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Straßengeleucht zur Erzielung einer möglichst gleichmäßigen Beleuchtung
mit einer hinter der Lichtquelle angeordneten Spiegelfläche Jede künstliche Beleuchtung
von öffentlichen Straßen und Plätzen hat den Mangel einer ungleichmäßigen Verteilung
der Helligkeit, und man hat schon viele Vorschläge gemacht, die eine Abstellung
oder wenigstens Milderung dieses Nachteils bezwecken, wie z. B. die Verwendung mattierter
Glasglocken oder den Einbau von ovalen, die Lichtquelle teilweise umschließenden
Spiegeln. Durch die teilweise mattierten Glasglocken wird zwar der Helligkeitsunterschied
einer Kreisfläche, deren Mittelpunkt das Geleucht ist, verringert, aber die Tatsache,
daß der zu beleuchtende Straßenabschnitt fast nie Kreisform hat, bleibt notgedrungen
unberücksichtigt. Die erwähnten ovalen, die Lichtquelle teilweise umschließenden
Spiegel weisen zwar, ihrer Form entsprechend, eine mehr ovalförmige Lichtverteilung
auf und bewirken auch eine Verringerung der Helligkeitsunterschiede, jedoch in einer
von dem Gegenstand der Erfindung gänzlich verschiedenen Weise. Denn gemäß der Erfindung
wird die Verringerung der Helligkeitsunterschiede unter Verwendung einer in an sich
bekannter Weise hinter der Lichtquelle angeordneten Spiegelfläche dadurch bewirkt,
daß die Spiegelfläche so geformt und einstellbar ist, daß der in der Fahrtrichtung
hinter dem Geleucht liegende und etwa bei diesem beginnende Strekkenabschnitt unmittelbar,
dagegen der darauffolgende, etwa an dem nächsten Geleucht endigende Streckenabschnitt
sowohl unmittelbar als auch durch von dem Spiegel zurückgeworfene Strahlen beleuchtet
wird. In den Abbildungen sind Ausführungsbeispiele des Verfahrens und der Vorrichtung
dargestellt, wobei ' Abb. i ein neunflammiges Gasglühlichtgruppenbrennergeleucht
gemäß der Erfindung im Schnitt, Abb. 2 das Geleucht der Abb. x in Ansicht von unten,
ohne Glasglocke und Glühkörper, Abb.3 eine weitere Ausführung eines Geleuchtes gemäß
der Erfindung im Schnitt, Abb. q. ein Diagramm der Lichtverteilung von Straßengeleuchten
gemäß der Erfindung zeigt.
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Das in den Abb. i und 2 dargestellte Gasglühlichtgruppenbrennergeleucht
weist ein rundes Gehäuse i auf, in das von oben die Gaszuleitung 2 einmündet, die
sich innerhalb des Geleuchtes in die Abendflammenleitung 3 und die Nachtflammenleitung
q. gabelt. Diese Leitungen führen zu der Abendflammendüse 5 bzw. zu der Nachtflammendüse
6, an' die sich die zugehörigen Mischkammern 7, 8 und Mischrohre g, io anschließen.
Alle diese Teile sind auch bei bekannten Glühlichtgeleuchten anzutreffen, während
die Verteilungskammern ii für die Abendflammen und 12 für die Nachtflammen von bekannten
Kammern stark abweichen. Die Verteilungskammern sind in den ovalen Abgasschornstein
13 eingebaut. Der flache Schirm 1q. der Lampe weist einen ebenfalls ovalen Ausschnitt
15 auf, der zur Aufnahme der vorzugsweise aus Klarglas bestehenden Glasglocke 16
dient. Der Boden 17 der Glocke ist geneigt ausgeführt. An dem Schirm 1q. sind
zwei
Gelenkbolzen =8 befestigt, in denen der Spiegelträger i9 gelenkig gelagert ist.
An dem letzteren ist der aus einem geeigneten Werkstoff, wie z. B. rostfreiem Stahl,
bestehende Hauptspiegel 2o befestigt, der mittels der Stellschraube: 2i höhenverstellbar
ist. Denkt man sich durch die Gelenke der beiden Bolzen 18 eine gerade° Linie gezogen,
so liegt diese in der Mitte zwischen den beiden durch die Glühkörpermitten gehenden
Linien. Der Spiegel 2o ist oben etwa nach einer Parabel gekrümmt, während er nach
unten in eine flache Kurve ausläuft. Die Brennlinie der Parabel liegt in der Verbindungslinie
der Bolzen 18. Die Neigung des Glockenbodens 17 entspricht der an dieser Stelle
durch die Spiegelkrümmung gegebenen Strahlenrichtung, der Nebenspiegel o-2 ist flach
unter dem Schirm und oberhalb, des Hauptspiegels angeordnet; er kann ebenso wie
der Hauptspiegel verstellbar sein, und zwar mit Hilfe der Schrauben 23. Die Oberkante
des Spiegels 2o kann so eingestellt werden, daß zwischen ihr und dem Schirm 14 Licht
nach hinten unmittelbar hindurchtreten kann, so daß auch ohne den Nebenspiegel 22
eine Aufhellung der Straßenoberfläche stattfindet.
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Das in Abb. 3 dargestellte Geleucht hat eine Glasglocke 24, deren
Boden nach einem-Halbkreis gebogen ist, dessen Mittelpunkt mit dem Mittelpunkt der
Lichtquelle übereinstimmt, d. h. also auf dei Verbindungslinie der Bolzengelenke
=8 liegt. Dadurch ist erreicht, daß an der Glasglocke keine wesentlichen Verluste
durch Lichtbrechung entstehen, denn die zunächst rechtwinklig austretenden Strahlen
kommen größtenteils überhaupt nicht zum zweiten Male durch die Glocke, und soweit
sie hindurchtreten, werden sie fast durchweg beim Austritt um den Betrag der Eintrittsbrechung
wieder zurückgebrochen, da Ein- und Austrittswinkel in jedem Falle gleich sind.
Verluste durch Brechung sind also praktisch nicht vorhanden.
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Zur Verhütung von unmittelbarer Blendung hat das Geleucht der Abb.
3 einen etwa senkrecht stehenden Schirm 25, an den sich eine' fein mattierte oder
schwach gefärbte Scheibe 26 anschließt. An sich ist es auch möglich, den Spiegel
2o, die Mattscheibe 26 und den Blendschirm 25 zu 'einem geschlossenen Kasten zu
vereinigen. In diesem Fall wird die Glasglocke weggelassen.
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Abb. 4 zeigt ein Schema der Lichtverteilung des Geleuchtes. Die beiden
Lichtmasten tragen je ein Geleucht A1 und A2 und sind in dem Abstand B, B2 voneinander
aufgestellt. Durch passende Einstellung der Stellschrauben 2z wird die Strecke Cl
Dl unmittelbar von den Glühkörpern, die Strecke Dl B2 dagegen sowohl unmittelbar
von den Glühkörpern als auch durch reflektiertes Licht beleuchtet. Die durch die
größere Entfernung bedingte Abnahme der Helligkeit wird also ausgeglichen durch
das Hinzukommen von Bespiegeltem Licht, da die Krümmung des Spiegels so gewählt
ist, daß die vbm unteren Teil des Spiegels ausgesandten Strahlen noch auseinandergehen,
dagegen die oberen Teil des Spiegels ausgehenden <Wrahlen allmählich wegen der
an dieser Stelle parabolisch werdenden Form des Spiegels mehr und mehr Bleichlaufen
und konzentriert werden, so daß also die Lichtstärke im Bereich des Winkels a nach
dem Schenkel A, B2 zu ihren Höchstwert erreicht. Es ergibt sich also für den Bereich
Dl B2, daß, je mehr die durch die direkte Ausstrahlung der Lichtquelle erzielte
Helligkeit wegen des Wachsens der Entfernung abnimmt, in um so stärkerem Maße Bespiegelte
Strahlung hinzukommt, die die Abnahme völlig oder wenigstens nahezu ausgleicht.
In Fällen, wo dieser Ausgleich noch nicht vollständig gelingt, wird durch den Nebenspiegel
7,2 Licht in den Bereich E2 C2 geworfen und auf diese Weise die Wirkung des unmittelbar
und mittelbar von dem Geleucht A1 kommenden Lichtes verstärkt. Auf diese Weise wird
eine mathematisch genau gleiche Helligkeit jedes einzelnen Punktes zwar nicht erreicht;
das ist auch gar nicht nötig, aber es ist mit Hilfe der Geleuchte gemäß der Erfindung
zweifellos möglich, auch bei großen Geleuchtabständen praktisch gleiche Helligkeit
der ganzen beleuchteten Fläche zu erreichen, besonders wenn die verstellbaren Spiegel
mit Hilfe vonHelligkeitsmessem auf die günstigsten\'ferte eingestellt werden.
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Diese Geleuchte eignen sich besonders für Einbahnstraßen, die ohne
weiteres an der Art ihrer Beleuchtung als solche zu erkennen sein würden, wobei
die ihnen eigentümliche Blendungsfreiheit in der Fahrtrichtung als ein besonderer
Vorteil anzusprechen wäre. Bei Einbahnstraßen würde auch eine Anordnung der Geleuchte
in der Mitte der Straße mit Hilfe von bekannten Überspannungsvorrichtungen Erfolg
versprechen. Und selbst in engen Straßen mit Verkehr nach beiden Richtungen würde
die Anwendung der Geleuchte noch einen erheblichen Vorteil gegenüber dem bisherigen
Zustande der Beleuchtung mittels der üblichen Lampen mit sich bringen, da die Helligkeit
gleichmäßiger werden würde. Durch den Spiegel könnte unter bestimmten Winkeln eine
Blendung herbeigeführt werden; in diesen Fällen wird, beispielsweise nach Abb.4,
vor den Spiegel eine Gelbscheibe gesetzt, oder es werden anders gefärbte oder mattierte
Gläser verwendet.
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Es liegt auf der Hand, daß die Anwendung solcher Geleuchte nicht auf
Gasglühlicht beschränkt ist. Die zur Erzielung einer möglichst großen Breitstrahlung
erfolgte Anordnung der Glühkörper in Reihen findet ihr Gegenstück in der Verwendung
handförmiger Lichtquellen, wie z. B. elektrischer Röhren-, Sofittenlampen
oder
ähnlicher Bauarten. Der besondere Vorteil für aus Gasglühlichtgruppenbrennern bestehende
Beleuchtungsanlagen liegt darin, daß es ohne weiteres möglich ist, die bisherigen
Reflektoren, Glasglocken und Verteilungskammern durch neue zu ersetzen und im übrigen
die vorhandene Lampe unverändert an Ort und Stelle zu belassen.