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Verfahren zur Regelung von Gleichstrommotoren Es ist bekannt, Gleichstrommotoren
über zwei Gruppen gittergesteuerter Entladungsstrecken, die parallel und zueinander
entgegengesetzt geschaltet sind, zur stufenlosen Drehzahlregelung in beiden Richtungen
zu speisen, wobei jederzeit zur Nutzbremsung übergegangen werden kann (Umkehrstromrichter).
Dabei «erden gemäß dem Patent 66d.03> die Gitterspannungen der beiden Gruppen von
Entladungsstrecken derart in zwangsläufiger Abhängigkeit voneinander gesteuert,
daß mit zunehmender Zündvorverlegung der Steuerimpulse der einen Gruppe eine zunehmende
Rückverlegung der Zündimpulse der anderen Gruppe eintritt. Werden also nach dieser
Lehre die Gleichrichter- und Wechselrichterentladungsstrecken gleichzeitig ausgesteuert,
so treten im Achterkreis des Urnkehrströmrichters Spannungen auf, deren Größe durch
die Differenz der Augenblickswerte der Anodenspannungen der Gleichrichter- und der
Wechselrichterentladungsstrecken gegeben ist. Überwiegt der Augenblickswert der
Anodenspannung der Gleichrichterentladungsstrecke, so muß im Achterkreis ein Ausgleichsstrom
fließen, der ein reiner Verluststrom ist. Die Differenz der Augenblickswerte der
Anodenspannungen der Gleichrichter- und der Wechselgruppe ist bei kleinster Aussteuerung
am größten, so daß also bei kleinen Motordrehzahlen recht beträchtliche Verlustströme
auftreten.
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Erfindungsgemäß wird daher zur Vermeidung dieses Nachteils nur die
Gruppe von Entladungsstrecken allein ausgesteuert, die dem gerade benötigten Betriebszustand
zugeordnet ist, d. h. bei Antrieb nur die Gleichrichter-, bei Bremsung nur die Wechselrichtergruppe,
während die andere nicht benötigte Gruppe vollkommen gesperrt gehalten wird. Irgendwelche
Verlustströme im Achterkreis können dann nicht auftreten.
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An Hand der Abb. i bis 3 sei die Erfindung näher erläutert. In Abb.
i sind die beiden Gruppen von Entladungsstrecken des Umkehrstromrichters mit io
und I i bezeichnet, ihre Kathoden sind mit den beiden Klemmen des Motorankers 12
verbunden, während ihre Anoden über die Sekundärwicklungen 13 und 14 des Transformators
15 mit der Primärwicklung 16 an das Wechselstromnetz angeschlossen sind. Die beiden
Sternpunkte der Sekundärwicklungen 13 und 14 sind dabei über die Leitungen 17 und
18 jeweils mit derjenigen Ankerklemme leitend verbunden, die an der Kathode des
der anderen Sekundärwicklung zugeordneten Entladungsgefäßes liegt. Zwischen die
Kathode und die zugehörigen Ankerklemmen ist dabei auf jeder Seite des Motors nach
ein Stromtneser ic)
bzw. 2o eingeschaltet, dessen Skala so ausgeführt
bzw. dessen Federvorspannung so gewählt ist, das im stromlosen Zustande dcvi Zeiger
auf den Mittelpunkt der Skala, we##ier den Teilstrich Null besitzt, einspielt. Die
eld wicklung 21 des Motors ist über zwei in Doppelweggleichrichterschaltung angeordnete
Entladungsgefäße 22 und 23, welche ebenfalls Steuergitter besitzen, an einen Hilfstransformator
angeschlossen, dessen Primärwicklung aus demselben Wechselstromnetz gespeist werden
möge wie der Transformator 15. Die Steuergitter der Gefäße 22 und 23 sind an einen
Drehtransformator 24 angeschlossen, wobei in dem gemeinsamen Stromzweig beider Gitterstromkreise
noch ein Strombegrenzungswiderstand eingeschaltet ist. Die Läuferwicklung des Drehtransformators
24 wird ebenfalls aus dem bereits erwähnten Wechselstromnetz gespeist. Die Steuergitter
der Gefäße io und i i liegen ebenfalls an Drehtransformatoren 25 und 26, und zwar
an deren Läuferwicklungen, während ihre Ständerwicklungen aus demselben Netz gespeist
werden wie der Drehtransformator 24 und der Haupttransformator 15. Die Läuferwicklungen
der Drehtransformatoren 25 und 26 besitzen dabei Sternschaltung. Die beiden Sternpunkte
sind mit den Kathoden der Gefäße io und ii verbunden. Es sind zwei Steuerhebel 27
und 28 vorgesehen, welche aus ihrer in der Zeichnung dargestellten Lage, wie durch
Pfeile angedeutet, nach zwei Richtungen verstellt werden können. Sie wirken dabei
auf an den Läufern der Drehtransformatoren 24 bis 26 befestigte Hebel in einer Weise
ein, welche weiter unten näher erläutert wird.
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Zur Erläuterung der Wirkungsweise sei vorausgesetzt, daß der Motoranker
12 sich in Ruhe befinden möge und daß in der Stellung der Steuerhebel 27 und 28,
die in der Abb. i dargestellt ist, den Gefäßen io und ii eine Gitterspannung zugeführt
werden möge, welche in Phasenopposition mit der diesen Gefäßen zugeführten Anodenspannung
ist. Die Gitterspannung an den Gefäßen 22 und 23 möge gegenüber der Anodenspannung
dieser Gefäße um etwa 30 elektrische Grade nacheilen, so daß die Feldwicklung
2i von einem Strom durchflossen ist, der kleiner ist als der aus thermischen Gründen
für diese Feldwicklung zulässige. Vorweg sei gesagt, daß von den Steuerhebeln 27
und 28 der eine dem Rechtslauf, der andere dem Linkslauf des Gleichstrommotors zugeordnet
ist, und zwar sei für das Nachfolgende angenommen, daß der Hebel 27 zur Herbeiführung
des Rechtslaufes, der Hebe128 zur Herbeiführung des Linkslaufes dienen möge. Wenn
der Motor im Sinne des Rechtslaufes angelassen werden soll, wird der Hebel 27 in
der Richtung des ausgezogen gezeichneten Pfeiles verstellt und verdreht daher über
den Winkelhebel 29 den Läufer des Drehtransformators 25. Hierdurch ändert sich die
Phasenlage der an den Steuergittern des Entladungsgefäßes 1o liegenden Spannung
gegenüber der an den Anoden dieses Gefäßes liegenden Spannung in der Weise, daß
die beiden Spannungen nunmehr einen Winkel, der etwas kleiner ist als ißo°, miteinander
einschließen und dem Anker 1a ein Strom zugeführt wird, der sich über die Verbindungsleitung
18 schließt. Die Drehzahl, welche der Motoranker 12 annimmt, ist dabei dem räumlichen
Winkel proportional, um welchen -der Steuerhebel 27 gegenüber seiner in der Abb.
i dargestellten Lage verdreht wird. Wenn der Steuerhebel nach Zurücklegung eines
gewissen Verdrehungswinkels den Hebel 30, welcher am Läufer des Drehtransformators
24 befestigt ist, berührt, möge er in Richtung seiner Drehachse um ein gewisses
Stück nach rechts gerückt werden, so daß er mit dem Hebel 2-9 nicht mehr in Berührung
steht, sondern nur mehr mit dein Hebel 3o. Der Hebel 29 möge dann durch eine in
der Abb. i der Einfachheit halber nicht mit dargestellte mechanische Verklinkung
in der erreichten Lage zunächst festgehalten werden. Wird der Steuerhebel
27
nun noch mehr in der Richtung des ausgezogen gezeichneten Pfeiles verdreht,
so erfährt der Drehtransformator 25 keine weitere Verdrehung, der Ankerstrom des
Gleichstrommotors bleibt also unverändert, während der Drehtransformator 24 nunmehr
verstellt wird, und zwar in der Weise, daß der ursprünglich vorhandene Phasenwinkel
von 30° zwischen der Gitter- und der Anodenspannung der Gefäße 22 und 23 vergrößert
wird. Hiermit vermindert sich der die Erregerwicklung 21 des Gleichstrommotors durchfließende
Strom, so daß die Drehzahl über den bei Erreichung des Hebels 30 seitens
des Steuerhebels 27 herrschenden Wert hinaus ansteigt. Der doppelarmige Hebel, welcher
an dein Läufer des Drehtransformators 24 befestigt ist, besitzt einen Anschlag 31,
der seinerseits drehbar gelagert ist und von einer Spiralfeder 32 in der in Abb.
i dargestellten Lage gehalten wird. Die Kraft dieser Spiralfeder 32 muß bei der
geschilderten Bewegung des Steuerhebels 27 über Berührung mit dem Hebel 3o hinaus
überwunden werden. Der doppelarmige Hebel steht aber seinerseits ebenfalls unter
der Einwirkung einer Feder 33, deren Spannung nur so groß bemessen sein soll, daß
sie selbst die Spannung der Feder 32 nicht zu überwinden vermag und daher den Drehtransformator
24 nicht über die in der Abbildung dargestellte Lage im Sinne einer Stromverminderung
in der Feld-
Wicklung 2 1 zu verdrehen vermag. Wenn nun die Drehzahl
des Motors wieder herabgesetzt werden soll, wird der Steuerhebel 27 wieder.
in Richtung des punktiert gezeichneten Pfeils zurückbewegt, wird, nachdem er den
Hebel 30 verlassen hat, nach links gerückt, löst dabei die Verklinkung für
den Hebel29 und gelangt dann wieder in die in Abb. i dargestellte Lage. Die Erregung
des :Motors ist sodann wieder auf den normalen Betrag erhöht, und der Ankerstrom
des Motors beträgt Null. Die Drehzahl des Motorankers wird jedoch infolge der verhältnismäßig
hohen lebendigen Kraft des Motorankers und' der mit ihm gekuppelten Antriebsrollen
der Walzenstraße noch einen verhältnismäßig hohen Betrag haben. Um die lebendige
Kraft des Motors und der von ihm angetriebenen Teile zurückzugewinnen, wird der
Steuerhebel über seine in Abb. i dargestellte Lage hinaus in der Richtung des punktiert
gezeichneten Pfeiles bewegt und verläßt dabei den Hebel 29. Dieser selbst wird unter
der Einwirkung einer Feder 34 gegen einen Anschlag 35 gedrückt, derart, daß die
Gitterspannung für das Entladungsgefäß io in Phasenopposition mit der Anodenspannung
dieses Entladungsgefäßes bleibt und das Gefäß io demzufolge gesperrt ist. Der Steuerhebel
27 verdreht bei seiner Bewegung in Richtung des punktiert gezeichneten Pfeiles vielmehr
nur über den Hebel 36 den Drehtransformator 24, und zwar in einem solchen Sinne,
daß die Phasenverschiebung zwischen der Gitterspannung und der Anodenspannung der
Gefäße 22 und 23 sich vermindert, der die Erregerwicklung 2 1 durchfließende Strom
also steigt. Die Spannung, welche an den Klemmen des Ankers 12 auftritt, steigt
also an, derart, daß mit Rücksicht auf das Verhältnis der Spannung am Anker 12 und
der Spannung des Wechselstromnetzes an und für sich nunmehr eine Energierücklieferung
ins Wechselstromnetz stattfinden könnte. Diese findet auch tatsächlich über das
nun als Wechselrichter arbeitende Gefäß i i statt, dessen Gitterspannung zu diesem
Zweck aus der Lage genauer Phasenopposition zur Anodenspannung noch um einen kleinen
Winkel vorverschoben wird. Diese Verschiebung kommt dadurch zustande, daß die untere
Verlängerung des Steuerhebels 27 einen Kontakt 36 schließt, derart, daß über einen
in der Abb. i der Einfachheit halber fortgelassenen Stromkreis der Elektromagnet
37 erregt wird. Der an seinem Anker befestigte Anschlag 38 für den dem Drehtransformator
26 zugeordneten Hebel 39 wird zurückgezogen, so daß dieser Hebel 39 unter der Einwirkung
einet- Feder 40 gegen einen raumfesten Anschlag 4i gedrückt wird. Das Entladungsgefäß
i i arbeitet nun als Wechselrichter so lange, als die Spannung an den Klemmen des
Ankers 12 gegenüber der Spannung des Wechselstromnetzes groß genug ist, um einen
Energiefluß in der Richtung Motor-Netz herbeizuführen. Da sich die Drehzahl des
Ankers 12 während dieser Energielieferung naturgemäß vermindern muß, ist zur Aufrechterhaltung
eines konstanten Leistungsrückflusses in das Wechselstromnetz der Steuerhebel z7
stetig in Richtung des punktiert gezeichneten Pfeiles zu verdrehen. An dem Strommesser2o
kann dabei dieLeistungsrücklieferung bequem verfolgt werden. Die Nutzbremsung kann
dabei an und für sich in jedem beliebigen Zeitpunkt unterbrochen werden und braucht
nicht bis zur Drehzahl Null fortgesetzt zu «-erden.
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Angenommen, der Motor soll nach Erreichung einer bestimmten kleinen
Drehzahl weiter im Sinne des Rechtslaufs betrieben werden, so ist der Steuerhebel
27 zunächst in die in der Abb. i dargestellte Lage zurückzubewegen, wobei die Feder
33 eine Zurückführung des Drehtransformators 24 in die in Abb. i dargestellte Lage
besorgt. Der an dem Läufer dieses Drehtransformators befestigte, dem Steuerhebel
28 zugeordnete Hebel 42 bewirkt dabei .gleichzeitig entgegen der Kraft der Spiralfeder
40 eine Zurückführung des Hebels 39 in die in Abb. i dargestellte Lage, so daß dann
an dem Entladungsgefäß i i wieder eine Gitterspannung liegt, die sich'mit . der
Anodenspannung genau in Phasenopposition befindet. Der Steuerhebel 27 wird nuü im
Sinne des ausgezogen gezeichneten Pfeiles so weit verdreht, als es notwendig ist,
um die gewünschte verminderte Drehzahl aufrechtzuerhalten.
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Soll dagegen die Drehrichtung des Motors gewechselt werden, so ist
der Steuerhebel 2,7
in der Richtung des punktiert gezeichneten Pfeiles so
lange zu verdrehen bzw. in seiner Endlage in dieser Richtung so lange festzuhalten,
bis der Strommesser 20 keinen Energiefluß vom Motor in das Netz mehr anzeigt. Es
ist sodann der Hebel 27 in die in Abb, i dargestellte Lage zurückzubewegen und der
Hebe 1 28 in Richtung des ausgezogen gezeichneten Pfeiles zu verdrehen. Dies letztere
kann bereits geschehen, bevor der Motor im Sinne des Rechtslaufs die Drehzahl Null
erreicht hat. Der Drehzahlabfall geht dann von demjenigen Wert, bei welchem keine
Energierücklieferung vom Motor über das Entladungsgefäß i i ins Netz mehr möglich
war, auf den Drehzahlbetrag Null schneller vor sich, als dies unter der Einwirkung
der Reibungsverluste des Motors und unter Berücksichtigung der ihm von der Walzenstraße
entzogenen lebendigen Kraft möglich ist. Nach Erreichung der Drehzahl Null wechselt
die Drehrichtung
sofort und nimmt wieder einen Betrag-an, der ebenso,
wie beim Rechtslauf des Motors beschrieben, von der Verdrehung des Steuerhebels
28 in Richtung des ausgezogen gezeichneten Pfeiles abhängt.
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Soll im Linkslauf des Motors eine Nutzbremsung vorgenommen werden,
so ist der Hebel 28 in Richtung des punktiert gezeichneten Pfeiles zu verdrehen;
die sich dabei abspielenden Vorgänge sind die gleichen, wie oben für die Nutzbremsung
beim Rechtslauf des Motors beschrieben.
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In der Abb. i ist der besseren Übersicht halber zwischen dem Steuerhebel
27 und dem Hebel 30 eine punktiert gezeichnete Linie eingefügt, um anzudeuten,
daß dieser Hebel 30 in der Nullage des Hebels 27 noch nicht berührt wird. Die gleiche
Kennzeichnung ist zwischen dem Hebel 39 und dem Anschlag 41 sowie den anderen Teilen
verwendet, welche erst nach einer gewissen Auslenkung aus der dargestellten Lage
berührt .-werden.
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Die beschriebene Schaltungsanordnung ist noch einer Reihe von Abwandlungen
fähig, die sich in der Hauptsache auf die Art und Weise, in welcher die Energierücklieferung
bewirkt wird, beziehen. Die Energierücklieferung kann zunächst statt durch Steigerung
der Erregung des Gleichstrommotors oder gegebenenfalls in Verbindung mit einer solchen
Erregungserhöhung dadurch ausgelöst werden, daß das Übersetzungsverhältnis der Wicklungen
14, 16 in- der angegebenen Richtung vergrößert wird. Diese Vergrößerung kann stetig,
d. h. etwa unter Verwendung eines Drehtransformators, der ark Stelle des Transformators
14, 16 zu treten hat, erfolgen oder auch unstetig, d. h. unter Verwendung einer
Reihe von Anzapfungen an der Sekundärwicklung 14, derart, daß zur Erhöhung der von
dem Motor . an das Netz zurückzulief erndenLeistung dasÜbersetzung sverhältnis in
Richtung 14 bis 16 vergrößert wird. Des weiteren kann, nachdem zu Beginn der Nutzbremsung
die Gitterspannung am Gefäß i i um den bereits obenerwähnten kleinen Winkel vorgerückt
ist, die Leistungsrücklieferung bei konstanter Erregung und bei :konstantem übersetzungsverhältnis-des
Transformators auch durch weitere stetige oder unstetige Vorverschiebung der Gitterspannung
beeinflußt werden. Endlich kann auch von der in Abb. i beschriebenen stetigen Verdrehung
der Gitterspannung der Gefäße io, 11, 22 und 23 abgesehen und eine unstetige Verschiebung
dieser Gitterspannungen eingeführt werden. In diesem Falle empfiehlt es sich, zum
mindesten den Drehtransformator 24 durch eine Spannungsteilerschaltung zu ersetzen,
welche an zwei andere Phasen anzuschließen ist, als die Primärwicklung des Transformators
34 in <abb. i und zum Zwecke der E'.rregun,-;serhöhung die Steuergitter der Gefäße
22 und 23 auf Anzapfungen an dieser Spannungsteilerschaltung umzulegen. Die Spannung5-teilerschaltung
kann dann gleichzeitig zur Lieferung derjenigen Gitterspannung dienen, welche eine
Erregungsverminderung des Motors bewirken. Zweckmäßig wird man auch die Gitterspannungen
für die Entladungsgefäße io und ii von anzapfbaren Spannungsteilerschaltungen beziehen,
statt von Drehtransformatoren, welche, wenn sie um endliche Beträge verdreht werden,
natürlich ebensowohl zur Lieferung der Gitterspannungen benutzt werden können.
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Sofern eine der eben angedeuteten Anordnungen ebenfalls zum Antrieb
einer Walzenstraße verwendet werden soll, werden zweckmäßig zwei Steuerhebel, welche
den Hebeln 27 und 28 in Abb. i entsprechen, derart anzuordnen sein, daß sie
bei Verdrehung aus der Nullage über eine Anzahl von Kontakten streichen und daß
bei Berührung etwa unter Vermittlung je eines oder mehrerer Relais die notwendigen
Gitterspannungsänderungen herbeigeführt werden.
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Sofern die in der Abb. i zugrunde gelegte Methode der Erregungssteigerung
zur Beeinflussung der Leistungsrücklieferung verwendet wird und diese Erregungssteigerung
in der zuletzt beschriebenen Weise durch unstetige Änderung der Gitterspannung an
den Gefäßen 22 und 23 erfolgt, steigt die zurückgelieferte Energie vom Moment des
>;-'bergangs zur Nutzbremsung auf einen bestimmten Maximalbetrag an und vermindert
sich dann in dem Maße, in welchem die Drehzahl des Motors abnimmt, wieder auf den
Wert Null.
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Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sei beschrieben unter der
Voraussetzung, daß der Gleichstrommotor zum Antrieb einer Hobelmaschine mit hin
und her gehendem Hobeltisch benutzt werden möge und daß es sich 'um die Bearbeitung
einer Maschinengrundplatte nach Abb. 2 handeln möge, welche an den, durch Pfeile
bezeichneten Flächen bearbeitet werden - soll. In diesem Falle wird die Steuerung
der Entladungsgefäße zweckmäßig mit Hilfe eines Nockens bewirkt, der raumfest angeordnet
werden kann und mit einer Reihe von an dem Hobel -tisch einstellbar angeordneten
Kontakten zusammenarbeitet. Die entsprechende Anordnung ist in der Abb.3 schematisch
dargestellt. In dieser ist der Nocken mit 43 bezeichnet, und die Grenzen seiner
relativen Bewegung gegenüber dem Werlzstück 44 sind durch die Punkte 45 und 46 angedeutet.
An dem Hobeltisch sind eine Reihe von Kontakten 4.7 bis 51 vorgesehen, deren jeder
in den
Stromkreis eines Relais 52 bis 56 eingeschaltet ist.
Die von diesen Relais betätigten Kontakte bewirken jedesmal, wenn der Nocken Gien
zugehörigen Kontakt 47 bis 51 berührt, eine Änderung der an den Entladungsgefäßen
liegeti<leri Gitterspannung.
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Die Vorgänge spielen sich dabei im einzelnen folgendermaßen ab. Angenommen,
der Nocken 43 befinde sich in der in der Abb. 3 dargestellten Lage und bewege sich
nach rechts, also in Richtung der durch den Punkt .[6 bezeichneten Endlage. Die
Erregung des Motors besitzt einen mittleren Wert, der Phasenwinkel zwischen der
Gitterspannung und der Anodenspannung der Entladungsgefäße 22, 23 in Abb. i betrage
also beispielsweise 3o'. Der Ankerstrom des Motors befinde sich auf dem Nennbetrag,
der Phasenwinkel zwischen der Gitterspannung und der Anodenspannung des Entladungsgefäßes
io sei also Null. `Fenn nun seitens des Nockens ..E3 der Kontakt 47 berührt wird,
kommt ein Stromkreis vorn Pluspol einer Hilfsstromquelle über den Kontakt 47, die
Relaiswicklung 52 zum Minuspol dieser Hilfsstromquelle zustande, so daß Relais 52
anspricht. Durch die Kontakte dieses Relais soll die Gitterspannung für die Entladungsgefäße
22 und 23 derart umgeschaltet werden, daß nunmehr ein größerer Phasenverschiebungswinkel
zwischen der Gitterspannung und der Anodenspannung dieser Entladungsgefäße besteht,
claß also die Drehzahl des Motors ansteigt. Der Nocken .43 bewegt sich dann mit
einer größeren Geschwindigkeit nach rechts als vor der Erreichung des Kontakts 47,
durchläuft also diejenige Stelle des Werkstückes 44, an welcher keine Bearbeitung
stattzufinden hat, finit erhöhter Geschwindigkeit. Das Relais 52 möge etwa über
einen Selbsthaltekontakt erregt bleiben, auch wenn der 'Nocken 43 den Kontakt 47
wieder verlassen hat. Bei Erreichung des Kontakts 48 wird das Relais 53 erregt,
welches zunächst über einen Ruhekontakt den Selbsthaltekreis des Relais 52 unterbrechen
möge und welches über einen Arbeitskontakt einerseits eine Steigerung der Erregung
des Gleichstrommotors hervorrufen und andererseits das bisher gesperrt gehaltene
der Gefäße io und i i zur Stromrücklieferung vorbereiten möge. Das Relais 53 soll
außerdem einen Selbsthaltekontakt besitzen, über welchen es auch, nachdem der Kontakt
48 von dem Nocken 4.3 wieder verlassen ist, erregt bleibt. Auf dem Wege des Nockens
vom Kontakt 48 zum Kontakt 49 findet sodann eine Nutzbremsung statt, und bei Erreichung
des Kontaktes 49 soll das Relais 54 ansprechen, welches einerseits das Relais 53
zum Abfallen bringt und andererseits die Gitterspannung der Entladungsgefäße to
und i i wieder derart umschaltet, daß das unmittelbar vorher -rur Nutzbremsung dienende
Gefäß wieder völlig gesperrt und das unmittelbar vorher völlig gesperrte Gefäß wieder
Strom in den Motor liefert. Gleichzeitig wird durch Ansprechen des Relais 5.1 die
Erregung des Motors wieder auf .den normalen Betrag gesetzt, und es wird auf dem
Wege des Nockens vorn Kontakt 4.9 zum Kontakt 5o der Motor demzufolge mit derselben
Geschwindigkeit laufen wie vor Erreichung des Kontaktes 47. Bei Erreichung des Kontaktes
5o wird wieder auf Nutzbremsung umgeschaltet und. bei Erreicbung des Kontaktes 5
i das unmittelbar vorher zur Energierücklieferung dienende Gefäß im Sinne der Energielieferung
an den Motor beeinflußt. Des weiteren wird durch das Relais 56 die Erregung des
Motors derart vermindert, daß der Nocken mit erhöhter Geschwindigkeit nach dem durch
den Punkt 45 bezeichneten linken Ende seiner Bahn zirriickläuft.
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Statt der in den Ausführungsb; 'spielen vorausgesetzten mehranodigen
Entladungsgefäße im Ankerkreis und der einanodigen Entladungsgefäße im Erregerkreis
des Motors können auch im Ankerkreis Gruppen von je einanodigen Entladungsgefäßen
und im Erregerkreis ein zweiano@diges Entladungsgefäß verwendet werden.
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An Stelle der zwei Strommesser i9 und 20 in Abb. i kann auch ein einziger
Strommesser, der unmittelbar in Reihe mit dein Anker 12. gleichgültig auf welcher
Seite vor den Abzweigpunkten der Leitungen 17 und 18 einzuschalten ist, benutzt
werden.