DE64441C - Verfahren zum Gerben unter Luftleere bezw. unter Druck - Google Patents
Verfahren zum Gerben unter Luftleere bezw. unter DruckInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C3/00—Tanning; Compositions for tanning
- C14C3/02—Chemical tanning
- C14C3/30—Chemical tanning using physical means combined with chemical means
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, in sehr kurzer Zeit Leder herzustellen, welches
alle Eigenschaften des durch die besten gebräuchlichen Verfahren gewonnenen Leders
besitzt.
Die zum Gerben fertigen Häute werden in einen Behälter von beliebiger Form gebracht,
welcher der Luftleere, sowie dem Innendruck genügend Widerstand zu leisten vermag. Die
Luftleere dient dazu, die in den Häuten und dem Behälter enthaltene Luft zu entfernen,
damit die Gerbstoffflüssigkeit, welche in den Behälter eingeführt wird, gleichmä'fsig sowohl
in die stärkeren als schwächeren Theile der Häute eindringen kann, während die Erzeugung
des Innendruckes, nachdem die Gerbstoffflüssigkeit eingeführt worden ist, dazu dient, die durch
die Luftleere hervorgebrachte Wirkung zu verstärken. Mit dem Behälter sind zwei Pumpen
in Verbindung, von denen die eine zur Erzeugung der Luftleere, die andere als Druckpumpe
dient.
In dem Behälter befindet sich zum Zwecke leichterer Entleerung, in passendem Abstande
vom Boden, ein durchlöcherter Ueberboden, und an diesen Boden, schliefsen sich vier gleichfalls
durchlöcherte seitliche Wände an, damit die Wirkung der Pumpen sich gleichmäfsig auf
den ganzen zu behandelnden Inhalt vertheilen kann. Man schichtet auf dem Ueberboden
abwechselnd je eine Gerbstoffschicht und eine zu gerbende Haut aus, und nachdem der Behälter
auf diese Weise gefüllt ist, erzeugt man die Luftleere, um die in dem Behälter und den
Häuten enthaltene Luft abzusaugen. Sobald durch einen Luftleeremesser festgestellt ist, dafs
dies vollständig erreicht ist, führt man die Gerbstoffflüssigkeit ein. Alsdann tritt, wenn
der Behälter gefüllt ist, die Druckpumpe in Thä'tigkeit, und nachdem das Manometer angezeigt
hat, dafs der gewünschte Druck erreicht ist, Jäfst man diesen, je nach der Beschaffenheit
der zu gerbenden Haut, kürzere oder längere Zeit einwirken. Auch kann die Gerbstoffflüssigkeit
direct unter Druck eingeführt werden. Die Loheschicht oder ähnliche faserig elastische Stoffe, äufserst vortheilhaft Holzwolle,
können aufserdem durch geeignete Holzspäne oder dergleichen ersetzt werden. Um ein Filter
auf dem Ueberboden zu bilden bezw. um die faserig elastischen Stoffe an einer directen Berührung
mit den Häuten zu hindern, kann man diese Schichten mit grobem Zeug bezw. Gewebe,
Geflecht oder dergleichen bedecken.
Die Anwendung von Holzwolle, welche man ebenso wie das Zeug, Gewebe, Geflecht, zweckmäfsig
mit Gerbstoff gesättigt, benutzt, ist deswegen vortheilhaft, weil hierdurch die Häute
mit Hülfe einer wenig kostspieligen, äufserst losen Masse von einander getrennt werden,
welche wegen dieser losen Beschaffenheit mit möglichst wenig festen Punkten der Häute in
Berührung kommen kann und somit auch das Eindringen von Gerbeflüssigkeit in die zu
gerbende Haut nur an möglichst wenig Stellen bezw. gar nicht hindert. Diese günstige Wirkung
des elastischen Zwischenmaterials (der Holzwolle) wird durch zwischengelegtes Zeug,
Gewebe, Geflecht oder dergleichen noch erhöht, und hierin liegt eine erhebliche Verbesserung
des oben beschriebenen Verfahrens. Gleichzeitig wird durch die zusammengesetzten
Claims (1)
- Zwischenlagen dem allstelligen Zutritt der Gerbflüssigkeit volle Freiheit gewahrt, und es werden die Häute in ziemlich gleicher Entfernung von einander gehalten, so dafs auf alle Theile der Häute gleich starke Gerbflüssigkeitsschichten einwirken, was wiederum eine möglichst gleichmäfsige Gerbung sichert.Dementsprechend führt man die oben beschriebene schichtenweise Lagerung der Häute nach vorliegender Erfindung in der Weise aus, dafs man auf dem Ueberboden zunächst möglichst gleichmäfsig eine Schicht des elastischen Zwischenmaterials, insbesondere von Holzwolle, welche zweckmäfsig vorher mit dem anzuwendenden Gerbstoff gesättigt ist, hierüber ein Stück Zeug, Gewebe, Geflecht oder einen ähnlichen Stoff, welcher ebenfalls wie die Holzwolle zweckmäfsig vorher mit dem anzuwendenden Gerbstoff gesättigt ist, hierüber eine zu gerbende Haut, hierauf wieder ein Stück Zeug, hierüber das Zwischenmaterial, dann wieder ein Stück Zeug und hierauf eine zu gerbende Haut legt u. s. w.Nach Verlauf einer gewissen Zeit wird die Gerbstoffflüssigkeit erneuert bezw. stärker gemacht, worauf die Einwirkung bis zur vollständigen Gare der Häute andauert. Hierbei können gewisse Kunstgriffe der Fachleute in dem Verfahren
herbeiführen.Eine zur Ausführung dieses Verfahrens passende Einrichtung zeigt beiliegende Zeichnung.unwesentliche Abänderungen Der zur Behandlung der Häute dienende Behälter A ist mit dicht verschliefsbarem Deckel B versehen, welcher den Luftleeremesser b, den Ring bl zum Heben des Deckels, den Hahn i>4 und das Manometer trägt. Die zur Erzeugung der Luftleere in A dienende Pumpe E ist durch Rohr e in Verbindung mit dem Behälter, die Druckpumpe C ist durch Rohr d mit dem Behälter verbunden und steht in der Flüssigkeit (GerbstoffflUssigkeit oder Wasser), ' welche durch Rohr d in den Behälter A eingepumpt wird. Aus dem oberen Behälter F wird Gerbstoffflüssigkeit (oder Wasser) durch Rohr f in den Behälter A eingelassen; die einfließende Menge läfst sich mittelst des Hahnes /' regeln. In den Ablaufbehälter G mündet das Ablaufrohr g, welches mit dem Hahn gl versehen ist. Die Pumpe H dient dazu, aus dem Ablauf behälter die Gerbstoffflüssigkeit in den oberen Behälter F zurückzupumpen.Patenτ-An spruch:Verfahren zum Gerben unter Luftleere bezw. unter Druck, dadurch gekennzeichnet, dafs die Häute über einen durchbrochenen Ueber- oder Zwischenboden des Gerbebottichs unter Zwischenlegen von Schichten von Lohe, Holzwolle oder einem anderen elastischen losen Stoff aufeinandergelegt werden, wobei diese Schichten von den Häuten durch Zwischenlagerung von Gewebe, Geflecht, Zeug oder Stoffen ähnlicher Gattung getrennt sein können.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE64441C true DE64441C (de) |
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Country Status (1)
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| DE (1) | DE64441C (de) |
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