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Ein rückgestänge für Kupplungen an Pressen, Stanzen und ähnlichen
Arbeitsmaschinen Die Erfindung betrifft ein mehrteiliges Einrückgestänge für Kupplungen
an Pressen, Stanzen und ähnlichen Arbeitsmaschinen. Das auf beliebige bekannte Art,
beispielsweise von Hand mittels einer Zweihandsicherheitseinrückung oder von Fuß-,
zu betätigende Einrückgestänge steht mit dem den Kupplungsvorgang einleitenden Maschinenteil,
beispielsweise mit dem Auslösedaumen einer Drehkeilkupplung, in Verbindung. Diese
Hand-, Fuß- o. dgl. Einrückungen haben in unfalltechnischer Hinsicht einen verhältnismäßig
hohen Grad der Vollkommenheit erreicht. Unfälle ereignen sich daher bei vorschriftsmäßiger
Betätigung nur noch selten. Eine hauptsächliche Gefahrenquelle besteht bei diesen
Einrückgestängen aber noch darin, daß die Kupplung auch dann eingerückt werden kann,
wenn das Gestänge nicht mittels der hierfür allein vorgesehenen Hand- oder Fußhebel,
sondern beispielsweise durch Verschieben einer zwischen diese Hebel und den Auslösedaumen
geschalteten Stange bzw. durch Verdrehen einer zwischen die beiden genannten Teile
geschalteten Welle betätigt wird. Beispielsweise sind eine solche Stange oderWelle
schon dadurch im Sinn und auch mit dein Erfolg einer Einrückung der Kupplung betätigt
worden, daß diese Teile unbeabsichtigt oder auch mutwillig beeinflußt wurden.
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Die- Erfindung besteht in der Lösung der Aufgabe, jede andere als
durch Bedienen der hierfür vorgesehenen Hebel o. dgl. hervorgerufene Betätigung
des Einrückgestänges für beliebige Kupplungen an Pressen, Stanzen und ähnlichen
Arbeitsmaschinen zu unterbinden.
Erfindungsgemäß ist in den Gestängezug
ein Klemmglied geschaltet, das nur die vorschriftsmäßige; beispielsweise von Hand
oder Fuß erfolgende Betätigung des Gestänges überträgt, dagegen jede zwischen dem
Klemmglied und dem das Kuppeln einleitenden Maschinenteil angreifende, unbeabsichtigte
oder -mutwillige Betätigung verhindert: Das Klemmglied ist nach einem weiteren Teil-
der Erfindung dadurch besonders einfach gestaltet, daß dieses aus zwei Klemmstücken
besteht: Diese weisen einerseits je zwei einander zugekehrte und paarweise parallele,
eine Kugel oder eine Rolle zwischen sich aufnehmende Flächen auf, von denen das
eine Paar senkrecht zur Einrückbewegungsrichtung und das andere um nahezu go ° hiervon
abweichend angeordnet ist. Die Klemmstücke tragen weiterhin zwei bei unvorschriftsmäßiger
Betätigung mit ortsfesten Gegenflächen zur An-Tage kommende Klemmflächen. Eine weitere
Vereinfachung läßt sich bei entsprechender Ausbildung der nahezu in die Einrückbewegungsrichtung
fallenden Flächen dadurch erreichen, daß auf die Einlagerung einer Kugel oder einer
Rolle zwischen die vierpaarweise parallelen Flächen verzichtet wird.
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Die Zeichnung veranschaulicht drei Ausführungsbeispiele des Einrückgestänges
gemäß der Erfindung, und zwar stellen dar Abb. i ein zweiteiliges Klemmglied ohne
Kugel oder Rolle in Vorderansicht; Abb. 2 ein zweiteiliges Klemmglied mit einer
Rolle in Vorderansicht, Abb. 3 ein gleichfalls zweiteiliges Klemmglied mit Rolle
in Draufsicht, teilweise geschnitten, Abb. ¢ eine Seitenansicht geschnitten nach
Linie IV-IV der Abb: 3.
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Bei den Ausführungsbeispielen nach den Abb: i und 2 ist das Klemmglied
in einen geradlinig bewegbaren, bei demjenigen nach den Abb:3 und 4 in den drehbeweglichen
Teil des Einrückgestänges geschaltet.
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Bei der Ausbildungsform nach Abb. i besteht das Klemmglied aus den
beiden Klemmstücken i und 2, -die je durch eine Lasche 3 und 4 n das eigentliche
Einrückgestänge geschaltet sind. Die Lasche 3 steht mit dem von Hand oder Fuß betätigten
Teil des Einrückgestänges in Verbindung, und die Lasche 4 greift an dem das Kuppeln
einleitenden Gestängeteil an. Die Lasche 3 bzw: 4 ragt in das gegabelte Ende des
Klemmstückes i bzw. 2 hinein; beide Teile (Lasche 3 und Klemmstück i bzw. Lasche
4 und Klemmstück ä) sind durch den Zapfen 5 bzw. 6 miteinander verbunden. Die Klemmstücke
i und 2 sind an den einander zugekehrten Enden Z-förmig abgesetzt. Den zur Einrückbewegungsrichtung
(Pfeil?) senkrecht verlaufenden Flächen 8, 9 des Klemmstückes i stehen die ,parallelen
Flächen io, ii des Klemmstückes 2 gegenüber. Die Flächen 8, 9 bzw. i o, i i sind
durch eine weitere, von diesen etwa um go ° abweichende Fläche 12, bzw. 13 verbunden.
Zur. seitlichen Führung der Klemmstücke i bzw. 2 dienen die Flächen 14, i5. bzw.
16, 17. Als Gegenflächen für die Flächen 14, 16 bzw. 15, 17 sind die ortsfesten
Flächen 18 bzw. ig vorgesehen. Wird infolge vorschriftsmäßiger Bedienung, beispielsweise
durch Betätigen einer Zweihand- oder einer Fußtritteinrückung, das Klemmstück i
in Pfeilrichtung 7 angehoben, so legen sich die Flächen S und 9 des Klemmstückes
i gegen die diesen parallelen Flächen io und i i: des Klemmstückes 2, so daß die
vorschriftsmäßige Einrückbewegung über das Klemmstück 2- auf die weiteren, zwischen
dieses und die Kupplung geschalteten Teile des Einrückgestänges übertragen wird.
Die Flächen 18, ig wirken in diesem Fälle nur als Führung. Wird dagegen versucht,
das zwischen das Klemmglied 2 und den das Kuppeln einleitenden Maschinenteil geschaltete,
mit der Lasche 4 verbundene Gestänge unmittelbar, d, h. nicht von der Zweihand-
oder FüBtritteinrückung über die Lasche 3 und die Klemmstücke i und 2 zu betätigen,
so kommen die Flächen 12 und 13 der Klemmstücke i und 2 miteinander in Berührung.
Bei Weiterbewegung des in unzulässiger Weise betätigten Teiles des Einrückgestänges
gleitet die Fläche 13 an der Fläche 12 entlang. Bei Fortsetzung dieser Bewegung
wird das Klemmstück i infolge der Schräge der Flächen z2 und 13 in bezug auf die
Pfeilrichtung 7 mit seiner Fläche 14 gegen die Fläche 18 gedrückt. Voraussetzung
hierfür ist ein in d& hinreichenden Größe zwischen den von Hand oder Fuß zu
betätigenden! Hebeln o. dgl. und dem Klemmstück i stets vorhandener Trägheits- oder
Reibungswiderstand, der verhindert, daß das Klemmstück 2 das Klemmstück i und die
mit diesem verbundenen Teile infolge der Haftreibung zwischen den Flächen 12 und
z3' in Pfeilrichtung 7 mitnimmt. Wird in der vorbeschriebenen Weise somit das Klemmstück
:2 allein weiter- in Pfeilrichtung? angehoben, so wirken die Flächen 14 und 17 mit
den Gegenflächen 18, 1g nuntnehr als Klemmflächen. Die Klemmstücke i, 2 werden damit
gegeneinander und gegenüber den Flächen 18, ig so fest verspannt, daß jede weitere
Bewegung des Klemmstückes ä und der zwischen diese und den das Kuppeln einleitenden
Maschinenteil geschalteten Gestängeteile verhindert ist. Die für das Verklemmen
erforderliche geringe Bewegung des Klemmstückes 2 in Pfeilrichtung 7 wird durch
entsprechende Bemessung der Klemmstücke i und 2, insbesondere durch die Wahl der
Schräge
der Flächen 12 und 13 so gering gehalten, daß der das Kuppeln einleitende Maschinenteil
noch nicht in die Wirkungsstellung gelangt, beispielsweise daß der Auslösedaumen
einer Drehkeilkupplung den Drehkeil noch nicht freigibt.
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Wenn die Flächen 12 und 13 im Sinn der Abb. i etwas weiter nach rechts
verlegt werden, so genügen die Flächen 8 und io zur Bewegungsübertragung beim vorschriftsmäßigen
Betätigen der Einrückung; die Flächen 9 und i i sind dann entbehrlich. Bereits aus
dem in baulicher Hinsicht besonders einfachen Ausführungsbeispiel nach Abb. i ist
der Erfindungsgedanke voll erkennbar. Wesentlich ist die Übertragung der Ei.nrückbewegung
bei vorschriftsmäßig erfolgender Betätigung des Gestänges durch die senkrecht zur
Einrückbewegungsrichtung verlaufendenFlächen 8 und io .der Klemmstücke i und 2 sowie
die Verhinderung einer Einrückung bei unvorschriftsmäßiger Betätigung durch Spreizen
der Klemmglieder i und 2 bis zur Verklemmung zwischen den Gegenflächen 18 und 19
infolge der Schräge der von den Flächen 8 und io um etwa go ° abweichenden Flächen
12 und 13. Bei vorschriftsmäßiger Betätigung sind demnach die Flächen 8 und io wirksam,
und die Flächen 12 und 13 befinden sich im' Abstand voneinander. Umgekehrt gelangen
bei unvorschriftsmäßiger Betätigung die Flächen 12 und 13 miteinander zum Eingriff,
und die Flächen 8 und io berühren einander nicht mehr.
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Das Ausführungsbeispiel nach Abb. 2 entspricht grundsätzlich demjenigen
nach Abb. i mit dem Unterschied, daß die gleitende Reibung zwischen den Flächen
i2 und 13 nach Abb. i durch eine rollende ersetzt ist. Zur Verdeutlichung der Übereinstimmung
sind dieselben Bezugszeichen, unterschieden durch den Index, verwendet worden. Es
bezeichnen daher: i' und 2' die das Klemmglied bildenden Klemmstücke, 3' und q.'
die mit diesen über die Bolzen 5' und 6' verbundenen, das Klemmglied in das Einrückgestänge
schaltenden Laschen. Zur Übertragung der in Pfeilrichtung 7' vorschriftsmäßig eingeleiteten
Einrückbewegung dienen die Flächen 8' und io', während die Flächen 12' und 13' bei
unvorschriftsmäßig betätigtem Einrückgestänge über die zwischen diesen und den Flächen
8' und io' befindliche Rolle 2o' eine Verkleinmung der Teile i' und 2' zwischen
den ortsfesten Gegenflächen 18' und 1g' bewirken. Die weiteren, noch vorhandenen,
untereinander und zu den Flächen 8', io' parallelen Flächen 21', 22', 23', 24' und
die zu den Flächen i2', 13' parallelen Flächen 25', 26' sind zur Vereinfachung der
Konstruktion und zur Erleichterung der Herstellung der Klemmstücke i' und 2' angeordnet.
Für das einwandfreie Arbeiten des Einrückgestänges bzw. für die Verhinderung einer
Einrückung bei unvorschriftsmäßiger Betätigung des Gestänges sind diese Flächen
ohne jede Bedeutung.
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Bei vorschriftsmäßiger Betätigung hebt das Klemmglied i' mittels der
Fläche 8' über die Rolle 2o' und die Fläche io' das Klemmstück 2' an. Wird dagegen
das Einrückgestänge unvorschriftsmäßig beeinflußt, sö beginnt beim Anheben des Klemmgliedes
2' die Rolle 2o' sich auf den Flächen 12' und 13' abzuwälzen, so daß die Klemmstücke
i' und 2' mit den Flächen 14' und 17' an den Gegenflächen 18' und 1g' verklemmt
werden. Infolge der rollenden Reibung kann die Neigung der Flächen 12' und 13' bei
dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 2 größer gehalten werden als diejenige der Flächen
12 und 13 bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb..i, so daß gegenüber diesem ein geringerer
Weg des Klemmstückes 2' in Pfeilrichtung 7' bis zur gegenseitigen Verklemmung der
Teile 18', 1', 2o', 2' und 1g' eintritt.
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Das Ausführungsbeispiel nach den Abb. 3 und 4 zeigt eine im praktischen
Betrieb an naschlaufenden Pressen bewährte Bauform des Einrückgestänges gemäß der
Erfindung in Verbindung mit einer Zweihandsicherheitseinrückung nach Patent Sch
115230 I/58b. Beim ordnungsgemäßen Einrücken werden zwei Handhebel möglichst
gleichzeitig betätigt. Diese heben die beiden Schieber 27 und 28 an, die ihre Bewegung
auf das Ausweichglied 29 übertragen. In dessen Bohrung 30 greift der Kugelzapfen
31 ein. Dieser ist mit der auf der Welle 32 drehbar gelagerten Nabe 33 einteilig
ausgebildet. Die Nabe 33 liegt mit der einen zylindrischen Stirnfläche 34 gegen
das einen Teil des Gehäuses 35 für die Zweihandsicherheitseinrückung bildende Lager
36 an; in die andere Stirnfläche sind die zur Achse der Welle 32 parallel verlaufende
Fläche 37 und die beiden um etwa 9o° hiervon abweichenden Flächen 38, 39 eingearbeitet.
Die Flächen 38, 39 können Teile einer Schraubenfläche sein. Es genügt jedoch, wenn
diese sich nur über einen Teil des Umfanges der Nabe 33 erstrecken. In den weiteren
Lagerteil 4o des Gehäuses 35 ist das Rohr 41 eingesetzt, das die beiden Lagerbüchsen
42, 43 trägt. In diesen ist außer der Aufnahme in dem Lager 36 die Welle 32 gelagert.
Mit der Welle 32 ist, der Nabe 33 gegenüberliegend, das Klemmstück 44 starr verbunden,
beispielsweise verstiftet. Das Kleinmstück44 trägt den Flächen 37, 38 und 39 der
Nabe 33 entsprechende und zu diesen parallele Flächen 45, 46 und 47. Zwischen den
Flächen 37, 38,
45 und 47 ist die Rolle 48 gelagert. Zur Haltung
des Einrückgestänges und damit der Zweihandsicherheitseinrückung in der aus Abb.4
ersichtlichen Ausgangsstellung dient die an der Lagerbüchse 43 und ah dem in die
Welle 32 eingesetzten Stift 49 angreifende Drehfeder 5o. DieVerstellvorrichtung5i
dient zur Regelung der Spannung der Feder 5o. Das freie Ende der Welle 32 ist mit
dem den KupplungsvorgangeinleitendenMaschinenteil durch den Zapfen 52 und die an
diesem schwenkbar gelagerte Stange 53 verbunden.
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Beim ordnungsmäßigen Betätigen derZweihandsicherheitseinrückung versehwenkt
das in Pfeilrichtung 54 (Abb. 4) angehobene Ausweichglied 2g den Kugelzapfen 3x,
die Welle 32 in Pfeilrichtung 55 (Abb. 4) und damit die Stange 53 in Pfeilrichtung
56 (Abb. 3). Diese Bewegung übermitteln insbesondere die Flächen 37 und 45 der Nabe
33 und des Klemmstückes 4q. und die zwischen diesen gelagerte Rolle 48. Voraussetzung
für das einwandfreie Arbeiten ist auch hier ein in jedem Falle vorhandener Trägheits-
bzw. Reibungswiderstand in der Zweihandsicherheitseifirückung bis zum Ausweichglied
2g.
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Erfolgt mutwillig oder unbeabsichtigt eine Betätigung dieser Einrichtung
an der Stange 53 oder einem anderen, zwischen die Klemmglieder 33, 44 und den das
Kuppeln bewirkenden Maschinenteil geschalteten Gestängeteil in Pfeilrichtung 55
bzw. 56, so wälzt sich die Ralle 48 an den Flächen 38 und 47 der Klemmstücke 33
und 44 ab, so daß diese voneinander entfernt werden. Die nur dem Lagerspiel entsprechende
geringe axiale Bewegungsmöglichkeit der Klemmstücke-33 und 44 führt zur sofortigen
Verklemmung am Lager 36 und an der Stirnfläche 57 der Büchse 42, so daß eine den
Kupplungsvorgang auslösende Einrückbewegung nicht zustande kommen kann.
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Auch bei diesemAusführungsbeispieldienen die zur Einrückbewegüngsriehtung
senkrecht verlaufenden Flächen 37 und 45 zur übertragung der Einrückbewegung bei
ordnungsgemäßer Betätigung des Einrückgestänges, während die von den Flächen 37,
45 um etwa go ° abweichenden Flächen 38; 47 die Verklemmung und damit die Stillsetzung
des Gestänges herbeiführen, wenn dieses in unvorschriftsmäßiger Weise beeinflußt
wird. Die Flächen 39 und 46 sind nur aus fertigungstechnischen Gründen vorgesehen
und nehmen an der Übertragung einer Bewegung nicht teil. Zur Erhöhung derKlemmwirkung
können die dem Lager 36 und der Lagerbüchse 42 zugekehrten Flächen 34 und 58 der
Klemmstücke 33 und 44 und die entsprechenden Gegenflächen anstatt zylindrisch
kegelig verlaufen.
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Bei den Ausführungsbeispielen sind die Teile in der Lage dargestellt,
die diese bei vorschriftsmäßiger Betätigung des Einrüekgestänges einnehmen.