-
Vorrichtung zur Nerstellung steriler Injektionslösungen Es ist ein
Sberilisator bekannt, welcher es dem Arzt ermöglichen soll, Injektionslösungen vollkommen
steril durch Selbstherstellung zur unmittelbaren Verwendung für die Praxis zu bereiten;
der in folgender Weise arbeitet: Eiuz Kochkolben ist mittels feines hitzebeständigen
Gummistopfens' mit einem Sterilisieraufsatz versehen, der mit einem überfalldeck
e1 abgeschlossen werden -kann. Eine Ganzglas@ujiektionsspritze, deren Kolben gebremst
werden kann, hängt mit der Kanüle nach unten im Sberiligieraufsatz. Dieser ist mit
dem Kochkolben durch einige öffnungen in der Wandung verbunden.. Des Sterilisieraufsatz
läuft nach unten in einen reagenzglasförmigen Ansatz aus, der als Sammelraum für
das' sich bildende Kondenswasser dient. Kurz über dem Boden .dieses Sammelraumes
beginnt ein überlaufrohr, das weiter oben durch die @ Wand des Ansatzes,. frei in
dem Raum des Kochkolbens mündend, geführt ist. Der in dem Kochkolben durch Heizung
mit einer elektrischen Heizplatte entwickelte Wasserdampf strömt durch die,bieschriebenen
öffnwngien ,an, der Spritze entlang und -schlägt sieh im obieren Teil des Sterilisieraufsatzes
als Kondenswasser nieder, welches-nach dem Sammelraum fließt. Hier umgibt dieses
die Kanülenspitze während der Dauer des Kochprozesses, der etwa io Minuten währt.
Im Spritzeninneren ist während des Abkühlens durch die Kontraktion der in der Spritze
emthalbenen Luft- und durch die Kondensation des Wasserdampfes ein Unterdruck entstanden,
zu dessen Ausgleich das Kondenswasser in Uie Spritze hineinfließt. Eine im Spritzeninn;exen
befindliche Tablette wird .auf diese Weise gelöst.
-
Durch die vorliegende Erfindung wurde nun leine Vorrichtung. geschaffen,
welche eine einwandfreie Sterilisation durch überhitzten, strömenden Wasserdampf
bei der Selbstherstellung von Injektionslösungen gewährleistet. Der technische Fortschritt
der lzi,erzu verwendeten. Vorrichtung- (vgl. Abb. i der Zeichnung) feruht darauf,
Saß. sich die Kanülenspitze, an deren Sterilität besonders hohe Ansprüche gestellt
werden, während der gesamten
Dauer des _Sterilisationßprozesses
in einem Dampfstrom befindet, idessen Temperatur über ioo° C beträgt, während sie
bei der bekannten Vorrichtung nur in heißes Wasser taucht:; Dies wird durch die
Vereinigung eintle.s' Dampferzeugers A mit :einem Kondensator C bewirkt, der unten
in :ein. @doppelwandigesf Sterilisationsrohr B ausläuft, in dessen Inneren die Injektionsspritze
E hängt, in die .eine zu lösende Tablette g eingelegt ist. Das entsprechende Sterilisationsrohr
.der bekannten Vorrichtung hat demgegenüber nur eine einfache Wandung. Der untere
Teil des nach der Erfindung doppehvandigen Sterilisationsrohres B ragt im Gegensatz
zu der bekannten Vorrichtung in die im Dampferzeuger kochende Lösung hinein, so
. @daß eine Kondensation von Wasserdampf in ihm nicht eintreten kann. Durch diese
Anordnung wird erreicht, da.ß sich die Kanüle der Injektionsspritze während ,des
gesamten Sterilisationsvorganges in strömendem, überhitztem Wasserdampf b.eßndet,
der durch die in dem Außenmantel ,e und Innenmantel f befindlichen Öffnungen a und
b zwangsläufig an der Spritzenwand aufsteigend geführt wird. Die Vermeidung der
Kondensation von Wasserdampf in dem in die kochende Lö; sang D eintauchenden Sterilisationsrohr
B
wird dadurch bewirkt, daß. wäßrige Lös'ungen verwendet werden"deren Siedepunkt
über ioo° C liegt. Zweckmäßig verwendet ,man zur Erreichung diesies Zieles ,als
Siedeflüssigkeit Lösungen von nicht flüchtigen chernischen Verbindungen in Wasser,
welche seinen Siedepunkt in dem gewünschten Ausmaß erhöhen, wie z. B. leicht. lösliche
Salze, anorganischer oder organischer Säuren, Kohlenhydrate usw: Besonders wirksam
wird die Verhinderung einer Wasserdampfkondensation dadurch bewirkt, daß die in
dem Innenmantel f hefindliche Öffnung b, durch welche der Dampf zur
Kanülenspitze strömt, unter der Oberfläche der Siedelösung angebracht ist, weil
so der überhitzte Wasserdampf ohne wesentliche Abkühlung in das Innere des doppelwandigen
Sterilisationsrohres B @einströmen und auf diese Weise sehr wirksam sterilisieren
kann. ° Die Verhinderung der Abkühlung des Dampfes wird weiterhin dadurch erreicht,
daß der Abstand des Innenmantels f von dein Außenmantel e des Sterilisationsrohres
B so eng gewählt wird, daß- !das Strömen des Wasserdampfes - auch in der oberhalb
der siedenden Lösung gelagerten Teilen,des Sterilisationsrohres B gewährleistet
ist, weil infolge dieser Anordnung eine hohe Dampfgeschwindigkeit °und damit eine
nur geringe Abkühlung des Dampfes erzielt wird. Eine weitere zweckmäßige Anordnung
bildet der Einbau einer Heizvorrichtung F unmittelbar in die zu erhitzende Lösung,
wie dies bei anderen Dampfsfierilisatoren bereits bekannt ist. Durch diese Vorrichtung
wird eine wirtschaftliche ;Wärmeübertragung und zugleich eine gute Stieuedung der
Heizung ermöglicht, insbesondere für,den Fall, daß der Kochprozeß durch automatische
Regelung begonnen bzw. unterbrochen werden soll.
-
Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung und ihre Wirkungsweise
werden an Hand von Abb. i oder Zeichnung erläutert: In dem mit einer Salzlösung
o. dgl. beschickben Wasserdampferzeuger A wird durch Erhitzen mit einem eingebauten
Tauchsieder F überhitzter Wasserdampf gebildet, dessen Temp:er,atur von der Konzentration
der angewandten Salzlösung abhängig ist, auf alle Fälle aber über i oo° C liegt.
Dieser Dampf strömt durch die Öffnung a nach der im Innenmantel f befindlichen
Öffnung b und wird auf diesem Wiege noch .einmal durch die umgebende kochende
Salzlösung überhitzt. Bei b gelangt er in das Innere des Sterilisationsrohres B,
umspült die Kanüle, steigt an den Wandungen der zu sterilisierenden Spritze empor
rund stimmt seinen Weg zwangsläufig durch die Löcher c und die Spritzenauflage ld
in den Kondensator C. In diesem schlägt er sich als destilliertes Wasser nieder;
welches an den Kondensatorwänden herabläuft und sich Über den Lörhern c sammelt.
Da der nach oben strömende Dampf ein Herabfließen des Wassers durch denn ,engen
Zwischenraum zur Kanülenspitze verhindert, hält es sich über .den Löche ,ri c, solange
der Kochprozeß dauert.
-
Während des darauffolgenden Abkühlens ist im Spritzezvnneren durch
-die Kontraktion ,deir in der Spritze @entbaltenen Luft und durch die Kondensation
des Wasserdampfes ein Vakuumentstanden. Beim Abschalten des elektrischen Tauchsieders,
welches gegebenenfalls selbsttätig zu gestalten -ist, hört das Kochen fast schlagartig
auf. Sobald der Dampfdruck in dem Dampferzeuger:A etwas kleiner geworden ist als
der Druck des Wassers über 4en Öffnungen c, strömt durch sie das destillierte Wasser
zur Kanülenspitze herab und wird durch die Kanüle infolge dies Spritzpnuakuums saufgesogen,
dessen Entstehungsursache eben beschrieben ist. Die in der Spritze befmdliche Tablette
löst sich auf. Auf diese Weise gelingt es, eine vollkommen sterile Spritze mit einer
frisch bereiteten sterilen Injektionslösung steril zu füllen.
-
Die beschriebene Anordnung kann auch zur Aufnahme mehrerer Spritzen
geeignet sein, so d,ß sie zu gleicher Zeit sterilisiert 'und mit steriler Injektionslösung
steril gefüllt werden können. Die Abb. 2 der Zeichnung
.veranschaulicht
:eine Allordnung, welche in einem Arbeitsgang die. meiner Durchschnitts, praxis
für i Tag benötigte Anzahl von Spritzen sterilisiert und steril füllt.