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Spritzpresse für wärmebeständige plastische Massen Bei den Spritzpressen
für plastische Jlasseil, die aus einem Spritztopf, einem Spritzkolben und einer
mindestens zweiteiligen Form bestehen. sind folgende Vorgänge zu unterscheiden:
i. Zusammenführen von Topf und Form: 2. Abdichtung von Topf gegen Form; 3. Abdichtung
der Formteile gegeneinander; .4. Spritzen der hasse durch den Kolben aus dem Topf
in die Form, hierbei 5. Druckaufnahme am Topf; 6. Druckaufnahme an der Form: 7.
Abheben des Topfes von der Form: B. Zurückziehen des Kolbens aus dem Topf: g. Ausstoßen
des Formstücks.
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Bei diesen Vorgängen treten folgende 'Mängel auf: Die Afasse entweicht
zwischen der Austrittsöffnung des Spritztopfs und der Einführungsöffnung der Form,
ferner zwischen den Fugen der zweiteiligen Form wegen ungenügender Abdichtung. Diese
Mängel kommen bereits beim Verarbeiten von plastischen 'Massen vor. die schon bei
niedrigen Temperaturen leichtflüssig werden. wie z. B. die Celluloseacetate, und
bei Herstellung verhältnismäßig kleiner Stücke im Gewicht von einigen Gramm. Sollen
wärmebeständige plastische Massen verarbeitet und größere Stücke hergestellt «-erden.
so sind große Kräfte zum Spritzen nötig. Hierdurch vers 'irken sich die erwähnten
Män-el, auch reit ' 21 chen die von Hand bewegten Vorrichtungen nicht mehr
aus. Dazu kommt, daß dann am Spritztopf und an der Form während des Spritzvorganges
große Kräfte aufzunehmen sind. Auch das Herausziehen des Spritzkolbens aus dem Topf
wird schwierig, weil leicht lfasseteilchen zwischen Kolben und Topf eindringen'
und die Reibung vermehren.
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Zum Überwinden dieser Schwierigkeiten sind zwar verschiedene Vorschläge
gemacht worden, diese waren aber nicht völlig ausreichend. Ein Nachteil der bekannten
Vorrichtungen besteht darin, daß die Formen waagerecht geteilt sind. Gegen Ende
des Spritzvorgangs treten Gegenkräfte auf, die auf Offnen der Formteile hinwirken.-
Ist die Anordnung so getroffen. daß der Oberteil der Form sofort nach dem Einspritzen
abgehoben wird, so sind die geformten Stücke noch nicht genügend fest, da sie infolge
ihrer größeren Masse und höheren Temperatur nicht sofort erstarren, so daß sie beim
Offnen der Forin beschädigt werden. Es ist ferner vorgeschlagen worden; alle Bewegungen
der Spritzvorrichtung von einer durch einen Elektromotor angetriebenen Kurbel abzuleiten,
die mit Hilfe einer Kurbelstange Topf und Kolben auf und ab bewegt. Der Topf legt
sich vor dein Einspritzen gegen starre Anschläge, voll denen der auf die Oberfläche
der 3,lasse durch den Kolben ausgeübte Druck aufgefangen wird. Es fehlt hier also
eine Anordnung, um die Abdichtung zwischen Topf und Fotm sowie zwischen den Formteilen
zu bewirken. Da überdies der Spritzvorgang bei den nicht ganz leichtflüssigen :fassen
und bei größeren :Mengen eine gewisse Zeit in Anspruch
nimmt, die
Kurbel aber durch den Motor sehr schnell hin und her bewegt wird, so bleibt das
Getriebe leicht stecken. Ein anderer Vorschlag, bei dem sich der Topf ebenfalls
wiihrend des Spritzens gegen starre Anschläge legt, sucht die geschilderten Srhtwieri@=keiten
dadurch zu überwinden, dab die Formteile durch eine besondere Feder zusammengedrückt
werden. Die Ausführung einer solchen Feder für einen Gegendruck von z. B. 15
ooo oder 2o ooo kg, wie er bei solchen Vorrichtungen auftreten kann. ist aber sehr
umständlich und kostspielig, wenn überhaupt möglich. Ferner hat man versucht, die
beschriebenen Schwierigkeiten dadurch zu überwinden, daß der Topf nach beiden Richtungen
unbeweglich befestigt ist. In diesem Fall ist es erforderlich, zwei getrennte Vorrichtungen
vorzusehen, von denen die eine den eigentlichen Spritzvorgang bewirkt, d. h. den
Kolben in den Topf drückt und ihn auch zurückzieht, die andere aber die erwähnten
--'#bdich-'tungen bewirkt und den Gegendruck an der Form während des Spritzens aufnimmt.
Bei einer bekannten Vorrichtung, die allerdings nicht dem endgültigen Verformen
durch Spritzen, sondern nur dem Füllen von Formen dienen soll, die nachher unter
einer besonderen Presse zusammengedrückt «-erden, sind zwei besondere hydraulische
Pressen vorgesehen. Hierdurch wird der Aufbau der ganzen Vorrichtung verwickelt
und kostspielig und ihre Bedienung verlangsamt und erschwert. Auch eine andere bekannte
Vorrichtung, bei der ebenfalls der Topf starr eingespannt ist, hat zwei getrennte
hydraulische Pressen. Die Erfindung wird hier darin gesehen, daß zum Abdichten der
Formteile besondere Druckfedern vorgesehen sind. Diese Federn sind aber überflüssig,
@v eng nur die untere Presse genügend stark gewählt wird. Schließlich ist noch ein
anderer Vorschlag bekanntgeworden, bei dem der Topf starr eingespannt ist. Hierbei
wird das Eindrücken des Kolbens in den Topf und das Zurückziehen durch eine Luftdruckpresse
bewirkt, die --1#bdichtungen .und die Aufnahme des Gegendrucks aber durch eine Kniehebelanordnung,
die mit Hilfe eines Hebels von Hand bewegt -wird. Da diese Anordnung aber zur Aufnahme
der nötigen Kräfte nicht ausreicht. ist eine Riegelvorrichtung für den Handhebel
vorgesehen.
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-Nach einem früheren Vorschlag sollen diese Schwierigkeiten dadurch
vermieden und wärmebeständil;e plastische 'lassen zu großen Stücken in einfacher
und sicherer Weise in der Weise verformt werden, daß die Spritzform nicht waagerecht,
sondern lotrecht geteilt und in einem keheligen Rahmen zusamtnengehalten -wird,
-während der Topf nach beiden Richtungen frei beweglich aufgehängt ist, so daß der
durch den Kolben auf die blasse im Topf ausgeübte Druck gleichzeitig zum Abdichten
zwischen Topf und Form sowie zwischen den Formteilen in sehr wirksamer Weise ausgenutzt
wird. Hierbei werden nicht nur die Bewegungen des Kolbens während dc°s eigentlichen
Spritzvorgangs, sondern auch alle anderen Bewegungen durch die hydraulische Presse
bewirkt, wodurch ein großer '-'erbrauch an Druckwasser und eine verhältnismäßig
lange Bedienungszeit erforderlich wird.
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Gemäß der Erfindung wird nun ein billiger und einfacher Aufbau der
Spritzpresse, ein schnelles Arbeiten und dessen Verbilligung -infolge Verminderung
des Druckwasserverbrauchs bei sonst gleicher Leistung dadurch erreicht, daß die
hydraulische Presse während des Spritzens gleichzeitig das Abdichten. zwischen Spritztopf
und Form sowie zwischen den Formteilen bewirkt, indem der Spritztopf in beiden Richtungen
beweglich aufgehängt ist und der Kolben in seiner Endlage dadurch festgelegt ist,
daß der Kurbeltrieb durch die Presse gegen einen festen Anschlag einige Grade hinter
seinem Totpunkt gedrückt wird.
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Alle Leerbewegungen lassen sich bei dieser Anordnung sehr. schnell
durch die Hand-. Kurbel ausführen. Es sind dies: Aufsetzen des Topfes auf die Form,
Heranführen des Kolbens an den Topf, ferner Herausziehen des Kolbens aus dem Topf,
Abheben des Topfes von der Form. Nur für den Spritzvorgang wird die livdraulische
Presse in Tätigkeit gesetzt, so daß ein sehr geringer Verbrauch der teuren Druckflüssigkeit
stattfindet.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung veranschaulicht, und zwar zeigt
Abb. i teils eine Seitenansicht, teils einen Schnitt, Abb. z teils einen Ouerschnitt,
teils die Oberansicht und Abb.3 verschiedene lotrechte Schnitte. Die Spritzpresse
hat in ihrem oberen Teil eine Kurbel i, die auch durch ein Exzenter ersetzt werden
kann. Die Kurbel wird durch ein Armkreuz a bewegt, dessen einer Arm das nicht dargestellte
Gegengewicht zum Ausgleich des Gewichts von Kurbel und Gestänge trägt. Die Kurbel
i überträgt durch die Kurbelstange 3 ihre Bewegung auf das Führungsstück 5. Das
untere Ende der Stange ist als Kugel 4 ausgebildet, um die- verhältnismäßig großen
Kräfte, die gegen den Stangenkopf -wirken, gut aufnehmen zu können. Das Führungsstück
trägt unten den Spritzkolben G, der durch eine Schraube 7 befestigt ist und ausgewechselt
werden kann. Zwei Laschen oder Ansätze 8, die sich am oberen Rande des Führungsstückes
5 befinden, nehmen die Tragbolzen 9 auf, die in den Laschen durch die Muttern io
befestigt sind und in ihrer Höhentage
verstellt «-erden können.
Die Bolzen 9 gehen durch zwei seitlich am Spritztopf Il angebrachte Bohrungen und
haben Köpfe 12 als Träger und Anschläge für den Spritztopf. aber so, daß sich der
Topf gegenüber dem Kolben und der Form frei verschieben kann. Das Führungsstück
5 bewegt sich in der Führung 13 auf und ab. an deren unterem Rand zwei verstellbare
Anschläge 14 angebracht sind. Diese bezwecken, Gien Topf i l gegenüber dem Kolben
6 zurückzuhalten, wenn bei der Rückbewegung der Kolben im Topf hängenbleiben sollte.
Der obere Teil der Spritzpresse ist in Abb.3 links in ihrer tiefsten, rechts in
ihrer höchsten Stellung dargestellt. Der untere Teil der Vorrichtung enthält die
hydraulische Presse. die in ihrer Höhenlage verstellbar ist. um Formen verschiedener
Höhe aufnehmen zu können. Diese besteht aus dem Zylinder 15 und dem Kolben 16. Der
Kolben enthält den mit Spannuten für die Formen versehenen Tisch 17 und den aus-Zahnrad
i ä und Zahnstange 19 bestehenden Auswerfer, der durch einen Hebel oder ein Handrad
2o, das auf der Achse des Zahnrads befestigt ist, aufwärts und abwärts bewegt werden
kann. Die auf dem Pressentisch befestigten Formen sind in einer Ebene parallel zur
lotrechten Achse der Spritzpresse geteilt und werden durch einen keilförmig ausgebildeten
Rahmen zusammengehalten. Der Zylinder 15 ist außen mit den Gewinden 21 und 22 versehen
und wird durch .die zugehörigen'Muttern 23 und 24 in dein Tragstück 25 befestigt.
Durch ''erstellen der 'Muttern kann die Höhenlage der Presse verändert werden. Das
Tragstück 25 ruht mit seinen Füßen auf der Bodenplatte oder dem Boden auf. Der Zylinder
ist oben durch den am Ge= stell befestigten Ring 26, unten durch die am Zvlinder_befestigte
Buchse 27 geführt. Der Tisch ist gegen den Zylinder, durch einen Bolzen 23, der
Zylinder gegen das Tragstück 25 durch den Keil 29 gegen Drehung gesichert.
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Damit trotz der Verstellbarkeit des Zylinders die Zuführung der Druckflüssigkeit
durch ein festes Rohr erfolgen kann, ist am Ende des Zylinders die Stopfluchse 3o
angebracht, die das feste Rohr 31 gegen den Zylinder 15 abdichtet. ' Damit der Preßkolben
6 in seiner Endlage festgelegt und zur Aufnahme des Gegendrucks fähig ist und damit
die Kurbel nicht durch den Pressendruck zurückschlägt, ist ein Anschlag 32 so angebracht,
claß die Kurbel sich einige Grade hinter ihrem unteren Totpunkt einstellen kann,
bevor der Pressendruck wirkt.
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Da der Spritztopf i i sich bisweilen vorzeitig von dem Stenipel6 löst,
bevor er auf die Anschläge 14. auftrifft und dann hart auf die Oberseite der Form
oder die Anschläge 12 aufschlägt, können zwischen Anschläge 12 und den Topf die
Federn 33, zwischen Topf und Stangenoberteil 9 die Federn 3.4 eingeschaltet werden.
Diese dienen aber nur als Puffer- und Dämpfungs-, nicht aber als Druckfedern.