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Die
Erfindung betrifft eine neue Lipidkinase, die zur PI3-Kinasefamilie
(PI3K-Familie) gehört,
und genauer betrifft die Erfindung verschiedene Aspekte der neuen
Lipidkinase, insbesondere, aber nicht ausschließlich, einen Nachweis der Expression
dieser Kinase, um Motilität
oder Invasion von Zellen wie Metastasen von Krebszellen zu diagnostizieren
oder vorherzusagen; ferner betrifft sie Mittel zum Beeinflussen
dieser Expression oder zum Hemmen der Kinase, um diese Motilität oder Invasion
zu verstärken
oder zu reduzieren oder zu verhindern und so die Bewegung der ausgewählten Zellen
zu verbessern oder einzuschränken.
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Ein Überblick über die
Enzyme der PI3-Kinasefamilie findet sich in unserer parallel anhängigen Patentanmeldung
WO93/21328. Kurz gesagt zeigt diese Klasse von Enzymen Phosphoinositid-3-Kinaseaktivität (Phosphoinositid
wird im Folgenden als PI bezeichnet). Nachdem unser Wissen über zelluläre Signaltransduktionssysteme
und zelluläre
Second Messenger-Systeme wichtige Fortschritte gemacht hat, ist
bekannt, dass die PI3Ks eine Hauptrolle bei der Regulierung der
Zellfunktion spielen müssen.
Tatsächlich
ist bekannt, dass PI3Ks Mitglieder einer wachsenden Zahl potenzieller
Signalproteine sind, die mit entweder durch Ligandenstimulation
oder als Folge von Zelltransformation aktivierten Protein-Tyrosinkinasen
assoziieren. Sobald sie dann assoziiert sind, sorgen sie für einen
wichtigen Komplex im Signalweg der Zelle und steuern Ereignisse
bis zu einem bestimmten Abschluss.
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PI3-Kinasen
katalysieren das Anhängen
von Phosphat an die 3'-OH-Position
des Inositolrings von Inositollipiden, wobei sie Phosphatidylinositolmonophosphat,
Phosphatidylinositoldiphosphat und Phosphatidylinositoltriphosphat
bilden (Whitman et al., 1988, Stephens et al., 1989 und 1991). Eine
Familie von PI3-Kinaseenzymen wurde nun in so verschiedenen Organismen
wie Pflanzen, Schleimpilzen, Hefen, Fruchtfliegen und Säugern identifiziert
(Zvelebil et al., 1996).
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Es
ist denkbar, dass verschiedene PI3-Kinasen für die Bildung verschiedener
3'-phosphorylierter
Inositollipide in vivo verantwortlich sind. Auf Basis ihrer in vitro-Lipidsubstratspezifität lassen
sich drei PI3-Kinase-Klassen
unterscheiden. Enzyme einer ersten Klasse haben eine breite Substratspezifität und phosphorylieren
PtdIns, PtdIns(4)P und PtdIns(4,5)P2. Klasse
I-PI3-Kinasen umfassen p110α,
p110β und
p110γ von
Säugern
(Hiles et al., 1992; Hu et al., 1993; Stephens et al., 1994; Stoyanov
et al., 1995).
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P110α und p110β sind eng
verwandte PI3-Kinasen, die mit p85-Adapterproteinen und mit GTP-gebundendem Ras interagieren.
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Zwei
85 kDa-Untereinheiten, p85α und
p85β, wurden
kloniert (Otsu et al., 1992). Diese Moleküle enthalten eine N-terminale
src-Homologie-3-Domäne
(SH3-Domäne),
eine Region mit Breakpoint-Cluster (bcr)-Homologie, die von zwei prolinreichen
Regionen flankiert wird, und zwei src-Homologie-2-Domänen (SH2-Domänen). Allen
verkürzten
p85-Proteinen, die durchalternatives Spleißen aus dem p85α-Gen gebildet oder
von anderen Genen als denen für
p85α/β codiert
werden, fehlen die SH3-Domäne
und die bcr-Region, die durch einen charakteristischen kurzen N-Terminus
ersetzt zu sein scheinen (Pons et al., 1995; Inukai et al., 1996; Antonetti
et al. 1996). Die SH2-Domänen,
die in allen p85-Molekülen
vorhanden sind, verleihen den heterodimeren p85/p 110-PI3Ks die
Fähigkeit,
mit phosphorylierten Tyrosinresten an zahlreichen Rezeptoren und anderen
zellulären
Proteinen zu interagieren. Im Gegensatz zu p110α und β interagiert p110γ nicht mit
p85, sondern assoziiert stattdessen mit einem p101-Adapterprotein
(Stephens et al., 1996). P110γ-Aktivität wird durch
G-Proteinuntereinheiten stimuliert.
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PI3Ks
einer zweiten Klasse enthalten Enzyme, die zumindest in vitro PtdIns
und PtdIns(4)P, aber nicht PtdIns(4, 5)P2 phosphorylieren
(MacDougall et al., 1995; Virbasius et al., 1996, Molz et al., 1996).
Diese PI3Ks enthalten an ihrem C-Terminus alle eine C2-Domäne. Die
Rolle dieser Klasse II-PI3Ks in vivo ist unbekannt.
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Eine
dritte PI3K-Klasse hat eine auf PtdIns beschränkte Substratspezifität. Diese
PI3Ks sind homolog zu Hefe-Vps34p, das bei Hefe an der Migration
neu gebildeter Proteine vom Golgi-Apparat zur Vakuole beteiligt
ist, dem Äquivalent
zum Lysosom von Säugern
(Stack et al., 1995). Sowohl Vps34p von Hefe als auch von Säugern treten
in einem Komplex mit Vps15p auf, einer 150 kDa-Serin/Threonin-Proteinkinase
(Stack et al., 1995; Volinia et al., 1995; Panaretou et al., zur
Veröffentlichung
eingereicht).
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PtdIns(3)P
liegt in Zellen konstitutiv vor, und seine Menge bleibt bei extrazellulärer Stimulation
größtenteils
unverändert.
Im Gegensatz dazu sind PtdIns(3, 4)P2 und
PtdIns(3, 4, 5)P3 in ruhenden Zellen so
gut wie nicht vorhanden, werden aber bei Stimulation durch zahlreiche
verschiedene Wachstumsfaktoren rasch produziert, was eine wahrscheinliche
Funktion als Second Messenger vermuten lässt (Stephens et al., 1993). Man
beginnt gerade erst, die Rolle von PI3Ks und ihren phosphorylierten
Lipiden bei der Zellphysiologie zu verstehen. Diese Lipide können eine
doppelte Rolle erfüllen:
Außer
dass sie physikalische, ladungsvermittelte Wirkungen auf die Krümmung der
Lipiddoppelschicht ausüben,
besitzen sie auch die Fähigkeit
mit spezifischen Bindungsproteinen zu interagieren und ihre Lokalisation
und/oder Aktivität
zu modulieren. Zu den potenziellen Zielen dieser Lipide gehören Proteinkinasen,
wie Proteinkinase C-Isoformen, Proteinkinase N/Rho-aktivierte Kinasen
und Akt/RAC/Proteinkinase B (Toker et al., 1994; Palmer et al.,
1995; Burgering und Coffer, 1995); Franke et al., 1995; James et
al., 1996; Klippel et al., 1996). Akt/RAC/Proteinkinase B befindet sich
wahrscheinlich stromaufwärts
von Zielen wie p70 S6-Kinase und Glycogensynthasekinase-3 (Chung
et al., 1994; Cross et al., 1995). PI3Ks beeinflussen auch die Aktivität kleiner
GTP-bindender Proteine wie Rac und Rab5, möglicherweise daddurch, dass
sie den Nukleotidaustausch regulieren (Hawkins et al., 1995; Li
et al., 1996). Letztlich kann die Kombination dieser Wirkungen zu
Umlagerungen des Zytoskeletts, DNA-Synthese/Mitogenese und Überleben
und Differenzierung von Zellen führen
(Vanhaesebroeck et al., 1996).
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Wir
beschreiben hier eine neue Klasse I-PI3-Kinase von Säugern, die
wir p110δ genannt
haben. Diese neue PI3-Kinase verkörpert die Klasse I-PI3-Kinasefamilie,
indem sie p85α,
p85β und
p85γ bindet.
Daneben bindet sie auch GTP-ras, zeigt aber wie p110α keine Bindung
an rho und rac. Sie hat mit p110α und
p110β auch
die gleiche breite GTP-Phosplioinositidlipidsubstratspezifität, und sie
zeigt ferner Proteinkinaseaktivität und weist eine ähnliche
Wirkstoffempfindlichkeit wie p110α auf.
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Sie
ist jedoch durch ihre selektive Gewebeverteilunggekennzeichnet.
Im Gegensatz zu p110α und p110β, die ubiquitär exprimiert
zu werden scheinen, ist die Expression von p110δ in Populationen weißer Blutzellen,
d. h. Milz, Thymus und besonders peripheren Blutleukozyten, besonders
hoch. Neben dieser Beobachtung haben wir auch gefunden, dass p110δ in den meisten
Melanomen exprimiert wird, aber in keinerlei Melanozyten, den normalen,
das Gegenstück
zu Melanomen bildenden Zellen. Angesichts der natürlichen
Verteilung von p110δ in
Geweben, die bekanntermaßen
Motilität
oder Invasion zeigen, und ferner der Expression von p110δ in Krebszellen
vermuten wir, dass p110δ eine
Rolle bei Zellmotilität
oder -invasion spielen muss, und so kann die Expression dieser Lipidkinase
in Krebszellen das metastatische Verhalten von Krebszellen erklären kann.
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Ein
weiteres neues Merkmal von p110δ ist
dessen Fähigkeit,
in einer Mn2+-abhängigen Weise zu autophosphorylieren.
Tatsächlich
haben wir gezeigt, dass Autophosphorylierung zu Hemmung der Lipidkinaseaktivität des Proteins
führt.
Daneben enthält
p110δ getrennte
Module für
eine potenzielle Protein:Protein-Interaktion, die eine prolinreiche
Region beinhalten (siehe 1, Position 292-311, wobei 8
von 20 Aminosäuren Prolin
sind), und eine Region, die einer basischen Leucin-Zipper (bZIP)-Domäne ähnelt (Ing
et al., 1994 und Hirai et al., 1996). Solche biochemischen und strukturellen
Unterschiede zwischen p85-bindenden
PI3-Kinasen weisen darauf hin, dass sie unterschiedliche Funktionen
erfüllen
und/oder in vivo differenziell reguliert werden.
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Wir
offenbaren hier ein Nukleinsäuremolekül menschlichen
Ursprungs und entsprechende Aminosäuresequenzdaten für p110δ. Mit dieser
Information ist es möglich,
die Expression von p110δ in
verschiedenen Gewebetypen zu bestimmen und insbesondere seine Expression
in Krebsgewebe zu bestimmen, um die Motilität oder Invasivität solcher
Gewebe zu diagnostizieren und so das Potenzial vorherzusagen, dass
sekundäre Tumoren
auftreten. Ferner ist es auch möglich,
Mittel bereitzustellen, die die Expression von p110δ beeinträchtigen
oder auf andere Weise seine Funktion stören. Mit den hier bereitgestellten
Sequenzdaten ist es beispielsweise möglich, Antisensematerial bereitzustellen,
das die Expression von p110δ verhindert.
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Wie
oben erwähnt,
umfasst die Erfindung Antisense-Oligonukleotide, die selektiv an
ein Nukleinsäuremolekül binden,
das für
ein PI3Kδ-Protein
codiert, um Transkription und/oder Translation von PI3Kδ-Genen zu
senken. Dies ist im Grunde bei jedem medizinischen Zustand wünschenswert,
bei dem eine Verminderung der Expression des PI3Kδ-Genprodukts
wünschenswert
ist, einschließlich
der Verminderung irgendwelcher Ausdrucksformen eines Tumorzellphänotyps,
die einer PI3Kδ-Genexpression
zuzuschreiben sind. Auf diese Weise können Antisensemoleküle verwendet
werden, um solche Ausdrucksformen eines Tumorzellphänotyps zu
verlangsamen oder zu stoppen.
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Der
Begriff "Antisense-Oligonukleotid" oder "Antisense", wie er hier verwendet
wird, beschreibt ein Oligonukleotid, d.h. ein Oligoribonukleotid,
ein Oligodesoxyribonukleotid, ein modifiziertes Oligoribonukleotid oder
ein modifiziertes Oligodesoxyribonukleotd, das unter physiologischen
Bedingungen an DNA bindet, die ein bestimmtes Gen umfasst, oder
an ein mRNA-Transkript dieses Gens, und dadurch die Transkription
des Gens und/oder die Translation der mRNA hemmt. Die Antisensemoleküle sind
so konstruiert, dass sie Transkription oder Translation eines Zielgens
bei Hybridisierung mit dem Zielgen stören. Der Fachmann erkennt, dass
die genaue Länge
des Antisense-Oligonukleotids und sein Komplementaritätsgrad mit
dem Ziel vom jeweiligen spezifischen Ziel abhängen, einschließlich der
Sequenz des Targets und der jeweiligen Basen, die diese Sequenz
ausmachen. Bevorzugt wird das Antisense-Oligonukleotid so konstruiert
und ausgelegt, dass es unter physiologischen Bedingungen selektiv
mit dem Ziel bindet, d.h. dass es unter physiologischen Bedingungen deutlich
stärker
an die Zielsequenz bindet als an irgendeine andere Sequenz in der
Zielzelle. Auf Basis der in 9 dargestellten
DNA-Sequenz oder auf Basis allelischer oder homologer genomischer
Sequenzen und/oder DNA-Sequenzen kann ein Fachmann ohne weiteres
beliebige geeignete Antisensemoleküle zur erfindungsgemäßen Verwendung
auswählen
und synthetisieren. Für
eine ausreichend selektive und starke Hemmung sollten solche Antisense-Oligonukleotide
wenigstens 7 (Wagner et al., Nature Biotechnology 14:840-844, 1996) und vorzugsweise
wenigstens 15 aufeinanderfolgende Basen umfassen, die mit dem Ziel komplementär sind.
Ganz besonders bevorzugt umfassen die Antisense-Oligonukleotide
eine komplementäre Sequenz
von 20-30 Basen. Obwohl Oligonukleotide mit einer Antisensestruktur
zu irgendeiner beliebigenRegion des Gens oder des mRNA-Transkripts
ausgewählt
werden können,
entsprechen die Antisense-Oligonukleotide bei bevorzugten Ausführungsformen
Stellen am N-Terminus oder 5' stromaufwärts, wie
Translationsinitiationsstellen, Transkriptionsinitiationsstellen
oder Promotorstellen. Daneben kann auch auf 3'-untranslatierte
Regionen gezielt werden. Targeting von mRNA-Spleißstellen
kamauf diesem Gebiet ebenfalls zur Anwendung, könnte aber bei alternativem
mRNA-Spleißen
weniger vorteihaft sein. Außerdem
zielt das Antisense vorzugsweise auf Stellen, bei denen keine Sekundärstruktur
der mRNA zu erwarten ist (siehe z. B. Sainio et al., Cell Mol. Neurobiol.
14(5):439-457, 1994) und an denen man keine Proteinbindung erwartet.
Obwohl 9 eine cDNA-Sequenz offenbart, kann ein Fachmann
schließlich
leicht die der cDNA von 9 entsprechende genomische DNA
ableiten. Die vorliegende Erfindung stellt daher auch Antisense-Oligonukleotide bereit,
die zu der 9 entsprechenden genomischen
DNA komplementär
sind. Ähnlich
lassen sich ohne unzumutbare Versuche Antisense-Oligonukleotide
für allelische
oder homologe DNAsund genomische DNAs konstruieren.
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Bei
einer Gruppe von Ausführungsformen
können
die Antisense-Oligonukleotide der Erfindung aus "natürlichen" Desoxyribonukleotiden,
Ribonukleotiden oder irgendeiner Kombination davonbestehen. Das heißt, das
5'-Ende eines nativen
Nukleotids und das 3'-Ende
eines anderen nativen Nukleotids können wie in natürlichen
Systemen über
eine internukleosidische Phosphodiesterbindung miteinander verknüpft sein.
Diese Oligonukleotide können
nach fachmännisch
bekannten Verfahren, die manuell oder mit einem automatischen Synthesegerät durchgeführt werden
können,
hergestellt werden. Sie können
auch rekombinant mit Vektoren produziert werden.
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Bei
bevorzugten Ausführungsformen
können
die Antisense-Oligonukleotide der Erfindung aber auch "modifizierte" Oligonukleotide
enthalten. Das heißt,
die Oligonukleotide können
auf verschiedene Weise modifiziert werden, durch die ihre Hybridisierung
an das Target nicht verhindert wird, durch die aber ihre Stabilität oder das
Targeting verbessert oder die therapeutische Wirksamkeit in anderer
Weise verstärkt
wird.
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Der
Begriff "modifiziertes
Oligonukleotid",
wie er hier verwendet wird, beschreibt einOligonukleotid, bei dem
(1) wenigstens zwei seiner Nukleotide über eine synthetische Internukleosidbindung
kovalent miteinander verknüpft
sind (d.h. über
eine andere Bindung als eine Phosphpdiesterbindung zwischen dem
5'-Ende eines Nukleotids
und dem 3'-Ende
eines anderen Nukleotids) und/oder (2) eine chemische Gruppe, die
normalerweise nicht mit Nukleinsäuren
assoziiert ist, kovalent an das Oligonukleotid gebunden wurde. Bevorzugte
synthetische Internukleosidbindungen sind Phosphorothioate, Alkylphosphonate,
Phosphorodithioate, Phosphatester, Alkylphosphonothioate, Phosphoramidate,
Carbamate, Phosphattriester, Acetamidate, Peptide und Carboxymethylester.
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Der
Begriff "modifiziertes
Oligonukleotid" umfasst
auch Oligonukleotide mit einer kovalent modifizierten Base und/oder
einem kovalent modifzierten Zucker. Beispielsweise umfassen modifizierte
Oligonukleotide Oligonukleotide mit Gerüstzuckern, die kovalent an
andere niedermolekulare organische Gruppen als an eine Hydroxygruppe
in 3'-Position und
eine Phosphatgruppe in 5'-Position
gebunden sind. Modifizierte Oligonukleotide können also eine 2'-O-alkylierte Ribosegruppe
enthalten. Ferner können
modifizierte Oligonukleotide Zucker wie Arabinose anstelle von Ribose
enthalten. Modifizierte Oligonukleotide können ferner Basenanaloga wie
C-5-propinmodifizierte Basen enthalten (Wagner et al., Nature Biotechnology
14:840-844, 1996).
Die vorliegende Erfindung zieht daher pharmazeutische Formulierungen
in Betracht, die, zusammen mit pharmazeutisch verträglichen
Trägern,
modifizierte Antisensemoleküle
enthalten, die zu Nukleinsäuren
komplementär sind,
die für
PI3Kδ-Proteine
codieren, und mit diesen hybridisieren.
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Antisense-Oligonukleotide
können
als Teil einer pharmazeutischen Zusammensetzung verabreicht werden.
Eine solche pharmazeutische Zusammensetzung kann die Antisense-Oligonukleotide
in Kombination mit irgendwelchen üblichen physiologisch und/oder
pharmazeutisch verträglichen
Trägern
enthalten, wie sie auf diesem Gebiet bekannt sind. Die Zusammensetzungen
sollten steril sein und eine therapeutisch wirksame Menge der Antisense-Oligonukleotide
in einer Gewichts- oder Volumeneinheit enthalten, die sich zur Verabreichung
an einen Patienten eignet. Der Begriff "pharmazeutisch verträglich" bedeutet ein nichttoxisches Material, das
die Wirksamkeit der biologischen Aktivität des Wirkstoffs nicht beeinträchtigt.
Der Begriff "physiologisch verträglich" bezeichnet ein nichttoxisches
Material, das mit einem biologischen System wie einer Zelle, einer Zellkultur,
einem Gewebe oder einem Organismus kompatibel ist. Die Eigenschaften
des Trägers
hängen
vom Verabreichungsweg ab. Physiologisch und pharmazeutisch verträgliche Träger beinhalten
Verdünnungsmittel, Füllstoffe,
Salze, Puffer, Stabilisatoren, Solubilisierungsmittel und andere
Substanzen, wie sie dem Fachmann allgemein bekannt sind.
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Eine
Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine neue PI3-Kinase
zu identifizieren und so Mittel zum Vorhersagen der wahrscheinlichen
Motilität
oder Invasivität
von Zellen bereitzustellen.
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Eine
weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, Mittel bereitzustellen,
die die Expression von p110δ verstärken oder
verringern oder verhindern, und/oder Mittel, die die Funktion von
p110δ stören, um
die Motilität oder
Invasivität
von Zellen zu verbessern oder zu hemmen bzw. zu verhindern.
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Gemäß einem
ersten Aspekt der Erfindung wird daher ein isoliertes autophosphorylierendes
Polypeptid bereitgestellt, das PI3-Kinaseaktivität besitzt, dargestellt durch
die in 1A gezeigte Aminosäuresequenz.
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Idealerweise
stammt das Polypeptid aus weißen
Blutzellen und wird typischerweise in Melanomen exprimiert, noch
vorteilhafter ist das Polypeptid humanen Ursprungs.
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Außerdem ist
das Polypeptid fähig,
mit p85-Untereinheiten von Säuger-PI3-Kinasen
zu assoziieren und idealerweise aktive Komplexe zu bilden.
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Besonders
bevorzugt hat das Polypeptid die in 1A gezeigte
Aminosäuresequenz,
die insbesondere durch eine prolinreiche Domäne gekennzeichnet ist.
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Bezugnahme
auf den Begriff "homolog" soll hier Material ähnlicher
Art oder gemeinsamer Herkunft oder mit solchen Merkmalen umfassen,
wie sie hier beschrieben sind und die das Protein kennzeichnen,
oder Material, dessen entsprechendes Nukleinsäuremolekül, beispielsweise unter stringenten
Bedingungen, an das in 9 gezeigte Nukleinsäuremolekül hybridisiert. Übliche Hybridisierungsbedingungen
sollten 50 % Formamid, 5 × SSPE,
5 × Denhardts-Lösung, 0,2
% SDS, 200 μg/ml
denaturierte, ultraschallbehandelte Heringssperma-DNA und 200 μg/ml Hefe-RNA
bei einer Temperatur von 60 °C
beinhalten (Bedingungen beschrieben in der Offenlegungsschrift WO
93/21328).
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Idealerweise
wird das Polypeptid mit rekombinanter Technologie produziert und
ist üblicherweise
humanen Ursprungs.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Antikörper gegen wenigstens einen
Teil des erfindungsgemäßen Polypeptids
bereitgestellt, wobei der Antikörper
polyklonal oder monoklonal sein kann.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird das ganze in 9 gezeigte
Nukleinsäuremolekül oder ein
Teil davon bereitgestellt, wobei das Molekül für ein autophosphorylierendes
Polypeptid mit PI3-Kinaseaktivität codiert.
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In
Falle, dass ein Teil des Moleküls
bereitgestellt wird, wird der Teil entsprechend seinem Zweck ausgewählt; beispielsweise
kann es wünschenswert
sein, einen Teil mit Kinaseaktivität zur anschließenden Verwendung
anzuwählen
oder einen anderen Teil, der am besten zur Antikörperproduktion geeignet ist.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Nukleinsäuremolekülkonstrukt bereitgestellt, das
ein ganzes Nukleinsäuremolekül der Erfindung
oder einen Teil davon umfasst, wobei sich letzteres Nukleinsäuremolekül unter
der Kontrolle einer Kontrollsequenz und im passenden Leserahmen
befindet, so dass eine Expression des entsprechenden Proteins gewährleistet
ist.
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Gemäß noch einem
weiteren Aspekt der Erfindung werden Wirtszellen bereitgestellt,
die, idealerweise mit dem Konstrukt der Erfindung, transformiert
wurden, so dass sie ein ganzes in 9 gezeigtes
Nukleinsäuremolekül oder einen
Teil davon enthalten und so die Expression eines ganzen entsprechenden
Polypeptids oder eines signifikanten Teils davon ermöglichen.
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Idealerweise
sind diese Wirtszellen eukaryontische Zellen, beispielsweise Insektenzellen
wie Zellen der Spezies Spodoptera frugiperda, wobei das Baculovirus-Expressionssystem
verwendet wird. Dieses Expressionssystem wird in den Fällen bevorzugt,
in denen eine posttranslationale Modifikation erforderlich ist. Wenn
keine solche Modifikation erforderlich ist, kann auch ein prokaryontisches
System verwendet werden.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Diagnostizieren
der Motilität
von Zellen bereitgestellt, das das Prüfen einer Probe der Zellen
auf Expression des Polypeptids der Erfindung umfasst.
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Idealerweise
werden Untersuchungen durchgeführt,
um festzustellen, ob in diesen Zellen mRNA, die dem Polypeptid der
Erfindung entspricht, exprimiert wird, beispielsweise mit PCR-Methoden
oder durch Northern Blot-Analyse. Alternativ kann jede andere übliche Methode
durchgeführt
werden, um eine Expression nachzuweisen.
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Gemäß noch einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Identifizieren
von Antagonisten bereitgestellt, die die Aktivität des erfindungsgemäßen Polypeptids
wirksam hemmen, welches ein Screening von Kandidatenmolekülen auf
solche Aktivität
mit dem Polypeptid der Erfindung oder Fragmenten davon umfasst.
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Vorteilhaft
kann das Screening künstliche
Methoden wie computergestützte
Methoden oder übliche Labormethoden
beinhalten.
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Idealerweise
wird das obige Verfahren durchgeführt, indem Zellen, von denen
bekannt ist, dass sie das erfindungsgemäße Polypeptid entweder natürlich oder
auf Grund von Transfektion exprimieren, dem entsprechenden Antagonisten
ausgesetzt werden und dann deren Motilität verfolgt wird.
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Alternativ
kann das erfindungsgemäße Verfahren
kompetitive Bindungsassays beinhalten, um Mittel zu identifizieren,
die selektiv und im Idealfall irreversibel an das erfindungsgemäße Polypeptid
binden.
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Gemäß noch einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird eine pharmazeutische oder veterinärmedizinische
Zusammensetzung bereitgestellt, die ein Mittel umfasst, das die
Aktivität
oder Expression des erfindungsgemäßen Polypeptids wirksam verstärkt oder
hemmt, die für
eine pharmazeutische oder veterinärmedizinische Verwendung formuliert
wurde und die gegebenenfalls auch ein Verdünnungsmittel, einen Träger oder einen
Hilfsstoff beinhaltet und/oder in Form einer Dosierungseinheit vorliegt.
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Gemäß noch einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Regulieren
der Motilität
von Zellen bereitgestellt, welches umfasst, dass eine Population
der Zellen entweder einem Antikörper
oder dem Polypeptid der Erfindung oder Antisensematerial, wie hier
beschrieben, ausgesetzt wird.
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Alternativ
können
die Zellen in dem oben genannten Verfahren alternativ oder zusätzlich dem
Polypeptid der Erfindung ausgesetzt werden, um die effektiven Mengen
des Polypeptids zu erhöhen
und so die Zellmotilität
zu verstärken.
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Das
oben genannte Verfahren kann in vitro durchgeführt werden.
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Gemäß noch einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird die Verwendung eines Mittels
zur Regulierung der Zellmotilität
bereitgestellt, das die Aktivität
des erfindungsgemäßen Polypeptids
wirksam hemmt.
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Gemäß noch einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird die Verwendung des erfindungsgemäßen Polypeptids
zum Verstärken
der Zellmotilität
bereitgestellt.
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Gemäß noch einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird eine pharmazeutische Zusammensetzung
mit Antisense-Oligonukleotiden, die idealerweise wie hier beschrieben
modifiziert sind, zur Hybridisierung an die erfindungsgemäße Nukleinsäure bereitgestellt.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung wird nun unter Bezug auf die folgenden Figuren, Materialien
und Methoden lediglich beispielhaft beschrieben, wobei:
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1(A) zeigt translatierte Aminosäuresequenz
von humaner p110δ-cDNA.
Die prolinreiche Region und die bZIP-ähnliche Domäne sind durch leere bzw. schraffierte
Boxen angezeigt. (B) Dotplot-Vergleich der vollständigen Aminosäuresequenz
von p110δ mit
der von p110α und
p110β. Nichtkonservierte
Sequenzmotive sind unterstrichen. Dotplot-Vergleiche erfolgten mit
dem Programm COMPARE (UWGCG-Paket: Devereux et al., 1984). (C) Vergleich
der HR3-flankierenden p110δ-Aminosäuresequenzmit
den entsprechenden homologen Regionen von p110α und p110β. Die Aminosäurenummerierung ist die von
p110δ. Prolinreiche
Region: kritische Proline, die die Bildung einer linksgängigen Typ
II-Polyprolinhelix in p110δ ermöglichen,
sind mit einem Stern gekennzeichnet. bZIP-Region: konservierte L/V/I-Reste
der Leucinzipper-Region sind durch Pfeilspitzen gekennzeichnet.
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2. Interaktion von p110δ mit p85
und Ras. (A) Insektenzellen wurden mit rekombinantem Baculovirus,
das für
GST-p110δ codiert,
allein oder in Kombination mit Viren infiziert, die entweder für p85α, β oder γ codierten.
Nach zwei Tagen wurde GST-p110δ aus
den Zelllysaten mit Glutathion-Sepharose affinitätsgereinigt, gewaschen und
durch SDS-PAGE und Coomassiefärbung
analysiert. (B) P110δ wurde
aus 500 μg
humanem Neutrophilenzytosol immunpräzipitiert und mittels Western
Blotting auf Anwesenheit verschiedener p85-Isoformen untersucht.
rec = rekombinantes, aus Sf9-Zellen gereinigtes p85. (C) GST-p110α/85α und GST-p110δ/85α (0,25 μg) wurden
mit der angegebenen Menge (in μg)
an GTP- oder GDP-beladenem V12-Ras inkubiert, gewaschen und wie
beschrieben durch Western Blotting auf die Anwesenheit von Ras untersucht
(Rodriguez-Viciana et al., 1994, 1996).
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3. (A) In vitro-Lipidsubstratspezifität von p110δ. GST-p110δ/p85α wurde in
einem Lipidkinaseassay verwendet, wobei die angegebenen Substrate
in Gegenwart von Mg2+ verwendet wurden.
Am Origin wurden gleiche cpm gefunden. (B) HPLC-Analyse des von
GST-p110δ/p85α gebildeten
PtdIns-Phosphorylierungsprodukts.
Gezeigt sind die Elutionszeiten des deacylierten Produkts von p110δ (durchgezogene
Linie) und der Glycerophosphoinositol-3P- und Glycerophosphoinositol-4P-Standards
(gepunktete Linie). Die Positionen der AMP- und ADP-Kontrollen sind
durch Pfeile gezeigt.
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4. Proteinkinaseaktivität von p110δ. (A) GST-p110α oder GST-p110δ, im Komplex
mit den angegebenen p85-Untereinheiten, wurden einer in vitro-Proteinkinasereaktion
in Gegenwart von Mn2+ unterworfen und durch
SDS-PAGE, Coomassiefärbungund
Autoradiographie weiteranalysiert. (B, C) p110α und p110δ ohne Tag [Wildtyp (WT) oder
kinasedefiziente Mutanten (p110δ-R916P
und p110δ-R894P)],
im Komplex mit p85α oder β an PDGF-Rezeptor-Phosphopeptidkügelchen,
wurden einer in vitro-Kinasereaktion unterworfen und wie unter (A)
beschrieben weiteranalysiert. Offene und geschlossene Pfeilspitzen
deuten auf p110- bzw. p85-Proteine. Rechte Tafel in (B): Phosphoaminosäureanalyse
von p85α und
p110δ.
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5.
Empfindlichkeit von p110δ-Lipidkinaseaktivität gegenüber Wirkstoffen.
Die Hemmung von p110δ/p85α (volle Kreise)
und p110α/p85α (ungefüllte Kreise)
ist auf die Aktivität
in Abwesenheit des Wirkstoffs Wortmannin normiert. Diese Wertepunkte
sind die Mittelwerte (ASE) von drei Versuchen.
-
6.
Northern Blot-Analyse der Expression von p110α, p110β und p110δ.
-
7.
Analyse der Proteinexpression von p110α und p110δ. Es wurden 100 μg Gesamtzelllysat
pro Spur aufgetragen. Blutplättchen
wurden entweder in Lysispuffer wie unter Material und Methoden beschrieben oder
in Laemmli-Gelauftragspuffer, der 2-Mercaptoethanol enthielt, lysiert.
PMBC, periphere mononukleäre Blutzellen;
PBL, periphere Blutlymphozyten.
-
8.
Beteiligung von p110α und
p110δ am
Zytokin-Signalweg. Zelllinien Ba/F3 (A) und MC/9 (B) wurden mit
den angebenen Zytokinen stimuliert. Proben von unbehandelten Kontrollzellen
sind mit Con bezeichnet. Gesamtzelllysate und p110α- und p110δ-IPs wurden
durch SDS-PAGE aufgetrennt und es wurden zweifache Blots präpariert,
die mit p110δ/85α (Tafeln
a, b und d) oder p110α/85α (Tafeln
c und e) bezeichnet wurden. Immunoblotting nativer Blots erfolgte
mit 4G10 (Anti-PTyr, Tafeln a) und Anti-p110α (Tafeln c). Die Blots wurden
anschließend "Stripping und Reprobing" mit Anti-SHP2 unterzogen.
(A, Tafel b), Anti-Kit-(B, Tafel b), Anti-p110δ-(Tafeln d) und Anti-p85-Antikörper (Tafeln
e). Die Pfeilspitzen geben die Positionen von p170 (IRS-2), p100
und p70 (SHP2) (A, Tafel a) und von p150 (c-Kit) und p100 (B, Tafel
b) an.
-
9.
Vollständige
humane cDNA-Sequenz von p110δ.
-
10 zeigt
Immunfluoreszenzbilder von murinen Makrophagen, denen affinitätsgereinigte
Antikörpern
gegen p110δ mikroinjiziert
worden waren. Die Abbildung der Makrophagenzytoskelette erfolgte
mit Phalloidinkonjugiertem Rhodamin.
-
MATERIAL UND
METHODEN
-
Klonierung von p110δ
-
Einzelheiten
der Isolierung von partiellen PI3-Kinase-cDNA-Klonen mittels RT-PCR
auf Basis homologer Regionen zwischen bovinem p110α und S. cerevisiae-Vps34p
wurden beschrieben (Volinia et al., 1995: McDougall et al., 1996).
Dieser Ansatz lieferte ein partielles p110δ-cDNA-Fragment aus der T-Zelllinie
MOLT4, das dann verwendet wurde, um eine mit Oligo(dT)-Primern versehene
U937-cDNA-Genbank zu screenen (Volinia et al., 1995). Komplementäre DNA war
in mit EcoRI-XhoI verdauten Lambda ZAPII-Vektor kloniertes EcoRI-XhoI
(Stratagene). Unter vier Millionen gescreenten Klonen wurden sechs
positive Primärplaques
gefunden, von denen drei bei zwei weiteren Screeningrundenpositiv
blieben. Die cDNA-Inserts in pBluescript wurden durch Ausschneiden
in vivo nach den Angaben des Herstellers (Stratagene) präpariert.
Drei repräsentative
pBluescript-Klone (05.1, 09,1 und
011.1) wurden durch Restriktionskartierung
und PCR charakterisiert, und es wurde gefunden, dass sie Inserts
mit Größen zwischen
4,4 kb (011.1) und 5,0 kb (05.1,
09.1) enthielten. Klon 09.1 wurde
für eine
genaue Charakterisierung verwendet. Eine Restriktionskartierung
seines Inserts ergab das Fehlen einer internen XhoI-Stelle und die
Anwesenheit von zwei internen EcoRI-Stellen, die sich 223 bzw. 3862 Nukleotide
3' von der Insertionsstelle
der EcoRI-cDNA befanden (Nukleotid 1 = unterstrichenes Nukleotid
der 9). Folglich spaltete ein gemeinsamer Verdau mit
EcoRI und XhoI das 09.1-Insert in drei Fragmente, die weiterhin
als EcoRI-Fragment I (Nukleotid 1-222), EcoRI-Fragment II (Nukleotid
223-3861) und EcoRI-XhoI-Fragment III (Nukleotid 3862-5000) bezeichnet
sind. Beide Stränge
der Fragmente 1 und II wurden mit dem "Taq DyeDeoxy Terminator Cycle"-Sequenzierungssystem
(ABI) sequenziert, und die vollständige cDNA-Sequenz ist in 9 gezeigt.
Es wurde ein offener Leserahmen gefunden, der die Nukleotide 195-3330 des
09.1-Inserts umspannt. Ein im Leserahmen
liegendes Stoppcodon geht dem potenziellen Startcodon voraus, das
sich in einer günstigen
Konstellation für
eine Translationsinitiation befindet (Kozak, 1991). Dies fuhrt zu
196 Nukleotiden untranslatierter 5'-Region (UT) und etwa 2,2 kb 3'-UT. In den sequenzierten
5'-Enden der 05.1-, 09.1- und 011.1-Klone wurden zwei unterschiedliche,
aber verwandte untranslatierte 5'-Regionen
gefunden, die die Existenz von wenigstens zwei leicht unterschiedlichen
Messenger-RNAs anzeigen.
-
Konstruktion von Expressionsvektoren
für p110δ
-
Die
verwendeten Insektenzellen-Transfervektoren waren pVL1393 (für p110δ ohne Tag;
InVitrogen) und pAcG3X (für
GST-p110δ;
Davies et al., 1993). Die für
p110δ codierende
Region wurde in zwei Schritten in diese Vektoren subkloniert. Zuerst
wurden die Expressionsvektoren durch Linkerinsertion an der Mehrfachklonierungsstelle
so manipuliert, dass sie einen Teil der Sequenz des EcoRI-Fragments
I von p110δ enthielten, der
das Startcodon (an Nukleotid 197; siehe oben) bis zur zweiten EcoRI-Stelle
(Nukleotid 223; siehe oben) umspannt. In letztere EcoRI-Stelle wurde
das EcoRI-Fragment II von p110δ subkloniert,
gefolgt von einer Selektion auf Klone mit Inserts in korrekter Orientierung.
Der erste Schritt für
die Insektenzellenvektoren war Spaltung mit BamHI-EcoRI, gefolgt
von Insertion des folgenden Linkers (Linker I):
GATCCCCACCATGCCCCCTGGGGTGGACTGCCCCATGG
(Sense.: 5'-3')
(Antisense:
5'-3')AATTCCATGGGGCAGTCCACCCCAGGGGGCATGGTGGG
-
Dieser
Linker enthält
das ATG mit einer optimalen Kozak-Konsensussequenz (Kozak, 1991).
Weitere p110δ-Derivate wurden mittels
PCR unter Verwendung von Vent-DNA-Polymerase (New England Biolabs) hergestellt.
Hierbei wurde p110δ-EcoRI-Fragment
II, subkloniert in pBluescript-SK (auch als pBluescript-p110δ-EcoII bezeichnet),
als eine Matrize verwendet. Bei diesen PCR-Reaktionen wurde die
untranslatierte 3'-Region
des EcoRI-Fragment II-Inserts entfernt. Die zur Erzeugung der Mutation
R894P verwendeten Oligonukleotide waren wie folgt: mutagenes Sense-Oligonukleotid
= PRIMER 1 (mutagene Reste unterstrichen) =
5'-GTGTGGCCACATATGTGCTGGGCATTGGCGATCCGCACAGCGACA ACATCATGATCCG,
Antisense
= PRIMER 2 =
5'-GGCCCGGTGCTCGAGAATTCTACTGCCTGTTGTCTTTGGACACGT
-
Eine
parallele PCR wurde mit Primer 2 und einem Sense-Primer (PRIMER
3 = 5'-GTGTGGCCACATATGTGCTGGGCATTGGCG)
durchgeführt,
der die Wildtyp-p110δ-Sequenz
intakt ließ.
Alle PCR-Produkte wurden mit NdeI und XhoI gespalten, in mit NdeI-XhoI
geöffneten
pBluescript-p110δ-EcoII
subkloniert und sequenziert. Korrekte Klone wurden dann als EcoRI-Kassette
in mit EcoRI geöffneten
pVL1393, der Linker I enthielt, transferiert, gefolgt von Selektion
auf Klone mit Insert in korrekter Orientierung.
-
Expression von p110δ in Insektenzellen
-
Plasmid-DNA
wurde mit BaculoGold-DNA (Pharmingen, San Diego, CA) unter Verwendung
von Lipofectin-Reagens (Gibco) cotransfiziert. Rekombinante Plaques
wurden isoliert und mit etablierten Verfahren charakterisiert (Summers
und Smith, 1987).
-
Zellkultur
-
Zellen
wurden in einem humidifizierten Inkubator mit 5 %iger CO2-Atmosphäre
in RPMI 1640-Medium kultiviert, das mit 10 % fötalem Rinderserum, 20 μM 2-Mercaptoethanol,
100 Einheiten/ml Penicillin/Streptomycin und 2 mM Glutamin supplementiert
war. Ba/F3 ist eine IL3-abhängige
murine Prä-B-Zelllinie (Palacios und
Steinmetz, 1985) und MC/9 ist eine IL3-abhängige murine Mastzelllinie
(Nabel et al., 1981). Sowohl Ba/F3 als auch MC/9 wurden als Quelle
für murines
IL3 in 10 % (v/v) konditioniertem Medium gehalten, das von WEHI3B
stammte. Myeloide FDMAC11/4.6 (FD-6)-Progenitorzellen sind eine
eigene Variante von FDMAC11, die in Reaktion auf IL4 sowie IL3,
GM-CSF und CSF-1 wächst
(Welham et al., 1994a). Diese Zellen wurden in 3 % (v/v) IL4-konditionierem
Medium gehalten, das von AgX63/OMIL4-Zellen stammte (Karasuyama
und Melchers, 1988).
-
Lipidkinaseassay
-
Der
Test auf Lipidkinaseaktivität
erfolgte im Wesentlichen wie bei Whitman et al. (1985) beschrieben. Der
Lipidkinaseassay-Puffer war 20 mM Tris HCl, pH 7,4, 100 mM NaCl
und 0,5 mM EGTA. Lipide wurden von Sigma bezogen. Die Endkonzentration
an ATP und Mg2+ bei dem Assay war standardmäßig 0,5
bzw. 3,5 mM, wobei Lipide in Konzentrationen von 0,2-0,4 mM eingesetzt
wurden. Soweit nicht anders angegeben, erfolgte die Kinasereaktion
10 min bei 37 °C.
Das Lösungsmittel
für die
DC-Auftrennung der Reaktionsprodukte war Propan-1-ol/2 M Essigsäure/5 M
H3PO4 (65:35:1).
Tests von Wirkstoffeffekten auf die Kinase erfolgten 10 min bei
25 °C mit
PtdIns als Substrat in Gegenwart von 40 μM ATP (Endkonzentration); alle
Teströhrchen
enthielten 1 % DMSO. Die Aktivität
wurde durch Phosphorimager-Analyse (Molecular Dynamics) von mittels
DC aufgetrennten Lipidprodukten quantifiziert.
-
HPLC-Analyse
-
[32P]-PtdIns3P, hergestellt durch Phosphorylierung
von PtdIns mit rekombinantem p110α,
und [32P]-PtdIns4P, gebildet durch Umwandlung
von PtdIns mit A431-Membranen in Gegenwart von 0,5 % NP-40, wurden
als Standards verwendet. Glycerophosphoinositole, die durch Deacylierung
von Lipiden mit Methylamin gebildet worden waren (Clarke und Dawson,
1981), wurden durch Anionenaustausch-HPLC an einer PartisphereSAX-Säule (Whatman
International) mit einem linearen Gradienten von 1 M (NH4)2HPO4 gegen
Wasser (0-25 % B; 60 min) bei 1 ml/min aufgetrennt. Radioaktive
Peaks wurden mit einem angeschlossenen Detektor (Reeve Analytical,
Glasgow) nachgewiesen. ADP- und ATP-Nukleotidstandards, die als
interne Kontrollen zugegeben worden waren, um Übereinstimmung zwischen den
Läufen
zu gewährleisten,
wurden durch Extinktion bei 254 nm nachgewiesen.
-
In vitro-Proteinphosphorylierungsassay
und Wirkung auf Lipidkinaseaktivität
-
Präzipitierte
Proteine wurden 30 min bei 37 °C
in Proteinkinaseassaypuffer (20 mM Tris·HCl (pH 7,4), 100 mM NaCl,
0,5 mM EGTA, 50 μM
ATP und 1 mM MnCl2·4H2O,
5-10 μCi[γ-32P]ATP/ml) inkubiert. Die Reaktion wurde
durch Zugabe von SDS-PAGE-Probenpuffer gestoppt und die Reaktionsprodukte
durch SDS-PAGE und
Autoradiographie analysiert. Phosphoaminosäureanalyse erfolgte auf einem
Hunter-Dünnschichtelektrophoresesystem
(CBS Scientific Co., Del Mar, CA) wie beschrieben (Jelinek und Weber,
1993).
-
Interaktion von kleinen
GTP-bindenden Proteinen mit PI-3K in vitro
-
Bindung
von ras, rac und rho an GST-PI3K erfolgte wie beschrieben (Rodriguez-Viciana
et al., 1995, 1996).
-
Antikörper, Immunpräzipitationen
und Immunoblotting
-
Monoklonale
Antikörper
gegen bovines p85α (U1,
U13) und p85β(T15)
wurden beschrieben (End et al., Reif et al., 1993): Ein monoklonaler
Antikörper
(I2) gegen bovines p85γ wurde
in unserem Labor entwickelt. Polyklonales Kaninchenantiserum gegen
GST-humanes p85α (AA
5-321) wurde freundlicherweise von Dr. P. Shephard, University College
London, zur Verfügung
gestellt. Polyklonale Kaninchenantiseren wurden gegen ein C-terminales
Peptid von p110δ (C)KVNWLAHNVSKDNRQ1044 und gegen ein N-terminales Peptid von
humanem p110α (CGG)SVTQEAEEREEFFDETRR88 gebildet. Um Antikörper zu erzeugen, die gegen
die phosphorylierte Form von p110δ gerichtet
sind, wurde die Peptidsequenz 1044 bei der Peptidsynthese am Serinrest phosphoryliert.
Ein Antiserum gegen den C-Terminus von humanem p110α (KMDWIFHTIKQHALN)
wurde feundlicherweise von Dr. Roya Hooshmand-Rad (Ludwig Institute
for Cancer Research, Uppsala, Schweden) zur Verfügung gestellt. Antikörper wurden
mit an Actigel (Sterogene Bioseparations, Arcadia, CA) oder an AF-Amino
ToyoPearl TSK-Gel (Tosho Co., Japan) gekoppelten Peptiden affinitätsgereinigt.
Es wurde gefunden, dass die Antikörper für die PI3K spezifisch waren,
gegen die sie gerichtet waren (getestet gegen die folgende, in Sf9-Zellen
exprimierte Gruppe von PI-3Ks: bovines p110α, humanes p110β (C. Panaretou
und R.S.; unveröffentlichte
Ergebnisse), humanes p110γ (Stoyanov
et al., 1995), p110δ,
PI-spezifische 3-Kinase (Volinia et al., 1995). Periphere Blutzellen
wurden über
einen Ficollgradienten gereinigt (Lymphoprep; Nycomed, Oslo, Norwegen).
Neutrophilenzytosol wurde wie beschrieben durch Ultraschallbehandlung
präpariert
(Wientjes et al., 1993). Der Lysispuffer war 1 % Triton-X100, 150
mM NaCl, 1 mM EDTA, 1 mM NaF, 1 mM NaVO3,
1 mM DTT, 1 mM PMSF, 0,27 TIU/ml Aprotinin und 10 μM Leupeptin.
Bei einigen Versuchen wurden 1 mM Diisopropylfluorophosphat und
27 mM Na-p-tosyl-L-lysin-chlormethylketon(Hydrochlorid) zugegeben.
Der für
die Zytokinexperimente verwendete Lysispuffer war 50 mM Tris·HCl, pH
7,5, 10 % (v/v) Glycerin, 1 % (v/v) NP-40, 150 mM NaCl, 100 μM Natriummolybdat,
500 μM Natriumfluorid,100 μM Natriumorthovanadat,
1 mM EDTA, 40 μg/ml
PMSF, 10 μg/ml
Aprotinin, 10 μg/ml
Leupeptin, 0,7 μg/ml
Pepstatin, 1 mM DIFP, 1 mM TLCK. Zytokinstimulierte Zellen wurden
pelletiert und bei 2 × 107 Zellen/ml wie beschrieben lysiert (Welham
und Schrader, 1992), außer
dass die Lysate vor den weiteren Analysen 5 min in einer Mikrofuge
bei 4 °C
geklärt
wurden. Immunpräzipitationen
wurden wie beschrieben durchgeführt
(Welham et al., 1994a). PDGF- Rezeptorpeptid
(YpVPMLG) wurde entsprechend den Angaben des Herstellers an Actigel
gekoppelt. C-terminales
Antiserum gegen p110δ wurde
sowohl für
Immunpräzipitationen
als auch zum Immunoblotting verwendet. Bei p110α wurden die C- und N-terminalen
Antiseren für
Immunpräzipitationen
bzw. Western Blot-Analyse
verwendet.
-
SDS-PAGE
und Immunoblotting erfolgten wie beschrieben (Laemmli, 1970; Welham
und Schrader, 1992; Welham et al., 1994a). Zum Immunoblotting wurden
die Antikörper
in den folgenden Konzentrationen verwendet: 4G10, monoklonaler Antiphosphotyrosinantikörper 0,1 μg/ml; Anti-p110α und -p110δ 0,25 μg/ml; Anti-p85
1:4000; Anti-c-Kit (Santa Cruz Biotechnology, sc-168) 0,4 μg/ml, Anti-SHP
(Santa Cruz Biotechnology, sc-280) 0,1 μg/ml und Anti-IRS-2 (Gabe von
Dr.M. White, Joslin Diabetes Center, Boston, MA) 1:1000.
-
Sowohl
Meerrettichperoxidase-konjugierte Ziege-Anti-Maus- und Ziege-Anti-Kaninchen-Antikörper (Dako,
Dänemark)
wurden in einer Konzentration von 0,25 μg/ml verwendet. Immunoblots
wurden mit dem ECL-System (Amersham) entwickelt. Blots wurden wie
bereits beschrieben einem "Stripping
und Reprobing" unterzogen
(Welham et al., 1994a).
-
Injektion von Antikörpern gegen
p110δ und
p110α in
CSF-1-stimulierte Mausmakrophagen
-
Die
murine Makrophagenzelllinie BAC1 wurde bei Mikroinjektionsexperimenten
mit Antikörpern
verwendet. Die polyklonalen Peptidantikörper gegen p110δ waren entweder
gegen das C-terminale Peptid 1044 (beschrieben auf S. 12, Material
und Methoden) oder die Peptidsequenz (C)R222KKATVFRQPLVEQED238 gerichtet. Polyklonale Seren wurden vor
der Mikroinjektion affinitätsgereinigt
und wurden in einer Konzentration von 0,5-5 mg/ml eingesetzt. Ein
polyklonales Kontrollpeptidantiserum gegen humanes p110α ist wie
auf S. 12 von Material und Methoden beschrieben. Vor der Mikroinjektion
wurden die Bac1-Zellen 24 Stunden für Colony Stimulating Factor
1 (CSF1) gehungert. Dann wurden Antikörper in die CSF1-gehungerten
Zellen injiziert und 10-15 Minuten CSF1 exponiert, bevor das Zytoskelett
mikroinjizierter Bac1-Zellen mit Phalloidin-konjugiertem Rhodamin
sichtbar gemacht wurde (Präparation
und Sichtbarmachung von Zellen erfolgt wie bei Allen et al., 1997
beschrieben).
-
Zellstimulationen
-
Stimulation
von Zellen mit verschiedenen Wachstumsfaktoren erfolgte wie beschrieben
(Welham und Schrader, 1992), außer
dass die Zellen vor der Stimulation mit 2 × 107/ml
in serumfreiem RPMI resuspendiert wurden. Chemisch synthetisiertes
murines IL3 und IL4 wurde freundlicherweise von Dr. [an Clark-Lewis
(University of British Columbia, Vancouver) zur Verfügung gestellt.
Rekombinantes murines SCF wurde von R&D Systems Europe (Abingdon, Oxon)
bezogen. Die Konzentration der Wachstumsfaktoren und die Stimulationsdauer
(2 Minuten für
SCF; 10 Minuten für
IL3 und IL4) waren zuvor optimiert worden, um maximale Tyrosinphosphorylierung
von Rezeptoren und zellulärenSubstraten
zu erhalten. Diese waren wie folgt, IL3 10 μg/ml (Welham und Schrader, 1992),
IL4 10 μg/ml
(Welham et al., 1994a) und SCF 50 ng/ml (M.J.W., unveröffentlichte
Beobachtungen).
-
Northern Blot-Analyse
-
Northern
Blots von humaner PolyA+-RNA (Clontech)
wurden mit "Random
Prime"-markiertem
EcoRI-Fragment II
von pBluescript-Klon 09.1 hybridisiert.
Dann erfolgte ein "Stripping
und Reprobing" mit
nachfolgenden Sonden: internes 2,1 kb-EcoRI-XhoI-Fragment von humanem
p110α (Volinia
et al., 1994) und 5 kb-EcoRI-XhoI-cDNA von humanem p110β (C. Panaretou;
unveröffentlichte
Ergebnisse).
-
Mit
den oben beschriebenen Materialien und Methoden waren wir in der
Lage, Daten zu erklären,
die die neue Lipidkinase und insbesondere eine PI3-Kinase beschreiben,
die wir p110δ genannt
haben. Daten, die diese Kinase betreffen, werden nun zum Vergleich
von p110δ mit
anderen Mitgliedern der PI3-Kinasegruppe beschrieben, um so deren
jeweilige Eigenschaften zu vergleichen und gegenüberzustellen.
-
ERGEBNISSE
-
Klonierung von p110δ
-
Für die RT-PCR-Reaktionen
mit mRNA aus der humanen T-Zell-Leukämiezelllinie MOLT4 wurden degenerierte
Primer auf Basis konservierter Aminosäuresequenzen (GDDLRQD und FHI/ADFG)
in der Kinasedomäne
von bovinem p110α und
von S. cerevisiae-Vps34p verwendet. Es wurde eine partielle cDNA
erhalten, die zu anderen bekannten humanen P13Ks homolog, aber von
diesen verschieden war. Dieses PCR-Fragment wurde als Sonde verwendet,
um eine U937-Monozytengenbank zu screenen und den entsprechenden vollständigen Klon
zu isolieren (für
Einzelheiten, siehe Materialien und Methoden und 9).
Eine Sequenzanalyse ergab einen potenziellen offenen Leserahmen,
vor dem sich ein Stoppcondon im Raster befand. Das potenzielle Startcodon
fand sich ebenfalls in einer günstigen
Konstellation zur Translationsinitiation (Kozak, 1991). Dieser offene
Leserahmen von 3135 Nukleotiden sagt ein Protein mit 1044 Aminosäuren mit
einer berechneten Molekülmasse
von 119.417 Dalton voraus (1A). Ein
Vergleich der Aminosäuresequenz
mit anderen PI3Ks zeigte, dass dieses Protein am engsten mit humanem
p110β (58
% Gesamtidentität;
Hu et al., 1993) und entfernter mit humanem p110α (41 % Identität; Volinia
et al., 1994), G-Protein-reguliertem humanem p110γ (35 % Identität; Stoyanov
et al., 1995) und dem humanen vps34p-Analogen (28 % Identität; Volinia
et al., 1995) verwandt ist. Die hier beschriebene neue PI3K wird
im Folgenden als p110δ bezeichnet.
-
Ein
Dotplot-Vergleich bei hoher Stringenz (1B)
zeigt, dass p110α, β und δ in der p85-bindenden Region
(AS 20-140 von p110α;
Dhand et al., 1994) sowie in der C-terminalen PI-Kinase-Domäne (PIK-Domäne) (HR2)
und dem katalytischen Zentrum (AS 529 bis Ende von p110α, Zvelebil
et al., 1996) stark homolog sind. Eine weitere Region mit höher Sequenzhomologie,
die die AS 370-470 von p110δ umspannt,
wurde zwischen der p85-Bindungsstelle und HR2 gefunden. Diese Region
enthält
die sogenannte HR3-Signatur (WxxxLxxxIxIxDLPR/KxAxL), die bei allen
p85-bindenen PI3Ks und bei p110γ konserviert
ist. Der dem N-Terminus am
nächsten
gelegene Bereich mit Sequenzunterschieden zwischen p110α und p110β/δ überlappt
mit der in p110α als
zur Ras-Bindung ausreichend definierten Region (AS 133-314 in p110α; Rodriguez-Viciana
et al., 1996). In p110δ wurden
zwei weitere strukturelle Motive identifiziert. Das Erste ist eine
prolinreiche Region (1B, C), für die ein
Molecular Modelling anzeigt, dass sie eine linksgängige Typ
II-Polyprolinhelix bilden kann, die das Potenzial besitzt, mit SH3-Domänen zu interagieren
(Daten nicht gezeigt). p110α und
p110β fehlen
in der entsprechenden Region entscheidenden Proline für eine ähnliche
Faltung. Das zweite Motiv ist eine Region, die einer basischen Leucin-Zipper-Domäne (bZIP-Domäne) ähnelt und
sich unmittelbar C-terminal von HR3 befindet (1B,
C). Eine bZIP-Region befindet sich sowohl in p110δ als auch
in p110β (und
auch im Drosophila-p110 (Leevers et al., 1997)), während die
basische Komponente dieser Domäne
in p110α weniger
hervortritt (1C). Ein Modelling der
p110δ-ZIP-Region
zeigt, dass die Anordnung ihrer L/V/I-Reste leicht die Bildung einer
Helixstruktur zulässt,
die einen dimeren Coiled-Coil-Protein-Zipper-Komplex bilden kann
(Daten nicht gezeigt).
-
p110δ bindet die p85-Adapter- und
Ras-Proteine
-
Um
die Vorhersage aus dem Aminosäuresequenzvergleich
zu beweisen, dass p110δ p85-Untereinheiten
binden könnte,
wurde p110δ zusammen
mit rekombinanten Baculoviren, die für p85α, p85β oder p85γ (Letzteres ist eine bovine
55 kDa-p85-Isoform, die zu p55PIK, p55α und p85/AS53
homolog ist (Pons et al., 1995); Inukai et al., 1996; Antonetti
et al., 1996)) codieren, in Insektenzellen als ein Glutathion-S-transferase (GST)-Fusionsprotein exprimiert.
Wie sich aus 2A ergibt, wurden alle p85-Adaptorsubtypen
effizient zusammen mit GST-p110δ aus
coinfizierten Zellen aufgereinigt.
-
Die
Frage, ob katalytische Untereinheiten von verschiedener Klasse I-p110
in vivo Bindungspräferenzen
für unterschiedliche
p85-Adapterproteine zeigen, wurde bislang nicht angesprochen. Mit
Antiserum, das für
p110δ spezifisch
war, fanden wir, dass sowohl p85α als
auch p85β in
p110δ-Immunpräzipitaten
von verschiedenen weißen
Blutzellen vorhanden waren (2B zeigt
die Daten für
humane Neutrophile; es ist zu beachten, dass p85γ in Leukozyten nicht exprimiert
wird). Ähnliche
Ergebnisse wurden für
p110α erhalten
(Daten nicht gezeigt). In diesen Immunkomplexen wurde auch ein 45
kDa-Protein beobachtet, das mit p85α-Antikörpern reagiert (2B).
Die Natur dieses Proteins ist bislang noch unklar, es könnte jedoch
einem 45 kDa-Protein ähneln,
dessen Anwesenheit bereits in p85- und p110-IPs aus verschiedenen
Geweben beschrieben wurde (Pons et al., 1995).
-
Von
p110α und
p110β wurde
gezeigt, dass sie mit Ras-GTP interagieren (Kodaki et al., 1995;
Rodriguez-Viciana
et al., 1994 und 1996). Die für
diese Interaktion erforderliche Region liegt zwischen den AS 133 und
314 dieser PI3Ks (Rodriguez-Viciana et al., 1996). Trotz der in
dieser Region im Vergleich mit p110α und p110β relativ geringen Sequenzkonservierung
(1C) sind bestimmte, anscheinend kritische
Aminosäuren konserviert,
da p110δ in
vitro GTP-abhängig
mit Ras interagiert (2C).
-
p110δ bindet ras, aber nicht rac
oder rho
-
Es
wurde gefunden, dass Inkubation von GST-p110δ/p85α GTP-gebundenes Wildtyp-ras
oder onkogenes V12-ras zurückhält (2C).
Dies war mit GDP-beladenem ras oder mit A38-ras, einer funktionell
toten ras-Mutante,
nicht der Fall. Ähnlich
wie für
p110α konnte
keine Bindung von rho und rac gezeigt werden (Daten nicht gezeigt).
-
Lipidkinaseaktivität von p110δ
-
Es
wurde gefunden, dass p110δ,
wenn es in Gegenwart von Mg2+ getestet wird,
PtdIns, PtdIns4P und PtdIns(4, 5)P2 phosphoryliert
(3A). Eine HPLC-Analyse bestätigte, dass diese Lipide an
der D3-Position phosphoryliert werden (3B). die
in vitro-Substratpräferenz
war PtdIns > PtdIns4P > PtdIns(4, 5)P2 (Daten nicht gezeigt). Die Lipidkinaseaktivität war in
Gegenwart von Mn2+ geringer als in Gegenwart
von Mg2+ (getestet über den Konzentrationsbereich
von 0,25 bis 16 mM; Daten nicht gezeigt). Die spezifische Aktivität von p110δ, isoliert
aus SF9-Zellen, war um einen Faktor 2-5 geringer als die von p110α (Daten nicht
gezeigt). Zusammengenommen zeigen diese Daten, dass p110δ eine echte
Klasse I-PI3K ist.
-
p110δ phosphoryliert p85 nicht, sondern
autophosphoryliert
-
Es
wurde gezeigt, dass die p85-Untereinheit ein Substrat für eine Mn2+-abhängige
Phosphorylierung durch die katalytische Untereinheit von p110α ist (Carpenter
et al., 1993; Dhand et al., 1994). Im Gegensatz dazu konnte GST-p110δ coexprimiertes
p85α, p85β oder p85γ unter verschiedenen
in vitro-Bedingungen nicht phosphorylieren (Teildaten gezeigt in 4A;
Aktivität
war weder in Gegenwart von Mg2+ noch von
Mn2+ zu sehen). p85γ fehlt eine SH3-Domäne, und
die fehlende Phosphorylierung dieses Moleküls durch p110δ spricht gegen
die Möglichkeit,
dass eine intermolekulare Interaktion der p85α/β-SH3-Domäne mit der prolinreichen Region
von p110δ eine
effiziente Phosphorylierung der p85-Moleküle durch p110δ verhindert.
Um auszuschließen,
dass p110δ p85
bereits während
der in vivo-Coexpression in Insektenzellen vollständig phosphoryliert hatte,
wurde exogenes gereinigtes p85α zu
immobiliertem GST-p110δ gegeben.
Nach Wegwaschen von überschüssigem p85
wurde gefunden, dass gebundenes p85 von p110α effizient phosphoryliert wird,
aber erneut nicht von p110δ (Daten
nicht gezeigt). Wenn p110δ ohne
Tag im Komplex mit 85α oder
p85β einem
in vitro-Kinaseassay in Gegenwart von Mn2+ unterworfen
wurde, autophosphorylierte p110δ ((4B;
es ist zu beachten, dass diese Aktivität bei immobilisiertem GST-p110δ weitgehend
fehlt (4B)). Eine solche Phosphorylierung
war bei p110α/p85-Komplexen
nicht zu sehen, bei denen wiederum gefunden wurde, dass p85 phosphoryliert
ist (4B). Phosphoaminosäureanalyse zeigte, dass die
Phosphorylierung an p110δ an
Serin erfolgte (4B). Es wurde beobachtet, dass
sowohl die Phosphorylierung von p85 durch p110α als auch die Autophosphorylierung
von p110δ großenteils
Mn2+-abhängig
war, wobei in Gegenwart von Mg2+ nur sehr schwache
Phosphorylierung erfolgte (Daten nicht gezeigt). Autophosphorylierung
von p110δ führte zu
einer geringeren Lipidkinaseaktivität.
-
Um
die Möglichkeit
auszuschließen,
dass die beobachtete Phosphorylierung von p110δ auf eine copräzipitierte
Proteinkinase zurückzuführen ist,
wurde eine kinasedefiziente p110δ-Mutante
erzeugt. Dies erfolgte, indem Arginin 894 in p110δ in Prolin überführt wurde,
was p110δ-R894P
lieferte. Der mutierte Argininrest befindet sich in dem konservierten
DRX3NX12-13DFG-Motiv
der Kinasedomäne,
das wahrscheinlich wie in Proteinkinasen Teil der katalytischen
Schleife bildet (Taylor et al., 1992, Zvelebil et al., 1996). Von
einer ähnlichen
Mutation in bovinem p110α (R916P)
wurde gefunden, dass sie die katalytische Aktivität vollständig ausschaltet
(Dhand et al., 1994). Wie aus 4C eindeutig
hervorgeht, war in Insektenzellen exprimiertes p110δ-R894P in
p110δ-Präzipitaten
nicht mehr phosphoryliert, was darauf hinweist, dass Letzteres tatsächlich eine
Fähigkeit
zur Autophosphorylierung besitzt. Ähnlich wurde gefunden, dass
die Lipidkinaseaktivität
bei p110δ-R894P
verloren gegangen war (Daten nicht gezeigt).
-
Wir
haben polyklonale Antiseren gegen die phosphorylierte Form von p110δ hergestellt.
Die C-terminale Peptidsequenz 1044 war am Serinrest 1033 phosphoryliert
und wurde verwendet, um Kaninchen zu immunisieren. Das gegen das
phosphorylierte Peptid gerichtete Antiserumermöglichte es uns nachzuweisen, dass
p110δ in
vivo phosphoryliert wird und dass diese Phosphorylierung bei Zytokinstimulation
verstärkt
wird (Ergebnisse nicht gezeigt).
-
Wirkstoffempfindlichkeit
der katalytischen Aktivität
von p110δ
-
Es
wurde gefunden, dass die Lipidkinaseaktivität von p110α und δ gegenüber einer Hemmung durch Wortmannin
und LY294002 mit einem IC50 von 5 nM (für Wortmannin)
und 0,5 μM
(für LY294002) ähnlich empfindlich
ist (5). Ähnlich
wurde die Autophosphorylierungsaktivität von p110δ ebenfalls durch Wortmannin im
Nanomolbereich gehemmt (Daten nicht gezeigt).
-
Gewebeverteilung von p110δ
-
Das
Expressionsmuster von p110δ wurde
durch Northern Blot-Analyse von PolyA+-RNA
aus Humangeweben untersucht und mit dem von p110α und p110β verglichen. Es wurde gefunden,
dass eine einzelne Messenger-mRNA-Spezies von etwa 6 kb in Populationen
weißer
Blutzellen, d. h. Milz, Thymus und besonders Leukozyten von peripherem
Blut (Letzteres enthält
alle weißen
Blutzellen, wobei nur der größte Teil
der Erythrozyten entfernt ist) besonders stark exprimiert wird (6).
In einigen Northern Blot-Experimenten wurde auch ein ~5 kb-Messenger
für p110δ beobachtet
(Daten nicht gezeigt). In den meisten anderen untersuchten Geweben
wurde nur eine geringe Expression von p110δ-Messenger-RNA gefunden, wenngleich
es schwierig ist, die Möglichkeit
auszuschließen,
dass eine Blutzellkontamination für dieses p110δ-mRNA-Signal
verantwortlich ist. In den meisten untersuchten Geweben wurde auch
eine Expression von p110α und
p110β gefunden
(6).
-
Für p110α und δ spezifische
Antikörper
wurden dann verwendet, um die Expression dieser PI3Ks auf Proteinebene
zu testen. Beim Testen verschiedener Rattengewebe wurde in Milz
und Thymus, aber in keinem der anderen getesteten Gewebe, ein 110
kDa-Protein gefunden, das mit p110δ-Antikörpern reagierte. (7). Dieses
Muster bestätigt
großenteils
die Daten der oben beschriebenen Northern Blot-Analyse. P110δ fand sich auch
in primären
sowie in transformierten weißen
Blutzellen, und zwar unabhängig
von ihrem Differenzierungsstadium (7). Bei
den primären
Blutzellen waren sowohl die Lymphoid- als auch die Myeloidzellpopulationen
für p110δ positiv,
nicht jedoch Blutplättchen
(7). Sowohl T-Zelllinien (z. B. Jurkat, HPB A11)
als auch B-Zelllinien
(z. B. Raji, HFB1) exprimierten p110δ (7). Das
110 kDa-p110δ wurde
nicht in Rat-1-, NIH 3T3- und
Swiss-3T3-Fibroblasten, LS174T- und COLO 320HSR-Kolonadenokarzinomen,
A431-Epidermoidkarzinomen,
ECC-1-Endometriumkarzinomen und HEp-2-Kehlkopfkarzinomen (7)
und nicht in CHO-Chinese Hamster-Ovarien, der POC-Zelllinie von
kleinzelligem Lungenkrebs, porcinen und bovinen Aortenendothelzellen,
MDA-MB-468-Brustadenokarzinomen und primären humanen Muskel- und Fibroblastenzellen
(Daten nicht gezeigt) gefunden. Daraus ist zu schließen, dass
p110δ anscheinend
selektiv in Leukozyten exprimiert wird.
-
Im
Gegensatz zu p110δ wurde
p110α in
den meisten untersuchten Geweben und Zelllinien gefunden, einschließlich den
weißen
Blutzellen (7).
-
Mikroinjektion von polyklonalen
Anti-p110δ-Antikörpern in
CSF-1-stimulierte Mausmakrophagen
-
Die
mögliche
Funktion von p110δ wurde
durch eine Reihe von Mikroinjektionsexperimenten mit Antiseren gegen
p110δ und
p110α an
der Mausmakrophagenzelllinie Bac1 weiter untersucht. Vor der Mikroinjektion
wurden die Bac1-Zellen 24 Stunden ohne CSF1 gehungert. CSF1-Hungerung
bereitet Zellen darauf vor, sich zu teilen und motil zu werden,
wenn sie anschließend
CSF-1 ausgesetzt werden. Affinitätsgereinigte
polyklonale Anti-p110δ-Antikörper wurden
in CSF1-gehungerte Bac1-Zellen injiziert und anschließend 10-15
Minuten CSF1 ausgesetzt.
-
Die
mikroinjizierten Bac1-Zellen zeigten deutliche Änderungen in der Zellmorphologie.
Die normale Zellmembranfaltung verschwindet und zytoplasmatische
Retraktion tritt auf. Das Zytoskelett mikroinjizierter Bac1-Zellen
wurde mit einem Phalloidin-Rhodamin-Konjugat sichtbar gemacht, und 10 zeigt
eine repräsentative
Probe solcher Zellen, die eine desorganisierte Zytoskelettanordnung
zeigen. Die Injektion von Anti-p110α liefert keinen gleichwertigen
Effekt.
-
Interessanterweise
zeigt sich ein ähnlicher
Phänotyp
bei Expression des dominant negativen kleinen GTP-bindenden Proteins
rac, N17RAC. Dies lässt
vermuten, dass p110δ Teil
der gleichen Signalkaskade sein könnte, die an Zytoskelettorganisation
und Zellmotilität
beteiligt sein könnte.
-
p110δ ist am Zytokinsignalweg beteiligt
-
Bei
Leukozyten wurden p85-bindende PI3Ks mit zahlreichen verschiedenen
Signalereignissen einschließlich
Signaltransduktion über
Zytokin und komplementäre
Rezeptoren, Integrine, Fc-Rezeptoren,B- und T-Zellantigenrezeptoren
und ihre Begleitmoleküle
wie CD28 in Verbindung gebracht (Übersichtsartikel von Stephens
et al., 1993; Fry, 1994). Daher ist klar, dass zahlreiche Signalprozesse
potenziell mit p110δ zusammenhängen könnten. Angesichts
der Tatsache, dass unterschiedliche p110s mit den gleichen p85-Isoformen komplexiert
zu sein scheinen, ist es eine entscheidende Frage, ob selektive
Kupplung von p110δ an
die oben genannten Signal/Rezeptor-Komplexe in Zellen erfolgt, die
auch andere Klasse I-PI3Ks enthalten (2B). Wir sind
die wichtige Frage im Zusammenhang mit der Zytokinsignaltransduktion
angegangen, die in verschiedenen Leukozytentypen auftritt.
-
Verschiedene
Zytokinfamilien transduzieren Signale über diskrete Klassen von Rezeptoren,
die gemeinsame gp130-, β-
oder γ-Ketten
aufweisen, oder über
Rezeptoren mit intrinsischer Tyrosinkinaseaktivität (Übersicht
bei Taga und Kishimoto, 1995). Obwohl keine PI3K-Aktivierung durch
Zytokinsignaltransduktion über
gp130 beschrieben wurde, wurde eine Aktivierung von p85-bindender
PI3K in Reaktion auf Zytokinsignaltransduktion über die gemeinsame β-Kette (z.
B. IL3), die gemeinsame γ-Kette
(z. B. IL4) oder über
Tyrosinkinaserezeptoren (wie c-kit, der Stammzellfaktor (SCF) bindet)
gezeigt (Wang et al., 1992; Gold et al., 1994). Wir untersuchten
die Fähigkeit
von IL3, IL4 und SCF, in zytokinabhängigen Leukozytenzelllinien
an p110δ und
p110α zu
kuppeln. Es wurde gefunden, dass ein identisches Muster phosphotyrosinhaltiger
Proteine, das für
das für
die Stimulation verwendete Zytokin spezifisch war, mit p110α- und p110δ-Antikörpern copräzipitierte
(8, Tafel a). Bei der auf IL3 und IL4 reagierenden
Prä-B-Zelllinie
Ba/F3 und der Myeloidprogenitorzelllinie FD-6 (8A;
Daten für
FD-6 sind nicht gezeigt) induzierte IL3-Behandlung bei p110α/δ-IPs das
Auftreten eines unbekannten 100 kDa-Proteins und des 70 kDa-Proteins
Tyrosinphosphatase, SHP2 (8A, Tafel
b). Durch Immunoblotting wurde gezeigt, dass das 170 kDa-Protein,
das bei IL4-Stimulation
copräzipitierte
(8A, Tafel a) IRS-2 ist, das Hauptsubstrat
IL4-induzierter Phosphorylierung in diesen Zellen (Daten nicht gezeigt). 8B zeigt die Ergebnisse ähnlicher
Analysen in MC/9-Mastzellen. Nach SCF-Stimulation enthielten sowohl
p110α- als
auch p110δ-IPs
ein nicht identifiziertes tyrosinphosphoryliertes 100 kDa-Protein
sowie ein als c-kit identifziertes 150 kDa-Protein, den SCF-Rezeptor
(8B, Tafeln a und b). Zusammengenommen
zeigen diese Daten, dass p110α und
p110δ keine
offensichtlichen Unterschiede bei ihrer Rekrutierung an eine Vielzahl
aktivierter Zytokinrezeptorkomplexe zeigen. Zusätzlich offenbart die Beteiligung von
wenigstens zwei Mitgliedern der p85-bindenden PI3K-Klasse am Zytokinsignalweg
eine bislang nicht erkannte Komplikation der Signaltransduktionswege
stromab dieser Zytokinrezeptoren.
-
Expression von PI3-Kinase-p110-Untereinheiten
in murinen und humanen Melanomzelllinien
-
Die
Expression von p110δ wurde
in verschiedenen murinen und humanen Melanomzelllinien weiter untersucht.
Ein charakteristisches Merkmal eines Melanoms ist die aggressive
Natur der mit diesem Krebs assoziierten Metastasen. Die mögliche Beteilung
von p110δ an
Metastasen wurde durch Analyse der relativen Häufigkeit von p110δ-Protein
in einer Reihe muriner und humaner Zelllinien untersucht. Western
Blots wurden verwendet, um die Mengen an p110α und β sowie p110δ festzustellen. J774, eine murine
Zelllinie, wurde als positive Kontrolle für die murinen Western Blots
verwendet. Als Kontrolle für
den humanen Western Blot wurden neonatale Melanozyten verwendet.
Tabelle 1 zeigt, dass p110α und β sowohl in
Kontroll- als auch in Melanomzelllinien sowohl muriner als auch
humaner Herkunft konstitutiv exprimiert werden. Interessanterweise zeigt
die murine Kontrollzelllinie J744 im Vergleich mit den murinen Melanomzelllinien
deutlich geringere Mengen p110δ.
In humanen neonatalen Melanozyten finden sich jedoch nachweisbare
Mengen p110δ.
Dies lässt sich
durch die Natur dieser humanen Kontrollzellen erklären. Die
Expression von p110δ in
diesen Kontrollzellen lässt
sich durch die relativ kurz zurückliegende
Migration dieser Zellen in die menschliche Haut erklären, und
daher können
sich in diesen Zellen Restmengen von p110δ befinden. Adulte Melanozyten
haben längere Verweilzeiten
in der Haut und die Menge an p110δ kann
entsprechend ihrer terminalen Differenzierung bis auf nicht nachweisbare
Mengen reduziert sein.
-
Wir
haben eine neue humane p110-Untereinheit, p110δ, beschrieben, die Teil der
PI3-Kinasefamilie ist. p110δ zeigt
ein begrenztes Expressionsmuster, indem es nur in Populationen weißer Blutzellen
und insbesondere in peripheren Blutleukozyten in signifikanten Mengen
akkumuliert. Die motile Natur dieser Zellen ließ uns vorschlagen, dass dieses
Mitglied der PI3-Kinasefamilie über
Zytoskelettreorganisation an der Regulierung der Motilität von Zellen
beteiligt sein könnte.
Die Daten, die die murinen und humanen Melanomzelllinien betreffen, sind
interessant, hinsichtlich der humanen Melanome aber nicht schlüssig. Die
Verwendung von Gewebebiopsien von normalen humanen Melanozyten und
humanen Melanomen wird es ermöglichen,
dies zu erklären.
-
Tabelle
1 Expression
von p110-Untereinheiten in murinen Melanomen
-
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