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Hintergrund
der Erfindung
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In
der Elektronikindustrie sucht man in letzter Zeit nach Materialien
mit niedriger Dielektrizität,
wie z. B. Polymeren, die zur Herstellung sehr klein dimensionierter
integrierter Schaltkreise verwenden können. Allerdings hat sich die
Tatsache, dass die Materialien nicht nur während der Endanwendung, sondern
auch während
der Verarbeitung zu fertigen integrierten Schaltkreisen über einen
weiten Bereich von Bedingungen kompatibel und formstabil sein müssen, als
signifikantes Problem erwiesen. Das Problem bestand darin, ein polymeres
Duroplastsystem herzustellen. Es war ein sehr schwierig zu lösendes Problem,
vor allem für
Polymere mit hoher Tg, wo die erwünschte Temperatur für die Reaktion
(Härtung)
im Bereich von 200 bis 450°C
liegt.
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Daher
besteht in der Elektronikindustrie Bedarf am Ersatz von dielektrischen
Zwischenschichtmaterialien auf Siliciumdioxidbasis durch Materialien
mit niedrigeren dielektrischen Werten. Siliciumdioxid und seine modifizierten
Versionen haben dielektrische Werte in der Größenordnung von 3,0 bis 5,0
und üblicherweise 4,0
bis 4,5. Als Ersatz für
Siliciumdioxid verwendete polymere Materialien als dielektrische
Zwischenschichtmaterialien können
Werte für
die dielektrische Konstante im Bereich von 1,9 bis 3,5 haben, wobei
diese Werte stark von der Struktur der polymeren Materialien abhängen. Um
Siliciumdioxid erfolgreich als dielektrisches Zwischenschichtmaterial
zu ersetzen, müssen
die Eigenschaften der polymeren Materialien den strengen Produktionsanforderungen
für integrierte
Schaltkreise oder Mikrochips in der Elektronikindustrie entsprechen.
Vernetzen ist als eine Möglichkeit
erkannt worden, mit der den Anforderungen an Polymere für Elektronikmaterialien
Genüge
getan werden kann.
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In
der Vergangenheit wurde die Phenylethynylgruppe als Stelle zum Vernetzen
von Polymeren verwendet. Es gibt verschiedene Literaturstellen bezüglich der
Verwendung der Phenylethynylgruppe zum Vernetzen, die im Folgenden
aufgeführt
sind.
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Hedberg,
F. L.; Arnold, F. E.; J. Polym. Sci., Polym. Chem. Ed. (1976) 14,
2607–19;
und Banihashemi, A.; Marvel, C. S.; J. Polym. Sci., Polym. Chem.
Ed. (1977) 15, 2653–65,
berichten über
die Herstellung von Polyphenylchinoxalinen mit Phenylethynylseitengruppen
und ihre thermische Härtung
durch intramolekulare Cycloaddition und das Erwärmen der 2,2'-Di(phenylethynyl)biphenyl-Komponente,
um eine 9-Phenyldibenz[a,c]anthracen-Komponente herzustellen, die
die Tg des Polymers verbessert.
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Hergenrother,
P. M.; "Macromolecules" (1981) 14, (4) 891–897; und
Hergenrother, P. M.; "Macromolecules" (1981) 14, (4) 898–904, berichten über die
Herstellung von Poly(phenylchinoxalinen), die entlang ihres Gerüsts Phenylethynylseitengruppen
enthalten, wobei diese Materialien zur Bewertung als Vorläufer für Duroplasten
mit hoher Wärmestabilität hergestellt
wurden.
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Paul,
C. W.; Schulz, R. A.; Fenelli, S. P.; US-A-5,138,028 (1992) und
Paul, C. W.; Schulz, R. A.; Fenelli, S. P.; EP-A-0 443 352 A2 910
828, beanspruchen die Herstellung von Polyimiden, Polyaminsäuren, Polyaminsäureestern,
Polyisoimiden, die am Ende mit Diarylacetylenschutzgruppen versehen
sind. Die gehärteten
Produkte werden für
die Einkapselung elektronischer Vorrichtungen, als Klebstoffe und
als Formteile verwendet.
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Babb,
D. A.; Smith, D. W.; Martin, S. J.; Godshalx, J. P. WO 97/10193,
offenbaren verschiedene Verbindungen mit mehreren Phenylethynylgruppen.
Beansprucht wird die Verwendung dieser Materialien als Beschichtung
für viele
verschiedene Substrate, wie z. B. dielektrische Überzüge und Computerchips.
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Zhou,
Q.; Swager, T. M.; Polym. Preprint (1993) 34(1), 193–4, berichten über die
Herstellung von nur aus Kohlenstoff bestehenden Leiterpolymeren
durch Cyclisierungsreaktionen von Acetylenen.
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Mercer,
F. W.; Goodman, T. D.; Lau, A. N. K.; Vo, L. P, US-A-5,179,188 (1993),
abgetreten an die Raychem Corporation, beanspruchen die Polymere
(Oligomere) von US-A-5,114,780 (1992), die am Ende von reaktiven
Gruppen mit Doppel- und
Dreifachbindungen geschützt
sind.
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Mercer,
F. W.; Goodman, T. D.; Lau, A. N. K.; Vo, L. P., WO 91/16370 (1991)
beanspruchen vernetzbare fluorierte aromatische Etherzusammensetzungen.
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Lau,
K; Hendricks, N.; Wan, W.; Smith, A.; PCT/US96/10812, berichten über die Herstellung
phenylethynylierter Monomere zur Verwendung bei der Herstellung
von Polymeren, die durch Wärme
vernetzt werden können.
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Das
Burgoyne, Jr., et al. erteilte Patent US-A-5,658,994 offenbart die
Brauchbarkeit von Poly(arylenethern) als Zwischenschichten mit geringer
Dielektrizität
für die
Elektronikindustrie, wobei der Poly(arylenether) entweder durch
Selbstvernetzung durch Einwirkung von Temperaturen von mehr als
etwa 350°C
oder durch Bereitstellung eines Vernetzungsmittels und Schützen des
Polymers mit bekannten Schutzgruppen wie Phenylethynyl, Benzocyclobuten,
Ethynyl und Nitril vernetzt werden kann.
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Giuver,
Michael D.; Kutowy, O.; ApSimon, John W.; "Functional Group Polysulphones By Bromination-metalation"; Polymer, Juni 1989,
Band 30, Seite 1137–1142,
beschreiben die Funktionalisierung von Polysulfonen unter Verwendung
von n-Butyllithium. Es wurden verschiedene funktionelle Gruppen
umgesetzt, einschließlich
Methylgruppen und Benzophenongruppen.
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Das
Guiver et al. erteilte Patent US-A-4,999,415 offenbart die Funktionalisierung
von Polysulfonen mit Acetaldehyd, Benzaldehyd, Benzophenon, Methylethylketon,
Phenylisocyanat, Dimethyldisulfid, Acetonitril, Benzonitril, Kohlendioxid,
Schwefeldioxid, Deuteriumoxid, Methylhalogeniden, Allylhalogeniden,
Benzylhalogeniden, Trimethylsilylchlorid, Dimethylacetamid und Iod.
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Guiver,
Michael, D.; Croteau, S.; Hazlett, John D.; Kutowy, O., beschreiben
in "Synthesis and
Characterization of Carboxylated Polysulfones"; British Polymer Journal; Band 23;
Nr. 1 & 2, 1990,
Seite 29 – 39,
die Herstellung carboxylierter Polysulfone durch ein Lithiierungs-/Carboxylierungsmodifikationsverfahren.
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Yoshikawa,
Masakazu; Hara, Hirohisa; Tanigaki, Masataka; Guiver, Michael; Matsuura,
Takeshi, beschreiben in "Modified
Polysulphone Membranes: 1. Pervaporation of Water/Alcohol Mixtures
Through Modified Polysulphone Membranes Having Methyl Ester Moiety"; Polymer, 1992,
Band 33, Nr. 22, Seite 4805–4813, Polysulfone,
die unter Einsatz von Lithiierungs- und Veresterungsreaktionen mit
Methylcarboxylaten modifiziert werden.
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Yoshikawa,
Masakazu; Hara, Hirohisa; Tanigaki, Masataka; Guiver, Michael; Matsuura,
Takeshi, beschreiben in "Modified
Polysulphone Membranes: II. Per vaporation of Aqueous Ethanol Solutions
Through Modified Polysulphone Membranes Bearing Various Hydroxyl
Groups"; Polymer
Journal, 1992, Band 24, Nr. 10, Seite 1049–1055, Polysulfone, die mit
verschiedenen Aldehyden und Ketonen einschließlich Benzophenon modifiziert
sind. Die Modifizierung erfolgt durch Lithiierung unter Verwendung
von n-Butyllithium.
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Reaktionen
von Polysulfon unter Lithiierungsbedingungen sind im Vergleich zu
Poly(arylenethern) relativ günstig,
wie im Folgenden mit Bezug auf die vorliegende Erfindung erörtert wird.
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Jedoch
ist es dem Stand der Technik trotz verschiedener Versuche, eine
angemessene Vernetzung von Polymeren für Zwischenschichten mit geringer
Dielektrizität
zur Verfügung
zu stellen, nach wie vor nicht gelungen, das Problem thermisch gehärteter gepfropfter
Polymere im Wesentlichen ohne funktionelle Gruppen, mit einer niedrigen
Dielektrizitätskonstante
und Formstabilität
bei der Vernetzung durch Wärme
zu lösen, wie
im Folgenden mit Bezug auf die Erfindung dargelegt.
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Kurze Zusammenfassung
der Erfindung
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Bei
der Erfindung handelt es sich um ein Verfahren zur Synthese eines
gepfropften aromatischen Polymers wie in den Ansprüchen definiert,
umfassend das In-Kontakt-Bringen
eines Poly(arylenether)polymers mit tertiärem Alkyllithium in einem geeigneten
Lösungsmittel
bei einer Temperatur im Bereich von –40 bis –10°C und das Zusetzen eines Ketons
bei einer Temperatur im Bereich von –10 bis 25°C, wobei das Keton ausgewählt ist
aus der Gruppe, bestehend aus
oder Mischungen
derselben, worin R
1, R
2,
R
3 und R
4 einzeln
H oder Alkoxyreste darstellen, worin der Alkoxyrest ein normaler
oder verzweigter C
1-8-Alkylrest ist. Vorzugsweise
wird das Keton aus der aus folgenden Verbindungen und Mischungen
davon bestehenden Gruppe ausgewählt:
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Vorzugsweise
wird das Gemisch nach der Zugabe des Ketons angesäuert und
das gepfropfte Polymer gewonnen.
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Vorzugsweise
ist das tertiäre
Alkyllithium tert-Butyllithium.
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Vorzugsweise
wird das Lösungsmittel
aus der aus Tetrahydrofuran, Glyme, Ethylether, Butylethylether, tert-Butylmethylether,
2-Methoxyethylether, Di(ethylenglycol)diethylether und Mischungen
davon bestehenden Gruppe ausgewählt.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Da
die Abmessungen von Zwischenschaltungen in integrierten Schaltkreisen
inzwischen kleiner als ein halbes Mikron sind, sorgen die herkömmlichen
Zwischenschaltungsdielektrika mit ihren relativ hohen Dielektrizitätskonstanten
für einen
inakzeptabel hohen Grad an kapazitiver Impedanz in Zwischenschaltungen. Daher
besteht in der Industrie für
integrierte Schaltkreise (integrated circuits = IC) Bedarf am Ersatz
der dielektrischen Zwischenschichtmaterialien (interlayer dielectric
= ILD) auf Siliciumdioxidbasis durch Materialien mit niedrigeren
Dielektrizitätswerten
(ε-Werten).
Siliciumdioxid und seine modifizierten Versionen haben ε-Werte in
der Größenordnung
von 3,0 bis 5,0 (üblicherweise
4,0 bis 4,5).
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Von
organischen Polymeren ist bekannt, dass sie im Allgemeinen signifikant
niedrigere Dielektrizitätskonstanten
als anorganische Oxide und Nitride haben; daher können sie
als Kandidaten als Intermetalldielektrika in künftigen integrierten Schaltkreisen
in Betracht gezogen werden. Jedoch sind die Herausforderungen, die
eine Integration organischer Polymere darstellt, erheblich. Beispielsweise
ist die thermische und thermisch-oxidative Stabilität der meisten
organischen Polymere viel zu gering, als dass angesichts der derzeitigen typischen
Verfahrenstemperaturen am Ende der Linie eine Integration möglich wäre. Einige
Polymerklassen, vor allem Polyimide und andere Polymere, die größtenteils
oder ausschließlich
auf aromatischen Vernetzungsgruppen basieren, scheinen über ausreichend
Wärmestabilität zu verfügen, um
die derzeitigen Verfahrenstemperaturen am Ende der Linie aushalten
zu können.
Zusätzliche
Schlüsselanforderungen
an Kandidaten für
polymere Dielektrika umfassen (a) niedrige Dielektrizitätskonstanten,
um die kapazitive Impedanz erheblich zu senken, und (b) ein extrem
niedriges Niveau der Adsorption und/oder Ausgasung von Feuchtigkeit
während der
thermischen Verarbeitung.
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Polymere
Materialien können ε-Werte im
Bereich von 1,9 bis 3,5 haben, was stark von der Struktur abhängt. Die
Erfindung stellt eine neue vernetzende gepfropfte Verbindung für aromatische
Polymere zur Verfügung,
um die notwendigen chemischen und physikalischen Eigenschaften für diese
Anwendung und andere Anwendungen zu erreichen, z. B. die Multichip-Modul-Verpackung,
das Einkapseln und Flachbildschirmanzeigen. Die erfindungsgemäßen vernetzten
gepfropften aromatischen Polymere weisen eine ausgezeichnete Kombination
aus Wärmestabilität, niedriger
Dielektrizitätskonstante,
geringer Feuchtigkeitsabsorption und wenig Ausgasen von Feuchtigkeit
auf. Um Siliciumdioxid als ILD zu ersetzen, müssen die Eigenschaften des
polymeren Materials den strengen Anforderungen für die Herstellung von Mikrochips
genügen.
Tabelle 1 fasst die von IC-Herstellern gestellten Anforderungen
zusammen.
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Zusammenfassung
der Vorgaben von IC-Herstellern für ILDs mit niedrigem ε-Wert
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Bei
der Erfindung geht es um die Synthese eines gepfropften aromatischen
Verbundpolymers aus (1) einer vernetzenden Gruppe oder einer gepfropften
Verbindung mit oder ohne zusätzliche
reaktive Substituenten, wie Alkoxygruppen (z. B. -OCH
3),
wo die Alkylgruppe C
1-8 sein kann, und (2)
einem aromatischen Polymergerüst.
Die spezifischen Typen von Gruppen, die für eine durch Wärme ausgelöste Aushärtung geeignet sind,
sind im Folgenden für
die beiden generischen Gruppen veranschaulicht, die den ersten Teil
(1) des erfindungsgemäßen Verbundpolymers
bilden
oder Mischungen
derselben, worin R
1, R
2,
R
3 und R
4 einzeln
H oder Alkoxyreste darstellen. Die Alkoxygruppe kann eine normale
oder verzweigte C
1-8-Kohlenstoffkette aufweisen
ist. Die folgende ist die allgemeine Reaktion zur Herstellung gepfropfter,
aromatischer polymerer Strukturen wie Polyarylen(ethern):
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Polyarylen(ether)-Hauptkette
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Poly(arylenether)-Hauptkette
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Zur
Verwendung als Material von geringer Dielektrizität für die Herstellung
von Mikrochips ist es besonders wünschenswert, eine Gruppe, deren
Vernetzung thermisch ausgelöst
wurde, auf einen Poly(arylenether) zu pfropfen. Solche Poly(arylenether)
und ihre Verwendung in dielektrischen Vorrichtungen sind in US-A-5,568,994 beschrieben,
das hiermit durch Bezugnahme in seiner Gesamtheit in diese Anmeldung
aufgenommen wird.
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Poly(arylenether)polymer,
das wiederkehrende Einheiten der Struktur
umfasst,
in der m 0 bis 1,0 und n 1,0 – m
ist.
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Die
Monomere Ar1, Ar2,
Ar3 und/oder Ar2,
die eine oder mehrere aromatische Ringstrukturen darstellen, können aus
den folgenden Strukturen ausgewählt
wer den (in der dihalogenierten Form, Ar2 und
Ar4, oder der Dihydroxyform, Ar1 und
Ar3, vor der Polymerisation, vorzugsweise
in der dibromierten Form für
die dihalogenierte Form bzw. vorzugsweise in der Kalium-, Natrium-
oder Lithiumform für
die Dihydroxyform, wobei die Monomere so gemischt sind, dass ein
dihalogeniertes Monomer, Ar2 und/oder Ar4, und ein Dihydroxymonomer, Ar1 und/oder
Ar2, zur gemeinsamen Veretherung in der
Ullman-Kondensation ausgewählt
werden, und Ar1, Ar2, Ar3 und Ar4 wegen Kristallisationsproblemen
zusammen keine isomeren Äquivalente
sein können,
wenn die Verbindung I nicht vorhanden ist, aber Untergruppen von
weniger als allen Ar-Strukturen isomere Äquivalente sein können):
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C – para-Terphenyldiradikal
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D – meta-Terphenyldiradikal
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E – ortho-Terphenyldiradikal
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I – Diradikal
von 9,9-Diphenylfluoren des Typs
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J – 4,4'-Diradikal von Dibenzofuran
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Vorzugsweise
sind die Polymere, die erfindungsgemäß gepfropft werden, abgesehen
von der Gegenwart der Pfropfgruppe insofern nicht funktionell, als
sie chemisch inert sind und keine funktionellen Gruppen tragen,
die sich nachteilig auf ihre Anwendung bei der Herstellung mikroelektronischer
Vorrichtungen auswirken. Sie haben keine Carbonylkomponenten wie
Amid, Imid und Keton, die die Adsorption von Wasser beschleunigen.
Sie tragen keine Halogene wie Fluor, Chlor, Brom und Iod, die in
Metallabscheidungsverfahren mit Metallquellen reagieren können. Sie
bestehen mit Ausnahme des Brückenkohlenstoffs
in der 9,9-Fluorenylidengruppe,
die aufgrund ihrer Nähe
zu aromatischen Strukturen viel vom Charakter aromatischer Kohlenstoffe
hat, aus im Wesentlichen aromatischen Kohlenstoffen. Für die Zwecke
der Erfindung gilt dieser Kohlenstoff als perphenylierter Kohlenstoff.
Im Falle von nicht-funktionellen Poly(arylenether)polymeren haben
sie außer
der Etherbindung keine Brückengruppen
und insbesondere keine Schwefelbindungen.
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Ein
spezifisches Beispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Pfropfen
eines Poly(arylenethers) ist folgendes:
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- 1) Tert-Butyllithiumtetrahydrofuran (THF); –40 bis –10°C
- 2) 3,3',4,4'-Tetramethoxybenzophenon; –10 bis
25°C
- 3) Essigsäure
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Das
Lösungsmittel
wird aus der aus Tetrahydrofuran, Glyme, Ethylether, Butylethylether,
tert-Butylmethylether, 2-Methoxyethylether, Di(ethylenglycol)diethylether
und Mischungen davon ausgewählt.
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Einige
(nicht inklusive) Beispiele spezifischer Ketone, die auf aromatische
Polymere gepfropft werden können
und für
thermisch induziertes Vernetzen geeignet sind, sind folgende:
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Ohne
sich durch die Theorie einschränken
lassen zu wollen, haben die Erfinder mehrere Mechanismen gefunden,
durch die eine thermisch induzierte Vernetzung erfolgen kann. Diese
können
wie folgt visualisiert werden:
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Erste Stufe der thermisch
induzierten Vernetzungsreaktion
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Die
erste Stufe der thermisch induzierten Reaktion (Härtung) beinhaltet
eine Kondensationsreaktion, bei der Wasser verloren geht. Diese
Reaktion findet im Temperaturbereich von 200 bis 260°C statt.
Die Reaktion kann intramolekular ablaufen, so dass es nicht zu einer
Vernetzung kommt. Sie kann jedoch auch intermolekular ablaufen,
so dass sich wie im folgenden gezeigt eine Vernetzung bildet:
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Zweite Stufe der thermisch
induzierten Vernetzungsreaktion
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Wenn
geeignete Substituenten auf dem gepfropften Vernetzungsmittel vorhanden
sind, kann auch eine sekundäre
Vernetzung eintreten. Diese Reaktionen laufen im Allgemeinen bei
Temperaturen von 300 bis 450°C
ab. Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt.
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Bei
para-Methoxygruppen auf der Pfropfgruppe (und zwar eine auf jedem
aromatischen Ring der Pfropfgruppe) kann die zweite Stufe der thermisch
induzierten Vernetzung auf zwei verschiedene Arten erfolgen. An
der Luft (Sauerstoff) bei 350 bis 400°C oxidieren die para-Methoxyphenylgruppen
zu Gruppen vom ortho-Benzochinontyp.
Bei diesen Temperaturen reagieren die ortho-Benzochinongruppen rasch
mit anderen polymeren Ketten und bilden Vernetzungen. In einem Inertgas
wie Stickstoff geht bei 425 bis 450°C Methanol verloren, und es
bilden sich Anhängsel
vom Benzyntyp. Diese Anhängsel
reagieren schnell mit anderen polymeren Ketten, um Vernetzungen
zu bilden. Wenn es auf jedem Ring zwei Methoxygruppen (die in ortho-
oder para-Stellung zueinander liegen) gibt, kann die Gruppe vom
ortho-Benzochinontyp gebildet werden, ohne dass dazu Luft (Sauerstoff)
gebraucht wird, und durchläuft
eine ähnliche
Vernetzung. Ebenso haben Schraa et al., J. Chem. Soc. Perkin Trans.
2 (1994), S. 189–197, über thermisch
induzierte Umwandlungen von Dialkoxybenzolen zu Strukturen vom Benzochinontyp
berichtet. Allerdings haben sie das Potential der Verwendung dieser Art
von Umwandlung zur Erzeugung einer Komponente, die anschließende Kondensationsreaktionen
durchlaufen kann, nicht erkannt.
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Kupplung
vom ortho-Benzochinontyp
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Beispiel 1 – Herstellung
von Poly(arylenether)
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Ein
Gemisch aus 35,0421 g (0,1000 Mol) 9,9-bis(4-Hydroxyphenyl)fluoren,
75 g Toluol und 100 g Benzophenon wurde in einen 500 ml 3-Hals-Rundbodenkolben
eingebracht, der mit einer Dean-Stark-Falle, einem Kondensator,
einem Stickstoffeinlass, einem mechanischen Rührwerk und einem Thermometer
ausgerüstet war.
Das Gemisch wurde unter Rühren
in einer Stickstoffatmosphäre
auf 60°C
erwärmt.
Nachdem Homogenität
erreicht war, gab man über
10 Minuten langsam 16,000 g einer 50 Gew.-%igen wässrigen
Lösung
von Natriumhydroxid (0,2000 Mol Natriumhydroxid) zu. Das Reaktionsgemisch
wurde auf etwa 140°C
erwärmt
und das Wasserazeotrop gesammelt. Nachdem man nach vier Stunden
sichergestellt hatte, dass eine vollständige Dehydratation stattgefunden
hatte, wurde die Temperatur des Reaktionsgemischs auf 200°C erwärmt und
das Toluol durch Destillation entfernt. Das Reaktionsgemisch wurde
auf 80°C
gekühlt
und mit 31,202 g (0,1000 Mol) 4,4'-Dibromphenyl versetzt. Dann wurde das
Reaktionsgemisch auf 200°C
erwärmt.
Ein 10 ml Anteil einer Kupfer(I)-chlorid/Chinolin-Lösung (die
0,10 g Kupfer(I)-chlorid, 1,00 mMol, enthielt) wurde zugesetzt und
das Reaktionsgemisch 48 Stunden auf 200°C gehalten. Das Reaktionsgemisch
wurde auf 100°C
gekühlt
und mit 200 g Toluol versetzt. Dann wurde das Reaktionsgemisch in
einer schnell gerührten
Lösung
aus 25 g Essigsäure
in 1000 g Methanol abgeschreckt. Das Präzipität wurde isoliert und 8 Stunden
in 2 l kochendes Wasser gelegt. Das Präzipität wurde zuerst in einem Ofen
(100°C)
getrocknet und dann in 300 g Tetrahydrofuran gelöst. Die Polymerlösung wurde
filtriert und dann in 1 l Methanol ausgefällt. Das Präzipität wurde gesammelt, mit Methanol
gewaschen und dann über
Nacht in einem Vakuumofen (100°C)
getrocknet.
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Dieses
Verfahren ergab 42 g Polymer, das über folgende Eigenschaften
verfügte:
Molekulargewicht (durch GPC): Mw = 65.300, Mn 20.700, d = 3,16,
Tg (durch DSC): 257°C,
Wärmebeständigkeit
(durch TGA, isothermischer Gewichtsverlust bei 400°C): < 0,1 Gew.-% Verlust/h. "X" kann je nach der erwünschten
Anwendung, z. B. die Fähigkeit
zum Ausfüllen
von Lücken,
im Bereich zwischen sehr niedrigem und sehr hohem Molekulargewicht
liegen.
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Die
wiederkehrende Struktur des Polymers kann wie folgt veranschaulicht
werden:
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Obwohl
das Polymer je nach den für
die Endanwendung erwünschten
Eigenschaften praktisch jedes Molekulargewicht haben kann, kann
X im Bereich von ungefähr
5 bis 10.000 liegen.
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Beispiel
2
Pfropfen von Benzophenon auf den in Beispiel 1 hergestellten
Poly(arylenether)
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In
einem 500 ml, 3-Hals-Rundbodenkolben, der mit einem mechanischen
Rührwerk,
einem Stickstoffeinlass und einem Zugabetrichter ausgerüstet war,
wurden 20,00 g (0,040 Mol der wiederkehrenden Polymereinheit) des
in Beispiel 1 hergestellten Poly(arylenethers) unter Rühren in
300 ml wasserfreiem Tetrahydrofuran gelöst. Die Lösung wurde mit Hilfe eines
Kohlendioxid/Acetonbads auf –40°C gekühlt. Unter
kräftigem
Rühren
gab man über
den Zeitraum von 5 bis 15 Minuten 20 ml (0,034 Mol) 1,7 M tert-Butyllithium
in Pentan zu. Die Lösung
färbte
sich von einer klaren, hellgelben Lösung zu einer tiefroten Lösung. Das
Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung
sich auf –10°C erwärmen gelassen.
Dann gab man einen 3,00 g (0,0165 Mol) Anteil Benzophenon zu. Das
Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung über 30 Minuten
allmählich
auf 20°C
erwärmt.
Nachdem man das Reaktionsgemisch 17 Stunden auf dieser Temperatur
gehalten hatte, gab man unter Rühren
10 ml Essigsäure
zu. Die hellgrüne
Lösung
wurde filtriert und dann in 1000 ml Methanol ausgefällt. Nach
dem Trocknen des Polymerpräzipitats
in einem auf 80°C
eingestellten Vakuumofen wurden 19,65 g Poly(arylenether)polymer
mit Diphenylhydroxymethylgruppen in ortho-Stellung zu den Etherbindungen
im Polymer isoliert. Die NMR-Analyse des Polymers ergab, dass es
0,195 Pfropfgruppen pro wiederkehrende Polymereinheit gab, wenn
die Pfropfgruppe die Diphenylhydroymethylgruppe war. "X" kann in einem weiten Rahmen schwanken.
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Beispiel
3
Pfropfen von 9-Fluorenon auf den in Beispiel 1 hergestellten
Poly(arylenether)
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Man
hielt sich an das Verfahren von Beispiel 2 mit dem Unterschied,
dass anstelle von Benzophenon 9-Fluorenon verwendet wurde. Daher
war die auf den Poly(arylenether) aufgebrachte Pfropfgruppe die 9-(9-Hydroxyfluorenyl)gruppe. "X" kann je nach der beabsichtigten Verwendung
in einem weiten Rahmen schwanken.
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In
einem 500 ml, 3-Hals-Rundbodenkolben, der mit einem mechanischen
Rührwerk,
einem Stickstoffeinlass und einem Zugabetrichter ausgerüstet war,
wurden 20,00 g (0,040 Mol der wiederkehrenden Polymereinheit) des
in Beispiel 1 hergestellten Poly(arylenethers) unter Rühren in
200 ml wasserfreiem Tetrahydrofuran gelöst. Die Lösung wurde mit Hilfe eines
Kohlendioxid/Acetonbads auf –40°C gekühlt. Unter
kräftigem
Rühren
gab man über
den Zeitraum von 5 bis 15 Minuten 20 ml (0,034 Mol) 1,7 M tert-Butyllithium
in Pentan zu. Die Lösung
färbte
sich von einer klaren, hellgelben Lösung zu einer tiefroten Lösung. Das
Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung
sich auf –10°C erwärmen gelassen.
Dann gab man einen 4,00 g (0,0222 Mol) Anteil Fluorenon zu. Das
Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung über 30 Minuten
allmählich
auf 20°C
erwärmt.
Nachdem man das Reaktionsgemisch 17 Stunden auf dieser Temperatur
gehalten hatte, gab man unter Rühren
10 ml Essigsäure
zu. Die hellgrüne
Lösung
wurde filtriert und dann in 1000 ml Methanol ausgefällt. Nach
dem Trocknen des Polymerpräzipitats
in einem auf 80°C
eingestellten Vakuumofen wurden 20,00 g Poly(arylenether)polymer
mit 9-(9-Hydroxyfluorenyl)gruppen in ortho-Stellung zu den Etherbindungen
im Polymer isoliert. Die NMR-Analyse des Polymers ergab, dass es
0,370 Pfropfgruppen pro wiederkehrende Polymereinheit gab, wenn
die Pfropfgruppe die 9-(9-Hydroxyfluorenyl)gruppe
war.
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Beispiel
4
Pfropfen von 9-Fluorenon auf den in Beispiel 1 hergestellten
Poly(arylenether)
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Man
hielt sich an das Verfahren von Beispiel 3 mit dem Unterschied,
dass sowohl von tert-Butyllithium als auch von 9-Fluorenon größere Mengen
verwendet wurden. Daher wurde die Menge an Pfropfgruppe pro wiederkehrender
Polymereinheit erhöht. "X" kann je nach der beabsichtigten Verwendung
in einem weiten Rahmen schwanken.
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In
einem 500 ml, 3-Hals-Rundbodenkolben, der mit einem mechanischen
Rührwerk,
einem Stickstoffeinlass und einem Zugabetrichter ausgerüstet war,
wurden 20,00 g (0,040 Mol der wiederkehrenden Polymereinheit) des
in Beispiel 1 hergestellten Poly(arylenethers) unter Rühren in
300 ml wasserfreiem Tetrahydrofuran gelöst. Die Lösung wurde mit Hilfe eines
Kohlendioxid/Acetonbads auf –40°C gekühlt. Unter
kräftigem
Rühren
gab man über
den Zeitraum von 5 bis 15 Minuten 25 ml (0,045 Mol) 1,7 M tert-Butyllithium
in Pentan zu. Die Lösung
färbte
sich von einer klaren, hellgelben Lösung zu einer tiefroten Lösung. Das
Kühlbad wurde
entfernt und die Lösung
sich auf –10°C erwärmen gelassen.
Dann gab man einen 8,00 g (0,0444 Mol) Anteil Fluorenon zu. Das
Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung über 30 Minuten
allmählich
auf 20°C
erwärmt.
Nachdem man das Reaktionsgemisch 17 Stunden auf dieser Temperatur
gehalten hatte, gab man unter Rühren
25 ml Essigsäure
zu. Die hellgrüne
Lösung
wurde filtriert und dann in 1000 ml Methanol ausgefällt. Nach
dem Trocknen des Polymerpräzipitats
in einem auf 80°C
eingestellten Vakuumofen wurden 25,00 g Poly(arylenether)polymer
mit 9-(9-Hydroxyfluorenyl)gruppen in ortho-Stellung zu den Etherbindungen
im Polymer isoliert. Die NMR-Analyse des Polymers ergab, dass es
0,881 Pfropfgruppen pro wiederkehrende Polymereinheit gab, wenn
die Pfropfgruppe die 9-(9-Hydroxyfluorenyl)gruppe
war.
-
Beispiel
5
Pfropfen von 4,4-Dimethoxybenzophenon auf einen in Beispiel
1 hergestellten Poly(arylenether)
-
Man
hielt sich an das Verfahren von Beispiel 2 mit dem Unterschied,
dass anstelle von Benzophenon 4,4'-Dimethoxybenzophenon verwendet wurde.
Daher war die auf den Poly(arylenether) aufgebrachte Pfropfgruppe
die Di(4-methoxyphenyl)hydroxylmethylgruppe.
-
In
einem 500 ml, 3-Hals-Rundbodenkolben, der mit einem mechanischen
Rührwerk,
einem Stickstoffeinlass und einem Zugabetrichter ausgerüstet war,
wurden 30,00 g (0,060 Mol der wiederkehrenden Polymereinheit) des
in Beispiel 1 hergestellten Poly(arylenethers) unter Rühren in
200 ml wasserfreiem Tetrahydrofuran gelöst. Die Lösung wurde mit Hilfe eines
Kohlendioxid/Acetonbads auf –40°C gekühlt. Unter
kräftigem
Rühren
gab man über
den Zeitraum von 5 bis 15 Minuten 25 ml (0,0425 Mol) 1,7 M tert-Butyllithium
in Pentan zu. Das Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung
sich auf –10°C erwärmen gelassen.
Dann gab man einen 5,00 g (0,0206 Mol) Anteil 4,4'-Dimethoxybenzophenon
zu. Das Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung über 30 Minuten
allmählich
auf 20°C
erwärmt.
Nachdem man das Reaktionsgemisch 17 Stunden auf dieser Temperatur gehalten
hatte, gab man unter Rühren
10 ml Essigsäure
zu. Die hellgrüne
Lösung
wurde filtriert und dann in 1000 ml Methanol ausgefällt. Nach
dem Trocknen des Polymerpräzipitats
in einem auf 80°C
eingestellten Vakuumofen wurden 32,44 g Poly(arylenether)polymer
mit Di(4-methoxyphenyl)hydroxylmethylgruppen in ortho-Stellung zu
den Etherbindungen im Polymer isoliert. Die NMR-Analyse des Polymers
ergab, dass es 0,266 Pfropfgruppen pro wiederkehrende Polymereinheit
gab, wenn die Pfropfgruppe die Di(4-methoxyphenyl)hydroxylmethylgruppe
war. "X" kann je nach der
beabsichtigten Verwendung in einem weiten Rahmen schwanken.
-
Beispiel
6
Pfropfen von 3,3',4,4'-Tetramethoxybenzophenon
auf den in Beispiel 1 hergestellten Poly(arylenether)
-
Man
hielt sich an das Verfahren von Beispiel 2 mit dem Unterschied,
dass anstelle von Benzophenon 3,3',4,4'-Tetramethoxybenzophenon
verwendet wurde. Daher war die auf den Poly(arylenether) aufgebrachte Pfropfgruppe
die bis(3,4-Dimethoxyphenyl)hydroxylmethylgruppe. "X" kann je nach der beabsichtigten Verwendung
in einem weiten Rahmen schwanken.
-
In
einem 500 ml, 3-Hals-Rundbodenkolben, der mit einem mechanischen
Rührwerk,
einem Stickstoffeinlass und einem Zugabetrichter ausgerüstet war,
wurden 20,00 g (0,040 Mol der wiederkehrenden Polymereinheit) des
in Beispiel 1 hergestellten Poly(arylenethers) unter Rühren in
400 ml wasserfreiem Tetrahydrofuran gelöst. Die Lösung wurde mit Hilfe eines
Kohlendioxid/Acetonbads auf –40°C gekühlt. Unter
kräftigem
Rühren
gab man über
den Zeitraum von 5 bis 15 Minuten 20 ml (0,034 Mol) 1,7 M tert-Butyllithium
in Pentan zu. Das Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung
sich auf –10°C erwärmen gelassen.
Dann gab man einen 6,00 g (0,020 Mol) Anteil 3,3',4,4'-Tetramethoxybenzophenon
zu. Das Kühlbad
wurde entfernt und die Lösung über 30 Minuten
allmählich
auf 20°C
erwärmt.
-
Nachdem
man das Reaktionsgemisch 17 Stunden auf dieser Temperatur gehalten
hatte, gab man unter Rühren
10 ml Essigsäure
zu. Die hellgrüne
Lösung
wurde filtriert und dann in 1000 ml Methanol ausgefällt. Nach
dem Trocknen des Polymerpräzipitats
in einem auf 80°C
eingestellten Vakuumofen wurden 22,5 g Poly(arylenether)polymer
mit bis(3,4-Dimethoxyphenyl)hydroxylmethylgruppen in ortho-Stellung
zu den Etherbindungen im Polymer isoliert. Die NMR-Analyse des Polymers
ergab, dass es 0,321 Pfropfgruppen pro wiederkehrende Polymereinheit
gab, wenn die Pfropfgruppe die bis(3,4-Dimethoxyphenyl)hydroxylmethylgruppe
war.
-
Beispiel 7
-
Vernetzungsergebnisse,
die man ohne Pfropfgruppe oder mit unzureichenden Pfropfgruppen
auf dem in Beispiel 1 hergestellten Polyarylenether erzielte Basis-
und Vergleichsdaten (negative Daten)
-
Filme
(von 30 μm
Dicke) wurden mit Poly(arylenethern) hergestellt, die wie in Tabelle
2 gezeigt ein gepfropftes Vernetzungsmittel aufwiesen. Diese Filme
wurden durch Lösen
des Polymers entweder in Tetrahydrofuran oder Cyclohexanon mit einer
Konzentration von 20 Gew.-%, langsames Trocknen (ein bis zwei Tage bei
Raumtemperatur) der auf eine Glasplatte gegossenen Lösungen und
Abziehen der Filme von der Glasplatte hergestellt. Die selbsttragenden
Filme wurden durch 24 Stunden Erwärmen in einem Ofen bei 100°C und dann
24 Stunden bei 200°C
weiter getrocknet. Anschließend
wurde jeder Film unter den in Tabelle 2 angegebenen Bedingungen
gehärtet.
Nach dem Aushärten
wurden die dynamischen mechanischen Eigenschaften (Glasübergangstemperatur
Tg, bestimmt durch tan δ,
und der Elastizitätsmodul,
E' bei 400°C) jedes
Films bestimmt.
-
Tabelle
2
Thermisch gehärtete
Filme von Poly(arylenethern) ohne Pfropfgruppe oder mit thermisch
instabilen gepfropften Vernetzungsmitteln
-
- G = H oder die Pfropfgruppe
- Z = die Anzahl von Pfropfgruppen pro wiederkehrende Einheit
(Höchstzahl
von Z = 4,00)
-
-
Wie
aus diesen Daten hervorgeht, kommt es beim Erhitzen des Poly(arylenether)polymers
ohne gepfropftes Vernetzungsmittel in Stickstoff bei 400°C nicht zu
einer Vernetzung. Es gibt keinen messbaren Elastizitätsmodul,
E', bei 400°C; das Polymer
bleibt thermoplastisch. Beim Erwärmen
an der Luft bei 400°C
tritt eine Vernetzung ein. Zu beobachten ist eine Zuname der Tg
sowie ein messbarer Elastizitätsmodul
bei 400°C.
Dies stellt den Basisfall für
diese Erfindung dar.
-
Wenn
die in Tabelle 2 aufgeführten
gepfropften Vernetzungsmittel auf der Hauptkette des Poly(arylenethers)
liegen, sind die Ergebnisse der thermischen Härtung sowohl in Stickstoff
als auch an der Luft schlecht. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass
die gepfropften Vernetzungsmittel aliphatische Gruppen (zwei Methylgruppen
oder eine Cyclohexylgruppe) enthalten und diese Gruppen bei einer
Härtungstemperatur
von mehr als 400°C
weder an der Luft noch in Stickstoff stabil sind.
-
Beispiel 8
-
Vernetzungsergebnisse
mit geeigneten Pfropfgruppen auf dem in Beispiel 1 hergestellten
Poly(arylenether)
-
Unter
Verwendung des gleichen Verfahrens wie in Beispiel 5 beschrieben
wurden Filme (von 30 μm Dicke)
mit Poly(arylenether)polymeren hergestellt, die ein gepfropftes
Vernetzungsmittel der in Tabelle 3 dargestellten Art tragen.
-
Tabelle
3
Thermisch gehärtete
Filme von Poly(arylenethern) mit thermisch stabilen Vernetzungsmitteln
-
- G = H oder die Pfropfgruppe
- Z = die Anzahl von Pfropfgruppen pro wiederkehrende Einheit
(Höchstzahl
von Z = 4,00)
-
-
-
Wie
aus den Daten in Tabelle 3 hervorgeht, erzielt man beim Erwärmen des
Poly(arylenether)polymers mit einem thermisch stabilen, gepfropften
Vernetzungsmittel an der Luft oder in Stickstoff bei > 400°C gute Vernetzungsergebnisse.
Es gibt im Vergleich zum Basisfall (Pfropfgruppe = H in Beispiel
5) eine messbare Zunahme des Elastizitätsmoduls, E', bei 400°C. Auch ein Anstieg der Tg ist
zu beobachten. Diese Typen von "Diarylpfropfgruppen" stellen die Grundlage
dieser Erfindung dar.
-
Beispiel 9
-
Wärmestabilität von thermisch gehärtetem Poly(arylenether)
mit einer bis(3,4-Dimethoxyphenyl)hydroxymethyl-Pfropfgruppe
-
Poly(arylenether)
mit der bis(3,4-Dimethoxyphenyl)hydroxymethyl-Pfropfgruppe in zwei
verschiedenen Konzentrationen wurden in Stickstoff bei den in Tabelle
4 angegebenen Temperaturen thermisch gehärtet. Die Wärmestabilität jeder Probe wurde durch Messen
der Gewichtsverlustrate bei der Härtungstemperatur bestimmt.
-
Tabelle
4
Wärmestabilität von thermisch
gehärtetem
Poly(arylenether) mit der bis(3,4-Dimethoxyphenyl)hydroxymethyl-Pfropfgruppe
in zwei verschiedenen Pfropfgraden
-
- G = H oder die Pfropfgruppe
wobei die
Pfropfgruppe ist
- Z = die Anzahl von Pfropfgruppen pro wiederkehrende Einheit
(Höchstzahl
von Z = 4,00)
-
-
Diese
Ergebnisse zeigen, dass die Vernetzungen zwischen den Polymerketten
bei erhöhten
Temperaturen stabil sind und dass die Wärmestabilität des Polymers nicht verloren
gegangen ist.
-
Beispiel 10
-
Wärmestabilität von thermisch gehärtetem Poly(arylenether)
mit der 9-(9-Hydroxyfluorenyl)-Pfropfgruppe
-
Ein
Poly(arylenether) mit 9-(9-Hydroxyfluorenyl)-Pfropfgruppen wurde
in Stickstoff bei den in Tabelle 5 angegebenen Temperaturen und
-zeiten thermisch gehärtet.
Die Wärmestabilität jeder
Probe wurde durch Messen der Gewichtsverlustrate bei der Härtungstemperatur
bestimmt.
-
Tabelle
5
Wärmestabilität von thermisch
gehärtetem
Poly(arylenether) mit der 9-(9-Hydroxyfluorenyl)-Pfropfgruppe in zwei
verschiedenen Pfropfgraden
-
- G = H oder die Pfropfgruppe
wobei die
Pfropfgruppe ist
- Z = die Anzahl von Pfropfgruppen pro wiederkehrende Einheit
(Höchstzahl
von Z = 4,00)
-
-
Diese
Ergebnisse zeigen, dass die Vernetzungen zwischen den Polymerketten
bei erhöhten
Temperaturen stabil sind und dass die Wärmestabilität des Polymers nicht verloren
gegangen ist.
-
Wie
sich zeigt, löst
die Erfindung die Probleme des Standes der Technik für ein Polymer
mit niedriger Dielektrizität
und hohen Glasübergangstemperaturen,
geringer Reaktivität,
guter Maßbeständigkeit, überlegener
Haftung und hoher Vernetzungsdichte, das besonders gut geeignet
ist für
dielektrische Zwischenschichten für integrierte Schaltkreise
im größten Maßstab, wo
die Anforderungen an die dielektrischen Konstanten der erforderlichen
dielektrischen Schicht sowie an deren sonstige physikalische Eigenschaften
immer strenger werden. Die Erfindung stellt überraschende und unerwartet
verbesserte Eigenschaften für
diese anspruchsvolle Endanwendung zur Verfügung, um ein signifikantes
Problem der dielektrischen Zwischenschicht der nächsten Generation zu lösen, wo
die Elektronikindustrie zu immer kleineren Linienbreiten, Merkmalsabmessungen
und Schichten von Schaltungsanordnungen auf einem einzelnen integrierten
Schaltkreis oder Computerchip tendiert.
-
Die
Erfindung wurde anhand verschiedener bevorzugter Ausführungsformen
vorgestellt. Ihr voller Rahmen sollte jedoch den folgenden Ansprüchen entnommen
werden.