DE643117C - Verfahren und Vorrichtung zur Einfuehrung von Wuerze in den Gaerbottich - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Einfuehrung von Wuerze in den Gaerbottich

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DE643117C
DE643117C DES116037D DES0116037D DE643117C DE 643117 C DE643117 C DE 643117C DE S116037 D DES116037 D DE S116037D DE S0116037 D DES0116037 D DE S0116037D DE 643117 C DE643117 C DE 643117C
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Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Einführung von Würze in den Gärbottich Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Einführung von Würze in den Gärbottich, insbesondere bei der Züchtung von Hefe nach dem Zulaufverfahren.
  • Bei dieser Hefezüchtung wird die Würze nach und nach während des* Verlaufes der Gärung eingeführt mit der Absicht, der Hefe Nahrung nach Maßgabe des Bedarfes zuzuführen, so daß Mangel oder Überfluß an Nahrung nicht auftreten soll. Die erforderliche Würze wird daher dem Gärbottich nach von vornherein festgelegten Speise- oder Dosierungsschematen zugeführt, welche diejenigen Würzenmengen angeben, die während des Verlaufes der Gärung je Stunde zugeführt werden sollen, z. B. in der ersten Stunde 500 1, in der zweiten Stunde 8oo, in der dritten Stunde i aoo 1 usw. Man versucht auf diese Weise die Zufuhr dem sich nach und nach erhöhenden Nahrungsbedarf anzupassen.
  • Oft wird die gesamte, für eine Gärung bestimmte Würzemenge in einen besonderen Behälter geleitet, wobei der Ausfluß aus diesem von Hand nach auf dem Behälter angebrachten Skalen geregelt wird, oder es wird die Würze mit Hilfe von Handregelung und Flüssigkeitsmessern einem für mehrere Gärbottiche gemeinsamen Behälter entnommen. Keines dieser Verfahren ist befriedigend, inbesondere weil die wirkliche Würzezufuhr selten mit dem vorgeschriebenen Schema übereinstimmt und Abweichungen von dem Schema, vorausgesetzt däß dieses richtig ist, verschlechterte Ausbeuten an Hefe zur Folge haben.
  • Die bisher gebräuchlichen . Zufuhrschemata sind jedoch auch deshalb nicht befriedigend, weil sie ein Abweichen von dem Grundsatze zur Folge haben, Nahrung in einer in Übereinstimmung mit der Hefeentwicklung nach und nach sich steigernden Menge je Zeiteinheit zuzuführen. Die genannten Schemata schreiben nämlich eine Würzezufuhr vor, die sich nach einer stufenförmigen Kurve erhöht, welche zwar der stetigen Hefeentwicklungskurve in großen Zügen folgt, aber zu Beginn einer Stunde dieselbe überschreitet und am Ende der Stunde unter derselben bleibt. Diese Abweichung von dem Grundsatze Nahrungszufuhr nach Maßgabe des Bedarfes hat die gleiche Wirkung wie eine unregelmäßige Einspeisung der Nahrung.
  • Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile dadurch, daß die Würze aus einem Vorratsbehälter selbsttätig zu einer Meß- oder Kontrollstelle geführt und von dieser in Übereinstimmung mit einem von vornherein aufgestellten Dosierungsschema selbsttätig und zwangläufig in den Gärbottich weitergeleitet wird. Erfindungsgemäß werden dem Vorratsbehälter selbsttätig gleiche Mengen an Würze absatzweise entnommen, und die :Menge der je Zeiteinheit in den Gärbottich gelieferten Würze wird dadurch geregelt, daß die so entnommenen Würzemengen mit größeren oder kleineren Zwischenräumnri in den Gärbottich weitergeleitet werden. Auf dem `Fege von der Meß-oder Kontrollstelle in den Gärbottich werden die Würzemengen in einen Ausgleichsbehälter geführt, von dem die Würze dem Gärbottich in einem ausgeglichenen Strom zugeführt wird.
  • Die Vorrichtung zur Ausführung des Erfindungsverfahrens ist somit ein neuer Präzisionsapparat, der ein ganz neues Speiseverfahren mit sich bringt, einerseits die gesamte, für eine Gärung erforderliche Würzemnnge von einem beliebig großen Würzevorrat genau ausmessen und andererseits diese Würzemenge in den Gärbottich so einführen kann, daß eine vollkommene Übereinstimmung mit der idealen Würzezufuhr erzielt wird. Der Apparat kann zweckmäßig so beschaffen sein, daß er absatzweise gleiche Mengen an Würze, z. B.
  • der gesamten Würzemenge, abmißt und die Menge der je Zeiteinheit an den Gärbottich gelieferten Würze dadurch regelt, daß er die so abgemessenen Würzemengen in den Gärbottich mit größeren oder kleineren Zeitunterbrechungen weiterleitet.
  • Die Erfindung wird im folgenden näher an Hand der beiliegenden Zeichnungen beschrieben. Fig. i zeigt ein Impulsorgan zur Bestimmung des Grades der Speisung. Dieses Organ besteht aus einer mittels eines Triebwerkes, z. B. Uhrwerkes, Synchronmotors o.dgl., mit gleicher Geschwindigkeit umgedrehten Rolle oder Zugscheibe 2, die ein Stahlband 4, das anfangs auf der Rolle 6 aufgewickelt ist, nach vorn zieht und auf sich aufwickelt. Das Band wird über eine Platte 8 gezogen, in der sich eine Ausnehmung io befindet. Das eigentliche impulsabgebende Organ ist über dem Bande angeordnet und besteht aus einem von einem Halter 12 getragenen Quecksilberstromunterbrecher 14. Der Halter 12 ist auf einem Zapfen 16 drehbar angebracht und trägt eine Spitze 18, welche durch die Schwere des Halters und des Unterbrechers gegen das Band 4. gedrückt wird.
  • Fig.2 zeigt eine Ausführungsform desBandes 4, w-elclies den zeitregelnden "feil des Impulsorganes bildet. Das Band besteht zweckmäßig aus einem dünnen Stahlband von beispielsweise oj mm Dicke und ist mit einer oder mehreren parallelen Reihen von Löchern2o versehen, wobei jede Reihe A, B und C einem Speiseschema entspricht.
  • Der Halter 12 oder gegebenenfalls nur die Spitze 18 ist so angebracht, daß er, z. B. mit Hilfe einer Schraube o.dgl., seitlich verschoben werden kann, so daß man die Spitze 18 über jede der in der Längsrichtung des Bandes ausgestanzten Lochserien :1, B und C: einstellen kann. Ist das Band in Bewegung und die Spitze iS über eine Lochreihe eingestellt, so fällt die Spitze in die Ausnehmung io der Platte 8 hinab, wenn die vordere Kante eines Loches 2o an der Spitze vorbeikommt. Dabei schwingt der Halter um den Zapfen 16, und es wird auch die Lage des Quecksilberunterbrechers geändert, so daß die Quecksilbermasse 22 einen Stromkreis schließt. Sobald die hintere Kante des Loches an die Spitze 18 herankommt, wird diese angehoben, und der Unterbrecher nimmt seine vorherige Lage wieder ein, so daß der Strom unterbrochen wird. In dieser Weise kann man also beispielsweise den Stromkreis unter einer gewissen Zeit mit bestimmten Zeitunterbrechungen geschlossen halten, und zwar in Abhängigkeit von der Länge der Löcher im Bande sowie ihres gegenseitigen Abstandes. Die Länge dieser Zeitperioden kann auch durch Änderung der Höhe, Länge in der Speiserichtung oder der Form der Spitze 18 oder durch Änderung der Lage des Unterbrechers im Verhältnis zum Halter 12 geregelt werden. Man kann auch ein und dasselbe Band eine Mehrzahl von Unterbrechern durchlaufen lassen, um auf diese Weise die Würzezufuhr an mehrere Gärbottiche mit demselben Band zu regeln.
  • Als Stromunterbrecher wird wegen des geringen Kraftbedarfes zur Änderung seiner Lage sowie wegen seiner übrigen vorteilhaften Eigenschaften zweckmäßig ein Quecksilberunterbrecher verwendet, doch kann man natürlich auch einen Stromunterbrecher anderer Bauart verwenden.
  • Das in Fig. i gezeigte Impulsorgan beginnt also mit der Abgabe von Impulsen, d. h. mit der Ingangsetzung der Speisung, sobald das in Fig. 2 gezeigte Band so weit fortgeschritten ist, daß die Grenze 24 bis zur Spitze 18 herangekommen ist. Um die Speisung zu einer bestimmten Zeit in Gang setzen zu können, ohne gerade in diesem Augenblick den Apparat in Betrieb setzen zu müssen, ist das Band vor Beginn der Löcher mit einer Zeitskala 26 versehen; welche angibt, wie viele Minuten zum Vorschub des Bandes bis zum ersten Loch vergehen.
  • Das Speiseorgan, welches die Impulse von dem in Fig. i gezeigten Apparat erhält, kann in mannigfacher Art ausgebildet werden. Im folgenden sind drei verschiedene Ausführungsformen als Beispiele angegeben, und zwar zwei Vorrichtungen mit Meßbehältern und eine Vorrichtung mit einem Flüssigkeitsmesser gewöhnlicher Bauart mit Zeigerwerk.
  • Fig.3 zeigt schematisch eine Vorrichtung mit einem Meßbehälter, die aus dem eigentlichen Meßbehälter ioo mit der Zufuhrleitung ioi und der Ablaufleitung 102, einem im Meßbehälter ioo wirksamen Schwimmer toi sowie aus zwei Elektromagneten 104, los besteht. Diese Vorrichtung arbeitet in folgender Weise.
  • Die `Fürze fließt durch die Leitung ioi von einem in höherem Niveau als der Meßbehälter ioo liegenden Vorratsbehälter zu. Die Elektromagneteseien, wiegezeigt, stromlos angenommen, und der Meßbehälter Zoo sei soeben entleert worden. Infolge der Schwere des. Ankers io6, der Stange io8 und des Schwimmers io3 ist das Ventil Zog nach unten gefallen und hat die Einströmöffnung zum Meßbehälter Zoo freigegeben. Das Ventil iio in der Ablaufleitung ist infolge des Gewichtes des Ankers io7 und der Stange iii geschlossen. Die Würze dringt nun in den Meßbehälter ioo ein und steigt darin an, bis der Schwimmer so weit gehoben ist, daß das Ventil iog die Zufuhr durch die Leitung ioi schließt. Wenn der Strom für die Elektromagnete durch das oben beschriebene Impulsorgan geschlossen wird, wird der Anker 107 und damit die Stange iii und das Ventil iio nach obenan den Elektromagnet io5 gezogen, wodurch der Ablauf geöffnet wird und die Würze durch die Leitung Zog abläuft. Das Ventil iog kann nicht weiter nach oben gezogen werden, doch ist der Elektromagnet Zoo an einer ziemlich schwachen Feder Zig aufgehängt und wird daher zum, Anker herabgezogen, sobald der Strom geschlossen wird. Solange der Strom geschlossen ist, hängt daher die Stange io8 mit dem Schwimmer und dem Ventil iog am Elektromagnet 104, so daß die Zufuhr zum Meßbehälter nicht durch Herabfallen des Ventils iog geöffnet wird. Der Behälter ioo wird rasch bis zum Niveau 113 entleert, undwenn der Strom das nächste Mal unterbrochen wird, fallen beide Ventile nach unten, worauf sich der beschriebene Verlauf wiederholt.
  • Der unterste, nahe dem Ventil iog gelegene Teil des Meßbehälters bildet eine Tasche 11q., in welcher eine kleine Menge Würze zurückbleibt, nachdem das Ventil iio geöffnet wurde. Hierdurch wird eine Schaumbildung verhindert, wenn die Würze, beispielsweise Melasse, durch das Ventil iog einströmt. Der gezeigte Meßbehälter ist oben zweckmäßig offen, so daß er für Reinigungszwecke leicht zugänglich ist.
  • Um die Menge Würze, die jedesmal vom Meßbehälter ioo abgemessen wird, beispielsweise zwischen den Grenzen 4 bis- 81, ändern zu können, ist der Schwimmer 103 auf der- Stange io8 verschiebbar angebracht und kann, wie bei 115 schematisch angedeutet ist, mit Hilfe einer geeigneten Vorrichtung daran befestigt werden. Das Ventil iog schließt dann früher oder später, je nach der Lage des Schwimmers an der Stange.
  • Fig. 4 zeigt eine andere Vorrichtung mit Meßbehälter, die aus dem Meßbehälter 28, dem Elektromagnet 3o, einem Schieberventil 32 und der Zufuhrleitung 34 besteht. Das Schieberventil 32 besitzt einen Kolben, der mit dem Anker 36 des Magnets verbunden ist und die in der Zeichnung dargestellte untere Lage einnimmt, wenn die Magnetwicklung stromlos ist. Wenn das Ventil diese Lage einnimmt, kann `V ürze aus der Leitung 34 durch die Öffnung 38 im Ventil sowie durch die Leitung 40 in dem MeßbehäIter 28 fließen. Der Würzebehälter, der die Würze in die Leitung 34 abgibt, ist auch in diesem Falle höher liegend gedacht, so daß die Würze von selbst in den Meßbehälter 28 fließt. Letzterer wird mit Würze gefüllt, und im Behälter befindliche Luft entweicht durch das _ Deckelventil 48, bis die Würze den Schwimmer 5o anhebt, der dann das Ventil 48 verschließt, so daß die Luft nicht mehr aus dem Behälter entweichen kann, wodurch die Würzezufuhr gehemmt wird. Die Würze gelangt in das Schwimmergehäuse durch eine Öffnung 52 im Boden des Gehäuses.
  • Die Wicklung des Elektromagnets 3o ist durch die Leitungen 54 mit einer Stromquelle und mittelbar oder unmittelbar mit dem Stromunterbrecher 13 des Impulsorganes verbunden. Wenn das Impulsorgan den Strom schließt, wird der Magnetanker nach oben gezogen, der Kolben des Schieberventils nimmt dann die obere gestrichelte Lage 58 ein, und die abgemessene Würze fließt aus dem Behälter 28 durch die Leitungen 40 und 6o in den Gärbottich ab. Wenn der Strom unterbrochen wird, führt die Feder 56 den Kolben in seine vorherige Lage zurück, und die Würze strömt in den Behälter 28 ein, der gefüllt wird und so lange gefüllt bleibt, bis ein neuer Impuls kommt.
  • Gemäß der beschriebenen Wirkungsweise der Vorrichtungen nach den Fig. 3 und 4 wird die gesamte Menge Würze, die während einer Gärung in den Gärbottich eingespeist werden soll, von der Anzahl Löcher in dem perforierten Band bestimmt. Der Rhythmus dagegen, nach welchem die Einspeisung erfolgt, wird durch die gegenseitige Lage der Löcher im Bande 4, also durch den Abstand zwischen den Löchern bestimmt.
  • Bei der Vorrichtung nach den Fig. i bis 4 bestimmt somit das Impulsorgan sowohl den Zeitpunkt der Abmessung der Würze als auch den Zeitpunkt für die Einführung derselben in den Gärbottich. Man kann jedoch auch das Meßorgan so anordnen, daß es auf einen Impuls hin die Würze abmißt und direkt in den Gärbottich einführt, beispielsweise mit Hilfe eines gewöhnlichen Flüssigkeitsmessers mit Zeigerwerk. Letzteres oder ein damit verbundener Teil kann dabei mit elektrischen Kontakten versehen sein, so daß z. B. ein Stromkreis für jeden fünften Liter, der durch den Zähler geflossen ist, geschlossen wird.
  • Fig.5 zeigt ein Beispiel der Anordnung des Apparates in dieser Weise.
  • Das Impulsorgan ist durch einen Stromkreis 62 mit einem Elektromagnet 64 verbunden, dessen Anker mit einem Ventil 66 verbunden ist und dieses regelt. Das Ventil 66 ist in der `Vürzeleitung 68 angebracht, in der der Flüssigkeitsmesser 70 eingeschaltet ist. Der Stromkreis 72, der zweckmäßig mit Schwachstrom gespeist wird, geht von der Stromquelle durch die Kontakte des Flüssigkeitsmessers, durch die Wicklungen eines elektromagnetischen Unterbrechers 74 und zurück zur Stromquelle. Der Stromkreis 62, der das Impulsorgan mit dem Elektromagnetventi164 bis 66 verbindet, ist mit einer Nebenleitung 76 versehen, die von dem einen Pol der Stromquelle durch den Unterbrecher 74 zu einem Punkt des Stromkreises führt, so daß der Unterbrecher des Impulsorganes und der Unterbrecher 74 parallel geschaltet sind.
  • Die Vorrichtung arbeitet in folgender Weise. In der Ausgangslage nimmt der Zeiger 78 des Flüssigkeitsmessers 7o eine solche Stellung ein, daß der Stromkreis 72 geschlossen ist. Demzufolge nimmt der Unterbrecher 74 eine solche Lage ein, daß der Strom in der Nebenleitung 76 unterbrochen ist. Auch der Stromkreis durch das Impulsorgan ist unterbrochen, und das Ventil 66 hält die Würzeleitung 68 geschlossen. Das Impulsorgan schließt den Strom, sobald ein Loch im Bande herankommt. Das Ventil 66 wird durch die Einwirkung des Ankers des Elektromagnets 64 geöffnet, und Würze fließt durch den Messer 70. Der Zeiger 78 des letzteren bewegt sich, und der Stromkreis 72 wird unterbrochen, wodurch die Nebenleitung 76 durch den von der Feder 8o beeinflußten Unterbrecher 74 geschlossen wird. Das Impulsorgan unterbricht den Stromkreis 62 nach Vorbeiziehen des Loches im Bande, doch ändert sich die Lage des Ventils 66 nicht, weil die Nebenleitung 76 immer noch unter Spannung steht. Wenn die bestimmte Würzemenge, z. B. 5 1, durch den Zähler geflossen ist, erreicht der Zeiger 78 einen elektrischen Kontakt 82, der Kreis 72 wird geschlossen und damit der Strom in der Nebenleitung 76 unterbrochen, wodurch das Elektromagnete entil 64, 66 stromlos, das Ventil geschlossen wird und die Strömung der Würze aufhört. In dieser Lage bleibt der Apparat so lange, bis ein neues Loch im Bande des Impulsorganes herankommt und der oben beschriebene Vorgang sich wiederholt. Die durch die Länge des Loches im Bande bestimmte Zeitdauer muß also bei einer Vorrichtung nach dem obigen Beispiel kürzer sein als die Zeit, die zum Ausfließen von g 1 Würze erforderlich ist.
  • Die mit dem Zeiger 78 des Flüssigkeitsmessers verbundene Kontaktvorrichtung muß so beschaffen sein, daß eine nur sehr geringe Kraft zum Schließen und Unterbrechen des Stromkreises verbxaucht wird, und es ist daher einleuchtend, daß Lockerungen und Funkenbildungen leicht entstehen können, weshalb der Unterbrecher 74 so ausgebildet sein soll, daß er auf einen schwachen Impuls den Strom in der Nebenleitung 76 unterbricht und offen hält. Der Zufluß der Würze in einen Gärbottich soll jedoch stetig und nicht mit Unterbrechungen erfolgen, und es ist daher zweckmäßig, zwischen der Meßvorrichtung und dem Gärbottich einen kleineren Ausgleichbehälter einzuschalten, von dem die `Fürze in einem ausgeglichenen Strom in den Gärbottich hinabläuft. Der Abfluß aus diesem Ausgleichbehälter soll stärker sein, wenn die Flüssigkeitsmengen aus dem Meßorgan in kürzeren Zwischenräumen ankommen. Wenn der Gärung Verdünnungswasser zugeführt wird, ist es zweckmäßig, dasselbe zur Verteilung der Würze im Bottich anzuwenden.
  • Eine Ausführungsform eines derartigen Hilfsapparates mit einem Ausgleichbehälter ist in Fig. 6 dargestellt.
  • Die Würze gelangt durch eine Leitung vom Meßapparat, beispielsweise durch die Leitung Zog von dem in Fig. 3 gezeigten Apparat, in einen neben dem Gärbottich 84 angeordneten Behälter 86. Dieser Behälter besitzt unten ein zweckmäßig ständig offenes Ablaufrohr 88, welches die Würze in eine Leitung 9o entleert, die ihrerseits in den Gärbottich einmündet. Verdünnungswasser wird durch das Rohr 92 zugeführt und kann im Rohr 9o mit Hilfe eines Hahnes 94 geregelt werden.
  • Wenn der Zufluß zum Behälter 86 geringer ist, z. B. wenn die im Meßbehälter Zoo abgemessenen Mengen mit größeren Zwischenräumen kommen, wird der Behälter 86 nur zu einem geringen Teil gefüllt, und der Abfluß durch das Rohr 88 erfolgt in diesem Falle verhältnismäßig langsam. Ist der Zufluß größer, so wird der Behälter 86 in stärkerem Maße gefüllt, und auch der Abfluß erfolgt dann mit einer größeren :Menge je Zeiteinheit. In Verbindung mit einem Apparat gemäß z. B. Fig. 3 kann die Einrichtung 86, 88, 9o so angepaßt werden, daß der Fassungsraum des Meßbehälters ioo den Behälter 86 bis zum Niveau a füllt und daß diese `'4 ürzemenge bei geringerem Zufluß gerade ausfließen kann, bevor eine neue '.Menge in den Behälter gelangt. Während des Abschnittes der Gärung, in dem der Zufluß am größten ist, kann der Behälter nach erfolgter Einführung einer Würzemenge bis zum Niveau b gefüllt sein, und der Flüssigkeitsspiegel kann zwischen b und c pendeln. Die Würze wird also in den Gärbottich in einem ausgeglichenen Strom eingeführt.
  • Wenn man mit Apparaten der oben beschriebenen Art arbeitet, kann die Gärungszeit, wenn dies für zweckmäßig gefunden wird, offenbar durch Änderung der Laufgeschwindigkeit des Bandes verändert werden. Man kann auch eine Reihe von Bändern mit verschiedenen Lochreihen herstellen, so daß man eine Anzahl verschiedene Speiseprogramme erhält.
  • Die Erfindung ist nicht an die oben beschriebenen Ausführungsformen des Apparates gebunden. So kann auch das Band q. und die Spitze 18 des Impulsorganes stromführend sein und der Strom unterbrochen werden, wenn die Spitze in ein Loch im Bande hineinfällt. Ist das Band stromführend, so kann es an Stelle von Löchern mit abwechselnd leitenden und isolierenden Teilen versehen sein, welche bei Berührung mit der Spitze 18 oder einem anderen zum Impulsorgan gehörenden Teil den Strom unterbrechen und schließen. Sollen mehrere Impulsorgane aufgestellt werden, so werden die Zugscheiben 2 zweckmäßig abnehmbar auf einer gemeinsamen Achse aufgebracht.
  • An Stelle eines Bandes der beschriebenen Art kann man eine Scheibe oder Rolle anwenden, die mit Organen, z. B. Stiften, versehen ist, welche beim Zusammenarbeiten mit einem anderen Kontaktorgan den Strom im erforderlichen Rhythmus unterbrechen und schließen. Ein Band dürfte jedoch vorzuziehen sein, weil es in den Hefefabriken ohne Schwierigkeit mit Löchern o. dgl. in Übereinstimmung mit dem gewünschten Speiseprogramm versehen werden kann.
  • Schließlich sei erwähnt, daß man an Stelle von elektrischen Geräten Organe verwenden kann, die durch rein mechanische Impulse oder Bewegungen überwacht werden; beispielsweise könnte man für die Speisung eine absatzweise oder ununterbrochen arbeitende Pumpe verwenden, welche die Würze unmittelbar in den Gärbottich liefert, wobei die Hublänge der Pumpe für verschiedene Speisemengen selbsttätig, z. B. mit Hilfe eines drehbaren Exzenters o. dgl., geregelt werden kann.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Einführung von Würze in den Gärbottich, insbesondere bei der Züchtung von Hefe nach denn Zulaufverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß die Würze aus einem Vorratsbehälter selbsttätig zu einer Meß- oder Kontrollstelle geführt und von dieser in Übereinstimmung mit einem von vornherein aufgestellten Dosierungsschema selbsttätig und zwangsläufig in den Gärbottich weitergeleitet wird.
  2. 2. Verfahren nach Ansprach i, dadurch gekennzeichnet, daß dem Vorratsbehälter selbsttätig gleiche Mengen an Würze absatzweise entnommen werden und daß die Menge der je Zeiteinheit in den Gärbottich gelieferten Würze dadurch geregelt wird, daß die so entnommenen Würzemengen mit größeren oder kleineren Zwischenräumen in den Gärbottich weitergeleitet werden.
  3. 3. Verfahren nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Vorratsbehälter absatzweise entnommenen Würzemengen auf dem Wege von der Meß- oder Kontrollstelle in den Gärbottich in einen Ausgleichsbehälter geführt werden, von dem die Würze dem Gärbottich in einem ausgeglichenen Strom zugeführt wird. q.. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, gekennzeichnet durch ein in der Ablaufleitung des Vorratsbehälters eingeschaltetes Meß- oder Kontrollorgan, welches die vom Vorratsbehälter kommende Würze übernimmt und in Übereinstimmung mit dem von vornherein aufgestellten Dosierungsschema, welches dem Nahrungsbedarf der in der gärenden Würze befindlichen Hefe entspricht, selbsttätig die gewünschten Würzemengen in den Gärbottich weiterleitet. 5. Vorrichtung nach Anspruch q., gekennzeichnet durch ein Impulsorgan, welches in Übereinstimmung mit dem Dosierungsschema Impulse an ein mit Unterbrechungen arbeitendes Meßorgan abgibt, welches in durch die Impulse bestimmten Zeitzwischenräumen bestimmte Würzemengen abgibt. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, .dadurch gekennzeichnet, daß der die Zeit regelnde Teil aus - einem mit unveränderter Geschwindigkeit bewegten Band, z. B. einem an sich bekannten dünnen ein- oder mehrreihig gelochten Stahlband, besteht. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Impulsorgan, zweckmäßigmittelseines Quecksilberunterbrechers, elektrische Impulse an einen oder mehrere Elektromagnete abgibt, die mit dem Meßorgan derart beeinflußbar verbunden sind, daß sie, beispielsweise dadurch, daß ihre Anker mit Ventilen verbunden sind, unter dem Einfluß der Impulse die Einströmung der Würze in das Meßorgan und die Ausströmung daraus bewirken. B. Vorrichtung nach Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher in dem gelochten Bande in der Weise im Verhältnis zum Stromunterbrecher und dem von diesem beeinflußten Meßorgan angeordnet sind, daß die Anzahl der Löcher die gesamte während einer Gärung einzuspeisende Würzemenge bestimmt, während der gegenseitige Abstand der Löcher den Rhythmus bestimmt, nach dem die Speisung erfolgen soll. g. Vorrichtung nach Ansprüchen 6, 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Ouecksilberunterbrecher (1q.) von einem wippbaren Halter (12) getragen wird, welcher oberhalb des Bandes (1¢) angebracht ist und sich unter Vermittlung einer am Halter angebrachten Spitze (T8) o. dgl. gegen das Band stützt, wobei die Anordnung so getroffen ist, daß der Halter, wenn ein Loch (ao) im Bande unter ihn kommt bzw. unter seine Spitze o. dgl., nach unten schwingt und damit die Lage des Stromunterbrechers ändert, so daß ein Stromkreis unterbrochen oder geschlossen, d. h. ein Impuls abgegeben wird. io. Vorrichtung nach Ansprüchen 6 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Halter des Stromunterbrechers oder eine sich gegen das Band stützende Spitze seitlich verschiebbar ist, so daß er über verschiedene Reihen von Löchern eingestellt werden kann. ii. Vorrichtung nach Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das bIeßorgan aus einem mit einer Zufuhrleitung für die Würze verbundenen Meßbehälter besteht, der mit einer Anordnung, z. B, einem selbstschließenden Ventil, wie einem Schwimmerventil, versehen ist. 12. Vorrichtung nach Anspruch ii, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zur Regelung der Würzezufuhr zum. Meßbehälter einstellbar ist, indem z. B. der Schwimmer im Verhältnis zu dem von ihm gesteuerten Ventil so eingestellt werden kann, daß die Würzemenge ihrer Größe nach verändert werden kann, nach deren Erreichung die Würzezufuhr in den Meßbehälter unterbrochen wird. 13. Vorrichtung nach Anspruch ii oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Meßbehälter mit getrennten, zweckmäßig von Elektromagneten einzeln gesteuerten Ein-und Auslaßöffnungen für die Würze versehen ist. 1.1. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Ein- und Auslaßöffnungen für die Würze im Verhältnis zueinander so angeordnet sind, indem die Einlaßöffnung beispielsweise an einen Überlauf angeschlossen ist, daß nicht die gesamte im Meßbehälter befindliche Würzemenge durch den Auslaß abfließen kann, sondern eine geringe Würzemenge an der Einlaßöffnung zurückbleibt. 15. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das ließorgan aus einem mit einem Zählwerk (Zeigerwerk) versehenen Flüssigkeitsmesser (70) besteht, dessen Zählwerk mit derart angeordneten elektrischen Kontaktvorrichtungen (78, 82) verbunden ist, daß jedesmal, wenn eine bestimmte Menge Flüssigkeit den Zähler durchströmt hat, ein Stromkreis (72) unterbrochen oder geschlossen wird, wobei die dabei entstehenden Impulse dazu verwendet werden, den Flüssigkeitsstrom durch den Zähler zweckmäßig unter Vermittlung eines elektromagnetisch heeinflußten Ventils (66) zu unterbrechen. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßorgan die abgemessene Würze menge nicht unmittelbar an den Gärbottich, sondern an einen Ausgleichbehälter abgibt, welcher die Flüssigkeit in einem ausgeglichenen Strom in den Gärbottich liefert.
DES116037D 1933-12-16 1934-11-11 Verfahren und Vorrichtung zur Einfuehrung von Wuerze in den Gaerbottich Expired DE643117C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE911963C (de) * 1947-10-14 1954-05-24 Waldhof Zellstoff Fab Verfahren und Vorrichtung zur Regelung des PH-Wertes bei der Hefeerzeugung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE911963C (de) * 1947-10-14 1954-05-24 Waldhof Zellstoff Fab Verfahren und Vorrichtung zur Regelung des PH-Wertes bei der Hefeerzeugung

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