DE68191C - Panzer aus faserförmigem Material mit Metalleinlagen - Google Patents
Panzer aus faserförmigem Material mit MetalleinlagenInfo
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Description
^XaiserTiches j/
PATENTA
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Panzerung oder Panzerbekleidung aus
Faserstoff, die sowohl schufsfest für grofse und kleine Geschosse, als auch hieb- und stichfest
ist. Sie ist deshalb besonders geeignet für Zwecke des Land- und Seekrieges, kann aber
auch überall sonst angewendet werden, wo eine Widerstandsfähigkeit gegen Stöfse erzielt
werden soll.
Die Panzerplatten werden hergestellt aus der Rhea (auch bekannt unter den Namen Kalluihanf
oder Ramie), einer Abart der Boehmeria, aus deren zähen Fasern Platten von beliebigen
Abmessungen gebildet werden. Diese Tafeln können entweder für sich allein benutzt werden
oder nach Zusammensetzung mit einem metallenen Rost, der aus einzelnen geschärften
Stäben oder Klingen gebildet ist.
Bei der Anfertigung der Panzertafeln verfährt man in folgender Weise. Auf eine
Unterlage a, Fig. 2 der beiliegenden Zeichnung, aus Leinwand, Segeltuch oder dergleichen
kommt eine Lage b von geöltem oder auf andere Weise wasserdicht gemachtem Stoff.
Auf diesen werden dann die Fasern c in paralleler Lage und mit den Enden über einander
greifend aufgebracht, bis die Schicht die für den jeweiligen Zweck der Panzerplatte ausreichende
Stärke erlangt hat. Auf diese Faserschicht werden in umgekehrter Reihenfolge wie
vorhin wieder geölter Stoff und Segeltuch oder sonstige zweckentsprechende Stoffe gelegt. Das
Ganze wird dann kreuz und quer durchnäht, wie es in der Fig. 1 durch punktirte Linien d
angedeutet ist. Man kann auch die Faserschicht für sich allein durchnähen und dann
erst die Decken aus geöltem Stoff und Segelleinen aufbringen. Die auf die eine oder
andere Weise entstandene Platte wird in eine Presse gebracht, um der Faserschicht eine
überall gleichmäfsige Dichtigkeit zu geben. Nachdem die Platte die Presse wieder verlassen
hat, werden noch ihre Ränder beschnitten, womit sie zur Verwendung fertig ist.
Wie schon aus diesen Angaben hervorgeht, wird die Rhea-Faser in keiner Weise zubereitet,
sondern in dem Zustand verbraucht, in dem sie vom Handel geliefert wird. Eine Abänderung
in der beschriebenen Herstellungsweise der Platten kann insofern stattfinden,· als
man für gewisse Zwecke den wasserdichten Stoff weglassen kann. Doch ist seine Anwendung
stets vorzuziehen, da er auf alle Fälle die Fasern vor dem Angriff der Feuchtigkeit
schützt.
Will man Panzerplatten mit der erwähnten rostförmigen Metalleinlage (Fig. 3 bis 6) herstellen,
so bringt man zwischen zwei auf obige Art angefertigten Tafeln ein Metallgehäuse e,
Fig. 3 und 4, an, das mit Metallstreifen oder Klingen ausgefüllt ist. Dies Gehäuse ist von
kleinerem Umfang als die Faserplatten, so dafs zwischen letzteren rings um das Gehäuse
herum ein leerer Raum bleibt, der mit Filz oder einem Stoff von ähnlichen Eigenschaften
ausgefüllt wird, worauf man durch Nähte h die Ränder der Fasertafeln mit dem zwischengelegten
Filz fest verbindet. Auf diese Weise erhält das Gehäuse c eine unverrückbare Lage
und die Panzerplatte eine vollkantige Gestalt.
Das Gehäuse, welches so bemessen ist, dafs es den darin befindlichen Klingen keinerlei
Spielraum gewährt, kann mit einem Deckel versehen oder auch nach erfolgter Füllung dadurch
geschlossen werden, dafs eine vorgesehene Verlängerung der einen Wand herumgebogen
wird, bis sie die Oeffnung verschliefst.
Die Metallstreifen oder Klingen f können aus angelassenem Stahl, Aluminium, Eisen oder
Nickel bestehen, und jeder Streifen verjüngt sich nach der einen Längskante hin, wie in
den Fig. 4 bis 6 dargestellt. Es werden so verhältnifsmäfsig scharfe Kanten oder Messerschneiden
dem Geschofs dargeboten, das bei seinem Aufschlag auf die Klingen eine unmittelbar
einschneidende Wirkung derselben erfahren wird. Die Klingen sind mit Löchern auf Drähte oder Stäbe fx gereiht, durch deren
umgebogene Enden sie fest zusammengehalten werden. Will man zur Herstellung einer Platte
von gröfserem Umfang die Klingen verlängern, so kann man zwei neben einander liegende
Reihen von Klingen dadurch verbinden, dafs man immer abwechselnd das rechte Ende einer
Klinge der linken Reihe und das linke Ende einer Klinge der rechten Reihe auf einen Draht
zieht, wodurch dann die Klingen einen Abstand gleich ihrer Dicke erhalten.
In manchen Fällen kann man das Gehäuse c entbehren und die Klingen f unmittelbar zwischen
die beiden Fasertafeln legen, wie in Fig. 5 gezeichnet.
Macht man bei dieser Anordnung ohne Gehäuse c jede der beiden Fasertafeln 2 '/2 cm
dick, so widersteht ein solcher Panzer den 4-, 5- und ö-Centimeter-Geschossen der Marine-Mitrailleusen.
Ebenso ist festgestellt, dafs ein Panzer in der einfachen Construction der Fig. ι und 2 bei einer Stärke von ungefähr
ι Y„ cm gewöhnlichen Pistolenkugeln widersteht.
Ein nach Fig. 3 und 4 construirter Panzer hält jedes Kleingewehrfeuer bei ungefähr 47 m
Entfernung aus, wenn jede Fasertafel ungefähr ι '/4 cm dick und die Metallklingen 8 mm breit
und 2 mm am Rücken und 1 mm an der Schneide stark sind. Um schwereren Geschossen
zu widerstehen, wie solchen von Belagerungsund Schiffsgeschützen, müfste man bei Anwendung
der Construction Fig. 5 jede der Fasertafeln ungefähr 24 cm dick machen. Eine solche Panzerung könnte auch zum Schutz von
Schlachtschiffen gegen Fischtorpedos dienen.
Da der Faserpanzer nach den obigen Erläuterungen eine ganz beliebige, den zu erfüllenden
Ansprüchen angemessene Stärke erhalten kann und sein speeifisches Gewicht ein
sehr geringes ist, so kann er auch recht wohl als Kürafs oder Brustplatte oder in ähnlicher
Weise verwendet werden, ohne den Träger zu ermüden.
Für die Benutzung dieser Panzerbekleidung bei Schiffen und Seebefestigungen empfiehlt es
sich, ihr zum Schutz gegen die schädlichen Einwirkungen des Seewassers einen Theeranstrich
zu geben.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Panzer, hergestellt aus zwei aus einer Schicht von Rhea-Fasern durch Belegen mit Segelleinen oder dergleichen, Zusammenpressen und Durchnähen gewonnenen Platten und aus einem — nackt oder in ein Metallgehäuse (i) eingeschlossen — dazwischen gelegten, an Umfang kleineren Rost aus auf Drähte oder Stäbe Cf1J gezogenen, mit der Schneide nach der Aufsenseite des Panzers gerichteten Metallklingen (f) in der Weise, dafs man den zwischen den Fasertafeln rings um den Rost herum verbleibenden Raum mit Filz oder dergleichen (g) ausfüllt und dann die Ränder der Fasertafeln durch Nähte (h) zusammenhält.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE68191C true DE68191C (de) |
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ID=341752
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT68191D Expired - Lifetime DE68191C (de) | Panzer aus faserförmigem Material mit Metalleinlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE68191C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0885117A4 (de) * | 1996-03-06 | 1999-09-01 | Howard L Thomas | Mehrfach strukturiertes ballistisches material |
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0
- DE DENDAT68191D patent/DE68191C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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