DE62602C - Einrichtung zum Ausrücken ganzer Platinenreihen oder Theile derselben an Jacquardmaschinen - Google Patents

Einrichtung zum Ausrücken ganzer Platinenreihen oder Theile derselben an Jacquardmaschinen

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DE62602C
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f. C. El dm ANN in Elberfeld, Marienstr. 35
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03CSHEDDING MECHANISMS; PATTERN CARDS OR CHAINS; PUNCHING OF CARDS; DESIGNING PATTERNS
    • D03C3/00Jacquards

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 86: Weberei.
F. CARL EIDMANN in ELBERFELD.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. Juni 1891 ab.
Die Einrichtung bezweckt, in Geweben, welche mit Grund- oder Unterschufs hergestellt werden , zunächst eine Ersparnifs der Karten zu erzielen, in zweiter Linie mit vollgelochter Fagonkarte durch die Mitwirkung der Einrichtung in Satin, Köper oder sonst nicht faconnirten Streifen und Caros die verschiedensten Muster herstellen zu können.
Das Verfahren besteht darin, dafs man die Stellung der Platinen, welche zum Grundschufs erforderlich sind, durch die Figurkarte mit Hülfe einer Vorrichtung herstellt, und zwar indem man die Platinen, welche die Figurkarte heben, durch zwischengelegte Stäbchen zurückzieht und nur die das Grundfach aushebenden Platinen arbeiten läfst. Erfolgt diese Zurückziehung der Platinen abtheilungsweise, so entstehen die oben genannten verschiedenen Muster, indem je nach der Zurückziehung einer Abtheilung die entsprechenden Platinen der auf den Karten geschlagenen Figur entzogen werden. Hierbei ist jedoch der Harnisch mit der bekannten Schaftvorrichtung zu versehen; Fig. 8 zeigt derartige verschiedene Muster.
Eine Einrichtung hierzu ist durch die Fig. 1 bis 7 dargestellt. Es zeigt Fig. 1 einen Querschnitt von Fig. 6 nach G-H, Fig. 2, 3 und 5 Seitenansichten, wobei Fig. 3 ideal bezüglich des Hebels k gezeichnet ist; Fig. 3a ist eine obere Ansicht von zwei Karten, eine mit Einschnitt ql, eine ohne denselben, Fig. 4 ein Querschnitt nach E-F von Fig. 2, Fig. 6 ein solcher nach A-B-C-D von Fig. 1, Fig. 7 endlich ein Grundrifs, in welchem die Platinen beliebig und reihenweise durch einen in der Breite in mehrere Abtheilungen getheilten Rahmen ausgerückt werden können.
Die Vorrichtung besteht aus den Stäbchen a, welche dicht unter den Nadeln vor den Platinen b liegen; dieselben werden an beiden Seiten durch die Längsseiten c1 und c1 des Rahmens c gehalten. Die Längsseiten c1 und c2 u. s. w. werden in den am Gestell d des Stuhles befestigten Querleisten e und e1 geführt. An dem Rahmen befinden sich drehbar befestigt die Platinen/, welche über dem horizontalen Messer g liegen; dieselben sind an ihrem Ende mit einem Haken f1 versehen, so dafs sie, wenn dieselben auf dem Messer liegen, von letzerem bei seiner Bewegung mitgenommen werden. Durch eine auf Achse h liegende sich drehende Walze hl können die Platinen durch irgend eine Vorrichtung gehoben werden, und dadurch über das Messer g gebracht werden, so dafs dasselbe die Haken der Platinen bei seiner Vorwärtsbewegung nicht fassen kann, wodurch also der ganze Rahmen c mit Stäbchen α stehen bleibt, die Platinen b demnach in ihrer Normalstellung stehen bleiben, d. h. nicht ausgerückt werden, während dieses der Fall ist, wenn das Messer die Platinen/" mitnimmt. Die hin- und hergehende Bewegung des Messers g wird direct durch die Hebung des Messerkastens i bewirkt. Auf demselben befindet sich eine Rolle i\ gegen welche ein Hebel k anliegt, der um Zapfen k1 schwingt und mit einem Vorsprung &2 versehen ist. Durch eine am Ge-
stell d befestigte Feder I wird die mit dem Vorsprung versehene Kante des Hebels k stets gegen die Rolle gezogen, so dafs, wenn der Messerkasten i nach Pfeil i2 in die Höhe geht, der Hebel k um Zapfen kl nach der Richtung ks schwingt, wobei sich dann das Messer g, welches mit dem Hebel k durch die Stangen m verbunden ist, nach Pfeil m1 bewegt. Die Feder I kann auch fehlen, da die Federn der Platinennadeln k in seine Normalstellung drücken. Die Rolle i1 mufs mit der Prefsrolk i* am Messerkasten arbeiten, und zwar in der Weise, dafs, wenn die Prefsrolle i* einen Moment gedrückt hat, die Thätigkeit der Rolle z1 beginnt, so dafs, wenn beim Niedergehen der Maschine in dem Augenblick, wo die Platinen b durch die Vorrichtung zurückgezogen werden, die Haken der Platinen ungefähr frei sind und nicht von den Messern zurückgehalten werden können. Die Rolle i1 drückt deshalb erst kurz vor dem tiefsten Stand des Messerkastens den Hebel k und dadurch die ganze Vorrichtung zurück. Das horizontal liegende Messer erhält in irgend einer Weise am Gestell seine Führung bezw. Unterstützung, kann auch direct wie auf der Zeichnung durch Achse h gestützt werden, indem die Stangen m auf ihr ruhen. Die Achse h hat bei ft2 und h3 ihre Lager; dieselben sind auf einem mit dem Gestell d verbundenen Arm dl befestigt. Die Drehung der Achse bezw. Walze h1 zum Heben der Platinen f erfolgt direct durch die Hebung des Messerkastens i durch den Fanghaken η, indem letzterer mit einem um Zapfen o1 schwingenden Hebel ο durch Zapfen o3 beweglich verbunden ist. Der Messerkasten ist mit einem Zapfen ia verbunden, welcher sich in einem Schlitz o* des Hebels bewegt; der Hebel ο bezw. der Schlitz o4 liegen schräg, d. h. der Aufhängepunkt o1 bezw. o2 liegt seitlich von der Bewegungsrichtung des Zapfens ia, so dafs je nach der Lage seines Aufhängepunktes der Hebel ο nach rechts oder links schwingt, demnach die Drehung der Walze h1 durch den Fanghaken η eine dementsprechende ist. Dieser Fanghaken drückt oder zieht in der bei den Jacquard-Maschinen bekannten Weise die Zapfen p1 der auf der Achse h sitzenden Zapfenscheibe p. Auch die Feststellung der Walze h1 bei erfolgter Drehung kann in bekannter Weise durch die Federn /?2 erfolgen, welche auf die viereckigen Seiten der Zapfenscheibe ρ drücken. Die Hebung der Platinen / durch die Walze ft1 kann in verschiedener Weise geschehen durch auf derselben angebrachte Daumen einer Daumenkette u. s. w. In der auf der Zeichnung dargestellten Weise ist dieses in folgender Weise erzielt worden. Die Walze h * ist viereckig, über dieselbe bewegt sich eine kleine Kartenkette q. Steht nun die Walze wie in Fig. 3 und damit die Karte senkrecht über der Mittellinie der Achse h, so würde die Platine/", welche vorher auf der horizontal liegenden Seite der viereckigen Walze gelegen, gehoben, also von dem Messer g entfernt sein, welches dadurch also den Rahmen c nicht mitnehmen kann. Soll dieses dagegen geschehen, d. h. die Platine/ demnach liegen bleiben bezw, nicht gehoben werden, so macht man für die Platine/ an der Karte q einen Einschnitt q1, so dafs die Platine auf dem an dieser Stelle ringsum rund gedrehten Theil der Walze h1 auf letzterer ruhig liegen bleibt. Wie leicht zu ersehen, kann man auf diese Weise nach Bedarf die Ausrückung· ganzer Reihen von Platinen b in beliebiger Anzahl erfolgen lassen, oder nicht; man hat nur die Oeffnungen ql in der Kartenreihe anzubringen, oder nicht, so dafs man es ganz in der Hand hat, die Platinen zu der Figurkarte und damit diese selbst wirken zu lassen, oder nicht. Sind die Platinen bezw, Nadeln durch die Vorrichtung ausgerückt, so arbeiten noch die aufserhalb des Apparates liegenden Platinen, durch welche z. B. die Grundschüsse, Säume u. s. w. hergestellt werden, in gewöhnlicher bekannter Weise durch das Prisma r.
Die sonstige Einrichtung des Jacquardstuhles bleibt wie gewöhnlich und erleidet keinerlei Veränderung. In Fig. 1 ist durch ä die Prefsfeder für die Rolle i* am Messerkasten i angedeutet, durch welches das Schlagprisma r seine Hebung erhält; t sind die Kordeln, welche mit dem Harnisch verbunden sind. In Fig. 4 ist u der Hebebaum, der durch den Riemen ν den Messerkasten hebt.
Der· Gang der Maschine ist nun folgender:
a) Befindet sich zunächst die Maschine im Ruhezustand, also in der in Fig. 1 und 2 dargestellten Lage, wobei jedoch die Walze h1 in der durch Fig. 3 dargestellten Lage gedacht werden mufs, so ist die neue Vorrichtung in Thätigkeit, insofern, als sie dann die Platinen b zurück, d. h. von dem Messer abgeschoben hält. Wird nun die Maschine in Thätigkeit gesetzt, d. h. durch den Hebebaum u nach Pfeil M1 der Messerkasten gehoben, so tritt der Apparat aufser Thätigkeit, nur dafs er die Walze h1 durch Fanghaken η rund gehen läfst, wodurch für den kommenden Schufs der Apparat fertig steht.
b) Soll nun die Figurkarte zur Wirkung gelangen , so darf also die Vorrichtung auf die zur Figur dienenden Platinen nicht wirken; beim Hochgehen des Messerkastens müssen demnach durch die Drehung der Walze hl mittelst Fanghaken η die Platinen / gehoben werden. Hierbei ist zu bemerken, dafs der Vorsprung k2 am Hebel k von solcher Länge ist, dafs der Messerkasten schon einen kleinen Weg gemacht hat, wobei sich die Walze hl
zwar sofort hebt, während das Messer g mit seinem in Verbindung stehenden Bewegungsmechanismus noch eine Weile still steht, bis die Haken /' der Platinen f aufser Bereich desselben durch die Drehung der Walze bezw. Kartenkette gekommen, wobei also eine Karte ohne Einschnitt q1 zur Wirkung gelangt ist. Bei weiterem Hub des Messerkastens kann dann Messer g mit seinem Mechanismus ruhig seine Bewegung machen, ohne Einflufs auf die Platinen zu haben, so dafs beim Niedergehen des Messerkastens bezw. des Prismas r die normale Arbeitsthätigkeit der Figurenkarle erfolgt und nur die Platinen für den Grundschufs zurückgezogen werden.
c) Soll aber die Karte als Figurenkarte nicht wirken, sondern die zum Grundschufs u. s. w. dienenden Karten (blinde Karten) ersetzen, so mufs beim Heben des Messerkastens auf der Walze h1 der vorigen Karte eine Karte mit Einschnitt ^1 folgen, worauf die Figurenplatinen ausgerückt, dagegen die zum Grundschufs u. s. w. dienenden Platinen beim Niedergehen des ■ Prismas r zur Wirkung gelangen. Dabei müssen dieselben ebenfalls aufserhalb der Hauptvorrichtung direct mit dem Messer g (in derselben Weise, wie dies bei den Figurenplatinen beschrieben) in Verbindung gebracht werden.
der Reihe a durch Zurückziehen
- f
gebildet bezw. der damit verbundenen Platinen. In ähnlicher Weise findet die Herstellung der Muster II bis IV statt. Zu diesem Muster sind sechs Karten auf der kleinen Walze hl nöthig.
Ist das herzustellende Tuch fünf Mal so grofs wie in der Zeichnung angenommen, so läfst man denselben Schufs 5 cm hinter einander arbeiten, wobei die kleine Walze h1 nur einmal rund geht, welches entweder die Maschine besorgt, oder durch die Hand geschieht.
Der Fanghaken η ist hierbei also aufser Thätigkeit und tritt nur ein, wenn das Muster eine andere Stellung einnimmt.
Soll keine Figurenkarte zur Wirkung gelangen, so ist selbstverständlich die Drehung des Prismas r in irgend einer Weise wie bekannt durch Heben des betreffenden Fanghakens auszusetzen.
Zur Erzeugung der oben genannten verschiedenen Muster theilt man den Rahmen c in mehrere von einander unabhängige Abtheilungen, wie dieses in Fig. 7 dargestellt, so dafs stets nur eine gewisse Anzahl Platinen b zurückgezogen werden. Es wird dann jeder einzelne Rahmen mit einer besonderen Platine/ mit dem durchgehenden Messer g nach Belieben in beschriebener Weise in Verbindung gesetzt, oder nicht.
In Fig. 8 ist nun eine solche Combination von vier verschiedenen Mustern gezeichnet. Wie ersichtlich, ist das Quadrat in vier gleiche Theilel, II, III, IV getheilt, deren Muster alle unter sich verschieden sind. Zur Erläuterung des Arbeitsvorganges soll das Muster I in der linken oberen Ecke hergestellt gedacht werden. Wir nehmen an, es seien, wie in Fig. 7 gezeichnet, sechs unabhängige Rahmentheile vorhanden, und zwar gleich grofse, die mit einem Kreuz durchzogenen kleinen Quadrate stellen die die Figur bildenden Schüsse dar; die freien Quadrate werden dagegen durch die Einwirkung der neuen Vorrichtung gebildet. Es werden die freien Quadrate
der Rahmentheile No. 2, 5,' 6,
- ι, 4, 5,
- I, 4, 5> 6,
- 2, 3,
- 2, 3, 5, 6,
- 2, 3>
- 2, 3? 5
-■ . 2, 3,

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    Eine Einrichtung der Jacquard-Maschine derart, dafs ganze Reihen von Platinen oder einzelne Theile dieser Reihen mittelst beweglicher vor den betreffenden Platinen angebrachter Stäbe (a) von den zugehörigen Messern abgedrückt werden können.
    Die durch Anspruch 1. gekennzeichnete Einrichtung, sofern bei derselben die die Stäbe (a) enthaltenden Rahmen (c) mittelst einer schaftmaschinenartigen Vorrichtung q) bewegt werden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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