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Die vorliegende Erfindung betrifft
das Gebiet der Parfümherstellung.
Sie betrifft insbesondere Verbindungen, die sich vom 4,6,6-Trimethylcyclohexan-Skelett
ableiten und dargestellt werden durch die allgemeine Formel (I)
wobei in der Formel
die gepunkteten Linien eine Einfach- oder eine Doppelbindung anzeigen und
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- a) das Sauerstoffatom mit dem benachbarten α-Kohlenstoffatom über eine
Einfachbindung verbunden ist, n gleich 1 ist, m gleich 2 ist und
R1 gleich wasser-stoff oder eine -C(O)R3-Acylgruppe
ist, wobei R3 eine lineare oder verzweigte
Alkyl- oder Alkenylgruppe von C1 bis C8 oder eine Phenylgruppe ist und R2 gleich Wasserstoff oder eine lineare oder
verzweigte Alkyl-, Alkenyl- oder Alkaxygruppe von C1 bis
C8 ist,
oder
- b) das Sauerstoffatom mit dem benachbarten α-Kohlenstoffatom über eine
Einfachbindung verbunden ist, n gleich 1 ist, m gleich 2 ist, R2 gleich Wasserstoff oder eine Alkylenoxygruppe
ist, die mit der Gruppe R1 verknüpft ist,
um ein 1,3-Dioxacycloalkan mit 5 bis 7 Ringgliedern zu bilden, oder
c) das Sauerstoffatom mit dem benachbarten α-Kohlenstoffatom über eine
Doppelbindung verbunden ist, n gleich 0 ist, m gleich 1 ist und
R2 eine lineare oder verzweigte Alkyl- oder
Alkenylgruppe von C1 bis C8 ist.
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Die Verbindungen der Formel (I) 1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohaxadien-1-yl)-3-buten-1-on
und 1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohaxadien-1-yl)-2-buten-1-on sind
als solche bekannt und wurden beschrieben von M. B. Erman et al.
Im Journal of Organic Chemistry of the URSS, 25, (1989), S. 2294.
In diesem Dokument werden jedoch weder deren Verwendung bei der
Parfümherstellung
noch die Parfümzusammensetzungen oder
parfümierten
Artikel, welche diese enthalten, beschrieben.
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Die Verbindungen gemäß der obigen
Formel (I) bilden eine neuartige Klasse von Duftmolekülen, deren Verwendung
noch nie in der Parfümherstellung
vorgeschlagen worden ist. In der Tat existieren auf diesem Gebiet
Verbindungsklassen, die von einem Cyclohexanring, der drei Methylsubstituenten
trägt,
abgeleitet sind, jedoch ein anderes Substitutionsmuster aufweisen,
wie in Formel (II) gezeigt, in der die punktierten Linien ein Doppelbindung
anzeigen, die optional vorhanden sein kann im C
6-Ring,
und R ein organischer Rest ist, der zum Beispiel eine Keto-Funktion
trägt
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Wie aus einem Vergleich der beiden
Formeln (I) und (II) deutlich wird, sind die aus dem Stand der Technik bekannten
Verbindungen 2,6,6-Trimethyl-substituiert, was im Gegensatz steht
zu der 4,6,6-Trimethyl-Substitution der Verbindungen gemäß der vorliegenden
Erfindung. Gut bekannte Beispiele für die Verbindungen gemäß der Formel
(II) sind Damascone und Damascenon, in welchem Fall R eine -(O)C-CH=CH-CH3-Gruppe ist und der Ring eine Doppelbindung
an der Position 1, 2 oder 3 trägt
für Damascone,
und zwei Doppelbindungen an der Position 1 und 3 für Damascenon.
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Zu unserer großen Überraschung, und trotz der
strukturellen Ähnlichkeit
der im Fachgebiet bekannten Verbindungen mit der Klasse von Molekülen gemäß der vorliegenden
Erfindung, welche in der obigen Formel (I) umrissen sind, waren
wir die ersten, die den parfümistischen
Wert dieser Verbindungen feststellten.
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Das Basismolekül, das als Ausgangsprodukt
für die
Synthese der Verbindungsklasse gemäß der Formel (I) dient, ist
4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-carbaldehyd, welches erstmals
beschrieben wurde von A. F. Thomas et al. in Helv. Chim. Acta 59
(1976) , S. 2261–7.
Wie im Schema (1) unten gezeigt wird, wird diese Verbindung dann
in die gewünschten
Produkte umgewandelt durch die Einführung von funktionellen Gruppen, eventuell
nach Hydrierung von einer der Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen
im C6-Ring. Folglich zeigen die punktierten
Linien in den im Schema unten gezeigten Molekülen, diese optional vorhandenen
Doppelbindungen. Der Verweis auf die Synthesen der jeweiligen Verbindungen
im Schema unten ist nicht einschränkend und bezieht sich nur
auf Beispiele für
die Herstellung der jeweiligen Verbindungsklasse. Die Symbole R4-R7 im Schema (1)
werden weiter unten in den Absätzen
definiert, die sich auf die jeweiligen Verbindungsklassen beziehen.
Die Klassen von in Schema (1) gezeigten Molekülen sind gemäß der vorliegenden
Erfindung bevorzugt.
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- a) Reduktion (z. B. NaBH4, LiAlH4)
- b) Veresterung (z. B. Carbonsäure, Anhydrid oder Halogenid)
- c) Acetalisierung (z. B. zweiwertiger Alkohol)
- d) Grignardreagens/Hydrolyse; dann Oxidation [z. B. Mangandioxid,
Pyridiniumdichromat (PDC) oder Pyridiniumchlorchromat (PCC)]
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Die erwähnten Carbaldehyd (III) im
obigen Schema sind bekannt, z. B, ist der 4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-carbaldehyd beschrieben
worden von A. F. Thomas et al., Helv. Chim. Acta, 59 (1976), S. 2261–7.
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Die Alkohole (IV), die erhältlich sind
aus den obigen Carbaldehyden durch Reduktion der Carbonyl-Funktion,
zeigen Geruchsnoten, die verschieden sind von denen der letzteren,
wobei die Aldehydnote gänzlich
abwesend ist. 4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-methanol hat eine
balsamisch-holzige Note mit einer Konnotation vom Weihrauch-Typ,
die gewissermaßen
typisch ist für
den Geruch in einer Kirche.
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Eine andere vom olfaktorischen Standpunkt
interessante Gruppe von Verbindungen sind die Acetale (VI), die
erhältlich
sind aus den oben genannten Aldehyden (III) durch Acetalisierung.
In der obigen Formel (VI) können
R5 und R6 identisch
oder verschieden sein und sind Wasserstoff oder eine lineare oder
verzweigte Alkylgruppe von C1 bis C6 und ist n eine ganze Zahl von 1 bis 3.
Sie zeigen holzige, fruchtige und würzige Gerüche, wobei die interessanteste
Verbindung 4-Methyl-2-(4,6,6-trimethyl-1cyclohexen-1-yl)-1,3-dioxolan
ist. Der Geruch dieser letzteren Verbindung ist vom holzig-campherartigen
Typ mit einer starken lakritzartigen Unternote, welcher von Parfümeuren als
angenehm angesehen und geschätzt
wird.
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Die Ester gemäß der Formel (V) in dem obigen
Schema, in der R4 eine lineare oder verzweigte
Alkylgruppe von C1 bis C8 oder
einer Phenylgruppe ist, haben Gerüche vom blumigen Typ, die von
Unternoten begleitet werden, die je nach der Struktur variieren.
Unter diesen Estern ist eine bevorzugte Verbindung (4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)methylisobutyrat,
das ein komplexes Geruchsprofil besitzt, bestehend aus Noten, die
an Isopentyrat (1,3-Dimethyl-3-butenylisobutyrat; Herkunft: Firmenich
SA) erinnern, d. h. fruchtig-blumig mit einer Kamillen-Konnotation.
Es werden des weiteren Noten wahrgenommen, die typisch sind für Damascone,
Butyrate und Carbinole, mit einer Basisnote von Estragol® (1-Allyl-4-methoxybenzol;
Herkunft: Givaudan-Roure SA, Vernier, Schweiz). Zwei andere bevorzugte
Ester sind (4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1-yl)methylacetat und -butanoat. Das
Acetat hat eine Jas min-Note mit einer fruchtig-amylischen Konnotationen,
während
der Geruch des Butanoats an Orris erinnert, mit einer Ionon-Unternote.
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Die α,β-ungesättigten Ketone gemäß der allgemeinen
Formel (VII), in der R7 eine lineare oder
verzweigte Alkyl- oder Alkenylgruppe von C1 bis
C4 ist, sind Verbindungen von parfümistischer
Bedeutung. Sie sind strukturell verwandt mit den gut bekannten Damasconen
oder Damascenonen, können
jedoch olfaktorisch deutlich von diesen verschieden sein, auch aufgrund
verschiedener angenehmer und geschätzter Unternoten, die in Kombination
mit den Noten vom Damascon- bzw. Damascenon-Typ nicht bekannt sind,
welche immer bei den Molekülen
gemäß der Formel
(VII) gefunden werden. Im Allgemeinen wird der Geruch vom Damascon-Damascenon-Typ
von fruchtigen Unternoten begleitet.
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Der bevorzugte Typ von Verbindungen
innerhalb der durch die allgemeinen Formel (VII) beschriebenen Gruppe
sind die α,β-ungesättigten
Ketone, die den allgemeinen Formeln (VIII) und (IX) entsprechen
wobei R
7 eine
lineares oder verzweigtes Alkyl- oder Alkenylgruppe von C
1 bis C
4 ist, und
welche im Form des Isomers der E- oder Z-Konfiguration oder einer
Mischung der beiden vorhanden sein können.
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Die Verbindungen dieses Typs werden
in der chemischen Literatur nicht beschrieben, und der Unterschied
zwischen diesen Verbindungen und den bereits erwähnten Damasconen bzw. Damascenonen
liegt in der Position des Methylsubstituenten am C6-Ring [Position
2 für die
Damascone und Damascenone, Position 4 für die Verbindungen gemäß der Erfindung].
Die Damascone und Damascenone sind hoch geschätzte Riechstoffe, in besonderem
1-(2,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexen-1-yl)-2-buten-1-on,
1-(2,6,6-Trimetliyl-1,3-cyclohexen-2-yl)-2-buten-1-on
und 1-(2,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-1-on.
Diese letztere Verbindung wird im Öl der bulgarischen Rose gefunden,
und seine Synthese und auch die Synthese seiner homologen Verbindungen
wird im US-Patent 3,931,326 (Zessionar: Firmenich SA) beschrieben.
Der Geruch der oben genannten Damascenone bildet eine eigene olfaktorische
Klasse in der Familie der blumigen Rosendüfte, und sein olfaktorisches
Profil wird als sehr komplex beschrieben. Olfaktorische Deskriptoren,
die oft verwendet werden, sind fruchtig, blumig-exotisch, an den
Geruch von schwarzen Johannisbeeren und Pflaumen erinnernd. Zu unserer
großen Überraschung
und trotz der strukturellen Ähnlichkeit
der Verbindungen (VII) gemäß der vorliegenden
Erfindung mit den Damasconen und Damascenonen konnten wir in der
chemischen Literatur jedoch keine Erwähnung oder gar eine Synthese
für diese
Verbindungsklasse finden.
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Wir haben herausgefunden, dass der
Geruch der Verbindungen (VIII) deutlich verschieden ist zu dem der
Damascenone, wodurch somit neue olfaktorische Noten der Palette
der Parfümeure
hinzugefügt
werden. Trotz der Gegenwart einer typischen Damascenon-artigen Unternote,
wird jedoch der olfaktorische Eindruck von anderen olfaktorischen
Noten dominiert, die in einem bisher unbekannten, komplexen Geruch
resultieren, in dem würzige,
safranartige, fruchtige und Mirabellen-artige Gerüche betont
sind, wobei jedoch insbesondere der holzig-Agarwood-artige Charakter
bemerkenswert und dominierend ist.
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Als ein Beispiel wird hierbei die
Verbindung der Formel (VIII) zitiert, in der R eine Methylgruppe
ist, insbesondere das Isomer der E-Konfiguration, oder (E)-1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-l-on, das
die bevorzugte Verbindung der Erfindung ist. Das olfaktorische Profil
dieses Moleküls
besteht aus dem typischen Damascenongeruch, der begleitet wird von
einem Mirabellenakkord und im Überschuss
von einer starken holzig-safranartigen Note. Dort fanden wir auch
eine sellerieartige Konnotation ebenso wie eine komplexe Basisnote
mit fruchtigen und blumigen Konnotationen, die an Jasmin erinnern.
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Die Kombination der obig-beschriebenen
olfaktorischen Merkmale ist einmalig, und die Palette an Riechstoffen,
die dem Parfümeure
zur Verfügung
stehen, wird somit durch die Verbindungen gemäß der Erfindung, im Besonderen
(E)-1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-1-on,
bereichert.
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Natürlich ist die Verwendung von
(E)-1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-1-on in der Parfümherstellung
nicht auf dieses Isomer beschränkt,
es kann auch in Form einer Mischung mit dem Z-Isomer verwendet werden.
Der Anteil dieses letzteren Isomers, das in solchen Mischungen vorhanden
sein kann, hängt
von der gewünschten
olfaktorischen Wirkung ab, und der Durchschnittsfachmann wird die
gewünschte Menge
exakt wählen
können.
Wir haben herausgefunden, dass Mischungen, die mindestens 90 Gew.-%
des (E)-Isomers und höchstens
10 Gew.-% des Z-Enatiomers enthalten, vom olfaktorischen Standpunkt
aus so vorteilhaft sind wie das reine E-Enantiomer.
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Wie für die Verbindungen der Formel
(VIII) konnten wir herausfinden, dass die Verbindungen der Formel
(IX) Gerüche
besitzen, die von denen ihrer bekannten analogen Verbindungen, d.
h. den sogenannten β-Damasconen,
verschieden sind. Deren Geruchsprofil ist ziemlich komplex, und
es werden neben einer typischen Damascon-Note, die immer vorhanden
ist, würzige
und harzige Noten gefunden.
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Insbesondere die Verbindung gemäß der Formel
(IX), in der R eine Methylgruppe ist, zeigen einen für Damascon
typischen Geruch, der von einer starken Safran-Note begleitet wird.
Die Parfüme
konnten auch eine blumige Unternote erkennen lassen, die kombiniert
ist mit einer würzigen
Konnotation vom weihrauch-harzigen Typ, welche bisher ziemlich ursprünglich und
unbekannt ist.
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Die Verbindungen gemäß der vorliegenden
Erfindung können
auf praktisch jedem Gebiet der modernen Parfümherstellung verwendet werden.
Es werden hierbei die Anwendungen in der Feinparfümherstellung erwähnt, d.
h. bei der Herstellungen von Parfümen und Eau de Toilettes, in
denen neue und ursprüngliche
Wirkungen erhalten werden können.
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Die Verbindungen können auch
in der funktionellen Parfümherstellung
verwendet werden. Nicht einschränkende
Beispiel für
diese Art der Anwendung schließen
Seifen, Bad- und Duschgele, Shampoos, Deodorants und Antitranspirationsmittel,
Raumluftverbesserer, flüssige
und feste Reinigungsmittel zur Behandlung von Textilien und Weichspülern ein.
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In diesen Anwendungen können sie
allein oder in Beimischung mit anderen Riechstoffen, Lösungsmitteln
oder Hilfsstoffen der gegenwärtigen
Verwendung in der Parfümherstellung
verwendet werden. Die Natur und die Vielfalt dieser Nebenbestandteile
erfordern hier keine ausführlichere
Beschreibung, die zudem nicht erschöpfend wäre, und der Durchschnittsfachmann
wird letztere durch sein Allgemeinwissen und als eine Funktion der
Art des zu parfümierenden
Produkts und der gewünschten
olfaktorischen Wirkung wählen
können.
Diese Riechstoffe gehören
zu so unterschiedlichen chemischen Klassen wie Alkoholen, Aldehyden,
Ketonen, Estern, Ethern, Acetaten, Nitrilen, Terpen-Kohlenwasserstoffen,
Schwefel- und Stickstoffenthaltenden heterocyclischen Verbindungen,
ebenso wie essentiel-len Ölen natürlichen
oder synthetischen Ursprungs. Eine Vielzahl dieser Bestandteile
ist zudem aufgelistet in Referenzlehrbüchern wie dem Buch von S. Arctander, Perfume
and Flavor Chemicals, 1969, Montclair, New Jersey, USA, oder seiner
neueren Versionen, oder in anderen Werken von ähnlicher Natur.
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Die Anteile, in denen die Verbindungen
gemäß der Erfindung
in den verschiedenen vorher erwähnten Produkten
enthalten sein können,
variieren innerhalb eines großen
Wertbereiches. Diese Werte hängen
von der Natur des Artikels oder der Produkte, die man parfümieren möchte, und
der gesuchten olfaktorischen Wirkung ab, ebenso wie von der Natur
der Nebenbestandteile in einer gegeben Zusammensetzung, wenn die
Verbindung der Erfindung in einer Beimischung mit Co-Riechstoffen,
Lösungsmitteln
oder Hilfsstoffen der gegenwärtigen
Verwendung im Fachgebiet verwendet wird.
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Als ein Beispiel, und erneut unter
Bezug auf die Verbindungen der Formel (VII), können typische Konzentrationen
in der Größenordnung
von 0,1 bis 1 Gew.-%, oder sogar mehr, dieser Verbindung relativ
zum Gewicht der Parfümzusammensetzung,
in die sie eingebracht wird, zitiert wer den. Weit geringere Konzentrationen
als die erwähnten
können
verwendet werden, wenn die Verbindung direkt für die Parfümierung der verschiedenen zuvor
zitierten Konsumprodukte verwendet werden.
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Die Erfindung wird nun in einer ausführlicheren
Weise in den folgenden Beispielen beschrieben werden, in denen die
Abkürzungen
die übliche
Bedeutung im Fachgebiet besitzen und die Temperaturen in Grad Celsius
angegeben werden.
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Beispiel 1
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Herstellung von 4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1-carbaldehyd
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Eine Mischung aus 4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-carbaldehyd (141
g, 0,94 mol), Ethanol (1 l) und Palladium auf Kohle (10 %, 0, 5
g) wurde durch Schütteln
unter einer H2-Atmosphäre während 3,5 h hydriert. Der H2-Verbrauch betrug 23,5 1. Nach einer Filtration
und Konzentration der somit erhaltenen Lösung wurde der Rückstand
bei 50°/0,7
hPa destilliert, wodurch 125,3 g (87,6%) des gewünschten Produktes erhalten
wurden.
Geruch: Terpene, metallisch.
MS: 152(M+, 59), 137(42), 123(78), 109(77), 95(48),
81(83), 67(94), 41(100)
1H-NMR: 1,0(d,
J = 6,5Hz, 3H); 1,17(s, 3H); 1,23 (s, 3H); 6,67(dd, J1 =
2Hz, J2 = 6Hz); 9,35 (s, 1H) δ (ppm)
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Beispiel 2
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Herstellung von 4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1methanol
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Eine Lösung von 20 g (133 mol) an
4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-carbaldehyd
in 100 ml Diethylether wurde unter Rühren und Kühlung mit einem Eisbad zu einer
Suspension von 1,5 g (39 mmol) an LiAlH4 in
Diethylether gegeben. Nach einer Reaktionszeit von 1 h wurde die
Mischung hydrolysiert, die organische Schicht wurde abgetrennt,
gewaschen und getrocknet und konzentriert. Das Rohprodukt wurde
dann in Vakuum destilliert, Sdp. 60°/20 hPa, wodurch 11,6 g (56%)
des gewünschten
Produktes erhalten wurden.
MS: 152 (M+,
36), 121(78), 107(100), 91(52), 77(24), 39(17)
1H-NMR:
1,02 (s, 6H); 1,78(breites s, 3H); 1,98 (breites s, 2H); 4,18(breites
s, 2H); 5,63 and 5,81(zwei m, 2H) δ (ppm )
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Beispiel 3
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Herstellung von 4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1-methanol
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Es wurde das in Beispiel 2 beschriebenen
Verfahren wiederholt unter Verwendung von 20,7 g (0,136 ml) an 4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1-carbaldehyd
und 1,7 g (0,44 mmol) an LiAlH4 in 200 ml
Diethylether. Eine Destillation bei 70°/0,6 hPa ergab 20,9 g (99%)
an reinem Produkt.
MS: 154 (M+, 17),
139(26), 123(100), 93(67), 81(74), 55(58), 41(95)
1H-NMR:
0,93(d, J = 7Hz, 3H); 1,03 (s, 3H); 1,09(s, 3H); 4,12 (breites s,
2H); 5,64 (m, 1H) δ (ppm)
13C-NMR: 22,3(q); 25,3(d); 28,5(q); 28,8(q);
34,4(s); 34,6(t); 48,7(t); 63,3(t); 122,9(d); 144,4(s) δ (ppm)
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Beispiel 4
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Herstellung von (4,4,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1yl)methylisobutyrat
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Eine Mischung aus 4,4,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-methanol (1,9 g,
12,5 mmol) und Pyridin (5 ml) wurde gekühlt (Eisbad) und gerührt, dann
wurde tropfenweise Isobutyrylchlorid (1,9 ml, 18 mmol) zugegeben.
Nach einem rühren über Nacht
bei Raumtemperatur wurde die Reaktionsmischung auf Eis gegossen,
mit Pentan extrahiert, mit HCl (10%), NaHCO3 (5%)
und Salzlösung
gewaschen.
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Eine Destillation bei einer Badtemperatur
von 80°/0,4
hPa ergab 2,17 g (78%) an reinem Produkt.
MS: 222(M+, 12), 134(20), 119(100), 105(20), 91(26),
71(24), 43(53)
1H-NMR: 1,02(s, 6H);
1,18(d, J = 6,5Hz, 6H); 1,78 (s, 3H); 2,0(s, 2H); 2,57(hept, 1H);
4,6(s, 2H); 5,64 (m, 1H); 5,85(d, J = 5Hz) δ (ppm)
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Beispiel 5
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Herstellung von (4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1yl)methylacetat
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Eine Mischung aus 4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1methanol
(3 g, 19,5 mmol) und Essigsäureanhydrid (2,4
g, 24 mmol) wurde während
3 h auf 70° erwärmt, dann
bei einer Badtemperatur von 70°/0,5
hPa destilliert, wodurch 3,27 g (86%) des gewünschten Produktes erhalten
wurden.
MS: 196(M+, 3), 154(34), 139(32),
121(72), 93(55), 79(42), 43(100)
1H-NMR:
0,94 (d, J = 7Hz, 3H); 1,2 (s, 3H); 1,08(s, 3H); 2,07 (s, 3H); 4,55
(s, 2H); 5,67(m, 1H) δ (ppm)
13C-NMR: 21,2(q); 22,2(q); 25,1(d); 28,3(q);
28,6(q); 34,5 (s); 34,6(t); 48,4(t); 65,5(t); 126,9(d); 139,2(s); 170,9(s) δ (ppm)
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Beispiel 6
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Herstellung von (4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1yl)methylbutyrat
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Das in Beispiel 5 beschriebene Verfahren
wurde wiederholt unter Verwendung von 3,7 g (24 mmol) an Butansäureanhydrid.
Nach einer Destillation bei einer Badtemperatur von 100°/0,5 hPa
wurden 3,74 g (86%) an reinem Produkt erhalten.
MS: 224 (M+,
5), 154(57), 139(62), 121(87), 93(66), 71(61), 43(100)
1H-NMR: 0,93 (d, J = 7Hz, 3H); 0,94(tr, J
= 7Hz, 3H); 1,02 (s, 3H); 1,08(s, 3H); 1,67(q, J = 7Hz, 2H); 4,53(s, 2H);
5,66(m, 1H) δ (ppm)
13C-NMR: 13,7 (q); 18,5(t); 22,2(q); 25,1(a);
28,4 (q); 28,7(q); 34,5(s); 34,6(t); 36,5(t); 48,5(t); 65,3(t);
126,7(d); 139,3(s); 173,5(s) δ (ppm)
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Beispiel 7
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Herstellung von 4-Methyl-2-(4,6,6-trimethyl-1-cyclohexen-1-yl)-1,3-dioxolan
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4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1-carbaldehyd
(2 g, 13 mmol), 1,2-Propandiol (4 g, 53 mmol) und p-Toluolsulfonsäure (50
mg) wurden in 20 ml Toluol, mit einer Wasserabscheidung in einer
Dean-Stark-Apparatur, während
6 h unter Rückfluss
gehalten. Die resultierende Lösung
wurde mit einer NaHCO3-Lösung gewaschen und das Rohprodukt
bei einer Badtemperatur von 80°/0,5
hPa de stillierten, wodurch 1,78 g des gewünschten Produktes im Form einer
Isomerenmischung erhalten wurde.
MS (Hauptpeak): 210 (M+, 28), 195(22), 153(100), 113(26), 87(30),
59(20), 41(15)
1H-NMR: 0,93(d, J =
6,5Hz, 3H); 1,1(s, 3H); 1,13 (s, 3H); 6,0 und 6,05(zwei m, 1H) δ (ppm)
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Beispiel 8
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Herstellung von (4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1-yl)-2-buten-1-on
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4,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1-carbaldehyd
(10,9 g, 72 mmol) in Ether (100 ml) wurden tropfenweise unter Rühren zu
einer Grignardverbindung gegeben, die hergestellt wurde aus Mg (2,3
g) und Allylbromid (10 g) in Ether, und während 2 h unter Rückfluss
gehalten. Nach dem Kühlen
wurde die Mischung mit einer NH4Cl-Lösung hydrolysiert,
dann bei einer Badtemperatur von 150°/0,5 hPa destilliert. Das auf
diese Weise erhaltene Produkt wurde dann in 100 ml an CH2Cl2 mit 16 g an
Pyridiniumchlorchromat über
Nacht bei Raumtemperatur oxidiert. Nach einer Zugabe von Ether (200
ml) wurde die Mischung filtriert und dann bei einer Badtemperatur
von 130°/0,5
hPa destilliert, mit einer Ausbeute von 80% in der Form eines Produktes
mit einer Reinheit von 70%.
MS: 192 (M+,
27), 177(100), 135(19), 121(23), 81(29), 69(86), 55(18), 41(78)
1H-NMR: 0,98(d, J = 6,3Hz, 3H); 1,08(s, 3H);
1,19(m, 1H); 1,30 (s, 3H); 1,42 (m, 1H); 1,76 (m, 1H); 1,88 (m, 1H);
1,88(dd, J1 = 7,3Hz, J2 =
1,6Hz, 3H); 2,27(m, 1H); 6,42(dd, J2 = 2,4Hz
und 5,6Hz, 1H); 6,45(dq, J1 = 14,8Hz, J2 = 1,6Hz, 1H); 6,74(dq, J1 =
14,8Hz und 7,3Hz, 1H) δ (ppm)
13C-NMR: 18,2(q); 22,1(q); 24,5(d); 28,3(q);
28,4(q); 34,8(s); 34,9(t); 49,1(t); 130,7(d); 137,0(d); 142,5(d); 146,9(s);
194,6(s) δ (ppm)
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Beispiel 9
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Herstellung von 1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1yl)-2-buten-1-on
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32 g an 4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-carbaldehyd
[hergestellt gemäß A. F.
Thomas et al., Helv. Chim. Acta, 59, (1976) S. 2261–7] in 80
ml an THF wurden tropfenweise zu einer Grignard-Verbindung gegeben,
die im Voraus hergestellt worden war aus 6 g an Magnesiumspänen und
32 g an 1-Brom-1-propen in 120 ml an THF. Die Temperatur wurde während des
Zugabe mit einem Wasserbad auf 20° gehalten,
wonach die Mischung erwärmt
und während
30 Minuten unter Rückfluss
gehalten wurde. Die Reaktionsmischung wurde in eine Eis/Wasser-Mischung
gegossen und dann mit Ether extrahiert. Die organische Phase wurde
bis zur Neutralität
gewaschen, getrocknet und konzentriert. Das Rohprodukt wurde dann
mit 210 g an aktivem Mangandioxid in 200 ml an Petrolether oxidiert
(siehe Houben Weyl, Band 7, 1, Seite 178, 1951; E. M. Goldman, Org.
Chem., 34, 1979, 1969).
-
Nach Filtration und Verdampfung des
Lösungsmittels,
wurden 17 g eines Produktes erhalten, das aus mehreren Verbindungen
besteht und einem Siedepunkt von 42-80°/10
Pa besitzt. Das gewünschte
Z- und E-1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-1-on
wurden mittels präparativer
Gaschromatographie isoliert. Die analytischen Daten waren folgendermaßen:
-
(Z)-1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-1on
-
MS: 69(100); 121(59); 41(40); 149(32);
105(27); 190(26); 91(17); 39(13); 77(11); 79(11)
NMR (CDCl3): 1,2 (s, 6H); 1,85 (breites s, 3H); 1,85
(d, J = 6,5Hz, 3H) überlagert
auf 2,05 (m, 2H); 5,7–6,8
(H Vinyl, 4H) δ (ppm)
-
(E)-1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-1on
-
MS: 69(100); 121(57); 41(33); 190(27);
105(23); 91(13); 39(13); 175(11)
NMR (CDCl3):
1,17(s, 6H); 1,86(d, J = 5Hz, 3H); 1,84 (breites s, 3H); 2,05 (breites
s, 2H); 5,77 (breites d, 1 = 6Hz, 1H); 6,38 (d, J = 15Hz, 1H, überlagert
auf Signalen von 2 anderen Protonen) δ (ppm)
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Beispiel 10
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Herstellung eines blumig-grünen Akkordes
-
Es wurde ein Basisakkord aus den
folgenden Bestandteilen hergestellt:
| Bestandteile | Gewichtsteile |
| Benzylacetat | 10 |
| Phenylethylacetat | 50 |
| 10%
Undecylenaldehyd* | 10 |
| 10%
C12-Aldehyd | 10 |
| Methylcinnamat | 5 |
| Citronellol | 200 |
| Eugenol | 10 |
| Geraniol | 150 |
| Iralia® 1) gesamt | 40 |
| Linalol | 100 |
| Lorysia® 2) | 50 |
| 10%
Rose Oxide* | 5 |
| Phenethylol | 260 |
| Phenylhexanol | 50 |
| Polysantol® 3) | 10 |
| Gesamt | 960 |
-
Wenn zu dieser Basiszusammensetzung
40 Gewichtsteile einer 10%igen Lösung
von (E)-1-(4,6,6-Trimethyl-l,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-1-on
in Dipropylenglycol gegeben wurden, erlangte dieser sehr blumige
Akkord eine holzige Konnotation und eine fruchtig-würzige Unternote.
Die Parfümeure
konnten in der blumigen Note der Zusammensetzung auch einen Hauch
von Nelken wahrnehmen, der in der Basiszusammensetzung nicht vorhanden
war.
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Beispiel 11
-
Herstellung eines blumig-grünen, holzig-fruchtigen
Akkordes
-
Ein Basisakkord von dem oben erwähnten Typ
wurde aus den folgenden Bestandteilen hergestellt:
| Bestandteile | Gewichtsteile |
| Benzylacetat | 15 |
| Styrallylacetat | 10 |
| 10%
(Z)-3-hexenolacetat* | 25 |
| γ-Decalacton | 2 |
| Dihydroeugenol | 5 |
| Galbex ® 1) | 10 |
| Habanolid ® 2)* | 130 |
| Hedion ® 3) | 150 |
| Iralia ® 4) | 45 |
| Iso
E Super 5) | 35 |
| Isopentyrat 6) | 3 |
| Lavandinöl | 15 |
| 10%
Liffarom ® 7)* | 5 |
| (Z)-3-Hexenolsalicylat | 120 |
| Scentenal ® 8) | 10 |
| 10%
Trifernal ® 9)* | 5 |
| γ-Undecalacton | 5 |
| Bergamottbasis,
synthetisch 10) | 100 |
| Maiglöckchenbasis,
synthetisch 10) | 175 |
| Wardia ® 11) | 90 |
| Vert
de lilas 12) | 10 |
| Ylang-Ylang | 15 |
| Gesamt | 980 |
-
Wenn zu dieser blumigen Basiszusammensetzung
20 Gewichtsteile von einer 10%-igen Lösung von (E)-1-(4,6,6-Trimethyl-1,3-cyclohexadien-1-yl)-2-buten-1-on
in Dipropylenglycol gegeben wurden, konnten die Parfümeure beobachten,
dass der laktonische Aspekt dieses Akkordes sich verstärkte, was
in einer schönen fruchtigen
Konnotation resultierte. Gleichfalls werden der blumige Akkord und
die grünen
Noten abgerundet. Dabei konnte überdies
eine geringe holzige Konnotation und eine Unternote vom Mirabellen-Typ,
schön und sehr
fruchtig, erkannt werden, was typischerweise von den obigen Verbindung
gemäß der Erfindung
verliehen wurde.