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Aus einem Vorderwagen und einem einachsigen Hinterwagen bestehendes
Fahrzeug, insbesondere fahrbares Geschütz Die Erfindung bezieht sich auf solche
aus einem Vorderwagen und einem einachsigen Hinterwagen bestehenden Fahrzeuge, insbesondere
fahrbare Geschütze, bei denen der Fahrzeugrahmen des Hinterwagens (Lafette) an seinem
Beinen Ende entweder mittels eines leicht lösbaren Protzgelenks auf dem Vorderwagen
gelagert oder unabhängig vom Vorderwagen ,auf dem Erdboden abgestützt werden kann.
Die Erfindung bezweckt, die Anordnung so zu treffen, daß der- sein Geschützrohr,
Beinen Scheinwerfer ioder ein sonstiges schweres Gerät trag=ende Fahrzeugrahmen
des Hinterwagens an seinem auf dem Vorderwa.g:en zu lagernden Ende mittels einer
Winde leicht und bequem, vom Erdboden bis in die Fahrstellung angehoben werden kann,
ohne daP> der Vorderwagen eine von der üblichen Bauart abweichende Ausbildung zu
erhalten braucht, so daß der Vorderwagen auch bei anderen Fahrzeugen zur Abstützung
des Fahrzeugrahmens des Hinterwagens verwendbar bleibt. Zu diesem Zweck ist der
Erfindung gemäß der eine Teil des Protzgele;nks am freien. Ende einer am Fahrzeugrahmen
des Hinterwagens angelenkten, in der Höhenrichtu-ng beweglichen an sich bekannten
Schwinge angeordnet und zwischen die Schwinge und den Fahrzeugrahmen eine Winde
eingeschaltet, mittels deren der auf dem Erdboden ruhende Fahrzeugrahmen, wenn die
Schwinge im Protzgelenk auf dem Vorderwagen abgestützt ist, bis in die Fahrstellung
.angehoben werden kann. Zur Entlastung der Winde von den beim Fahren auftretenden
Stößen wird zweckmäßig noch ein Riegelgesperre vorgesehen, durch das die Schwinge
in der Wüikellage, die sie bei der Fahrstellung gegenüber dem. Fahrzeugrahmen einnimmt,
unabhängig von der Winde gegenüber dem Fahrzeugrahmen feststellbar ist.
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Eine mit einer Protzöse versehene Schwinge am Fahrzeugrahmen eines
Hinteiivagens anzuordnen, ist bereits bei zweiachsigen Hinterwagen bekannt. Die
Schwinge steht hier unter der Wirkung einer auf dem Fahrzeugrahmen abgestützten
Feder, für die an einer an der Schwinge gelenkig befestigten Zugstange ein verstellbares
Widerlager vorgesehen ist. Durch die Verstellung dieses Widerlag,ers soll erreicht
werden, daß lein Teil der Belastung des Hinterwagens in willkürlich regelbarer Weise
im Protzgele;nk auf den Vorderwagen übertragen werden kann. Es sind auch bereits
einachsige Hinterwagen (Geschützlafetten) bekannt, bei denen der Fahrzeugrahmen
auf
den Erdboden niedergelassen werden kann, die Radachse des Hinterwagens einen sich
in der Fahrtrichtung erstreckenden, mit dem Fahrzeugrahmen in gelenkiget_: Verbindung
stehenden Arm trägt und ziv-i;H= sehen diesen Arm und den Fahrzeugrahmen; eine Räderwinde
eingeschaltet ist, mittels deren der auf den Erdboden niedergelassene Rahmenangehoben
werden kann. Ferner sind bereits Geschützlafetten bekannt, die mit einer am Lafettenschwanz
angelenkten, mit einer Protzöse versehenen Schwinge versehen sind. Diese ist am
Lafettenschwanz durch ein Riegelgesperre in zwei verschiedenen Höhenlagen feststellbar
und dient in der einen Höhenlage als Richtbaum und in der anderen Höhenlage als
Kuppelstange zwischen der aufgeprotzten Lafette und der Protze. Eine Winde ist hier
nicht vorgesehen.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i ?eine Seitenansicht des beispielsweise als fahrbares
Geschütz gedachten Fahrzeuges iai der Fahrstellung, Abb.2 das Fahrzeug in der gleichen
Seitenansicht wie Abb. i bei anderer Stellung der einzelnen Teile, Abb. 3 eine Oberansicht
des im rechten Teil der Abb. i dargestellten Fahrzeugteils und in c- ößerem
Maßstahe r Abb. q. Beinen Schnitt nach Linie q.-q. der Abb.3, von links gesehen.
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A bezeichnet den Fahrzeugrahmen des Hinterwagens oder der Lafette,
der an seinem einen Ende mit dauernd mit ihm in Verbindung bleibenden Rädern B versehen
ist. Das andere Ende des Fahrzeugrahmens A kann entweder unter Vermittlung eines
an ihm angelenkten tellerförmigen Fußstückes C auf dem Erdboden abgestützt oder
unter Vermittlung ;einer am Fahrzeugrahmen angelenkten, in der Höhenrichtung beweglichen
Schwinge D auf :einem als Protze gedachten eilachsigen Vorderwagen E gelagert werden.
Die Schwinge D', die den Fahrzeugrahmen gabelförmig umfaßt und mit diesem durch
Gielie;nkzapfendi verbLulden ist, bildet an ihrem freien Ende Beine Protzösed2.
Diese paßt auf einen Protznagel f 1, der das freie Ende eines auf- und niederklappbar
am Gestell des Fahrgestells E angeordneten Armes F bildet. Die Achse des Klappgelenks
liegt in der Längsrichtung des Fahrgestells E. In seiner aufrechten Stellung ist
der Arm F in nicht dargestellter Weise feststellbar.
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An der Schwinge D ist eine Winde gelagert, die mit einer Trommel G
und einer auf diese aufwickelbaren Kette H versehen ist. Die Kette H ist ,an ihrem
freien Ende mit einer öse versehen, die in :einen am Fahrzeugrahm.en A sitzenden
Haken a1 eingelegt werden kann. Zum Antrieb der Trömmel G dient eine mit zwei Handkurbeln
J1 versehene ep !reIle J, die mit der Trommel G durch ein @n @elrädergetriebe I<
und ein Schneckenieetebe L verbunden ist. An jedem der bei-,>n Gabelarme der Schwinge
D ist noch ein mit einem Handgriff m' versehener Verriegelungsbolzen M vorgesehen,
der mit zwei am Fahrzeugrahmen A übereinander ,angeordneten ösona2 in Eingriff treten
kann, so daß die Schwinge D in zwei verschiedenen Stellungen gegenüber dem Fahrzeugrahmen
festgelegt werden kann. Wenn der Fahrzeugrahmen A, wie Abb.2 zeigt, auf den Erdboden
niedergelassen ist und die Bolzen M in die oberen ös:ena2 eingreifen, liegt die
Schwinge D noch so hoch über dem Boden, daß eine Verschmutzung der Protzöse d2 nicht
zu befürchten ist.
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Bei der Schilderung der Benutzungsweise des beschriebenen Fahrzeuges
soll von der zuletzt genannten Stellung des Fahrzeugrahmens A ausgegangen werden,
die dieser bei der Gebrauchsstellung des von ihm getragenen Geräts .einnimmt. Zum
Übergang von dieser in Abb.2 veranschaulichten Stellung in die in Abb. i veranschaulichte
Fahrstellung wird zunächst, falls erforderlich, von der Trommel Q durch Drehen der
Kurbelwelle J ein hinreichend langes Kettenstück ,abgewickelt. Sodann wird nach
Herausziehen der Verriegelungsbolzen M die Schwinge -D bei @eingelakt bleibender
Kette Il in eine Höhenlage geschwenkt, bei der der Protznagel f1 des nötigenfalls
vorher in seine aufrechte Lage aufgeklappten Armes F des Vorderwagens E zum Eingriff
in die Protzösed2 der Schwinge gebracht werden kann. Nachdem dies, wie in Abb. 2
veranschaulicht, geschehen ist, wird die Kurbelwelle J @ 'im Sinne des Aufwickelns
der Kette H gedreht. Hierbei ändert sich stetig die Winkelstellung, die die SchwingeD
gegenüber dem Fahrzeugrahmen A einnimmt, bis schließlich di..-Verriegelungsbolzen
M in gleiche Höhenlage mit deti unteren ösena2 gekommen sind, mit denen man dann
die Verriegelungsbolzen in Eingriff bringt. Während sich die Winkelstellung der
Schwinge D gegenüber dem FahrzeugrahmenA, wie beschrieben, änderte, hat sich der
ursprünglich gemäß Abb.2 schräg stehende Arm F des Vorderwagens E in die Stellung
nach Abb. i aufgerichtet, wobei 11 der Regel gleichzeitig der Vorderwagen E auf
seinen Rädern etwas näher an den Fahrzeugrahmaen A heranrollt. Damit ist die Fahrstellung
hergestellt. Der Übergang aus der Fahrstellung in die Stellung nach Abb.2 vollzieht
sich entsprechend in umgekehrter Weise und bedarf keiner Erläuterung.
Bei
dem beschriebenen Fahrzeug sind alle Zubehörteile, die zum Anheben des. Fahrzeugrahmens
des Hinterwagens vom Erdboden dienen, am Hinterwagen angeordnet. Der Vorderwagen
E kann also eine Bauart erhalten, die ihn auch bei Fahrzeugen anderer Art zur Abstützung
des Fahrzeugrahmens des Hinterwagens verwendbar macht.