-
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Scharnier für
Flügeltüren bei einem Kühlschrank. Genauer gesagt betrifft
die Erfindung ein Scharnier gemäß dem Oberbegriff von
Anspruch 1.
-
Bei einem Kühlschrank, wie bei einer Fensterkonstruktion,
sind Flügeltüren einander gegenüberliegende Türen, die die
Öffnung abdecken, ohne daß sich ein Pfosten zwischen ihnen
befindet. Bei einem Kühlschrank bedeutet dies, daß die
inneren vertikalen Kanten der Türen wirksam dichtend
aneinander anliegen. Die Dichtungen der Türen dürfen
während des Öffnens der beiden Türen nicht aneinander
reiben, auch nicht nur eine der Türen. Ein Reiben würde zu
einem Verschleiß der Dichtungen führen und das Öffnen der
Türen schwieriger gestalten.
-
Aus diesem Grunde müssen die Türen mit einer nachgiebigen
Bewegung öffnen, d.h. mit einer Bewegung, die gleichzeitig
nach außen und nach der Seite verläuft, nicht aber mit
einer herkömmlichen Bewegung, die entlang eines Kreisbogens
stattfindet. Hierdurch reiben die Dichtflächen nicht
aneinander.
-
Außerdem soll das Scharnier in den Abmessungen klein sein,
insbesondere derart, daß es nicht über die Seitenwandebene
hinausragt. Das Scharnier sollte leicht zu benutzen und
derart zuverlässig sein, daß die Tür leicht öffnet und
schließt und - jenseits eines gewissen Öffnungswinkels
- selbsttätig offenbleibt und dann schnell schließt, wenn der
Öffnungswinkel einen genügend kleinen Wert erreicht hat.
Außerdem soll das Scharnier dauerhaft sein und ein
vollständiges Öffnen der Tür, d.h. um wenigstens 270º,
ermöglichen.
-
Auf dem Markt gibt es heutzutage ein Scharnier, das bei
Flügeltüren eines Kühlschranks eingesetzt wird. Dieses
Scharnier ist von relativ großen Abmessungen und ästhetisch
nicht ansprechend. Es erstreckt sich in seitlicher Richtung
des Kühlschrankes über die Ebene der Seitenwand hinaus und
steht außerdem über die Frontebene des Kühlschrankes vor.
Die ausweichende Bewegung, d.h. die seitliche Komponente
der Bewegung, wird mit Hilfe einer Nut im Schwingteil des
Scharnieres bewirkt, so daß die Nut die Tür auf ihrem Wege
führt, wobei eine Führungsrolle im Scharnierrahmen in
dieser Nut gleitet. Der Schwenkteil schwenkt um einen
Stift, der sich am Ende eines an einer Feder befestigten
Armes befindet.
-
Das vorbekannte Scharnier ist nicht nur groß in seinen
Abmessungen und ragt über die Abmessungen des Kühlschrankes
hinaus, sondern es ist auch seine Wegstrecke begrenzt. Die
Tür öffnet höchstens um nur annähernd 100º. Zudem ist die
Scharnierkonstruktion schwach, weil das Gewicht der Tür die
genannte Feder belastet und aus diesem Grund beim Öffnen
der beladenen Türen knarrt. Im Falle des Brechens der Feder
ist das Scharnier unbedienbar.
-
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, für Schwingtüren
bei einein Kühlschrank ein Scharnier zu schaffen, bei
welchem die oben genannten Nachteile ausgeschlossen wurden.
-
Dies wird mit der Scharnierkonstruktion gemäß der
vorliegenden Erfindung erreicht, mittels der Hauptmerkmale,
die in dem beschreibenden Teil des Anspruches genannt
werden.
-
Die Scharnierkonstruktion gemäß der Erfindung ist von
kleiner Größe und ästhetisch ansprechend. Nachdem das
Scharnier an Ort und Stelle angebracht ist, ragt es nicht
über die Seitenfläche oder Frontfläche des Kühlschrankes
hervor. Es ist stark und macht ein Öffnen der Türen
zwischen einem Winkel von 0º bis zu 270º möglich, ohne daß
sich das Scharnier biegt, nachgibt und dabei die
Konstruktion belastet. Das Scharnier ist einfach zu öffnen
und zu schließen. Die erste, in erster Linie seitliche
Öffnungsphase ist schnell. Nach der ersten Öffnungsphase
ist das Scharnier ortsfest, und die Tür dreht sich nur um
die Scharnierangel. Die letzte, in erster Linie seitliche
Schließungsphase geschieht rasch mit dem zusätzlichen
Effekt, der von der Feder erzeugt wird. Die
gegenüberliegende Tür bleibt, falls gewünscht, geschlossen,
während eine Tür geöffnet wird.
-
Das Scharnier gemäß der Erfindung ist unten in der Form
einer bevorzugten Ausführung beschrieben, mit Bezug auf die
dazugehörenden Zeichnungen, in denen:
-
Figur 1 eine Draufsicht des Scharnierrahmens für das untere
Ende der Tür darstellt,
-
Figur 2 von der Seite in Richtung des Scharnierrahmens den
Schwingteil, der an die Tür anknüpft und einen Teil des
Scharnierrahmens, der in Figur 1 dargestellt ist, ausmacht,
darstellt,
-
Figur 3 die in Figur 1 und Figur 2 gezeigten
Scharnierteile, die in der Bedienungsposition miteinander
verbunden sind, darstellt,
-
Figur 4 die Frontansicht der Verbindung gemäß Figur 3
darstellt,
-
Figur 5 den Rahmen und den Schwingteil eines Scharniers für
das obere Ende der Tür, die in der Bedienungsposition
miteinander verbunden sind, darstellt,
-
Figuren 6a, 6b und 6c ein Scharnier gemäß Figur 3
darstellen, welches an das untere Ende einer Tür angebracht
ist, beim Bedienen, z.B. a) in der geschlossenen Stellung,
b) kurz vor der extremen Stellung der Phase der seitlichen
Bewegung und c) die frei öffnende Tür bei gleichzeitigem
Stillstand der Seitwärtsbewegung,
-
Figur 7 einen separaten Schnappriegel aus thermofixiertem
Plastik zeigt und
-
Figur 8 ein separater Schlitten aus thermofixiertem Plastik
zeigt.
-
In allen Figuren sind die sich entsprechenden Teile mittels
derselben Bezugsnummern angezeigt. Der Rahmen und der
Schwingteil des Scharniers sind vorzugsweise aus einem
Druck-Guß-Gemisch und die separaten Teile, wie der
Schnappriegel, der Schlitten und der Rolle aus
thermofixiertem Plastik.
-
Der Rahmen des unteren Scharniers, dargestellt in Figur 1,
ist angezeigt mit der Bezugsnummer 1. Die Nut, die sich auf
die Rolle in der Tür bewegt, - eine seitliche Komponente
der Bewegung - ist angezeigt mit Nummer 2. Die genannte
Rolle ist angezeigt mit 3. Die Scharnierangel 6 des
Schwingteils 21 ist eingebettet in ein Loch 5 im
Scharnierrahmen und dient als Drehachse für den
Schwingteil. Die P-förmige Hohlkehle 7 im Rahmen bezweckt
das Empfangen der lastenerleichternden Feder 8 des
Scharniers. Der Rahmen hat eine untere Ebene und eine obere
Ebene, zwischen denen die Nut 2 liegt. Letzten Endes
empfängt dort nur die untere Ebene den Schwingteil, wobei
der Schwingteil eine Oberfläche formt, die genauso
beschaffen ist wie die obere Ebene. Der Schwingteil ist am
Rahmen mittels der Angel 6 angebracht sowie an die Tür
mittels einer Angel 22. Die maximalen Ausmessungen des
montierten Scharniers sind: höchstens 35 mm tief, höchstens
105 mm breit und höchstens 17,5 mm hoch. In der Höhe
beansprucht die Befestigungshöhe an der Befestigungswand
höchstens 4,5 mm.
-
Die Scharnierkonstruktion hat als ihre wesentlichen Teile
ein separater Schlitten 9 und eine darauf wirkende Feder 10
sowie einen Schnappriegel 11 mit seiner Feder 11a. Der
Schlitten 9 ist in die untere Ebene des Rahmens eingepaßt
zwischen eine der vertikalen Wände und einem Anschlag 12
und einer Führung 13 gegenüber dieser Wand und kann sich in
seiner eigenen Längsrichtung hin- und herbewegen, wobei es
von den Führungen geleitet wird. Die untere Ebene des
Rahmens hat auch eine Angel 14, die als Begrenzung dient
und in eine Öffnung 15 in dem Schlitten paßt. Der
Schnappriegel 11 mit seiner Feder ist in dem Schwingteil 21
angeordnet, in der vertikalen Trennwand 16, von der eine
Nut dem Riegelende entspricht, und eine konkave Wölbung,
die der Feder 11a des Schnappriegels entspricht. Der
Schlitten hat ein Loch 17 parallel zur Bewegungsrichtung
des Schlittens, in dessen Loch ein Ende der Feder 10,
welche den Schlitten belastet, eingepaßt ist. Die Länge und
die Spannung der Feder 10 sind so eingestellt worden, daß
die Feder zwischen dem Loch 17 in dem Schlitten und dem
Anschlag 12 eingespannt ist, der an das andere Ende der
Feder stößt. Das freie Ende des Schnappriegels 11 wurde zum
Ausdehnen angebracht, in der geschlossenen Stellung der
Tür, ein wenig hinter den genannten Anschlag 12; vergleiche
Figuren 3 und 6a. In der geschlossenen Stellung der Tür ist
die Rolle 3 am unteren Ende der Tür in der Nut 2. Das Ende
18 des Schlittens 9, welches der Nut gegenüberliegt, ist
nockenförmig und in der geschlossenen Stellung der Tür so
weit in der Nut, daß die Rolle 3 die schiefe Ebene
innerhalb des Nockens berührt. Gleichzeitig berührt die
Rolle 3 die gegenüberliegende Wand der Nut 2, deren Wand
einen weiteren Nocken 12 bildet, jedoch in der
entgegengesetzten Richtung.
-
Wenn die Tür geöffnet wird und sich die Rolle 3 aus der Nut
2 zurückzieht, zwingt der Nocken 12 die Rolle, sich
seitwärts zu bewegen; in Figuren 3 und 4 auf der linken
Seite. Daraufhin zwingt die Rolle 3 selbst das Ende 18 des
Schlittens, sich in derselben Weise nach links zu bewegen,
wobei die Feder 10 dabei zusammengepreßt wird. Das
rückwärtige Ende 20 des Schlittens, das ein Nocken ist,
welcher begrenzt wird durch eine gerade Linie und einem
Bogen, trifft allmählich auf den Arm des Schnappriegels 11
und löst den Schnappriegel von seinem Kontakt mit dem
Anschlag 12 gegen die Federkraft der Feder 11a.
Gleichzeitig mit der Bewegung der Tür dreht sich der
Schwingteil 21 ein wenig auswärts in die seitliche
Richtung; vergleiche Figuren 6a - 6c. Sobald die Rolle 3
bei der Spitze 19 des Nockens des Rahmens ist und
gleichzeitig der Schlitten 9 auf die Spitze 18 seines
Nockens drückt, hat das vordere Ende 20 des Schlitten 9 das
Riegelende von dem Anschlag 12 gelöst; Figur 6b. Wenn die
Tür sich noch weiter bewegt, bewegt sich die Rolle 3
entlang der Oberfläche im Anschluß an den Nocken 19 und
passiert die Spitze 18 des Schlittens, wo der Schlitten 9
durch die Kraft der Feder 10 nach rechts gedrückt wird. Zur
selben Zeit bewegt sich das freie Ende des Riegels 11 zu
dem Anschlag 12, wobei der Schlitten aus dem Weg gedrückt
wurde, z.B. nach rechts in Figur 6c durch die Federkraft
der Feder 11a. In dieser Position blockiert der
Schnappriegel 11 die seitliche Bewegung des Scharniers, und
die Tür öffnet sich frei über der Angel 22. Von der Phase
6a zur Phase 6b hat sich die Tür nur um ein paar Grad
geöffnet, sich aber zur gleichen Zeit höchstens 3-4 mm
seitwärts bewegt. Da das wichtigste Ziel der Erfindung
erreicht wurde, d.h. das Öffnen der Tür in einer
nachgiebigen Weise, so daß die Dichtungen der Tür sich
nicht aneinander reiben. Zum Zeitpunkt der Phase 6c ist die
Tür etwas weiter geöffnet, hauptsächlich in Bezug auf den
Öffnungswinkel und der Schlitten 9 hat sich hinter der
Rolle 3 in die Nut 2 bewegt, und der Schnappriegel 11
blockiert den Anschlag 12. Danach dreht sich die Tür um die
Angel 22, und der Schwingteil 21 wird in einem ortsfesten
Zustand gehalten, dadurch, daß der Schnappriegel 11 auf den
Anschlag 12 wirkt. Auf diese Art und Weise gibt das
Scharnier nicht nach, wenn sich die Tür bewegt. Aus diesem
Grunde ist das Scharnier sehr dauerhaft. Somit wurde ein
weiteres wichtiges Ziel der Erfindung erreicht.
-
Die Tür kann bis zu 270º geöffnet werden, und dank der
genannten Riegel lösung wird das Scharnier selbst beim
Bewegen einer schwer beladenen Tür innerhalb des
Öffnungswinkels von 0 bis zu 270º nicht nachteilig
belastet. Wenn die Tür, nachdem sie geöffnet wurde,
geschlossen wird, geschieht das folgende, wenn die Rolle
in die Nut 2 eingreift. Der Schlitten 9 wird nach links
geschoben (von der Lage wie in Figur 6c), das hintere Ende
20 des Schlittens rutscht entlang dem geformten Arm des
Riegels 11. Wenn die Rolle an den Nockenspitzen 18 und 19
ist, hat der Schlitten das Riegelende durch Schieben von
dem Anschlag 12 losgelöst, worauf sich das Schwingteil
unter der Wirkung der Schließbewegung im Gegenzeigersinn
frei bewegen kann. Die Schließbewegung wird gefördert und
beschleunigt durch Schlitten 9, der hinter Rolle 3
hervorragt und die Tür schnell schließt und hierbei die
Schließkraft steigert. Das schnelle Schließen wird auch
durch den Magneten begünstigt, der normalerweise in den
Dichtungen verwendet wird. Das Schließen findet natürlich
in erster Linie von der Seite her statt, wie auch das
Öffnen, so daß kein Reiben der Dichtungen in Verbindung mit
dem Schließen auftritt.
-
Feder 9, die in Figur 3 dargestellt ist, wird nur beim
unteren Türscharnier verwendet, wo das Gewicht der Tür das
Scharnier belastet. Es dient dem Erleichtern der Last, ist
jedoch nicht unverzichtbar. Es wird nicht beim oberen
Türscharnier verwendet, was sich aus Figur 5 ergibt.
-
Das obere und das untere Scharnier arbeiten im Prinzip auf
genau die gleiche Weise. Hier gibt es jedoch nicht
wesentliche weitere Unterschiede zwischen deren
Konstruktionen, hauptsächlich im Hinblick auf deren
unterschiedliche Orte. Die Öffnungen der oberen und unteren
Fläche des Scharniers sind mit Deckplatten abgedeckt. Figur
5 zeigt eine Begrenzungsplatte 23, die am Schwingteil
mittels einer Schraube befestigt ist. Die Deckplatte 24,
die den Riegel, den Schlitten sowie die Feder abdeckt, ist
mittels einer Schraube am Rahmen befestigt.
-
Ein fehlerfreies Arbeiten des Scharniers verlangt eine hohe
Präzision der Konstruktion, nicht nur der Nut, sondern auch
des Riegels, der Riegelfeder 11a sowie beider Enden des
Schlittens 9. Dies läßt sich hauptsächlich geometrisch
definieren. Die Figuren 3 und 5 zeigen, daß die
Führungskante der Nut 2 an der Einführöffnung von anderer
Gestalt sein kann; am einen Scharnier ist der Winkel
schärfer, beim anderen sanfter. Die die Nut 2 darstellenden
Figuren zeigen ferner, daß deren Umrißlinien Kreisbogen
verschiedener Größen sind. Außerdem haben die Elastizität
des Riegels 11 sowie die Steifigkeit der Feder 10 einen
Einfluß auf die Funktion.
-
Es versteht sich, daß die Einzelheiten der
Scharnierkonstruktion im Rahmen des Standes der Technik
veränderbar sind. Was entscheidend ist, ist die erzwungene
seitliche Bewegung, veranlaßt durch die Rolle, das Lager
des Schwingteiles des Scharniers gegen den Anschlag, um die
Last zu absorbieren, sowie das Begünstigen der
Schließbewegung mittels einer raschen Gleitbewegung. Die
oben beschriebene Ausführungsform ist ein vorteilhaftes
Beispiel dafür, wie dies erreichbar ist.