DE62396C - Regler für Niederdruck - Kessel - Google Patents
Regler für Niederdruck - KesselInfo
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F23—COMBUSTION APPARATUS; COMBUSTION PROCESSES
- F23N—REGULATING OR CONTROLLING COMBUSTION
- F23N3/00—Regulating air supply or draught
- F23N3/02—Regulating draught by direct pressure operation of single valves or dampers
Landscapes
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 36: Heizungsanlagen.
BRUNO WAGNER in BERLIN. Regler für Niederdruck-Kessel.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 7. Februar 1891 ab.
Die Fig. 1 zeigt den Regler in seiner einfachsten Form. Er besteht aus einem beweglichen
und einem unbeweglichen, feststehenden Theil. Ersterer setzt sich zusammen aus der
Haube /j, aus dem kurzen Standrohr s und
dem Verschlufsteller I; letzteren Theil bildet die ringförmige Rinne r. In diese letztere ist
die Haube h eingesetzt und kann sich darin vertical bewegen. Die innere Rinnenwand
schliefst einen Hohlraum ein, der uriten durch ein kurzes Rohr mit dem Kesselstandrohr H
des Niederdruckdampfkessels verbunden ist. Der bewegliche Theil des Reglers ist mittelst
eines Gummischlauches g ebenfalls mit dem Hauptstandrohr H verbunden, und zwar ist
dies durch das kurze Standrohr s derart erzielt, dafs ein Heben und Sinken der Haube h ungehindert
stattfinden kann. Der Regler ist mit dem Standrohr H so verbunden, dafs seine
Bodenfläche sich ein wenig über dem höchsten Kesselwasserstande befindet.
Die Rinne r ist zum Theil mit Quecksilber angefüllt, wodurch erzielt wird, dafs die Haube h
mit dem feststehenden Theil des Reglers einen Hohlraum G einschliefst, der oben und unten
nur mit dem Hauptstandrohr H verbunden ist.
Der Auftrieb der in das Quecksilber tauchenden Haube h kommt gegenüber dem Eigengewicht
des ganzen beweglichen. Theiles nicht in Betracht, die Haube h wird daher im Zustand
der Rühe auf dem Rinnenboden aufsitzen.
Das Standrohr s hat innerhalb der Haube h eine Verlängerung e, deren Zweck weiter unten
ausgeführt wird.
Die Arbeitsweise des Reglers ist folgende: Bei steigendem Dampfdruck im Kessel wird
das Wasser in das Standrohr H gedrückt und dringt durch das untere Verbindungsrohr auch
in den Innenraum G des Reglers ein. Hier steigt es, bis der Wasserspiegel die untere
Mündung des Rohres e erreicht. Da der Raum oberhalb dieser Ebene nach aufsen wie
nach dem Standrohr H hin abgeschlossen ist, so kann das steigende Wasser seinen weiteren
Weg nur durch das Rohr e nehmen, dabei den schon erwähnten, mit Luft gefüllten Hohlraum,
der durch die Länge des Rohres e bestimmt ist, abschliefsend. Das Wasser steigt
in den Rohren e und s weiter und vereinigt sich nach Durchlaufen des Gummischlauches
wieder mit dem Wasser des Hauptstandrohres H.
Der durch die innere Rinnenwand, die Haube h und das Quecksilber eingeschlossene,
mit Wasser und Luft angefüllte Innenraum G des Reglers steht nun unter dem Druck einer
Wassersäule, deren Höhe zu messen ist, als der Höhenunterschied zwischen der Ebene der
Haubendecke und der Ebene des Wasserstandes im Hauptstandrohr H.
Dieser Druck äufsert sich in zweierlei Weise, er wird erstens einen: Niveauunterschied des
Quecksilbers, welches von der Haube h und der inneren Rinnenwand eingeschlossen ist,
hervorrufen gegenüber der Quecksilbersäule, welche von der Haube h und der äufseren
Rinnenwand begrenzt ist, und zwar derart, dafs der Unterschied der beiden Quecksilberspiegel
entsprechend dem Verhältnifs des specifischen Gewichtes des Wassers und des Queck-
Silbers 13,6 mal geringer ist als der den Druck
hervorbringende vorerwähnte Unterschied zwischen der Höhe des Wasserstandes in H und
der Haubendecke. Die zweite Aeufserung des Druckes ist die, dafs derselbe versucht, die
Haube h, weil sie vertical beweglich ist, zu heben.
Das Gewicht der Haube h sammt Standrohr 5 und e sowie dem Teller Z ist nun so grofs,
dafs ein Heben des beweglichen Theiles des Reglers erst bei einer Wassersäule im Standrohr
H von ungefähr 2,5 m Höhe erfolgt, wodurch der Teller I sich der Oeffnung des
Zuges für die Feuerungsluft nach dem Roste nähert und dieselbe endlich ganz abschliefst.
Dieser Wassersäule entspricht der Druck von Y4 Atmosphäre im Innenraum G des Reglers.
Die beiden vorgenannten, einerseits von der äufseren Rinnenwand und Haube h, anderer-^
seits von Haube h und der inneren Rinnenwand gebildeten Quecksilbersäulen werden daher jetzt
einen Niveauunterschied von— = 10 cm
zeigen. Durch diesen höchsten Niveauunterschied und durch die Gröfse des Hubes der
Haube h ist sowohl die Menge des einzufüllenden Quecksilbers wie überhaupt die Höhe der
Haube und der Rinnenwände bestimmt.
Angenommen, die Dampfspannung im Kessel läfst nach, so sinkt das Wasser im Standrohr
H, dadurch den Druck im Innenraum G . des Reglers verringernd. Dies hat · zur Folge,
dafs nach einem Mafs des Sinkens des Druckes die Haube h anfängt, sich ganz langsam zu
senken, bis sie, falls der Druck immer mehr fällt, schliefslich auf dem Rinnenboden wieder
aufsitzt. Hierdurch wird nun wiederum der Luft der Zutritt nach dem Roste freigegeben.
Fällt der Druck noch weiter, so wird das Wasser bis unter die Stelle sinken, wo die
Haube h mit dem Standrohr H durch Gummischlauch verbunden ist. Gleichzeitig mit dem
Standrohr H entleert sich dann der Gummischlauch , das kurze Standrohr s mit seinem
unteren Theil e, schliefslich auch der mit Wasser angefüllte Theil des Innenraumes G
durch die untere Rohrverbindung.
Die Verlängerung e des Standrohres s soll die Berührung des Wassers mit dem Quecksilber
verhindern. Wenn sich der Raum G füllt, so kann dies, wie schon beschrieben,
nur bis zur Berührung des Wasserspiegels mit dem unteren Ende des Rohres e geschehen,
dann aber wird der darüber befindliche, mit Luft gefüllte Raum des Reglers abgeschlossen.
Da die Haube h sich erst bei dem Druck von Y4 Atmosphäre hebt, so stellen sich bis dahin
die beiden Quecksilberspiegel allmälig bis zu 19 cm Höhenunterschied ein. Das Quecksilber
an der inneren Rinnenwand sinkt hierbei, infolge dessen wird das Wasser im Innenraum G
etwas steigen. Hebt sich nun schliefslich noch die Haube h, so hebt sich damit auch das
untere Ende des Rohres e. Das Wasser wird daher sowohl aus dem Standrohr wie auch
aus dem Kessel sogleich diesen freigewordenen Raum ausfüllen. Da derselbe aber so gering
ist gegenüber der gesammten Wassermenge, so ergieb't sich kein merkbarer Druckverlust. Das
Rohr e ist nun so lang, dafs trotz des vorbeschriebenen Steigens des Wassers im ,Raum G
der Wasserspiegel immer noch ein gewisses Mafs tiefer liegt als die obere Kante der inneren
Rinnenwand.
Das kurze Standrohr s, welches gleichzeitig , als Führung der Haube h beim Heben dient,
stellt die Verbindung der Haube h mit dem Standrohr H her und bewirkt hierdurch, da
die Luft beim Sinken des Wassers frei in den Raum G nachdringen kann, eine jedesmalige
Entleerung desselben. Wäre diese obere Verbindung nicht vorhanden, so würde beim
Sinken des Standrohrwassers unter den Stand des Reglers ein Unterdruck im Raum G entstehen,
was zur Folge haben könnte, dafs das Quecksilber über die aus constructiven Rücksichten
nicht hohe innere Rinnenwand in den Innenraum G gelangt, also verloren geht. Dies
würde auf jeden Fall stattfinden, da das Wasser im Standrohr H erst bis zur Einmündung der
unteren Rohrverbindung sinken müfste, ehe durch stofsweise eindringende Luft durch diese
untere Rohrverbindung der Druckausgleich mit der äufseren Luft stattfinden könnte.
Mittelst eines sogenannten Sackrohres läfst sich dieser Uebelstand vermeiden, doch da das
Wasser den unteren Theil des Innenraumes G dann immer erfüllen würde und die darüber
stehende Luft also nicht erneuert werden könnte, so müfste.die Haube h luftdicht hergestellt
werden, sollte nicht der Zweck und die Wirkung des Rohres e völlig zweifelhaft werden.
Da aber die Haube h mit den Rohrverbindungen nur schwer völlig luftdicht herzustellen
ist, so ist die beschriebene Einrichtung der Haube h gewählt worden, wodurch
ein jedesmaliges Erneuern der Luftmenge, welche im Regler Wasser und Quecksilber
trennt, bei jeder starken Druckverminderung erzielt wird.
Den Regler in erweiterter Form zeigt Fig. 2. Das Rohr s besitzt hierbei einen Ring i, der
sich beim Heben der Haube h an das Gewicht g anlegt. Dieses Gewicht g ist so bemessen,
dafs .dasselbe beim Druck von 0,25 Atmosphären, bei welchem die Haube h sich
genau wie beim einfachen Regler hebt, den weiteren Hub derselben hemmt, beim weiteren
Steigen auf 0,4 Atmosphären jedoch gehoben wird, bis es oben am Deckel d anschlägt.
Das Gewicht g hat die beiden Arme a a,
welche mittelst der Zugstangen ^ mit einer
Luftabschliefsvorrichtung Z1 derart verbunden sind, dafs beim Heben des Gewichts ein Kanal
nach den Zügen geöffnet wird zwecks directer Abkühlung der Kesselwandung durch kalte
Aufsenluft. Da die Klappe / beim ersten Hub ihren Kanal abschliefst, so mufs sie beim
zweiten Hub nachgeben können und ist deshalb auf einer Feder / gelagert, die dem Gewicht
der Klappe / das Gleichgewicht hält, bei jedem gröfseren Druck aber nachgiebt
Diese Form des Reglers wird da Verwendung finden, wo die Beschaffenheit des Brennmaterials
keine Sicherheit bietet, dafs bei Ab-. schlufs der Frischluft auch wirklich die Wärmeentwickelung
auf dem Roste eine geringere wird.
Der Regler ist auch für Wasserheizungen ■verwendbar. Der Raum G besitzt in Fig. 3
dann nach unten eine Erweiterung E, die mit Wasser oder einer sonst passenden Flüssigkeit
angefüllt ist. Durch diese Flüssigkeit ist eine Schlangenrohrleitung gelegt, die mit dem
Steig- oder Rücklaufrohr der Wasserheizung verbunden ist.
Das Wasser dehnt sich beim Erwärmen aus und dringt in das Standrohr e ' und s, das
oben offen ist. Das sich ausdehnende Wasser schafft hierbei also eine Drucksäule für die
Haube h, die wie bei Fig. .1 und 2 nöthig ist,
um die Haube h nach oben zu drücken.
Der Vorgang des Hebens läfst sich in zwei Perioden eintheilen. Bei einer gewissen "Temperatur
wird das Wasser so hoch im Standrohr s stehen, dafs die Haube h eben beginnt
sich zu bewegen. Bei weiterem Steigen der Temperatur wird sich das Wasser weiter ausdehnen
und nunmehr entsprechend der Volumenzunahme die Haube h heben, wobei das Wasser im Standrohr s immer auf gleicher Höhe
bleibt. Die beiden Perioden lassen sich so verbinden, dafs die gegebene zulässige Temperatur
einer Wasserheizung im Steig- oder Rücklaufrohr nicht überschritten wird, sondern
dafs sich vorher die Luftklappe / schliefst.
Claims (2)
1. bei einer gewissen Höhe des Wassers im Standrohr H die Haube h sich hebt und
durch eine Abschliefsvorrichtung / den Zutritt der Luft nach dem Roste verengt und
endlich schliefst, dafs jedoch beim Sinken des Wassers im Standrohr H auch der
Regulatorinnenraum G sich frei entleeren kann; ■
2. die Haube h bei einer gewissen Druckwassersäule im Standrohr H sich hebt, bis
sie an das Gefäfsgewicht g anstöfst, wodurch ihr Hub vorläufig begrenzt und die
. Abschliefsvorrichtung / geschlossen ist, dafs aber beim Ueberschreiten der Druckwassersäule
im Standrohr H über eine weitere Grenze die Haube h das Gewicht g hebt
und damit einen Kanal /, öffnet, welcher die Luft hinter den Rost leitet.
Hierzu t Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE62396C true DE62396C (de) |
Family
ID=336385
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT62396D Expired - Lifetime DE62396C (de) | Regler für Niederdruck - Kessel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE62396C (de) |
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0
- DE DENDAT62396D patent/DE62396C/de not_active Expired - Lifetime
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