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Handhärteprüfgerät Die Erfindung bezieht sich auf ein Handhärteprüfgerät
nach Art der Rockwellhärteprüfer.
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Mehr und mehr geht man heute von der Brinellschen Härteprobe auf die
Härteprüfung nach Rockwell über, und zwar im wesentlichen deswegen, weil ,diese
letztere Härteprüfung zu einem unmittelbar ablesbaren Ergebnis führt, während bei
der Brinellprobe eine immerhin umständliche Messung des Eindruckdurchmessers mittels
Lupe notwendig ist.
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Die bisher bekanntgewordenen Härteprüfgeräte sind in ihrer großen
Mehrzahl für die Durchführung der Brinellschen Härteprobe ausgebildet, d. h. die
Prüfgeräte beschränken sich auf die Herstellung eines Kugeleindruckes im Prüfkörper,
während die Auswertung des Kugeleindruckes mit Hilfe von anderen Mitteln, z. B.
unter Zuhilfenahme von Vergrößerungsgläsern, vorgenommen werden muß. Bei fast allen
diesen Geräten ist die Kraftübertragungsvorrichtung an einem U-förmigen Biegungsträger
in Richtung des Prüfdruckes angeordnet, woraus sich der Nachteil einer unverhältnismäßig
großen Höhe des Gerätes gerade an der Stelle ergibt, an welcher das Gerät an das
Prüfstück angesetzt wird. Solche Geräte, die man auch schon als Handprüfgeräte verwendet
hat, sind wegen des notwendigerweise sehr starken Biegungsträgers verhältnismäßig
schwer und für die Messung an schwer zugänglichen Stellen wegen ihrer großen Höhe
nicht verwendbar.
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Es sind ferner Brinellpressen bekannt, bei denen die Prüfkraftaufbringvorrichtung
nicht an einem U-förmigen Biegungsträger, sondern an einer Brücke angeordnet ist,
die an zwei parallelen Tragspindeln verschiebbar ist. Durch diese Auflösung des
schweren U-förmigen Biegungsträgers tritt grundsätzlich eine Gewichtsersparnis ein.
Die bekannte Brinellpresse ist jedoch als stationäre Presse ausgebildet, bei der
der Eindringkörper zwischen den beiden Tragspindeln angeordnet ist. Aus diesen Gründen
ist diese bekannte Presse nicht für die Prüfung an schwer zugänglichen Stellen verwendbar.
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Ein besonderes Gebiet der Technik, nämlich der Flugzeugbau, hat nun
an die Bauart der Härteprüfgeräte bestimmte Anforderungen gestellt, denen die bisher
bekannten Geräte nicht gerecht werden.
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Ein Haupterfordernis auf diesem Spezialgebiet der Technik ist geringes
Gewicht, damit keine unnötigen Gewichtsbelastungen des Flugzeuges eintreten. Außerdem
muß das Gerät auch leicht von Hand bedient werden können. Ein weiteres Erfordernis
ergibt sich aus dem Umstand, daß die meisten für die Härteprüfung in Betracht kommenden
Teile
des Flugzeuges sehr schwer zugänglich sind. Das Prüfgerät
muß daher so ausgebildet sein, daß es auch an solche Stellen herangeführt werden
kann. -Das ist nun nach der Erfindung dadurch erreicht, daß in an sich bekannter
Weise der Eindringkörper an einem-Kraftübertragungshebel sitzt, dessen Träger und
der. Amboßbügel an zwei Tragspindeln parallel zueinander bewegbar angeordnet- sind;
während- der Kraftübertragungshebel mit seinem den Eindringkörper tragenden Ende
sowie der Amboßbügel in ebenfalls an sich bekannter Weise schnabelartig frei über
die Tragspindeln einseitig hinausragen, und daß ferner .der Träger gleichzeitig
als Festklemmvorrichtung ausgebildet ist, mit der das Prüfgerät auf das zu prüfende
Stück aufgespannt werden kann.
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Auf diese Weise ist ein Prüfgerät entstanden, das gegenüber den bisher
bekannten Geräten eine große Gewichtsersparnis bedeutet und das auch an schwer zugänglichen
Stellen ohne Mühe angesetzt werden kann. Übdrdies kann mit diesem Gerät eine einfachere
und bequemere Prüfung, nach Rockwell durchgeführt und die Härte bzw. die Festigkeit
unmittelbar ohne Verwendung eines Ablesemikroskopes bestimmt-werden.
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Grundsätzlich sind- auch schnabelartig ausgebildefe Härteprüfer bekannt.
Bei diesen bekannten Geräten fehlt aber eine Festklemmvorrichtung; im übrigen kann-mit
ihnen nur die Brinellhärteprüfung durchgeführt werden. Außerdem .leiden .diese bekannten
Prüfgeräte unter dem Mangel, daß die Maulweite des den Eindringkörper- tragenden
. schnabelförmigen Teiles des Gerätes- sehr beschränkt ist, so, daß an- stärkeren
Prüfstücken .eine Prüfung gar .nicht oder doch nur unter. sehr-erschwerten Umständen
durchführbar ist.
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In der Abbildung ist reine Ausführungsform des- neuen Prüfgerätes
-in einer. .teilweise im Schnitt gezeichneten Seitenansicht als .Beispiel .dargestellt.
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Das Prüfgerät - besteht im wesentliehen aus einem AmboßWgel a, - einem.
Kraftübertragungshebel f, an dessen einem -Ende. -der Eindringkörper, sitzt; sowie
- aus-zwei Tragspindeln d, d'. An den Tragspindeln- ist- noch ein Festklemmbügel
e befestigt; - der. ebenso wie- der Amboßbügel a und der. Kraftübertragungshebel
f seitlich übez.die Tragspindeln hinausragt:- .Der Amboßbügel a ist- mit Hilfe von
-drei Zahnrädern b, b rund c an den. Spindeln d, d.' parallel-verschiebbar..
In der. hohlen .Spindel d' sitzt. mit .Gewinde .eine. Kraftauf--bringungsspindel
g, die, mittels -eines Handrades h gedreht werden kann. Auf dem Kraftübertragungshebel
f sitzt noch ein im Querschnitt U-förmiger Bügel 1, der die Kraftmeßuhr i und die
Eindringmeßuhr k trägt. Der Bügel Z ist durch Schräubchen mit dem Kraftübertragungshebel
verbunden.
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Der Amboßbügel a kann durch Drehen der Muttern b, die außen als Zahnräder
ausgebildet sind und innen Muttergewinde tragen, mit Hilfe des Zwischenrades -c
par#Ll1el verschoben werden, da die Zugspindel d: und die Druckspindel
d' durch den. Festklemmbügel e
gegen Drehung gesichert sind. Es kann
daher das Gerät der Stärke des Prüfstückes angepaßt und vor dem eigentlichen Prüfvorgang
mit- den beiden Bügeln a und e am Prüfstück festgeklemmt werden. Der Festklemmbügel
e ist an- der Aufklemmstelle gabelartig ausgebildet, damit der Eindringkörper auf
die Prüfstelle gelangen kann.
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- Die Zugspindel d reicht mit einer oberen Verlängerung durch eine
reichlich bemessene ,Bohrung des Kraftübertragungshebels f hindurch. Am oberen Ende
der Verlängerung sitzt: eine Mutter, gegen die sich eine schneidenartige Erhöhung
des Kraftübertragungshebels legt. Dadurch ist eine Schwenkbewegung -- des Kraftübertragungshebels
in der Ebene des Prüfgerätes ermöglicht.
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Nach dem Festklemmen des Prüfgerätes auf das zu -prüfende Stück- wird.
der- Kraftübertragungshebel in die Ebene des Prüfgerätes. verschwenkt und der Eindringkörper
an das Prüfstück angesetzt: Dann wird die Vorlast aufgebracht. und die übliche Rock--wellprüfung
vorgenommen. Die Prüflasten und die Eindringtiefe werden mit Hilfe der beiden Uhren
i und k in der bei Rockwellprüfungen bekannten Weise gemessen.