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Papierversandsack mit Seitenfalten W Die Erfindung bezieht sich auf
mit Seitenfalten versehene Säcke mit offenen Mündungen und besonders, jedoch nicht
unbedingt auf mehrfach gefaltete Säcke großer Abmessungen, die etwa 45 kg staubförmiger
Stoffe aufnehmen können.
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Es wurde bereits vor der Erfindung vorgeschlagen, bei mit Seitenfalten
versehenen Säcken als Verstärkungsmittel dienende und an den am meisten beanspruchten
Stellen nach Maßgabe ihrer Beanspruchung angeordnete Nieten, Verstärkungsstreifen
o. dgl. vorzusehen. Ein Ziel der Erfindung besteht nun darin, derartige Verstärkungsglieder
im Bereiche der Seitenfalten nahe und auf jeder Seite der Sackwandung anzuordnen,
um ein Ausweiten der Enden der Falten nahe der offenen Mündung während des Füllens
des Sackes und des darauffolgenden Schließens der Sackmündung zu verhindern.
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Nach der Erfindung soll zunächst ein mit dem Sackkörper aus einem
Stück bestehendes Mittel vorgesehen werden, das das Füllen dieses Sackes ermöglicht,
ohne daß die Falten zerrissen werden. Ein den Papiersäcken mit offenen Mündungen
anhaftender Nachteil besteht darin, daß sie dazu neigen, während des Füllvorganges
in. Unordnung zu geraten., und zwar so stark, daß es unmöglich ist, sie durch die
gebräuchliche Schließmaschine hindurchzuführen. Die Schließmaschine ist vorzugsweise
eine Nähmaschine, mit welcher quer über die offene Mündung des Sackes eine Nähnaht
gebildet wird.
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Ein zweites Ziel der Erfindung besteht darin, das obenerwähnte Hauptmerkmal
in der Weise zu verwirklichen, daß sich die äußere Gestalt des Sackes nicht wahrnehmbar
ändert. Papiersäcke finden liei Abnehmern großen.Gefallen, die bisher aus groben
Geweben hergestellte Säcke verwenden mußten. Einer der Gründe dafür, daß Papiersäcke
im Handel erfolgreich abgesetzt werden, ist darin zu sehen, daß sie ein glattes
Äußere aufweisen, auf welchem feine Aufdrücke und Erkennungszeichen angebracht werden
können. Ein Vorzug der Erfindung liegt in der Erhaltung dieser glatten, ungebrochenen
äußeren Gestalt.
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In Übereinstimmung mit der Erfindung hergestellte Säcke können mit
jeder Art von Sackfüll- und Schließmaschinen gefüllt und verschlossen werden, aber
besonders mit jenen, die die Mündung des Sackes verschließen. In einer solchen Maschine,
in welcher der Sack abgefüllt wird, ist die offene
Mündung frei
und _ungestützt. Das Gewicht des Stoffes -versucht; dieSeitenfalten nach außen auszuweiten
so daß der die Maschine Bedienende Zeit darauf verwenden muß, urig die Seitenfalten
an der Mündung des Sackes; wieder in Ordnung zu bringen, bevor di Sack der Schließmaschine
zugeführt werdeü'" kann. Die Erfindung verhindert diese Verzögerung des Arbeitsvorganges
.einer derartigen Maschine, in welcher mit Seitenfalten versehene Säcke gefüllt
und verschlossen werden können.
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In Übereinstimmung mit der Erfindung ist ein mit einer offenen Mündung
versehener, für schwere Lasten bestimmter Papierversandsack vorgesehen, der einen
flachgedrückten rohrartigen Rumpfteil aufweist, der längs seinen sich gegenüberliegenden
Längskanten mit Falten versehen ist. An einem Ende des Rumpfteils eines mit Seitenfalten
versehenen Sackes, der an einem Ende eine offene Mündung aufweist, befindet sich
ein Verschluß einschließlich Schließgliedern, um eine Ausweitung der Enden während
des Füllens und des darauffolgenden Schließens der offenen Mündung zu verhüten,
wobei sich die Schließglieder auf jeder Seite nahe der offenen Mündung im Bereiche
der Seitenfalten befinden. Das Schließglied weist eine genügende Festigkeit auf,
um Spannungen widerstehen zu können, die in den der geöffneten Mündung benachbarten
Teilen der Seitenfalten durch das Füllen und Schließen des Sackes 'und durch die
nach außen gerichtete Ausweitung des mittleren Teils des gefüllten Sackes entstehen.
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Zum Zwecke der Erläuterung sind in der Zeichnung Ausführungsbeispiele
der Erfindung dargestellt.
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. Fig. i zeigt eine bevorzugte Form. der Erfindung; der mittlere Teil
des Sackes ist weggebrochen.
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Fig. 2 ist eine teilweise Ansicht des Sackes, die eine Ecke des Sackes
zeigt, bei der eine einfache Form der Erfindung angewendet ist.
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Fig. 3, 4, 5 und 6 sind. der Fig. 2 ähnliche Ansichten, die Abänderungen
der Erfindung darstellen.
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Fig.7 ist eine Ansicht des oberen Teils eines in Übereinstimmung mit
der Erfindung hergestellten Sackes.
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Fig.8 ist eine Endansicht der geöffneten Mündung eines Sackes, bei
welchem die Erfindung angewendet ist; der Sack ist in gefüllter oder teilweise gefüllter
Stellung dargestellt. .
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Fig. 9 zeigt die Art, in welcher die Seitenfalten eines gewöhnlichen
Sackes während des- Füllvorganges zerrissen- werden.
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Fig. io ist in größerem Maßstab eine Ansicht eines Endes der geöffneten
Sackmündung; die Erfindung ist hier in Anwendung auf einen mit mehreren Falten versehenen
.,.Sack dargestellt.
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ig. ii ist eine schematische Ansicht einer `ll- und Schließmaschine,
in welcher der ',"@"ck gefüllt und verschlossen werden kann. "_`='° =Ein mit einer
offenen Mündung versehener Sack besteht, wenn er vom Abnehmer gekauft wird, aus
einem leeren, mit Seitenfalten 2i versehenen rohrartigen Schlauch 2o. Die Seitenfalten
entstehen durch das Einwärtsfalten der Ecken eines flachgedrückten rohrartigen leeren
Schlauches. Der Boden des Sackes wird durch einen, durch die Seitenfalten hindurchgehenden
Verschluß abgeschlossen, der wie bei 22 in Fig. r angedeutet, vorzugsweise aus einer
Nähnaht, aus Ösen oder anderen Verschließmitteln besteht. Der Sack wird vorzugsweise
mit einem Streifen 23 aus klebendem Stoff, wie z. B. gummierteni Kreppapier, hergestellt,
wobei der Streifen 23 über die Enden des Sackes gefaltet wird, um ein Durchsickern
des Füllgutes durch die Nähte oder Nahtlöcher zu verhindern und um ferner die Nähte
zu schützen und eine einheitliche äußere Gestalt des Sackes zu erreichen. Früher
hergestellte Säcke der hier beschriebenen Art weisen in ihrem gebrauchsfertigen
Zustand die oben angegebenen Nachteile auf.
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Die Erfindung besteht darin, daß am offenen Ende des Sackes ein Faltenhalteglied
angebracht wird. Aus Gründen der leichteren Herstellung und Erzielung höchster Festigkeif
ist die in den Fig. i, 8 und io dargestellte Form des Fältenhältegliedes vorzuziehen.
Dieses Glied besteht hauptsächlich aus einer Drahtöse 24, die mit dem Rumpf der
Öse parallel zu der Mündung durch die Ecken des Sackes vernietet ist und aus einem
Verstärkungsstreifen 25, der in U-Form um die Seite des Sackes gebogen ist, wobei
die Enden des Streifens unter dem Rumpf und den vernieteten Stellen der Öse liegen.
Diese Verstärkungsstreifen bestehen vorzugsweise aus zähem - faserigem Stoff. Sie
können selbstverständlich auch durch metallische oder andere aus biegsamen Stoffen
hergestellte Streifen ersetzt werden. Dieser Verstärkungsstreifen ist praktisch
in Verbindung mit großen Mehrfaltensäcken erforderlich, die vorgesehen sind, um
schweres Füllgut aufzunehmen, da die durch die in den Sack geleerte Last hervorgerufene
ausweitende Kraft oft sehr groß ist. und die Falten trotz der Ösen aufreißen würde.
In Fig. 2 ist nur eine geheftete Falte gezeigt, bei welcher der Verstärkungsstreifen
weggelassen ist: Größere Fegtigkeit oder eire gefälligeres Aussehen kann 'mit anderen
Formen von Heftmitteln erreicht werden, wie z. B. durch
die bekannten
bei 26 in den Fig. 3 und dargestellten Ösen oder durch Nieten 27,
die in den Fig. 5 und 6 dargestellt sind. Andere Formen von Heftgliedern ergeben
sich leicht von selbst. Beobachtungen haben gezeigt, daß die vergrößerten Köpfe
von Ösen vorteilhaft sind bei der Verpackung gewisser Füllgüter, bei welchen der
ausweitende Anprall des einfallenden Füllgutes heftiger und stärker als bei anderen
Stoffen ist. Das größere Festhaltevermögen einer geschlossenen Niete ist unter bestimmten
Umständen gleichfalls wünschenswert. Für die Vorrichtung gewisser Arten von Schließmaschinen
sind Nieten erwünscht, da sie so eingetrieben werden können, daß sie praktisch mit
der Fläche des Sackes bündig liegen.
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Jede Form der hier beschriebenen Halteglieder ist den anderen Formen
darin ähnlich, daß das Halteglied aus einem durch die Falten des Sackes getriebenen
Element besteht und in irgendeiner Weise vernietet ist, um die Falten in ihrer Lage
festzuhalten.
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Fig. 9 dient zur Erläuterung der Ursache, weshalb die bevorzugte Form
des Verstärkungsmittels, wie in den Fig.8 und io gezeigt, einen rund um die Ecke
des Sackes gebogenen Stoffstreifen a5 aufweist. In- Fig. 9 ist die Art dargestellt,
in welcher die Falten eines gewöhnlichen Sackes sich zu öffnen versuchen und während
des Füllvorganges in Unordnung geraten, wobei die Seiten des Sackes durch den in
diesem enthaltenen Stoff nach außen ausgeweitet werden. In den Fig. 8 und io ist
die bevorzugte Form des in Übereinstimmung mit der Erfindung auf die Mündung des
Sackes aufgelegten Verstärkungsgliedes dargestellt, bei der das Verstärkungsglied
aus einem Streifen eines Stoffes besteht, der rund um die Endecke des Sackes gebogen
ist. Selbstverständlich könnte das Verstärkungsglied auch aus zwei getrennten Teilen
eines Stoffes bestehen, von denen jeder zwischen einem Ende des Faltenhalteelementes
und der benachbarten Fläche des Sackes angeordnet ist. Die gezeigte Form ist vorzuziehen,
weil sie in bezug auf den Stoff die Kraft vergrößert, die erforderlich ist, um das
Faltenhalteelement durch den Sack hindurchzureißen. Die Falten werden durch ein
Einwärtsbiegen der Ecken 55 eines flachgedrückten, roluartigenleerenSchlauches gebildet,
so daß die Ecke- des Sackes eher an den Falzlinien 56 als bei 55 liegt. Während
des Füllens des Sackes versuchen die Seitenwände 57 sich nach außen zu biegen und
die Falten zu strecken, so daß sich der Sack einer rechteckigen Form nähert, die
bezüglich des Sackrumpfes auch einwandfrei ist, während sie an der offenen Mündung
verhindert werden muß. Die Faltenhalteglieder halten die Falten an der Mündung des
Sackes in ihrer Lage fest, so daß die-Ecke 55 an der Mündung in einwärts gedrückter
Lage verbleibt, während sie etwas unter der ',Zündung über die Ecken 56 hinaus ausgeweitet
wird. Auf die Faltenwandungen wird etwas unter dem offenen Ende eine bemerkenswerte
auswärts gerichtete Kraft ausgeübt, während die Falzteile 56 unter einem beträchtlichen
Winkel zusammenstoßen und versuchen, den äußeren Schenkel der Öse z6 zu zerreißen
oder die äußere Ecke irgendwelcher angewendeter Halteglieder eher durch den Sack
zu reißen, als eine auf dem ganzen Ende des Haltegliedes verteilte Spannung zu erzeugen.
Der Verstärkungsstreifen a5 bringt die Falze 56, wenn er um die Seitenecke' des
Sackes gefaltet ist, an der Stelle 58. zusammen und hält die Falten in einem solchen
Umfange zurück, daß die auswärts gerichtete Kraft gleichmäßig auf dem ganzen Umfange
des Faltenhaltegliedes verteilt wird.
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In den Fig. i und 6 sind Haltegliedformen in einer solchen Beziehung
zum Rande 3o des Sackes dargestellt, daß die gebräuchliche Schließvorrichtung eine
Schließlinie3i von Nähten, Nieten oder Ösen unter den Heftmitteln erzeugt, ohne
daß dabei die Öse und der Verstärkungsstreifen durch die Wirkung der Schließvorrichtung
gestört würden. Die Lage der Heftmittel ist hauptsächlich wegen der Behandlung vorteilhaft,
welcher ein großer gefalteter Sack bei der Verladung gewöhnlich unterworfen ist.
Es ist bekannt, daß diese Säcke oft fallen gelassen und umgeworfen werden, so daß
sie platzen könnten, bevor sie ihren endgültigen Bestimmungsort erreicht haben.
Um die übermäßigen Spannungen auf die Schließlinie zu mindern -und damit eine Stelle,
die der Bruchgefahr ausgesetzt ist, zu verstärken, wurden Nahtverschlußarten entwickelt,
bei denen zwischen den einzelnen Strichen ein elastisches Band o. dgl. eingefügt
wurde.
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Die Anordnung der Halteglieder unter der Schließlinie würde offenbar
die Wirksamkeit eines solchen Verschlusses vermindern. Ebenso würde sie selbst zu
Stoffverlusten führen, wenn die Halteglieder durch das Füllgut des Sackes hindurchgesteckt
werden müssen.
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Es gibt jedoch Schließmaschinen welche diese Wechselwirkung der Halteglieder
und der Schlußlinie nicht gestatten. Aus diesem Grunde muß die Öse oder andere Halteglieder,
wie in Fig. 7 dargestellt, unter der Schlußlinie angebracht werden; sie dürften
jedoch auf keinen Fall weit darunter liegen.
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Die Fig. B und io zeigen, wie die Mündung eines in Übereinstimmung
mit der Erfindung hergestellten Sackes sich zu öffnen versucht, wenn die Sackmündung
ausgeweitet wird,
um einen Fülltrichter, wie z. B. den - Fülltrichter
4o der Fig. i i, aufzunehmen, durch welchen das Gut eingefüllt wird. Fig. i i zeigt
schematisch eine Füll- und Schließmaschine, die einen Förderer 44 ein durch den
Trichter 4o angedeutetes Füllmittel und ein durch den Nähmaschinenkopf 42 dargestelltes
Schließmittel aufweist. Die Mittellinie der Nähnadel ist bei 43 etwas unter der
Ose 24 angedeutet, und der Verstärkungsstreifen 25 ist auf den gefüllten Sack 2o
aufgelegt. Diese Vorrichtung ist ebenfalls dazu vorgesehen, um einen Streifen 45
aus gummiertem Stoff, ähnlich, dem Streifen 23, über das das: Halteglied tragende
Ende des Sackes zu legen. Ein Vorteil der Erfindung besteht noch darin, daß das
Halteglied durch den Streifen 45 zugedeckt wird, so daß ein gleichmäßiges Äußere
des Sackes gewährleistet ist.