DE65252C - Ueberfall-Wehrklappe - Google Patents
Ueberfall-WehrklappeInfo
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Classifications
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E02—HYDRAULIC ENGINEERING; FOUNDATIONS; SOIL SHIFTING
- E02B—HYDRAULIC ENGINEERING
- E02B7/00—Barrages or weirs; Layout, construction, methods of, or devices for, making same
- E02B7/20—Movable barrages; Lock or dry-dock gates
- E02B7/205—Barrages controlled by the variations of the water level; automatically functioning barrages
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 84: Wasserbau.
J. HEYN in STETTIN. Ueberfall-Wehrklappe.
Die um horizontale Achsen drehbaren Wehrklappen werden bisher meistens durch
Vermittelung des Oberwassers bewegt, das auf mit der Klappe verbundene Flügel wirkt.
Eine solche Einrichtung ist aber sehr complicirt, wirkt nicht zuverlässig, hält nicht
wasserdicht und ist vor allem immer von einem bestimmten Stande des Oberwassers abhängig.
Vielfach ist man auch gezwungen, bei solchen Anlagen behufs Aufrichtens der Wehrklappe sich auf den Wehrrücken zu begeben,
was nicht nur zeitraubend und umständlich sondern auch gefährlich werden kann.
Zur Vermeidung dieser Uebelstä'nde wird nach vorliegender Erfindung der eine oder
auch beide Zapfen der Wehrklappe über die Seitenwandung der Wehrkammer hinaus'verlängert
und mit einem Hebel, einem Rade oder einer sonstigen Vorrichtung verbunden, welche es ermöglicht, die Klappe durch eine
äufsere Kraft zu drehen. Diese Einrichtung 'gestattet, die auf die Klappe wirkende Kraft
derart zu bemessen und zu regeln, dafs die Klappe sich bei einem bestimmten Stande des
Oberwassers selbstthätig niederlegt, wie dies im weiteren Verlauf der Beschreibung auseinandergesetzt
werden wird. Auf der Zeichnung stellt Fig. ι den Längenschnitt einer
solchen Wehrklappe vom Oberwasser aus gesehen dar. Fig. 2 ist ein Querschnitt durch
die Wehrklappe. Die Fig. 3 bis 7 zeigen Abarten derselben.
In Fig. ι und 2 ist die Wehrklappe b mit einer holen Welle α verbunden, welche an genügend
vielen Stellen durch Rollenlager χ gestützt wird und mit beiden Enden durch die
Seitenwandungen H und J der Wehrkammer reicht, woselbst sie bei K, beispielsweise mittelst
U - förmiger Lederringe abgedichtet ist. Die Rollen χ sind in einem Gehäuse y gelagert,
das in den. Wehrrücken eingelassen ist, quer durch die Wehrkammer reicht und dessen
Inneres mittelst Dichtungen c und \, Fig. 2,
gegen das Ober- bezw. Unterwasser abgedichtet ist. Diese Dichtungen legen sich an den Umfang
der Welle α an und verhindern, dafs Unreinlichkeiten in das Gehäuse^ dringen und
an die Lager gelangen können. Die aufserhalb der Wehrkammer befindlichen Enden
der Welle sind mit Hebeln m verbunden, auf welchen Schienen 0 für die Laufräder η verstellbarer
Gegengewichte P angebracht sind. Diese Gegengewichte können je nach der Gröfse der Wehrklappen entweder von Hand
oder durch ein Getriebe, beispielsweise Zahnstangen mit Räderwerk, Schraube, Kette oder
dergleichen, auf den Hebeln m verschoben und in verschiedenen Lagen eingestellt werden, wie
in Fig. 2 bei P1 P2 und P3 punktirt angegeben.
Die durch die geometrische Achse der Welle α gehende, normal zur Klappe b stehende Ebene
theilt die Klappe in zwei Schenkel d e und ef, Fig. 2, von denen der erstere als oberer, ·
der zweite als unterer Klappenschenkel bezeichnet werden kann. In Fig. 2 ist der untere
Klappenschenkel ef so klein, dafs der Mittelpunkt des Wasserdrucks beim normalen Stand
r s des Oberwasserspiegels etwa in Richtung des Pfeiles I fällt. Dieser Wasserdruck wirkt,
ebenso wie das Gewicht der Klappe b, auf Niederlegung derselben. Diesen Kräften wird
Gleichgewicht gehalten durch die in die Lage P1,
Fig. 2, gebrachten, auf die Hebel m wirkenden Gegengewichte, welche· also die Klappe aufgerichtet,
geschlossen halten, auch selbst wenn der Oberwasserspiegel etwa bis zur Linie p-q
über den normalen Stand rs ansteigen würde;
die Klappe befindet sich also dann im stabilen Gleichgewicht. Etwa in der Lage P2, Fig. 2,
werden die Gegengewichte bei normalem Unterwasserspiegel tu und normalem Oberwasserspiegel
r s die Wehrklappe gerade noch geschlossen halten können. Sobald aber der.
obere Wasserspiegel nur um ein Geringes sich hebt, wird die Wehrklappe sich sofort senken
und selbstthätig umkippen, so dafs das zuviel vorhandene Wasser abfliefst.
Hebt der Unterwasserspiegel sich etwa bis zur Linie v-n>, so tritt ein nach oben auf die
Klappe b wirkender Wasserdruck auf, und es kann dann erforderlich sein, infolge des Eigengewichtes
der Hebel m und der Reibungswiderstände die Gewichte in die Lage P3 zu
bringen, d. h. auf die linke Seite der Welle a, so dafs sie also in gleichem Sinne wie der
vom Oberwasser herrührende Druck wirken. Ist ein solches Ansteigen des Unterwassers
nicht zu befürchten, so ist es überflüssig, die Hebel m nach der linken Seite , der Welle α zu
verlängern, denn in diesem Falle können nur die Stellungen P1 und P2 in Betracht kommen.
In jedem Falle kann man aber durch Vermittelung der verschiebbaren Gegengewichte
die Klappe sehr empfindlich einstellen, derart, dafs sie sich stets selbstthätig niederlegt, wenn
der Oberwasserspiegel eine bestimmte Höhe übersteigt. Ferner ermöglichen die Hebel in
zu jeder Zeit eine schnelle Niederlegung oder Aufrichtung der Klappe, ganz unabhängig von
dem Stande des Ober- oder Unterwassers. Anstatt durch Hebel kann man auch mittelst Räder,
welche auf der Achse angebracht sind, oder Kettenscheiben u. dergl. die Klappe bethätigen.
Unter Umständen ist die selbstthätige Bewegung der Klappe nicht erforderlich und dienen
dann die Hebel, Räder oder dergleichen nur zur Bewegung bezw. Feststellung der Klappe
in bestimmter Lage.
Das kanalartige ■ Gehäuse y ist nach Fig. 1
an seinem rechten Ende durch ein Rohr mit dem Oberwasser und an seinem linken Ende
gleichfalls durch ein Rohr mit dem Unterwasser verbunden, das bei C, Fig. 2, mündet, so
•dafs man durch Oeffnung der Klappen oder Ventile A und B das Oberwasser durch das
Gehäuse y leiten und dasselbe, sowie die Lager χ ausspülen kann. Mittelst einer Pumpe D
kann hierbei das Gehäusey entleert werden. Das Gehäuse y kann ferner dazu benutzt werden,
um die Lager χ auch mittelst im Kessel E entwickelten Dampfes zu reinigen oder die
Welle α aufzuthauen. Letzteres kann auch durch Vermittelung der hohlen Welle selbst
bewirkt werden, in welche man durch Rohr G Dampf einleitet. Durch den Schmierhahn F
kann dem Dampf ein Schmiermittel behufs Schmierens der Lager zugeführt werden. Man
kann indessen die Lager bei geschlossener Wehrklappe auch leicht durch directes Einbringen
von Fett schmieren oder aber die Schmierung durch Fett ganz fortlassen, da häufig das Wasser selbst eine genügende
Schmierung bewirkt.
Wird das kanalartige Gehäuse^ zum Einlassen von Dampf oder Schmiere mittelst
Dampfes und Fett benutzt, so müssen die Klappen oder Ventile A und B geschlossen
werden. Im Uebrigen ist aber das Ventil B unter allen Umständen stets offen zu halten.
Die Verbindung der einzelnen Theile der zweckmäfsig aus Blech hergestellten hohlen
Welle α erfolgt, wie bei L, Fig. 1, angedeutet, durch Verzahnungen. Die Wehrklappe b selbst
wird am besten aus Blech hergestellt und durch Profileisen verstärkt. Bei der etwa vorzunehmenden
Abdichtung der Seitenkanten der Klappe b gegen die Seitenwandungen H und /
der Wehrkammer ist zu beachten, dafs bei langen Wehrklappen von beispielsweise 1 50 m
Länge und mehr eine nicht unerhebliche Längenausdehnung stattfindet. Diese Abdichtung
kann dann zweckmäfsig nach D. R. P. No. 37528 vorgenommen werden.
Bei kleineren Ausführungen kann man die Welle a, wie Fig. 3 zeigt, massiv halten. Hier
sind gewöhnliche Zapfenlager χ angeordnet. Man kann aber auch nur an einem oder an
beiden Enden cylindrische Zapfen verwenden und an zwischenliegenden Stellen die Klappe
mittelst schneidenförmiger Zapfen lagern.
Um den Mittetpunkt des Wasserdrucks mehr nach der Welle α zu verlegen, kann man
auch, wie Fig. 4 erkennen läfst, den unteren Klappenschenkel verlängern. Die untere Kante
desselben wird dann bei g mittelst einer Dichtung an der cylindrischen, zur geometrischen
Achse der Welle a concentrischen Fläche des Gehäuses y abgedichtet. Die auf diese
Weise gebildete Kammer N kann durch eine durchlöcherte, gelenkig mit der Klappe b verbundene Platte 0 abgedeckt werden, welche
die groben Unreinlichkeiten nicht in die Kammer N dringen läfst. Wählt man das
Verhältnifs des oberen Klappenschenkels h i zum unteren Klappenschenkel i k, Fig. 4, wie
2 zu ι, so geht der Mittelpunkt des Wasserdrucks durch die geometrische Achse der
Welle a, so dafs das vom Wasserdruck herrührende Drehmoment gleich Null wird oder
doch sehr klein ausfällt und beim Bewegen der Klappe im wesentlichen nur Reibungswiderstand^
und das von der einseitigen Anordnung der Klappe an der Welle herrührende Gewichtsmoment zu überwinden sind. Eine
solche Abmessung der unteren und oberen Klappenschenkel empfiehlt sich besonders bei
gröfseren Stauhöhen und längeren Wehrklappen, während die Anordnung nach Fig. ι
bis 3 mehr für geringe Stauhöhen sich eignet. Ist das vom Wasser herrührende Drehmoment
grofs (Fig. ι bis 3), so mufs eine durchgehende Welle gewählt werden; bei der Anordnung nach
Fig. 4 ist dies nicht unbedingt erforderlich. Zweckmäfsig ist eine Stellung der Klappe unter
450, wie die Fig. 1 bis 4 es zeigen, da dann die Stellungen der Hebel bei geschlossener
und bei geöffneter Wehrklappe nur wenig von der Waagerechten abweichen und die Gewichte
P, Fig. ι und 2, vortheilhaft zur Geltung kommen. Man kann aber auch jede Stellung
über oder unter 45 ° der Wehrklappe im geschlossenen Zustande wählen, die Klappe also
z. B. senkrecht stellen (Fig. 5 und 6) oder unter etwa 6 o° neigen (Fig. 7). Bei solchen Anlagen,
wo es auf einen Wasserverlust nicht ankommt, können, wie die Fig. 5 und 7 erkennen
lassen, die Dichtungen c und \ an der Welle α bezw. die Dichtung g am Klappenschenkel
auch fortbleiben, desgleichen auch natürlich das kanalartige Gehäuse y für die
Lager.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:ι . Eine um eine horizontale Achse drehbare Ueberfall-Wehrklappe, deren Welle behufs Bewegung oder selbstthätiger Umlegung der Klappe durch eine oder beide Seitenwandungen (H J) der Wehrkammer hindurchreicht und aufserhalb der Wehrkammer mit Hebeln, Rädern oder Scheiben versehen ist, an welche Kräfte angreifen können.
- 2. Eine Ueberfall-Wehrklappe der zu Anspruch i. angegebenen Art, bei welcher die selbstthätige Umlegung der Klappe bei einem bestimmten Oberwasserspiegel durch verstellbare Gegengewichte vermittelt wird, welche an aufserhalb der Wehrkammer mit der Klappenwelle verbundenen Hebeln (m) angeordnet sind, derart, dafs sie gebotenen falls über den Mittelpunkt der Welle hinaus verschoben werden können.
- 3. Bei einer Wehrklappe nach Anspruch 1. die Anordnung eines kanalartigen Gehäuses (y) für die Lager, welches Gehäuse ein Spülen, Schmieren und Aiifthauen der Lager ermöglicht.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE65252C true DE65252C (de) |
Family
ID=339059
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT65252D Expired - Lifetime DE65252C (de) | Ueberfall-Wehrklappe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE65252C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0179288A1 (de) * | 1984-09-26 | 1986-04-30 | TECHNITAL INTERNATIONAL GENERAL ENGINEERING S.p.A. | Klappenwehr mit verdrängbarer Masse |
-
0
- DE DENDAT65252D patent/DE65252C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0179288A1 (de) * | 1984-09-26 | 1986-04-30 | TECHNITAL INTERNATIONAL GENERAL ENGINEERING S.p.A. | Klappenwehr mit verdrängbarer Masse |
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