DE614490C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von wasserdichten Schrotpatronenhuelsen o. dgl. aus Papier - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von wasserdichten Schrotpatronenhuelsen o. dgl. aus PapierInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von wasserdichten Schrotpatronenhülsen o. dgl. aus Papier Die Erfindung erstreckt sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zur Herstellung von wasserdichten gewickelten Papierhülsen, insbesondere Schrotpatronenhülsen, durch Imprägnierungsbehandlung in einem warmen Fett- oder Wachsbade und nachfolgendes Aufbringen eines Lacküberzuges,' welcher nach einer durch Wärmebehandlung und mechanische Einwirkung erfolgenden Entfernung des Oberflächenwachses-im Tauchverfahren aufgebracht wird.
- Gegenüber einem bekannten Imprägnierungsverfahren für Patronenhülsen, bei dem das auf den Hülsen sitzende Oberflächenwachs in einem Ofen lediglich abgeschmolzen wird, so daß dann immer noch eine mehr oder weniger dünne Wachshaut verbleibt, auf welcher der nachfolgend aufzubringende Lacküberzug sitzt, unterscheidet sich das vorliegende Verfahren im wesentlichen dadurch, daß man die Hülsenkörper zur Entfernung des Oberflächenwachses durch einen Heizraum laufen läßt, in dem sie durch Umschichtung und Reibung untereinander sich selbst gegenseitig auch noch mechanisch abreiben und reinigen, während man sie im AnschluB hieran zur weiteren Vervollständigung der Entwachsung sowie Entfettung des letzten Restes des äußeren Wachshauches in einen beweglichen, vorzugsweise umlaufenden Behälter gibt, in dem sich saugfähiges, heißes Schüttgut (Sägespäne, Papierschnitzel, Kleie o. dgl.) befindet, das die Hülsen nochmals mechanisch abreibt und nachentfettet; so daß die äußere Papierfläche des Hülsenkörpers zum festen Haftsitze des nachfolgend aufzubringenden Lacküberzuges mit Sicherheit weitgehend freigelegt wird.
- Nach dem neuen Verfahrensvorgang wird die Wachsschicht in einfacher Weise unter eigener Mitwirkung der Werkstücke gründlich entfernt und die Papierfläche des Hülsenkörpers zum festen Haftsitze des nachfolgend aufzubringenden Lacküberzuges so gründlich freigelegt, daß dieser Überzug mit Sicherheit fest haftet und ein Loslösen oder Abgehen nicht mehr zu befürchten ist.
- An sich ist es in der Papierindustrie schon bekannt, flächenmäßige Papiererzeugnisse mit einem Grundimprägnierungsmittel, wie Wachs, Paraffin u..dgl., zu versehen und dieses durch Wärmeanwendung und mechanische Einwirkung stellenweise zu beseitigen, soweit andere heckmittel noch aufgebracht werden sollen. Hier handelt es sich aber nicht um die Arbeitsbehandlung von Hülsenkörpern als Massenschüttgut, das der Abschmelzbehandlung unterzogen wird und sich durch eigene Reibung auch selbst mechanisch noch reinigt.
- Durch das der Erfindung zugrunde liegende Verfahren, welches Wärmebehandlung. und mechanische Selbstreinigung der Werkstücke durch gegenseitige Reibung vereinigt, wird von den Hülsenerzeugnissen auch das letzte Wachshäutchen entfernt und dadurch die Haftfläche -für den aufzubringenden Lacküberzug im Wege der Massenbearbeitung gründlich vorbereitet.
- In der beiliegenden Zeichnung ist eine zur Durchführung des Verfahrens vorzugsweise geeignete Einrichtung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt, und zwar zeigt Fig. i die Seitenansicht eines Rotationstrockenapparates bzw. die Vorrichtung zum Entfernen des Wachses, die mit Transportschnecke und Heizschlangen ausgestattet ist, Fig. 2 einen Längsschnitt, nach Linie II-II der Fig. 3 gelegt, die ihrerseits einen Grundriß mit Querschnitt nach Linie 111-III der Fig. 2 erkennen läßt.
- Fig.4 stellt in Seitenansicht eine mit Schüttgut wirkendePutztrommel dar, während Fig. 5 eine Vorderansicht hierzu zeigt. Fig. 6 läßt in Aufriß und Seitenansicht die Tauch- bzw. überzugsmaschine .erkennen, die zum nachträglichen Aufbringen des Lacküberzuges auf die Werkstücke dient, und Fig. 7 zeigt eine Grundrißdarstellung dazu. Fig.8 und 9 zeigen in vergrößerter Darstellung Einzelheiten des Einsatzrahmens, in dem die Hülsen während des Betriebsvorganges in der überzugsmaschine sitzen.
- Die Fig. i bis 3 zeigen die Apparatur, welche dazu dient, das nachdem Imprägnieren der Werkstücke auf der Oberfläche hautartig haftende Wachs o. dgl. zu entfernen. Die Apparatur hat Ähnlichkeit mit einem Rotationstrockenapparat und besitzt den Einfülltrichter i, in den die auf Schrotpatronenhülsenlänge zugeschnittenen Papierhülsen eingegeben werden, um in die Transporttrommel 2 zu gelangen. Diese Trommel mit eingebauter Transportschnecke erstreckt sich über .die beiden nebeneinanderli:egenden Kammern 11, 17 (Fig. 2). Die erste Kammer i i ist ein Heizramm, in dem die Heizschlangen liegen, die durch die Rohre 12 und 13 gespeist werden und die um die drehbare Transporttrommel 2 gelagert sind. Diese Trommele besitzt in vier Abschnitten in ihrer Wandung Durchlochungen 3, 4, 5 und 6, durch welche alles überschüssige und geschmolzene Imprägnie rufmittel in die darunterliegende Aufnahmepfanne 14 (gemäß Fig, a) abtropft: Die Pfannen sind zugänglich und können entfernt werden durch die mit Scharnieren versehenen Türen 15, die im Unterteil des Apparaturgehäuses (Fig, i) vorgesehen sind. Durch die sich drehende Transporttrommel 2 gelangen die Papier- bzw. Patronenhülsen in die hintere Kammer 17, innerhalb der die Transporttrommel wiederum Wanddurchlochungen aufweist. Die von der Trommel geförderten Werkstücke werden in der Kammer 17 einer Blasluftbehandlung unterworfen, wobei die warme Luft mit hoher Geschwindigkeit eingelassen wird, und zwar in das hintere Ende der drehbaren Trommel e durch den Ausblasstutzen 2i eines von einer Grundplatte?,?, getragenen und mit Antriebsscheibe 25 versehenen Ventilators i9. Der Saugstutzen 2o des Ventilators mündet in die Wandung der Kammer 17 ein, in der wiederum Heizschlangen 18 eingebaut sind, über die die Luftabsaugung stattfindet. Die Luft befindet sich also in Umlaufbewegung; sie wird durch den Stutzen 21 eingetrieben und über die Heizung 18 vor dem Absaugstutzen 2o wieder abgenommen und bewirkt, daß alles überschüssige Wachs abgeblasen wird.
- Die Hülsen werden durch die Drehung der Transporttrommel 2 und die in diese eingebaute Schnecke 16 in der Kammer, 17 ausgeschoben und treten durch eine Anführrutsche 3a nach außen, die durch eine Falltüre verschlossen ist, die sich während jeder Umdrehung der Transporttrommel :2 einmal zum Materialauslaß öffnet und dann wieder schließt, um keine unnötige Entlüftung und Abkühlung der Kammer 17 eintreten zu lassen. Die aus der Entwachsungsapparatur (gemäß Fig. i bis 3) über die Entladungsrutsche 32 auslaufenden und in einen Behälter einfallenden Werkstücke weisen an ihrer Oberüär,he noch Eine hauchdünne Wachshaut auf, die vor der Weiterbehandlung zweckmäßig ebenfalls noch entfernt werden mnß.
- Zu diesem Zwecke werden die Papierhülsen in die in Fig.4 und 5 dargestellte Putztrommel eingegeben; und zwar gleichzeitig mit warmem, saugfähigem Schüttgut. Der PutztrommelkÖrper kann ein achteckiges Gehäuse 26 darstellen,- das von einer Welle 8 getragen wird,. auf der ein Handrad 31 sitzt und auf der weiterhin eine Riemenscheibe 28 befestigt sein kann, die mittels Riemen 34 den Antrieb der Trommel besorgt. Die Trommelfüllung erfolgt durch eine weiter nicht gezeichnete Tür, durch die auch nach durchgeführtem Putzvorgang die Entleerung erfolgt, so daß Werkstücke und Schüttgut zwischen den Abschirmbienden 9 in darunterliegende Siebkästen 29 einfallen, in denen die Hülsen zurückbleiben, während das Schüttgut allein in ,einen darueersitzendemBehälter 3o durchfällt-Die. aus der Putztrommel kommenden Werkstücke, bei denen nun auch der äußere Wachshautüberzug entfernt ist, werden nun in der in der Fig. 6 bis 9 dargestellten Tauch-und Überzugmaschine mit einem Lackiiberzug versehen, der an den gereinigten und entwachsten Wandungen der Hülsen einen einwandfreien Haftsitz findet und gut hält.
- Die Hülsen können entweder vor ihrer weiteren Fertigverarbeitung den Lacküberzug erhalten oder aber, -was zweckmäßiger und vorteilhafter ist, auch dann erst in die Tauchmaschine gegeben werden, nachdem sie mit Bodenkappen versehen und durch Einbringen der Ladung zu fertigen Patronen verarbeitet sind.
- Die Überzugmaschine besteht aus einem Gestellaufbau, in dem gegenüberliegend endlose Gelenkketten 35 angeordnet sind, die von Antriebsrädern 46 aus über Laufräder 47, 44, 40, 45 laufen und von einem Motor aus in Antrieb versetzt werden, der über ein Untersetzungsgetriebe 37 mittels Kette 38 den Antrieb der Räder 46 veranlaßt.
- Unter dem Sitze der Kettenräder 4o ist ein Lack- oder Farbbehälter 39 angeordnet, der durch einen Überlauf 48 auf gleicher Füllhöhe gehalten wird und in dem fortlaufend aus einem mit Schwimmer 5 1 versehenen Behälter 49 durch eine Pumpe 5o Lack eingepumpt wird, wobei der Überschuß durch den Überlauf 48 in den Behälter 49 zurückfließt. Die Lackpumpe ist mittels Kette 53 ebenfalls vom Motor 36 über dessen Getriebe 37 angetrieben.
- Mit den Gelenkketten 35 in Zusammenwirkung stehen durchlochte Querträger, die mittels SchlWen io zwischen den gegenüberliegenden Kettenzügen befestigt -werden können und in deren Löcher 35 die Werkstücke (Hülsen oder fertiglaborierte Patronen) einsteckbar sind. Die Querträger werden nach dem Einsetzen der Werkstücke zwischen den Kettenzügen mitgeführt, wie dies in Fig.6 bei 52 gezeigt ist. Die Kettenzüge führen den Träger mit und bringen ihn über den Lackbehälter 39, in den die Werkstücke eintauchen und dadurch mit Lack überzogen werden. Im weiteren Transportwege ziehen die Querträger mit den getauchten Werkstücken längs der Abtropfpfanne 41 nach oben und laufen schließlich waagerecht gegen das Antriebsrad 46 an, bei dem die Querträger mit den getauchten und nun fertigen Werkstücken entfernt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Schrotpatronenhülsen oder anderen aus Papier gewickelten Hülsen durch Imprägnierungsbehandlung in einem warmen Fett- oder Wachsbade und nachfolgendes Aufbringen eines Lacküberzuges, der nach einer durch Wärmebehandlung und mechanische Einwirkung erfolgenden Entfernung des Oberflächenwachses im Tauchverfahren aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hülsenkörper zum Abschmelzen des Oberflächenwachses zunächst durch einen -zweckmäßig von einem Heißluftstrom durchzogenen Heizraum laufen läßt, in dem sie sich auch noch auf mechanischem Wege durch Umschichtung und gegenseitige Reibung vom Oberflächenwachs befreien und dann weiter zur Vervollständigung der Entwachsung und Entfernung des letzten Restes des äußeren Wachshauches in einen beweglichen, vorzugsweise umlaufenden Behälter gibt, in dem sich saugfähiges, heißes Schüttgut (Sägespäne, Papierschnitzel,.Kleie o. dgl.) befindet, das die Hülsen nochmals mechanisch abreibt und nachentfettet, so daß die äußere Papierfläche des Hülsenkörpers zum festen Haftsitze des nachfolgend aufzubringenden Lacküberzuges weitgehend freigelegt wird. z. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, gekennzeichnet,durch eine in einer Heizkammer (i i) untergebrachte Drehtrommel (2) mit eingebauter Transportschnecke (16), der durch einen Trichter (i) die vorimprägnierten Werkstücke übergeben werden und durch deren Lochungen (3 bis 6) das Oberflächenwachs abtropft und wobei weiterhin das mit einer Lochzone (7) versehene Trommelende in einem mit Heizkörpern (18) ausgestatteten Blasraum (17) einmündet, in dem die von der Trommel geförderten und gegen den Auslaß (32) antransportierten Werkstücke vor ihrem Austritt noch einem starken Blasluftstrom ausgesetzt werden, der den Rest von Oberflächenwachs abstreift, bevor die Werkstücke in eine der Drehtrommelheizkammer (i i, z) nachgeschaltete oder zugeordnete an sich bekannte Scheuertrommel (26) gelangen, in der der Rest des Oberflächenhäutchens von den Werkstücken noch entfernt wird, bevor die spätere Aufbringung des Lacküberzuges erfolgt. 3. Einrichtung zur mechanischen Herstellung des Lacküberzuges auf den aus den Maschinen gemäß Anspruch :2 kommenden Werkstücken, gekennzeichnet durch einen über Rollen laufenden, zweiseitigen Transportkettenzug (35), der in einem Aufbauständer liegt, wenigstens an einer Stelle über ein mit Lackflüssigkeit gefülltes Becken (39) hinzieht und zwischen'sich auf Mitnahme auswechselbare Einsatzbrücken mitführt, in deren Lochungen (33) die Werkstücke nach unten frei liegend hängen, so daß sie beim Vorbeiführen über den Lackbehälter (39) in diesen eintauchen und einen Lacküberzug aufnehmen. d.. Ausführungsform der Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß von dem Lackbehälter aus auf dem Abzugswege der Transportketten (35) und der von diesen mitgeführten Einsatzbrücken (5s) ein Abtropfschacht für den überflüssigen Lack und eine Heizvorrichtung vorgesehen ist, die zur raschen Trocknung des Tauchüberzuges beiträgt.
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