-
Elektrische Entladungsröhre mit im Querschnitt abgeflachter, einen
Teil der Außenwandung bildender Anode und Verfahren zu deren Herstellung Die Erfindung
bezieht sich auf elektrische Entladungsröhren mit im Querschnitt abgeflachter, einen
Teil der Außenwandung bildender Anode sowie auf ein Verfahren zu deren Herstellung.
-
Die Anoden größerer, mehr als zooo Watt verbrauchender Entladungsröhren
werden gewöhnlich durch Flüssigkeitsumlauf gekühlt, während die kleineren, weniger
als 2o Watt verbrauchenden Entladungsröhren im allgemeinen keine besondere Kühlung
erfordern. Entladungsröhre: mit einem zwischen den beiden abgegebenen Werten liegenden
Stromverbrauch können durch Anbringen an sich bekannter Flossex: an -der Innen-
oder Außenfläche der Anoden ohne Kühlmitbelumlauf in der ,erforderlichen Weisse
gekühlt werden.
-
Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf Entladungsröhren der oben
angegebenen A.rt.
-
Die Anoden haben hier, ebenso wie bei. den Entladungsröhren mit geringem
Stromverbrauch, jedoch im Gegensatz zu den Entladungsröhren mit großem Stromverbrauch,
häufig einen von der Kreisform beträchtlich abweichenden, z. B. rautenförmigen Querschnitt.
Anoden dieser Ast sollen nachstehend im Querschnitt abgeflachte Anoden gienannt
werden. Derart @abgefiachte Anoden klappen unter dem Einfluß des atmosphärischen
Außendruckes leichter zusammen als Anoden mit kreisförmigem Querschnitt und müssen
mithin zur Vermeidung des Zusammenklappens ,aus stärkerem Material hergestellt werden,
als es für kreisförmigen Querschnitt notwendig wäre, oder es müssen besondere Stützvorrichtungen
vorgesehen werden. Beide Arten von Anoden sind an sich bekannt, doch sind besondere
Stützvorrichtungen an Anoden bisher nicht benutzt worden, um letztere gegen Zusammendrücken
durch den atmosphärischen Außendruck zu schützen, vielmehr dienen die Stützvorrichtungen
hier nur zur Vermeidung von Formveränderungen der Anoden durch elektrostatische
Kräfte. _ Der Zweck der Erfindung ist nun, eine im Querschnitt abgeflachte Anode
für Entladungsröhren zu echaffen, die . gegen Zusammenklappen sowie auch gegen Formveränderungen
überhaupt durch den atmosphärischen Außendruck geschützt sind.
-
Der angestrebte Zweck wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die
aus dünnem,
ohne Stütze dem atmosphärischenAuß:endruck keinen genügenden
Widerstand leistenden Material bestehende, im Querschnitt abgeflachte Anode in wärmeleitender
Berührung von einer Kühldecke größerer Wandstärke umgeben ist, die auf die Anode
im Richtung der größten Abmessung ihres Querschnittes einen Druck ausübt.
-
Wirkt auf eine im Querschnitt abgeflachte Anode der atmosphärische
Außendruck, so ergibt sich für gewähnlich eine Zunahme hi Richtung der größten Abmessung
ihres Querschnittes. Ein Zusammenklappen kann nun durch Verhinderung einer Zunahme
dieser größten Abmessung dadurch verhütet werden, daß .die Anode von einer Schutzdecke
mit größerer Wandstärke umgeben wird, die auf die Anode in Richtung der größten
Abmessung ihres Querschnittes einen Druck ausübt.
-
Die Schutzdecke hat aber nicht nur deal Zweck, ein Zusammenklappen
der Anode zu verhindern, sondern auch den, eine Kühlwirkung auf die Anode auszuüben.
Demgemäß ruß die :Schutzdecke mit der Ano de in wärmeleitender Berührung stehen.
Zu diesem Zwecke ruß -die Schutzdecke die Anode mit einer möglichst großen Fläche,
also der Fläche in der größten Querschnittsabmessung gut wärmeleitend berühren,
oder sehr nahe ihrer Oberfläche liegen, während :sie Druck nur in Richtung der größten
Querschnittsabmessungen ausübt. Diese Bedingungen können gleichzeitig dadurch erfüllt
werden, daß der Innendurchmesser der Schutzdecke sein wenig größer gemacht wird
als der Außendurchmesser der Anode, aber die größte Querschnittsabmessung,der Schutzdecke
sein wenig kleiner als die der Anode gewählt wird. Wenn auf bestmögliche wärmeleitende
Berührung und geringste Formveränderung der Anode Wert gelegt wird,- dürfen die
oben unter dem Ausdrucke ein wenig zu verstehenden Unterschiede nicht größer als
einige Tausendstel eines Zentimeters sein.
-
Eine Schutzdecke wirkt im Sinne der Erfindung als Kühldecke, wenn
sie bei einem bestimmten Temperaturunterschied auf eine Flüssigkeit, in welche sk
eingetaucht wird, eine beträchtlich größere Wärmemenge überträgt, also eine unbekleidete
Anode unter gleichen Bedingungen. Wenn die Schutzdecke ins Metall hergestellt wird,
kann sie eine dem 2uerschnitte der Anode ähnliche Form haben, Sie ruß jedoch: große
Wandstärke und ;räßere Oberfläche erhalten. Im allgemeinen ,enügt es, die Wandstärke
der Schutzdecke 3o dünn zu wählen,- wie dies mit der Starr= feit noch zu vereinbaren
ist, um eine durch ia.s Zusammenwirken mit der Anode hervor-;erufene Formveränderung
zu vermeiden und die Außenfläche der Schutzdecke mit Flossen zu versehen. Als Baustoff
für die Kühldecke eignet sich beispielsweise Aluminium.
-
Ein Verfahren zur Herstellung einer großen Anzahl von Kühldecken genauer
Abmessungen besteht darin, ein langes Stück von gewünschtem Querschnitt zu spritzen
und dieses in für die einzelnen Anoden geeignete Längen zu zerschneiden. In diesem
Falle müssen die Flossen selbstverständlich in der Längsrichtung der Kühldecke verlaufen.
Durch derartige Flossen wird aber die Kühldecke in der in erster Linie in Betracht
kommenden Richtung durchaus nicht verstärkt, weshalb die Wandstärke zur Gewährleistung
der erforderlichen Widerstandsfähigkeit genügend groß gewählt werden ruß.
-
Die Kühldecke kann durch Erhitzen und Aufschrumpfen auf die Anode
aufgebracht werden. Wenn die Anode von eindm Glassockel getragen wird, ist dieses
Verfahren für gewöhnlich dem des Aufpressens der Kühldecke vorzuziehen. Die Anode
klappt am leichtesten in heißem -Zustande zusammen, da. dann der Widerstand des
Metalles. am geringsten ist. Es ist deshalb notwendig, die Anode während des Erbitzens
zur Entgasung zu schützen. Dies wird dadurch erreicht, daß die Kühldecke vor dem
Erhitzen der Anode aufgebracht wird. Dieses Verfahren ist selbstverständlich unbequem,
weil die Kühldecke ein großes Wärmeausstrahlungsvermögen hat und dadurch die zum
Erhitzen der Anode zwecks Entgasen erforderliche Zeit verlängert wird. Ist die Anode
jedoch so@-schwach, daß sie auch im kalten Zustande ohne Stützvorrichtung zusammenklappt,
so ist dieses Verfahren, nicht zu vermeiden. Häufig jedoch ist die Anode im kalten
Zustande stark genug, aber nicht im erhitzten. Zustande. Alsdann empfiehlt es sich,
die Anode während des Erhitzens zwecks Entgasens vorübergehend durch eine Schutzdecke
mit geringem Wärmestrahlungsvermögen zu stützen. Eine -solche Schutzdecke kann leicht,
z. B. durch Bolzen und Flügelmuttern, angebracht und wieder entfernt werden. Diese
vorübergehend Verwendung findende Schutzdecke braucht natürlich nicht als Kühlmittel
zu wirken und wird nach dem Erhitzen zum Entgasen und vollständigen Abkühlen der
Anode gegen die dauernd auf der Anode verbleibende: Kühldecke ausgewechselt.