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Vorrichtung zum Entfernen von Rost, Glühspan, alten Anstrichen o.
dgl. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entfernen von Rost, Glühspan, alten
Anstrichen o. dgl. mit rotierendem Werkzeugkopf.
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Zum Entrosten von metallischen Oberflächen und zur Entfernung verwitterter
Anstriche hat man bereits rotierende Werkzeuge vorgeschlagen, bei denen der Werkzeugkopf
mit hammer- oder meißelartigen, durch die Schleuderkraft nach außen geschleuderten
Werkzeugen kranzartig besetzt ist.
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Man hat bereits Reinigungswerkzeuge vorgeschlagen, die aus Stahlblechhämmern
bestehen, die so angeordnet sind, daß sie mit ihren scharfen Kanten die Werkzeugoberfläche
treffen. Auch hat man gekerbte Hämmer oder Schlagköpfe verwendet, und man hat auch
Bürstenwalzen vorgeschlagen, die mit Drähten oder Borsten besetzt waren. Schließlich
hat man auch verdrillte Stahlstreifen verwendet, um drahtbürstenartige Schläger
herzustellen. Durch das Verdrehen wurden die Bänder aber starr verbunden, so daß
ein nachgiebiges Arbeiten nicht erreicht wurde.
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Nach der vorliegenden Erfindung ist die Vorrichtung zum Entfernen
von Rost, Glühspan, alten Anstrichen,o. dgl. mit rotierendem Werkzeugkopf dadurch
gekennzeichnet, daß die Schabwerkkeuge aus gebündelten, zweckmäßig nachgiebigen,
klingenartigen Federstahlblättern hergestellt sind, die vorzugsweise am Werkzeugkopf
gelenkig, gegebenenfalls so aufgehängt sind, daß sie in verschiedenen Ebenen schwingen
können.
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Nach einer besonderen Ausführungsform sind die aufeinanderfolgenden
Klingen in den Bündeln jeweils an verschiedenen Stellen ausgespart. Auch können
in den Bündeln abwechselnd Klingen und Schichten von nachgiebigem Werkstoff, z.
B. aus Preßspan, Kautschuk o. dgl., nebeneinanderliegen.
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In der Zeichnung sind einige Ausführungsformender vorliegenden Erfindung
beispielsweise veranschaulicht.
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In Fig. i ist :ein Werkzeugkopf dargestellt, an dem die Federstahlblätter
fest angeordnet sind.
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Fig. z zeigt .einen Werkzeugkopf mit einem Federstahlblattblock nach
der vorliegenden Erfindung in Aufsicht auf die Werkzeugachse in Richtung I-1 nach
Fig. 3.
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Fig. 3 zeigt einen Längsschnitt in Richtung II-II nach Fig. z.
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In Fig.3a, 3b und 3c sind einige Federstahlblätter in Aufsicht dargestellt.
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Fig. ¢ zeigt eine andere Ausführungsform der Erfindung.
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In Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform der Erfindung im Schnitt
III-III nach Fig. 6 veranschaulicht.
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Fig. 6 zeigt einen Schnitt in Richtung IV-IV nach Fig. 5.
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In Fig. 7 ist eine andere Ausführungsform der Erfindung in Aufsicht
auf die Werkzeugachse dargestellt. .
Fig.8 zeigt die in Fig.7 veranschaulichte
Ausführungsform in Seitenansicht in teilweisem Schnitt.
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In Fig. i ist die vorliegende Erfind#nig' in ihrer einfachsten Ausführungsform
ven=.@ schaulicht. In einem Werkzeugkopf oder':guf, .
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einer Welle i sind mittels zweier Walzen die an ihrem aus der Hülse
herausragendem Teil 2a zu einem Vierkant ausgebildet sind, vier Federstahlblöcke
7 befestigt. Die Drehrichtung des Werkzeuges ist durch den Pfeil angedeutet. In
dieser einfachen Ausführungsform sitzen die Federstahlblätter also starr an der
Welle und können nur infolge ihrer eigenen Federung ausweichen. Natürlich können
die Federstahlblätter auch seitlich verschwenkbar und in Richtung der Zentrifugalkraft
nachgiebig angeordnet sein. Sollten die Federstahlblätter ein zu geringes Gewicht
haben, so kann man sie auch in der Nähe ihrer Angriffspunkte mit einem größeren
Gewicht beschweren, das durch Verschraubung o.-dgl, an den Federstahlblättern befestigt
sein kann. -Hierdurch läßt sich die Schleuderkraft beliebig erhöhen. Man kann die
Federstahlblätter nach der vorliegenden Erfindung-sowohl gegeneinander als auch
über- oder hintereinander anordnen, und man- kann sie beispielsweise an einer langen
Welle nebeneinander so befestigen, daß Werkstoffe von größerer Breite, z. B. Bleche,
an der Vorrichturig fortlaufend vorbeigeführt werden und auf -diese Weise entzundert
oder gereinigt werden können. Man. kann natürlich auch mehrere Wellen nebeneinander
anordnen, um die Federstahlblätter in verschiedener Richumgangreifen zu lassen.
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Auch kann man die Federstahlblätter in Form eines beliebigen Profils
anordnen, beispielsweise eines T-Eisens, und mit-- einer solchen Maschine fortlaufend
T-Eisen oder andere Profileisen reinigen- oder entzundern.
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Auch lassen sich auf diese Weise Profilbleche, -die man bisher nur
in Säurebädern o. dgl. reinigen konnte, reinigen. Es lassen sich also fortlaufend
und selbsttätig arbeitende Entzunderungsmaschinen auf diese Weise herstellen.
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Nach der vorliegenden Erfindung besteht die Einrichtung zum Behandeln
von Oberflächen nach Fig. 2 z. B. aus einem Werkzeugkopf i, der sich um eine Achse,
z. B. eine biegsame Welle 2, dreht und der konzentrisch mit :einem Kreis von Bolzen
oder Stiften zur Aufnahme der Werkzeuge versehen ist. Wie in Fig.2 und 3 dargestellt
ist, können die Bolzen 3 . einen abgeflachten Zapfen oder Stumpf q. besitzen, der
zweckmäßig ,exzentrisch auf -dem Bolzen 3 angeordnet ist und der .eine Durchbohrung
besitzt, durch die mittels eines Bolzens 5 und einer Mutter 6 die Federblattstähle
7 festgehalten ,werden. Die Federblattstähle können zweckmäßig zu Paketen oder Blöcken
vereinigt ..sein, wie aus Fig. 2 zu ersehen ist, wobei vor-,;-#gsweise die Blöcke
auf einer Seite 8 eine `geringere Masse haben als der Block auf der anderen Seite
7, so daß der Federstahlblattblock 7, 8 beim Rotieren des Werkzeugkopfes i mit seinen
Arbeitskanten 7', 8' in der Drehrichtung hinter dem Radius durch den Drehmittelpunkt
der Achse 2 und den Drehpunkt um den Bolzen 3 zurückbleibt.
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Zweckmäßig sind die einzelnen Federstahlblätter, -wie aus Fig.3 und
Fig.3a, 3b und 3c zu ersehen ist, von verschiedener Gestalt; z. B. kann das erste
Federstahlblatt 9 an seiner rechten Ecke ausgespart sein, das benachbarte Federstahlblatt
io kann zu beiden Seiten .ausgespart sein, und,das darauffolgende dritte Federblatt
i i kann wiederum an seiner linken Seite abgeschrägt sein, so daß hinter der Arbeitskante
der Federstahlblätter 9, f o und, i i ein freier Raum ist, in den die Arbeitskanten
nachgiebig schwingen können. Hierdurch wird ein besonders weiches und ruhiges Arbeiten.
erzielt, das durch die gelenkige Aufhängung um den Bolzen 3 in der Fliehkraftebene
und die gelenkige Aufhängung um den Bolzen 5 senkrecht zur Fliehkraftebene noch
vergrößert wird. Die Federblattstahlblöcke 7, 8 können also einmal infolge ihrer.
gelenkigen Aufhängung, ferner infolge der Federung des Vederblattstahls selbst und
schließlich infolge der nachgiebigen Anordnung der Arbeitskanten jedem Widerstand
leicht nachgeben.
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In Fig. q. ist eine andere Ausführungsform der Erfindung veranschaulicht,
nach der die Federstahlblätter zu einem einzigen Block 12 vereinigt und vermittels
eines Bolzens 5 in einem Gehänge 6 an dem Bolzen 3 des -Werkzeugkopfes i aufgehängt
sind. Die Federstahlblätter können natürlich auch gleiche Gestalt haben, so daß
die benachbarten Blätter sich längs -der Arbeitskanten berühren.
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Wie aus Fig. 5 und 6 zuersehen ist, können auch mehrere Federstahlblattblöcke
13, 14 und 15 in einem Gehänge angeordnet sein, und die Gehänge können, wie aus
Fig: 8 und 7 zu ersehen ist, auch mehrere Federstahlblattblöcke nicht nur neben-,
sondern auch übereinander tragen. So ist z. B. nach Fig. 7 das an dem Zapfen q.
des Bolzens 3 gelenkig befestigte Gehänge 6', das .durch einen Bolzen 13 mit einer
Mutter 1 4. und einem Abstandsring 15 zusammengehalten wird, mit zwei Federstahlblattblöcken
16 und 17 ausgestattet, die auf Bolzen 18 und 19 befestigt sind.
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Als besonders bevorzugte Ausführungsform
hat sich
erwiesen, zwischen den Federstahlblättern Blättchen aus halbstarrem, nachgiebigem
oder weichem Werkstoff, wie Preßspan, Papier, Pappe, Kautschuk, Kupfer, Hartblei
o. dgl., anzuordnen. Durch die Anordnung von nachgiebigen Zwischenschichten, die
in der Zeichnung nicht dargestellt sind, wird die Federung der einzelnen benachbarten
Federstahlblätter in ähnlicher Weise, wie in Fig.3 und 5 dargestellt ist, erhöht,
so daß eine größere Elastizität und ein sicheres Arbeiten erzielt wird.
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Die einzelnen Federstahlblätter der Blöcke 16 und 17 können
ebenfalls verschiedene Gestalt besitzen, so daß die Blätter mit ihrem Arbeitsende
nachgiebig und frei liegen und bei zu großen Widerständen ,ausweichen können. Mit
den Seitenkanten 2o und 2o' der Federblattstahlblöcke 16 und 17 läßt sich
eine flächenmäßige Planbearbeitung in einer Ebene senkrecht zur Drehachse ermöglichen,
und durch die Arbeitskanten 2 i, die gegebenenfalls auch dem Profil der zu bearbeitenden
Oberfläche, z. B. einem Winkeleisen, einem U-Eisen usw., angepaßt werden können,
ist es möglich, auch in die Ecken und Kanten der Oberfläche hineinzukommen.
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Wie aus Fig. 8 zu ersehen ist, ist das Gehänge 6' durch den Bolzen
5 seitlich so aufgehängt, daß das Gehänge mit den beiden Federstahlblattblöcken
i 6 und 17 zu der Fliehkraftebene geneigt ist. Beim Planbearbeiter mit den Kanten
2o und 20' wird also ein weiches und nachgiebiges Arbeiten erzielt, da die Kanten
2o und 2o' sich senkrecht zur Fliehkraftebene zurückdrücken lassen, durch die Fliehkraft
aber stets wieder in die in Fig.7 veranschaulichte Arbeitslage gedrückt werden.
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Beim Bearbeiten von Oberflächen, beispielsweise Avecks Entfernung
von schadhaften Farbanstrichen, zeigt das Werkzeug nach der vorliegenden Erfindung
eine neuartige und besonders fortschrittliche Wirkung.
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Durch die Verwendung eines Blocks von aufeinandergelegten Federstahlblättern
wird erzielt, daß z. B. das erste Federstahlblatt 22 nach Fig. q. beim Auftreffen
auf die Oberfläche 23 in der Drehrichtung, also entgegen dem Pfeil, zurückgedrückt
wird. Dadurch tritt eine Kraftkomponente nach dem Drehmittelpunkt der Achse 2 zu
auf, die bewirkt, daß die entgegengesetzten Federstahlblätter, insbesondere die
Federstahlblätter 28, gegen die Oberfläche 23 gedrückt werden. Das Federstahlblatt
22 wird dabei durchgebogen, jedoch von der unteren Kante des Federstablblattes 2q.,
die gegen die Arbeitskante des Federstahlblattes 22 drückt, in der Drehrichtung
tangential vorwärts geschoben, so daß eine schabende, gewissermaßen spanabhebende
Wirkung erzielt wird. Diese Wirkung ist insbesondere auch aus Fig. 2 zu ersehen.
Wenn der Stahlblattblock 7 mit seinen Stahlblättern auf die Oberfläche kommt, so'
wird die Umfangsgeschwindigkeit des Werkzeugs auf der Oberfläche vorübergehend gebremst.
Das Stahlblattpaket 8 wird jedoch hiervon nicht betroffen. Die Blätter des Stahlblattblockes
8 schlagen auf die Fläche, wodurch .ein Rückstoß :entsteht, der über den Drehbolzen
5 übertragen wird, so daß eine entsprechende Drehbewegung entsteht, die wiederum
auf die Blätter des Blockes 7 übertragen wird. Diese werden auf die zu bearbeitende
Oberfläche gedrückt, wodurch die unter den Schneiden der Stahlblätter befindlichen
Ansätze, wie Rost, Glühspan, Farbschichten u. dgl., zertrümmert werden. Während
.also die Blätter im allgemeinen gleitend. oder spanabhebend arbeiten, wird durch
die Anordnung mehrerer Blattpakete ein schlagartiger Rückstoß auf die Oberfläche
und damit eine Zertrümmerung von Rostteilchen, Glühspan usw. erzielt.
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Mit der Einrichtung nach der vorliegenden Erfindung können schadhafte
Stellen in Anstrichen und Rostdurchbrüche in einem Arbeitsgang beseitigt werden.
Die Oberfläche wird aufgerauht, und dadurch wird zwischen dem neuen Deckanstrich
bzw. der Metalloberfläche eine innige Verbindung erzielt, so daß ein wirksamer Schutz
der metallischen Oberfläche vor atmosphärischen Einflüssen gewährleistet wird.
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Infolge der leichten Bauweise, der nachgiebiger Lagerung und insbesondere
der elastischen Anordnung der Arbeitskanten durch die Entlastung der Spitzen infolge
Hintereinanderschaltung verschiedener Profilabschnitte wird eine hohe Leistung bei
geringed Kraftverbrauch erreicht. In dem Augenblick, wo das Stahlblatt schlagend
auf die Oberfläche trifft, wird es eingespannt und biegt sich durch. Die Einspannung
wird mit fortschreitender Drehung des Werkzeugkörpers größer und erreicht ihren
Höhepunkt, wenn der Aufhängepunkt des Federblattes senkrecht unter der Achse des
Werkzeugträgers liegt. Die Arbeitskante des Federstahlblattes gleitet also mit steigendem
Druck über die zu bearbeitende Fläche. Schließlich erfolgt die Entspannung des Blattes
schlagartig und bewirkt ein Vorschnellen des unteren Teiles, wodurch eine ganz besonders
wirksame Reinigungsarbeit erzielt wird und die vor dem Blatt befindlichen Verunreinigungen
fortgeschnellt werden.
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Das Werkzeug nach der vorliegenden Erfindung :eignet sich insbesondere
zum Reinigen von Oberflächen, zur Entfernung von Rost und Glühspan, aber auch zur
Entfernung
von weichen oder zähen Ansätzen und Anstrichen, z. B.
von Teer und Bitumenschichten, Farbanstrichen, Rohölablagerungen u. dgl.