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Camptothecin ist eine natürliche Verbindung,
die zum ersten Mal aus den Blättern
und aus der Rinde der chinesischen Pflanze camptotheca acuminata
isoliert wurde (vergleiche Wall und Mitarbeiter, J. Amer. Chem.
Soc. 88: 3888 (1966)). Camptothecin ist eine pentacyclische Verbindung,
die aus einem Indolizino[1,2-b]chinolin-Fragment (Ringe A, B, C
und D) besteht, das mit einem α-Hydroxylacton
mit sechs Kettengliedern (Ring E) verschmolzen ist. Der Kohlenstoff
in Position 20, der die α-Hydroxygruppe
trägt,
ist asymmetrisch und verleiht dem Molekül ein Drehvermögen. Die
natürliche
Form des Camptothecins besitzt die absolute Konfiguration "S" bei dem Kohlenstoff 20 und entspricht
der folgenden Formel:
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Camptothecin und seine Analoge besitzen
eine antiproliferative Wirkung in mehreren Krebszelllinien, die
die Zelllinien von menschlichen Dickdarm-, Lungen- und Brusttumoren
umfassen (Suffness, M. und Mitarbeiter: The Alkaloids Chemistry
and Pharmacology, Bross, A., ed., Band 25, S. 73 (Academic Press,
1985)). Man schlägt
vor, dass die antiproliferative Wirkung von Camptothecin mit seiner
hemmenden Wirkung gegenüber
der DNA-Topoisomerase I in Zusammenhang steht.
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Ferner sind Camptothecin und manche
seiner Analoge nicht wasserlöslich,
was ihre parenterale Verabreichung schwierig macht. Es wurden wasserlösliche Camptothecin-Derivate
hergestellt, bei denen die Ringe A und B versalzbare Substi tuenten
tragen (vergleiche beispielsweise
US
4 981 968 ,
US 5 049
668 ,
EP 540 099 ).
Diese Produkte haben jedoch gegenüber den nicht wasserlöslichen
Derivaten eine verminderte antitumorale Wirkung ergeben. Ferner
wurden andere wasserlösliche
Derivate von Camptothecin hergestellt, bei denen die Hydroxylgruppe
der Position 20 durch eine Säure
verestert ist, die einen versalzbaren Rest trägt, wie z. B. Glycin (vergleiche
die Patente
US 4 943 579 und
PCT WO 96/02546). Diese Derivate werden vom Fachmann mit "Prodrugs" bezeichnet, da sie
so, wie sie sind, nicht biologisch aktiv sind, sondern erst nach
einem ersten Schritt der Metabolisierung nach Verabreichung bei
dem Patienten. Die Prodrug-Formen der α-Hydroxylacton-Analoge von Camptothecin
haben eine gute antitumorale Wirkung beim Tier und in der Klinik
gezeigt, sind jedoch von schädlichen
Nebenwirkungen begleitet, wie z. B. Auftreten von schweren Durchfällen, die
das Leben des Patienten gefährden
können.
Es ist deshalb erforderlich, wasserlösliche Analoge von Camptothecin zu
entwickeln, die wirksamer und verträglicher sind.
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Ferner wurde aufgezeigt, dass das α-Hydroxylacton
eine absolute Notwendigkeit für
die Wirkung der Camptothecine in vivo und gleichzeitig in vitro
ist (Camptothecins: New Anticancer Agents, Putmesil, M. und Mitarbeiter,
ed., S. 27 (CRC Press, 1995); Wall, M. und Mitarbeiter, Cancer Res.
55: 753 (1995); Hertzberg und Mitarbeiter, J. Med. Chem. 32: 715
(1982) und Crow und Mitarbeiter, J. Med. Chem. 35: 4160 (1992)).
Die Anmelderin hat jedoch entdeckt, dass die β-Hydroxylactone mit 7 Kettengliedern
eine biologische Wirkung besitzen, die mit der der α-Hydroxylactone
vergleichbar oder stärker
als diese ist (nicht veröffentlichte
PCT-Anmeldung FR 96/00980). Die vorliegende Erfindung betrifft neue
Derivate dieser Klasse von Analogen des Camptothecins, bei denen
ein β-Hydroxylacton
mit sieben Kettengliedern das natürliche α-Hydroxylacton von Camptothecin
ersetzt. Unter β-Hydroxylacton
versteht man ein Lacton, das ein zusätzliches Kohlenstoffatom zwischen
dem Kohlenstoff des Carboxyls und dem das Hydroxyl im α-Hydroxylacton
tragenden α-Kohlenstoff
aufweist.
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Zur Erhöhung der Wasserlöslichkeit
der Analoge von Camptothecin wurden zwei Lösungen gewählt: die erste besteht darin,
dass auf den Ring A des Moleküls
ein Oxazin aufgepfropft wird, und das zweite besteht darin, dass
Prodrug-Formen geschaffen
werden, indem die Hydroxyfunktion des β-Hydroxylactons acetyliert wird.
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Aus dieser neuen Klasse von Analogen
des Camptothecins sind die Verbindungen gemäß der vorliegenden Verbindung,
genauer gesagt, entweder Analoge, die durch Fixierung eines Oxazinrings
an den Kohlenstoffen 10 und 11 modifiziert sind, oder Prodrug-Formen,
bei denen ein β-Hydroxylacton
das natürliche α-Hydroxylacton
des Camptothecins ersetzt. Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind also β-Hydroxylacton-Analoge
des Camptothecins, an denen ein Oxazinring aufgepfropft wurde, oder
wasserlösliche
Prodrugs und besitzen eine starke biologische Aktivität, die hinsichtlich
des Stands der Technik unerwartet ist.
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Gegenstand der Erfindung sind insbesondere
Verbindungen der Formel (I)
in racemischer Form, Enantiomerform
oder allen Kombinationen dieser Formen, in der
R
1 eine
Ethylgruppe darstellt;
R
2 H oder Halogen
darstellt;
R
3 H, Niederalkyl, Halogen
oder OR
6 darstellt, worin R
6 H,
Niederalkyl oder Arylniederalkyl darstellt;
R
4 H
oder – (CH
2)
mNR
6R
7 darstellt, worin R
6 und
R, unabhängig
voneinander H oder Niederalkyl darstellen;
R
5 H,
Niederalkyl oder – (CH
2)
n[N ≈ X] , substituiert
oder nicht substituiert, darstellt und [N ≈ X] eine Piperidyl-, Morpholinyl-,
Piperazinyl- oder Indolyl-Gruppe darstellt und der Substituent Niederalkyl
ist;
oder R
3 und R
4 einen
Oxazin-Ring bilden, der ggf. an dem Stickstoffatom durch einen Rest
R
9 substituiert ist, der Niederalkyl darstellt;
R
p H oder eine leicht abspaltbare Gruppe der
Formel -C(O)–(A
1)-NH
2 darstellt,
in der A
1 (CH
2)
m oder einen verzweigten Niederalkylrest
darstellt;
m eine ganze Zahl zwischen 0 und 6 ist;
n 1
oder 2 ist;
wobei, wenn R
p ein Wasserstoffatom
ist, R
3 und R
4 zusammen
einen ggf. substituierten Oxazin-Ring bilden,
und, wenn der
Ausdruck "Nieder" sich auf Alkyl oder
Alkylen bezieht, dieser höchstens
6 Kohlenstoffatome bedeutet;
oder ein pharmazeutisch verträgliches
Salz davon.
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Der hier in Bezug auf die Gruppen
Alkyl oder Alkylen verwendete Begriff "Nieder" bezeichnet verzweigte oder lineare
gesättigte
aliphatische Kohlenwasserstoffgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
wie z. B. Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, t-Butyl, Vinyl,
Allyl, Isopropenyl, Pentenyl, Hexanyl und Propenyl Ethinyl.
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen haben zwei
mögliche
Enantiomerformen, d. h. in den Konfigurationen "R" und "S". Die vorliegende Erfindung schließt die beiden
Enantiomerformen und alle Kombinationen dieser Formen, einschließlich der
racemischen Mischungen "RS" ein. Wenn aus Gründen der
Einfachheit in den Strukturformen keine spezifische Konfi guration
angegeben ist, so ist dies so zu verstehen, dass beide Enantiomerformen
und ihre Mischungen dargestellt sind.
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Beispiele von substituierten Camptothecinen,
die als Ausgangsprodukte verwendet werden, können in den amerikanischen
Patenten 4 473 692, 4 604 463, 4 894 956, 5 162 532, 5 395 939,
5 315 007, 5 264 579, 5 258 516, 5 254 690, 5 212 317 und 5 341
745, den Patentanmeldungen PCT US91/08028, US94/06451, US90/05172,
US92/04611, US93/10987, US91/09598, EP94/03058 und EP95/00393 und
den europäischen Patentanmeldungen
325 247, 495 432, 321 122 und 540 099 gefunden werden.
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Bei den Verbindungen, die einen Oxazinring
aufweisen:
– behandelt
man mit einem primären
Amin unter Mannich-Bedingungen
eine β-Hydroxylactonverbindung
der allgemeinen Formel D
in der R
3 ein
Hydroxylrest ist, R
4 H ist und R
1 und R
2 die oben
angegebene Bedeutung haben, um eine β-Hydroxylactonverbindung der
allgemeinen Formel Ia
zu erhalten, in der R
1, R
2, R
5 und
R
9 die oben angegebene Bedeutung haben.
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Dieses Verfahren besteht darin, dass
das Ausgangsprodukt in Gegenwart eines primären Amins, wie z. B. Benzylamin,
und von Formaldehyd in einem sauren Lösungsmittel, wie z. B. Essigsäure oder
Propionsäure,
während
einer Zeit von 0,5 bis 5 Stunden auf eine Temperatur von 30°C bis 80°C erhitzt
wird. Alternativ kann man eine Suspension des Ausgangsprodukts in
Essigsäure
mit einem tri-N-substituiertes Hexahydrotriazin, wie z. B. Hexahydro-1,3,5-trimethyltriazin,
1,3,5-Triethylhexahydrotriazin oder 1,3,5-Tribenzylhexahydrotriazin, während einer
Zeit von 0,5 bis 5 Stunden auf eine Temperatur von 30°C bis 80°C erhitzen.
– gegebenenfalls
acyliert man diese Verbindung der allgemeinen Formel D oder Ia vorzugsweise
mit einem Derivat des Rests C(O)-A1-NH2, wie oben definiert, um die β-Hydroxylactonverbindung
der allgemeinen Formel I zu erhalten, wobei Rp von
H verschieden ist (Prodrug-Form der Erfindung).
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In dem vorstehenden Verfahren können die
Gruppen R2, R3,
R4 und R5 nötigenfalls
nach den herkömmlichen
Schutzmethoden geschützt
werden (Greene, T., Protective Groups in Organic Synthesis 10–86 (John
Wiley & Sons
1981)). Wenn mindestens eine der Gruppen R22 oder
R23 H ist oder mindestens eine mit dem Acylierungsverfahren
chemisch inkompatible Funktion, wie z. B. ein primäres oder
sekundäres
Amin, enthält,
muss eine Schutzgruppe herangezogen werden, die gegenüber den Acylierungsbedingungen
beständig ist.
Eine für
die Amine gewöhnlich
verwendete Schutzgruppe ist tert-Butyloxycarbonyl (BOC). Die Acylierungsreaktion
wird nun auf die oben beschriebene Weise durchgeführt und
dann wird die Schutzgruppe beispielsweise durch eine Behandlung
mit Trifluoressigsäure
im Fall von BOC abgespalten, um die Verbindung der allgemeinen Formel
(I) oder (II) zu ergeben. Die Verwendung der Schutzgruppen ist dem
Fachmann bekannt (für weitere
Beispiele wird verwiesen auf Greene, T., Protectives Groups in Organic
Synthesis, John Wiley & Sons, 1981).
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Die Verbindungen der Formel D werden
folgendermaßen
hergestellt:
– man
koppelt eine Verbindung der allgemeine Formel M
in der R
1 die
oben angegebene Bedeutung hat und R
20 Wasserstoff
oder ein Halogenatom darstellt, mit einem 2-Halogen-3-chinolinmethanol
der allgemeinen Formel N
in der R
2,
R
3, R
4 und R
5 die oben angegebene Bedeutung haben und
X ein Halogenatom darstellt, um die Verbindung der Formel O zu erhalten
– dann cyclisiert man die Verbindung
der allgemeinen Formel 0, um die Verbindung der oben definierten
allgemeinen Formel D zu erhalten.
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In dem vorstehenden Verfahren können die
Gruppen R1, R2,
R3 und R4 nötigenfalls
nach den herkömmlichen
Schutzmethoden geschützt
werden (Greene, T., Protective Groups in Organic Synthesis 10–86 (John
Wiley & Sons
1981)). Die Bildung der Verbindung O ausgehend von den Verbindungen
der allgemeinen Formel M und N geht mit Hilfe einer dem Fachmann
unter dem Namen Mitsunobu-Reaktion bekannten Behandlung vor sich
(vergleiche Mitsunobu, O. und Mitarbeiter, Synthesis, S. 1 (1981)).
Dabei wird die Hydroxylfunktion der Verbindung N durch ein Nucleophil,
wie z. B. die Verbindung M oder ein deprotoniertes Derivat dieser
Verbindung, verlagert, und zwar durch eine Behandlung mit einem
Phosphin, beispielsweise Triphenylphosphin, und einem Azodicarboxylatderivat,
beispielsweise Diethylazodicarboxylat, in einem aprotischen Lösungsmittel,
wie z. B. Tetrahydrofuran oder N,N-Dimethylformamid. Die Cyclisierung
der Verbindung O geht vorzugsweise in Gegenwart eines Palladium-Katalysators
(beispielsweise Palladiumdiacetat) unter basischen Bedingungen (die
beispielsweise von einem alkalischen Acetat geliefert werden, das
gegebenenfalls mit einem Phasenübergangsmittel,
wie z. B. Tetrabutylammoniumbromid kombiniert ist) in einem aprotischen
Lösungsmittel,
wie z. B. Acetonitril oder N,N-Dimethylformamid
bei einer Temperatur zwischen 50°C
und 120°C
vor sich (R. Grigg und Mitarbeiter, Tetrahedron 46, Seite 4003 (1990)).
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Die Verbindungen der allgemeinen
Formel M können
gemäß einem
Verfahren hergestellt werden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass
– man das
Carbonyl eines Pyridins der allgemeinen Formel
in der R
1 die
oben angegebene Bedeutung hat und R
24 ein
Halogenatom oder ein Niederalkoxy darstellt, durch eine Acetalfunktion
schützt,
um die Verbindung der allgemeinen Formel F
zu erhalten, in der die Gruppen
Z und Z' unabhängig voneinander
ein Niederalkyl darstellen oder zusammen eine gesättigte kohlenwasserstoffhaltige
Kette mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen bilden;
– man in
die Verbindung der allgemeinen Formel F eine Hydroxymethylfunktion
einführt,
um eine Verbindung der allgemeinen Formel G
zu erhalten,
– dann die
Alkoholfunktion der Verbindung der allgemeinen Formel G schützt, um
eine Verbindung der allgemeinen Formel H
zu erhalten, in der R
1 und Z und Z' die oben angegebene Bedeutung haben
und R
25 eine Schutzgruppe der Alkoholfunktion
darstellt,
– das
Acetal der Verbindung der allgemeinen Formel H entschützt, um
die Verbindung der allgemeinen Formel I' zu erhalten
– die Verbindung der Formel
I' mit einem funktionalisierten
Alkylierungsmittel behandelt, um einen β-Hydroxyester der allgemeinen
Formel J zu erhalten,
in der R
1,
R
24 und R
25 die
oben angegebene Bedeutung haben und R
17 OR
6 oder NHR
6 darstellt
und R
6 H, ein Niederalkyl, Cycloalkyl, Cycloalkylniederalkyl,
Niederalkenyl, Niederalkoxyniederalkyl oder Aryl oder Arylniederalkyl
darstellt;
– man
die Schutzgruppe R
25 der Verbindung der
allgemeinen Formel J abspaltet, um eine Verbindung der allgemeinen
Formel K zu erhalten
in der R
1,
R
18, R
19, R
24 und R
24 die oben
angegebene Bedeutung haben und R
17 OR
6 oder NHR
6 und R
6 H, Niederalkyl, Cycloalkyl, Cycloalkylniederalkyl,
Niederalkenyl, Niederalkoxyniederalkyl oder Aryl oder Arylniederalkyl
darstellt;
– die
Verbindung der allgemeinen Formel K zur Verbindung der allgemeinen
Formel L cyclisiert
und schließlich den
Rest R
24 der Verbindung L in Carbonyl überführt, um
die Verbindung der allgemeinen Formel M zu
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Die Carbonylfunktion eines 4-Acyl-2-halogenpyridins
(beispielsweise hergestellt nach Lamattina, J. L., J. Heterocyclic
Chem. 20, S. 553 (1983)) wird vorzugsweise durch eine Acetalfunktion,
vorzugsweise cyclisches Acetal, gemäß dem Fachmann bekannten herkömmlichen
Bedingungen geschützt
(Greene, T., Protective Groups in Organic Synthesis 10–86 (John
Wiley & Sons
1981)). Das auf diese Weise erhaltene Zwischenprodukt wird mit einem
Natrium- oder Kaliumalkoholat in einem aprotischen Lösungsmittel
(beispielsweise Acetonitril) oder in dem Alkohol, von dem das Alkoholat
abgeleitet ist, bei einer Temperatur zwischen 0°C und 100°C behandelt, um die Verbindung
der allgemeinen Formel F zu ergeben. Diese kann in Position 3 durch Behandlung
mit einem Aryl- oder Alkyllithium (beispielsweise Mesityllithium)
in einem Ether-Lösungsmittel,
wie z. B. Tetrahydrofuran, bei einer Temperatur zwischen –100°C und 0°C lithiiert
werden. Dem auf diese Weise erhaltenen lithiierten Zwischenprodukt
setzt man ein formylierendes Elektrophil zu, wie z. B. N,N-Dimethylformamid,
und der auf diese Weise erhaltene Aldehyd wird nach Hydrolyse mit
einem Reduzierungsmittel, wie z. B. Natriumborhydrid behandelt,
um die Verbindung der allgemeinen Formel G zu ergeben. Der Schutz
der Alkoholfunktion der Verbindung G geht unter dem Fachmann bekannten
herkömmlichen
Bedingungen vor sich, um eine Verbindung der allgemeinen Formel
H zu ergeben. Beispiele von Schutzgruppen der Alkoholfunktion umfassen
diejenigen, die die Ether [das heißt Methyl, Methoxymethyl, Tetrahydropyranyl,
2-Methoxyethoxymethyl, Benzyloxymethyl, t-Butyl und Benzyl (substituiert
oder nicht)] und die Ester (das heißt Format, Acetat und Isobutyrat)
bilden. Für
weitere Beispiele von primären
Hydroxylschutzgruppen wird auf Greene, T., Protective Groups in
Organic Synthesis, 10–86
(John Wiley & Sons,
1981) verwiesen. Die Entschützung
der Verbindung der allgemeinen Formel H, um die Verbindung der allgemeinen
Formel I' zu ergeben,
findet unter selektiven Bedingungen statt, die die Unversehrtheit
des Rests R25 gewährleisten, und zwar beispielsweise durch
eine Behandlung unter sauren Bedingungen (beispielsweise mit Trifluoressigsäure). Die
selektiven Schutz- und Entschützungsbedingungen
der funktionellen Gruppen sind dem Fachmann bekannt (Greene, T., Protective
Groups in Organic Synthesis, 10–86
(John Wiley & Sons,
1981)). Die Behandlung der Verbindung I' mit einem funktionalisierten Alkylierungsmittel,
um einen β-Hydroxyester der
allgemeinen Formel J zu ergeben, kann mit Hilfe eines Lithiumenolats
oder eines Zinkderivats eines Carboxylesters in einem wasserfreien aprotischen
Lösungsmittel,
beispielsweise Tetrahydrofuran, durchgeführt werden. Die Schutzgruppe
R25 der Verbindung der allgemeinen Formel
J wird abgespalten, um eine Verbindung der allgemeinen Formel K
zu ergeben, und zwar unter dem Fachmann bekannten Entschützungsbedingungen.
Beispielsweise kann man, wenn R25 eine Benzylgruppe
ist, eine alkoholische Lösung
der Verbindung der allgemeinen Formel J, die mit einem Palladiumkatalysator
versetzt ist, einer Wasserstoffatmosphäre unter einem Druck von 0,5
bis 10 bar aussetzen. Die Cyclisierung der auf diese Weise erhaltenen
Verbindung der allgemeinen Formel K kann unter sauren Bedingungen
(beispielsweise durch Behandlung mit Trifluoressigsäure oder
Chlorwasserstoffgas, das in einem wasserfreien Lösungsmittel, wie z. B. Dichlormethan
oder Dioxan, gelöst
ist) durchgeführt
werden, um einen β-Hydroxylacton-Ring
mit sieben Kettengliedern wie in der Verbindung der allgemeinen
Formel L zu ergeben. Die Verbindungen der allgemeinen Formel L können beispielsweise
durch eine Behandlung mit Salzsäure
in der wärme
oder durch eine Behandlung mit Trimethylsilyliodid in Pyridone der
allgemeinen Formel M überführt werden.
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Die 2-Halogen-3-chinolinmethanole
der allgemeinen Formel N können
aus Acetaniliden der allgemeinen Formel P erhalten
in der R
2,
R
3 und R
4 die in
den allgemeinen Formeln der Verbindungen I und II angegebene Bedeutung
haben. In den nachstehenden Verfahren können die Gruppen R
2,
R
3 und R
4 nötigenfalls
nach den herkömmlichen Schutzmethoden
geschützt
werden, (Greene, T., Protective Groups in Organic Synthesis, 10–86 (John
Wiley & Sons,
1981)).
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Die Verbindungen der Formel N können also
nach dem folgenden Verfahren hergestellt werden: die Aniline der
Formel P werden durch Behandlung mit einem Acetylierungsmittel,
wie z. B. Essigsäureanhydrid, N-acetyliert.
Die auf diese Weise erhaltenen Acetanilide werden bei einer Temperatur
zwischen 50°C
und 100°C,
vorzugsweise 75°C,
mit einem dem Fachmann unter dem Namen Vilsmeyer-Reagenz bekannten
Reagenz (hergestellt durch die Einwirkung von Phosphoryloxychlorid
auf N,N,-Dimethylformamid bei einer Temperatur zwischen 0°C und 10°C) behandelt,
um den entsprechenden 2-Chlor-3-chinolincarbaldehyd zu ergeben (vergleiche
beispielsweise Meth-Cohn und Mitarbeiter, J. Chem. Soc., Perkin
Trans. I S. 1520 (1981); Meth-Cohn und Mitarbeiter, J. Chem. Soc.,
Perkin Trans. I S. 2509 (1981); und Nakasimhan und Mitarbeiter J. Am.
Chem. Soc., 112, S. 4431 (1990)). Das Chlor in Position 2 der 2-Chlor-3-chinolincarbaldehyde
kann durch Iod oder Brom substituiert werden, indem das Produkt
in einem inerten Lösungsmittel,
wie z. B. Acetonitril, in Gegenwart eines Iod- oder Bromsalzes (beispielsweise
Natriumiodid oder Tetrabutylammoniumbromid) erhitzt wird. Eine Spur
Säure,
wie z. B. konzentrierte Salzsäure,
kann erforderlich sein, um diese Umwandlung zu katalysieren. Die
2-Halogen-3-chinolincarbaldehyde werden leicht zu den entsprechenden
2-Halogen-3-chinolimethanolen der allgemeinen Formel N unter dem
Fachmann bekannten gebräuchlichen
Bedingungen reduziert, wie z. B. Behandlung in einem alkoholischen
Lösungsmittel
(wie beispielsweise Methanol) mit Natriumborhydrid bei einer Temperatur
zwischen 0°C
und 40°C.
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Die Verbindungen N können auch
nach dem folgenden Verfahren erhalten werden: die Aniline der oben
beschriebenen allgemeinen Formel P werden durch Reaktion mit einem
Nitril (wie z. B. Chloracetonitril oder Propionitril) in Gegenwart
von Bortrichlorid und einer anderen Lewis-Säure, wie z. B. Aluminiumtrichlorid, Titantetrachlorid
oder Diethylaluminiumchlorid, in einem aprotischen Lösungsmittel
oder in einer aprotischen Lösungsmittelmischung
acyliert, worauf eine Hydrolyse folgt (vergleiche Sugasawa, T, und
Mitarbeiter, J. Am. Chem. Soc. 100, S. 4842 (1978)). Die auf diese
Weise erhaltene Zwischenverbindung wird dann mit Ethylmalonylchlorid
in einem aprotischen Lösungsmittel,
wie z. B. Acetonitril, in Gegenwart einer Base, wie z. B. Triethylamin,
behandelt und wird dann mit einem Alkalialkoholat, z. B. Natriummethylat,
in Methanol behandelt, um ein in Position 4 substituiertes 2-Hydroxy-3-chinolinethylcarboxylat
zu ergeben. Dieses wird durch eine Behandlung mit Phosphoryl oxychlorid
in 2-Chlor-3-chinolinethylcarboxylat umgewandelt. Wenn die Position
4 des Chinolins eine Chlormethylgruppe trägt, kann eine nucleophile Substitution
durch Behandlung mit einem sekundären Amin, wie z. B. Dimethylamin,
N-Methylpiperazin, Morpholin oder Piperidin, vorgenommen werden.
Das 2-Chlor-3-chinolinethylcarboxylat wird dann durch Diisobutylaluminiumhydrid
in einem aprotischen Lösungsmittel,
wie z. B. Dichlormethan, reduziert, um 2-Chlor-3-chinolinmethanol der allgemeinen Formel
N zu ergeben. Analoge der Zwischenverbindungen (N) wurden in der
Literatur und insbesondere in der Anmeldung PCT 95/05427 beschrieben.
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Manche Verbindungen der Erfindung
können
mit Hilfe der herkömmlichen
Verfahren in Form von pharmazeutisch verträglichen Salzen hergestellt
werden. Pharmazeutisch verträgliche
Salze umfassen, als nicht begrenzende Beispiele, mit anorganischen
Säuren
gebildete Additionssalze, wie z. B. Chlorhydrat, Sulfat, Phosphat,
Diphosphat, Bromhydrat und Nitrat, oder mit organischen Säuren gebildete
Additionssalze, wie z. B. Acetat, Maleat, Fumarat, Tartrat, Succinat,
Citrat, Lactat, Methansulfonat, p-Toluolsulfonat, Pamoat, Salicylat,
Oxalat und Stearat. Unter den Anwendungsbereich der Erfindung fallen
auch, wenn sie verwendbar sind, die aus Basen, wie z. B. Natrium-
oder Kaliumhydroxid, gebildeten Salze. Für weitere Beispiele von pharmazeutisch
verträglichen
Salzen wird auf "Pharmaceutical
Salts", F. M. Berge,
J. Pharm. Sci. 66: 1 (1977), verwiesen.
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen besitzen interessante
pharmakologische Eigenschaften. So besitzen die erfindungsgemäßen Verbindungen
eine hemmende Wirkung gegenüber
der Topoisomerase I und eine antitumorale Wirkung. Der Stand der
Technik legt nahe, dass die erfindungsgemäßen Verbindungen eine antiparasitäre Wirkung
und/oder eine antivirale Wirkung besitzen. Die erfindungsgemäßen Verbindungen
können somit
bei verschiedenen therapeutischen Anwendungen eingesetzt werden.
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Im nachstehenden experimentellen
Teil werden die pharmakologischen Eigenschaften der erfindungsgemäßen Verbindungen
veranschaulicht.
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Die Verbindungen können bei
einem Patienten, beispielsweise einem Säuger, wie dem Mensch, durch Verabreichung
einer therapeutisch wirksamen Menge einer Verbindung der allgemeinen
Formel (I) die Topoisomerase hemmen.
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen besitzen auch
eine antitumorale Wirkung. Sie können
zur Behandlung von Tumoren, beispielsweise von Tumoren, die eine
Topoisomerase exprimieren, bei einem Patienten durch Verbreichung
einer therapeutisch wirksamen Menge einer Verbindung der allgemeinen
Formel (I) verwendet werden. Beispiele von Tumoren oder Krebsarten
sind Krebs des Ösophagus,
des Magens, der Därme,
des Rektum, der Mundhöhle,
des Pharynx, des Larynx, der Lunge, des Dickdarms, der Brust, des
cervix uteri, des corpus endometrium, der Eierstöcke, der Prostata, der Hoden,
der Blase, der Nieren, der Leber, des Pankreas, der Knochen, der
Bindegewebe, der Haut, der Augen, des Gehirns und des Zentralnervensystems sowie
Schilddrüsenkrebs,
Leukämie,
Hodgkin, andere Lymphome als Hodgkin, multiple Myelome u. a..
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Sie können auch zur Behandlung von
parasitären
Infektionen durch Inhibiton der Hämoflagellaten (z. B. bei Trypanosomie
oder Leishmania-Infektionen) oder durch Inhibition der Plasmodie
(wie z. B. bei der Malaria), jedoch auch bei der Behandlung von
viralen Infektionen oder Krankheiten verwendet werden.
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Aufgrund dieser Eigenschaften sind
die Produkte der allgemeinen Formel (I) für eine pharmazeutische Verwendung
ge eignet. Gegenstand der vorliegenden Anmeldung sind deshalb auch
Verbindungen der oben beschriebenen allgemeinen Formel (I) sowie
die mit mineralischen oder organischen Säuren gebildeten, pharmazeutisch
verträglichen
Additionssalze der Produkte der allgemeinen Formel (I) sowie pharmazeutische
Zusammensetzungen, die als Wirkstoff mindestens eine der oben genannten
Verbindungen enthalten, in Form von Arzneimitteln.
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Die Erfindung betrifft somit pharmazeutische
Zusammensetzungen, die eine Verbindung der oben genannten allgemeinen
Formel (I) oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz dieser Verbindung
in Kombination mit einem pharmazeutisch verträglichen Träger enthalten, der in Abhängigkeit
von der Art der Verabreichung gewählt wird (z. B. orale, intravenöse, intraperitoneale,
intramuskuläre,
transdermale oder subkutane Verabreichung). Die pharmazeutische
(beispielsweise therapeutische) Zusammensetzung kann in fester Form,
flüssiger
Form, in Form von Liposomen oder Lipidmizellen vorliegen.
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Die pharmazeutische Zusammensetzung
kann in fester Form vorliegen, wie z. B. in Form von Pulvern, Pillen,
Granula, Tabletten, Liposomen, Gelatinekapseln oder Suppositorien.
Pillen, Tabletten oder Gelatinekapseln können mit einer Substanz umhüllt sein,
die die Zusammensetzung gegenüber
der Wirkung der Magensäure
oder der Enzyme im Magen des Patienten während einer Zeit schützen kann,
die ausreicht, damit diese Zusammensetzung unverdaut in den Dünndarm des
Patienten gelangen kann. Die Verbindung kann auch lokal, beispielsweise
an der Stelle des Tumors selbst, verabreicht werden. Die Verbindung
kann auch nach dem Langzeitfreigabeverfahren verabreicht werden
(z. B. eine Zusammensetzung mit Langzeitfreigabe oder einer Infusionspumpe).
Geeignete feste Träger
können
beispielsweise Calciumphosphat, Magnesiumstearat, Magnesiumcarbonat,
Talk, Zucker, Lactose, Dextrin, Stärke, Gelatine, Cellulose, Methylcellulose, Natriumcarboxymethylcellulose,
Polyvinylpyrrolidin und Wachs sein. Die eine erfindungsgemäße Verbindung
enthaltenden pharmazeutischen Zusammensetzungen können also
auch in flüssiger
Form vorliegen, wie z. B. in Form von Lösungen, Emulsionen, Suspensionen
oder als Formulierung mit Langzeitfreigabe. Geeignete flüssige Träger sind
beispielsweise Wasser, organische Lösungsmittel, wie z. B. Glycerin,
oder Glykole, wie z. B. Polyethylenglykol, sowie ihre Mischungen
in Wasser in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen.
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Gegenstand der Erfindung ist ferner
die Verwendung der Produkte der oben genannten Formel (I) für die Herstellung
von Arzneimitteln zur Hemmung der Topoisomerase, von Arzneimitteln
zur Behandlung von Tumoren, von Arzneimitteln zur Behandlung von
parasitären
Infektionen sowie von Arzneimitteln zur Behandlung von viralen Infektionen
oder Krankheiten.
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Die für die Behandlung der oben genannten
Krankheiten oder Störungen
vorzusehende Dosis einer erfindungsgemäßen Verbindung variiert je
nach Verabreichungsart, Alter und Körpergewicht des zu behandelnden
Patienten sowie dessen Zustand und wird endgültig durch den Arzt oder Tierarzt
festgelegt. Eine solche Menge, die durch den behandelnden Arzt oder
Tierarzt festgelegt wird, wird im vorliegenden Text "therapeutisch wirksame
Menge" genannt.
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Sofern sie nicht anders definiert
werden, haben alle hier verwendeten technischen und wissenschaftlichen
Begriffe die Bedeutung, unter der ein normaler Fachmann des Gebiets,
zu dem die Erfindung gehört, sie
gewöhnlich
kennt. Ferner gelten alle hier erwähnten Veröffentlichungen, Patentanmeldungen,
Patente und anderen Texte als hier mit aufgenommen.
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Die folgenden Beispiele dienen zur
Veranschaulichung der vorstehenden Verfahre und dürfen in
keinem Fall als Begrenzung der Reichweite der Erfindung betrachtet
werden.
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EXPERIMENTELLER
TEIL
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Herstellung 1: 5-Ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]-indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
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1.a. 4-Ethyl-3,4-dihydroxy-1H-pyrano[3',4':6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-14(4H,12H)-on
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Man setzt portionsweise Natriumborhydrid
(14 g, 370 mmol) einer Suspension von (S)-(+)-Camptothecin (14 g,
40 mmol, das man bei verschiedenen Händlern beziehen kann, wie z.
B. Aldrich Chemical Co. (Milwaukee, WI)) in Methanol (750 ml) zu
und erhitzt die gebildete Mischung vorsichtig auf 55°C, um eine
klare Lösung
zu erhalten, die man 16 Stunden bei Raumtemperatur rührt. Dann
wird das Lösungsmittel
unter vermindertem Druck abgedampft und der Rückstand wird in Wasser (250
ml) aufgenommen, durch Zusatz von Essigsäure (21 ml) neutralisiert und
2 Stunden bei 4°C
ruhen gelassen. Die gebildete Suspension wird filtriert und nacheinander
mit kaltem Wasser, Aceton und Diethylether gewaschen, was nach Trocknung
unter vermindertem Druck die gesuchte Verbindung in Form eines weißen Feststoffs
ergibt. Schmelzpunkt 280°C.
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1.b. 8-Formyloxymethyl-7-propionylindolizino[1,2-b]chinolin-9(11H)-on
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Man setzt tropfenweise eine Lösung von
Natriummetaperiodat (14 g, 65 mmol) in Wasser (140 ml) einer Suspension
von 4-Ethyl-3,4-dihydroxy-1H-pyrano[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-14(4H,
12H)-on (13,4 g, 38 mmol) in Eisessigsäure (720 ml) zu und rührt die
gebildete Lösung
während
einer Stunde bei Raumtemperatur. Das Reaktionsgemisch wird dann
in eine Eis/Wasser-Mischung (650 ml) geschüttet und die gebildete Suspension
wird eine halbe Stunde gerührt, dann
filtriert und nacheinander mit Wasser, Isopropylalkohol und Diethylether
gewaschen, so dass man nach Trocknung unter vermindertem Druck die
gewünschte
Verbindung (11,5 g) in Form eines blassgelben Feststoffs erhält. Schmelzpunkt > 200°C (Zersetzung).
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1.c. β-Ethyl-β-hydroxy-β-(8-hydroxymethyl-9-oxo(11H)-indolizino-[1,2-b]chinolin-7-yl)-tert-butylpropionat
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Eine Zinksuspension (6,5 g, 100 mmol),
die mit einem Magnetrührer
gerührt
wird, in wasserfreiem Diethylether (50 ml) unter Argon wird durch
tropfenweises Zusetzen von Chlortrimethylsilan (0,75 ml, 5,7 mmol) aktiviert.
Man rührt
noch 15 Minuten bei Raumtemperatur und erhitzt dann zum Rückfluss.
Das Erwärmungsbad
wird dann entfernt und man setzt tert-Butylbromacetat (15 ml, 100
mmol) tropfenweise mit einer Geschwindigkeit zu, die die Aufrechterhaltung
des Rückflusses
gewährleistet.
Die äußere Erwärmung wird
wieder aufgenommen und noch eine Stunde aufrechterhalten. Man lässt die
gebildete Etherlösung
des Reformatsky-Reagenz auf Raumtemperatur abkühlen und überträgt sie dann mit Hilfe einer
Kanüle
in eine Suspension von 8-Formyloxymethyl-7-propionylindolizino[1,2-b]chinoline-9(11H)-on
(1,6 g, 4,7 mmol) in wasserfreiem Tetrahydrofuran (40 ml) unter
Argon. Das Reaktionsgemisch wird während einer Stunde unter Rückfluss
gerührt,
und dann lässt
man es auf Raumtemperatur abkühlen,
die Reaktion wird durch Zusatz von gesättigtem Ammoniumchlorid (100
ml) abgebrochen und man extrahiert mit Chloroform (3 × 100 ml).
Die kombinierten Chloroformextrakte werden über Natriumsulfat getrocknet
und eingedampft und der Rückstand
wird durch Chromatographie auf Siliciumoxidgelsäule gereinigt (1–2% MeOH/CH2Cl2), was 0,64 g
der gesuchten Verbindung (31%) in Form eines blassgelben Feststoffs
ergibt. Schmelzpunkt 146–149°C.
1H-NMR (CDCl3): 0,93
(t, 3H); 1,37 (s, 9H); 1,99 (m, 2H); 2,97 (dd, 2H); 3,5 (se, 1H);
5,10 (s, 2H); 5,24 (s, 2H); 7,40 (s, 1H); 7,59 (t, 1H); 7,83 (t,
1H); 7,90 (d, 1H); 8,20 (d, 1H); 8,34 (s, 1H).
13C-MR
(CDCl3): 8,18; 27,90; 34,59; 45,34; 49,91;
58,55; 77,39; 82,42; 100,52; 127,67; 127,97; 128,10; 128,64; 129,44;
129,79; 130,42; 130,99; 142,86; 148,69; 152,75; 155,16; 162,38,
172,24.
IR (KBr): 764; 1016; 1157; 1580, 1651, 1726.
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1.d. 5-Ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]-indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
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β-Ethyl-β-hydroxy-β-(8-hydroxymethyl-9-oxo(11H)-indolizino-[1,2-b]-chinolin-7-yl)tert-butylpropionat (1,45
g, 3,32 mmol) wird in wasserfreiem Dichlormethan (25 ml) gelöst und mit
einer gesättigten
Chlorwasserstofflösung
in Dichlormethan (100 ml) behandelt. Die gebildete Mischung wird
während
16 Stunden auf –20°C gehalten.
Der Niederschlag wird filtriert, mit Methanol gewaschen und unter
vermindertem Druck getrocknet, was 662 mg (55%) der gesuchten Verbindung
in Form eines gelben Feststoffs ergibt. Schmelzpunkt > 300°C.
1H-NMR (DMSO): 0,90 (t, 3H); 1,20 (q, 2H);
3,27 (dd, 2H); 5,29 (s, 2H); 5,49 (dd, 2H); 7,42 (s, 1H); 7,73 (t,
1H); 7,90 (t, 1H); 8,16 (t, 2H); 8,71 (s, 1H).
13C-NMR
(DMSO): 8,45; 36,48; 42,54; 50,68; 61,44; 73,34; 99,78; 122,71;
127,83; 128,15; 128,75; 129,08; 130,07; 130,61; 131,81; 144,66;
148,04; 152,80; 155,91; 159,26; 172,08.
IR (KBr): 761; 1127;
1204; 1285; 1580; 1653; 1757.
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Herstellung 2: Aufspaltung
von 5-Ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]-indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
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Man bringt eine Mischung von (3-Ethyl-β-hydroxy-(8-hydroxymethylindolizino[1,2-b]chinolin-9-(11H)-on-7yl)-propion säure (19,5
g, 51 mmol) und L-(-)-α-Methylbenzylamin
(12,12 g, 100 mmol) in absolutem Ethanol (1 l) zum Kochen, filtriert
in der Wärme
und lässt
68 h ruhen. Man filtriert den Niederschlag und wäscht ihn mit Ethanol und mit
Ether, um 9,8 g eines weißen
Feststoffs zu erhalten. Eine Hochdruck-Flüssig-Chromatographie auf chiraler
stationärer
Phase ("chirale
HPLC" auf Säule Chiral-AGP
(Chromtech, Stockholm, Schweden) 100 × 4 mm, Eluierungsmittel 2%-iges
Acetonitril in Phosphatpuffer 10 mM, pH 6,9, Eluierungspeaks bei
4,5 und 7,5 min) ergibt zwei Integrationspeaks mit 24% bzw. 76%
der Gesamtfläche
der beiden Peaks. Man nimmt den Feststoff in 93%-igem Ethanol (350
ml) unter Rückfluss
auf und lässt
48 h ruhen. Man filtriert den Niederschlag und wäscht ihn dann mit Ethanol und
Ether, um 4,8 g eines weißen
Feststoffs zu erhalten, der zwei Integrationspeaks mit 9% bzw. 91%
der Gesamtfläche
der beiden Peaks bei chiraler HPLC ergibt. Man nimmt den Feststoff
in 50%-igem Ethanol (48 ml) unter Rückfluss auf und lässt dann
48 h ruhen. Man filtriert den Niederschlag und wäscht ihn dann mit Ethanol und
mit Ether, um 2,7 g eines weißen
Feststoffs zu erhalten, der zwei Integrationspeaks mit 3% bzw. 97%
der Gesamtfläche
der beiden Peaks bei chiraler HPLC ergibt. Man nimmt den Feststoff
in 50%-igem Ethanol (22 ml) unter Rückfluss auf und lässt dann
48 h ruhen. Man filtriert den Niederschlag und wäscht ihn dann mit Ethanol und
mit Ether, um 1,6 g eines weißen Feststoffs
zu erhalten, der zwei Integrationspeaks mit 1% bzw. 99% der Gesamtfläche der
beiden Peaks bei chiraler HPLC ergibt. Man behandelt das gebildete
diastereoisomerisch angereicherte Salz, das in destilliertem Wasser
(20 ml) aufgenommen wurde, mit Essigsäure (0,35 ml, 6,4 mmol) während 15
min. Man filtriert den gebildeten Niederschlag, wäscht ihn
mit Wasser, Aceton und Ether und trocknet ihn dann unter Vakuum
bei 80°C,
um 1,1 g eines weißen
Feststoffs zu erhalten. Diesen nimmt man in absolutem Ethanol (55
ml), das mit konzentrierter Salzsäure (11,5 N, 11 ml) versetzt
ist, auf, um eine gelbe Lösung
zu erhalten, die 68 h bei Raumtempera tur unter Rühren gehalten wird. Man filtriert
den auf diese Weise gebildeten Niederschlag und wäscht ihn
mit Wasser, Ethanol und Ether und trocknet ihn dann unter Vakuum
bei 80°C,
um 770 mg enantiomerisch angereichertes 5-Ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]-indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H, 13H)-dion
zu erhalten. Eine Analyse durch chirale HPLC (Säule Chiral-AGP, eluiert mit
einem Gradienten von 2 bis 5% Acetonitril in Phosphatpuffer 10 mM,
pH 6,9, Eluierungspeaks bei 15 und 20 min) ergibt einen Enantiomerüberschuss
von 98%. Man wiederholt die oben beschriebene Prozedur, indem man
L-(-)-α-Methylbenzylamin
durch D-(+)-α-Methylbenzylamin
ersetzt. Man erhält
auf diese Weise das andere Enantiomer von 5-Ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]-indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H, 13H)-dion.
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Herstellung 3: 5,12-Diethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]-indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
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Diese Verbindung wird ähnlich wie
in Herstellung 1 hergestellt, jedoch mit der Ausnahme, dass im Schritt
1.a. 7-Ethylcamptothecin
(Sawada und Mitarbeiter, Chem. Parm. Bull. 39: 2574 (1991)) anstelle
von Camptothecin verwendet wird. Man erhält die gesuchte Verbindung
in Form eines hellgelben Feststoffs. Schmelzpunkt > 270°C.
1H-NMR (DMSO): 0,92 (t, 3H); 1,39 (t, 3H);
1,93 (q, 2H); 3,08 (d, 2H); 3,25 (q, 2H); 3,51 (d, 2H); 5,32 (s,
2H); 5,52 (dd, 2H); 7,42 (s, 1H); 7,76 (t, 1H); 7,89 (t, 1H); 8,18
(d, 1H); 8,32 (d, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,46; 14,15; 22,42; 36,50; 42,54; 49,95; 61,45; 73,35; 99,68; 122,61;
124,27; 126,76; 127,70; 128,27; 129,92; 130,18; 145,17; 145,82;
148,57; 152,15; 155,89; 159,26; 172,08.
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Herstellung 4: 5-Ethyl-9,10-difluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
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4.a. 2-Ethyl-2-(2-methoxy-4-pyridyl)-1,3-dioxolan
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Man destilliert Wasser azeotrop (eine
ganze Nacht) mit einem Dean-Stark-Gerät ausgehend von einer Mischung
von 2-Chlor-4-propionylpyridin
(10 g, 59 mmol), das wie in Lamattina, J. L. J. Heterocyclic Chem.
20, S. 553 (1983) erhalten wurde, Ethylenglycol (20 ml) und p-Toluolsulfonsäure (250
mg) in Toluol (150 ml). Das Lösungsmittel
wird dann unter vermindertem Druck abgezogen, die Säure wird
mit gesättigtem
wässrigem
Natriumbicarbonat (100 ml) neutralisiert und das Produkt wird mit
Ether extrahiert. Die kombinierten Etherextrakte werden mit Salzlösung gewaschen, über Natriumsulfat
getrocknet und eingedampft, was 13,3 g (96%) durch die Carbonylgruppe
geschütztes
Rohprodukt ergibt, das mit drei Äquivalenten
Natriummethoxid in Acetonitril bis zum Ende der Reaktion zum Rückfluss
gebracht wird (Kontrolle durch Dünnschichtchromatographie:
SiO2, tert-Butylmethyloxid/hexan (TBMO/HX)
50/50). Die Acetonitrillösung
wird dann filtriert und eingedampft. Der Rückstand wird in Ether aufgenommen,
mit Wasser und Salzlösung
gewaschen, über
Natriumsulfat getrocknet und eingedampft, was ein kastanienbraunes Öl ergibt,
das destilliert wird (70–75°C, 0,04 mbar);
man gewinnt 10,7 g (Gesamtausbeute 81%) Produkt (F) in Form eines
klaren Öls.
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4.b. 2-Ethyl-2-(3-hydroxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)-1,3-dioxolan
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Man setzt tropfenweise mit Hilfe
einer Kanüle
tert-Butyllithium (1,7 M in Pentan, 100 ml, 170 mmol) einer Brommesitylenlösung (13
ml, 85 mmol) in wasserfreiem Tetrahydrofuran (300 ml) bei –78°C und unter Argon
zu. Der gebildete weiße
Niederschlag wird bei –78°C während einer
Stunde gerührt und
dann wird 2-Ethyl-2-(2-methoxy-4-pyridyl)-1,3-dioxolan (10 g, 44,8
mmol) zugesetzt und das Reaktionsgemisch wird 15 Minuten bei –78°C, eine Stunde
bei 0°C
und eine Stunde bei Raumtemperatur gerührt. Nach einer neuerlichen Abkühlung auf –78°C wird wasserfreies
N,N-Dimethylformamid (100 mmol) zugesetzt und man lässt das
Reaktionsgemisch sich auf Raumtemperatur erwärmen; dann wird es während 16
Stunden gerührt,
worauf eine Analyse durch Dünnschichtchromatographie
(SiO2, TBMO/HX: 50/50) den vollständigen Verbrauch
des Ausgangsprodukts erkennen läßt. Die
Reaktion wird mit gesättigtem
Ammoniumchlorid gestoppt und das Reaktionsgemisch wird mit Diethylether
(200 ml, 50 ml, 50 ml) extrahiert. Die kombinierten Extrakte werden über Natriumsulfat
getrocknet und eingedampft, was ein gelbes Öl ergibt, das durch Säulenchromatographie
(SiO2, TBMO/HX: 0/100 bis 5/95, um die Mesytylenderivate
zu eluieren, und dann 20/80 bis 50/50, um das Produkt zu eluieren)
gereinigt wird, um den Zwischenaldehyd (7 g) zu ergeben. Der Aldehyd
wird in Methanol (100 ml) gelöst
und mit Natriumborhydrat (5 g, 132 mmol) behandelt und die gebildete
Mischung wird bis zum vollständigen
Verbrauch des Zwischenaldehyds gerührt (etwa 1 Stunde), und zwar
unter analytischer Kontrolle durch Dünnschichtchromatographie. Das
Lösungsmittel
wird dann eingedampft, der Rückstand
wird in Ether aufgenommen, mit Wasser und mit Salzlösung gewaschen,
getrocknet und das Lösungsmittel
wird abgedampft. Die Säulenchromatographie
(SiO2, TBMO/HX: 10/90 bis 50/50) des Rückstands
ergibt 7 g (Gesamtausbeute 62%) Produkt (G) in Form eines gelben Öls.
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4.c. 2-(3-Benzyloxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)-2-ethyl-1,3-dioxolan
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Man setzt tropfenweise eine Lösung von
2-Ethyl-2-(3-hydroxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)-1,3-dioxolan (7
g, 30 mmol) und Benzylchlorid (5 ml, 45 mmol) in wasserfreiem Tetrahydrofuran
(50 ml) einer Natriumhydridsuspension (80% in Mineralöl, 1,85
g, 61 mmol) in wasserfreiem Tetrahydrofuran (100 ml) zu und hält das Reaktionsgemisch
während
16 Stunden unter Rückfluss.
Man lässt
das Reaktionsgemisch dann auf Raumtemperatur abkühlen, stoppt die Reaktion mit
Wasser (50 ml) und konzentriert das Reaktionsgemisch unter vermindertem
Druck. Der Rückstand
wird in Diethylether (150 ml) gelöst, mit Wasser und Salzlösung gewaschen,
getrocknet und eingedampft. Eine Reinigung durch Säulenchromatographie
(SiO2, TBMO/HX: 5/95 bis 20/80) ergibt das
durch Benzyl geschützte
Produkt (H), 9 g (87%) in Form eines klaren Öls.
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4.d. 1-(3-Benzyloxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)-propan-1-on
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Man behandelt 2-(3-Benzyloxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)-2-ethyl-1,3-dioxolan
(9 g, 27 mmol) mit Trifluoressigsäure (10 ml) und Wasser (5 ml)
bei einer Badtemperatur von 120°C
während
3 Stunden. Das Reaktionsgemisch wird unter vermindertem Druck konzentriert
und die Restspuren von Säuren
werden durch Zusetzen von gesättigtem
wässrigem
Natriumbicarbonat neutralisiert. Die Extraktion mit Ether und darauf
folgende Säulenchromatographie
(SiO2, TBMO/HX: 10/90) ergibt 5,5 g (70%)
Produkt (I).
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4.e. β-Ethyl-β-hydroxy-β-(3-benzyloxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)tert-butylpropionat
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Man setzt tropfenweise tert-Butylbromacetat
(13 ml, 80 mmol) einer Zinksuspension (5,3 g, 80 mmol, durch Behandlung
mit 6 N HCl in 10 Sekunden aktiviert und dann nacheinander mit Wasser
bis zu neutralem pH, Aceton und Diethylether gewaschen) in wasserfreiem
Tetrahydrofuran (60 ml) unter Rückfluss
zu. Das Reaktionsgemisch wird noch 10 Minuten nach Beendigung der
Zugabe unter Rückfluss
gehalten. Dann setzt man eine Lösung
von 1-(3-Benzyloxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)-propan-1-on (5,8 g,
20 mmol) in wasserfreiem Tetrahydrofuran (20 ml) zu und rührt das
Reaktionsgemisch während
einer weiteren Stunde unter Rückfluss.
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Die Reaktion wird bei 0°C mit gesättigtem
wässrigem
Ammoniumchlorid (100 ml) gestoppt und das Reaktionsgemisch wird
mit Diethylether extrahiert. Die kombinierten Extrakte werden über Natriumsulfat
getrocknet und eingedampft, was ein gelbes Öl ergibt, das durch Säulenchromatographie
(SiO2, TBMO/HX: 5/95 bis 10/90) gereinigt
wird, um den tert-Butylester (J) (7 g, 95%) in Form eines klaren Öls zu ergeben.
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4.f. β-Ethyl-β-hydroxy-β-(3-hydroxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)tert-butylpropionat
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Man hydrogenolysiert β-Ethyl-β-hydroxy-β-(3-benzyloxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)tert-butylpropionat
(1 g, 2,5 mmol) bei atmosphärischem
Druck und bei Raumtemperatur unter Verwendung von 5%-igem PD/C als
Katalysator (50 mg) und absolutem Ethanol als Lösungsmittel (10 ml). Nach Beendigung
der Reaktion (6 Stunden) wird der Katalysator durch Filtrieren abgetrennt
und das Lösungsmittel
wird abgedampft, was 0,7 g (90%) Produkt (K) mit einer für eine weitere
synthetische Verwendung ausreichenden Reinheit ergibt.
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4.g. 5-Ethyl-1,5-dihydro-5-hydroxy-9-methoxy-oxepino[3,4-c]pyridin-3(4H)-on
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β-Ethyl-β-hydroxy-β-(3-hydroxymethyl-2-methoxy-4-pyridyl)tert-butylpropionat
(8,8, 28 mmol) wird während
3 Stunden bei Raumtemperatur mit Trifluoressigsäure (30 ml) behandelt. Die
flüchtigen
Bestandteile werden abgedampft und der Rückstand wird durch Säulenchromatographie
gereinigt (SiO2, CH2Cl2/MeOH: 100/0 bis 98/2), was ein klares Öl ergibt,
das nach Behandlung mit Toluol 5,9 g Produkt (L) (89%) in Form von weißen Kristallen
ergibt. Schmelzpunkt 97–98°C.
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4.h. 5-Ethyl-1,5-dihydro-5-hydroxy-oxepino[3,4-c]pyridin-3,9(4H, 8H)-dion
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Man erhitzt in Salzsäure 1 N
(20 ml) während
9 Stunden unter Rückfluss
5-Ethyl-1,5-dihydro-5-hydroxy-9-methoxyoxepino[3,4-c]pyridin-3(4H)-on
(0,5 g, 2,1 mmol). Das Reaktionsgemisch wird unter vermindertem
Druck konzentriert und der Rückstand
wird noch durch Zusetzen und Abdampfen von Toluol in zwei Malen getrocknet,
dann eine ganze Nacht unter vermindertem Druck in Gegenwart von
Phosphorpentoxid belassen. Das gebildete Öl wird in wasserfreiem Acetonitril
(5 ml) gelöst
und während
24 Stunden unter Argon gerührt. Der
Niederschlag wird filtriert und getrocknet, was 0,23 g (49%) eines
weißen
Feststoffs (M) ergibt. Schmelzpunkt 118 –119°C.
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4.i. 2-Chlor-6,7-difluor-3-chinolinmethanol
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Zur Anwendung kommt das Verfahren
nach Meth-Cohn und Mitarbeiter, J. Chem. Soc. Perkin Trans. I, S.
1520 (1981); Meth-Cohn, J. Chem. Soc. Perkin Trans. I, S. 2509 (1981).
3,4-Difluoracetanilid (38 g, 22 mmol) wird dem Vilsmeyer-Reagenz zugesetzt,
das durch tropfenweisen Zusatz von Phosphoryloxychlorid (103 ml,
1,1 mol) zu wasserfreiem Dimethylformamid (34 ml, 44 mmol) erhalten
wurde, mit einem Wasser/Eis-Bad gekühlt und während 0,5 Stunden unter Argonatmosphäre gerührt. Das
gebildete Gemisch wird 16 Stunden auf 70°C erhitzt. Nach Abkühlen auf
Raumtemperatur wird das Reaktionsgemisch einer Mischung von Eis
und Wasser (400 ml) zugesetzt, die 2 Stunden unter Rühren gehalten
wird, dann filtriert und nacheinander mit Wasser, Ethanol und Ether
gewaschen wird, um 9 g 2-Chlor-6,7-difluorchinolin-3-carbaldehyd in Form
eines gelben Feststoffs zu ergeben. Schmelzpunkt 222–224°C. Dieses
Zwischenprodukt wird mit Natriumborhydrid (2 g, 52 mmol) in Methanol
(400 ml) bei Raumtempratur während
0,5 Stunden behandelt, und dann wird der Reagenzüberschuss durch Zusatz von
Essigsäure
(2 ml) zerstört.
Das Lösungsmittel
wird unter vermindertem Druck abgezogen, der Rückstand wird in Ethylacetat
in Lösung
gebracht und nacheinander mit verdünntem Natriumbicarbonat, mit
Wasser und mit einer mit Natriumchlorid gesättigten wässrigen Lösung gewaschen. Die organische
Phase wird über
Natriumsulfat getrocknet, filtriert und konzentriert. Der gebildete Feststoff
wird in 1,2-Dichlorethan umkristallisiert, um 8 g 2-Chlor-6,7-difluor-3-chinolinmethanol
in Form eines beigen Feststoffs zu ergeben.
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4.j. 5-Ethyl-8-(2-chlor-6,7-difluor-3-chinolinmethyl)-1,5-dihydro-5-hydroxyoxepino[3,4-c]pyridin-3,9(4H,8H)-dion
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Man setzt tropfenweise während 5
Minuten Diethylazodicarboxylat (570 μl, 3,6 mmol) einer Lösung von
5-Ethyl-1,5-dihydro-5-hydroxyoxepino[3,4-c]pyridin-3,9(4H,
8H)-dion (400 mg, 1,79 mmol), der im vorhergehenden Schritt 4.i
erhaltenen Verbindung (770 mg, 2,23 mmol) und von Triphenylphospin
(934 mg, 3,58 mmol) in wasserfreiem N,N-Dimethylformamid (45 ml)
zu und rührt
die gebildete Mischung während
16 Stunden bei Raumtemperatur unter Argon. Das Reaktionsgemisch
wird dann unter vermindertem Druck konzentriert und der Rückstand
wird in Ether gelöst
(100 ml). Die gebildete Lösung
wird mit Salzlösung
(4 × 50
ml) gewaschen, über
Natriumsulfat getrocknet und eingedampft. Der Rückstand wird durch Säulenchromatographie
gereinigt (SiO2, CH2Cl2/MeOH: 99/1 bis 98/2), was 650 mg (66%)
des Produkts (O) in Form eines weißen Feststoffs ergibt. Schmelzpunkt
165–167°C.
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4.k. 5-Ethyl-9,10-difluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
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5-Ethyl-8-(2-chlor-6,7-difluor-3-chinolinmethyl)-1,5-dihydro-5-hydroxyoxepino[3,4-c]pyridin-3,9(4H, 8H)-dion
(600 mg, 1,1 mmol), Tetrabutylammoniumbromid (352 mg, 1,1 mmol)
Natriumacetat (359 mg, 4,4 mmol) und Palladium (II)-Acetat (98 mg,
0,43 mmol) werden in wasserfreiem Acetonitril (40 ml) gelöst und während 16
Stunden unter Argon auf 90°C
erhitzt. Nach Abkühlen
auf Raumtemperatur wird ein weißer
Niederschlag von der rötlichen
Lösung
getrennt. Dieser Niederschlag wird filtriert und unter vermindertem
Druck getrocknet. Das Rohprodukt wird in Wasser in Suspension gebracht,
filtriert und unter vermindertem Druck über Phosphorpentoxid getrocknet,
was 250 mg der gesuchten Verbindung in Form eines beigen Feststoffes
ergibt. Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,91 (t, 3H); 1,87 (m, 2H);
3,08 (d, 1H); 3,51 (d, 1H); 4,45 (s, 4H); 5,19 (s, 2H); 5,47 (dd,
2H); 6,02 (se, 1H); 7,33 (s, 1H); 7,54 (s, 1H); 7,55 (s, 1H); 8,43
(s, 1H).
13C-NMR (DMSO): 8,43; 36,47;
42,54; 50,52; 61,43; 64,43 (2C); 73,31; 99,07; 112,27; 113,14; 122,00;
124,24; 128,18; 129,74; 144,59; 145,01; 145,33; 147,63; 150,88;
155,88; 159,23; 172,07.
-
Herstellung 5: 5-Ethyl-4,5-dihydro-5,10-dihydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
10-Benzyloxy-5-ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
(370 mg, 0,79 mmol) wird mit Wasserstoff unter atmosphärischem
Druck und bei Raumtemperatur unter Verwendung von Palladium 10%
auf Kohle als Katalysator (60 mg) und Trifluoressigsäure als Lösungsmittel
(15 ml) behandelt. Nach Beendigung der Reaktion (16 Stunden) werden
dem Reaktionsgemisch Dichlormethan (50 ml) und Methanol (50 ml)
zugesetzt, der Katalysator wird filtriert und die flüchtigen
Bestandteile werden unter vermindertem Druck abgedampft, was die
gesuchte Rohverbindung ergibt, die Spuren von Trifluoressigsäure enthält. Diese
Spuren werden durch Codestillation mit 1,4-Dioxan entfernt. Man
erhält
das Produkt in Form eines orangefarbenen Feststoffs, Schmelzpunkt
150°C (Zersetzung)
mit einer für
die spätere synthetische
Verwendung ausreichenden Reinheit.
1H-NMR
(DMSO): 0,89 (t, 3H); 1,85 (q, 2H); 3,02 (d, 1H); 3,45 (d, 1H);
5,19 (s, 2H); 5,37 (d, 1H); 5,50 (d, 1H); 5,98 (se, 1H); 7,26 (s,
1H); 7,31 (s, 1H); 7,40 (d, 1H); 8,00 (d, 1H); 8,42 (s, 1H); 10,32
(s, 1H).
13C-NMR (DMSO): 8,47; 36,50;
42,61; 50,57; 61,46; 73,35; 98,84; 109,02; 121,83; 123,18; 129,50;
129,85; 130,12; 130,80; 143,39; 145,10; 149,69; 155,97; 156,82;
159,30; 172,11.
-
Herstellung 6: 5-Ethyl-9-fluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-10-methoxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 3-Fluor-4-methoxyanilin
gemäß der mit
den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4 beschriebenen
Methode erhalten. Gelber Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,89 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,08 (d, 1H); 3,49 (d, 1H); 4,00 (s, 3H); 5,25 (s, 2H); 5,39 (d,
1H); 5,51 (d, 1H); 6,00 (s, 1H); 7,32 (s, 1H); 7,72 (d, 1H); 7,91
(d, 1H); 8,58 (d, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,43; 36,48; 42,51; 50,68; 56,60; 61,42; 73,29; 99,25; 108,68; 113,52,
122,23; 126,33; 129,99; 130,30; 143,79; 144,70; 148,42; 151,18;
153,19; 155,81, 159,20; 172,06.
IR (KBr): 1259; 1503; 1602;
1737.
-
Herstellung 7: 9-Chlor-5-ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-10-methyl-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 3-Chlor-4-methoxyanilin
gemäß der mit
den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4 beschriebenen
Methode erhalten. Gelber Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
2,55 (s, 3H); 3,07 (d, 1H); 3,45 (d, 1H); 5,25 (s, 2H); 5,39 (d,
1H); 5,51 (d, 1H); 6,05 (s, 1H); 7,39 (s, 1H); 8,10 (s, 1H); 8,20
(s, 1H); 8,60 (s, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,43; 20,20; 36,47; 42,49; 50,67; 61,41; 73,28; 99,87; 122,82; 126,98;
127,99; 129,60; 130,53; 131,08; 135,64; 136,56; 144,39; 147,11;
153,10; 155,85; 159,18; 172,03.
IR (KBr): 1208; 1479; 1606;
1656; 1724.
-
Herstellung 8: 8-Ethyl-2,3,8,9-tetrahydro-8-hydroxy-10H, 12H-[1,4]dioxin[2,3-g]oxepino
[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-10,13(15H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 3,4-Ethylendioxyanilin
gemäß der mit
den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4 beschriebenen
Methode erhalten. Gelber Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,07 (d, 1H); 3,47 (d, 1H); 5,25 (s, 2H); 5,39 (d, 1H); 5,51 (d,
1H); 6,05 (s, 1H); 7,39 (s, 1H); 8,15 (q, 1H); 8,25 (q, 1H); 8,68
(s, 1H).
13C-NMR (DMSO): 8,41; 36,45;
42,48; 56,68; 61,40; 73,25; 99,92; 114,44; 115,42; 115,58; 122,96;
125,52; 130,56; 131,46; 144,21; 145,25; 142,36; 153,41; 155,85;
159,15; 172,00.
IR (KBr): 1266; 1512; 1581; 1618; 1751.
-
Herstellung 9: 7-Ethyl-7,8-dihydro-7-hydroxy-9H,11H-[1,3]dioxolo[4,5-g]
oxepino [3',4': 6,7]indolizino(1,2-b]chinolin-9,12[14H]-dion
-
Diese Verbindung wird aus 3,4-Methylendioxyanilin
gemäß der mit
den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4 beschriebenen
Methode erhalten. Kremfarbener Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,07 (d, 1H); 3,45 (d, 1H); 5,20 (s, 2H); 5,39 (d, 1H); 5,51 (d,
1H); 6,00 (s, 1H); 6,30 (s, 2H); 7,30 (s, 1H); 7,49 (d, 2H); 8,45
(s, 1H).
13C-NMR (DMSO): 8,43; 36,49;
42,56; 50,58; 61,42; 73,31; 98,87; 102,75; 103,33; 104,92; 121,76;
125,74; 128,59; 130,33; 145,08; 146,69; 148,78; 150,19; 151,49;
155,90; 159,24; 172,08.
IR (KBr): 1248; 1459; 1606; 1731.
-
Herstellung 10: 9-Chlor-5-ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-10-methoxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 3-Chlor-4-methoxyanilin
nach der mit den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4
beschriebenen Methode erhalten. Weißer Feststoff; Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,07 (d, 1H); 3,45 (d, 1H); 4,01 (s, 3H); 5,22 (s, 2H); 5,39 (d,
1H); 5,51 (d, 1H); 6,02 (s, 1H); 7,31 (s, 1H); 7,68 (s, 1H); 8,20
(s, 1H); 8,55 (s, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,22; 36,27; 42,30; 50,48; 56,69; 61,23; 73,08; 99,16; 107,44; 122,16;
127,12; 128,12; 129,25; 130,02; 130,53; 143,29; 144,37; 151,12;
153,29; 155,71; 158,98; 171,84.
IR (KBr): 1056; 1256; 1483;
1592; 1657; 1747.
-
Herstellung 11: 5-Ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-10-methoxy-1H-oxepino[3'4': 6,7]indolizino [1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 4-Methoxyanilin
gemäß der mit
den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4 beschriebenen
Methode erhalten. Gelber Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,07 (d, 1H); 3,45 (d, 1H); 3,95 (s, 3H); 5,28 (s, 2H); 5,40 (d,
1H); 5,51 (d, 1H); 6,00 (s, 1H); 7,38 (s, 1H); 7,51 (d, 2H); 8,07
(d, 1H); 8,55 (s, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,45; 36,48; 42,51; 50,64; 55,92; 61,42; 73,33; 99,01; 106,49; 122,02;
123,19; 129,59; 130,20; 130,43; 144,17; 144,94; 150,40; 155,92;
158,31; 159,26; 172,07.
IR (KBr): 1251; 1604; 1655; 1735.
-
Herstellung 12: 9,11-Dichlor-5-ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 3,5-Dichloranilin
nach der mit den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4
beschriebenen Methode erhalten. Gelber Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,07 (d, 1H); 3,45 (d, 1H); 5,30 (s, 2H); 5,41 (d, 1H); 5,55 (d,
1H); 6,08 (s, 1H); 7,41 (s, 1H); 8,05 (s, 1H); 8,21 (s, 1H); 8,91
(s, 1H).
13C-NMR (DMSO): 8,39; 36,45;
42,51; 51,03; 61,39; 73,25; 100,62; 123,55; 124,63; 127,60; 128,08;
128,56; 132,06; 132,19; 134,53; 143,77; 148,80; 154,88; 155,82;
159,13; 171,98.
IR (KBr): 1064; 1275; 1586; 1651; 1743.
-
Herstellung 13: 5-Ethyl-9-fluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-10-methyl-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizi no[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 3-Fluor-4-methylanilin
nach der mit den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4
beschriebenen Methode erhalten. Gelber Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,89 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
2,49 (s, 3H); 3,08 (d, 1H); 3,49 (d, 1H); 5,21 (s, 2H); 5,39 (d,
1H); 5,51 (d, 1H); 6,05 (s, 1H); 7,39 (s, 1H); 7,87 (d, 1H); 8,05
(d, 1H); 8,61 (s, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,40; 15,14; 36,45; 42,52; 50,60; 61,41; 73,28; 99,71; 112,00; 122,66;
125,38; 127,66; 129,59; 130,28; 144,49; 147,88; 152,88; 155,85;
159,18; 162,25; 172,02.
IR (KBr): 1054; 1580; 1651; 1760.
-
Herstellung 14: 5-Ethyl-10-fluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 4-Fluoranilin
nach der mit den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k, der Herstellung 4 beschriebenen
Methode erhalten. Weißer
Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,07 (d, 1H); 3,45 (d, 1H); 5,29 (s, 2H); 5,39 (d, 1H); 5,55 (d,
1H); 6,30 (s, 1H); 7,39 (s, 1H); 7,80 (q, 1H); 7,99 (q, 1H); 8,23
(q, 1H); 8,68 (s, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,40; 36,46; 42,48; 50,66; 61,41; 73,31; 99,68; 111,83; 122,75;
128,93; 130,93; 131,22; 131,93; 144,46; 145,27; 152,60; 155,89;
159,21; 172,04.
IR (KBr): 1209; 1589, 1659; 1739.
-
Herstellung 15: 10-Chlor-5-ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 4-Chloranilin
nach der mit den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4 beschriebenen
Methode erhalten. Gelber Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,07 (d, 1H); 3,47 (d, 1H); 5,25 (s, 2H); 5,39 (d, 1H); 5,51 (d,
1H); 6,05 (s, 1H); 7,39 (s, 1H); 7,89 (d,1H); 8,19 (d,1H); 8,29
(s,1H); 8,67 (s, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,40; 36,46; 42,47; 50,70; 61,42; 73,31; 100,00; 122,96; 127,31;
127,42; 128,87; 131,11; 132,12; 144,34; 146,53; 153,38; 155,88;
159,20; 172,04.
IR (KBr): 1069; 1483; 1606; 1741.
-
Herstellung 16: 9-Chlor-5-ethyl-10-fluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Diese Verbindung wird aus 4-Chlor-3-fluoranilin
nach der mit den Schritten 4.i., 4.j. und 4.k. der Herstellung 4
beschriebenen Methode erhalten. Gelber Feststoff, Schmelzpunkt > 250°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,07 (d, 1H); 3,45 (d, 1H); 5,25 (s, 2H); 5,39 (d, 1H); 5,51 (d,
1H); 6,05 (s, 1H); 7,40 (s, 1H); 8, 20 (d, 1H); 8,40 (d, 1H); 8,68
(s, 1H).
*C-NMR (DMSO): 8,38; 36,47; 42,58; 50,71; 61,40; 73,26;
99,99; 113,59; 123,09; 124,28; 127,74; 130,64; 131,31; 144,13; 145,08;
153,57; 154,13; 155,84; 156,61; 159,14; 172,00.
IR (KBr): 1488;
1583; 1655; 1743.
-
Herstellung 17: 5,12-Diethyl-9-fluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-10-methoxy-1H-oxepino
[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
17.a. 5-Fluor-4-methoxy-2-propionylanilin
-
(Dieses Produkt wird erhalten gemäß Sugasawa
T; Toyoda T, Adachi M; Sasakura K, J. Am. Chem. Soc. 100 (1978),
S. 4842–4852.)
Einer Lösung
von 3-Fluor-4-methoxyanilin (20 g, 142 mmol) in wasserfreiem Dichlormethan
(200 ml) unter Argonatmosphäre
und bei 0°C
wird tropfenweise Bortrichlorid (1 M in Heptan, 156 ml, 156 mmol)
zugesetzt. Die auf diese Weise erhaltene rosafarbene Suspension
wird 5 min unter Rühren gehalten,
und dann wird tropfenweise Propionitril (33 ml, 420 mmol) zugesetzt,
worauf Aluminiumtrichlorid (20,8 g, 156 mmol) in kleinen Portionen
folgt. Das Reaktionsgemisch wird während 3 h unter Rückfluss
erhitzt, auf 0°C
gekühlt,
hydrolysiert, indem vorsichtig Salzsäure 2 N (100 ml) zugesetzt
wird, und dann 45 min zum Rückfluss
gebracht. Nach Abkühlen
auf 0°C
erhält
man einen Niederschlag, der filtriert, mit Dichlormethan gewaschen
und dann in Wasser (300 ml) aufgenommen wird. Die wässrige Phase
wird bis zu einem alkalischen pH basisch gemacht und mit Dichlormethan
und dann mit Ethylacetat extrahiert. Die organische Phase wird getrocknet
(MgSO4) und dann eingedampft, um ein Rohprodukt
zu ergeben, das durch Säulenchromatographie
gereinigt wird (SiO2, AcOEt/Hpt: 1/99 bis
20/80). Man erhält
15,3 g eines gelben Feststoffs.
1H-NMR
(CDCl3): 1,20 (t, 3H); 2,92 (q, 2H); 3,83
(s, 3H); 6,2 (s, 2H); 6,40 (d, 2H); 7,32 (d, 2H).
IR (KBr):
857; 1148; 1240; 1561; 1583; 1662.
-
17.b. 4-Ethyl-7-fluor-2-hydroxy-6-methoxy-3-chinolinethylcarboxylat
-
Einer Lösung von 5-Fluor-4-methoxy-2-propionylanilin
(15,3 g, 77,5 mmol) und Triethylamin (13,9 ml, 100 mmol) in wasserfreiem
Acetonitril (110 ml) unter Argon und bei 0°C setzt man tropfenweise eine
Lösung von
Ethylmalonylchlorid (12,9 ml, 100 mmol) in wasserfreiem Acetonitril
(30 ml) zu. Man lässt
das Reaktionsgemisch auf Raumtemperatur zurückkehren, setzt mit einer Kanüle tropfenweise
unter Argon eine Natriumethylatlösung
zu (hergestellt aus 1,8 g, 78 mmol Natrium in 80 ml Ethanol) und
belässt
dann 12 h bei Raumtemperatur unter Rühren. Man gießt das Reaktionsgemisch
in Eiswasser (100 ml) und rührt
zwei Stünden
und filtriert dann den Niederschlag, der mit Wasser, Ethanol und
Ether gewaschen wird. Man erhält
19,4 g eines weißen
Feststoffs.
1H-NMR (DMSO): 1,25 (m,
6H); 2,78 (q, 2H); 3,92 (s, 3H); 4,30 (q, 2H); 7,15 (d, 2H); 7,40
(d, 2H); 11,93 (s, 1H).
IR (KBr): 786; 1083; 1410; 1521; 1644;
1725.
-
17.c. 2-Chlor-4-ethyl-7-fluor-6-methoxy-3-chinolinethylcarboxylat
-
Man bringt während 6 h eine Suspension von
4-Ethyl-7-fluor-2-hydroxy-6-methoxy-3-chinolinethylcarboxylat
(19,4 g, 0,066 mol) in Phosphorylchlorid (243 ml) zum Rückfluss.
Man destilliert das Phosphorylchlorid. Man gießt die Reaktionsmischung in
Eiswasser um. Man nimmt mit Dichlormethan auf, um zu solubilisieren. Man
wäscht
die organische Phase mit Wasser und dann mit einer gesättigten
Natriumchloridlösung.
Man trocknet die organische Phase über Magnesiumsulfat und dampft
das Lösungsmittel
ab. Man bringt den Rückstand in Ether
in Suspension und filtriert das nicht umgewandelte Ausgangsprodukt
(4 g). Man dampft das Filtrat ein und reinigt den Rückstand
durch Säulenchromatographie
(SiO2, AcOEt/Hpt. 5/95 bis 20/80). Man erhält 10,9 g
eines weißen
Feststoffs.
1H-NMR (DMSO): 1,30 (t,
3H); 1,39 (t, 3H); 3,08 (q, 2H); 4,09 (s, 3H); 4,49 (q, 2H); 7,64
(d, 2H); 7,86 (d, 2H).
IR (KBr): 865; 1016; 1082; 1190; 1224;
1253; 1272; 1508; 1571; 1732.
-
17.d. 2-Chlor-4-ethyl-7-fluor-6-methoxy-3-chinolinmethanol
-
Eine Lösung von 2-Chlor-4-ethyl-7-fluor-6-methoxy-3-chinolinethylcarboxylat
(10,8 g, 35 mmol) in wasserfreiem Dichlormethan (200 ml) wird tropfenweise
bei Raumtemperatur unter Inertatmosphäre mit Diisobutylaluminiumhydrid
(1M in Dichlormethan, 65 ml, 65 mmol) behandelt und dann während 4
h auf 40°C
erhitzt. Man kühlt
auf 0°C,
setzt vorsichtig eine 20%-ige wässrige
Rochelle-Salzlösung
(105 ml) und Dichlormethan (200 ml) zu und belässt 1 h unter Rühren. Man
dekantiert, wäscht
dreimal mit Wasser, trocknet die organische Phase über Magnesiumsulfat
und dampft das Lösungsmittel
ab. Der Rückstand
wird durch Säulenchromatographie
gereinigt (SiO2, AcOEt/Hpt: 5/95 bis 50/50).
Man erhält
6 g eines weißen
Feststoffs.
1H-NMR (DMSO): 1,28 (t,
3H); 3,25 (q, 2H); 4,04 (s, 3H); 4,77 (d, 2H); 5,27 (t, 1H); 7,55
(d, 2H); 7,73 (d, 2H).
IR (KBr): 840; 864; 1023; 1232; 1267;
1317; 1444; 1511; 1569.
-
17e: 5,12-Diethyl-9-fluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-10-methoxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Das 2-Chlor-4-ethyl-7-fluor-6-methoxy-3-chinolinmethanol
wird auf die im Schritt 4.j. der Herstellung 4 beschriebenen Weise
mit der Verbindung (M) gekoppelt. Das gebildete Kopplungsprodukt
wird nach dem Verfahren des Schritts 4.k. cyclisiert. Man erhält einen
gelben Feststoff, Schmelzpunkt > 275°C
1H-NMR (CF3COOD):
1,07 (m, 3H); 1,62 (m, 3H); 2,27 (m, 2H); 3,44 (d, 1H); 3,54 (m,
2H); 3,91 (d, 1H); 4,25 (s, 3H); 5,60 (d, 1H); 5,74 (s, 2H); 5,98
(d, 1H); 7,85 (m, 1H); 8,16 (m, 1H); 8,31 (s, 1H).
13C-NMR (CF3COOD):
9,03; 14,20; 26,68; 38,77; 43,98; 53,79; 58,27; 64,73; 77,93; 106,85;
109,24; 110,15; 128,99; 129,20; 131,61; 137,32; 141,23; 144,13;
154,79; 158,32; 160,25; 160,81; 179,30.
IR (KBr): 1013; 1068;
1265; 1466; 1514; 1601; 1655; 1748.
-
Herstellung 18: 5-Ethyl-4,5-dihydro-5-hydroxy-12-methyl-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Man wendet auf 2-Acetylanilin das
in den Beispielen 17.b., 17.d. beschriebene Verfahren an, 17.c.
und um 2-Chlor-4-methyl-3-chinolinmethanol
zu erhalten. Dieses wird auf die im Schritt 4.j. der Herstellung
4 beschriebene Weise mit der Verbindung (M) gekoppelt. Das erhaltene
Kopplungsprodukt wird nach dem Verfahren von Schritt 4.k. cyclisiert.
Man erhält
einen gelben Feststoff, Schmelzpunkt > 260°C.
1H-NMR (DMSO): 0,87 (t, 3H); 1,87 (q, 2H);
2,78 (s, 3H); 2,80 (d, 1H); 3,55 (d, 1H); 5,27 (s, 2H); 5,42 (d,
1H); 5,52 (d, 1H); 6,04 (s, 1H); 7,39 (s, 1H); 7,75 (t, 1H); 7,88
(t, 1H); 8,13 (d, 1H); 8,25 (d, 1H).
13C-NMR
(DMSO): 8,23; 36,26; 42,36; 62,00; 73,11; 78,65; 79,13; 79,25; 99,52;
122,36; 124,30; 127,67; 129,54; 129,55; 129,56; 140,11; 145,06;
148,07; 152,00; 155,79; 159,09; 171,89.
IR (KBr): 1649; 1751;
3404.
-
Herstellung 19: 10-Benzyloxy-5-ethyl-9-fluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
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Man wendet auf 3-Fluor-4-methoxyacetanilid
das im Schritt 4.i. als Beispiel beschriebene Verfahren an, um 2-Chlor-7-fluor-6-methoxychinolin-3-carbaldehyd
zu erhalten, der mit einem Bortribromid-Überschuss in Dichlormethan
bei Raumtemperatur während
24 Stunden behandelt wird. Man erhält 2-Chlor-7-fluor-6-hydroxychinolin-3-carbaldehyd,
der in Dimethylformamid in Gegenwart von Benzylbromid und Kaliumcarbonat O-benzyliert
wird, um 6-Benzyloxy-2-chlor-7-fluorchinolin-3-carbaldehyd zu ergeben,
der mit Natriumborhydrid in Methanol reduziert wird, um das entsprechende
Chinolinmethanol zu ergeben. Dieses wird auf die in Schritt 4.j.
der Herstellung 4 beschriebene Weise mit der Verbindung (M) gekoppelt.
Das gebildete Kopplungsprodukt wird nach dem Verfahren von Schritt
4.k. cyclisiert. Man erhält
einen gelben Feststoff, Schmelzpunkt > 275°C.
1H-NMR (DMSO): 0,86 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,05 (d, 1H); 5,25 (s, 2H); 5,37 (s, 2H); 5,45 (dd, 2H); 6,05 (s,
1H); 7,4–7,6
(m, 5H); 7,88 (d, 1H); 7,95 (d, 1H); 8,56 (s, 1H).
-
Herstellung 20: 5-Ethyl-9-fluor-4,5-dihydro-5,10-dihydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Man behandelt die Verbindung der
Herstellung 19 (0,79 mmol), die in Trifluoressigsäure (15
ml) gelöst ist,
mit Wasserstoff, in dem 10% Palladium auf Kohle (60 mg) verwendet
wird. Man erhält
einen gelben Feststoff, Schmelzpunkt > 275°C.
1H-NMR (DMSO): 0,86 (t, 3H); 1,85 (q, 2H);
3,05 (d, 1H); 5,25 (s, 2H); 5,37 (s, 2H); 5,45 (dd, 2H); 6,05 (s,
1H); 7,8 (d, 1H); 7,90 (d, 1H); 8,56 (s, 1H).
-
Die oben beschriebenen Herstellungen
dienen als Grundlage für
die Veranschaulichung der Erfindung durch die folgenden Beispiele:
-
BEISPIEL 1:
-
5-Ethyl-9,10-difluor-4,5-dihydro-5-(2-amino-1-oxoethoxy)-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
a. 5-Ethyl-9,10-difluor-4,5-dihydro-5-(2-(t-butyloxycarbonylamino)-oxoethoxy)-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dionchlorhydrat
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Eine Mischung von 5-Ethyl-9,10-difluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
(200 mg, 0,526 mmol, hergestellt gemäß Herstellung 4), N-Boc-glycin (185
mg, 1,051 mmol) und einer katalytischen Menge von 4-Dimethylaminopyridin
(20 mg) in wasserfreiem Pyridin (10 ml) wird bei 0°C unter Argon
mit Dicyclohexylcarbodiimid (239 mg, 1,16 mmol) behandelt und dann während 48
Stunden bei Raumtemperatur gerührt.
Die flüchtigen
Bestandteile werden unter Vakuum abgezogen und der Rückstand
wird chromatographisch behandelt (SiO2,
1% Methanol in Chloroform), um das gewünschte Zwischenprodukt (40
mg, 14%), einen gelben Feststoff, zu ergeben.
1H-NMR
(CDCl3): 1,20 t, 3H); 1,38 (s, 9H); 1,40–1,70 (m,
2H); 3,10 (d, 1H); 4,00 (d, 2H); 4,30 (d, 1H); 5,00 (t, 1H); 5,20
(s, 2H); 5,30–5,90
(dd, 2H); 7,20 (s, 1H); 7,50–8,10
(m, 2H); 8,30 (s, 1H).
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b. 5-Ethyl-9,10-difluor-4,5-dihydro-5-(2-amino-1-oxoethoxy)-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dionchlorhydrat
-
Dem oben erhaltenen Zwischenprodukt
(40 mg, 0,072 mmol), das in Dichlormethan (10 ml) gelöst ist und
auf 0°C
gehalten wird, wird tropfenweise mit Chlorwasserstoff gesättigtes
Dioxan (8 ml) zugesetzt. Die auf diese Weise gebildete gelbe Suspension
wird während
2 Stunden unter Rühren
belassen, und dann werden die flüchtigen
Bestandteile unter Vakuum abgezogen. Der in Wasser (5 ml) aufgenommene
Rückstand
wird mit Dichlormethan (3 × 30
ml) gewaschen. Die wässrige
Phase wird tiefgefroren und lyophilisiert, um das erwartete Salz,
einen hygroskopischen gelben Feststoff (20 mg, 50%), zu ergeben.
1H-NMR (CDCl3): 1,00
(t, 3H); 2,15 (m, 1H); 2,30 (m, 1H); 3,60 (d, 1H); 3,90 (d, 1H);
4,15 (s, 2H); 5,10 (s, 2H); 5,40 (d, 1H); 5,70 (d, 2H); 7,40 (s,
1H); 7,80 (m, 2H); 8,50 (s, 1H).
-
BEISPIEL 2:
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5-Ethyl-9,10-difluor-4,5-dihydro-5-(2-amino-1-oxopropoxy)-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion
-
Man wendet das Verfahren von Beispiel
1 auf 5-Ethyl-9,10-difluor-4,5-dihydro-5-hydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,
13H)-dion an, indem N-Boc-b-alanin
anstelle von N-Boc-glycin verwendet wird, und spaltet dann das Schutz-Boc
des auf diese Weise erhaltenen Zwischenprodukts durch eine Behandlung
mit Trifluoressigsäure
in Dichlormethan ab. Man dampft die flüchtigen Be standteile unter
Vakuum ab und nimmt den Rückstand
in Dichlormethan auf. Die gebildete Lösung wird mit verdünntem Bicarbonat
gewaschen, getrocknet und eingedampft. Man erhält einen gelben Feststoff.
-
Unter Anwendung der Methode der Beispiele
1 und 2 auf andere Verbindungen erhält man ähnliche Ergebnisse. Auf diese
Weise hat man Zugang zu einer ganzen Klasse von Analogen des Camptothecins
in Prodrug-Form.
-
BEISPIEL 3:
-
1,8-Diethyl-8,9-dihydro-8-hydroxy-2H,10H,12H-[1,3]oxazino[5,6-f]oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-10,13(15H)-dion.
-
Eine Suspension von 5-Ethyl-4,5-dihydro-5,10-dihydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,
13H)-dion (84 mg,
erhalten gemäß Herstellung
5) in Essigsäure
(2,5 ml) wird mit 1,3,5-Triethylhexahydrotriazin (0,5 ml). behandelt.
Das Reaktionsgemisch wird während
30 min bei 70°C
gerührt
und dann unter Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird mit Ethanol aufgenommen,
filtriert und mit Ether gewaschen. Man erhält einen Feststoff, Schmelzpunkt > 275°C.
1H-NMR (DMSO): 0,87 (t, 3H), 1,50 (t, 3H);
1,85 (q, 2H); 2,77 (q, 2H); 3,05 (d, 1H); 3,47 (d, 1H); 4,37 (s,
2H); 5,00 (s, 2H); 5,22 (s, 2H); 5,45 (dd, 2H); 6,00 (s, 1H); 7,34
(s, 1H); 7,36 (d, 1H); 7,93 (d, 1H); 8,53 (s, 1H).
13C-NMR (DMSO): 8,46; 13,48; 36,46; 42,49;
45,49; 46,44; 50,75; 61,43; 73,33; 82,06; 99,02; 112,90; 122,00; 122,98;
125,42; 127,04; 129,04; 130,20; 144,09; 144,97; 149,87; 152,92;
155,98; 172,07.
IR (KBr): 1045; 1215; 1502; 1604; 1657; 1722.
-
BEISPIEL 4:
-
8-Ethyl-8,9-dihydro-8-hydroxy-1-methyl-2H,10H,12H-[1,3]oxazino[5,6-f]oxepino
[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-10,13(15H)-dion.
-
Eine Suspension von 5-Ethyl-4,5-dihydro-5,10-dihydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,
13H)-dion (200 mg,
erhalten gemäß Herstellung
5) in Essigsäure
(5 ml) wird mit Hexahydro-1,3,5-trimethyltriazin (110 mg) behandelt.
Das Reaktionsgemisch wird 30 min bei 70°C gerührt und dann unter Vakuum eingedampft.
Der Rückstand
wird mit Ethanol aufgenommen, filtriert und mit Ether gewaschen. Man
erhält
einen Feststoff, Schmelzpunkt > 275°C.
1H-NMR (DMSO): 0,87 (t, 3H), 1,85 (q, 2H);
3,04 (d, 1H); 3,48 (d, 1H); 4,33 (s, 2H); 4,93 (s, 2H); 5,28 (s,
2H); 5,45 (dd, 2H); 6,01 (s, 1H); 7,35 (s, 1H); 7,38 (d, 1H); 7,94
(d, 1H); 8,49 (s, 1H).
13C-NMR (DMSO):
8,46; 36,43; 37,85; 42,55; 48,68; 50,79; 61,43; 73,35; 83,82; 99,04;
112,49; 122,04; 123,00; 125,46; 127,14; 129,07; 130,27; 144,99;
149,95; 152,46; 155,99; 172,09
IR (KBr): 1047; 1058; 1219;
1246; 1295; 1439; 1504; 1604; 1655; 1735.
-
BEISPIEL 5:
-
8-Ethyl-8,9-dihydro-8-hydroxy-1-benzyl-2H,10H,12H-[1,3]oxazino[5,6-f]oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-10,13(15H)-dion.
-
Eine Suspension von 5-Ethyl-4,5-dihydro-5,10-dihydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H,13H)-dion (200 mg, erhalten
gemäß Herstellung
5) in Essigsäure
(5 ml) wird mit 1,3,5-Tribenzylhexahydrotriazin (285 mg) behandelt.
Das Reaktionsgemisch wird 30 min bei 70°C ge rührt und dann unter Vakuum eingedampft.
Der Rückstand
wird in Ethanol aufgenommen, filtriert und mit Ether gewaschen.
Man erhält einen
Feststoff, Schmelzpunkt > 275°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H), 1,85 (q, 2H);
3,05 (d, 1H); 3,47 (d, 1H); 3,96 (s, 2H); 4,33 (s, 2H); 5,04 (s,
2H); 5,17 (s, 2H); 5,44 (dd, 2H); 6,01 (s, 1H); 7,38 (m, 6H); 7,42
(d, 1H); 7,97 (d, 1H); 8,42 (s, 1H).
1H-NMR
(DMSO): 8,42; 19,96; 36,45; 42,51; 46,36; 50,78; 55,38; 61,39; 73,31;
99,00; 112,55; 122,01; 123,08; 125,38; 127,09; 127,47; 128,70; 129,14;
130,35; 128,40; 139,19; 144,18; 149,99; 152,84; 155,92; 159,24; 172,05.
IR
(KBr): 1056; 1205; 1225; 1248; 1504; 1535; 1599; 1655; 1726.
-
BEISPIEL 6:
-
8-Ethyl-8,9-dihydro-4-fluor-8-hydroxy-1-benzyl-2H,10H,12H-[1,3]oxazino[5,6-f]oxepino[3',4': 6,7]indolizino[1,2-b]chinolin-10,13(15H)-dion.
-
Eine Suspension von 5-Ethyl-9-fluor-4,5-dihydro-5,10-dihydroxy-1H-oxepino[3',4': 6,7)indolizino[1,2-b]chinolin-3,15(4H, 13H)-dion
(200 mg, erhalten gemäß Herstellung
20) in Essigsäure
(5 ml) wird mit 1,3,5-Tribenzylhexahydrotriazin (285 mg) behandelt.
Das Reaktionsgemisch wird 30 min bei 70°C gerührt und dann unter Vakuum eingedampft.
Der Rückstand
wird in Ethanol aufgenommen, filtriert und mit Ether gewaschen.
Man erhält
einen Feststoff, Schmelzpunkt > 275°C.
1H-NMR (DMSO): 0,85 (t, 3H), 1,85 (q, 2H);
3,05 (d, 1H); 3,48 (d, 1H); 3,95 (s, 2H); 4,45 (s, 2H); 5,20 (s,
4H); 5,45 (dd, 2H); 6,05 (s, 1H); 7,40 (s, 7H); 7,90 (d, 1H); 8,45
(s, 1H).
IR (KBr): 1248; 1451; 15001; 1598; 1657, 1727.
-
Pharmakologische
Untersuchung der erfindungsgemäßen Produkte
-
Untersuchung der durch
die Topoisomnerase 1 induzierten DNA-Relaxationswirkung
-
Alle Reaktionen werden in einem Reaktionspuffer
von 20 μl
durchgeführt,
der aus 50 mM Tris-HCl (pH 7,5), 50 mM KCl, 0,5 mM Dithiothreitol,
10 mM MgCl2, 0,1 mM Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA),
30 μg/ml Rinderserumalbumin
und 300 ng superspiralisiertes pUCl9 (Pharmacia Biotech, Orsay,
Frankreich) mit oder ohne Testverbindungen in bestimmten Konzentrationen
besteht. Alle Testverbindungen sind anfangs in 50 mM Dimethylsulfoxid
(DMSO) oder, bei wasserlöslichen
Verbindungen, in Wasser gelöst,
wobei die anderen Verdünnungen
in destilliertem Wasser durchgeführt
wurden. Die endgültige
DMSO-Konzentration überschreitet nicht
1% (v/v). Die Reaktion wird durch ein gestaltetes Zusetzen von einer
Topoisomerase 1 der DNA aus gereinigtem Kalbs-Thymus (Life technologies/Gibco-BRL,
Paisley, England) ausgelöst,
daß die
Reaktion bei 37°C
in 15 Minuten vollständig
ist. Die Reaktionen werden durch Zusatz von 3 μl einer Mischung gestoppt, die 1%iges
Natriumdodecylsulfat, 20 mM EDTA und 500 μg/ml Proteinase K (Boehringer
Mannheim, Meylan, Frankreich) enthält. Nach einer zusätzlichen
Inkubationszeit von 30 Minuten bei 37°C werden 2 μl eines Ladungspuffers, der
10 mM Na2HPO4, 0,3%iges
Bromphenolblau und 16%iges Ficoll enthält, den Proben zugesetzt, die
während
20 Stunden einer Elektrophorese in 1,2%igen Agarose-Gels mit 1 V/cm in
einem Puffer ausgesetzt werden, der 36 mM Tris-HCl pH 7,8, 30 mM
Na2HPO4, 1 mM EDTA
und 2 μg/ml
Chlorochin enthält.
Die Gels werden mit 2 μg/ml
Ethidiumbromid gefärbt,
unter UV-Licht mit 312 nm mit einer CCD-Camera (charge coupled device) photographiert,
und die Fluoreszenzstärke
wird mit Hilfe eines Bildanalysiergeräts bioProfil (Vilber Lourmat,
Lyon, Frankreich) gemessen, um den Prozentsatz der entspannten DNA
zu bestimmen.
-
Bei jedem Test wird die superspiralisierte
Plasmid-DNA allein oder mit Topoisomerase 1 inkubiert. Die Reaktion
ist im Zeitraum von 15 Minuten vollständig. Bei jeder Testverbindung
oder Vergleichsverbindung (Vergleichsverbindung nennt man den Träger allein)
wird die superspiralisierte Plasmid-DNA in Gegenwart der für den Test
gewählten
Höchstkonzentration
der Testverbindung oder der Vergleichsverbindung ohne Enzym oder in
Gegenwart der Testverbindung in Konzentrationen von 1 μM bis 200 μM oder der
Vergleichsverbindung und in Gegenwart von Enzymen inkubiert. Wie
in der Tabelle I angegeben wird, inhibieren die Beispiele 3 bis
6 die durch die Topoisomerase 1 begünstigte Relaxationswirkung
in einer dosisabhängigen
Weise.
-