DE611998C - Streckenschutzschaltung zur Abschaltung nur einer Erdschlussstelle bei Doppelerdschluss - Google Patents
Streckenschutzschaltung zur Abschaltung nur einer Erdschlussstelle bei DoppelerdschlussInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02H—EMERGENCY PROTECTIVE CIRCUIT ARRANGEMENTS
- H02H7/00—Emergency protective circuit arrangements specially adapted for specific types of electric machines or apparatus or for sectionalised protection of cable or line systems, and effecting automatic switching in the event of an undesired change from normal working conditions
- H02H7/26—Sectionalised protection of cable or line systems, e.g. for disconnecting a section on which a short-circuit, earth fault, or arc discharge has occured
- H02H7/261—Sectionalised protection of cable or line systems, e.g. for disconnecting a section on which a short-circuit, earth fault, or arc discharge has occured involving signal transmission between at least two stations
- H02H7/262—Sectionalised protection of cable or line systems, e.g. for disconnecting a section on which a short-circuit, earth fault, or arc discharge has occured involving signal transmission between at least two stations involving transmissions of switching or blocking orders
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- Emergency Protection Circuit Devices (AREA)
Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
12. APRIL 1935
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21c GRUPPE 68 so
Sio6pp4VIIIbJ2ic
Tag der Bekanntmachung über die Erteilung des Patents: 21. Mars
Siemens-Schuckertwerke Akt.-Ges. in Berlin-Siemensstadt*)
Patentiert im Deutschen Reiche vom 10. November 1932 ab
Es ist bekannt, daß man zum Schutz einer Drehstromleitung nicht in allen Phasenleitern
den Strom zu überwachen braucht, daß es vielmehr genügt, den Strom in zwei Phasenleitern
zu überwachen und beispielsweise durch Überstromrelais jeweils eines der beiden Schutzrelais
in Tätigkeit zu setzen. Diese Anwendung von Schutzrelais in nur zwei Phasenleitern
läßt sich auch beim Streckenschutz durchführen, d. h. bei Schutzeinrichtungen,
bei denen die Abschaltung von dem Vergleich der Energierichtung oder Stromrichtung am
Anfang und Ende einer Leitungsstrecke oder in benachbarten Leitungsstrecken abhängig ist,
sowie von dem Ansprechen von Anregerelais, welche durch den Strom zweier Phasenleiter
beeinflußt werden. Solche Anordnungen enthalten beispielsweise Überstromrelais in den
Phasenleitern R und T. Man kann an ihrer Stelle auch Spannungsabfallrelais für zwei
verschiedene verkettete Spannungen verwenden.
Es ist nun bekannt, bei Doppelerdschluß nach Möglichkeit nur die eine Erdschlußstelle
abzuschalten, weil dann nur ein kleinerer Teil des Netzes außer Betrieb gesetzt wird und
weil es andererseits für den Betrieb der Anlage keine erhebliche Störung bedeutet, wenn
nach Abschaltung der einen Erdschlußstelle die zweite Erdschlußstelle bestehen bleibt. Infolge
der Anwendung von Kompensationseinrichtungen zur Unterdrückung des Erdschlußstromes ruft dieser zuletzt noch bestehende
einfache Erdschluß nur einen geringen Fehlerstrom hervor. Die Abschaltung nur einer
Erdschlußstelle hat man beispielsweise in der Weise durchgeführt, daß bei einem Doppelerdschluß,
an welchem der Phasenleiter T beteiligt ist, d. h. also bei einem Doppelerdschluß
R-T oder S-T die Relaiseinrichtung des Phasenleiters T für die Abschaltung der Erdschlußstelle
auf den Phasenleiter T zuständig ist. Bei Doppelerdschluß der Phasenleiter R
und 6" dagegen wird die Erdschlußstelle des Phasenleiters R abgeschaltet.
Die Übertragung dieser Abschaltung nur einer Erdschlußstelle ist auch auf Streckenschutzschaltungen
möglich. Es entsteht aber bei solchen Streckenschutzschaltungen, bei denen über die Starkstromleitung und Erde
ein Hilfssignal gesendet wird, wenn der Schalter in seiner geschlossenen Stellung verriegelt
wird, die Schwierigkeit, daß in den beiden Leitungsabschnitten, an denen sich die Erdschlußstellen befinden, die Übertragung dieses
Sperrsignals infolge des Erdschlusses möglicherweise gestört wird. Es würde dann der
Fall eintreten, daß in beiden Leitungsabschnitten Schalter fallen. Dadurch wird dann ein
unnötig ausgedehnter Netzteil spannungslos. Eine zu weitgehende Abschaltung kann z. B.
dann eintreten, wenn das Sperrsignal über
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dipl.-Ing. Hermann Neugebauer in Berlin-Spandau.
denjenigen Phasenleiter übertragen wird, welcher an dem Doppelerdschluß beteiligt ist.
Vermeiden lassen sich Fehlabschaltungen nachder Erfindung nun dadurch, daß zur Übertragung
des Sperrsignals ein ganz bestimmter· Phasenleiter gewählt wird, nämlich derjenige
Phasenleiter, dessen Strom in zwei von den drei möglichen Doppelerdschlußfällen der
Drehstromleitung in der Relaisanordnung zur ίο Wirkung kommt.
Wenn beispielsweise in der zur Erläuterung beigefügten Zeichnung ein Erdschluß auf dem
Phasenleiter R zwischen den Stationen B und C und ein zweiter Erdschluß auf dem
Phasenleiter 5 zwischen den Stationen F und G
entsteht, so soll entweder nur die Strecke B-C abgeschaltet werden oder nur die Strecke F-G..
In der Zeichnung ist nun angenommen, daß in jeder Station eine Relaiseinrichtung angebracht
ist, welche an die Phasenleiter R und T angeschlossen ist. Es ist dies durch einen
Punkt innerhalb eines schmalen, über die drei Phasenleiter R, S und T gelegten- Viereckes
angedeutet. Nun sind die Relaiseinrichtungen ' 25 bei A1 C1 E und G so eingestellt, daß, wie
durch kleine Pfeile unter den erwähnten Vierecken angedeutet ist, die Auslösung des Schalters
nur bei Energierichtung von rechts nach links möglich ist. Bei den Relaiseinrichtungen
bei B, D und F ist umgekehrt eine Energierichtung von links nach rechts Voraussetzung
für die Schalterauslösung1.
Bei dem angenommenen Doppelerdschlußfall R, S fließen im Phasenleiter R die Ströme
bei A und B von links nach rechts, in den übrigen gezeichneten Orten C, D1 E1 F, G im
Phasenleiter R von rechts nach links. Die Relaiseinrichtung bei B und C stehen beide auf
Abschaltung und sollen demzufolge mit kurzer Verzögerungszeit die Leitungsschalter an
den Enden der Strecke B-C öffnen. In der Strecke F-G ist die Stromrichtung des Doppelerdschlußstromes
von rechts nach links, der Schalter bei G ist also zur Abschaltung frei
und wird geöffnet werden, wenn das Sperrsignal von F nach G ausbleibt. Wenn also bei
dieser Anordnung der mittlere erdschlußbehaftete Phasenleiter 5 zur Übertragung des
Sperrsignals benutzt wird, dann fällt fehlerhafterweise auch der Schalter bei G1 so daß
also der gesamte Netzteil zwischen den Schaltern B und G spannungslos wird.
Die unerwünschte Abschaltung des Schalters G würde aber vermieden, wenn zur Übertragung
des Sperrbefehls nicht der Phasenleiter S1 sondern der Phasenleiter R benutzt
würde; denn da in dem Abschnitt F-G der Phasenleiter R keinen Erdschluß aufweist, _
würde die Übertragung des Sperrsignals von F nach G nicht gestört. Das gleiche gilt für den
Fall, daß zur Übertragung des Sperrsignals der Phasenleiter T benutzt wird; denn bei dem
'-angenommenen Fehlerfall ist auch der Phasenleiter T im Abschnitt F-G störungsfrei.
Die Relaisanordnungen in den Phasenleitern R und T sollen alle Kurzschlußfälle
lind · dementsprechend auch alle Doppelerdschiußfälle
erfassen. Daraus ergibt sich dann aber, daß- wenigstens eines von den zwei Schutzrelais jeder Strecke zwei FeMerfälle
erfassen muß. Es sei deshalb angenommen, daß das Relais der Phase R nur bei einem
Kurzschluß oder Doppelerdschluß auf den Leitern R und S anspricht, daß also das Relais
der" Phase T bei einem Kurzschluß T-S und bei einem Kurzschluß T-R und dementsprechend
auch bei den Doppelerdschlüssen T-S und T-R in Tätigkeit tritt.
Bei dem angenommenen Doppelerdschlußfall R-S wird also das Relais der Phase*R
richtig arbeiten und den Abschnitt B-C abschalten, gleichgültig,-über welchen der Phasenleiter
ordnungsmäßig die Übertragung des Sperrsignals bei fehlerfreier Strecke erfolgt;
denn wenn die Energierichtungsrelais an den Streckenenden auf Abschaltung stehen, wird
das Sperrsignal bereits von den Relaiseinrichtungen unterbrochen. Im Abschnitt F-G dagegen
steht nur die Relaiseinrichtung bei G auf Abschaltung.- Die Relaiseinrichtung F dagegen
sendet einen Sperrbefehl aus. Ist dabei der fehlerhafte Phasenleiter S für die Übertragung
des Sperrbefehls benutzt, so gibt es eine fehlerhafte Abschaltung am Ort G. Wird
der Phasenleiter R oder der Phasenleiter T für die Übertragung des Sperrsignals benutzt,
dann wird der Schalter bei G ordnungsgemäß verriegelt.
Nimmt man aber einen Doppelerdschluß zwischen R und T an, wie er beispielsweise
in der Figur an den Abschnitten B-C und D-E gezeichnet ist, dann soll nur das Relais
der Phase T ansprechen, d. h. es soll nur die Strecke D-E abgeschaltet werden. Wenn zur
übertragung des Sperrsignals der Leiter T benutzt wird, dann kann der Sperrbefehl im
Abschnitt B-C den Schalter B verriegeln. Der Abschnitt D-E wird richtig abgeschaltet.
Wenn das Sperrsignal über den Phasenleiter R übertragen wird, gibt es eine Fehlabschaltung,
weil der Sperrbefehl von B nach C nicht an der Erdschlußstelle des Leiters R vorbeikommt.
Die Übertragung des Sperrbefehls über den Phasenleiter 6" ergibt, wie oben gezeigt
wurde, beim Doppelerdschluß R-S eine Fehlauslösung; die Übertragung des Sperrsignals
über den Phasenleiter R versagt bei einem Doppelerdschluß R-T \ die Übertragung
des Sperrsignals über den Leiter T dagegen '.rgibt die gewünschte Wirkung, daß die V.eriegelung
des 'einen Leitungsschalters der Strecke, in welcher beim Doppelerdschluß T-S
der Phasenleiter S oder beim Doppelerdschluß T-R der Phasenleiter R Erdschluß hat, nicht
gestört wird. Der Sperrbefehl wird ungestört durch die Erdschlußstelle im ersten Fall von C
nach D und im zweiten Fall von E nach G übertragen. Der Phasenleiter T ist derjenige
Phasenleiter, dessen Strom in zwei von den drei möglichen Doppelerdschlußfällen, nämlich
bei den Kurzschlüssen T-R und T-S in
ίο der Relaisanordnung zur selektiven Abschaltung
der kranken Strecke zur Wirkung kommt.
Die Übertragung des Sperrsignals ist bei Erdschluß einer Leitungsstrecke nur dann gets
fährdet, wenn zur Übertragung des Sperrsignals die Erde als Rückleitung verwendet
wird, d. h. also wenn die Signalübertragung nicht über den einen Phasenleiter als Hinleitung
und den anderen Phasenleiter als Rückleitung erfolgt. Die Erfindung bezieht sich daher auch nur auf solche Fälle, bei
denen die Erde als Rückleitung für das Sperrsignal benutzt wird.
Die Anwendung der Erfindung ist nicht auf Anlagen beschränkt, die eine bestimmte
Art von Sperrsignalen verwenden. Sie kann deshalb zur Anwendung kommen, wenn das
Signal, das über einen Phasenleiter übertragen wird, ein Hochfrequenzsignal oder
Tonfrequenzsignal ist, wobei es wiederum für die Erfindung unwesentlich ist, ob das
Sperrsignal ständig gegeben wird oder erst nach dem Ansprechen eines Anregerelais.
Auch die Art, in welcher das Sperrsignal zur Wirkung gebracht wird, ist für die Erfindung
unwesentlich. Als Beispiel sei genannt, daß die Sender an den beiden Streekenenden
gleiche Frequenz haben, so daß also jeder Sender, der ein Sperrsignal aussendet, den
Schalter an seinem und am anderen Streckenende verriegelt, indem beispielsweise ein
Empfangsrelais zum Ansprechen gebracht wird, das den Auslösestromkreis öffnet; es
können statt dessen aber auch Anordnungen Verwendung finden, bei denen die Sender an
den beiden Streekenenden verschiedene Frequenzen benutzen und bei denen der Empfänger
am entfernten Leitungsende auf die über die Starkstromleitung ankommenden Sperrsignale abgestimmt ist; es können aber
auch Interferenzfrequenzen, welche also nur dann auftreten, wenn beide Relaiseinrichtungen
an den Streekenenden einen Sender in Tätigkeit halten und bei denen eine Schalterauslösung
so lange verriegelt bleibt, als ein auf die Interferenzfrequenz abgestimmtes Empfangsrelais erregt ist, verwendet werden.
Claims (5)
1. Streckenschutzschaltung zur Abschaltung nur einer Erdschlußstelle bei Doppelerdschluß
für Drehstromleitungen mit Relaisanordnungen für zwei Phasenleiter, bei der Sperrsignale, welche die Auslösung
eines Schalters verhüten, zwischen den Relaiseinrichtungen der Streekenenden - über die Starkstromleitung und
Erde übertragen werden, dadurch gekennzeichnet, daß zur Übertragung des Sperrsignals derjenige Phasenleiter benutzt
wird, dessen Strom in zwei von den drei möglichen Doppelerdschlußfällen der
Drehstromleitung in der Relaisanordnung zur Wirkung kommt.
2. Schutzschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sperrbefehl
mittels Hochfrequenzwellen längs der Leitung übertragen wird.
3. Schutzschaltung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Sperrsignal erst nach Entstehen eines Fehlers außerhalb der geschützten Leitungsstrecke
ausgesendet wird."
4. Schutzschaltung nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß die an den Enden des gleichen Leitungsabschnittes angeordneten Sendeeinrichtungen
für die Sperrsignale Wellen gleicher Längen erzeugen.
5. Schutzschaltung nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sperrelais der Schalterauslösevorrichtungen einer Leitungsstrecke auf die Frequenz der Schwebungswelle abgestimmt
sind, welche durch ungleich abgestimmte Sender an den Streekenenden hervorgerufen wird, wenn die Sender an
beiden Streekenenden in Tätigkeit sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES106994D DE611998C (de) | 1932-11-10 | 1932-11-10 | Streckenschutzschaltung zur Abschaltung nur einer Erdschlussstelle bei Doppelerdschluss |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES106994D DE611998C (de) | 1932-11-10 | 1932-11-10 | Streckenschutzschaltung zur Abschaltung nur einer Erdschlussstelle bei Doppelerdschluss |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE611998C true DE611998C (de) | 1935-04-12 |
Family
ID=7527792
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES106994D Expired DE611998C (de) | 1932-11-10 | 1932-11-10 | Streckenschutzschaltung zur Abschaltung nur einer Erdschlussstelle bei Doppelerdschluss |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE611998C (de) |
-
1932
- 1932-11-10 DE DES106994D patent/DE611998C/de not_active Expired
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