KAISERLICHES
PATENTAMT.
In dem Patent Nr. 45174 nebst Zusatz-Patenten
sind Neuerungen an Wasserumlaufröhrenkesseln dargestellt, welche die Erhaltung ruhiger Wasserschichten mittelst getrennter
Dampf- und Wasserkästen im Oberkessel bezwecken, so dafs Räume gebildet werden, in
welchen sich die Niederschläge des Speisewassers ansammeln können, ohne vom Umlaufwasser
mit fortgerissen zu werden.
Eine weitere Förderung dieses Zweckes wird dadurch erreicht, dafs das Speisewasser, in den
Dampfraum eingeführt, daselbst in dünner Schicht bis auf die Dampftemperatur erwärmt
wird und sich dann in horizontaler Richtung mit den oberen Wasserschichlen vereinigt, so
dafs weder die auf dem Boden des Oberkessels abgelagerten Niederschläge aufgerührt, noch die
Niederschläge im Speisewasserkasten fortgeschwemmt werden können. Bei den früher
geschützten Einrichtungen erfolgte die Erwärmung des Speisewassers hauptsächlich an
den Umlaufröhren oder Kästen T unter Wasser in minder vollkommener Weise und nicht ohne
gänzliche Störung des Ruhezuslandes der unteren Wasserschichten durch das Speisewasser. Dieser
Ruhezustand wird nunmehr aufrecht gehalten.
Es ist unerheblich, an welcher Stelle im Dampfraum des Oberkessels die Speisekästen
Z' Z" angebracht werden, weil ein eigentlicher Gegenstrom bezw. Parallelstrom daselbst nicht
stattfindet. Dagegen müssen die Speisewassefkästen der Reinigung zugänglich bleiben, und
es ist wegen der leichteren Ausführbarkeit die einfache, in Fig. 1 bis 5 dargestellte Verbindung
derselben mit den Dampfkästen P gewählt ; doch können die Speisewasserkästen auch
getrennt bleiben, was bei der Ausführung mit Röhren anstatt Kästen P der Fall sein mufs.
In Fig. ι bis 3 ist in den Oberkessel A ein
Steigrohr C, ein Dampfkasten P, ein Behälter D zur Zurückführung des Umlaufwassers und durch
Vermittelung eines Zwischenstückes F eine Anzahl Rohre oder ein Kasten für das Umlaufwasser
eingebaut. Zu diesen Theilen kommt noch ein Speisekasten Z', in welchen das
Speiserohr Z mündet. Das Speisewasser fliefst entweder über die Seitenwände oder durch
Löcher oder Einschnitte derselben in dünnen Strahlen auf die verbreiterte Bodenplatte a,
stöfst gegen die Platte b und fliefst auf der Platte c in horizontaler Richtung zum Wasserspiegel.
In Fig. 4 und 5 ist der Speisekasten Z' Z" über den Dampf kasten ■ P gelegt und erhält
grofse Abmessungen, damit schon hier die meisten Niederschläge abgelagert werden. Das
bei Z eingeführte Speisewasser fliefst durch die mit erhöhten Seitenwänden versehene Rinne Z',
die beiden Seitenkanäle Z" und kommt durch Ueberlauf in dünnen Strahlen über die Platten
abc in horizontaler Richtung nur mit den oberen Wasserschichten in fliefsende Berührung.
Patent-Anspruch:
Bei den durch die Patente ^,.45174, 48590,
58403 und 61096 geschützten Einrichtungen an Wasserumlaufröhrenkesseln die Hinzufügung
von Speisekästen Z' oder Z' Z"', unabhängig von oder zusammengebaut mit den Dampfkästen
P, in Verbindung mit den Prallplatten abc zwecks Herstellung ruhiger Wasserschichten
auf dem Boden des Oberkessels und Zurückhaltung der Niederschläge auf demselben.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.