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Die Erfindung betrifft eine Gardinenschiene, die aus einem
mit einem Schlitz zum Durchlassen von Gardinenaufhängemitteln
versehenen Profil besteht und neben diesem Schlitz mit einem
Raum zum Aufnehmen von Gleit- oder Rollteilen der
Gardinenaufhängemittel versehen ist.
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Derartige Gardinen sind in vielen Ausführungsformen bekannt.
Die Gestalt der Profile hängt von den verwendeten
Gardinenaufhängemitteln ab. Diese Mittel können mit
Rollteilen in Form von rollenden Rädchen, die auch als Rollen
bezeichnet werden, oder mit Gleitmitteln versehen sein, die
oft aus einem synthetischen Material hergestellt sind.
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Ferner gibt es Gardinenaufhängemittel, die an der Stirnseite
der Schiene einzusetzen sind und in keinster Weise durch den
Schlitz hindurchgehen dürfen, und Gardinenaufhängemittel, die
durch den Schlitz eingesetzt werden können. Von der letzteren
Art gibt es zwei Varianten, d.h. diese, die elastisch federnd
sind, wenn sie durch den Schlitz hindurchtreten, und die
Ausführungsform, die das Gardinenaufhängemittel schafft, das
nur in einer Position in den Schlitz eingesetzt werden kann,
und nachdem es gedreht wurde, gewöhnlicherweise um 90º, die
Arbeitsposition erhält, die den Durchtritt durch den Schlitz
hindurch verhindert.
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Es ist nicht ungewöhnlich, daß an den Teil, durch den sich
der Schlitz hindurchzieht, Gardinenaufhängemittel mit einem
Zurückhalte- oder Stoppteil versehen ist, das verhindert, daß
das Aufhängemittel zu tief in den Schlitz eindringt, was zur
Folge haben würde, daß es eine unkontrollierte Position
einnimmt, die zu Unregelmäßigkeiten führen kann.
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Oftmals wird eine Gardine entlang einer Gardinenschiene
gezogen, indem die Gardine selbst oder die Gardinenkordel
ergriffen wird. In diesem Fall ist die auf die Gardine
ausgeübte Kraft oft nicht parallel zur Gardinenfläche, es
werden statt dessen Querkräfte ausgeübt.
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Manchmal gerät ein Gardinenaufhängemittel aus der
Fluchtlinie, was zur Folge hat, daß es mehr oder weniger
festklemmt.
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Die zuvor erwähnten Effekte können eine Reibung bewirken,
wenn die verschiedenen Arten von Gardinenaufhängemittel
benutzt werden. Ist einmal Reibung aufgetreten, kann dies
dazu führen, daß das erste Aufhängemittel eine falsche
Position einnimmt, was zu einer Zunahme der bereits
erfahrenen Widerstandskraft führt. Aufgrund der
Widerstandskraft und der hierauf erfolgenden normalen Reaktion, einem
Zerren, kann nicht nur die Gardine beschädigt werden, wie
beispielsweise daß ein Aufhängemittel außer Eingriff gelangt,
sondern es kann auch eine Abnutzung der Schiene auftreten,
insbesondere ein Abtrag einer möglichen Lackschicht. In der
Praxis reduziert dies die Lebensdauer der Schiene, da ein
Wiederaufbringen eines mechanisch ausreichend festen
Anstrichs sehr schwierig ist, wobei in diesem Falle nicht
vergessen werden sollte, daß die Original-Lackschicht oft
durch Aufbringen eines Pulvers, beispielsweise mittels einer
elektrostatischen Pulverlackierung, erhalten wird, dem ein
Erwärmen der die Pulverschicht tragende Schiene folgt, so
lange bis die Pulverschicht eingebrannt ist, was eine feste
abdichtende Schicht erzeugt.
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Die Erfindung zielt darauf ab, die zuvor erwähnten Nachteile
hinsichtlich der Reibung beinhaltend den oben erwähnten
Abrieb zu vermeiden, oder sie jedenfalls zu reduzieren.
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Eine reibungsmindernde Schicht für eine wie oben erwähnte
Gardinenschiene ist an sich aus der niederländischen
Patentanmeldung NL-A-7603170 oder der entsprechenden
österreichischen Patentschrift AT-B 350211 bekannt, in der
ein extrudiertes Profil aus synthetischem Material wie u.a.
Polyvinylchlorid, wobei gleichzeitig mit der Extrusion des
Profils auch eine Schicht mit guten Gleiteigenschaften aus
Polyester, Polyamid-11, Polyamid-12, chloriertem Polyethylen
oder chloriertem Polypropylen ebenso extrudiert wird.
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Aus Week 8622, 19. April 1986, Derwent Publications Ltd.,
London, Großbritannien, AN 86 140 892 & JP, A, 6 1076 594
(KITAMURA) ist außerdem die Reibungsminderung der Oberfläche
eines gespritzten Kunststofferzeugnisses bekannt, das u.a.
aus Polyvinylchlorid hergestellt werden kann durch Aufbringen
einer wässrigen Lösung eines F-beinhaltenden Harzes,
optionalerweise beim Vorhandensein vön Silikon und durch
Entfernen der Schicht durch Auswaschen oder Abwischen.
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Die Erfindung zielt darauf ab, eine reibungsmindernde Schicht
zu schaffen, die leicht auch auf einem Metall oder einer
geschmolzenen Schicht aufgebracht werden kann und die
abriebfest ist und das Äußere oder die Farbe der Schiene
nicht beeinflußt.
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Diesbezüglich schafft die Erfindung eine Antireibschicht, die
aus einem der Materialien besteht, die zur Gruppe aus
Polyvinylchlorid, einem Silikon und Polytetrafluorethylen
gehört.
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Eine Oberflächenschicht ist als eine Schicht definiert, die
an der Außenseite des Profils aber auch um und im
Zwischenraum plaziert ist, zu dem der Schlitz den Zugang freigibt.
Die Schicht ist vorzugsweise aus Polyvinylchlorid
hergestellt, das, wenn es warm ist, leicht in einer
ausreichend dünnen Schicht aufgebracht werden kann. Somit
wurden sehr gute Resultate mit Polyvinylchlorid erzielt,
nämlich dergestalt einer dünnen Schicht, die so gut wie
unsichtbar ist und überdies eine klar erkennbare
Reibungsminderung aufweist. Gardinenschienen werden
gewöhnlicherweise direkt über Heizkörpern plaziert, somit
also in den wärmsten Plätzen eines Zimmers oder Raums. Man
hat herausgefunden, daß jedoch sogar unter diesen Umständen
die Schicht glatt bleibt und nicht klebrig wird. Eine andere
Gruppe synthetischer Materialien mit reibungsmindernden
Eigenschaften wird durch Silikone gebildet. Diese werden
jedoch in einem warmen Raum etwas klebrig.
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Ein sehr haltbares und hochreibungsminderndes synthetisches
Material ist Polythetrafluorethylen. Es ist teurer und
schwieriger aufzubringen als Polyvinylchlorid und aufgrund
dessen in erster Linie für "schwere" Fälle zu verwenden, wie
beispielsweise schwere Gardinen, die häufig zu ziehen sind.
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Die Erfindung ist insbesondere von Nutzen, wenn in einer an
sich bekannten Weise die benachbart dem Schlitz liegenden
Profilwände abgerundet wurden und leicht einwärts gebogen
wurden. In diesem Fall wird das Gewicht der Gardine
vollständig auf den benachbart zum Schlitz liegenden
gerundeten Kanten aufliegen, somit also auf einer kleinen
Fläche. Es wurde beobachtet, daß auch in diesem Fall eine
Polyvinylschicht hochabriebfest und reibungsmindernd ist.
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Eine Gardinenschiene ist vorzugsweise mit Verstärkungsrippen
versehen. Wenn jedoch solche Rippen mit den
Gardinenaufhängemitteln in Berührung kommen, kann dies leicht zu einem Abrieb
führen und hiernach zu einer Erhöhung der Reibung. Durch die
Erfindung wird dieser Nachteil in hohem Grade reduziert. Eine
weitere Ausführungsform der Erfindung sieht demgemäß vor, daß
das Profil nach innen ragende Rippen über den Schlitz hinweg
aufweist, die in Breitenrichtung neben dem Schlitz
positioniert sind.
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Eine effektive Verfahrensweise zur Herstellung einer
Gardinenschiene gemäß der Erfindung besteht darin, daß die
Schiene in ein dünnflussiges thermoplastisches synthetisches
Material senkrecht eingetaucht wird, aus der Flüssigkeit zum
Abtropfen bei oder ungefähr bei der Temperatur der
Flüssigkeit herausgehoben wird und hiernach abgekühlt wird.
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In der Praxis kann dies durch Aufhängen der Schiene längs
eines mit flüssigem thermoplastischem synthetischem Material
gefüllten tiefen Behälters und nachfolgendem Zurückziehen
desselben mit relativ geringer Geschwindigkeit bewirkt
werden. Der Teil, der gerade die Flüssigkeit verlassen hat,
ist noch immer warm und aufgrund dessen dazu fähig,
zufriedenstellend abzustropfen. Wenn die gesamte Schiene aus
der Flüssigkeit herausgehoben wurde, verbleibt nur das
Bodenteil zum Abtropfen, wohingegen das obere Teil bereits
abgekühlt ist.
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Eine somit mit Polyvinylchlorid beschichtete Schiene weist
eine Schicht aus dem synthetischen Material auf, die so dünn
ist (im Bereich von zehntel Millimetern), daß wenig Material
benutzt wird, was auch die Kosten begrenzt. Diese Kosten sind
sicherlich niedriger verglichen zu den Kosten des
Fertigungsverfahrens, das gewöhnlicherweise vor dem
Aufbringen der Schicht gemäß der Erfindung verwendet wurde.
Fur eine aus Aluminium hergestellte Schiene besteht die
Endbearbeitung darin, die stranggepreßte Schiene zu härten,
sie zu entfetten, sie zum Schutz gegen Oxidation und zur
Verhinderung von Ablagerungen in feuchten Umgebungen zu
chromatieren, eine Pulverbeschichtung an der Innenseite und
Außenseite der Schiene mittels eines elektrostatischen
Pulverlackierverfahrens aufzubringen und sie zu schmelzen.
Solch eine Schmelzschicht kann nicht nur glatt sein, sondern
auch beträchtlich geringer als beispielsweise eine Schicht
aus Polyvinylchlorid.
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Die Erfindung wird hiernach unter Bezugnahme zu den
Zeichnungen weiter erläutert. Es zeigt:
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Fig. 1 einen Querschnitt einer Gardinenschiene gemäß der
Erfindung, und
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Fig. 2 schematisch den Schichtaufbau hiervon.
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In der Fig. 1 ist ein Querschnitt einer Gardinenschiene mit
einem Hauptteil 1 und senkrechten Schenkeln 2 gezeigt. Die
Schenkel sind an ihren Enden nach innen gebogen lind bilden
somit Flansche 3, die an ihren benachbart zum Schlitz 8
liegenden Enden Umbiegungen und Verdickungen 4 aufweisen, die
an der Profilinnenseite Stützgrate 5 bilden.
Verstärkungsrippen 6 verstärken den Hauptteil 1, wobei es in
diesem Fall unerheblich ist, ob sie mit Roll- oder
Gleiteinrichtungen, die nicht gezogen werden, in Berührung
kommen, da die Rippen mit einer schützenden,
reibungsmindernden Schicht beschichtet sind. Desgleichen
dienen die Verdickungen 7 zwischen dem Hauptteil 1 und den
Schenkeln 2 als Verstärkung.
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In Fig. 2 ist das Aluminium der Schiene mit 9 bezeichnet, der
chromatierte Film mit 10, die Schmelzschicht mit 11 und die
Schicht gemäß der Erfindung mit 12. Zur Klarheit sind 10 und
12 im Verhältnis zu breit gezeichnet.