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Verfahren zum Herstellen eines nagelbaren Streifens aus Papier Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines nagelbaren, in Nuten von Metallwänden
o. dgl. einlegbaren wulstförmigen Streifens aus Papier, auf dem z. B. Stoffteile
festgenagelt werden sollen.
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Nagelbare Streifen, die bei Wagenbauten vielfach verwendet werden,
eignen sich dann besonders gut zum Einlegen in Nuten, wenn sie aus schraubenförmig
zusammengedrehten Papierbändern hergestellt sind. Ein solches Gebilde hält den eingeschlagenen
Nagel vollkommen fest, so daß eine einwandfreie Befestigung deg Polsters erfolgen
kann. Diese Streifen haben aber den Nachteil, daß sie sich verhältnismäßig leicht
aufwickeln und die einzelnen Wendeln die Gestalt von Korkzieherwindungen annehmen.
Ferner tritt leicht der Fall ein, daß die wulstförmigen Papierstreifen durch Bearbeitungswerkzeuge
für die Metallwände eingekerbt oder angeschnitten werden. Auch in diesem Falle rollen
sich die Streifen korkzieherärtig auf und geben dein Nagel keinen festen Halt mehr.
Weiter wurde festgestellt, daß die Luftfeuchtigkeit einen solchen nagelbaren Streifen
ungünstig beeinflußt. Der Streifen quillt auf und liegt dann nicht mehr so tief
in der Nut, wie es erforderlich ist, um das Polster einwandfrei befestigen zu können.
Nach der Erfindung werden nun diese Nachteile dadurch vermieden, daß ein aus Papierband
gedrehter Kern mit mehreren vorher mit Asphalt getränkten, ebenfalls aus gedrehtem
Papier bestehenden Lagen umwickelt wird, woran anschließend eine Formung dieses
Gebildes zwischen Profilwalzen erfolgt und der so gebildete Strang dann mit asphaltgetränkten,
sich überlappenden glatten Papierbändern unter gleichzeitigem Aufbringen einer Klebstoffschicht
umwickelt und beklebt wird.
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Die Imprägnierung mit Asphalt macht den Streifen gegen die Einflüsse
der Feuchtigkeit unempfindlich. Da für den Kern des wulstförmigen Streifens ein
gedrehtes Papierband benutzt wird, das nicht mit Asphalt imprägniert ist, sichert
dieser Kern einen festen Halt des zum Tragen des Stoffteiles dienenden Nagels. Da
der Einlegestreifen ferner eine bestimmte Ouerschnittsform haben muß, die dem OOuerschnitt
der ihn aufnehmenden Nut entspricht, sind besondere Formrollen oder Formwalzen vorgesehen,
die zuerst in einem Zwischenstadium den aus dem Kern und den beiden Bändern gebildeten
Teil des Streifens formen. Darauf werden Papierbänder herumgewickelt. Diese äußere
Wicklung stellt gewissermaßen eine Einkapselung,
d. h. ein Gehäuse
für die innere Wicklung, dar, so daß die Außenseite eines solchen -#v-ulstförmigen
Streifens vollkommen glatt ist. Die besondere Ausbildung der äußeren Wicklung schaltet
die Möglichkeit aus, daß einer der Streifen von Bearbeitungswerkzeugen für die Metallwände
durchgeschnitten oder eingekerbt werden kann. Es werden somit alle Nachteile der
bekannten Streifen vermieden.
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Die Erfindung ist auf der Zeichnung beispielsweise dargestellt, und
zwar zeigt Fig. i einen senkrechten Schnitt durch eine Maschine zum Durchführen
des Verfahrens nach der Erfindung, Fig. --- schematisch eine Ansicht des nach der
Erfindung hergestellten Streifens.
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In den Zeichnungen sind mit i und 2 Scheiben bezeichnet, die durch
herausnehmbare Bolzen 3 unter Verwendung von Abstandshülsen 4 miteinander verbunden
sind. Die Scheibe i ist mit einem Flansch 5 drehbar in einem Lager 6 an einem Rahmen
7 gelagert. Die Scheibe :2 dreht sich mit einem Flansch 8 in einem am Rahmen io
befestigten Lager g. Die Scheiben i und 2 nebst den Bolzen 3 und Abstandshülsen
4 stellen einen drehbaren Träger für eine Anzahl auf den Hülsen 4 gelagerter Papierrollen
i i dar.
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Ein Paar Scheiben 12 und 13 sind durch Bolzen 14 miteinander verbunden,
auf denen ebenfalls Abstandshülsen, wie oben beschrieben, sitzen. Die Scheibe 12
hat einen verhältnismäßig großen, mit einer weiten Bohrung versehenen Flansch 15,
der drehbar in einem Lager 16 am Rahmen 17 gelagert ist. Die Scheibe 13 hat einen
Flansch 18, der drehbar in einem Lager ig am Rahmen 2o angeordnet ist. Die Scheiben
12 und 13 nebst den Bolzen 14 stellen einen drehbaren Träger für eine Anzahl Papierrollen
21 dar. Außer dem zuletzt genannten drehbaren Träger sind Führungsstäbe 22 vorgesehen,
die winklig zur Achse des Trägers und denjenigen der einzelnen Papierrollen 21 angeordnet
sind. Die Wirkung dieser Führungen 22 wird weiter unten beschrieben.
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In einem gewissen Abstande nach außen zu vom Ende des Flanschs 8 ist
ein Druckrollenpaar 23, 24 angeordnet. Die Rolle 24 hat eine Ringnut 25, in der
die Rolle 23 läuft. In einem gewissen Abstände nach außen vom Ende des Flanschs
i8 weg befindet sich ein ähnliches Rollenpaar 26, 27. Die Rolle 27 hat eine Ringnut
28, in der die Rolle 26 läuft. In gewissem Abstände nach außen zu vom Ende des Flanschs
5 weg befindet sich ein Rahmen 29, der eine Welle 30 zur Aufnahme einer Papierrolle
31 trägt.
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Eine Antriebswelle 32 ist drehbar im unteren Teil des Maschinenrahmens
gelagert und wird von einem nicht dargestellten Motor angetrieben. Auf der Welle
32 ist ein Kettenrad 33 vorgesehen, das durch eine Kette 34 mit einem Kettenrad
35 auf dem Flansch 8 in Verbindung steht. Ein Kegelrad 36 sitzt auf der Welle 32
und kämmt triit einem Kegelrad 37 auf einer senkrechten Welle 38. Auf dem oberen
Ende der senkrechten Welle 38 befindet sich ein Kegelrad 39, das mit einem an der
Druckrolle 24 befestigten Kegelrad 40 kämmt. Ferner ist auf der Welle 32 ein Zahnrad
41 befestigt, das mit einem Zahnrad 42 auf einer im Rährnen 20 gelagerten Welle
43 kämmt. Auf dem anderen Ende der Welle 43 sitzt ein Kettenrad 44, das durch eine
Kette 45 mit einem auf dem Flansch 18 sitzenden Kettenrad 46 verbunden ist. Ein
Kegelrad 47 auf der Welle 32 1cämmt mit einem Kegelrad 48 auf einer senkrechten
Welle 4g. Auf dieser Welle ist ein Rad 5o angeordnet, das mit einem an der Druckrolle
27 befestigten Zahnrad 51 kämmt.
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Durch den Flansch 15 hindurch ragt eine Spritzdüse 62 mit einer Zuleitung
63 und einem Regelventil 64. Die Spritzvorrichtung dient zum Aufbringen von flüssigem
Klebstoff, wie weiter unten beschrieben wird. Der Behälter für den flüssigen Klebstoff
sowie die Einrichtungen, die zum Einbringen des Klebstoffs in die Spritzdüse dienen,
sind nicht dargestellt, da solche Einrichtungen an sich bekannt sind und nicht zur
Erfindung gehören.
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Das Verfahren nach der Erfindung spielt sich folgendermaßen ab: Ein
Band 52 wird von der Rolle 31 durch den Flansch 5 hindurchgeführt und durch den
Flansch 8 mittels des sich drehenden Druckro-llenpaares 23, 24 hindurchgezogen,
sobald die Welle 32 durch einen Motor in Umdrehung versetzt wird. Gleichzeitig werden
die Bänder 53 von den Rollen i i abgewickelt. Alle diese Bänder werden durch den
Flansch 8 hindurchgezogen. Die Scheibeni und 2 drehen sich mit dem Erfolg, daß das
Band 52 zu einer kompakten Masse zusammengedrückt wird, indem nämlich die Bänder
53 um das Band 52 herumgewickelt werden. Es wird auf diese Weise ein Papierseil
54 gebildet, das aus einem zusammengedrückten Bandkern mit schraubenförmig herumgewickelten
Bändern besteht. Sobald das Seil 54 zwischen das Druckrollenpaar 23, 24 kommt, wird
es zu einem kompakten Streifen 5 5 zusammengepreßt. Dieser Streifen 55 läuft durch
die Flansche 15 und 18 hindurch zwischen das zweite Rollenpaar 26, 27, das zum Fördern
des Streifens in der Längsrichtung dient. Zwischen den sich drehenden Scheiben 12
und 13 werden Bänder 56 von den Papierrollen 21 um den Streifen 55 herumgewickelt.
Es
sei erwähnt, daß das Kettenrad 3 5 an der Scheibe 2 durch die Kette 34 unmittelbar
mit dem Kettenrad 33 auf der Antriebswelle 32 verbunden ist, während das Kettenrad
46 mit der Antriebswelle 32 durch das Kettenrad 4.1, die Welle 43 sowie die Zahnräder
42 und 41 in Verbindung steht. Daraus ergibt sich, daß das Kettenrad 46 entgegengesetzt
zum Kettenrad 35 umläuft. Die von den Bandspulen 21 kommenden Bänder 56 werden demzufolge
um den gepreßten Streifen 55 in entgegengesetzter Richtung zu den von den Bandspulen
i i kommenden Bändern 53 herumgewickelt.
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Wenn die Bänder 56 von den Papierbandspulen 21 abgezogen sind, laufen
sie über die Führungsstäbe 22, die dazu dienen, die Bänder in einem flachen und
glatten Zustand zu halten, sobald sie um den gepreßten Streifen 55 herumgewickelt
werden. Während des Herumwickelns der Bänder 56 wird flüssiger Klebstoff auf die
Innenfläche der Bänder sowie auf die Außenfläche des gepreßten Streifens 55 gespritzt,
und das Druckrollenpaar 26, 27 drückt die Bänder 56 fest auf den gepreßten Streifen
55, um ein sicheres Verkleben herbeizuführen.
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Bevor eine Behandlung der Papierbänder in der oben beschriebenen Weise
erfolgt, wird das Papier der Rolle 31 derart behandelt, daß es Asphalt nicht ohne
weiteres aufsaugt. Ein Hartflächen- oder ein Hartfaserpapier, das im Handel als
Kraftpapier bekannt ist, eignet sich besonders für diesen Zweck. Das Papier der
Rollen i i und 21 wird mit Asphalt vorzugsweise dadurch imprägniert, daß die Bänder
durch ein Asphaltbad laufen, das mittels Wärme im flüssigen Zustand gehalten wird.
Es kann auch Asphalt durch Lösungsmittel flüssig gehalten werden, jedoch hat dies
den Nachteil, daß eine beträchtliche Zeit zum Verdampfen' der Lösungsmittel erforderlich
ist. Da die Bänder 56 mittels Klebstoffs auf dem gepreßten Streifen 55 befestigt
sind, können die Bänder gelocht werden, ohne daß das Bestreben besteht, sich vom
Streifen abzutrennen. Die Bänder 56 sind breit im Vergleich zu den Wicklungen der
Bänder 53, wie es aus der Fig. 2 hervörgeht, in der die fortschreitende Wicklungswirkung
schematisch veranschaulicht ist.
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Um ein leichteres Erzeugnis zu bilden, kann das Band 52 in einer Richtung
entgegengesetzt zu den Bändern 53 verdreht werden, und die äußere Lage 56 kommt
in Fortfall, da die einander entgegengesetzt schraubenförmigen Wicklungen ein Aufdrehen
des Streifens verhindern.
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In Fällen, wo Wasserfestigkeit nicht wesentlich ist, kan% bei einem
Kern aus Hartpapier der übrige Streifen aus einem weichen Faserpapier gebildet werden,
da der innere harte Kern des Streifens genügt, um die eingetriebenen Heftzwecken
festzuhalten.