DE632783C - Sterilisieren von Fluessigkeiten - Google Patents
Sterilisieren von FluessigkeitenInfo
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- A23B2/53—Preservation of foods or foodstuffs, in general by irradiation without heating with ultraviolet light
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Description
Das Sterilisieren von Flüssigkeiten, insbesondere von flüssigen Nahrungsmitteln, wie
z. B. Milch, bzw. das Erzeugen von Vitaminen (Vitamin D) in solchen Flüssigkeiten
mittels des ultravioletten Lichtes einer Quecksilberdampflampe soll gemäß der Erfindung
verbessert werden. Für die Feststellung des Erfolges der Bestrahlung der in Betracht
kommenden flüssigen Nahrungsmittel benutzt man bis jetzt den vergleichenden Tierversuch
(Fütterungsversuch), der je Untersuchung etwa zehn kleine Versuchs- und KontrolMere
und einen Zeitaufwand von 10 bis 14 Tagen erfordert. Im Falle von Milch liegen also
die Ergebnisse erst vor, nachdem das Nahrungsmittel etwa 2 Wochen vorher in den
Handel und zum Verzehr gekommen ist. Außerdem verursacht jede solche Nachprüfung
hohe Kosten.
Gemäß der Erfindung soll diese teure und ihre Ergebnisse viel zu spät liefernde Prüfungsweise
durch neue technische Hilfsmittel, die schon während der Behandlung des Nahrungsmittels
in der Bestrahlungseinrichtung angewendet werden, entbehrlich gemacht werden. Das Erfindungsziel besteht darin, die
Betriebssicherheit der Bestrahlungsanlage hinsichtlich der Sterilisations- und Vitaminisierungswirkung
durch im wesentlichen selbsttätig wirkende Regelungs- und Überwachungshilfsmittel
so zu erhöhen, daß ungleichmäßige Ergebnisse im Ausfall der behandelten Nahrungsmittel praktisch ausgeschlossen
werden. Der erst auf die Behandlung folgende Tierversuch wird auf etwa im wissenschaftlichen Interesse vorzunehmende
Stichproben beschränkt, während im übrigen eine dauernde und leicht überwachbare Betriebsregelung
an seine Stelle gesetzt wird.
Der angestrebte Erfolg wird dadurch erreicht, daß jede Bestrahlungslampe mit einer
ausgewählten, nur 60 bis höchstens 80 °/0 der
Höchstintensität der neuen Lampe hinsichtlich der chemischen Wirkung des ultravioletten
Lichtes betragenden Betriebsintensität benutzt und zugleich die Anschlußspannung
der Lampe zwecks Gleichhaltens dieser Betriebsintensität selbsttätig geregelt wird.
Dieses Verfahren wird gemäß der Erfindung noch dadurch ergänzt, daß die Betriebsintensität
der Quecksilberdampflampe fortlaufend selbsttätig gemessen wird und die Messungsergebnisse fortlaufend selbsttätig auf eine
Schreibvorrichtung übertragen werden.
Durch das Betreiben der Bestrahlungslampe mit nur 60 bis 80 °/o ihrer im neuen
Zustande vorhandenen Höchstintensität und die damit verbundene selbsttätige Regelung
der Anschlußspannung der Lampe wird erreicht, daß der Bestrahlungserfolg so gleichmäßig
ausfällt, wie es technisch überhaupt erreichbar ist. Durch das zusätzliche fort-
laufende selbsttätige Messen und Aufzeichnen der gewünschten Betriebsintensität der
Quecksilberdampflampe wird ferner nicht nur die Bedienung der Anlage erleichtert, sondern
zugleich auch dem öffentlichen Gesundheit^-;
beamten ein überaus einfaches Hilfsmittel zur Überwachung der Anlage zur Verfügung.!1
gestellt.
Gemäß der Erfindung sind selbsttätig wirkende Hilfsmittel vorgesehen, welche die Betriebsintensität
der Bestrahlungslampe unabhängig von Schwankungen der Stromspannung, vom Altern der Lampe, von Wechseln
in der Raumtemperatur und von anderen Umständen, welche die Betriebsintensität beeinflussen
können, mit Hilfe einer Photozelle o. dgl. auf gleicher Höhe halten sowie laufend
messen und aufzeichnen. Außerdem sind Hilfsmittel vorgesehen; um den Zufluß der zu bestrahlenden. Flüssigkeit selbsttätig zu
unterbrechen, wenn z. B. die Lampe erlischt, und in einem solchen Falle wird ferner selbsttätig
ein Signal gegeben.
In der Beleuchtungstechnik ist es bekannt, zur Erzielung einer gleichbleibenden Lichtintensität
die Lichtquelle zunächst nicht mit ihrer Höchstintensität zu betreiben und dann nach Maßgabe der abfallenden Intensität die
Anschlußspannung zu erhöhen. Ferner ist es bekannt, die Lichtintensität von elektrischen
Lampen aller Art durch Photozellen zu steuern. Die Erfindung bedient sich also zwar
mehrerer an sich bekannter Hilfsmittel, aber sie löst mit deren Hilfe eine neue Aufgabe
auf dem Gebiete der Nahrungsmitteltechnik und erzielt dadurch einen für die menschliche
Gesundheitspflege sehr wichtigen neuen Erfolg. Während es keine Schwierigkeiten bereitet,
die zu bestrahlende Flüssigkeit in einem gleichmäßigen dünnen Film auszubreiten,
auf den das ultraviolette Licht gleich-.mäßig zu wirken vermag, fehlt es bis jetzt an
einer ausreichenden Gleichmäßigkeit dieses Lichtes. Gemäß der Erfindung wird nun auch
die Wirkung der Lampe so gleichmäßig gemacht und in ihrer Leistung überwacht, daß
jetzt hinsichtlich der Sterilisierung und Vitaminisierung zuverlässig gleichmäßige
Ergebnisse sichergestellt sind.
Ein ausführliches Beispiel des Gegenstandes der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Es bedeuten
Fig. ι ein Schaubild einer Vorrichtung zum Behandeln von Flüssigkeiten mit ultraviolettem
Licht,
Fig. 2 eine Schaltungsanordnung für eine solche Vorrichtung.
Beispielsweise über einen Milchkühler 3 bekannter Art fließt aus öffnungen 4 Milch
und breitet sich als dünner Film aus, der in der Richtung der Pfeile abwärts rieselt. Vor
dem Kühler 3 steht eine Quecksilberdampflampe 6 mit einem Reflektor, der das ultra-.
violette Licht auf den Flüssigkeitsfilm wirft ittid gleichzeitig eine etwa oberhalb des Küh-,IeBs
angeordnete Photozelle 5 trifft. Ein Gehäuse 7 enthält eine Vorrichtung mit einem
^'Schalter 8 zum Einstellen der die gewünschte Betriebsintensität liefernden Anschlußspannung
der Lampe von Hand. Mit der Photozelle 5 ist eine Mikfoanzeigevorrichtung 9
verbunden, und parallel dazu ist eine selbsttätig wirkende Vorrichtung zum Regeln der
Anschlußspannung der Lampe 6 in einem Gehäuse ίο angeordnet.
Gemäß der Schaltung nach Fig. 2 ist die Quecksilberdampflampe 6 mit den zugehörigen
elektrischen Regelungsvorrichtungen 7', einem von Hand zu bedienenden Widerstand
8 und einem Hauptschalter 11 verbunden. Die selbsttätige Regelung der Spannung
wird durch einen mit einem Quecksilberschalter 13 ausgerüsteten Steuermotor 12 vorgenommen.
Die Photozelle 5 ist mit zwei parallelen Stromkreisen verbunden. Im ersten Stromkreise ist ein Mikroamperemeter
9 mit einem Zeiger 14 und einer Skala 15 angeordnet. Mittels eines durch einen
Quecksilberschalter 17 gesteuerten Elektromagneten 16 erfolgt das Aufzeichnen der An-Schlußspannung
der Lampe auf einer Walze, wobei eine elektrische Uhr 18 in bekannter
Weise den Schalter 17 steuert. Im zweiten Stromkreise der Photozelle 5 ist ein Relais
19 angeordnet, welches ein den Quecksilberschalter
13 des Motors 12 steuerndes zweites Relais 20 betätigt.
Je nach den Anforderungen, die im Einzelfalle gestellt werden, kann man beide Stromkreise
der Photozelle 5 benutzen oder nur einen davon. Nach dem Schließen des Hauptschalters
11 stellt man bei 8 die gewünschte Betriebsintensität, nämlich 60 bis 80 °/0 der
Höchstintensität der neuen Lampe, ein. Dann öffnet man den Schalter 11 wieder, worauf
die Regelvorrichtung in Tätigkeit tritt. Das Licht der Lampe 6 erzeugt in der Photozelle 5
oder einer anderen gleichwertigen lichtempfindlichen Vorrichtung einen Strom, der die
Anzeige- und Schreibvorrichtung 9, 14, 15 und die Relais 19, 20 beeinflußt. Die Photozelle
S kann an sich von bekannter' Art sein, besitzt aber ein für sichtbares Licht undurchlässiges
und für ultraviolettes Licht durchlässiges Filterglas, steuert also das selbstschreibende
Mikroamperemeter 9 und den Spannungsregler 12 nach Maßgabe der Intensität
des von der Lampe 6 ausgehenden ultravioletten Lichtes.
Insbesondere bei der Bestrahlung von iao Milch empfiehlt es sich, in die Durchflußleitung
der Flüssigkeit einen Strömungs-
messer 21 einzuschalten, und gemäß der Erfindung wird gleichzeitig der Flüssigkeitsdurchfluß unter· den Einfluß einer Elektronenröhre
22 gesetzt, die über ein Relais 25 mit der Photozelle 5 verbunden ist. Erlischt etwa die Quecksilberdampflampe 6 oder sinkt
ihre ultraviolette Strahlung auf einen Wert, der nicht mehr mittels des selbsttätigen Spannungsreglers
richtiggestellt werden kann, so
ίο wird der Flüssigkeitsstrom durch die Elektronenröhre
22 selbsttätig unterbrochen. Schließlich ist in denselben Stromkreis noch eine Signalvorrichtung, wie z. B. eine Hupe
23, eingeschaltet, die ein hörbares Zeichen gibt, sobald der Flüssigkeitsstrom unterbrochen
ist.
Claims (5)
1. Verfahren zum Sterilisieren von ao Flüssigkeiten, insbesondere von flüssigen
Nahrungsmitteln, wie z. B. Milch, bzw. zum Erzeugen von Vitaminen (Vitamin D) in solchen mittels des ultravioletten
Lichtes einer Quecksilberdampflampe, dadurch gekennzeichnet, daß jede Lampe mit einer ausgewählten, nur 60 bis höchstens
8o°/0 der Höchstintensität der neuen Lampe hinsichtlich der chemischen Wirkung
des ultravioletten Lichtes betragenden Betriebsintensität betrieben und die Anschlußspannung der Lampe zwecks
Gleichhaltens dieser Betriebsintensität sebsttätig geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebsintensität
der Quecksilberdampflampe selbsttätig fortlaufend gemessen wird und die Messungsergebnisse
■ selbsttätig fortlaufend auf eine Schreibvorrichtung übertragen werden.
3. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß im Bereich des Lichtkegels der Quecksilberdampflampe eine
Photozelle an sich bekannter Art mit einem gegen das sichtbare Licht undurchlässigen
und für das ultraviolette Licht durchlässigen Filterglas angeordnet ist, die einerseits
ein selbstschreibendes Mikroamperemeter steuert und andererseits auf einen in
der Stromzuführung der Lampe angeordneten Spannungsregler einwirkt, der nach Maßgabe des Nachlassens der Betriebsintensität die Erhöhung der Anschlußspannung
selbsttätig vornimmt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in einem von
der Photozelle beeinflußten Stromkreis eine Elektronenröhre angeordnet ist, die den
Zufluß der zu bestrahlenden Flüssigkeit selbsttätig unterbricht," wenn die Betriebsintensität der Quecksilberdampflampe
einen bestimmten Wert unterschreitet, also z. B. die Lampe erlischt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, gekennzeichnet durch eine in den Stromkreis
eingeschaltete undbei Unterbrechung des Zuflusses der zu bestrahlenden Flüssigkeit
selbsttätig in Wirkung tretende Signalvorrichtung.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| US632783XA | 1933-11-11 | 1933-11-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE632783C true DE632783C (de) | 1936-07-13 |
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ID=22048148
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|---|---|---|---|
| DEH140582D Expired DE632783C (de) | 1933-11-11 | 1934-07-05 | Sterilisieren von Fluessigkeiten |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE632783C (de) |
-
1934
- 1934-07-05 DE DEH140582D patent/DE632783C/de not_active Expired
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