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Vorrichtung zum Herausziehen von Rohren und ähnlichen Einrichtungen
aus Tiefbohrlöchern Bisher wurden aus Steigrohren bestehende Förderleitungen mit
Hilfe von Fördertürmen aus der Erde herausgezogen, und zwar in der Weise, daß die
Ziehvorrichtung an der höchsten Stelle der Steigleitung o. dgl. zum Angriff gebracht
wurde. Der Förderturm selbst besteht aus massivem Material und muß stark genug sein,
um das gesamte Gewicht, also z. B. 5 bis 6ooo kg tragen zu können. Ist die Bohrung
beendet, so muß der Förderturm abgebaut werden, was mit Rücksicht auf sein Gewicht
und seine stabile Bauweise mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist, desgleichen
ein Transport an eine andere Stelle. Andererseits ist selbstverständlich auch der
Aufbau ziemlich langwierig und stark materialverbrauchend.
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Diesem Nachteil soll die vorliegende Erfindung begegnen. Sie kennzeichnet
sich grundsätzlich dadurch, daß beim Herausheben der Förderleitung o,. dgl. das
Zugorgan an der untersten Stelle der Förderleitung oder kurz dariiber angreift.
Eine Förderleitung besteht bekanntlich aus mehreren miteinander verschraubten, verhältnismäßig
kleinen und verhältnismäßig leichten Steigrohren. Erfindungsgemäß wird nun so gearbeitet,
daß ein Zugorgan, vorzugsweise ein Drahtseil, von der Erdoberfläche bis zum tiefsten
oder annähernd tiefsten Punkt der Förderleitung eingeführt wird und dort in beliebiger
Weise mit dem letzten Steigrohr verbunden ist. Um nun die Steigleitung herauszunehmen,-
wird das Zugorgan betätigt, und zwar vorzugsweise mit Hilfe einer Rolle, derart,
daß der Zug parallel zur Erdoberfläche erfolgen kann. Die Rolle kann unmittelbar
an einer Seite des Bohrloches angebracht sein und mit der Bohrlochverrohrung verbunden
sein. Das Zugorgan wird nun so weit betätigt, daß die erste Verschraubung des obersten
Steigrohres aus dem Bohrloch herausragt, dann wird dieser Teil des obersten Steigrohres
an einem Hebestück befestigt, welches seinerseits an einem zweiten Seil hängt, das
über einen Mast läuft, der ;etwas höher ist als das längste Steigrohr,
und
gleichfalls am Bohrloch befestigt wird. Nun wird mit Hilfe _ des Zugorgans weitergehoben,
bis die erste Verbindung zweier Steigrohre an der Oberfläche erscheint, dann werden
die Steigrohre in bekannter Weise mit Keilen abgefangen, die Verbindung löst und
das erste Steigrohr entfernt. Um däs Hebestück unter der Muffe zum Stehen 2,ü bringen,
ist ein Ausgleichsgewicht vorgesehen, welches das Tragseil des Hebestückes in Spannung
hält. Dann wird das Zugorgan weiterbewegt, und der Vorgang wiederholt sich in genau
derselben `''eise für das zweite Steigrohr. Selbstverständlich können in analoger
Weise auch andere, in Bohrlöcher eingeführte Vorrichtungen herausgezogen werden,
z. B. Bohrrohre.
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Die sich mit der Neuerung ergebenden Vorteile liegen klar auf der
Hand. An Stelle des massiven, kostspieligen und schwierig zu transportierenden und
aufzubauenden Förderturms ist zunächst ein billiger, leicht auf-und abzubauender
Aufbau notwendig, an Stelle des Förderturmes ist nämlich lediglich ein bis zum untersten
Steigrohr reichendes Zugorgan und ein kleiner Aufbau, insbesondere für die Umlenkrolle,
sowie ein Mast notwendig. Dieser Aufbau kann natürlich ohne weiteres leicht transportiert
werden.
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In der anliegenden Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise dargestellt.
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Der Berechnung ist eine Bohrlochtiefe von 60o m zugrunde gelegt. Mit
2'-Steigrohren mit verstärkten Enden und 5/$'-Pumpgestänge ergibt diese Ausrüstung
folgende Gewichte:
| Steigrohre ...... 42,00 kg- |
| Pumpgestänge ... 95o - |
| 5 i 5o kg ohne Ölfüllung. |
Aufbau der Gesamteinrichtung(Fig.i) Unter Tage ist vorhanden a) Eine Hülse, zweiteilig,
die an der einen Seite nach unten konisch erweitert ist (Fig, a), b) eine Tragmuffe,
c) ein Seil.
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Die Hülse a dient zum Eingießen des Zugseiles c. Es soll dadurch eine
innige Verbindung zwischen Zugseil und Hülse und somit mit -dem Steigrohr hergestellt
werden. Die Tragmuffe stellt die Verbindung zwischen den Steigrohren einerseits
und der Hülse andererseits dar. Das Tragseil wird mit 2o mm dimensioniert, das ist
eine sechsfache Sicherheit der zu hebenden Last. Über Tage Über Tage sitzt die Urnlenkrolle
d auf der Grundplatte e. Die Grundplatte e ist fest auf dein Absetzflansch verschraubt.
Auf dieser Grundplatte sitzen die Stützen g, die die zwei Träger f tragen.
Auf den Trägern f sitzt am einen Ende der Mast lt (io m lang), der
mittels Schildzapfen i drehbar gehalten wird. Vor dem Ziehen von Arbeitsmitteln
aus dem ,Bohrloch wird der Mast aufgerichtet und `durch die Haltebüchse (Schelle)
Z sicher gehalten (Fig. 3). Auf dem Mast ist eine Seilrdfle zur Aufnahme des Seiles
n2, angebracht. *Äni. Seil m kann das Ausgleichsgewicht k an dem vertikalen
Teil des ziehenden Trums angeklemmt werden. Am einen Ende ist das Seil geteilt zur
Aufnahme von zwei Hebestücken. Arbeitsweise Soll das in den Steigrohren befindliche
Pumpgestänge mit Pumpenkolben gezogen werden, so wird nach Aufbau der oben bezeichneten
Einrichtung und Hochrichten des Mastes das Pumpgestänge-hebestück an dem Pumpgestänge
angelegt und mittels Seil na, das an der Fördertrommel einer Ausbauwinde befestigt
ist, gezogen. Iin übrigen geschieht der Ausbau des Pumpgestänges in der iiblichen
Arbeitsweise.
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Nach dem Ausbau des Gestänges wird zum Ausbau der Steigrohre übergegangen.
Zu diesem Zweck wird das Seil an abgelegt und das Drahtseil c an der Fördertrommel
der Ausbauwinde befestigt, dann wird an das Seil m das Ausgleichsgewicht k angeklemint.
An dem gegabelten Ende des Seiles a2,2 werden zwei Steigrohrelevatoren befestigt.
Jetzt werden die Steigrohre mittels Drahtseil c angezogen, bis eine Steigrohrmuffe
so hoch herausragt, daß der Elevator in der üblichen Weise unter der obersten Muffe
angeschlagen werden kann. Beim Weiterziehen am Seil c wird unter der Wirkung des
Gegengewichts k das Hebestück stets unter der Muffe des Steigrohrs gehalten. Das
Gegengewicht ist so schwer bemessen, daß das Steigrohr auch nach dem Losschrauben
von der übrigen Steigrohrtour noch in der Schwebe gehalten wird, um es anschließend
von Hand auf den Boden ablegen zu können. Es dürfte hiermit deutlich sein, daß durch
die Anbringung des Gegengewichts eine weitere Maschinenkraft zum Ziehen am Seil
m erspart wird.
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Eine Gabelung des Seils 2,n mit Anbringung von zwei Hebestücken ist
erforderlich, weil andernfalls bei nur einem Hebestück nach dem Aushängen des am
Boden abgelegten Steigrohrs das Hebestück unter der Einwirkung des Gegengewichts
sofort zur oberen Mastrolle gezogen würde. Dies wird durch Anbringung der zweiten
Hebestückes an dem gegabelten Seil vermieden. Es wird an dem nächsten aus dem Bohrloch
heraustretenden Steigrohr angeschlagen, bevor das am Boden liegende Steigrohr von
dem ersten Hebestück gelöst wird.