DE63328C - Webstuhl zur Herstellung plüschartiger Gewebe - Google Patents

Webstuhl zur Herstellung plüschartiger Gewebe

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DE63328C DENDAT63328D DE63328DA DE63328C DE 63328 C DE63328 C DE 63328C DE NDAT63328 D DENDAT63328 D DE NDAT63328D DE 63328D A DE63328D A DE 63328DA DE 63328 C DE63328 C DE 63328C
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    • D03D27/00Woven pile fabrics
    • D03D27/02Woven pile fabrics wherein the pile is formed by warp or weft
    • D03D27/06Warp pile fabrics

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die vorliegende Erfindung, betrifft einen Webstuhl zur Fabrikation von Matten, Decken, Teppichen und ähnlichen Artikeln, bei welchen Noppen durch das von den Kettenfäden und Schufsfäden gebildete Gewebe gehalten werden, und es liegt das charakteristische Merkmal der vorliegenden Maschine in der besonderen Art und Weise, wie die zur Bildung der Noppen dienenden Polkettensträhne mit dem Grundgewebe verwebt werden.
Kurz bemerkt sei hier vorläufig nur, dafs die Fäden der in zwei Fächer (Oberfach und Unterfach) getheilten Polkette D sowohl aufsteigen und absteigen, als auch seitlich verschoben werden können, derart, dafs nach jedesmaligem Absteigen eine Seitenverschiebung eintritt, so dafs die zu jedem Grundkettenfaden E gehörenden Polkettenfäden abwechselnd auf der rechten und linken Seite des ersteren sich befinden, wobei durch die nach dem Durchführen des Einschufsfadens erfolgende Umschaltung der beiden Fächer der Grundkettenfäden die vordem gebildeten, aufrecht stehenden und von Haken b& gehaltenen Schlingen der Polkettenfäden festgelegt werden, worauf ein über die Schlingen geführtes Messer die ersteren zur Herstellung der Noppen aufschneidet.
Die Art des herzustellenden Gewebes ist in Fig. ι ο im Skelett, in der Richtung der Grundkettenfäden aus einander gezogen, dargestellt. Man hat ein solches Gewebe bisher nur durch Hand, durch die sogenannte Knüpfarbeit, herstellen können. Die einzelnen Noppen w* wurden nach Herumführen um ihren Grund bezw. Kettenfaden oberhalb des letzteren verknotet und dann festgeschlagen, wobei sie derart angeordnet waren, dafs die Noppen des einen Kettenfadens zwischen denen der benachbarten beiden Kettenfäden lagen bezw. dafs die in derselben Horizontalen (die Kettenfäden vertical gedacht) liegenden Noppen abwechselnd einen Kettenfaden umfafsten und den benachbarten frei hindurchliefsen. Die nächstfolgende Schicht der Noppen lag dann versetzt zu der unteren, wie dies aus der Fig. 10 ersichtlich ist.
Genau dieses Gewebe soll also die neue Maschine liefern, jedoch ohne Verknotung, und zwar in der Weise, dafs die Noppen aus einer besonderen Kette, der aus Strähnen bestehenden sogenannten Polkette, gebildet werden, wobei ebenso viel solcher Strähne Verwendung finden, wie Grundkettenfäden vorhanden sind, und wobei der zu jedem Grundkettenfaden gehörende Polkettensträhn in eigenthümlicher Weise am und unter dem Grundkettenfaden geführt wird. Es kann dies aus der Fig. 10 ersehen werden, wenn man die auf den Faden A vorhandenen vier Noppen nach den dabei stehenden Zahlen verbindet. Der unterhalb des Fadens A von der anderen Seite herkommende Strähn steigt zunächst auf, bildet dann von 1 nach 1 eine Schlinge, geht wieder abwärts und steigt auf der anderen Seite des Fadens A wieder auf, bildet hier wieder eine Schlinge von 2 nach 2, geht nun von neuem abwärts und auf der ersten Seite wieder auf, bildet dann von 3 nach 3 eine weitere Schlinge u. s. w. In derselben Weise, nur versetzt zum Faden A, werden auch auf dem benachbarten Grundkettenfaden Schlingen
durch den zu ihm gehörenden Polkettensträhn von 4 nach 4, 5 nach 5, 6 nach 6, und auf dem nächsten Faden, wieder versetzt, von 7 nach 7, 8 nach 8 und 9 nach 9 gebildet. Die durch Verbindungen der um die Grundkettenfäden liegenden Theile der Polkettenfäden gebildeten Schleifen werden dann, wie oben erwähnt, aufgeschnitten, und zwar geschieht dies erst dann, wenn der nächste . Schufsfaden hindurchgezogen und festgeschlagen ist, so dafs die Schleifen bezw. Noppen vollkommen festliegen.
Es soll nun zuerst die mechanische Zusammensetzung des Webstuhles und die Bewegungsweise der Mechanismen und dann die Arbeitsweise beschrieben werden.
Zwei verticale Rahmen/6/6, Fig. 1,4 und 5, von denen/5 innerhalb von /6 angeordnet ist, können beide um eine horizontale Achse /7 abwechselnd vorwärts und rückwärts schwingen. Dieses abwechselnde Schwingen der beiden ,Rahmen wird durch einen waagebalkenartigen Hebel /3, Fig. 1, bewirkt, der in r seinen Drehpunkt hat, einerseits vermittelst zweier Arme /4 mit den Rahmen /5/6 und andererseits mittelst einer verticalen Stange /2 mit einem um s sich drehenden Hebel /' verbunden ist, welch letzterer durch eine auf der Welle B sitzende Daumenscheibe/ aufwärts bewegt wird und hierbei eine am Hebel r angreifende Spiralfeder auszieht, die dann die Rückbewegung selbstthätig herbeiführt.
Aufser dieser schwingenden Vor- und Rückbewegung können die Rahmen /5/6 auch seitlich, und zwar beide gleichzeitig verschoben werden. Die seitliche Verschiebung geschieht auf der bereits vorerwähnten Achse /7, und es ist der Doppelrahmen /5/6 zu diesem Zweck in geeigneter Weise mit einem kurzen, horizontalen Arm gf, Fig. 1, verbunden, der auf einer verticalen Achse g3 sitzt. Letztere ist vermittelst einer Stange g'2 mit einem Hebel g1 verbunden, der von einer auf der Welle C angeordneten Daumenscheibe g bethätigt wird.
In bezw. an jedem der Rahmen/5/6 können Träger <f2, Fig. 1, 4 und 5, auf- und abbewegt werden. Diese Träger d% dienen zum Halten der die Polkettenfäden tragenden und später noch zu beschreibenden Arme d3. Jeder Polarmträger d'2 gleitet auf dem ihm zugehörigen Rahmen mittelst vier Führungen t, Fig. 4 und 5, von denen je zwei über einander stehende durch Stangen u verbunden sind. An den unteren Führungsstücken t ist dann der die Polarme d3 tragende Querbalken befestigt. An der Aufsenseite jedes der unteren Führungsstücke befindet sich ein mit einer Rolle ν versehener Stift. Unter diese Rollen greifen Hebel d1, Fig. 1 und 5, die in 5 ihren Drehpunkt haben und von Daumenscheiben d, die auf der Welle B sitzen, bethätigt werden; die Daumenscheiben d besorgen jedoch nur das Anheben der Träger d'2, während das Senken der letzteren durch ihr eigenes Gewicht bewirkt wird. Die von den am Rahmen /5 sitzenden Polträgern gehaltenen Arme d3 bestehen, wie die Fig. 1 und 6 erkennen lassen, aus nach oben und etwas schräg nach hinten gerichteten Stäben, welche oben einen nach vorn sich erstreckenden nasenartigen Ansatz (Fig. 7 bis 9) tragen. Der hintere Theil dieses Ansatzes besteht aus zwei Platten d 5, Fig. 6, zwischen denen Rollen d1 angeordnet sind. Ueber diese Rollen laufen, wie die Fig. 1 und 7 bis 9 zeigen, die Polkettenfäden Z), welche sich nach der Spitze des Ansatzes zu vereinigen und hier durch eine Führung de gehen, welche von dem oberen Theil <f4, Fig. 1, gehalten wird. Die Construction der von dem am Rahmen /6 sitzenden Polträger gehaltenen Polarme ist genau dieselbe, nur mit dem geringen Unterschied, dafs die Stäbe hierbei anstatt nach hinten nach vorn gerichtet sind, wie dies Fig. 1 deutlich zeigt. Die Anordnung der Polarme des einen Trägers zu denen des anderen ist derartig, dafs ein Arm des einen Trägers stets in die Lücke zwischen zwei Arme des anderen Trägers eintritt, wie es Fig. 5 erkennen läfst. -
Vor dem eben beschriebenen Mechanismus ist die Lade G mit dem Riet G1 angeordnet; die Lade mit dem Riet ist von den älteren Constructionen nur dadurch unterschieden, dafs sie in gröferen Dimensionen gehalten ist. Ihre vor- und rückwärtsschwingende Bewegung wird durch eine auf der Welle A sitzende Kurbel hervorgebracht, mit welcher die Lade durch eine Gelenkstange verbunden ist. Durch den zwischen je zwei Stäben des Rietes befindlichen Raum ragt die Nase eines Polkettenarmes, so dafs also bei der in Fig. 1 gezeigten Stellung des Webstuhles die Polarme des Rahmens /5 durch jeden zweiten Raum hindurchtreten, und zwar im unteren Theil desselben, während die Polarme des anderen Rahmens durch die verbleibenden Räume hindurchtreten, und zwar im oberen Theil derselben.
Jede Platte des Rietes besitzt an der Vorderkante einen Ausschnitt, in welchen sich bei der Vorwärtsbewegung des Rietes die seitlichen Theile der beiderseits befindlichen Rollen d6 einlegen können, damit vollkommener und fester Anschlag des Rietes an das Gewebe erfolgen kann.
Durch jeden Raum zwischen je zwei Stäben des Rietes geht aber aufser den Nasen der Polkettenträger noch je ein Faden der Grundkette E, und zwar durchläuft der Faden genau die Mitte des Raumes (in horizontaler Ebene), während der dazu gehörige Polkettenträger sich seitlich vom Grundkettenfaden befindet.
Hierdurch wird es möglich, die Polkette einmal auf die linke, das'andere Mal auf die rechte Seite des zu ihr gehörenden Grundkettenfadens zu bringen.
Die in bekannter Weise aus Stäben und Litzen bestehenden Schäfte, welche in ihren Augen die Grundkettenfäden tragen, sind an der Oberseite durch Schnüre verbunden, die über Rollen laufen. An der Unterseite jedes Schaftes ist eine Stange e2 angebracht, die mit einem Hebelarm e\ Fig. ι, in Verbindung steht. Beide Hebel el werden durch Daumenscheiben e e, die auf der Welle B sitzen, abwechselnd bethätigt, so dafs jeder Flügel e3 in auf- und absteigende Bewegung versetzt wird und so das Umtreten des Ober- und Unterfaches der Grändkettenfäden bewirkt.
Vor der Lade ist ein zum Transport des fertigen Gewebes dienender, mit feinen Spitzen besetzter breiter Riemen ae angeordnet. Die untere , grofse Walze, durch welche der Riemen bewegt wird,- besitzt an der einen Seite ein Sperrrad Λ4, gegen welches eine am Arm a3 befestigte Sperrklinke a5 wirkt. Der Arm a3 ist mittelst einer Stange a2 mit einem doppelarmigen Hebel a1 verbunden, welcher durch eine auf der Welle A sitzende Daumenscheibe a in hin- und hergehende Bewegung versetzt wird. Diese wird auf den Arm α3 übertragen, welcher demnach mit, seiner Sperrklinke a5 das Sperrrad al und somit auch den Riemen ae in absatzweise Drehung versetzt.
Oberhalb des Riemens ae sind Häkchen bs an der Unterkante einer horizontal gelagerten Platte b5 befestigt. Letztere umfafst oben eine Achse &4, um welche die Platte b5 hin- und herschwingen kann, so dafs die Häkchen mit den Strähnen der Polkette in Eingriff kommen können. Aufserdem kann man der Platte b5 auch eine axiale Verschiebung ertheilen, und zwar durch einen an der verticalen Welle h3 oben befestigten Arm b h. Die Welle h3 ist durch eine Stange h2 mit einem Hebel h1 verbunden, der von einer auf der Welle C sitzenden Daumenscheibe h hin- und herbewegt wird. Die Häkchen be können mithin sowohl vorwärts und rückwärts schwingen, als auch seitlich verschoben werden. Ueber den Häkchen b6 ist ein Messer c7 auf einer Platte ce befestigt, die mittelst Winkelhebels c5 mit einer Stange c4 verbunden ist; letztere ist durch einen Arm mit einer verticalen Achse c3 verbunden, durch welche eine scheerenartige Bewegung des Messers c7 gegen die Haken be herbeigeführt werden kann. Die Welle c3 wird mittelst einer Stange g2 von einem Hebel c1 aus bewegt, der von einer auf der Welle A sitzenden Daumenscheibe c bethätigt wird. Aufser dieser scheerenartigen Bewegung kann das Messer c7 zusammen mit den Häkchen b6 auch vorwärts und rückwärts schwingen.
Achse ö4, um welche die Platte b5 ihre Oscillation ausführt, ist mittelst eines Armes b3 mit einer Stange b2 verbunden; letztere besitzt am hinteren Ende eine abwärts gerichtete Nase, gegen welche sich ein am Hebel b1 sitzender Stift legt. Es wird dieser Hebel von einer auf der Welle A sitzenden Daumenscheibe b bethätigt.
Die Arbeitsweise des Webstuhles ist nun die folgende:
Es sei angenommen, dafs die Polkettenträger d3 alle auf der rechten Seite des zu jedem gehörigen Grundkettenfadens sich befinden, so werden diejenigen Träger, deren Bewegung zuerst erfolgen mufs, etwas nach vorn geneigt sein, während die übrigen Träger etwas nach hinten gerichtet sind, wie dies in Fig. 7 gezeigt ist.
Die Haken b6 werden jetzt nach den Trägern zu geschwungen und treten somit zwischen die vorn befindlichen Polkettensträhne; jetzt erfolgt Linksverschiebung der Haken und Zurückschwingen, so dafs die Strähne nun innerhalb der Haken liegen, wie dies Fig. 7 punktirt zeigt. Die betreffenden Polarmträger d2 senken sich nunmehr so weit, dafs die oberen Spitzen der Theile d* ds unter das Oberfach E1 der Grundkettenfäden gelangen, worauf Linksverschiebung der Rahmen f5/6 eintritt, und zwar bei gleichzeitiger Oscillation um die Achse f1 bezw. gleichzeitigem Platzwechsel von fh und fe. Jetzt sind also die zuerst nach vorn geneigt gewesenen Polkettenarme nach hinten gelegt, während die übrigen und obengebliebenen Arme nach vorn gerichtet sind (Fig. 8), und nun erfolgt Wiederaufsteigen der gesenkten Arme mit den Polsträhnen.
Dieses Wiederaufsteigen erfolgt aber nunmehr, auf Grund der vorhergegangenen Linksverschiebung, auf der linken Seite der betreffenden Grundkettenfäden, so dafs die dazu gehörigen Polkettensträhne um ihre Grundfäden . 'herumgelegt werden (Fig. 9). Jetzt wechseln die beiden Fächer E1 E2 der Grundfäden die Plätze, und der Schufsfäden s1 wird vom Schiffchen s hindurchgeführt. Gleich nach dieser Durchführung wird der Schufsfäden vom Riet festgeschlagen, so dafs die in vorbeschriebener Weise gebildeten Schleifen unverrückbar an ihrem Platz gehalten sind. Nun kommt das Messer c7 zur Wirkung und schneidet die Schleifen auf, wodurch die Noppen gebildet werden.
Sobald nun das Messer zurückgegangen ist, bewegen sich die Haken b6 nach vorheriger Rechtsverschiebung wieder gegen die Polkettensträhne und kommen diesmal mit dem anderen Satz derselben in Eingriff. Hier wiederholt sich nun genau dasselbe, was eben beschrieben wurde, indem die Träger, sobald die Haken nach dem Linksverschieben und beim Zurück-
schwingen in die Normallage die betreffenden Strähne mitgenommen haben, abwärts gehen (Fig. i), nach links verschoben werden und wieder aufsteigen, worauf, nach Wechselung der beiden Grundkettenfädenfächer, Durchwerfen der Spule, Festschlagen des Einschlagfadens und Aufschneiden der neugebildeten Schleifen eintritt.
Während nun also bei den beiden eben dargestellten Arbeitsfolgen die Träger von der rechten Seite ihrer Grundkettenfäden auf die linke gelangten, werden sie bei der nun folgenden Schlingenbildung von links nach rechts bewegt werden, dann wieder von rechts nach links und so fort, so dafs also jeder Polkettensträhn stets mit demselben Grundkettenfaden verbunden wird. Zu den bisher beschriebenen Theilen des Webstuhles kommt nun noch eine weitere Vorrichtung (Fig. 2), durch welche die Länge der gewebten Decken etc. automatisch begrenzt werden kann, derart, dafs eine beliebige Anzahl beliebig langer Decken hergestellt werden kann, welche durch Fäden und Strähne lose zusammenhängen, so dafs man nur diese Fäden durchschneiden mufs, um einzelne Decken zu erhalten. Die Controlvorrichtung besteht zunächst aus einer auf der Welle C befindlichen Trommel, welche auf ihrer Mantelfläche mit einer spiralförmig umlaufenden Nuth versehen ist. Es besitzt nun die Trommel an verschiedenen Stellen verschiedenen Durchmesser, und zwar wird der Durchmesser zuerst so weit reducirt, wie es bei P punktirt dargestellt ist; es erfolgt dann eine weitere Reduction bei z3, und hierauf wird der Durchmesser der Trommel wieder vergröfsert bis zu P und dann gegen den Schlufs hin an einer Stelle, so weit wie i5 anzeigt. Die Nuth i1 folgt diesen verschiedenen Umfangen von Anfang bis Ende und mündet am Schlufs vollkommen frei nach aufsen. Es läuft in der Nuth i1 eine Rolle k3, die an einem Arm k1 sitzt, der um einen verticalen Zapfen k2 drehbar ist. Der Zapfen k"1 sitzt an der Nabe eines Hebels k, der einen nach oben gerichteten Arm ke besitzt und an der anderen Seite mit einer Stange Iv" verbunden ist, welche die Stange &2, Fig. 1, anheben und wieder senken kann. An der linken Seite (Fig. 2) besitzt der Hebel k eine unregelmäfsig gestaltete Anschlagfläche, gegen welche ein am Hebel a1 befindlicher Stift k α anschlägt. Die Horizontaldrehung des Armes k1 nach rechts wird durch einen am Hebel k befindlichen, verstellbaren Anschlag /c4 nach Bedarf begrenzt.
Eine Spiralfeder ist beständig bestrebt, den Hebel k und mit ihm den Arm k1 aufwärts zu ziehen, so dafs, wenn die Rolle k3 der Nuth z1 in allen Theilen folgt, abwechselnd ein Heben und Senken des Hebels k eintritt. Am oberen Ende des Armes A:6 ist ein Arm kn angeordnet, der vermittelst eines Winkelhebels ks einen Haken k9, Fig. 1 und 2, bethätigen kann, und zwar wird, sobald die Rolle k3 in den mittelsten, also kleinsten Theil der Trommel gelangt, der Haken k9 unter einen am Hebel dl befindlichen Stift k d gebracht, welcher nunmehr natürlich eine Abwärtsbewegung des Hebels d mit den von ihm bethätigten Polkettenträgern verhindert. Da nun aber für jeden Hebel d1 ein Haken vorhanden ist und alle Haken auf einer gemeinsamen Welle sitzen, so werden beide Reihen Polkettenträger hierdurch natürlich aufser Wirkung gesetzt. Aufserdem wird aber durch Hebung der Stange A:5 auch eine Anhebung der Stange b* herbeigeführt, so dafs der Hebel b1 nicht mehr gegen letztere wirken kann und somit die schwingende Bewegung der Haken be und des Messers aufhört.
Die vorerwähnte, unregelmäfsig gestaltete Anschlagfläche des Hebels k besitzt einige Vorsprünge, welche bei der Bewegung des Hebels auch auf den Stift k α des Hebels a1 wirken und somit die Gröfse des Ausschwingens desselben verändern. Hierdurch wird die Bewegung des Riemens a6 verändert für den sogleich zu beschreibenden Zweck.
Sobald nun genügend Gewebe für eine Matte etc. in der oben dargelegten Weise fertiggestellt ist, tritt der automatische Regler (Fig. 2) in Thätigkeit, um die Fabrikation für kurze Zeit zu unterbrechen. Wenn nämlich die Rolle k3 des Hebels k1 von dem Haupttheil der Trommel auf den reducirten Theil P gelangt, so treten die Haken kd in der früher beschriebenen Weise in Wirksamkeit und halten die zur Auf- und Abbewegung der Polkettenarme ds dienenden Hebel dl fest, so dafs keine weitere Schlingenbildung seitens der Polkettensträhne vor sich gehen kann. Aufserdem ist aber auch die Stange b'2 durch k5 am hinteren Ende angehoben, wodurch die schwingende Bewegung der Haken und des Messers ebenfalls unterbrochen wird.
Während nun die übrigen Mechanismen des Webstuhles weiter arbeiten, wird ein einfaches glattes Gewebe (Fig. 10 links) durch die Grundkettenfäden und Schufsfäden gebildet. Nach ganz kurzer Zeit gelangt die Rolle ks des Hebels kl auf den noch weiter reducirten Theil i3 der Spiralnuthtrommel, und hierbei wird die untere Nase der unregelmäfsigen Anschlagfläche des Hebels k an der Nase'A a des Hebels a1 vorbeigezogen, was bewirkt, dafs der von α3 α 4 α 5 und der Stange α 2 aus bewegte Transportriemen aR einen einmaligen Weg von mehreren Zoll durchläuft, so dafs also auf das einfache Gewebe eine mehrere Zoll lange, nur aus Grundkettenfäden bestehende Strecke (Fig. 10 links) folgt.
Nun gelangt die Rolle k3 wieder auf einen stärkeren Theil der Trommel, und der Webstuhl fertigt jetzt wieder ein kurzes Stück des einfachen glatten Gewebes. Es erfolgt ein weiteres Sinken der Rolle k3 beim Anlaufen auf eine wieder etwas stärkere Stelle i* der Spiralnuthwalze il, wodurch die Haken k9 ausgelöst werden, so dafs nunmehr die Polarmträger d2 mit den Polkettenträgern d3 und den von letzteren geführten Polkettensträhnen D wieder zu arbeiten anfangen.
In diesem Moment gelangt auch die Rolle A:3 des Hebels k x auf den erhöhten Theil i5, wodurch die obere Nase der Anschlagfläche des Hebels k unter den Stift k α kommt und so ein Heben der Hebel k1 und k vorläufig nicht eintreten kann. Sowie nun aber die Spiralnuth plötzlich frei nach aufsen endigt, wird der Hebel k\ der doch seine Horizontallage unter dem Einflufs des Stiftes k α auf die obere Nase von k beibehalten mufs, durch eine Spiralfeder nach links zurückgeschnellt, also in seine Anfangsstellung gebracht, während gleichzeitig der Hebel α1 von seiner Daumenscheibe aus geschwungen wird, so dafs die Nase von k vom Stift k α frei wird und die Rolle ks wieder in die Nuth gelangen kann. Die dadurch auch gesenkte Stange b2 kann nun auch wieder von dem Stift des Hebels b erfafist und befhätigt werden, und es ist der ganze Webstuhl . nunmehr wieder in voller Thätigkeit, so dafs wieder eine Decke gewebt wird. Nach Fertigstellung derselben wiederholt sich das eben beschriebene Spiel des Apparates in genau derselben Weise, so dafs also sämmtliche Decken, so wie sie vom Webstuhl kommen, durch ihre Kettenfäden verbunden sind.
Nicht unerwähnt kann bleiben, dafs man die Lagenänderung zwischen den Grundkettenfäden E und den Polkettenträgern d3 auch dadurch erreichen kann, dafs man nicht den letzteren, sondern den ersteren Seitenverschie- ■ bungen nach dem Senken bezw. Aufsteigen ertheilt, wobei dann die Polketten träger nur einfach auf- und abzugleiten brauchen. Die Seitenverschiebungen der Grundkettenfäden erzielt man am leichtesten durch Bewegung der beiden Schäfte e3.
Anstatt zweier Satz Polkettenträger, wie im vorbeschriebenen Webstuhl, kann man auch nur einen verwenden. Es können aber auch noch mehr als zwei Satz Polkettenträger verwendet werden. Selbstverständlich kann man den automatischen Regler (Fig. 2) nach Wunsch ausschalten oder auch ganz fortlassen, sofern man lange Decken in Läuferform herzustellen wünscht.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Ein Webstuhl zur Herstellung plüschartiger' Gewebe, bei welchem die Bildung des Poles dadurch zu Stande kommt, dafs die mittelst auf- und nieder-, sowie vor- und zurückschwingender Polkettenkämme (ds i4 Ψ) bewegten Polfäden abwechselnd rechts und links der zugehörigen Grundkettenfäden gehoben und vor ihrem darauf folgenden Niedergange durch einen Hakenkamm (b6) in Schlingenform hochgehalten werden, welche Schlingen schliefslich durch ein am Hakenkamm (b6) hingleitendes Messer (c1) aufgeschnitten werden.
  2. 2. Der unter 1. gekennzeichnete Webstuhl, sofern derselbe mit einer Ausrückvorrichtung versehen ist, welche nach Fertigstellen eines Waarenstückes die polbildenden Werkzeuge ausrückt und nach Herstellung eines Vorschlages die Schaltbewegung der Waare derart vergröfsert, dafs dieselbe zwischen je zwei Vorschlägen nur aus Kettenfäden besteht.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
DENDAT63328D Webstuhl zur Herstellung plüschartiger Gewebe Expired - Lifetime DE63328C (de)

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