle
geschaltet werden können,
wobei das System ferner eine elektronische Steuereinheit zur Entgegennahme
mehrerer Eingangs signale, um momentane Betriebsbedingungen zu ermitteln
und um Befehlssignale zu erzeugen, eine Motorbremse zur Verlangsamung
der Drehzahl des Motors und eine Eingangswellenbremse zur Verlangsamung
der Getriebeeingangswelle enthält.
Das Steuerungsverfahren zur Steuerung der Motorbremse und/oder der Eingangswelle
ist nicht in Einzelheiten be- schrieben.
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EP 0 686 789 A1 beschreibt
ein System und ein Verfahren zur Verringerung der Zeitdauer, die
erforderlich ist, um einen Gangwechsel in einem elektronisch verbesserten
Kraftübertragungssystem
zu Ende zu führen.
Während
einer Hochschaltung bleibt die Hauptkupplung eingerückt, während der
neutrale Gangzustand eines Getriebes erfasst wird und dem Motor
ein Verzögerungsdrehmoment
zugeführt
wird, während
sich der Motor oberhalb einer synchronen Drehzahl befindet. Das
Abbremsen des Motors kann durch Verwendung einer Kombination einer
herkömmlichen
Motorbremsung mit einer Motorhilfslast und mit einer Anwendung einer
Eingangswellenbremse erhöht
werden.
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Kurzbeschreibung
der Erfindung
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Es
ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein System
und Verfahren zur Verringerung der Zeitdauer zu schaffen, die zur
Vollendung eines Gangwechsels in einem von Hand geschalteten, teilautomatisierten
oder vollautomatischen Getriebe erforderlich ist.
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Es
ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein System
zu schaffen, das die zum Erreichen einer synchronen Drehzahl erforderliche Zeitdauer
durch Erhöhung einer
auf die Motordrehung einwirkenden Verzögerungskraft verringert.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein System zu
schaffen, das eine Steuerung einer Motorverzögerungsvorrichtung mit einem Getriebe
und/oder einer Antriebsstrangverzögerungsvorrichtung und einem
Kupplungsaktuator abstimmt, um die Gangwechselzeit in einem manuell geschalteten,
teilautomatisierten oder vollautomatischen Getriebe zu verringern.
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Um
die obige Aufgabe und weitere Aufgaben zu erfüllen und Merkmale der vorliegenden
Erfindung zu erzielen, sind zur Reduktion der Gangwechselzeit in
einem mechanischen Kraftübertragungssystem ein
System, ein Verfahren und ein Computer lesbares Speichermedium mit
darin gespeicherten Instruktionen geschaffen, wie sie in dem Patentanspruch
1, 10 bzw. 13 beansprucht sind.
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Gemäß der Erfindung
ist ein Steuerungssystem zur Reduktion der zum Gangwechsel erforderlichen
Zeit eines mechanischen Getriebesystems geschaffen. Das System enthält einen
Motor, der über eine
Hauptreibungskupplung wahlweise mit einem mechanischen Geschwindigkeitswechselgetriebe kuppelbar
ist. Ein Aktuator der Hauptreibungskupplung rückt die Hauptreibungskupplung
in Abhängigkeit
von einem Befehlssignal gezielt ein und aus. Das System enthält ferner
eine elektronische Steuereinheit, die dazu dient, mehrere Eingangssignale
entgegenzunehmen, um eine Motordrehzahl, eine Ausgangswellendrehzahl
und optional eine Eingangswellendrehzahl zusätzlich zu einem neutralen Gangzustand
des Getriebes bzw. Getriebeleerlaufzustand zu ermitteln. Die elektronische
Steuereinheit erzeugt Befehlssignale zur Steuerung des Motors, des
Getriebes, des Kupplungsaktuators und zugehöriger Zubehör- bzw. Hilfskomponenten. Das
Getriebe enthält mehrere
Gangkombinationen und einen neutralen Gangzustand, die wahlweise
zwischen einer Getriebeeingangswelle und einer Getriebeausgangswelle eingelegt
bzw. eingerichtet werden können.
Das Steuerungssystem kann einen Sensor zur Erfassung des neutralen
Gangzustands verwenden, der nach dem Ausrücken einer momentanen Gangstufe
und vor dem Erzielen einer Zielgangstufe in dem Getriebe auftritt.
Alternativ kann ein Leerlauf zustand basierend auf der Getriebeeingangswelle
und der Getriebeausgangswelle bestimmt werden. Das System enthält ferner
Vorrichtungen zur Anwendung eines Verzögerungsdrehmomentes in Abhängigkeit
von einem von der elektronischen Steuereinheit herrührenden Befehl.
Das Verzögerungsmoment
wird durch Steuerung wenigstens einer Verzögerungsvorrichtung auf der
Motorseite der Hauptkupplung, der Getriebeseite der Hauptkupplung
oder beider, gesteuert, um eine Zieldrehzahl zu erzielen, die auf
der Synchrondrehzahl basieren kann, bei der die Zielgangstufe bewerkstelligt
wird, um eine Verzögerung
zu verstärken
und die Gangwechselzeit zu reduzieren.
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Es
ist ferner ein Verfahren zur Verwendung mit dem System und ähnlichen
Systemen geschaffen, das bzw. die einen Motor enthält bzw.
enthalten, der über
eine Hauptreibungskupplung mit einem mechanischen Geschwindigkeitswechselgetriebe
gekuppelt ist, das mehrere Gangstufenkombinationen und einen neutralen
Getriebezustand bzw. Getriebeleerlaufzustand aufweist, die wahlweise
zwischen einer Getriebeeingangswelle und einer Getriebeausgangswelle
eingerichtet werden können.
Das Verfahren enthält,
dass mehrere Eingangssignale entgegengenommen werden, um momentane
Betriebsbedingungen zu ermitteln und Befehlssignale zu erzeu gen,
um wenigstens entweder eine motorseitige und/oder eine getriebeseitige
Verzögerungsvorrichtung
zu steuern. Das Verfahren enthält
eine Erfassung eines Getriebeleerlaufzustands, der auftritt, nachdem
eine momentane Gangstufe ausgerückt worden
ist und bevor eine Einrückung
einer Zielgangstufe bewirkt worden ist, und die Erzeugung eines
Signals, um automatisch eine oder mehrere der Verzögerungsvorrichtungen
zu betätigen,
während
die Hauptreibungskupplung ausgerückt
ist und sich die Motordrehzahl oberhalb einer Zieldrehzahl befindet, um
die Motorverzögerung
zu erhöhen
und die zum Gangwechseln erforderliche Zeit zu reduzieren.
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Die
oben erwähnten
Aufgaben und weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung
erschließen
sich für
einen Fachmann ohne weiteres aus der folgenden detaillierten Beschreibung
der besten Ausführungsform
der Erfindung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 zeigt
eine schematisierte Darstellung eines Kraftübertragungssystems, das ein
mechanisches Getriebe, motorseitige (stromaufwärts befindliche) Verzögerungsvorrichtungen
und getriebeseitige (stromabwärts
befindliche) Verzögerungsvorrichtungen
enthält,
gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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2a zeigt
eine graphische Darstellung einer typischen Hochschaltung bei ausgerückter Hauptreibungskupplung
und ohne Unterstützung durch
eine Verzögerungsvorrichtung;
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2b zeigt
eine graphische Darstellung einer hilfsunterstützten Hochschaltung unter Veranschaulichung
des Be triebs der motorseitigen und getriebeseitigen Verzögerungsvorrichtungen
bei ausgerückter
Hauptreibungskupplung gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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2c zeigt
eine graphische Darstellung einer hilfsunterstützten Hochschaltung unter Veranschaulichung
des Betriebs der motorseitigen und getriebeseitigen Verzögerungsvorrichtungen
bei eingerückter
Hauptreibungskupplung gemäß der vorliegenden
Erfindung; und
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3 zeigt
ein Flussdiagramm unter Veranschaulichung eines Verfahrens zur Reduktion
von Gangwechselzeiten unter Verwendung von Verzögerungsvorrichtungen gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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Beste Ausführungsform
der Erfindung
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1 veranschaulicht
in schematisierter Weise ein Fahrzeugkraftübertragungssystem, wie es allgemein
mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet ist. Das System enthält einen
Verbrennungsmotor 12, der wahlweise mit der Eingangswelle 14 eines
mehrgängigen
Geschwindigkeitswechselgetriebes 16 über eine Hauptreibungskupplung 18 gekoppelt
wird. Der Motor 12 kann von einer beliebigen einer Anzahl von
Bauarten von Brennkraftmaschinen, einschließlich Brennzündmaschinen
und Motoren mit Fremdzündung,
sein. Die Hauptreibungskupplung 18 enthält Antriebselemente 20,
die an der Kurbelwelle 22 des Motors 12 angebracht
sind, sowie Antriebselemente 24, die an der Eingangswelle 14 befestigt
sind. In dem in der gesamten Beschreibung dieser Erfindung verwendeten
Sinne beziehen sich die Ausdrücke
motorseitig oder stromaufwärts
auf Vorrichtungen oder Komponenten zur linken Seite der Antriebselemente 20,
wie in 1 veranschaulicht. In gleicher Weise sind getriebeseitige
oder stromabwärts befindliche
Vorrichtungen oder Komponenten diejenigen, die in der Darstellung
nach 1 rechts von den Antriebselementen 24 erscheinen.
Wenn die Hauptreibungskupplung 18 eingerückt ist,
wird im Wesentlichen das gesamte Drehmoment, das durch den Motor 12 geliefert
wird, durch die Antriebselemente 20 und die Abtriebselemente 24 zu
dem Getriebe 16 übertragen.
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Die
Ausgangswelle 26 des Getriebes 16 ist dazu eingerichtet,
mit einer geeigneten Antriebsstrangkomponente (nicht speziell veranschaulicht), beispielsweise
einem Differenzial, einer Antriebsachse, einem Verteilergetriebe
oder dergleichen, verbunden zu sein. Das Kraftübertragungssystem 10 kann ferner
einen Wärmetauscher 28,
beispielsweise einen herkömmlichen
Kühler,
ein elektrisch steuerbares Kühlgebläse 30 sowie
eine oder mehrere motorseitige Verzögerungsvorrichtungen, wie beispielsweise
eine Motorbremse 32, enthalten. Zu weiteren Komponenten,
die wahlweise eine motorseitige Verzögerungskraft ausüben können, können eine
Hydraulikpumpe für
die Servolenkung oder sonstige ölbetätigte Vorrichtungen,
ein Kompressor der Klimaanlage zur Klimaregelung in der Fahrerkabine,
ein Alternator bzw. Generator zur Versorgung elektrischer Energie
sowie ein Luftkompressor 34 und ein Speicherbehälter 36 mit
unter Druck stehender Luft zur Versorgung pneumatisch betätigter Vorrichtungen
oder Systeme gehören,
die eine oder mehrere getriebeseitige Verzögerungsvorrichtungen, beispielsweise
die Getriebeeingangswellenbremse 38, enthalten können.
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Das
Kraftübertragungssystem 10 enthält eine
Anzahl von Sensoren und Aktuatoren, um die Steuerung des Systems
in der durch die elektronische Steuereinheit (ECU) 40 bestimm ten
Weise zu erzielen. Die vielfältigen
Sensoren liefern Informationen, die die momentanen Betriebsbedingungen kennzeichnen,
an die ECU 40 über
Eingabemittel 42. Die ECU 40 verwendet diese Informationen
bei der Ausführung
eines vorbestimmten Satzes von Instruktionen, der auf einem Computer
lesbaren Speichermedium abgespeichert ist, um Befehlssignale zu
erzeugen. Das Computer lesbare Speichermedium kann durch eine beliebige
einer Anzahl von in dem Stand der Technik allgemein bekannten Vorrichtungen
verwirklicht sein, zu denen RAM, ROM, PROM, EPROM, EEPROM und dergleichen,
jedoch nicht ausschließlich
gehören.
Die Befehlssignale werden über
Ausgabemittel 44 an die verschiedenen Aktuatoren weitergegeben.
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Zu
einigen repräsentativen
Sensoren, die mit der ECU 40 in Kommunikationsverbindung
stehen, gehören
ein Kurbelwellensensor 46 zur Anzeige der Motordrehzahl
(ES), ein Eingangsdrehzahlsensor 48 zur Anzeige der Getriebeeingangsdrehzahl
(IS) und ein Ausgangswellensensor 50 zur Anzeige der Getriebeausgangsdrehzahl
(OS). Andere Sensoren umfassen einen Fahrpedal-/Drosselstellungssensor 52 zur
Anzeige der Position des Fahrpedals 54, ein Bremsenanwendungssensor 58,
der den Zustand des Betriebsbremspedals 56 zur Anwendung
der Fahrzeugbetriebsbremsen anzeigt, und eine Gangauswahlanzeigeeinrichtung 60 zur
Auswahl eines Rückwärts-(R),
Neutral-(N) oder Antriebs-(D, Drive)Gangs des Getriebes 16.
In einigen Anwendungen ist ein zusätzlicher Gangselektor vorgesehen, um
eine Anforderung einer Hochschaltung oder Herunterschaltung anzuzeigen.
Es kann eine manuell betätigte
Motorbremsauswahleinrichtung 62 vorgesehen sein, um eine
manuelle Steuerung der Motorbremse unter bestimmten Betriebsbedingungen
zuzulassen, wie dies nachstehend beschrieben ist.
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Das
Kraftübertragungssystem 10 enthält ferner
eine Anzahl von Aktuatoren, die mit der ECU 40 in Kommunikationsverbindung
stehen. Die Aktuatoren empfangen Befehle von der ECU 40 über die Ausgabemittel 44.
Es wird vorzugsweise eine Standardkommunikationsverbindung, beispielsweise SAE
J1922 oder SAE J1939, für
die Aktuatoren und Sensoren verwendet. Die Aktuatoren können ferner eine
Rückmeldung
an die ECU 40 über
die Eingabemittel 42 liefern, um einen geschlossenen Regelkreis zu
erzielen. Zu typischen Aktuatoren gehören ein Kraftstoffzufuhrcontroller 70 zur
Regelung der Menge des dem Motor 12 zugeführten Kraftstoffs
und ein Kupplungsaktuator 72 zur Einrückung und Ausrückung der
Hauptreibungskupplung 18. Der Kupplungsaktuator 72 kann
einen Positionsrückmeldesensor
enthalten, um eine modulierte bzw. gesteuerte Einrückung und
Ausrückung
der Antriebselemente 20 und Abtriebselemente 24 zu
erzielen. Alternativ kann der Kupplungsaktuator 72 ein
einfacher oder „dummer" Aktuator sein, der
in Abhängigkeit
von einem Befehlssignal von der ECU 40 entweder eingerückt oder
ausgerückt
wird. Die von der ECU 40 herrührenden Befehle können ferner
zu den Aktuatoren über
andere Controller oder Steuerungseinrichtungen geleitet werden.
Beispielsweise kann der Kraftstoffzufuhrcontroller 70 dafür verantwortlich
sein, auf eine Anforderung durch die ECU 40 hin die Motorbremse 32 zu
aktivieren. Ein Getriebeaktuator 74 dient im Betrieb dazu,
die Gangstufe des Getriebes 16 zu wechseln, um einen ausgewählten Gang
zu erzielen. Der Getriebeaktuator 74 liefert auch ein Signal,
das die momentan eingelegte Gangstufe oder einen neutralen Gangzustand
des Getriebes 16 anzeigt.
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Es
kann ein beliebiger von vielen bekannten Sensoren dazu verwendet
werden, mit den momentanen Betriebsbedingun gen in Zusammenhang stehende
Informationen an die ECU 40 zu liefern, ohne dass der Schutzumfang
und der Rahmen der vorliegenden Erfindung dadurch berührt wird.
In ähnlicher weise
können
elektrische, hydraulische, pneumatische sowie Kombinationsaktuatoren
eingesetzt werden, um die vorliegende Erfindung zu verwirklichen. Steuerungen
und Aktuatoren des Getriebesystems der vorstehend beschriebenen
Art können
in größeren Einzelheiten
den US-Patentschriften Nr. 4 954 986, 4 576 065 und 4 445 393 entnommen
werden.
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Ein
besseres Verständnis
der Betriebsweise der vorliegenden Erfindung wird durch Bezugnahme auf 2a bis 2c erleichtert,
die graphische Darstellungen von Drehzahlen verschiedener Komponenten
während
drei unterschiedlichen Hochschaltvorgängen zeigen.
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2a zeigt
eine graphische Darstellung einer Hochschaltung, die durch das Kraftübertragungssystem 10 nach 1 bei
ausgerückter
Hauptreibungskupplung 18 und ohne Verwendung einer Verzögerungskraft
durchgeführt
wird. Die Hochschaltung beginnt im Zeitpunkt ta,
in dem der momentane Gang herausgenommen wird, so dass sich das
Getriebe 16 in einem Leerlaufgetriebezustand befindet, wie
dies durch den Getriebeaktuator 74 oder durch einen Vergleich
der Getriebeeingangsdrehzahl mit der Getriebeausgangsdrehzahl angezeigt
wird. In dem Zeitpunkt ta wird ferner die
Kraftstoffzufuhr zu dem Motor durch den Kraftstoffzufuhrcontroller 70 unterbrochen
bzw. verringert. Da die Hauptreibungskupplung 18 eingerückt ist,
ist die Eingangswelle 14 von der Kurbelwelle 22 abgekuppelt.
An sich nehmen die Eingangsdrehzahl (IS) und die Motordrehzahl (ES)
mit Raten ab, die ihren relativen Rotationsträgheiten entsprechen, wobei
die Eingangsdrehzahl im Allgemeinen schneller abklingt als die Mo tordrehzahl.
Die Eingangsdrehzahl verringert sich, bis sie eine (vorzugsweise
im Wesentlichen synchrone) Zieldrehzahl erreicht, bei der das Getriebe
in dem Zeitpunkt tb vom Leerlauf in den
ausgewählten
Gang geschaltet wird. Eine synchrone Drehzahl ist erreicht, wenn
IS = OS·GRT, wobei GRT die
Zielgangstufe darstellt. Der Kupplungsaktuator beginnt mit der Einrückung der
Hauptkupplung in dem Zeitpunkt tc, was in dem
Zeitpunkt td vollendet ist, so dass die
Motordrehzahl, die Eingangsdrehzahl und die Ausgangsdrehzahl zueinander
gleich sind (in den Darstellungen ist ein Zielgangübersetzungsverhältnis von
1,00 angenommen). Die Hochschaltung ist beendet, und die Ausgangsdrehzahl
beginnt zu steigen, wenn die Kraftstoffzufuhr zu dem Motor 12 durch
den Kraftstoffzufuhrcontroller 70 wieder hergestellt ist,
wie dies bei te angezeigt ist.
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2b zeigt
eine graphische Darstellung einer Hochschaltung bei ausgerückter Hauptkupplung. Diese
Figur veranschaulicht die unabhängige
Steuerung einer getriebeseitigen Verzögerungsvorrichtung und einer
motorseitigen Verzögerungsvorrichtung
bei ausgerückter
Hauptkupplung. Die Hochschaltung beginnt in dem Zeitpunkt ta, in dem der Kupplungsaktuator die Hauptkupplung
ausrückt.
Die Eingangswellendrehzahl und die Motordrehzahl nehmen mit unterschiedlichen
Raten ab, weil ihre zugehörigen Komponenten
nicht mehr aneinander gekoppelt sind. Die motorseitige Verzögerungsvorrichtung
wird in dem Zeitpunkt tb angewandt. Dies
erhöht
in effektiver Weise die Verlangsamungsrate auf eine zweite Verlangsamungsrate.
Eine getriebeseitige Verzögerungsvorrichtung
wird in dem Zeitpunkt tc angewandt, was
die Verlangsamungsrate der Eingangswelle des Getriebes steigert.
Weil die Steuerung der motorseitigen und der getriebeseitigen Verzögerungsvorrichtung
unabhängig
voneinan der abläuft,
können
sie in nahezu beliebiger Reihenfolge angewandt werden, was von den
speziellen Betriebsbedingungen des Fahrzeugs abhängig sein kann. Beispielsweise
könnte,
wenn die Hauptkupplung ausgerückt
ist, die stromabwärts
befindliche Verzögerungsvorrichtung oder
stromabwärts
befindlichen Vorrichtungen vor, gleichzeitig mit oder nach der stromabwärts befindlichen
Verzögerungsvorrichtung
oder den Verzögerungsvorrichtungen
angewandt werden. Die Eingangswellendrehzahl nähert sich einer Zieldrehzahl, vorzugsweise
der Synchrondrehzahl, bei der der Zielgang in dem Zeitpunt td eingerückt
wird. Der Kupplungsaktuator rückt
die Hauptkupplung in dem Zeitpunkt te ein.
Die Kraftstoffzufuhr zu dem Motor wird in dem Zeitpunkt tf wieder hergestellt, und die Hochschaltung
ist vollendet.
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2c zeigt
eine graphische Darstellung einer Hochschaltung, die durch das Kraftübertragungssystem 10 bei
eingerückter
Hauptreibungskupplung 18 durchgeführt wird, während ferner wenigstens eine
automatisch gesteuerte motorseitige Verzögerungsvorrichtung, wie beispielsweise
die Motorbremse 32, in Kombination mit wenigstens einer
automatisch gesteuerten getriebeseitigen Verzögerungsvorrichtung, beispielsweise
der Trägheitsbremse 38, verwendet
wird. In dem Zeitpunkt ta wird der momentane
Gang ausgerückt,
die Kraftstoffzufuhr zu dem Motor 12 unterbrochen oder
verringert, und ES beginnt, mit ihrer natürlichen Abkling- bzw. Verlangsamungsrate
abzunehmen. Die ECU 40 erzeugt ein Befehlssignal zur Anwendung
einer stromaufwärts
liegenden Verzögerungsvorrichtung,
beispielsweise der Motorbremse 32, wenn ein Getriebeleerlaufzustand in
dem Zeitpunkt tb angezeigt wird. Die motorseitige Verzögerungsvorrichtung
dient im Betrieb dazu, die Verlangsamungsrate von ES um einen ersten
Faktor oder einen ersten Betrag zu erhöhen. Eine stromabwärts befindliche
oder getriebeseitige Verzögerungsvorrichtung
wird automatisch angewandt, um die Verlangsamungsrate in dem Zeitpunkt
tc weiter zu steigern, so dass eine synchrone
Drehzahl in dem Zeitpunkt td erreicht werden
kann. Der Zielgang wird in dem Zeitpunkt td durch
den Getriebeaktuator 74 in Abhängigkeit von einem Befehlssignal
von der ECU 40 eingelegt. Die Energie für den Motor 12 wird
in dem Zeitpunkt te wieder hergestellt,
wenn der Kraftstoffzufuhrcontroller 70 die gelieferte Kraftstoffmenge in
Abhängigkeit
von einem von der ECU 40 herrührenden Befehl erhöht, wodurch
die Hochschaltung zu Ende geführt
ist. Natürlich
könnte
die Ausrückung und
Einrückung
des Getriebegangs unter der Kontrolle des Fahrzeugführers verbleiben,
und dies liegt auch in dem Rahmen der vorliegenden Erfindung. Im Falle
einer manuellen Steuerung der Gangeinrückung würde in dem Zeitpunkt td der Kraftstoffzufuhrcontroller 70 arbeiten,
um ES und IS bei der synchronen Drehzahl zu halten, bis der Getriebeaktuator 74 anzeigt,
dass der Zielgang von Hand eingelegt worden ist.
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Wie
in 1 veranschaulicht, steht die Motorbremse 32 mit
der Motorbremsenauswahleinrichtung 62 in Kommunikationsverbindung,
die bei einer Herunterfahrt auf einem langen Gefälle eine manuelle Betätigung der
Motorbremse 32 ermöglicht.
Gewöhnlich
wird die Motorbremse betätigt,
wenn ES oberhalb der Leerlaufdrehzahl liegt und das Fahrpedal 54 vollständig freigegeben
ist. Die Motorbremsenauswahleinrichtung 62 könnte auch
dazu eingerichtet sein, eine Fahrerauswahl des während einer Hochschaltung zu
erzielenden Verzögerungsniveaus bzw.
-grads zuzulassen, so dass keine, eine, zwei oder drei Zylinderreihen
aktiviert werden, wenn dies durch die ECU 40 signalisiert
wird. Eine Betätigung der
Motorbremse könnte
auch lediglich auf Hochschaltungen über mehrere Gangstufen hinweg
oder lediglich auf Situationen begrenzt werden, wenn die erforderliche
Verlangsamungsrate der Motordrehzahl für eine akzeptable Hochschaltung
einen gegebenen Schwellenwert übersteigt.
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Wie
vorstehend beschrieben, kann eine Motorbremse entweder eine Kompressionsbremse
oder eine Auspuffbremse sein. Zusätzlich zu herkömmlichen
Motorbremsen kann die vorliegende Erfindung vielfältige Motorzubehör oder -hilfseinrichtungen steuern,
um eine modifizierte Form der Anwendung einer motorseitigen Verzögerungskraft
zu erzielen. Durch gezielte Einschaltung und Abschaltung von Hilfsvorrichtungen,
beispielsweise des Kühlgebläses 30,
des Luftkompressors 34 oder sonstiger (nicht veranschaulichter)
Vorrichtungen, wie beispielsweise hydraulischer Pumpen, Klimaanlagenkompressoren oder
Alternatoren, kann die Last an dem Motor 12 erhöht bzw.
erniedrigt werden, um die Verlangsamungsrate der Motordrehzahl zu
verändern.
Wie vorstehend angegeben, sind getriebeseitige Verzögerungsvorrichtungen,
wie beispielsweise die Eingangswellenbremse 38, ebenfalls
vorzugsweise durch die ECU 40 gesteuert und können entweder bei
eingerückter
oder bei ausgerückter
Hauptkupplung angewandt werden, um eine Verzögerungskraft zu liefern, die
dazu dient, die Verlangsamungsrate des Motors 12 zu steigern.
Wie oben beschrieben und in den Zeichnungen veranschaulicht, ermöglicht die
unabhängige
Steuerung der motorseitigen und getriebeseitigen Verzögerungsvorrichtungen,
dass diese alleine oder in einer beliebigen Kombination miteinander
eingesetzt werden, um in Abhängigkeit von
den speziellen Systembetriebsbedingungen eine variable Verzögerungskraft
zu erzeugen.
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Da
verschiedene Verzögerungsvorrichtungen,
wie beispielsweise eine Motorkompressionsbremse oder Trägheitsbremse,
in Bezug auf die Gesamtzeit, die für eine Hochschaltung erforderlich
ist, zum Ansprechen eine beträchtliche
Zeit benötigen, können diese
Vorrichtungen vor der Erfassung eines neutralen Getriebezustands
eingeschaltet werden. Die exakte Betätigungs- bzw. Einschaltzeit
hängt von der
Ansprechzeit der speziellen Verzögerungsvorrichtung,
die verwendet wird, und den Details der Strategie ab, die verwendet
wird, um sicherzustellen, dass der momentane Gang ausgerückt wird.
Diese Strategie funktioniert besonders gut mit Motoren, die auf
die Kraftstoffbelieferung im Leerlauf zurückkehren, wenn eine Verzögerungsvorrichtung
aktiviert wird. Eine Rückkehr
zur Leerlaufkraftstoffbelieferung bewerkstelligt die plötzliche
Gasabnahmefunktion, die den Drehmomenttransfer über das Getriebe unterbricht,
um eine Ausrückung
des momentanen Gangs zu ermöglichen.
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Die
Ansprechzeit wird ebenfalls bei der Bestimmung berücksichtigt,
wann die Verzögerungsvorrichtung
zu deaktivieren ist. Die vorliegende Erfindung deaktiviert die Verzögerungsvorrichtung
in einem geeigneten Zeitpunkt, um eine natürliche Verlangsamungsrate der
Motordrehzahl vorauszusehen, wenn ES innerhalb des synchronen Fensters,
d. h. innerhalb von ungefähr
40 U/Min. in Bezug auf die Synchrondrehzahl, liegt.
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Wenn
die Zieldrehzahl für
IS unterhalb eines Referenzwertes von beispielsweise 200 U/Min. über der
Motorleerlaufdrehzahl liegt, müssen
alternative Synchronisationsverfahren, wie beispielsweise eine Ausrückung der
Hauptkupplung und eine Betätigung der
Eingangswellenbremse, ausgeführt
werden. Eine Situation, bei der dies auftritt, ist bei der Vollendung eines
stationären
Schaltvorgangs, weil OS null ist, so dass die Synchrondrehzahl unterhalb
der Motorleerlaufreferenzdrehzahl liegt.
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Die
vorliegende Erfindung plant auch verschiedene Eventualitäten ein,
um unterschiedliche Betriebsbedingungen zu berücksichtigen. Falls die Verzögerungsvorrichtung
(aufgrund einer variierenden Ansprechzeit) vor ihrer vorhergesagten
Einrückung
in Eingriff kommt, kann in einer Ausführungsform, in der Hochschaltungen
normalerweise bei eingerückter
Kupplung zu Ende geführt
werden, der Kupplungsoperator 72 die Hauptreibungskupplung 18 ausrücken, während der
momentane Gang herausgenommen wird, so dass der Schaltvorgang in akzeptabler
Weise weiter ablaufen kann. Weitere alternative Steuerungssequenzen
werden durch die ECU 40 in dem Fall ausgelöst, dass
eine Synchronisation nicht bewerkstelligt wird. Beispielsweise kann die
Anwendung der Verzögerungskraft
durch Verwendung einer Kombination einer herkömmlichen Motorbremsung mit
einer Motorhilfseinrichtungsbelastung und Anwendung der Eingangswellenbremse 38 gesteigert
werden.
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Gewöhnlich werden
Eingangswellenbremsen dazu verwendet, die Eingangswelle eines Getriebes
zu verlangsamen, wenn die Hauptreibungskupplung ausgerückt ist.
Somit sind herkömmliche
Eingangswellenbremsen darauf ausgelegt, eine begrenzte Rotationsträgheit zu
verzögern.
Deshalb kann für
die Verwendung der Eingangswellenbremse 38 mit der eingerückten Hauptkupplung
gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung eine Eingangswellenbremse hoher Kapazität erforderlich sein.
Dies ermöglicht
der Eingangswellenbremse 38, die durch den Motor 12,
die Kurbelwelle 22 und die Hauptreibungskupplung 18 erzeugte
Trägheit
aufzunehmen, so dass die Eingangswellenbremse angewandt werden kann,
während
die Hauptreibungskupplung 18 immer noch eingerückt ist.
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3 zeigt
ein Flussdiagramm, das ein Verfahren zur Verringerung der zum Gangwechsel
benötigten
Zeiten gemäß der vorliegenden
Erfindung veranschaulicht. Ein Fachmann wird ohne weiteres erkennen,
dass das Verfahren lediglich zur Erleichterung der Beschreibung
in Form eines üblichen
Ablaufflussdiagramms veranschaulicht ist. An sich ist der veranschaulichte
Ablauf nicht unbedingt erforderlich, um die Merkmale und Vorteile
der vorliegenden Erfindung zu erfüllen. Verschiedene Schritte
können in
einer anderen Reihenfolge oder gleichzeitig ausgeführt werden,
ohne dass dadurch der Schutzumfang oder Rahmen der vorliegenden
Erfindung berührt
wird. In ähnlicher
Weise können
verschiedene Schritte durch Hardware, Software oder eine Kombination
aus Hardware und Software ausgeführt
werden. In Schritt 80 sammelt die ECU Informationen von
den verschiedenen Sensoren und Aktuatoren des Systems und erhält Werte
für ES,
IS, OS und einen Grenzwert für
die Motorbremsung. Falls durch den Fahrzeugführer eine Hochschaltung angefordert worden
ist, oder diese durch die ECU angezeigt wird, weist der Schritt 82 an,
dass die Verarbeitung mit Schritt 84 fortfährt. Ansonsten
kehrt der Prozess zum Schritt 80 zurück.
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Der
Kupplungsaktuator wird gesteuert, wie dies durch Schritt 84 der 3 dargestellt
ist. Wie vorstehend beschrieben, kann der Kupplungsaktuator ein „dummer
Aktuator", der die
Hauptkupplung einfach einrückt
oder ausrückt,
oder ein „kluger" Aktuator sein, der
die Einrückung
und Ausrückung
modulationsartig steuert. Ebenfalls kann, abhängig von der speziellen Ausführungsform
der Erfindung, die Steuerung des Kupplungsaktuators, wie sie durch den
Block 84 dargestellt ist, das Aufrechterhalten eines eingerückten Zustands
der Hauptkupplung enthalten.
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Block 86 repräsentiert
ein Herausnehmen des momentanen Gangs und eine Auswahl einer Zielgangstufe.
Wenn der momentane Gang ausgerückt
ist, befindet sich das Getriebe in einem Getriebeleerlaufzustand.
Falls ES oberhalb eines Leerlaufreferenzwertes liegt, wie dies durch
Schritt 88 bestimmt wird, wird anschließend ein Test durchgeführt, um
festzustellen, wenn die Motordrehzahl innerhalb des Synchronfensters
liegt, wie dies durch den Block 90 dargestellt ist. Ansonsten,
falls ES unterhalb der Leerlaufdrehzahl liegt, werden durch den
Schritt 102 modifizierte Steuerstrategien eingeleitet,
die die oben erläuterten
Eventualitäten
umfassen. Wenn eine Drehzahl innerhalb des Synchronfensters nicht
erreicht worden ist, wird eine geeignete Verzögerungsvorrichtung ausgewählt, wie
dies durch den Block 96 dargestellt ist. Die ausgewählte motorseitige
Verzögerungsvorrichtung
und/oder getriebeseitige Verzögerungsvorrichtung
wird/werden in einer unabhängigen
Weise gesteuert, wie dies durch den Block 98 dargestellt
ist, um ein Verzögerungsmoment
anzuwenden, um die Verlangsamungsrate zugehöriger Komponenten zu steigern.
Beispielsweise kann dieser Schritt eine Aktivierung einer Motorkompressionsbremse,
eine Aktivierung einer Eingangswellenbremse, eine Erhöhung der
Last der Motorhilfs- oder -zubehöreinrichtungen
oder eine Kombination dieser enthalten, wie dies vorstehend erläutert ist.
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Weiterhin
bezugnehmend auf 3 wird in Schritt 100 die
Annäherungsrate
zwischen ES und der Synchrondrehzahl überwacht. Wenn die Annäherungsrate
für die
momentanen Be triebsbedingungen zufriedenstellend ist, fährt der
Prozess mit Schritt 88 fort. Ansonsten werden durch den
Schritt 102 modifizierte Steuerstrategien ausgeführt. Wenn
das Synchrondrehzahlfenster erreicht ist, wie dies durch den Schritt 90 festgestellt
wird, wird das Verzögerungsdrehmoment
in Schritt 92 herausgenommen, und der Zielgang wird in
Schritt 94 eingelegt, um die Hochschaltung zu beenden.