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Als Fingerhandschuh und als Fausthandschuh zu tragender Handschuh
Die Erfindung betrifft einen als Fingerhandschuh und als Fausthandschuh zu tragenden
Handschuh, insbesondere für Flieger.
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Es sind Handschuhe bekannt, bei denen in Verbindung mit dem das Handgelenk
umschließenden Teil Taschen @o. dgl. vorgesehen sind, die als Fingerhandschuh geformt
und gebraucht werden. Diese Handschuhe haben aber den Nachteil, daß die Hand beim
überschlupfen aus dem einen in den anderen Teil stets vollständig aus demselben
herausgezogen werden muß. Die in dem Handschuh angespeich.erte Körperwärme kann
dabei .entweichen. Weiterhin kann dabei Feuchtigkeit von außen her in den Handschuh
eindringen. Bei den bekannten Handschuhen ist ferner der den Fausthandschuh bildende
Teil bei Nichtbenutzung zurückgeschlagen; in diesem Zustande füllt er sich, insbesondere
in den Falten, mit Regenwasser, Schneeflocken o. dgl., welch letztere sich mit der
Zeit zusammenballen und zusammenfrieren. Die Hände werden dann steif, so daß sie
im Bedarfsfalle gar nicht über die Fingerhandschuhe gestülpt werden können. Das
in der Tasche angesammelte Wasser und Eis wird dabei über den Fingerhandschuh ergossen,
der infolgedessen in der Tasche einfriert, statt von derselben erwärmt zu werden.
Dabei versagt der Verschluß noch sehr oft, und auch sonst schließt die Tasche in
der Naht nicht gut, so daß die Tasche ihren-Zweck nur schlecht oder überhaupt nicht
erfüllt. Das dabei in der behandschuhten Hand auftretende F-,uchtigkeitsgefühl ist
sehr unangenehm und beeinträchtigt die Bewegungsfertigkeit. Diese Nachteile sollen
nach der Erfindung dadurch behoben werden, daß die zwei Handschuhe gemeinsam mit
dem das Handgelenk umschließenden schlauchförmigen Teil so verbunden sind, daß sie
einen gemeinsamen wärmeschützenden Raum bilden, so daß beim Überschlupfen der Hand
aus einem in den anderen Handschuh der das Handgelenk umschließende schlauchförmige
Teil nicht abgestreift zu werden braucht. Weiterhin besteht die Erfindung darin,
daß der schlauchförmige Teil mit einem ständig zugeschnallten Riemen und einem weiteren
beim -Cherschlupfen, zu lüftenden Riemen versehen ist, und daß der Lüftriem,en in
einer keilförmigen Spalte festlegbar ist, die von der Zinke einer am Handschuhangeordneten
doppelzinkigen Gabel und dem Handschuhleder selbst gebildet ist.
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Durch diese Ausbildung des Handschuhes wird der Vorteil erzielt, daß
die in den Handschuh gesteckte Hand vollkommen trokken bleibt, auch beim Überschlupfen
in den Fausthandschuh nach längerer Benutzung des Fingerhandschuhes kein unangenehmes
Feuchtigk eitsgefühl auftritt und der Handschuh immer bereit zur Benutzung ist.
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Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
dar= gestellt.
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Abb. t zeigt die Ansicht auf die Handinnenfiäche und Abb. a die Seitenansicht.
In Abb. 3 ist ein leichter Fingerhandschuh, in Abb. 4. wiederum der Fausthandschuh
gezeigt. Abb. 5-zeigt im Schnitt das Handschuhfutter, und in Abb. 6 und ; sind die
zur Befestigung des ganzen Handschuhes bzw. des nicht angezog,enen
Handschuhteiles
dienenden Riemen Leid Schnallen dargestellt.
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Mit i ist der ,aus entsprechend festem Leder bestehende Fingerhandschuh
bezeichnet. Der innen mit Lammfell und außen zeithaarigem Pelzwerk zum Schutz gegen
KätL 4' gefütterte Fausthandschuh ist mit 2 bezeich@4' nnet. Beide Teile i und 2
sind mit dem das Handgelenk umschließenden schlauchartigen Teil 3 verbunden. Über
dem Handgelenk ist der Handschuh mit dem Riemen 4 befestigt. Unterhalb des Handgelenkes
ist ein Riemen 5 und eine doppelzinkige Gabel 8 angeordnet, mit denen der nicht
benutzte Handschuhteil i .oder 2 festgelegt wird, so daß @er nicht hindert. Das
Futter 7 ist nur teilweise an den Handschuh angenäht, so daß :es sich zu einer Tasche
9 verschieben kann.
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Soll der Flieger mit den Fingern arbeiten, so zieht er den Handschuh
als Fingerhandschuh in der in Abh. 3 dargestellten Weise an. Will er dann, z. B.
beim Aufstieg in größere Höhen :oder bei sonstigem plötzlichen Temperaturabfall,
den wärmenden Fausthandschuh 2 über die Finger ziehen, so @erfaßt @er den Fingerhandschuh
i mit der anderen Hand. Mit einem Ruck bewirkt er, daß sich das Futter 7 zu einer
Tasche 9 zusammenschiebt, die das Herausrutschen der Hand aus .dem Handschuh verhindert.
Dann geht die Hand in den Fausthandschuh 2 und - der. Fingerhandschuh i wird an
den das Handgelenk umschließenden Teil 3 angekippt und festgeschnallt.
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Gewöhnlich wird der Handschuh gemäß Abb. 4 getragen. Die Hand steckt
in diesem Falle in dem mit Fingern versehenen Handschuhteil i, der aus widerstandsfähigem
Stoff gefertigt ist. Dabei ist der Handschuhoberhalb des Handgelenkes mit dem Riemen
4 befestigt. Der Fausthandschuh 2 ist gegen den 'das Handgelenk umschließenden Teil.
gelegt und wird hier von dem Riemen 5 gehalten.
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Bei plötzlichem Kälteeinbruch erfaßt der Flieger die Fingerspitzen
des Fingerhandschuhes i mit der anderen Hand, und mit einem Ruck dieser zieht @er
den Fausthandschuh 2 über die Finger, ohne den das Handgelenk umschließenden Teil
3 zu lockern. Er ballt die in dem Handschuh steckende Hand zur Faust, und mit :einem
zur Hand senkrechten Ruck der anderen Hand schiebt er das Handschuhfutter 7 der
ersteren zusammen, so daß es :eine Tasche 9 bildet. Die Tiefe dieser Tasche ist
das Maß der Ver#sclv:ehung. Derart gelangt die Faust unter die baumennaht und liegt
bereits im Raume des Fausthandschuhes ' 2. Durch Öffnen der Faust schlüpfen nun
die Finger in diesen, der auf diese Weise auf die Hand aufgezogen wird.
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Der von der Hand abgezogene Fingerhands9huh i wird mit dem Riemen
5 an dem das Handgelenk umschließenden Teil 3 festgelegt rund wärmt hier gleichzeitig
das Handgelenk, 'ohne dabei hinderlich zu sein. Um das Festlegen des Riemens 5 mit
deinem einzigen Handgriff der schwer behandschuhten Hand zu ermöglichen, ist an
der Seitennaht des das Handgelenk umschließenden Teiles 3 eine mit ihrem Fuße in
die Handschuhnaht fest eingenähte doppelzinkige Gabel 8 vorgesehen, deren jede Zinke
mit dem Handschuhstoff einen keilförmigen Spalt bildet, in dem der Riemen durch
Einschieben verkeilt, d. h. befestigt wird. Das Überschlupfen der Hand aus dem Fausthandschuh
in den Fingerhandschuh wird ähnlich umgekehrt vorgenommen.
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Der, besondere Vorteil des Handschuhes gemäß Erfindung besteht darin,
daß derselbe Handschuh abwechselnd als leichter Fingerhandschuh und als schwerer,
warmer Fausthandschuh verwendet werden kann, ,ohne daß beim Wechseln der das Handgelenk
innschließend-, Teil von der Hand abgezogen zu werden braucht, so daß die beispielsweise
das Steuer führende Hand dieses kaum zu verlassen braucht. Weiterhin ist die Sicherung
des zeitweise unbenutzten Handschuhes i :oder 2 so ausgeführt, daß diese rasch und
verläßlich vor sich geht und der unbenutzte Teil in gesicherter Lage auch zum Wärmeschutz
beiträgt.