DE68833C - Verfahren zur Gewinnung der Gesammtmenge Cyan als Ferrocyan aus Destillationsgasen organischer stickstoffhaltiger Körper - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung der Gesammtmenge Cyan als Ferrocyan aus Destillationsgasen organischer stickstoffhaltiger Körper

Info

Publication number
DE68833C
DE68833C DENDAT68833D DE68833DC DE68833C DE 68833 C DE68833 C DE 68833C DE NDAT68833 D DENDAT68833 D DE NDAT68833D DE 68833D C DE68833D C DE 68833DC DE 68833 C DE68833 C DE 68833C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
iron oxide
sulfuric acid
pct
cyan
iron
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT68833D
Other languages
English (en)
Original Assignee
Firma FR. HORNIG in Dresden, Lessingstr. 7
Publication of DE68833C publication Critical patent/DE68833C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/08Simple or complex cyanides of metals
    • C01C3/12Simple or complex iron cyanides

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Toxicology (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Industrial Gases (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

KAISERLICHES Jk
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12: Chemische Apparate und Processe.
Firma FR. HORNIG in DRESDEN.
organischer stickstoffhaltiger Körper.
Patentirt im Deutschen Reiche vom u. October 1890 ab.
Bei der trockenen Destillation organischer, stickhoffhaltiger Körper, namentlich Kohlen aller Art, Holz, Torf, bituminöser Schiefer, tritt neben der Bildung der gewöhnlichen gasförmigen Destillationsproducte auch diejenige von Cyan, Cyanwasserstoff und anderen Cyanverbindungen auf, unter denen das Cyanammonium, welches sich bei der Abkühlung der Gase bildet, hinsichtlich seiner Menge eine ganz hervorragende Stelle einnimmt.
Die meisten der obengenannten Körper enthalten Schwefel in irgend einer Verbindung; die bei der Destillation derselben entstehenden Gase müssen daher vor ihrer Weiterverwendung entschwefelt, d. h. der durch den Destillationsprocefs gebildete Schwefelwasserstoff mufs •entfernt werden. Man erreicht dies, indem man die gasförmigen Destillationsproducte durch die sogenannte Reinigungsmasse leitet, welche aus Eisenoxydhydrat in Form von Raseneisenstein, Quellenocker, oder auch künstlich gewonnenem Eisenoxydhydrat besteht. Gleichzeitig mit der Entschwefelung der Gase wird aber auch die Vereinigung des Cyans und der Blausäure mit dem Eisen der Reinigungsmasse zu Ferrocyan herbeigeführt. Das Cyan des Cyanammoniums dagegen verbindet sich nicht mit dem Eisen und würde infolge dessen verloren gehen, indem es den übrigen gasförmigen Destillationsproducten beigemischt bliebe.
Nach den Beobachtungen des Erfinders gelingt die Wiedergewinnung auch dieses Theiles des Cyans dadurch, dafs man der Reinigungsmasse solche Ingredienzien zusetzt, welche das Cyanammonium zu zerlegen vermögen, so dafs nunmehr das frei werdende Cyan sich mit dem Eisen ebenfalls zu Ferrocyan verbinden kann, während das Ammoniak in anderer Weise gebunden wird. Derartig wirkende Ingredienzien sind schwefelsaures Eisenoxydul oder schwefelsaures Eisenoxyd, freie Schwefel-. säure oder schliefslich oxydirend wirkende Substanzen, wie Braunstein.
Indem man, je nach Belieben, eine der vorgenannten Verbindungen mit dem Eisenoxydhydrat innig mengt, wird das Verfahren zur Gewinnung des Cyans bei der Entschwefelung von Gasen sich in der Weise vollziehen, dafs ι. bei Anwendung von schwefelsaurem Eisenoxydul bezw. schwefelsaurem Eisenoxyd das Ammoniak des Cyanammoniums sich mit der Säure des zugesetzten Metallsalzes verbindet, während das frei gewordene Cyan mit dem Eisenoxydhydrat der Reinigungsmasse Ferrocyan bildet;
2. beim Uebergiefsen der Reinigungsmasse mit freier Schwefelsäure sich zunächst schwefelsaures Eisenoxydul bezw. schwefelsaures Eisenoxyd bilden wird, welches dann bei der Verwendung der Masse zur Entschwefelung der Destillationsgase die Abspaltung des Cyans aus dem Cyanammonium und die Bildung von Ferrocyan in vorstehend geschilderter Weise zu bewirken vermag;
3. durch einen Zusatz von oxydirend wirkenden Körpern, wie z. B. Braunstein, zu der Reinigungsmasse, bei der Zerlegung des

Claims (1)

  1. mit den übrigen Destillationsgasen gemischten Schwefelwasserstoffes durch das Eisenoxydhydrat ein Theil des frei werdenden Schwefels zu schwefliger Säure bezw. Schwefelsäure oxydirt wird. Wie bekannt, bildet sich bei der Entschwefelung der Destillationsgase der Kohlen etc. zunächst anderthalbfach Schwefeleisen (Eisensesquisulfuret) JF2 S5 und Wasser nach der Gleichung: Fe2 (O H)6 + 3 H S — Fc2 S3 + 6 H2 O.
    Findet nun der vom Wasserstoff sich trennende Schwefel des Schwefelwasserstoffes neben dem Eisen noch leicht sich aus seiner Verbindung abspaltbaren Sauerstoff vor, so wird ein Theil des ersteren mit dem letzteren sich zu schwefliger Säure bezw. Schwefelsäure verbinden, welche dann mit dem Eisenoxydhydrat schwefelsaures Eisenoxydul bezw. schwefelsaures Eisenoxyd liefern wird. Gleichzeitig wird aber auch der unter dem Einflufs der Luft erfolgenden Rückbildung des Eisenoxydhydrates aus dem anderthalbfachen Schwefeleisen, welche bekanntlich nach der Gleichung Fe2 S3 + 3 0 + 3H2O = Fe2 (O HJ6 + 3 S vor sich geht, frei werdende Schwefel bei Gegenwart von reactionsfähigem Sauerstoff zu schwefliger Säure bezw. Schwefelsäure umgewandelt werden und auf diese Weise, wenn auch nur nach und nach, unter Bildung der obengenannten schwefelsauren Eisensalze an der Zerlegung des Cyanammoniums und der Bildung von Ferrocyan sich betheiligen.
    Hinsichtlich der Menge der zur vorgenannten Gewinnung des Cyans anzuwendenden Verbindungen gehen die Erfahrungen des Erfinders für die Steinkohlen-Gasfabrikation dahin, dafs man der Reinigungsmasse ungefähr 10 pCt. ihres Gewichtes an schwefelsaurem Eisenoxydul bezw. schwefelsaurem Eisenoxyd zuzusetzen hat, um alles Cyan in Ferrocyan überzuführen. Dieser Menge würde etwa ein Zusatz von 6,6 pCt. freier Schwefelsäure von 6o° B. entsprechen.
    Bei Anwendung von Braunstein als Oxydationsmittel empfiehlt Erfinder, der Reinigungsmasse ebenfalls etwa ι ο pCt. vom Gewicht der letzteren an Braunstein von 50 pCt. Gehalt innig beizumengen.
    Pa τ ε ν τ - A ν s ρ R υ c η :
    Zum Zweck der Gewinnung der Gesammtmenge des Cyans als Ferrocyan bei der Entschwefelung der Destillationsgase organischer, stickstoffhaltiger Körper, wie Kohlen aller Art, Holz, Torf, bituminöser Schiefer, ein Verfahren, darin bestehend, dafs man dem Eisenoxydhydrat der Reinigungsmasse entweder:
    a) etwa 10 pCt. seines Gewichtes an schwefelsaurem Eisenoxydul bezw. schwefelsaurem Eisenoxyd oder
    b) etwa 6,6 pCt. seines Gewichtes an freier Schwefelsäure, oder endlich
    c) etwa 10 pCt. seines Gewichtes an Braunstein von 50 pCt. Gehalt hinzufügt.
DENDAT68833D Verfahren zur Gewinnung der Gesammtmenge Cyan als Ferrocyan aus Destillationsgasen organischer stickstoffhaltiger Körper Expired - Lifetime DE68833C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE68833C true DE68833C (de)

Family

ID=342345

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT68833D Expired - Lifetime DE68833C (de) Verfahren zur Gewinnung der Gesammtmenge Cyan als Ferrocyan aus Destillationsgasen organischer stickstoffhaltiger Körper

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE68833C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE68833C (de) Verfahren zur Gewinnung der Gesammtmenge Cyan als Ferrocyan aus Destillationsgasen organischer stickstoffhaltiger Körper
DE636330C (de) Verfahren zur Gewinnung von Blausaeure aus Gasgemischen
DE1467124A1 (de) Verfahren zur Rueckgewinnung von Stickstoffoxyden
DE352125C (de) Verfahren zur Herstellung schwefliger Saeure aus den Sulfaten der alkalischen Erden und des Magnesiums
DE231646C (de)
DE545368C (de) Verfahren zur Entfernung von Kohlenoxysulfid aus Gasen
DE651462C (de) Verfahren zur restlosen Entfernung der organischen Schwefelverbindungen aus Kohlenoxyd und Wasserstoff enthaltenden Gasen
DE647655C (de) Verfahren zur Umsetzung von Alkalichloriden mit ueberschuessiger Salpetersaeure unter gleichzeitiger Herstellung von Mischduengern
DE559171C (de) Verfahren zur Gewinnung von Rhodanverbindungen
DE415766C (de) Verfahren zur Herstellung von Bausteinen aus Flugasche
DE104188C (de)
DE209909C (de)
DE3025214A1 (de) Verfahren zur entfernung von schwefeloxiden aus rauchgas
DE639941C (de) Verfahren zur Verstaerkung der Lumineszenz anorganischen Glases
DE749060C (de) Verfahren zur Herstellung von Spurenelemente enthaltenden Duengemitteln
DE213585C (de)
DE921084C (de) Verfahren zur Herstellung von Kalkammonsalpeter
DE417999C (de) Verfahren zur Wiedergewinnung und Konzentrierung von Salpetersaeure
DE687751C (de) Verfahren zur Erhoehung der Rieselfaehigkeit und Verbesserung der Lagerbestaendigkeit von Duengesalzen
DE671097C (de) Verfahren zur Herstellung von Nickelcarbonyl
DE144210C (de)
DE88614C (de)
DE881040C (de) Verfahren zur Herstellung stabiler, auch injizierbarer Loesungen von Hexamethylentetraminrhodanid
DE662431C (de) Verfahren zur Herstellung von Ammonphosphat-Ammonnitrat-Ammonsulfat-Mischduengern
DE405311C (de) Gewinnung von Alkalisulfiden