DE698549C - Bremsdruckregler fuer Druckluftbremsen - Google Patents
Bremsdruckregler fuer DruckluftbremsenInfo
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Description
Bei den bekannten Bremseinrichtungen ist die Tätigkeit der Steuerventile abhängig von
dem Druck in einer Steuerkammer oder einem Steuesbehälter, der auf der Höhe des Normaldrucks
gehalten wird und der einen Kolben (oder eine Membran) beaufschlagt
entgegengesetzt dem Bremsleitungs- und teilweise auch.dem Bremszylinderdruck. Dieser
Kolben bewirkt die Verbindung zwischen einer Druckluftquelle und dem Bremszylinder
sowie zwischen dem Bremszylinder und der Außenluft.
Die richtige Arbeitsweise eines solchen Steuerventils erfordert,. daß der Druck in der
Steuerkammer unter allen Betriebsverhältnissen auf. der gewünschten gleichbleibenden
normalen Höhe gehalten, wird. In der Praxis haben sich aber beträchtliche Schwierigkeiten
ergeben bezüglich der Verhinderung von . Luftverlusten aus .dieser Steuerkammer,
durch die ein entsprechender Druckabfall in der Kammer eintritt. Bei manchen bekannten
Bauarten ist die Steuerkammer durch eine Feder ersetzt. Diese hat aber den Nachteil,
daß sie ausgewechselt oder ihre Spannung anders eingestellt werden. muß, wenn der
Normaldruck der Bremseinrichtung geändert werden soll.
Die Erfindung bezieht sich lauf Bremsdruckregler für Luftbremsen, bei denen ein
Bremslöseventil durch die .gegenseitige Bewegung zweier Teile unter dem Einfluß der
Drücke im Bemszylinder und in einem während der Bremsung abgeschlossenen Steuerbehälter
und des Druckes in der Bremsleitung oder eines im wesentlichen gleichartigen Druckes gesteuert wird, wobei der Ventilsitz
des Löseventils in einem einerseits vom Bremszylinderdruck !beeinflußten Kolben angeordnet
ist. Nach der Erfindung wird dieser Kolben andererseits^ von einem. Federglied
beeinflußt, dessen Druck sich entsprechend
dem Hube des Kolbens vom Mindestbremsdruck bis, zum Vollbrems druck verändert,
während der Ventilkörper gegen seinen Sitz durch ein unabhängig von dem den Sitz enthaltenden
Kolben bewegliches Kolbenglied angedrückt wird, auf das im Sinne der .'OfE-'
nung des Ventils Bremsleitungs- oder'Hilfsbehälterdruck und- im Sinne der Schließung der
Druck des Steuerbehälters wirkt, dessen »o Rauminhalt so zum Hubvolumen des Kolbengliedes
abgestimmt ist, daß der in der Anfangslage des Kolbengliedes dem normalen
Leitungsdruck entsprechende Druck in diesem Behälter in der Endlage des Kolbengliedes
'5 etwa auf den .der Vollbremsung entsprechenden
Leitungsdruck abgesunken ist, wobei der Hub des Kolbengliedes und des Kolbens unter Berücksichtigung von mechanischen
Übersetzungsverhältnissen, beispielsweise ao einer Hebelübersetzung zwischen dem Kolbenglied
und dem Löseventil, so abgestimmt sind, daß das Löseventil bei leerem Bremszylinder
nur in der Anfangslage, bei Überschreitung des Vollbremsdruckes dagegen
a5 auch in der Endlage des Kolbengliedes
geöffnet ist.
Bei einer . bekannten Bremseinrichtung, deren Steuerkolben auf seiner einen Seite
unter dem Bremsleitungs- bzw. Bremszy-3" linderdruck und auf seiner anderen Seite
unter dem Druck einer Steuerkammer steht, soll der Steuerkammeijdruck als nahezu gleich.·
groß bleibender Druck verwendet werden. Tatsächlich ändert sich dieser Druck aber
3S mit der Verstellung des Kolbens infoige
Ausdehnung der in der Steuerkammer enthaltenen Luftmenge. Da zudem die Drücke der
beiden Seiten des Kolbens während einer Bremsung verschieden sind, besteht schon bei
geringen Undichtheiten die Gefahr, daß der Kolben in die Lösestellung zurückgeht und
das Auslaßventil Öffnet, also unbeabsichtigterweise die Bremsen löst. Diese Unzuverlässigkeit
der Bremswirkung wird durch die Erfindung beseitigt, da bei ihr die Drücke der
beiden Seiten des Kolbens stets mindestens angenähert und nach der Einstellung praktisch
sogar genau gleich groß sind, so daß die im Steuerbehälter eingeschlossene Luftmenge
audh bei Jang dauernden Bremsungen selbst dann unverändert bleibt, wenn der
Kolben nicht ganz luftdicht abschließt.
Die Stellung des Kolbengliedes, kann vom
Bremszylinderdruck praktisch unabhängig gemacht werden durch entsprechende Wahl des Verhältnisses der Querschnitte des Kolbengliedes
und des den Ventilsitz enthaltenden Kolbens unter Berücksichtigung mechanischer Übersetzungsverhältnisse.
Durch Anordnung eines Umschaltorgans, das durch Gegeneinanderwirken von Leitungs-
und Hilfsbehälterdruck gesteuert wird, kann dem, Kolbenglied bei Verstärkung der
Bremsung Leitungsdruck, beim Lösen Hilfs-behälterdrück zugeführt werden.
. Auf der Zeichnung ist die Erfindung an Ausführungsbeispielen erläutert.
Fig. ι zeigt schematisch einen Schnitt durch ein gemäß der Erfindung ausgebildetes
Ventil zum abgestuften Lösen, mit dem der 7» Luftauslaß aus dem Bremszylinder oder den
Bremszylindern über ein Steuerventil geregelt wird. .
Fig. 2 ist eine ähnliche Darstellung wie Fig. i, wobei jedoch die Luftzufuhr zum
Bremszylinder und der Luftauslaß aus ihm geregelt wind und wobei der steuernde Luftdruck
stete der Bremsleitungsdruck ist.
Fig. 3 zeigt ein Ventil, das zusammen mit dem in Fig. 2 gezeigten Ventil gebraucht
werden kann, um den steuernden Luftdruck so umzuschalten, daß beim Bremsen Bremsleitungsdruck
und beim Lösen Hilfsbehälterdruck auf das Ventil wirkt:
Nach Fig. 1 enthält das Ventil zum abgestuften Lösen einen Zylinder 1 mit einem
Kolben 2, der im folgenden als Steuerkolben bezeichnet wird. Das eine Ende 3 des Zylinders
ι steht mit der Kammern in Verbindung,
die über den Kanal 5 an den Hilfsluftbehälter oder die Bremsleitung angeschlossen
ist. Das andere Ende 6 des Zylinders ι ist über die Leitung 7 mit einer Regelkammer
8 verbunden.
Der Steuerkolben 2 ist durch einen Hebel oder eine angelenkte Kolbenstange 9 mit dem
längeren Arm 10 eines Doppelhebels gekuppelt,
dessen kürzerer Arm 11 in einem Bolzen 12 endigt, der in dem Langloch 13 einer
Stange 14 beweglich ist. Das andere Ende «fco
der Stange 14 ist mit dem Auslaßventil 15
verbunden. Der Doppelhebel und sein Drehpunkt 16 sind so angeordnet, daß die Bewegung
vom längeren Arm 10 auf den kürzeren Arm 11 übertragen wird, der sich jn der
Kammer 17 des Ventilgehäuses befindet, die so von der Kammer 4 getrennt ist, daß ein
Luftübertritt von der Kammer 4 zur Kammer 17 nicht stattfinden kann.
Das Auslaßventil 15 liegt in einer Ventilbohrung
18, die in der Mitte eines zweiten
Kolbens 19 vorgesehen ist, der im folgenden als Lösekolben bezeichnet wird. Dieser Lösekolben
befindet sich in einem Zylinder 20, der parallel zum Zylinder 1 liegt.
Die Kammer 17, die die mit dem Langloch versehene Stange 14 enthält, ist über den
Kanal 21 an den Auslaßkanal des Steuerventils der Bremseinrichtung angeschlossen
und steht mit dem benachbarten Ende 22 des Zylinders 20 dauernd in Verbindung. Das
andere Ende 23 des Zylinders 20 mündet über'
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den Kanal 24 ins Freie und enthält eine
Feder 25, die bestrebt ist, den Lösekolben 19 am Ende 22 des Zylinders zu halten.
Die Wirkungsweise-ist folgende:
Bei gelösten Bremsen wird der Steuerkoliben 2 rechts am Ende des Zylinders 1
gehalten. Der Steuerbehälter 8 wird dann mit Druckluft gefüllt vom anderen Ende 3
des Zylinders 1 aus über eine Füllnut 26.
Der Lösekolben 19 wird in seiner äußersten
Stellung links im Zylinder 20 durch die Feder 25 gehalten. Der Bolzen 12 am kürzeren
Arm 11 des Doppelhebels ■ liegt gegen das linke Ende des Langlochs 13 in der Stange
IS 14 an und hält dadurch das Auslaßventil 15
geöffnet.
In diesem Falle ist der Luftdruck an
beiden Enden 3 und 6 des Zylinders 1 sowie
in dem. Steuerbehälter 8 der normale Hilfsbehälter- oder Bremsleitungsdruck. Da das
Löseventil 15 offen ist, wird der Auslaßkanal des Steuerventils durch das Ventil 15 mit
der Atmosphäre verbunden über den Kanal 21, die Kammer 17* den Zylinder 20 und den
Kanal 24.
Wenn bei der Vornahme einer Bremsung der Hilfsbehälter- oder Leitungsdruck vermindert
wird, ermäßigt sich entsprechend der Luftdruck in der Kammer 4 und am linken
Ende 3 des Zylinders 1. Der Kolben 2 bewegt sich dann nach links, wobei er die Füllnut 26
abschließt. .Hierdurch ermäßigt sich der Luftdruck im Steuerbehälter 8. Der Steuerkolben
2 setzt seine Bewegung fort, bis der Steuerbehälter druck gleich dem Luftdruck
am Zylinderende 3 und in der Kammer 4 auf der anderen Seite des Steuerkolbens 2 geworden
ist. Die vom Steuerkolben 2 eingenommene
Stellung entspricht genau der Verminderung des Hilfsbehälter- oder Bremsleitungsdruckes.
Da die Luftdrücke auf den beiden Seiten des Kolbens 2 annähernd gleich sind, wenn
der Kolben zum Stillstand gekommen ist — wie sie auch gleich waren, bevor die Kolben-Bewegung
einsetzte —, besteht nicht die Gefahr des Entweichens Von Luft aus dem Steuerbehälter 8 um den Kolben 2 herum.
Infolge der Bewegung des Kollbens 2.; die über den längeren Arm 10 und den kürzeren Arm
des Doppelhebels übertragen wird, bewegt sich der Bolzen 12 am kürzeren Hebelarm 11
innerhalb des Langlochs 13 in der Stange 14
nach rechts. Das Auslaßventil 15 bleibt jedoch noch offen. Da dann das Steuerventil
in der Bremsstellung steht, kann keine Bremszylinderluft über den Auslaßkanal des
Steuerventils ins-Freie entweichen.
Soll ein abgestuftes Lösen der Bremsen vorgenommen werden, dann wird der Bremsleitungs-
und Hilfsbehälterdruck- in der üblichen Weise' erhöht," so daß der ·Steuerkolben
2 nach rechts geht. Hierbei erhöht sich der Steuerbehälterdruck, bis dieser Druck
wieder gleich dem nunmehr erhöhten Bremsleitungs- oder Hilfsbehälterdruck geworden
ist, der auf die andere .Seite des Kolbens 2
einwirkt. Der Kolben 2 stellt sich in eine Stellung ein, die dem erhöhten Leitungs drück
entspricht. ■
Infolge der Erhöhung des Bremsleitungsdrucks geht das Steuerventil in seine Lösestellung,
in der der Bremszylinder mit dem Auslaßkanai24 verbunden ist. Da der Bremszylinder
über den Kanal 21 mit der Kammer 17 in Verbindung steht, wird durch den in
der Kammer 17 (und am Ende 22 des Zylinders 20) wirksamen Bremszylinderdruck das
Auslaßventil 15 zunächst auf seinen Sitz in der Bohrung 18 gebracht." Diese Bewegung
des Ventils 15 wird dadurch ermöglicht, daß sich der Bolzen 12 im Langloch 13 der Stange
14 entsprechend nach rechts -verschiebt."
Der am Ende 22 des Zylinders 20 herrschende Luftdruck beaufschlagt auch die
linke Seite des Kolbens 19, so daß dieser Kolben entgegen der Spannung der Feder 25
nach rechts verschoben wird. Das Auslaßventil 15 folgt dieser Bewegung, bis die Bewegung
des Ventils begrenzt wird durch den Anschlag des Bolzens 12 am kürzeren Arm 11
des Doppelhebels gegen die links befindliche Kante des-Langlochs 13 in der Stange 14.
Dagegen setzt der Kolben 19 seine Bewegung nach rechts unter der Einwirkung des Bremszylinderdrucks
fort, der am Ende 22 des Zylinders 20 herrscht. Infolgedessen öffnet sich die Ventilbohrung 18 im Kolben 19, und
BremS'zylinderluft fließt durch diese Bohrung zum rechten Ende 23 des Zylinders 20 und
von hier über den Kanal 24 ins Freie. In dieser Weise wird Luft aus dem Bremszylinder
ausgelassen, bis der Bremszylinderdruck ausreichend vermindert ist, um die Bewegung des Kolbens 19 nach links unter
der Einwirkung der Feder 25 zu ermöglichen. Das Auslaßventil 15 wird dann wieder geschlossen,
worauf der Luftausläß aus dem Bremszylinder aufhört.
Der Druck, der im Bremszylinder erhalten bleibt, hängt von der Stellung ab,. die vom
Steuerkolben 2 und vom Doppelhebel 10, 11
eingenommen wird und die durch das Maß der Wiedererhöhung des B remsleitungs drucks
auf seinen normalen Wert bestimmt wird. Bei der ,weiteren Erhöhung des. Bremsleitungsdrucks
wiederholt sich dieses Spiel. Der Steuerkolben 2 nimmt eine. Stellung weiter rechts ein, wodurch das Auslaßventil'i=|
wieder geöffnet und der weitere Luftauslaß aus dem Bremszylinder veranlaßt wird, bis
der Druck in diesem so weit gesunken ist, daß
sich der Kolben 19 nach links bewegen kann, wodurch das Auslaßventil 15 wieder geschlossen
wird.
In dieser Weise kann der abgestufte Auslaß von Druckluft aus dem Bremszylinder
•durch eine entsprechend abgestufte Erhöhung des Bremsleitungsdrucks erreicht werden, bis
der Bremsleitungsdruck völlig auf seine normale Höhe gebracht ist. In diesem Falle
befindet sich der Steuerkolben 2 wieder ganz rechts, und das Auslaßventil 15 ist dauernd
offen.
Die Höhe des bei jeder Stufe der Wiedererhöhung des Bremsleitungs- oder Hilfsbehälterdrucks
auf den normalen Wert im Bremszylinder aufrechterhaltenen Luftdrucks
kann durch entsprechende Einstellung der Spannung der Feder 25 bestimmt werden.
Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform des Ventils, mit dem die Luftzufuhr zum
Bremszylinder und auch der Luftauslaß aus ihm gesteuert werden. Diese Ausführungsform des
Ventils enthält einen Zylinder 1, einen Steuerkolben 2, Kammern 3, 4, 6, Kanäle^, 7 und
eine Füllnut 26 wie nach Fig 1. Gleiche Bezugszeichen sind für die gleichen Teile verwendet
worden. Der Kanal 5 ist bei dieser Ausführungsform nicht an den Hilfsluftbehälter,
sondern an die Bremsleitung angeschlossen. Der Kolben 2 ist über die Kolbenstange
9 mit dem Doppelhebel 10, 11 in der oben beschriebenen Weise gekuppelt.
Der kürzere Arm 11 des Doppelhebels ist nach Fig. 2 durch einen Hebel 27 im Punkte
28 mit einem Kipphebel verbunden, der in der Kammer 17 angeordnet ist. Die Kammer
17 wird im folgenden als Bremszylinderkammer bezeichnet, da sie auch mit dem
Bremszylinder über den Kanal 21 verbun-
den ist. -
Das obere Ende 30 des Kipphebels ist gelenkig mit dem Ventil 31 verbunden, auf das
eine Feder 32 einwirkt und das die Verbindung zwischen der Kammer 17 und einer
Kammer 33 steuert, die über einen Kanal 34 mit einer Druckluftquelle wie einem Behälter
verbunden ist, der von der Bremsleitung aufgefüllt werden kann. Das untere Ende 35 des
Kipphebels ist mit dem Auslaßventil 15 verbunden.
Dieses liegt wie nach Fig. 1 in einer mittleren Bohrung 18 des zweiten Kolbens
19. Der Lösekolben 19 arbeitet in der gleichen Weise wie der Lösekolben nach Fig. χ.
Die Wirkungsweise dieser Ausführungsform der Einrichtung ist folgende.
Bei gelösten Bremsen wird der Steuerkolben 2 rechts im Zylinder 1 gehalten und der
bei 7 angeschlossene Steuerbehälter von der Bremsleitung aus mit Druckluft gefüllt wie
bei der Einrichtung nach Fig. 1. Der Lösekolben
19 wird ganz links durch die Feder 25 gehalten. Das Auslaßventil 15 'wird von
seinem Sitz in der Bohrung 18 des Kolbens 19 'durch den Kipphebel 35, 30 abgehoben
gehalten, der dann die Schließung des Füllventils 31 durch die Feder 32 zuläßt.
Zum Zwecke der Bremsung wird der Bremsleitungsdruck in der üblichen Weise
vermindert. Dementsprechend ermäßigt sich der Druck im Raum 4 links vom Kolben 2, so
daß dieser sich durch den Druck im Steuerbehälter nach links bewegt und die Füllnut 26
abdeckt. Der Steuerbehälterdruck sinkt dabei. Die Bewegung des Kolbens 2 setzt sich fort,
bis dieser Druck gleich dem ermäßigten Bremsleitungsdruck geworden ist, der im
Räume 4 auf der anderen Seite des Kolbens 2 wirksam ist. Die vom Steuerkolben eingenommene
Stellung entspricht genau dem verminderten Bremsleitungsdruck. Den vollen Hub legt der Kolben 2 bei der einer vollen
Betriebsbremsung entsprechenden Leitungsdruckverminderung zurück, demgemäß sind die Regelkammer und der Zylinder bemessen.
Die Bewegung des Steuerkolbens 2 nach links hat eine entsprechende Bewegung des
Doppelhebels zur Folge, die über den kürzeren Hebelarm 11 auf den Kipphebel übertragen
wird. Der Kipphebel bewegt sich zunächst
nach rechts um den das Füllventil 31 tragen-' den Gelenkpunkt. Der Arm 35 des Kipphebels
bringt das Auslaßventil 15 auf seinen Sitz in - der Bohrung 18 des Lösekolbens 19, so daß
die Bremszylinderkammer 17 von der Atmosphäre abgeschlossen wird. Bei geschlossenem
Auslaßventil 15 und fortgesetzter Bewegung des Doppelhebels wird der Kipphebel um den
das Auslaßventil 15 tragenden Gelenkpunkt gedreht. Daher öffnet der andere Arm 30 des
Kipphebels das Füllventil 31, worauf Druckluft über das Füllventil aus der Kammer 33
zur Bremszylinderkammer 17 und von hier
zum Bremszylinder fließt, so daß die Bremse angezogen wird.
Der in der Bremszylinderkammer 17 herrsehende
Bremszylinderdruck - verschiebt den Kolben 19 nach rechts entgegen der Spannung
der Feder 25. Hierbei wird das geschlossene Auslaßventil 15 und der mit diesem verbundene
Arm 35 des Kipphebels mitgenommen, no Der Kipphebel dreht sich um seinen mittleren
Zapfen 28, der mit dem kürzeren Arm 11 des dann stillstehenden Doppelhebels über die
Stange 27 verbunden ist. Das Füllventil 31 kann sich dabei allmählich schließen. Sobald
sich der Kolben 19 urii einen ausreichenden
Betrag nach rechts bewegt hat, wird das Füllventil 31 vollständig geschlossen und die
weitere Druckluftzufuhr zum Bremszylinder unterbrochen.
Der Bremszylinderdruck kann in dem gewünschten Maße weiter erhöht werden durch
eine weitere Verminderung des Bremslei tungs drucks. Das Ventil arbeitet dann in
ähnlicher Weise wie oben beschrieben. Der Steuerkolben 2 wird in eine Stellung weiter
~ 5 links gebracht" und bewirkt über den Doppelhebel
10, 11 und den Kipphebel 30, 35 die - öffnung des Füllventils 31 von neuem. Das
Füllventil wird wieder geschlossen durch die Bewegung des Lösekolbens 19 nach rechts,
sobald der höhere Bremszylinderdruck erreicht ist. . " ■
Wenn ein abgestuftes Lösen der Bremsen erfolgen soll, wird der Bremsleitungsdruck
je nach der gewünschten Verminderung der Bremskraft erhöht. Der Steuerkolben· 2 bec
wegt sich dann nach rechts und öffnet über den Doppelhebel 10, 11 das Auslaßventil 15,
indem der Kipphebel um den das Füllventil 31 tragenden Gelenkpunkt schwingt. Druckluft
fließt dann aus dem Bremszylinder ins Freie über die Bremszylinderkammer 17 und
"das offene Auslaßventil 15, bis infolge der Verminderung des Bremsleitungsdrucks der
Lösekolben unter der Einwirkung der Feder 25 sich genügend weit nach links bewegt hat,
so daß der Ventilsitz in der Bohrung 18 mit dem Auslaßventil 15 zur Berührung kommt
und der weitere Luftauslaß aus dem Bremszylinder .unterbrochen wird.
Weitere aufeinanderfolgende Senkungen des Bremszylinderdrucks können in ähnlicher
Weise bewirkt werden durctf entsprechende
'· Erhöhung des Bremsleitungsdrucks, bis sich bei vollständiger Wiederherstellung des Normaldrucks
der" Steuerkolben 2 ganz rechts und der Lösekolben ganz links befindet, wobei
das Auslaßventil 15 offen ist
Das Ventil ermöglicht also die genaue Abstufung des Anziehens und Lösens der
Bremsen gemäß dem Bremsleitungsdruck. Dabei kann der normale Bremsleitungs- und
Regelkammerdruck jede gewünschte Höhe haben, die den Betriebsbedingungen Rechnung
trägt.
Hilfsvorrichtungen, wie Mindestdrucki- oder
Schnellbremsventile u. dgl., die üblicherweise mit 'den Steuerventilen zusammengebaut
werden, können auch hier zur Verwendung kommen.
Die Steuerung des Kolbens 2 durch den Bremsleitungsdruck hat beim Lösen den
Nachteil, daß vollständige Lösung der Bremsen selbst dann erfolgen kann, wenn aus
irgendeinem Grunde der Hilfsbehälter nicht ordnungsgemäß aufgeladen wird, so daß
unter Umständen der Inhalt des Hilfsbehälters nicht für eine neue Bremsung ausreicht.
Bei dem Ventil nach Fig. 1 kann das dadurch vermieden werden, daß man zur Steuerung
des Kolbens 2 den Hilfsbehälterdruck an Stelle des Leitungsdrucks verwendet. Dies
ist aber bei der Anordnung nach Fig. 2 nicht zulässig, weil dieses Ventil auch die Einleitung
der Bremsung bewirken soll, die erst ihrerseits eine Änderung des Hilfsbehälterdrucks
zur Folge hat.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird deshalb das Regelventil nach
Fig. 2 in Venbindung mit einem vom Bremsleitungs- und Hilfsbehälterdruck gesteuerten Ί°
Ventil verwendet, das dem Steuerkolben 2 ■ bei gelöster Bremse und bei zunehmender
Bremsstärke Leitungsdruök> dagegen bei abnehmender
Bremsstärke während der Lösung Hilfsbehälterdruck zuführt. Ein hierfür geeignetes
Ventil ist in Fig. 3 gezeigt.
Das zusätzliche Ventil nach Fig. 3 besteht, aus einem Zylinder, der durch zwei miteinander
verbundene Kolben 44, 45 in drei Kammern 41, 42, 43 unterteilt ist. Die
Kammer 41 ist über den Kanal 46 mit dem (nicht gezeichneten) Hilfsbehälter und die
Kammer 43 über den Kanal 47 mit der Bremsleitung verbunden, während die mittlere
Kammer 42 über den Kanal 48 an die Kammer 4 mit dem Kanal 5 des Regelventils nach Fig. 2 angeschlossen ist,. die nach der
obigen Beschreibung unmittelbar mit der Bremsleitung verbunden war. Bei gelösten
Bremsen befinden sigh die verbundenen KoI-ben
44, 45 links, wie dies in Fig. 3 gezeichnet ist. Der Hilfsluftbehälter ist dann mit der
Kammer 4 des Regelventils nach Fig. 2 verbunden über den Kanal 46, die Kammer 41,
die Nut 49 am Kolben 44, die Kammer 42 und die Kanäle 48 und S-
Wenn bei der Vornahme einer Bremsung "der" Leitüngsdruck vermindert wird, bewegt
der in der Kammer 41 wirksame Hilfsbehäl- ■ terdruck die beiden Kolben 44, 45 nach rechts,
so _ daß die Verbindung zwischen dem Hilfsluftbehälter und der Kammer 4 (Fig. 2) über
die Nut 49 unterbrochen und eine Verbindung zwischen der Bremsleitung und der Kammer 4
über «ine Nut 50 am Kolben 45 hergestellt "05
wird.
Das Umschalten von Leitungsdruck auf Hilfsbehälterdruck, und umgiefeehrt, kann durch
ein ähnlich dem klassischen Westinghouse-Steuerventil ausgebildetes Ventil erfolgen,
das auch als Füllventil für den Hilfsluftbehälter und als Schnellbremsventil dienen
kann..
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Bremsdruckregler für Druckluftbremsen, bei dem ein Bremslöseventil durch die gegenseitige Bewegung zweier Teile unter idem Einfluß der Drücke im Bremszylinder und in einem während der Bremsung abgeschlossenen Steuerbehälter - und des Druckes in der Bremsleitungoder eines im wesentlichen gleichartigen Druckes gesteuert wird,, wobei der Ventilsitz des Löseventils in einem einerseits vom Bremszylinder druck beeinflußten KoI-ben angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß dieser Kolben (19) andererseits von . einem Federglied (25) beeinflußt wird, dessen Druck sich entsprechend dem Hube des Kolbens (19) vom Mindestbrems druck bis zum Vollbremsdruck verändert, während der Ventilkörper (1.5)· gegen diesen Sitz durch ein unabhängig von dem den Sitz enthaltenden Kolben (19) bewegliches Kolbenglied (2) ange-• 5 drückt wird, auf das im Sinne der öffnung des Ventils (15) Bremsleitungs- oder Hilfsbehälterdruck und im Sinne der Schließung der Druck des Steuerbehälters (8) wirkt, dessen Rauminhalt so zum Hubvolumen des Kolbengliedes (2) abgestimmt ist, daß der in der Anfangslage des Kolbengliedes (2) dem normalen Leitungsdruck entsprechende Druck in diesem Behälter (8) in der Endlage des Kolas ,bengliedes (2) etwa auf den der VoIlbremsung entsprechenden Leitungsdruck abgesunken ist, wobei der Hub des KoL-bengliedes (2) und des Kolbens (19) unter Berücksichtigung von mechanischen Übersetzungsverhältnissen, beispielsweise einer Hebelübersetzung zwischen dem Kolbenglied (2) und dem Löseventil (15), so abgestimmt sind, -daß das Löseventil (15) bei leerem Bremszylinder nur in der Anfangslage, bei Überschreitung des Vollbremsdruckes dagegen auch in der Endlage des Kolbengliedes (2) geöffnet ist.
- 2. Bremsdruckregler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis; der Querschnitte des- Kolbengliedes (2) und des Kolbens (19) unter Berücksichtigung mechanischer Übersetzungsverhältnisse so gewählt ISt1 daß die Stellung des Kolbengliedes (2) praktisch unabhängig vom Bremszylinderdruek ist.
- 3. Bremsdruckregler nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein Ausgleichglied (Ausgleichhebel 30), das die Bewegung des Kolbengliedes (2) einerseits auf das Löseventil (15), andererseits auf ein im entgegengesetzten Sinne beeinflußtes Bremszylinderspeiseventil (31) überträgt.-
- 4. Bremsdruckregler nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß dem Kolbenglied (2) durch ein durch Gegeneinanderwirken von Leitungs- und Hilfsbehälterdruck gesteuertes Umschaltorgan (44, 45) bei Verstärkung der Bremsung Leitungsdruck, beim Lösen Hilfsbehälterdruck zugeführt wird. 6frHierzu ι Blatt Zeichnungen:
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