DE69205C - Schwellwerk für elektropneumatische Orgeln - Google Patents
Schwellwerk für elektropneumatische OrgelnInfo
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- G10B—ORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
- G10B1/00—General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus
- G10B1/02—General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus of organs, i.e. pipe organs
- G10B1/04—General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus of organs, i.e. pipe organs with electric action
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei Orgeln wird die Stärke der erzeugten Töne häufig dadurch verändert, dafs man einige
der Pfeifen in einem Schwellerkasten unterbringt und den Querschnitt der Oeffnungen,
durch welche die Töne aus dem Schwellerkasten entweichen, nach Belieben ändert.
Die Klangfarbe der Töne einer Orgel wird mitunter dadurch verändert, dafs man der in
den Pfeifen enthaltenen Luft eine vibrirende Bewegung mittheilt, welche den mittelst der
Pfeifen hervorgerufenen Tönen eine tremolirende Wirkung verleiht.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich nun auf Vorrichtungen, welche unter Zuhülfenahme
von elektrischen und pneumatischen Anordnungen den oben erwähnten Zwecken dienen
sollen.
Wird ein Schwellerkasten mit venetianischen Verschlüssen verwendet, um die Stärke des
Tones zu controliren, so wird die Bewegung der letzteren in Uebereinstimmung mit dem üblichen
übertragenden oder Schwellerpedal auf dem Spieltisch in den folgenden Weisen hervorgerufen,
welche zur Klarlegung des Anmeldungsgegenstandes dienen sollen.
In den Fig. 1 und 2 bezeichnet N den Schwellerkasten, N1 die Schwellerverschlüsse
und iV2 die Stange, welche die Verschlüsse mittelst der'Klötze η und der Stifte n1 derart
mit einander verbindet, dafs dieselben sich gleichzeitig bewegen. N3 iV* sind zwei pneumatische
Bälge, welche durch Gelenke n2 mit den Enden der Stangen N3 bezw. verbunden
und derart angeordnet sind, dafs dieselben vermittelst ihrer elektropneumatischen Hebel E in
bekannter Weise in entgegengesetzten Richtungen wirken. N° bezeichnet einen Contacthebel,
welcher an dem einen Ende durch einen drehbaren Arm η3 mit der Stange 2V2 verbunden
ist und sich mit seinen entgegengesetzten Enden über den Quadranten N6 bewegt.
Das zum Quadranten ausgebildete Ende des Contacthebels ist mit einem isolirenden
Klotz oder einer Lücke w4 versehen und trägt
an seinem Umfange Contactstücke n5 (s. Fig. 2), welche sich von den Seiten der Lücke n4 bis
nach dem äufseren Ende der Ansätze rae des
Hebels erstrecken. Die bei der Thätigkeit des Apparates in Wirkung tretende Oberfläche des
Quadranten 2V6 ist mit einer Anzahl von isolirenden Contactstücken n1 versehen, welche
durch schmale Streifen na aus isolirendem Material von einander getrennt sind. iV7.bezeichnet
einen auf dem Spieltisch befindlichen Quadranten, welcher eine Anzahl· von isolirenden
Contactstücken n9 besitzt, welche in ähnlicher
Weise, wie die oben erwähnte n1, angeordnet sind. Das isolirte Contactstück nw ist
auf einem drehbaren Arm Ns angebracht, welcher sich mit den Pedalen 2V9 bewegt (oder
von den Pedalen selbst getragen wird) und welcher sich nach und nach über die Contactstücke
n9 auf dem Quadranten iV7 bei jedem Niederdrücken des Pedales hinwegbewegt. Die
Contactstücke werden zweckmäfsig federnd angeordnet.
Die Contacte n5 sind durch die Drähte ra11
und w12 mit ihren bezw. elektropneumatischen
Hebeln E verbunden und die Rückleitungsdrähte 7Z13 und nH der letzteren zu der
Batterie F zurückgeführt. 1, 2, 3, 4, 5 und 6
sind eine Anzahl von Drähten, welche sechs
Contactstücke n% mit anderen Contactstücken n1
bezw. verbinden. Der Pedalcontact nw steht mit der Batterie F durch Drähte rc15«16, sowie
durch den Zapfen w17 in Verbindung.
Die Wirkungsweise dieses Apparates ist die folgende:
Wenn das Pedal aus der in der Figur gezeichneten Stellung so weit herabgedrückt wird,
dafs dasselbe den Contact η10 nach vorwärts,
beispielsweise bis zur zweiten Abtheilung nv
bewegt, so fliefst ein elektrischer Strom von der Batterie F durch die Drähte n16 durch
Stift n11, Draht h15 zum Contact nw und «9,
sowie den Draht 2 zur zweiten Abtheilung n1, dem Contactquadranten der Orgel und von
dort durch den Contact 6, 5, den Draht κ11, den elektropneumatischen Hebel E und den
Draht ηl3 zur Batterie zurück. Auf diese Weise
tritt der elektropneumatische Hebel in Thätigkeit und seine Balgen N3, sowie die Verschlüsse
N1 werden theilweise geöffnet. Diese Bewegung der Verschlüsse veranlafst das
Quadrantenende des Contacthebels JV5, sich nach abwärts zurückzubewegen, bis die Lücke ;z4
gerade gegenüber der zweiten Contactabtheilung n7 sich befindet. Da die Lücke etwas
weiter als die Abtheilung n1 ist, wird der Stromkreis nunmehr unterbrochen und der
elektropneumatische Hebel E, sowie der Balgen N3 treten aufser Thätigkeit. Die Verschlüsse
bleiben indessen in ihrer theilweise offenen Stellung, da dieselben durch das Gewicht
des Hebels N5 oder andere Vorrichtungen ausbalancirt oder in der nachstehend beschriebenen
Weise gebremst werden. In ähnlicher Weise werden die Verschlüsse nach und nach in demselben Mafse geöffnet, wie der Pedalcontact
M10 sich allmälig über die Abtheilung n9
hinwegbewegt. Wenn der Contact η10 über
den dazu gehörigen Quadranten in umgekehrter Drehrichtung bewegt wird, werden "die Verschlüsse
allmälig mittelst des elektropneumatischen Hebels E, seines Balgens N* und der
dazu gehörigen Leitungsdrähte geschlossen. In der Ruhestellung, welche in der Zeichnung
dargestellt ist, sind beide Stromkreise geschlossen und die Lücke n* des Contacthebels befindet
sich gegenüber der ersten Abtheilung n7.
Die Länge der verschiedenen Schubbewegungen kann durch Veränderung der Länge
oder des Abstandes der Contacte n1 des Orgelcontactes
oder beider gleichzeitig verändert werden und dies kann entweder mit oder ohne Veränderung der Contacte n9 auf der Contactvorrichtung
des Spieltisches geschehen.
Es ist ersichtlich, dafs die oben angegebene Anordnungsweise der Contacte auch in umgekehrter
Weise verwendet werden können, und zwar könnte der Contact κ10 oder ?z6 (oder
beide) befestigt und der Quadrant 2V7 oder N6
(oder beide) drehbar mit dem Pedal iV9 auf den Verschlüssen iV1 verbunden werden. In
der Fig. 3 ist eine andere Anordnung zur Bethätigung
der Schwellerverschlüsse dargestellt. Diese Verschlüsse werden genau wie im vorigen
Falle durch die abwechselnde Einwirkung von elektropneumatischen Hebeln E und darauf der
Balgen N3 N'1 geöffnet und geschlossen. P ist
ein veränderlicher Widerstand, welcher entweder auf dem Schwellerpedal N9 befestigt. ist
oder sich in anderer Weise mit demselben bewegt, und P1 ist ein ähnlicher Widerstand,
welcher, auf der Verbindungsstange iV2 sitzt und sich mit der letzteren oder aber mit einem
oder mehreren der Verschlüsse bewegt. P2 ist ein polarisirtes Relais von geeigneter Gestalt,
welches im vorliegenden Falle aus einem hufeisenförmigen Elektromagneten P3, einer polarisirten
vibrirenden Zunge P* und zwei Contacten P5 P6 besteht. Die Wickelung P7 des
Magneten ist in dem Stromkreise ρ ρ1 ρ2 mit
dem veränderlichen Widerstand P verbunden und die im Stromkreise psplp3 liegende Wickelung
P8 ist mit dem Widerstände P1 zusammengeschaltet.
Beide Erregerspulen sind so gebildet und die Stromkreise derart an die Batterie F angeschlossen, "dafs bei der gewöhnlichen
Stellung des Apparates die Magnetpole unthätig sind und keine Einwirkung auf das
freie Ende der Zunge P4 ausüben, welches zwischen ihnen liegt und wie gewöhnlich durch
eine schwache Feder oder einem in der Figur nicht dargestellten Regelungsmagneten in seiner
mittleren Lage gehalten wird. Das befestigte Ende der Zunge ist durch einen Draht pa mit
einem Pole der Batterie verbunden und die Contacte P5 P6, welche auf jeder Seite des
freien Endes der Zunge angeordnet sind, sind durch die Leitungsdrähte w12 nu und n11 n13
der beziehungsweisen elektropneumatischen Hebel EE mit dem anderen Pole der Batterie
verbunden, p7 undj>8 sind Feder- oder Rollencontacte,
welche auf den veränderlichen Widerständen P bezw. P] schleifen und in. die entsprechenden
Stromkreise der letzteren eingeschaltet sind.
Bei der Ruhestellung des Apparates sind die gegenseitigen Verhältnisse und Stellungen der
beiden Widerstände P P1 derart, dafs die Stromkreise ρ plp- und p5p^ρΆ im Gleichgewicht
sind und die Magnetpole p9 pw die Zunge in
ihrer Mittellage zwischen den Contacten P5 und P6 belassen. Beim Niederdrücken des Pedales
und Emporheben des Stöpsels P wird der Widerstand des Stromkreises ρ ρx ρ'2 vermehrt.
Die PolepI0j?9 werden polarisirt, z. B. in Nord-
und Südpol N und 5 umgewandelt und die Zunge P4 in Berührung mit dem Contact P6
gebracht. Hierdurch wird der Stromkreis durch den Contact P0 die Leitungsdrähte nu nls und
den elektropneumatischen Hebel E, die Batterie -F, den Leitungsdraht pe und die
Zunge P4 geschlossen; der Balgen ΝΆ bewegt
auf diese Weise die Stange N'2 nach oben und öffnet die Verschlüsse mehr oder weniger. Die
nach oben gerichtete Bewegung der Stange N'2 hebt das Widerstandsstück P1 empor und vermehrt
den Widerstand des Stromes p5 p* p3,
bis das Gleichgewicht zwischen den beiden Widerständen hergestellt ist und die Zunge P4
ihre mittlere Lage wieder einnimmt und den Stromkreis des unteren elektropneumatischen
Hebels E unterbricht. In ähnlicher Weise wird durch das Niederdrücken des Widerstandes P der
obere elektropneumatische Hebel E bethätigt und die Verschlüsse geschlossen. Es ist ersichtlich,
dafs jede noch so geringe Bewegung des Schwellerpedales in der einen oder anderen
Richtung die Verschlufsvorrichung in entsprechendem Mafse öffnet oder schliefst, und
zwar ist die Bewegung frei von Unterbrechungen und Stöfsen und in vollkommener Ueberein-'
Stimmung mit der Bewegung des Pedales.
Die Fig. 4 veranschaulicht eine verbesserte Form der veränderlichen Widerstandsvorrichtung
für den soeben beschriebenen Apparat. P0 ist ein leichter Cylinder aus Holz oder einem
anderen geeigneten Material, auf welchem eine einzige Kupferleitung aus einem schwachen
Draht aufgewickelt ist, welche einen hinreichend hohen elektrischen Widerstand besitzt. Die ver-.
. schiedenen Windungen der Kupferleitung berühren einander nicht. Der Cylinder ist auf
der Stange N2-, welche den Verschlufs bethätigt,
. befestigt und bewegt sich mit derselben nach auf- und abwärts. P10 ist eine leichte
isolirte Feder, welche auf dem Schwellerkasten befestigt ist und an der Oberfläche der Spule
schleift, p5 p4 sind Leitungsdrähte, welche die
Feder und das obere Ende der Spule mit dem Widerstände verbinden. Es ist ersichtlich, dafs
in dem Mafse, als die Spule gehoben oder gesenkt wird, die Anzahl der Windungen, welche
der Strom zu durchlaufen hat und infolge dessen auch der Widerstand des gesammten
Stromkreises entsprechend vermehrt oder vermindert wird. Es mufs bemerkt werden, dafs
eine ähnliche Widerstandsvorrichtung mit dem Schwellerpedal verbunden wird und sich mit
demselben bewegt.
Den Orgelspielern ist es wohl bekannt, dafs die erste geringe Oeffnung des Schwellerverschlusses
einem Volumen von Schallwellen den Austritt gestattet, welches im Verhältnifs zur
Bewegung des Verschlusses und des Schwellerpedales weit gröfser ist, als dasjenige Volumen,
. welches durch eine nachfolgende Bewegung wieder hinzugefügt wird. Damit daher das
Volumen der entweichenden Schallwellen in demselben Mafse sich verändern, wie die Bewegung
des Pedales, ist es nöthig, dafs in gleicher Weise der Reihe nach vermehrte Bewegungen
des Schwellerpedales ■— wenn dasselbe behufs Oeffnung der Verschlüsse in Thätigkeit
gesetzt wird — die Bewegung der Schwellerverschlüsse in einem entsprechenden Mafse und
zwar continuirlich vermehren.
Dies kann bei dem in der Fig. 1 dargestellten Apparat dadurch bewirkt werden, dafs man die
Abtheilung n7 derart anordnet, dafs ihre Länge oder ihre Entfernung (oder beide) von dem
oberen Theil nach dem unteren Theil des Quadranten zu in einem solchen Mafse verändert
werden, wie dies durch die Praxis'für zweckrriäfsig gefunden wird. Der oder die
Theile, welche dem oberen Ende des Quadranten am nächsten liegen, werden sehr klein gemacht
oder dicht an einander gelegt oder sie werden gleichzeitig verkleinert und zusammengerückt.
Wenn gleichzeitig mit der Entfernung der Contacttheile von einander oder wenn anstatt
dieser veränderlichen Entfernung umgekehrt die Länge der Contacttheile sich ändert, mufs die
Lücke n4 sich automatisch verändern, so dafs
dieselbe stets weiter ist, als der jeweilig gegenüberstehende Contacttheil. Dies kann dadurch
bewirkt' werden, dafs man die beiden Arme des Contacthebels N5 an zwei verschiedenen
Zapfen w18 und ra19 lagert, welche an verschiedenen
geeigneten Punkten angebracht sind, wie dies aus der Fig. 5 ersichtlich ist. Die inneren
Enden der Arme N6 sind mit einem Kreuzstück w20 verbunden, welches seinerseits wiederum
in seinem mittleren Theile mit den Enden des erwähnten Stückes nB in Verbindung steht.
Es ist ersichtlich, dafs, wenn die Contactenden der Arme N5 sich nach abwärts über den
Quadranten iV6 bewegen, die Lücke κ4 an
Weite zunimmt, während die übrige Zunahme in der Weite ganz von den relativen Stellungen
der Zapfen nls und w19 abhängt.
Wenn der .in den Fig. 3 und 4 dargestellte Apparat verwendet wird, wird die vorstehend
erwähnte Wirkung dadurch erreicht, dafs man den Durchmesser des Cylinders P° des Schwellerverschlufswiderstandes
vom unteren bis zum oberen Theil um einen bestimmten oder veränderlichen Betrag wachsen läfst, so dafs ein
gleicher Zuwachs von Widerstand, welcher durch das Oeffnen des Schwellerpedales behufs
Ausgleichung der Stromkreise in den Stromkreis ρ ρ 1P2 eingeschaltet wird, eine dementsprechend
gröfsere Bewegung des Schwellerverschlufswiderstandes P1 erfordert. Es ist vorzuziehen,
das obere Ende des spitz auslaufenden Widerstandscylinders excentrisch zur Stange N2
anzubringen, so dafs die der Contactfeder P10 zunächst liegenden Seiten nahezu parallel zur
Stellung der Achse liegen. Eine spitz auslaufende Widerstandsvorrichtung, wie . die im
Vorstehenden beschriebene, kann ebenso auch auf dem Schwellerpedal angebracht werden
oder sich mit demselben bewegen, oder aber das Pedal und die Verschlufsvorrichtung können
mit einer derartigen Vorrichtung versehen werden. In Verbindung mit dem Schwellerpedal kann
— um die Verbindung des Stromkreises des Schwellerverschlufsapparates mit der Batterie zu
unterbrechen, wenn das Pedal fest liegt — eine automatische Contactvorrichtung benutzt werden.
In manchen Fällen wird eine elektropneumatische Bremse angewendet, um eine unbeabsichtigte
Bewegung in den Verschlüssen zu verhindern und die letzteren nach jeder Bewegung
fest in ihrer Lage zu halten. Eine für diesen Zweck besonders geeignete Anordnung
ist in den Fig. 6, 7 und 8 dargestellt. Q Q. sind hier zwei Balgen, welche an einem Ende
mit dem Tragrahmen Q1 verbunden sind und von denen jeder an je einer Seite und am oberen
und unteren Ende der den Verschlufs bethätigenden Stange iV2 befestigt ist. Die freien
Enden der Balgen sind mit Bremsbacken Q2, beispielsweise aus Gummi, versehen, welche
beim Bethätigen der Balgen die Stange ergreifen. Die benachbarten Theile der Stange werden
gleichfalls zweckmä'fsig mit Gummi überkleidet. Q3 ist eine Windlade, welche durch einen
Durchlafs q mit der Atmosphäre in Verbindung steht, und ql tf· sind Windleitungen, welche
von dem Durchlafs J nach dem Balgen Q führen. Die beiden Tellerventile q3 qi befinden
sich an den gegenüberliegenden Enden der Windleitungen q, sind mit einer Stange q° versehen
, welche von einem biegsamen Diaphragma q6, das eine gröfsere Fläche als das
Ventil q* besitzt, getragen und am oberen Theile der Windlade befestigt. Q4 Q5 sind
zwei kleine pneumatische Balgen, deren Ansätze mit der Stange q5 in der Weise verbunden
sind, dafs jeder der Balgen bei der Bethätigung die Stange herabzieht. Die Balgen Q.4 und Q5
stehen bezw. durch die Rohre q7 qs mit dem
Schwellerverschlufs NB N1 in Verbindung.
Bei der Ruhestellung des Apparates sind die Balgen Q4 Q5 geschlossen, die Windleitungen
q1 q2 dagegen mit der Windlade Q3 in
Verbindung und die Balgen Q werden fest gegen die Stange N'3 des Verschlusses gedrückt.
Wenn nun der elektropneumatische Hebel E des Schwellerverschlufsbalgens M3 in Thätigkeit
gesetzt wird, so werden die erwähnten Balgen mit comprimirter Luft gefüllt und ein kleiner
Theil dieser Luft strömt durch das Rohr q7 in den Balgen Q4 und zieht die Ventile q3 q*
herab. Der Zulafs q9 wird auf diese Weise gegen die Windlade q abgeschlossen und mit
der Atmosphäre in Verbindung gesetzt. Hierdurch wird der Balgen Q entlastet und der
Stange N2 unter der Einwirkung des dazu gehörigen Balgens N3 eine freie Bewegung ertheilt;
sobald der untere elektropneumatische Hebel E aufser Thätigkeit gesetzt wird, vermindert
sich der Druck gegen seinen Balgen Ai3
und in dem Balgen Q4 wird der Luftdruck gleichfalls herabsinken. In dem Kasten Q.3 hebt
die Luft das Diaphragma q6 empor, verschliefst das Ventil qs und den Balgen Q4 und verbindet
das Ventil q* mit der Windlade, wodurch die Balgen Q. gefüllt werden und die Bremsbacken
Q.'2 augenblicklich an die Stange iV2 angeprefst werden. Die Wirkung ist genau
dieselbe, wenn der obere elektropneumatische Hebel E und der Balgen iV4 in Thätigkeit gesetzt
werden, um die Verschlüsse zu schliefsen. In diesem Falle kommt indessen der Balgen Q5
zur Wirkung.
Wenn erforderlich, können die Rohre q~' qs
jedes mit einem unabhängigen elektropneumatischen Hebel versehen werden, welcher in
einem und demselben Stromkreis mit dem dazu gehörigen Hebel E eingeschaltet ist.
Die Fig. 7 und 8 veranschaulichen eine etwas abgeänderte Form des vorstehend beschriebenen
Apparates, bei welcher die Verschlüsse fest geschlossen gehalten und unbeabsichtigte Bewegungen,
welche durch das beim Schliefsen dieser Verschlüsse auftretende Bestreben zum Zurückprallen entstehen, vermieden werden.
Q. sind die Balgen des Bremsapparates und Q2
die Bremsbacken, welche in diesem Falle auf einen verbreiterten Theil Q6 der Verschlufsstange
TV'2 einwirken. Mit O7 sind zwei Rollen
bezeichnet, welche auf jedem Balgen unterhalb oder an der Seite der Blöcke Q2 angebracht
sind. Die Rollen Q7 befinden sich in einer solchen Lage, dafs sie beim Schliefsen der
Verschlüsse sich gegen den zugespitzten Theil Q.8 der Stange dicht unterhalb der Verbreiterung Q6
legen, derart, dafs die Balgen Q, beim Andrücken gegen diesen zugespitzten Theil einen
nach abwärts gerichteten Druck auf die Stange ausüben, um die Verschlüsse in der geschlossenen
Stellung festzuhalten. Sollten die letzteren beim Schliefsen zurückprallen, so würde der Druck
der in der vorstehend beschriebenen Weise wirkenden Rolle diesem Zurückprallen sofort
entgegenwirken und die Verschlüsse fest schliefsen. Die Rollen Q.7 und Klötze Q.2 nebst ihren
Auflagerflächen sind so angeordnet, dafs die Klötze gänzlich oder fast gänzlich aufser Berührung
mit den verbreiterten Theilen Qe sich befinden und zwar während derselben Zeit,
während welcher die Rollen anfangen, auf den verjüngten Theil Q.8 zu drücken. Dies kann
dadurch herbeigeführt werden, dafs man die Ecken des Theiles Qe der Stange etwa bei Q.9
vertieft oder wegschneidet, so dafs die Rollen Q7 in einen Abstand von der Stange kommen,
sobald sie den verjüngten Theil Q.8 erreichen und die Klötze Q2 auf den Theil Q6 zu
drücken beginnen.
Diese abgeänderte Ausführungsform kann an den entgegengesetzten Enden der Stange N angebracht,
das Ende dieser Stange verjüngt und
die Stellung der Balgen, Rollen und Blöcke dementsprechend modificirt werden.
Das Schwellerpedal kann durch die einfache Anbringung oder Entfernung einer Feder durch
die Hand des Spielenden entweder ausbalancirt oder nach Belieben halbschliefsend gemacht
werden. Es können auch zwei Pedale angeordnet werden, von denen das eine ausbalancirt,
das andere selbstschliefsend ist und welche beide mit einer Contactvorrichtung verbunden
sind, mittelst deren der Spielende jedes dieser Pedale nach Wunsch in den Stromkreis einschalten
kann. Unter gewissen Umständen ist es empfehlenswerth, eine Drucktaste oder einen
Knopf (von ähnlicher Construction wie die in der Patentschrift Nr. 68751 beschriebenen Drucktasten
für elektrische Orgeln) zur besseren Controle der Schwellerverschlüsse anzuwenden.
Eine derartige Taste kann durch irgend einen geeigneten Mechanismus oder eine andere Vorrichtung
aufser Thätigkeit gebracht werden, sobald das Gewicht des Fufses auf dem Pedal ruht. Beim Niederdrücken der Drucktaste wird
der elektrische Stromkreis für das Schwellerpedal unterbrochen und der Strom direct auf
den bezw. die . elektropneumatischen Hebel übertragen, welche zum Emporheben der
Schwellerverschlüsse bestimmt sind.
Die Natur,der mittelst der Pfeifen erzeugten Töne kann durch eine Einrichtung verändert
werden, welche in der Fig. 9 als Ausführungsbeispiel dargestellt ist und mittelst deren der
Patentsucher ein Tremuliren hervorrufen kann, welches sonst bei Orgeln gewöhnlich durch
ein vibrirendes pneumatisches Ventil bewirkt wird. M ist ein durch Stofs wirkender BaI-.
gen, welcher in üblicher Weise mit (in der Zeichnung nicht näher dargestellten) Federn
versehen ist, welche an der Unterseite des Schallbrettes in der Mitte oder in der Nähe
der Mitte angeordnet, sind und in der bekannten Weise mit demselben in Verbindung stehen;
M1 ist ein Elektromagnet, welcher von dem Boden des Balgens M getragen wird, während
mit M2 eine bewegliche Armatur bezeichnet ist, welche an dem einen Ende von dem
Träger m am Balgen M drehbar gehalten wird und eine Verlängerung oder einen Arm m1 am
gegenüberliegenden Ende besitzt, welcher mit einem einstellbaren Gewicht m2 versehen ist.
Die Feder m3 ist an dem Anker befestigt und hält denselben an einem durch den Träger η
einstellbaren Stift m4 fest. Ms ist ein Stab,
welcher von den Balgen selbst getragen wird und mit einer Gummispitze versehen ist, welche
für gewöhnlich in unmittelbarer Nähe der Oberseite des Armes m1 sich befindet. Die Wirkung
dieses Apparates ist dieselbe, wie diejenige eines gewöhnlichen Stromunterbrechers. Die Schwingungen
des mit einem Gewicht versehenen Ankers m2, m1 und m2 und die Einwirkung
des Magneten auf den Anker, sowie die auf den Stab MB übertragenen auf einanderfolgenden
Schläge setzen den Balgen in Schwingung und rufen auf diese Weise die gewünschte
schwingende oder tremolirende Wirkung der Luft hervor, welche in dem Schallbrett und
den damit verbundenen Pfeifen vorhanden ist oder dieselben durchstreicht.
Dieselbe Wirkung kann durch einen kleinen Elektromotor Mi (Fig. 10) erreicht werden,
welcher auf dem Balgen M befestigt und mit einem durch Gewicht M% beschwerten Rade M5
versehen ist. Die schnelle Rotation des schleudernden Rades M5 veranlafst den Balgen,
wie ersichtlich, auf diese Weise ebenfalls zu schwingen.
Claims (5)
1. Ein Schwellwerk für elektropneumatische Orgeln, gekennzeichnet durch eine elektrische
Einrichtung zum allmäligen Bethätigen der Schwellerverschlüsse (2V1, Fig. 1), bestehend
aus einem einzelnen mit dem Schwellerpedal (N9J beweglich verbundenen Contact
(η10) nebst einem mehrfachen Contact
(N7J, welche beide so angeordnet sind, dafs bei der Bethätigung des Schwellerpedales
die Abtheilungen (n9) des mehrfachen Contactes der Reihe nach mit der
Batterie F verbunden oder von derselben losgelöst werden, und aus einem zweiten
mehrfachen Contacte (N6J nebst einem mit den Schwellerverschlüssen (N1J beweglich
verbundenen Doppelcontact (N5J, innerhalb derOrgel, wobei die verschiedenenTheile(n 1J
dieses mehrfachen Contactes mit denjenigen (n9) des erstgenannten mehrfachen Contactes
(N1) ' durch Leitungen (1, 2, 3 . . . .) verbunden sind , während die beiden
Theile (nh) des doppelten Contactes (N5J
mit den elektropneumatischen Hebeln (E E) zum Bethätigen der Schwellerverschlüsse in
Hintereinanderschaltung liegen und von einander durch eine Lücke (rftj oder ein isolirendes
Stück getrennt werden, dessen Breite wenigstens gleich derjenigen des breitesten Contactstückes (Ti1J des daranstofsenden
mehrfachen Contactes ist.
2. Eine Ausführungsform des unter 1. genannten Schwell Werkes, gekennzeichnet dadurch,
dafs an Stelle der mehrfachen Contacte veränderliche Widerstände benutzt sind, indem ein veränderlicher, mit dem
Schwellerpedal (iV9, Fig. 3 und 4) bewegter Widerstand (P oder P9J und eine
ähnliche, mit den Schwellerverschlüssen bewegte Vorrichtung derart in Beziehung zu
der Batterie (FJ, einem polarisirten Relais (P2J und dem Stromkreis der elektropneumatischen
Hebel (E E) zur Bethätigung
der Schwellerverschlüsse beweglich angeordnet und mit einander elektrisch verbunden
sind, dafs jede Bewegung des Schwellerpedalwiderstandes eine Bewegung
des Schwellerverschlufswiderstandes herbeiführt, die gerade ausreicht, das Gleichgewicht
der Widerstandsstromkreise wieder herzustellen, um so gleichzeitig eine proportionale
Bewegung der Schwellerverschlüsse zu bewirken.
3. In Verbindung mit den unter 1. und 2. genannten Schwellwerken eine Drucktaste,
welche im Bereiche des Spielenden liegt und mit dem Schwellerverschlufsstromkreis
so verbunden ist. dafs sie bei der Bethätigung die elektrische Verbindung zwischen
dem Schwellerpedal (N9) und den pneumatischen Hebeln (E) unterbricht und einen
directen Uebergang des Stromes auf die pneumatischen Hebel (E) herbeiführt, behufs
Oeffnung der Schwellerverschlüsse (N1).
4. In Verbindung mit den unter 1. und 2. genannten Schwellwerken eine pneumatische
Bremse, bestehend aus Bälgen (Q, Fig. 6 bis 8), welche in aufgeblasenem Zustande
mit Bremsbacken die Verbindungsstange (N2) der Schwellerverschlüsse (N1) erfassen und
durch die pneumatischen Hebel (N- N*)
der letzteren gesteuert werden.
5. In Verbindung mit den unter 1. und 2. genannten Schwellwerken, eine Tremolirvorrichtung,
bestehend aus einem durch Elektrizität in Schwingung versetzten Körper (beispielsweise M2, m1 ?ri2, Fig. 9 oder
Af5 Me, Fig. 10), welcher auf der beweglichen
Seite des Druckwindbalses so angebracht ist, dafs die Schwingungen desselben
sich dem Balg und der in dem letzteren enthaltenen Luft mittheilen.
Bei dem unter 1. gekennzeichneten Schwellwerk ein Contact für den Schwellerverschlufs, bestehend aus einer Anzahl von Stromschlufsstücken/rc7,), welche von einem Ende nach dem anderen hin allmälig an Breite zunehmen und mit den gleich breiten Contacten (n9) der Schwellerpedalcontactvorrichtung verbunden sind, nebst einem zusammengesetzten Hebel (N5, Fig. 5), welcher sich mit den Schwellerverschlüssen bewegt und mit beiden Armen derart drehbar gelagert ist, dafs die Lücke (n^) zwischen den auf die Contacte (n1) einwirkenden Hebelenden selbstthätig in ihrer Weite der jeweiligen Breite des gegenüberstehenden Contactes entsprechend verändert wird, zum Zweck durch eine um gleiche Beträge all · mälig vermehrte Bewegung des Schwellerpedales eine continuirlich ab - oder zunehmende Bewegung der Schwellerverschlüsse herbeizuführen.
Bei dem unter 2. gekennzeichneten Schwellwerk ein veränderliches Widerstandsstück (P9) bestehend aus einer Spirale von blankem Leitungsdraht, welcher auf einen isolirten Kegel aufgewunden ist, und dessen verschiedene Gänge von einander isolirt und derartig relativ zum Widerstandsstromkreis angeordnet sind, dafs bei einer um gleiche Beträge in der Achsenrichtung vermehrten oder verminderten Bewegung der Spirale eine allmälig zu- oder abnehmende Vergröfserung des Widerstandes eintritt.
Bei dem unter 1. gekennzeichneten Schwellwerk ein Contact für den Schwellerverschlufs, bestehend aus einer Anzahl von Stromschlufsstücken/rc7,), welche von einem Ende nach dem anderen hin allmälig an Breite zunehmen und mit den gleich breiten Contacten (n9) der Schwellerpedalcontactvorrichtung verbunden sind, nebst einem zusammengesetzten Hebel (N5, Fig. 5), welcher sich mit den Schwellerverschlüssen bewegt und mit beiden Armen derart drehbar gelagert ist, dafs die Lücke (n^) zwischen den auf die Contacte (n1) einwirkenden Hebelenden selbstthätig in ihrer Weite der jeweiligen Breite des gegenüberstehenden Contactes entsprechend verändert wird, zum Zweck durch eine um gleiche Beträge all · mälig vermehrte Bewegung des Schwellerpedales eine continuirlich ab - oder zunehmende Bewegung der Schwellerverschlüsse herbeizuführen.
Bei dem unter 2. gekennzeichneten Schwellwerk ein veränderliches Widerstandsstück (P9) bestehend aus einer Spirale von blankem Leitungsdraht, welcher auf einen isolirten Kegel aufgewunden ist, und dessen verschiedene Gänge von einander isolirt und derartig relativ zum Widerstandsstromkreis angeordnet sind, dafs bei einer um gleiche Beträge in der Achsenrichtung vermehrten oder verminderten Bewegung der Spirale eine allmälig zu- oder abnehmende Vergröfserung des Widerstandes eintritt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE69205C true DE69205C (de) |
Family
ID=342692
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT69205D Expired - Lifetime DE69205C (de) | Schwellwerk für elektropneumatische Orgeln |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE69205C (de) |
-
0
- DE DENDAT69205D patent/DE69205C/de not_active Expired - Lifetime
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