DE69406C - Verfahren zur Entfettung von Leder - Google Patents
Verfahren zur Entfettung von LederInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 28: Gerberei.
Verfahren zur Entfettung von Leder.
Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Verfahren zum Entfetten von Leder, welches
auf der Verwendung eines Lösungsmittels beruht und sich dadurch vortheilhaft auszeichnet,
dafs das Lösungsmittel mehrmals Verwendung finden kann, und dafs das Leder nicht wie bisher in das Lösungsbad einge- ;
taucht, sondern mit der Lösung besprengt wird und während der ganzen Behandlung an demselben Platze verbleibt.
Ferner wird abwechselnd ein Posten Leder mit dem Lösungsmittel behandelt, während ein
anderer getrocknet wird, so dafs die Vorrichtung aufserordentlich leistungsfähig ist.
In beiliegender Zeichnung ist die zur Durchführung des Verfahrens dienende Vorrichtung
veranschaulicht, und zwar ist:
Fig. ι eine Seitenansicht der Vorrichtung,
Fig. 2 ein Grundrifs, wobei der Deutlichkeit halber verdeckende Theile abgebrochen
gedacht sind;
Fig. 3 und 4 stellen im Längs- :und_ Querschnitt
einen der Entfettungsbehälter dar;
Fig. 5 zeigt in vergröfsertem Mafsstabe in Seitenansicht einen Deckel des Entfettungsbehälters,
Fig. 6 ist eine Seitenansicht einer Hebelübersetzung,
Fig. 7 die Stirnansicht von Fig. 6,
Fig. 8 der Grundrifs der Aufhängungsvorrichtung für die zu behandelnden Leder,
Fig. 9 die Seitenansicht hiervon,
Fig. 10 zeigt das Verbindungsrohr vom Dampfkessel,
Fig. 11 in Stirnansicht einen Befeuchtungsbehälter und
Fig. 12 gleichfalls in Stirnansicht die Anordnung der Entfettungsbehälter.
Die Entfettungsbehälter α sind mit einem Obertheil b und Deckel c versehen (Fig. 3,4
und 5).
In beiden Seiten der Behälter α angeordnete Röhren e stehen vermittelst Oeffnung d mit
dem Innern derselben und durch die Rohrstücke e1, Fig. i, welche durch die Schraubenventile
g und gl beeinflufst werden, mit dem
Befeuchtungsbehälter in Verbindung.
Am Boden eines jeden Entfettungsbehälters a befindet sich eine in sein Inneres, hineinreichende
Röhre h, welche (Fig. 10) mit der Verbindungsröhre i in Verbindung stehen.
Ueber der oberen Mündung der Röhre h sind (Fig. 3) kegelförmige Hauben h1 angebracht,
welche, als Rückschlagverschlufs dienend, den Eintritt von Dampf in den Entfettungsbehälter
ermöglichen, den Eintritt der in den Behälter eingespritzten Flüssigkeit in die Röhre h aber
verhindern. Die Entfettungsbehälter selbst werden starr durch Säulen j und Riegel j1
und j2 getragen. Die Verbindungsröhre i,
Fig. 10, steht durch ein Rohrstück mit der Atmosphäre in Beziehung, welches zweckmäfsig
zu einem Ventilator oder Saugkopf führt. In der Mitte der Röhre i zweigt sich eine Leitung /, Fig. 2, ab, welche zu
einem Dampfkessel m führt, welcher einen Fettauslafshahn η aufweist (Fig. 1). Eine
Röhrenleitung p, Fig. 1, welche durch ein' Küken q verschlossen werden kann, verbindet
den Dampfkessel m mit einer Röhre, welche mittelst der Klappenventile S an den Entfettungsbehälter
anschliefst. Zu beiden Seiten
des Dampfkessels m sind Längsrohre t, Fig. 2,
vorgesehen, welche mit einem Längsrohr u durch. Condensationsrohre in Verbindung stehen,
deren gesammter Rauminhalt gleich dem Rauminhalt der Röhre if ist. Das eine Ende des
Rohrstüekes r, Fig. 1, ist durch einen Dreiweghahn
w am oberen Ende der Saugrohre verschlossen; der Hahn w verschliefst den Zugang
zu einer Pumpenleitung. Das Saugrohr χ, Fig. i, führt zu einem Behälter {,
welcher das Lösungsmittel aufnimmt. Ein Rohr A verbindet das Rohrstück u mit diesem
Behälter \. In der Mitte des Rohres u zweigt
sich ein Rohr μ1 ab (Fig. 1), welches zu einem
durch eine beliebige Kraft befhätigten Ventilator führt. Das Auspuffrohr dieses Gebläses führt
durch einen Vorwärmer C und läuft in ein Dampfrohr D aus. Hier findet sich ein Doppelwegventil
, bestehend aus einer Scheibe E, Fig. 2, welche unter dem Einflufs einer Stange F
steht; diese wird von der ^Zahntrieb-Uebersetzung G aus bethätigt, welche oberhalb des
Dampfrohres D gelagert ist (Fig. 2). Die Scheibe E befindet sich in der Mitte zwischen
den beiden Ventilsitzen HH; an den Enden des Dampfrohres befinden sich die Ventile JJ1,
welche den Auspuff aus dem Dampfrohr und den Eintritt der atmosphärischen Luft in dasselbe
ermöglichen. Längliche Oeffnungen JJ1,
Fig. 4, führen von dem Dampfrohr D zu jedem der Entfettungsbehälter a. Der Befeuchtungsbehälter f ist mit dem Dampfrohr D durch
Röhren KK1, Fig. 1, mit Hähnen K* ver-'
bunden. Eine Pumpe y ist mit dem Behälter f durch das Rohr L verbunden.
Die Deckel c der Entfettungsbehälter können mittelst der Klammern M und N, Fig. 4 und 5,
dicht lidernd angezogen werden. An dem Deckel c sind Siebbleche O aufgehängt, welche
mit Kerben Q versehen sind, welche mit den Löchern d der Rohre e übereinstimmen, wenn
die Siebe O sich an Ort und Stelle befinden. Die Deckel c hängen an Ketten R, welche
über Rollen R1R2R3 laufen, mittelst Gegengewichte
S' abgewogen sind und von einem Rad 5 aus (Fig. 12) zum Heben oder Senken
der Deckel c Verwendung finden können. Ein Rahmenwerk, bestehend aus den Röhren Y,
Fig. ι und 2, welche durch die Querröhren U mit einander verbunden sind, und welchen
von einem gelenkigen Rohr Yx aus Wasser zugeführt werden kann, schwingt oberhalb
der Condensationsröhrengruppe ν durch Vermittelung einer Stange W, welche an einer
Kurbel X sitzt, hin und her. Jedes der Klappenventile der Röhre i, Fig. ι ο, hat zwei
Scheiben 1 und 2, deren Eingriffsflächen gerillt und mit Antifrictionslagermetall zur Vermeidung
von schädlicher Reibung ausgegossen sind. Die Scheibe 1 sitzt an der Röhre 4, welche von
einer die Scheibe 2 tragenden Stange 3 durchdrungen ist. Beide sind bei ihrem. Austritt
aus der Röhre i durch Stopfbüchsen abgedichtet. Das Ende der Stange 3 trägt ein
Rad 5, Fig. 6, welches in ein Rad 6 eingreift, das auf einer von einem Handhebel 8 aus
beweglichen Stange 7 sitzt (Fig. 1). Die Stange 3 trägt einen Stift 9, Fig. 6, welcher
in einer Coulisse des Handhebels 10 geführt wird. Durch diese Anordnung können die
Scheiben 1 und 2 unabhängig von einander bewegt und an die Sitze 11 und 12 geprefst
werden.
Das Leder Z, Fig. 9 und 8, wird vermittelst Metallstifte 14, Fig. 8, in den hölzernen Rahmen
15 aufgehängt, welche Rollen 16 tragen;
diese werden auf Faconeisen 17 gestützt. Bei
Benutzung der in Rede stehenden Vorrichtung wird eine entsprechende Anzahl von Holzrahmen
15 mit den zu entfettenden Ledern Z vermittelst der Stifte 14 behängt und vermittelst
der Faconeisen 17 in die Entfettungsbehälter α eingebracht; alsdann werden die
Deckel c herabgelassen und durch die Klammern N M luftdicht gelidert. Daraufhin wird
der Durchflufs-Querschnitt der Röhre i durch seitliche Verschiebung der Scheiben 1 und 2
in die in Fig. 10 dargestellte Lage geöffnet, um Verbindung des Entfettungsbehälters mit
dem Dampfkessel m, Fig. 1, zu gestatten.
Die Pumpe y wird nunmehr bethätigt und dadurch eine entsprechende Menge von dem
im Behälter \ enthaltenen flüchtigen Lösungsmittel in den Behälter f eingepumpt. Wird
nun vorausgesetzt, dafs nur der Behälter α zu entfettendes Leder enthält, und wird dann die
Klappe g und der Hahn K'2 des Rohres K1
geöffnet, so fliefst durch die Röhren e e1 und Löcher d das Lösungsmittel in die Siebe O
und befeuchtet die Leder Z. Ein Theil des Lösungsmittels wird von den Ledern aufgesaugt,
der übrige Theil sammelt sich am Boden des Entfettungsbehälters an, ohne aber in das
Rohr h gelangen zu können. Wenn nun das Ventil -S, Fig. 1, geöffnet wird und hierdurch
der Entfettungsbehälter und die Pumpe mit einander verbunden werden, so kann das angesammelte
Lösungsmittel von Zeit zu Zeit durch die Pumpe in den Behälter f eingespritzt
werden, bis die Entfettung der Waaren den gewünschten Grad erreicht hat. Dann wird
der Hahn q geöffnet und die in dem Entfettungsbehälter und der Pumpe befindliche
Flüssigkeit in den Dampfkessel m abgelassen; alsdann wird der Ventilator B bethätigt und
die Klappe E, Fig. 2, derart eingestellt, dafs der Entfettungsbehälter mit dem Vorwärmer C
in Verbindung gelangt. Hierdurch werden Luft und Lösungsmitteldämpfe um die Waare herumgeführt,
und zwar vom Ventilator zum Vorwärmer, dann zum Entfettungsbehälter, zum Dampfkessel, zu den Condensatiönsröhren ν
Claims (1)
- und dann wieder zum Ventilator zurück u. s. f. in constantem Kreislauf. Die Luft und die Dämpfe, welche überhitzt werden, bewirken die Verdampfung des im Leder enthaltenen Lösungsmittels. Letzteres wird in Dampfform in die Condensationsröhren v, wo es condensirt wird, und im Behälter % behufs Wiederverwendung gesammelt.Ist die Entfettung der Leder vollständig durchgeführt und sind dieselben getrocknet, so wird die Verbindung zwischen dem Vorwärmer C und den Entfettungsbehältern a mittelst der Klappe E abgedrosselt, und die Scheiben ι und 2 der Röhre i werden nach einander auf ihre Sitze 12 vermittelst der geschilderten Hebelübersetzung angeprefst. Alsdann wird die Klappe J, Fig. 2, gelöst und dadurch Luft eingelassen, der Hahn ÜT2, Fig. 1, geschlossen und der mit der Röhre K verbundene, in den Zeichnungen nicht dargestellte Ventilator bethätigt. Dadurch werden die im Entfettungsbehälter etwa übrig gebliebenen Dämpfe abgesaugt, indem ein durch das Ventil / eintretender Luftstrom durch jenen Behälter getrieben wird.Das Ventil I1 wird in der nämlichen Weise bethätigt, wenn der andere Entfettungsbehälter ventilirt werden soll, wobei der Entfettungsbehälter während der Ventilation mittelst des Ventils E, Fig. 2, und der im Rohr i angebrachten Scheibenventile von den übrigen Theilen des Apparates vollständig getrennt ist. Der Vorwärmer C ist mit einem Dampfrohr mit Ventil oder einer ähnlichen Vorrichtung versehen, um die Temperatur der Luft oder des Dampfes zu reguliren, welche 38° C. nicht übersteigen sollte. Zum Ausräumen des fertig entfetteten Leders wird der Deckel c des Entfettungsbehälters α gehoben.Pateντ-Anspruch:Ein Verfahren zur Entfettung von Leder, darin bestehend, dafs die zu entfettenden Lederstücke (Häute) in einem geschlossenen Behälter aufgehängt und mit einem zweckmäfsigen Lösungsmittel berieselt werden, worauf ein Strom von mit dem Dampf des Lösungsmittels gemischter warmer Luft an. denselben vorbeigeführt wird, die durch jenen Strom mitgerissenen Dämpfe des Lösungsmittels condensirt und zum Wiedergebrauch gesammelt werden und ein Strom reiner Luft an den Lederstücken vorbeigeführt wird.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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