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Streckwerk Die Erfindung bezieht sich auf ein Streckwerk nach Patent
562 1.37 mit aus Ringnut-und kingwulstwalze bestehenden Falt- und Verdichtungswalzenpaaren,
die mit Streckwalzenpaaren abwechseln, wobei die Lunte auf dem Wege von einem Verdichtungswalzenpaar
zum nächsten Streckwalzenpaar gestreckt und auf dem Wege vom Streckwalz#enpaar zum
nächsten Verdichtungswalzenpaar ohne Streckung gefaltet wird. Die Erfindung bezweckt,
das bekannte S treckwerk so zu ändern, daß die Lunte besser gefaltet und
verdichtet wird.
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Erreicht wird dieser Zweck dadurch, daß jedes Verdichtungswalzenpaar
zum vorhergehenden Streckwalzenpaar derart in der Höhe versetzt angeordnet ist,
daß die Lunte die Unterwalze des einen Walzenpaares und die Oberwalze des anderen
Walzenpaares bogenförmig umschließt, wobei ini Umschließungsbogen des Faltwalzenpaares
die Ringnutenwalze liegt. Auf diese Weise wird der Vorteil erzielt, daß die Lunte
alsbald nach Verlassen der unteren Streckwalze durch die Nutenseitenwände der folgenden
Ringnutenwalze zusammengehalten wird. Bekannt sind Streckwerke, bei denen die Einzugswalzen
einerseits und die Lief erwalzen andererseits in der Höhe versetzt angeordnet sind.
Hierbei sind aber keine Verdichtungswalzen vorgesehen, und es erfolgt weiterhin
keine Vorführung der gerade verstreckten Lunte zu einem Verdichterwalzenpaar. Ein
anderes bekanntes S treckwerk sieht auch schon die in der Höhe versetzte
Anordnung eines Paares Einzugswalzen einerseits und eines Paares Ringnut- und Ringwulstwalzen
andererseits vor. Bei den Ringnut- und Ringwulstwalzen jenes Streckwerks handelt
es sich aber nicht um Verdichterwalzen, sondern um Teile einer Vorrichtung zur Änderung.
des Verzuges bei Änderungen der Dicke des Faserbandes.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der.Erfindung wird vor dem aus einem
Paar Ringnut-und Ringwulstwalzen bestehenden Einzugswalzenpaar ein Luntentrichter
ortsfest angeordnet, dessen öffnung dem Luntenquerschnitt zwischen Nut und Wulst
entspricht. Auch kann eine der Walzen eines Verdichiung-swalzenpaares, und zwar
vorzug#-##veise di'c-Ringwulstwalze, mit höherer Ge#6#windiglzeit
umlaufen
als die andere Walze. Dies bietet den Vorteil, daß die Nut in der Ringnutwalze selbsttätig
sauber gehalten und dadurch d-ice Wirksamkeit des Streckens vergrößert w"-."..'
Ein Ausführungsbeispiel des Streckwer nach der Erfindung ist auf der Zeicbnung den
Teilen veranschaulicht, die zum erständnis der neuen Anordnung und Ausbildung erforderlich
sind.
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Fig. i zeigt ein Streckwalzensystern nach der Erfindung im Schnitt
nach der Linie i der Fig. 2.
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Fig. 2 ist ein schematischer Grundriß zu Fig. i mit gegenüber der
wirklichen Ausführung wesentlich verkürzten Walzen, die zur Verarbeitung von vier
Strängen bestimmt sind. Fig. 3 zeigt eine Stirnansicht und Fig. 4 eine Seitenansicht
des vor dem Einzugswalzenpaar angeordneten Luntentrichters. Fig. 5 erläutert
die Walzenlagerung und -einstellung.
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Fig. 6 stellt eine Welle mit Ringwulst und .Zahnrädern zum
Antrieb der darüberliegenden Nutwalzen dar.
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Fig. 7 zeigt die Welle mit den Nutwalzen und dem Zahnrad, über
das der Antrieb von der Welle der Ring-,vulstwalzen erfalgt.
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Fig. 8 veranschaulicht eine Walzenanordnung, die sich für Spinnmaschinen
eignet, in einem der Fig. i entsprechenden Schnitt.
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Fig. 9 ist eine Seitenansicht zu Fig. :2, die die Einstellung
der Walzen erkennen läßt. Die unteren Walzen sind frei drehbar in geeigneten Ständern
gelagert, wie sie mit i, 2, 4 und 6 in Fig. 9 angegeben sind; diese
Ständer sind an dem einen Teil des Gestells des Streckwerks bildenden Bett
3 befestigt. Die oberen Walzen sind ferner in oberen Walzenführungen
8 an einem Träger io derart gelagert, daß jedes Glied eines zusammenarbeitenden
Walzenpaares für sich in zwei zueinander rechtwinkligen Richtungen eingestellt werden
kann, um entweder den Abstand jedes Walzenpaares bezüglich der angrenzenden Walzenpaare
einzustellen oder die Höhe jeder Walze zwecks Hebung oder Senkung ihrer Klemmstelle
bezüglich der Klemmstelle des vorhergehenden Walzenpaares zu ändern und so das Maß
der Umfassung einer Walze oder beider Walzen dieser Walzenpaare durch die Lunte
zu ändern oder um beide Einstellungen vorzunehmen. Eine Lagerung mit diesen Einstellmöglichlzeiten
gestattet ferner eine einstellbare Neigung der Ebene, in welcher die Drehachsen
jedes Walzenpaares liegen, wodurch die Größe der Umfassung der Walzen -durch die
Lunte eingestellt werden kann.
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Bt#,i#-den in Fig. 5 -und 9 veranschaulichten Walzenla'LTern
sind die unteren, mit Ringwul-- e# sten verse >#wn Walzen, wie 33, 41 und
49, je in einem kleinen Ständer i oder 4 gelagert, der verschiehbar an dem
Bett 3 gelagert ist, -#so, daß er als Ganzes zur Stirnseite des Streck-#k-erkes
hin und von diesem Weg eingestellt N #je r d en kann, wobei er durch eine in einen
Igteigneten Schlitz im Bett 3 eingreifende Leiste 16 geführt und in der gewünschten
Einstellage durch eine Klemmschraube 18 gehalten wird, die durch einen Schlitz 2o
in einem Flansch an der Seite des Ständers 4 in das Bett 3 eingeschraubt
ist. Die Wellen 22 der unteren Wulstwalzen sind in Führungen :24 gelagert, welche
in den Ständern 4 vOrgesehen sind. Zwischen diesen Führungen sind Halblager:26 vorgesehen,
welche die Wellen 22 aufnehmen und durch Schrauben 28 eingestellt werden,
so daß die Wulstwalzen auf der gewünschten Höhe gehalten werden können. In gleicher
Weise sind die gewöhnlichen Unterwalzen 27, 39 und 47 in ähnlichen Führungen
in den gleichen Ständern 4 mit ähnlicher Einstellmöglichkeit: angeordnet. Die die
erste oder Einzug-,valze tragenden Ständer:2, einerlei, ob dies eine gewöhnliche
Walze, wie die Walze 14 in Fig. i oder 2, oder eine Wulstwahe, wie die Walze i i
in Fig. 8 und 9,
ist, und die die letzte oder Lieferwalze
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tragenden Ständer 6 tragen je nur eine einzige Walze, haben
jedoch die gleiche Einstellmö,-, lichkeit des Ständers entlang dem Bett und der
Welle auf- und abwärts an den Führungen des Ständers.
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DieFührungen oderHängeglieder8 für die Oberwalzen sind so ausgebildet,
daß sie auf dem Träger io gleiten und in ihrer eingestellten Lage in Längsrichtling
zum Träger durch Klemmschrauben 30 befestigt werden können; sie haben zwei
verschiedene Längen, damit sie den verschiedenen Höhenlagen der Unterwalze Rechnung
tragen; jedes der Glieder 8 ist mit am Boden geschlossenen Führungen versehen,
in denen die Zapfen 3:2 (Fig. 7) der Nutwalzen und die entsprechenden
Zapfen der gewöhnlichen Oberwalzen sich auf und nieder bewegen können. Die Träger
io sind bei 34 in den Armen 36 festgeklemmt, welche bei 38 an mit
den Betten 3 befestigten Böcken 4o drehbar gelagert sind. Die veranschaulichte
Ausbildung gibt der Luiite in den Zwischenräumen, in denen der Verzug stattfindet,
eine im wesentlichen waagerechte Richtung, so daß die Wellen der beiden bei jedem
Streckvorgang beteiligten Oberwalzen angenähert in der gleichen Höhe liegen, wodurch
die Gewichtsbelastung der- Oberwalzen, wenn diese gewünscht wird, vereinfacht wird,
da die üb-
lichen Sättel 42, Haken44 und Gewichte46 zu diesem Zweck benutzt
werden können.
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Die zu verstreckende Lunte 5, welche entweder vorher noch nicht
gestreckte Kardenlunte oder Streckenlunte sein kann, wird in
einen
Trichter oder eine Verdichtungsführung 7 eingeführt, deren Austrittsöffnung
vorzugsweise so geformt ist, daß sie der Lunte eine ebeneOber- und Unterfläche entsprechend
dem ebenen Profil der ineinandergreifenden Arbeitsflächen der beiden Walzen gibt,
deren Klemmstelle zum Ziehen der Lunte durch die eng passende Lieferungsöffnung
der Fähr1111-7 dient. Dieses Prinzip wird verwendet, einerlei, welcher besonderen
Art die dieses erste Walzenpaar, das Einzugs- bzw. Speisewalzenpaar, bildenden Walzen
sind, da dieses Prinzip al ' len Fasern des ganzen Querschnittes der Lunte
einen gleichmäßigen Zusammenhalt gibt, wenn die Lunte die Klemnistelle dieser Walzen
erreicht, und in hohem Maße den Nachteil vermeidet, daß an den seitlichen Rändern
der Lunte freie Fasern verbleiben, welche ohne Hemmung und folglich ungleichmäßig
durch das schneller laufende folgende Walzenpaar, die Streckwalzen, gezogen werden,
während die Mitte der Lunte dicht zusammengepreßt ist; dieser Nachteil tritt auf,
wenn man eine runde Lunte der Klemmstelle eines Paares von Walzen oder Riemen zuführt,
von denen einer oder beide an der Klemmstelle ein völlig gerades Profil besitzen.
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Wenn von einer Karden- oder Strecklunte in einem einzigen stetigen
Arbeitsgange (Fig. 8
und 9) gesponnen wird, -%7",obei die Einzugs-bzw.
Speisewalzen 9 und ii als Nut- und Wulstwalzen ausgebildet sind, deren Nut-Seitenteile
13 (Fig. 7) senkrecht zu dem angrenzenden ebenen Boden 15 der Nut stehen,
so sind die seitlichen Kanten 70 der Lieferungsöffnung des Trichters
7 senkrecht zu den parallelen Ober- und Unterflächen ig, und die Austrittsöffnung
hat auf diese Weise rechteckigen Querschnitt, so daß die Lunte ebenfalls diese Gestalt
erhält und so mit der rechteckigen DurAgangsöffnung zwischen der genuteten Walze
9 und der Wulstwalze i i an deren Klemnistelle, wenn die Lunte die Walzen
auseinanderdrückt, übereinstimmt. Wegen der unvermeidlichen Ausdehnung der Lunte,
wenn die Zusammendrückung nach Verlassen des rechteckigen Endes des Trichters aufgehoben
wird, kann der Boden 15 der Nut eine etwas größere Breite als die Breite der Trichteröffnung
besitzen. Die Breite der Nut beträgt gewöhnlich etwa 1,6 min mehr als die entsprechende
waagerechte Abmessung der rechteckigen Öffnung des Trichters. Hat also die rechteckige
Trichteröffnung eine Breite von i cm bei einer Höhe von 1,6 min, so ist die Nut
der Walze 9 gewöhnlich 1,225 cm breit und 6,25 nini tief, während
die Walstwalze i i eine Wulst besitzt, weldlie leicht, ab-er dicht in die Weite
der Nut hineinpaßt. - Diese Fläche der Wulstwalze ist vorzugsweise mit Riefen
oder feinen Getriebezähnen 17 versehen, die entweder gerade oder schraubenförrnig
ausgebildet sind, wenn die Walze als Speisewalze, wie hier, oder an sonstiger Stelle
verwendet wird, um eine sichereErfassung und Speisung der Lunte bei der Bewegungsgeschwindigkeit
der Wulstwalze zu erzielen und umeine Reinigungswirkung der von den Zähnen erfaßten
Lunte zu bewirken. Zu diesem Zweck sind die Zähne tief eingeschnitten, damit sie
die stets in- den Fasern vorhandenen Fremdstoffe, welche sich von den Faserir, da
die Lunte nicht verdreht ist, bei der vorliegenden Anordnung ablösen, aufnehmen.
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Das Austrittsende des Trichters 7 liegt so dicht wie möglich
an der Klemmstelle der Walze und die Achse des Trichters in der die Klemmstelle
tangierenden Ebene, wenn gea wöhnliche Speisewalzen 14 und 14, wie bei dem Streckwerk
nach Fig. i und 2, verwendet werden. Wenn Wulst- und NutspeisewaIzen 9
und
ii, wie in Fig. 8, verwendet werden, so liegt der Trichter 7 vorzugsweise
etwas oberhalb der die Speisewalzen an ihrer Klemmstelle tangierenden Ebene, jedoch
in die Klemmstelle weisend, so daß sich die Lunte der Klemmstelle unter einem spitzen
Winkel zu dieser Ebene nähert, so daß die Lunte daher auf die auseinandergehenden
Seitenwände 1.2 und die senkrechten Seitenwände 13 der Nut trifft, sobald dies durchführbar
ist, nachdem die Lunte aus dem Trichter 7 austritt; auf diese Weise werden
jegliche seitlich austretenden Fasern Überwacht und die der Lunte durch den Trichter
gegebene rechteckige Querschnittsforni beibehalten oder wiederhergestellt.
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Wegen des Verhältnisses der Breite der Trichteröffnung zu derjenigen
der Nut erfolgt keine Faltwirkung von Bedeutung durch das Nut- und Speisewalzenpaar
9, 11, da die Seitenwandungen 13 lediglich dazu dienen, die Lunte auf der
vorherbestimmten Breite zu halten. Es hat sich herausgestellt, daß ein Falten in
dieser Stufe nicht notwendig ist, weil die Lunte dick und fest und in unkritischer
Verfassung ist. Die Nut- und Wulstwalzen haben, wenn sie an dieser Stelle verwendet
werden, den Vorteil, daß sie jede Einzelfaser besser halten als die üblichen Walzen.
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Die mit einer Ringnut versehenen Oberwalzen 9, 34 43 und 51,
welche erforderlichenfalls durch Gewichte belastet sein können, wie sie in Fig.
9 angedeutet sind, haben an ihrer den Boden der Ringnut bildenden Fläche
15 eine Bewegungsgeschwindigkeit, welche wesentlich kleiner ist als die Bewegungsgeschwindigkeit
der Spitzen der Zähne 17 an der Fläche der mit der Ringnut zusammenarbleitenden
Wulstwalzen 11, 33, 41 und 49. Dies kann entweder dadurch erreicht #verden,
daß man die Lunte die Nutwalze
durch Reibung mit der Innenfläche
der Nut entgegen der entgegenwirkenden Reibung der Walzen an ihren Lagern, die erforderlichenfalls
durch Gewichte vergrößert ist, mitnehmen läßt. Durch die Bucht der Lunte wird genügend
Kraft für diesen Zweck übertragen, weil die Länge des Berührungsbogens der Lunte
mit dein Innern der Ringnut stets kleiner ist als die Faser und der -die Lunte in
die Nut eindrückende Druck eine Reibverbindung zwischen Lunte und Nut erzeugt. Wenn
eine zwangsläufige Steuerung gewünscht wird, so wird die Nutwalze von der unteren
Wulstwalze durch kämmende Zahnräder 21 und 2-3 (Fig.:2, 6, 7) getrieben,
welche mit den Nutwalzen. und den Wulstwalzen aus einem Stück hergestellt sind.
Die mit Wulsten versehenen Unterwalzen werden von dem Getriebe :29 aus in der üblichen
Weise angetrieben.
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Die ersten Streckwalzen 25 und 27 sind oder können in
üblicher Weise ausgebildet sein und enthalten eine längsgeriffelte metallische Unterwalze
27 gleich den Speisew.a1-zen 14 und i4.#, die in gleicher Weise wie die Ringwillstwalze
i i durch das übliche Getriebe 2,9 von der Welle 31 angetrieben wird, welche das
Streckwerk treibt. Die ersten Streckwalzen enthalten ferner- eine umkleidete Oberwalze
25, welche von der Unterwalze durch Reibung angetrieben wird und gegen diese
durch Gewichte, wie sie in Fig. 9 angedeutet sind, angepreßt wird; es können
auch beide Walzen 25 und 27 metallische Arbeitsflächen besitzen. Der
Abstand dieser Walzen von den Einzugs- bzw. Speisewalzen 14 und i4a oder
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und ii ist üblicherweise etwas größer als die Länge des Stapels. Diese Streck-walzen
arbeiten in der üblichen Weise, und ihre durch das Getriebe 29 erteilte Bewegungsgeschwindigkeit
ist so groß, daß die gewünschte Verstreckung der Lunte zwischen den beschriebenen
Walzenpaaren erzielt wird. In der üb-
lichen Weise können diese Oberwalzen
jedes dieser Paare erforderlichenfalls jenseits des Kopfpunktes ihrer entsprechenden
Unterwalzen angeordnet sein, um Klappern zu vermeiden.
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Nach dieser ersten Streckung, wenn sie von der in der Erfindung angestrebten
Größe ist, nämlich von 3 bis 6, ist es notwendig, die Fasern durch
Verdichtungswalzen wieder zu vereinigen, zusammenzudrüngen und zu verdichten, bevor
sie einer weiteren Streckung ausgesetzt werden, da andernfalls die Fasern in ungleichem
Verhältnis vorwärts gezogen #verden und die Gleichmäßigkeit -verloren geht. Zu diesem
Zweck wird ein Paar von mit Nut und Wulst versehenen Walzen 31, 33
verwendet,
'bei denen der Boden der Ringnut genügend schmaler ist als die zwischen den Streckwalzen
--5 und 27 austretende Lunte, so daß ein vollständiges Einwärtsfalten
der seitlichen Ränder und vorragenden Fasern der Lunte in Verbindung mit einer Verdichtungs-
und Zusaminendrängungswirkung erzielt wird, wie es oben beschrieben wurde. Führt
man jedoch dieLunte von diesen ersten Streckwalzen 25 und 27 zu den
mit Nut und Wulst versehenen Walzen 3 1 und 3:3, so haben die Einzelfasern
ein sehr starkes Bestreben, ihre normale gekräuselte Form anzunehmen und sich aus
der parallelen Lage zu der Achse der Lunte herauszuspreizen. Um diesem Bestreben
entgegenzuwirken, ist die die Nut-und Wulstwalzen an ihrem Kleminpunkt tangierende
Ebene erheblich unter die die vorhergehenden Streckwalzen an ihrer Klemnistelle
tangierende Ebene gelegt, so daß die Lunte einen erheblichen Bogen der unteren Streckwalze:25
umschlingt und auf diese Weise durch die Reibungsberührung mit der Oberfläche dieser
Walze gegen Auseinandergehen und Kontraktion ihrer Einzelfasern gesichert und gehalten
wird. Die Lunte tritt dann zwischen die abgesehrägten äußeren Seitenwandungen der
genuteten Walze 3 1 ein, unmittelbar nachdem sie die Fläche der unteren Streckwalze27
verläßt. Das Maß der erwünschten Umschlingung der unteren Streckwalze oder der Nutwalze
durch die Lunte hängt etwas von der Länge und der Art der zu streckenden Faser und
der Stärke der Lunte ab, jedoch umfaßt die Lunte auf jeden Fall einen größeren Bogen
der Fläche am Grunde der Nut an der Eintrittsseite als an der Austrittsseite. Die
mit kingnut versehene Walze 31 ist so dicht an der Oberfläche der Streckwalze
27 angeordnet dargestellt, als es möglich oder zweckmäßig ist, ohne mit dieser
in Berührung zu kommen, so daß die die Seitenränder der Lunte umfassenden Fasern
infolge der Faltwirkung der Nut zur Achse der . Lunte hin geführt werden,
während sie noch in Berührung mit der Oberfläche der vorhergehenden Walze
27 stehen. Der frühzeitige Eintritt der Lunte in die nächste Walze gewährleistet,
daß die Lunte völlig gef altet und die abstehenden Randfa-sern in die Lunte eingeschlossen
werden, wobei der Lunte eine genaue Rechteckform gegeben wird, welche einen gleichmäßigen
Faserzusammenhalt über den ganzen Luntenquerschnitt gewährleistet, bevor sie an
der Klemmstelle verdichtet wird. Bei den vorbekannten Bauarten mußte man an dieser
Stelle angeordnete Hilfsvorrichtungen verwenden oder der Lunte falschen oder Rückdraht
geben, um so die Fasern zu kontrollieren. Zum Falten muß die Ringnut in der Walze
3 1 natürlich schmaler sein als die Lunte, und hat eine Breite von etwa
6,25 mm bei einer Tiefe von
8 mm, wenn die Einrichtungen
mit den vorbeschriebenen Abmessungen verwendet werden, ohne Rücksicht darauf, ob
die Speisewalzen glatt oder mit einer Wulst versehen sind. Um dem Kräuselbestreben
der Fasern, wenn sie dem Zug der Streckwalzen 25 und 27
nicht mehr
ausgesetzt sind, entgegenzuwirken, kann man der Lunte eine etwas größere Speisegeschwindigkeit
durch die Kleramstelle der Ring- und Nutwalzen 31 und 33 als an der Klemmstelle
der vorhergehenden Streckwalzen -25 und 27 geben. Diese Geschwindigkeitssteigerung
dient lediglich dazu, die natürliche, auf das Strecken folgende Ausdehnung der wandernden
Lunte aufzunehmen, um sie gestreckt zu halten, dient jedoch nicht zum Strecken,
da ein weiteres Verstrecken im Anschluß an das zwischen den beiden ersten Walzenpaaren
bewirkte ' Verstrecken ahne Verlust an Gleichmäßigkeit nur vorgenommen werden
kann, nachdem die Lunte durch Falten und Verdichten für das nachfolgende Strecken
vorbereitet ist.
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Wenn man die Maßnahmen gemäß der Erfindung in einem einzigen Verfahren
über die Verwendung eines einzigen Paares von Nut-und Wulstwalzen hinaus anzuwenden
wünscht, so wird dasselbe Prinzip der verschiedenen Bewegungsgeschwindigkeit. an
ihren gegenüberliegenden, die Fasern erfassenden Flächen bei den zweiten Nut- und
Wulstwalzen angewendet, wobei der Nutboden 15 gewöhnlich langsamer angetrieben
wird als die gegenüberliegende Fläche der Wulst. Vorzugsweise wird der Mündung der
Nut, d. h. dem vollen Durchmesser besitzenden Teil der schrägen Seitenwände
1:2, durch Wahl des richtigen größten Durchmessers der genuteten Walzen angenähert
die gleiche Oberflächengeschwindigkeit wie die der Wulstwalze gegeben. Die verschiedene
Bewegungsgeschwindigkeit der gegenüberstehenden Arbeitsflächen der Nut- und Wulstwalzen
9, und i i sowie die Tiefe und Breite der Nut und die Steigung der Zähne
an der mit Ringwulst versehenen Walze werden der Stärke der Lunte und der besonderen
Art der zu streckenden Faser angepaßt; die allgemeine Regel ist, daß,
je feiner die Lunte ist, um so größer die Differentialgeschwindigkeit zwischen
dem Grunde der Nut und der gegenüberliegenden Fläche der mit Wulst versehenen Walze
i i sein soll. Wenn die Ringnutwalze durch Reibung getrieben wird, so findet sie
ihre eigene richtige Geschwindigkeit. Beispielsweise werden gute Ergebnisse erzielt
bei einer Lunte mit 3,5 bis 5,6 g pro Meter- in einer Nut von 1,25
cm Breite, wenn eine mit Ringwulst versehene Walze i i mit einem Durchmesser von
2,85 Cm eine Bewegungsgeschwindigkeit an ihrer Arbeitsfläche von
9 cm für jede Drehung dieser L' mit Ringwulst versehenen Walze hat, während
die gegenüberliegende Arbeitsfläche der einen Durchmesser von 2,2 cm besitzenden
Nut eine Oberflächengeschwindigkeit von 8,2 CM für jede Umdrehung
der mit Ring' wulst versehenen Walze besitzt; die Differentialgeschwindigkeit kann
entweder durch Kombination von Reibungswiderstand in Verbindung mit nicht zwangsläufigem
Reibtrieb oder durch das Verhältnis der Zahnräder 2 1 und :23 erreicht werden. In
manchen Fällen kann die Nut an einer oder mehreren der durch die Walzen
9, 3 1, 43 oder 5 1 eingenornmenen Stellungen völlig stillstehen.
Unter den durch die vorbeschriebenen Figuren gegebenen Verhältnissen arbeitet die
mit Ringnut versehene Walze 3 1, welche am Kopf der Nut wie vorher ausgebildet
ist und am Grunde der Nut einen Durchmesser von 1,9 cm hat, mit einer mit Ringwulst
versehenen Walze 33 mit einem Durchmesser von 2,5 cm zusammen, wobei
die beiden Walzen mit der gleichen Drehzahl angetrieben werden, so daß die Ringwulstwalze
mit einer Ges6liwindigkeit von 8 cm pro Umdrehung umläuft, während die gegenüberliegende,
das Arbeitsstück erfassende Fläche der Nut mit einer Geschwindigkeit von
6 cm pro Umdrehung läuft.
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Obwohl das in einer Maschinenstufe erreichbare Verzugmaß von dem im
Garn geforderten Gleichförmigkeitsgrade, dem Charakter der Faser und der Güte ihrer
Vorbereitung, der Stärke der Lunte und anderen bekannten Faktoren abhängt, kann
ein höchwertiges Vorgarn mit dem Streckwerk nach Fig. i und 2 erzielt werden, wenn
man einen Verzug von 3- bis 6facher Ausdehnung zwischen dem Speisewalzenpaar
14, 14a und dein Streckwalzenpaar 25, :27 vorsieht, wobei die mit Ringwulst versehene
Walze 33 1,04- bis i,o6mal schneller läuft als die Walzen 25 und
27. Zwischen den Walzenpaaren 3 1, 33 und 37, 39
kann eine weitere Streckung der Lunte von' 3- bis 6fachen vorgenommen werden.
Verzüge derselben Größenordnung werden bei dem Streckwerk nach Fig. 8 und
9, verwendet, so daß die vier dort vorgesehenen Streckungen eine höchste Ausdehnung
von mehr als dem 5oofachen ergeben können.
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Das zweite Streckwalzenpaar 37, 39 normaler Bauart, Einstellung
und Wirkungsweise ist in der vorbeschriebenen Weise derart angeordnet, daß die Lunte
eine im wesentlichen waagerechte Lage- von der Klemmstelle der zweiten Wulst- und
Nutwalzen zur Klemmstelle- dieses Streckwalzenpaares 37, 39
hat, was, wie
angegeben, die Aufgabe der Gewichtsbelastung vereinfacht. Die Streckung in dieser
Stufe geschieht wie vorher, d. h. entsprechend der gewünschten Gewichtsverm
' inderung. Hier sowohl als auch an andern
Stellen des Streckwerkes
wird das glatteste Vorgarn oder Garn erreicht, wenn die die Klemmstelle der Wulst-
und 2,-utwalzen verlassende Lunte die 2!,-"utwalze umschlingt, da: so die Ränder
der Lunte nicht dadurch ungleichmäßig werden können, daß sie in den an jeder Seite
befindlichen Spielraum zwischen der Ringwulst und der Ringnut hineingezogen werden.
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Weitere Paare von mit Ringnut und Ring' wulst versehenen Walzen 41,
43 und 49, 51 sind abwechselnd mit darauffolgenden Paaren normaler Streckwalzen
45, 47 und 53, 55 vorgesehen, und zwar in solcher Zahl, daß die Lunte auf
die erforderliche Feinheit bezüglich des Charakters der ursprünglichen Lunte und
der gewünschten Güte des Ergebnisses gebracht wird. Bei der in Fig. 1 und
?- veranschaulichten Ausführungsform sind vier Walzenpaare vorgesehen. Dies ist
jedoch nur beispielsweise geschehen.
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Im allgemeinen beträgt die Breite der Nu' ,
die Hälfte der Breite
der Nut der auf die erste Walze zunächst folgenden Walze, um die Lunte für jede
S-trecke zu falten; so beträgt die Breite der Nut in der Walze 43 3,2 mm
und die Breite der Nut in der Walze 51 1,6 mm. jede mit Ringnut versehene Walze
hat am Boden der Nut einen Durchmesser von etwa 75 1/" des Durchmessers ihrer
entsprechenden, mit kingwulst versehenen Walze.
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Die Lunte wird wie vorher um einen erheblichen Bogen der unteren Streckwalze
sowie der unmittelbar folgenden, mit Ringnut versehenen Walze hinter jeder Streckung
herumgeschlungen.
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Die beschriebenen Streckwerke können alle oder beliebige der verschiedenen,
gewöhnlich verwendeten Verfahren- oder Maschinenstufen zwischen dem Zeitpunkt, in
welchem die Lunte von der Karde austritt, bis zu dem Zeitpunkt der gewünschten Feinheit
ersetzen. Wenn sie für das ganze Verfahren verwendet werden, wie es in Fig.
8 und 9 veranschaulicht ist, wird die vom letzten Streckwalzenpaar
austretende Lunte verdreht und durch übliche Vorrichtungen, wie beispielsweise den
Läufer 57 am Ring 59, in der üblichen Weise auf eine auf einer Spindel
63 sitzende Spule 61 aufgewickelt.
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Da es erforderlich ist, daß die mit Ringwulst versehenen Walzen genau
den Ringnuten in ihren entsprechenden Nutwalzen gegenüberstehen, während letztere
notwendigerweise in ihren Walzenständern unter sehr beschränkter Endbewegungsfähigkeit
gehalten werden, sind Vorrichtungen vorgesehen zum Verbinden der Abschnitte der
mit Wulsten versehenen Walzen miteinander, so daß sie sämtlich gemeinsam von den
Zahnrädern 29 an einem Ende des Streckwerkes angetrieben werden, daß jedoch jeder
beliebige Walzenabschnitt axial eingestellt werden kann, um seine Lage in End7richtung
bezüglich der angrenzenden Abschnitte zu verändern.
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Da die mit Ringnuten versehenen Walzen oben angeordnet und
leicht zugänglich sind, kann irgendeine einfache oder normale Bauart eines ortsfesten
Putzbrettes, beispielsweise ein mit Schafleder bekleidetes Putzbrett, verwendet
m"erden, um die Walzen zu säubern, wie es bei den gewöhnlichen zylindrischen Oberwalzen
üblich ist.