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Buchherstellungsverfahren Es sind Buchherstellungsverfahren bekannt,
bei welchen der Maschinenbogen derart bedruckt und gefalzt wird, daß die Blattlagen
des gefalzten Maschinenbogens auf jeder Seite je zwei Buchseiten derart enthalten,
daß, wenn die gefalzten Bogen zu einem Buchblock zusammengetragen und gebunden bzw.
geheftet sind, durch Halbieren des Bandes zwei fertige. selbständige Bücher gleichzeitig
erhalten werden. Diese Methode ist zwar vorteilhaft für die Binderei, aber der Vorteil
wird ganz oder zum größten Teil durch den Nachteil wieder aufgehoben, daß der Satz
zweimal gesetzt oder bei photographischer Reproduktion zweimal reproduziert werden
muß.
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Nach einem bekannten Buchherstellungsverfahren wird der Maschinenbogen
derart bedruckt und gefalzt, daß die Blattlagen des Bogens nach dem ersten Falz
auf jeder Seite eine Mehrzahl von reihenweise zusammenhängenden Doppelbuchseiten
enthalten, deren Ordnungszahlen für je zwei mit den Köpfen aneinanderstoß.ende Seiten
die gleiche Summe (Seitenzahl des Buches vermehrt um eins) @ergeben, und bei welchem
die nach der weiteren Faltung zu einem Doppelbuchblock zusammengetragenen Falzstücke
nach der Heftung in zwei Bücher zerlegt werden. Bei diesem Verfahren enthalten die
Maschinenbogen die Druckseiten von zwei 16seitigen Buchbogen in solcher Anordnung,
daß die zu einem Buchbogen gehörigen Seiten die beiden äußeren Seitenreihen und
die zu dem anderen Buchbogen gehörigen Seiten die beiden inneren Seitenreihen des
Maschinenbogens bilden. Durch die erste Faltung werden die gruppenweise zusammengehörigen
Seitenreihen m eine Reihe übereinander gebracht. In diesen Doppelreihen sind die
Seiten derart angeordnet, daß nunmehr durch reine Parallelfaltung senkrecht zum
ersten Falz die richtige Seitenfolge sowohl in der oberen als auch in der unteren
Hälfte des gefalzten Maschinenbogens hergestellt wird. Die auf diese Weise entstandenen
Falzstücke werden zu einem Doppelbuchblock zusammengetragen und geheftet und gebunden
und nachher durch Zerschneiden in zwei Einzelbücher zerlegt.
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Das bekannte Verfahren hat wegen der Kreuzfaltung den Nachteil, daß
sich leicht Quetschfalten bilden. Die gemeinsam hergestellten Bücher fallen insofern
verschieden aus, als die Blätter der einen Buchhälfte an den Kopfkanten zusammenhängen
und in der Hauptsache die Quetschfalten bilden, während bei den Blättern der anderen
Buchhälfte dies
nicht der Fall ist. Zum Druck eines vielseitigen,
z. B. 64-Seiten-Bogens, der vier verschiedene Druckbogen in sich enthält, ist das
Verfahren für. die übliche Hochformatbuchseite nicht anwendbar, da dies ein Format
des Maschinenbogens bedingen würde, das den üblichen Formaten des Papiers, der Druckmaschinen
und Falzmaschinen nicht entspricht.
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Die Nachteile des bekannten Verfahrens der Doppelbuchherstellung sind
bei dem Verfahren das den Gegenstand der Erfindung bildet, vermieden. Nach diesem
Verfahren werden die Buchseiten auf dem Maschinenbogen reihenweise derart angeordnet,
daß das seitengerechte Ineinanderfalzen der Blattlagen durch reine Parallelfalzüng
erfolgt, daß die Falzstücke zu Teilbuchblocks zusammengetragen und aus diesen durch
Halbieren und übereinanderlegen der Hälften vollständige Doppelbuchblocks gebildet
werden, die in bekannter Weise ,geheftet oder gebunden und durch Zerschneiden in
zwei Bücher zerlegt werden. Bei der reinen Parallelfalzung werden die störenden
und häßlichen Quetschfalten vermieden und alle zu heftenden Druckbogen gleichmäßig
gefalzt. 64. Buchseiten lassen sich auch bei Hochformat der Buchseite gut auf dem
normalen Bogenformat in vier Reihen zu 16 Seiten anordnen. Nach einer Abänderung
des Verfahrens können die Bogen in der Falzmaschine halbiert, die auf die Hälfte
ihres Formates verminderten Falzstücke zu halben Doppelbuchblocks zusammengetragen
und durch Wiederholung der Sammlung in umgekehrter Folge unter Anfügung der Falzstücke
an den gewendeten Halbblock zu einem vollständigen Doppelbuchblock ergänzt werden.
In jedem Falle ergibt sich gegenüber den bekannten Verfahren eine Ersparnis an Falz-
und Sammelarbeit, wenn ein Bögen viermal 16 verschiedene Druckseiten enthält.
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Nachstehend sind zwei Ausführungsbeispiele des Verfahrens gemäß der
Erfindung an Hand von Darstellungen erläutert, wobei angenommen ist, daß es sich
um ein Buch von Sao Seiten handelt.
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Abb. i bis 5 erläutert die Ausführung des Verfahrens, bei welcher
die Bogen nach der Falzung halbiert und darauf zu Buchblocks zusammengetragen werden.
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Abb. i zeigt die Aüsschießung des Planobogens bzw. der Druckform.
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Abb.2 zeigt einen Stapel beliebig vieler gefalzter und bedruckter
Maschinenbogen. Abb.3 zeigt zwei Stapel, welche durch die Halbierung des Stapels
nach Abb.2 entstanden sind.
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Abb.4 zeigt eine Zusammenstellung der zehn verschiedenen Stapel dieser
Art, aus welchen ein Doppelbuchblock zusammengetragen wird.
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Abb. 5 ist eilte Ansicht des halben. Doppelbuchblocks vor und nach
der Drehung und veranschaulicht die Art der Anfügung der Bogen im zweiten Abschnitt
der Sammlung.
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Gemäß Abb. i ist eine 64seitige-Druckform für Parallelfalzung so :ausgeschossen,
daß in quer zu den durch gestrichelte Linien angedeuteten Parallelfalzen laufenden
Reihen die Seiten so angeordnet sind, daß sie nach der Falzung innerhalb ihrer Reihen
richtig übereinanderliegen. Die Seiten sind dabei in den beiden Reihen
je einer Druckformhälfte so verteilt, daß die Ordnungszahlen der mit den
Kopfkanten zusammenhängenden Seiten der durch je eine Reihe gebildeten 16seitigen
Druckbogen des Buches sich paarweise zu der um i vermehrten Seitenzahl des Buches
ergänzen. Es steht also z. B: der letzten Seite 32o der unteren Reihe in der Barüberliegenden
Reihe die Seite i gegenüber und in der oberen Druckformhälfte beispielsweise der
Seite 304 der unteren Reihe die Seite 17 in der oberen Reihe gegenüber. Nach dem
Druck werden die Planodruckbogen an den mit a bezeichneten Stellen in der durch
die Pfeile i bis 3 bezeichneten Folge parallel gefalzt und die gleichartigen Falzstücke
zueinem Stapel geschichtet (Abb.2), in welchem die geschlossenen Falzkanten auf
einer Stapelseite liegen. Es sind mithin fünf solcher Stapel von parallel gefalzten
64seitigen Produkten vorhanden. Diese gestapelten Falzprodukte werden in der Linie
b geschnitten und zehn Stapel gleicher 32seitiger Falzprodukte gebildet, welche
in bestimmter Reihenfolge niedergelegt werden, so daß man beim aufeinanderfolgenden
Abnehmen (Pfeild) je eines Falzproduktes von jedem Stapel einen Block aus zehn 32seitigen
Falzprodukten erhält (Fig.5), in welchen übereinanderliegend in der oberen Hälfte
die Seiten i bis i 6o; in der unteren Hälfte die Seiten 32ö bis 161 vorbanden sind:
Man kann nun diesen Block nach der Linie c zerschneiden und die beiden Hälften au
- einem vollständigen Buchblock zusammenlegen, der in üblicher Weise geheftet wird.
Man kann aber auch den halben Doppelblock um i So' auf seiner Unterlage um eine
zu dieser senkrechten Achse drehen und nun in umgekehrter Folge (Pfeile) weitersammeln.
Man erhält so einen vollständigen Doppelbuchblock, der ungeteilt geheftet und .danach
in zwei Exemplare zerlegt werden kann.
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Das Verfahren ist nicht an eine gerade Druckbogenzahl oder eine durch
16 teilbare Seitenzahl des Buches gebunden, sondern es kann jedes Buch beliebigen
Umfangs hergestellt werden, wobei etwaige Bogenteile, also
auch
Blätter, an jeder Stelle angeordnet werden können. Das Verfahren ist auch dann anwendbar,
wenn der Umfang nur ein Falgprodukt beträgt, und auch dann, wenn mehrere Falzprodukte
ineinandergesteckt werdeü.
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Bei der durch die Abb.6 bis io beispielsweise erläuterten Ausführung
des Verfahrens werden aus den fünf Stapeln der 64seitigen Falzprodukte Blocks zusammengetragen
und aus diesen Blocks durch Halbieren und Übereinanderlegen der Hälften vollständig
Doppelbuchblocks gebildet, die in bekannter Weise geheftet oder gebunden und durch
Zerschneiden in zwei Bücher zerlegt werden. Wenn man in dieser Weise verfahren will,
hat man bei der Anordnung der Seiten auf dem Planobogen ferner noch zu beachten,
daß, die Seitenzahlen von je zwei gegenüberstehenden Seiten der beiden inneren Seitenreihen
sich zu der um i vermehrten halben Seitenzahl des Buches ergänzen (Abb.6).
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Abb.7 zeigt die anfallenden fünf Stapel der gefalzten 64seitigen Bogen
für die Sammlung nebeneinander geordnet. Aus den fünf Bogenstapeln lassen sich Blocks
gemäßAbb. 8 zusammentragen, die übereinander 4 Buchviertel enthalten. Wenn man diese
Blocks zerschneidet und die Hälften aufeinanderlegt, ergeben sich halbe Doppelbuchblocks,
und je zwei solcher halben Doppelbuchblocks lassen sich zu einem vollständigen Doppelbuchblock
zusammenf ügen.
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Man kann aber auch nach der ersten Sammlung der fünf Bogen zu einem
Block gemäß Abb.8 den erhaltenen Block um 18 o° drehen (Abb.9) und die Sammlung
in umgekehrter Richtung fortsetzen. Man erhält dadurch einen Bogenblock, in welchem
zwei halbe Doppelbuchblocks enthalten sind (Abb.. io), die sich nach dem Halbieren
des Blocks und übereinanderlegen der Hälften zu einem vollständigen Doppelbuchblock
ergänzen.