DE626258C - Verfahren zur Herstellung glatter, galvanisch plattierter Bleche und anderer Walzerzeugnisse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung glatter, galvanisch plattierter Bleche und anderer WalzerzeugnisseInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung glatter, galvanisch plattierter Bleche und anderer Walzerzeugnisse Es ist bekannt, elektroplattierte Blechwaren in der Weise herzustellen, daß man das rohe Blech durch mechanische Bearbeitung, wie Biegen, Pressen, Ziehen u. dgl., in die endgültige Form bringt und den geformten Gegenstand hernach der zur Herstellung der Plattierung erforderlichen Behandlung unterzieht, die das Schleifen und Polieren, das Entfernen der Verunreinigungen und die verschiedenen zur Durchführung des eigentlichen galvanischen Verfahrens nötigen Verrichtungen umfaßt. Die Erzeugung elektroplattierter Waren kann erheblich verbilligt werden, wenn man den galvanischen Überzug schon auf dem rohen Blech anbringt und Vorsorge trifft, daß ein Ablösen des Überzuges bei der Verformung des Werkstoffes nicht eintritt. Es wurde vorgeschlagen, die Haftfestigkeit durch Aufrauhen der Grundlage zu erhöhen. Ferner ist ein Verfahren zur Herstellung glatter, festhaftender Metallüberzüge bekannt, gemäß welchem man den elektrolytisch überzogenen Gegenstand bis zur Erweichung des Niederschlages erhitzt und gleichzeitig einer Druckwirkung z. B. zwischen polierten Stahlwalzen aussetzt. Dabei wird das erweichte Überzugsmaterial unter Druckwirkung in die Vertiefungen des Grundmetalls eingedrückt. Die Haftfestigkeit des Niederschlages in dieser Weise erzeugter Bleche ist jedoch nicht hinreichend, um den sehr scharfen Beanspruchungen bei der Verformung der Bleche z. B. durch Tiefziehen widerstehen zu können.
- Beim Verfahren gemäß der Erfindung wird das Auswalzen der ausgeglühten Bleche o. dgl. unter beträchtlicher Streckung des Werkstoffes bis zu etwa 30°[o durchgeführt. Dabei wird sowohl der Werkstoff der Grundlage als auch der des Überzuges zum Fließen gebracht und eine dem Vernieten ähnliche Verbindung geschaffen, indem die nietkopfartigen Erhöhungen der Grundlage und das sie umschließende Überzugsmetall niedergepreßt und nebst dem auch noch verzogen werden. Demgegenüber hat das Auswalzen beim bekannten Verfahren nur eine Verformung des Überzuges zur Folge, der in die Vertiefungen der Grundlage eingedrückt und dadurch geglättet wird. Das Gefüge des Grundmetalls wird durch das Auswalzen nicht oder doch nur in ganz geringem Maße geändert.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung bringt noch den Vorteil mit sich, daß der Galvanisierungsvorgang vereinfacht wird, indem die zu überziehenden Oberflächen erheblich kleiner sind als die Oberflächen der ausgewalzten Erzeugnisse.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung wird im folgenden an dem Beispiel der Herstellung vernickelter Eisenbleche näher beschrieben. Die aus dem Walzwerk kommenden Eisenbleche werden in bekannter Weise z. B. durch Beizen von der OYydhaut befreit und hierauf durch ein -Sandstrahlgebläse aufgerauht. Die rauh gemachte Oberfläche soll ein gleichmäßiges samtartiges Aussehen zeigen. Nachdem die Bleche von etwa anhaftendem Staub gründlich gereinigt wurden, wird ein Überzug aus Kupfer galvanisch aufgetragen. Da glatte Niederschläge nicht erforderlich sind, können sehr hohe Stromdichten angewendet werden, was für die industrielle Ausnutzung des Verfahrens von großer Bedeutung ist, indem der Niederschlagsprozeß wenig Zeit erfordert. Um entsprechend hohe Stromdichten anwenden zu können, muß mit strömendem Elektrolyt gearbeitet werden. Dabei ergibt sich der Vorteil, daß an der Grundlage etwa haftende Bläschen weggespült werden und ein durchaus geschlossener Überzug erhalten wird.
- Die Stärke des Niederschlages wird dem Verwendungszweck der erzeugten Bleche angepaßt. Wenn die Bleche dazu bestimmt sind, durch Tiefziehen verformt zu werden, soll die Stärke des Kupferniederschlages nicht kleiner sein als io ß. Zweckmäßig beträgt die Stärke des Kupferniederschlages io ,cc bis a5 ,u.
- Nach Fertigstellung des Kupferniederschlages wird das Blech sorgfältig gereinigt und mit dem galvanischen Nickelniederschlag versehen, wobei gleichfalls sehr hohe Stromdichten anwendbar sind. Die Stärke des Nickelniederschlages soll bei Blechen, die durch Tiefziehen verformt werden, zumindest io lt, zweckmäßig aber io ,u bis 30 ,u betragen.
- Die in der beschriebenen Weise plattierten Bleche werden nach entsprechender Reinigung in einer Schutzgasatmosphäre bei einer Temperatur von etwa 7oo bis goo ° ausgeglüht. Dabei wird vorhandener Wasserstoff aus den elektrolytisch niedergeschlagenen Schichten ausgetrieben. Nebst dem geht -eine Diffusion der Überzugsmetalle mit dem Grundmetall sowie der Überzugsmetalle untereinander vor sich. Auch findet in vielen Fällen eine Legierungsbildung statt.
- Nach dem Glühen wird das Blech ausgewalzt. Das Walzen wird zweckmäßig auf kaltem Wege durchgeführt. Die Streckung des Bleches soll etwa 30°/o der Ausgangsmaße betragen. Das ausgewalzte Blech, das eine blanke, porenfreie Oberfläche aufweist, wird nun einem zweiten Glühprozeß unterworfen, der unter ähnlichen Bedingungen wie die erste Glühung durchgeführt wird. Das zweite Ausglühen hat den Zweck, die durch die mechanische Bearbeitung hervorgerufenen Spannungen zu beseitigen. Nebst dem wird neuerlich eine Diffusion der Schichten und Legierungsbildung veranlaßt.
- In der beschriebenen Weise hergestellte Bleche verhalten sich bei der mechanischen Verformung durch Biegen, Bördeln, Tiefziehen u. dgl. ebenso wie die üblichen tiefziehfähigen unüberzogenen Bleche. Der Überzug wird selbst bei den schärfsten Beanspruchungen nicht abgelöst oder in nennenswertem Maße verletzt. Nacharbeiten, wie Polieren, sind nur in ganz geringem Ausmaße auszuführen.
- Wenn tiefziehfähige Bleche mit einem Überzug aus Chrom oder anderen Metallen, die härter sind als Nickel, hergestellt werden sollen, so ist es zweckmäßig, den Kupferniederschlag stärker zu machen. Er soll in diesem Falle nicht weniger als 2o ,u betragen. Das Kupfer hat die Aufgäbe, die Verschiedenheit, die zwischen der Dehnbarkeit des Grundmetalls und des Überzugsmetalls besteht, auszugleichen; die Stärke der Schicht muß daher um so größer sein, je mehr sich die beiden Metalle hinsichtlich ihrer Dehnbarkeit unterscheiden. .Man kann die Zwischenschicht statt aus Kupfer auch aus anderen sehr dehnbaren Metallen herstellen, z. B. Silber. Zwischenschichten aus Silber können dünner gemacht werden, weil die Dehnbarkeit desselben größer ist als die von Kupfer.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur - Herstellung glatter, galvanisch plattierter Bleche und anderer Walzerzeugnisse, gemäß welchem diese nach dem Auftragen des galvanischen Überzuges geglüht und hierauf gewalzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Bleche oder andere Walzerzeugnisse in an sich bekannter Weise vor der Plattierung aufgerauht werden und das Auswalzen nach der thermischen Behandlung unter beträchtlicher Streckung des Werkstoffes bis zu etwa 300/" durchgeführt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Auswalzen auf kaltem Wege durchgeführt und die Bleche nachher nochmals ausgeglüht werden.
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