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Flache Kulierwirkmaschine Die Erfindung bezieht sich auf flache Kulierwirkmaschinen
und betrifft eine weitere Ausgestaltung der durch Patent 603 log geschützten
flachen Kulierwirkmaschine, bei der zwei voreinander angeordnete Nadelbarren so
gegenseitig geführt sind, daß sie nur in der Achsrichtung der Stuhlnadeln unabhängig
voneinander beweglich sind, alle andersgerichteten Bewegungen aber gemeinsam ausführen
müssen, wobei jede der beiden Barren so mit Stuhlnadeln besetzt ist, daß die Stuhlnadeln
der einen Barre in den Lücken der Stuhlnadelreihe der anderen Barre in einer Ebene
stehend die normalteilige Stuhlnadelfontur ergeben. Durch diese gegenseitige Verschiebbarkeit
der beiden Barren können ihre gemeinsamen Arbeitsbewegungen in verschiedener Höhenstellung
ihrer beiden Nadelreihen zueinander erfolgen, oder die Höhenstellung der beiden
Nadelreihen zueinander kann während der gemeinsamen übrigen Arbeitsbewegungen der
beiden Nadelbarren verändert werden.
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Gemäß der Erfindung werden die beiden in Achsrichtung der Stuhlnadeln
gegenseitig verschiebbar gelagerten Nadelbarren durch je zwei besondere Nadelbarrscharnierhebel
bewegt, die um eine gemeinsame Achse unabhängig voneinander durch je ein Exzenter
eines für jede Barre besonderen Exzentersatzes geschwenkt werden. Damit bei verschiedener
Schwenkbewegung der Nadelbarrscharn.ierhebel für jede der beiden voreinander angeordneten
Nadelbarren keine Verklemmung in der gegenseitigen Lagerung der beiden Barren entsteht;
ist die eine der beiden' Barren direkt an jedem der beiden zugehörigen Nadelbarrschainierhebel
angelenkt, während die andere Nadelbarre mittels je eines Lenkers mit ihren Nadelbarrscharnierhebeln
verbunden ist.
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Die voneinander unabhängige Bewegung der Nadelbarrscharnierhebel der
beiden Nadelbarren wird erfindungsgemäß dadurch ermöglicht, daß die Scharnierhebel
der einen Barre fest auf der bekannten Nadelbarrwelle sitzen, während die zur anderen
Nadelbarre gehörigen Scharnierhebel auf dieser Nadelbarrwelle schwenkbar, -aber
axial nicht verschiebbar lagern, untereinander aber verbunden sind, z. B. durch
eine Schiene, die, parallel zur Nadelbarrwelle laufend, mit jedem lose auf dieser
Welle sitzenden Nadelbarrhebel fest verbunden ist, so daß wie bei den fest mit der
Nadelbarre verbundenen Scharnierhebeln die Bewegung eines der lose auf derNadelbarrwelle
sitzenden Scharnierhebel sich durch diese Schiene auf die übrigen Hebel überträgt:
Dadurch wird auf einfachste Weise ein Verschränken der mit den letztgenannten Hebeln
in Verbindung stehenden Nadelbarre verhindert.
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Die Horizontalkomponente der Nadelbarrbewegung z. B. für die Preßbewegung
wird in an sich bekannter Weise durch einen Schwenkarm übertragen, der an einer
der beiden Nadelbarren befestigt ist und durch dessen Schwenkung beide Nadelbarren
um die Achsen ihrer Gelenkverbindungen mit den Schasnierhebeln gemeinsam geschwenkt
werden.
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Die Zeichnung veranschaulicht eine beispielsweise Ausführung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung. Es zeigen Abb. z einen Querschnitt durch eine flache
Kulierwirkmaschine
mit erfindungsgemäß angetriebener doppelter Nadelbarre, Abb. 2 eine Ansicht von
vorn in Richtung A (Abb. i) ohne Preßwelle, Abb. 3 eine Ansicht von oben, Abb. 4
eine Ansicht der doppelten Nadelbarre von vorn, und zwar mit geschnittenem Scharnierhebel
in Richtung IV-IV gemäß Abb. i, Abb.5 eine Seitenansicht der Darstellung gemäß Abb.
4 in Richtung V-V, teilweise geschnitten, Abb. 6 einen Teilquerschnitt durch die
gegenseitige Führung der beiden Nadelbarren, in Richtung VI-VI der Abb. 4 gesehen.
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Die beiden Nadelbarren g und io werden wie bei der Vorrichtung gemäß
dem Hauptpatent beispielsweise durch die U-förmige Lagerschiene 17, die mittels
Schrauben 18 und ig an der einen Nadelbarre befestigt wird, so gegenseitig geführt,
daß sie sich aneinander gleitend nur in der Achsrichtung der Stuhlnadeln 3 und 4
gegenseitig bewegen lassen.
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Jede Nadelbarre trägt zwei Scharniere; die Nadelbarre g zwei Scharniere
23, die Nadelbarre io zwei Scharniere 24. Die Scharniere 23 der vorderen Nadelbarre
g tragen je eine Scharnierwelle 25, mittels der je ein für die vordere Nadelbarre
bestimmter Scharnierhebel26 an dieser angelenkt ist. Jedes Scharnier 24 der hinteren
Nadelbarre io trägt zwei Gelenkbolzen 27 und 28, an denen je ein Lenker 29 mittels
Schrauben 30 festgemacht ist. Die beiden Lenker 29 eines jeden Scharniers 24 tragen
gemeinschaftlich eine Gelenkwelle 31, die mittels Schrauben 32 an jedem Lenker befestigt
ist. Jede dieser Gelenkwellen 31 bildet die Lenkstelle für die zu jeder hinteren
Nadelbarre io gehörigen zwei Scharnierhebel33. Die beiden Scharnierhebel26 der Barre
9 und die beiden Scharnierhebel 33 der Barre io sind in an sich bekannter Weise
geschlitzt, um eine Feineinstellung der Höhenstellung jeder Nadelbarre g und io
vornehmen zu können.
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Beide Arten von Scharnierhebeln sitzen auf der bekannten Nadelbarrwelle
34, sind also um eine gemeinsame Achse schwenkbar. Die Scharnierhebel 33, an welche
die hintere Nadelbarre io angelenkt ist, sitzen lose drehbar, aber axial nicht verschiebbar
auf der Nadelbarrwelle 34, so daß dieselbe gedreht werden kann, ohne die Scharnierhebel
33 mitzunehmen. Der Nadelbarrhebel 35 für die hintere Nadelbarre io sitzt ebenfalls
lose schwenkbar, axial nicht verschiebbar auf der Nadelbarrwelle 34. Er trägt die
Laufrolle 36, auf die ein Exzenter eines Exzentersatzes 37 auf der Exzenterwelle
38 wirkt. Eine Zugfeder 39 drückt die Rolle 36 ständig an das jeweilige Exzenter.
Damit der Hinternadelbarrhebel 35 bei seiner durch eines der Exzenter 37 bewirkten
Schwenkung auch die von ihm zu bewegenden Hinternadelbarrscharnierhebel 33 mitnimmt,
ist in einem ausgesparten Kopf 4o des Hinternadelbarrhebels 35 eine flache Schiene
41 eingesetzt und mit Schrauben 42 befestigt. Ein entsprechender Kopf 33d befindet
sich auf jedem Hinternadelbarrscharnierhebel33, in welchen die Schiene 41 mit Schrauben
43 festgemacht ist. Je nachdem, ob für zwei oder für drei Arbeitsfelder oder Fonturen
ein Exzentersatz 37 vorgesehen ist, ist die Schiene 41 so lang, daß sie in den Köpfen
von zwei oder drei Sätzen von Hinternadelbarrscharnierhebeln'für zwei oder drei
Hinternadelbarren befestigt werden kann; sie kann sich natürlich auch wie die Nadelbarrwelle
selbst über die ganze Länge der gesamten Maschine erstrecken. Der Hinternadelbarrhebel
35 schwenkt demnach, unabhängig von der Schwenkbewegung der Nadelbarrwelle 34, die
von ihm zu bewegencnen Hinternadelbarrscharnierhebel33 um die Nadelbarrwelle 34.
Die Vordernadelbarrscharnierhebel 26, von denen j e zwei der vorderen Nadelbarre
g die Schwenkbewegung um die Achse der Nadelbarrwelle 34 erteilen, sind in an sich
bekannter Weise durch Schrauben 44 an der Nadelbarrwelle 34 befestigt. Der Vordernadelbarrhebel
45, der die Laufrolle 46 trägt und von einem Exzenter eines Exzentersatzes 47 gegen
die Wirkung der Zugfeder 48 geschwenkt wird, ist durch Schrauben 49 an der Nadelbarrwelle
34 befestigt und erteilt derselben Drehbewegungen um ihre Achse, so daß die auf
ihr befestigten Vordernadelbarrscharnierhebel 26 die notwendige Schwenkbewegung
erhalten.
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Diese erfindungsgemäße Ausführung gestattet also mit nur einer Nadelbarrwelle
34 eine voneinander unabhängige Schwenkung zweier Nadelbarren um, die Achse dieser
Nadelbarrwelle 34.
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Die Preßbewegung beider Nadelbarren g und io, die auf Grund der gegenseitigen
Führung beider Nadelbarren stets gemeinschaftlich erfolgt, wird durch das bekannte
Preßexzenter 5o erzeugt, welches gegen die Wirkung der Feder 62 auf die Rolle 51
am Preßhebel 52 wirkt. Durch den Bolzen 53 am Preßhebel wird über den bekannten
Handhebel 54, der bei 55 gelenkig mit dem Nadelbarrschwenkarm 56 verbunden ist,
die Schwenkbewegung des Preßhebels 52 auf die vordere Nadelbarre g übertragen, an
der mittels Schrauben 57 der Nadelbarrschwenkarm 56 befestigt ist. In jeder beliebigen
Stellung der beiden Nadelbarren 9 und io zueinander, also in jeder Stellung der
Nadelbarre io zur Nadelbarre 9, wird erstere von der letzteren mitgeschwenkt, und
zwar schwenkt die vordere Nadelbarre 9 stets um die Gelenkwelle 25 der Scharniere
23 und die hintere Nadelbarre io über den Lenker 29 jedes Scharnieres 24 um die
Gelenkwelle 31, an welcher der Hinternadelbarrscharnierhebel 33 angelenkt ist. Nur
dann, wenn die Achsen der Scharnierwelle 25 der Scharniere 23 und - die Achsen der
Scharnierbolzen 27 der
Scharniere 24 in einer Linie stehen, wie
es in der Zeichnung dargestellt ist, schwenken beideNadelbarren um die in diesem
Falle gemeinschaftliche Achse.
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Jeder der beiden Exzentersätze 37 und 47, die die senkrechte Bewegung
der vorderen und hinteren Nadelbarre erzeugen, setzt sich beispielsweise aus je
drei Exzentern 37a, 37b, 37° und 47a, 47b, 47° zusammen. Auf die am hinteren
Nadelbarrhebel 35 befindliche Laufrolle 36 wirkt gemäß Abb. 2 das Exzenter 37c des
Exzentersatzes 37; auf die Rolle 46 und somit auf den Nadelbarrhebe145 der vorderen
Nadelbarre wirkt das Exzenter 37° des Exzentersatzes 47 für die vordere Nadelbarre.
Diese beiden Exzenter sind auch in Abb. i dargestellt. Daraus ist ersichtlich, daß
dieselben so geformt sind, daß die vordere Nadelbarre g unter der mittelbaren Wirkung
des Exzenters 47° in der Kulierstellung eine höhere Lage einnimmt als die hintere
Nadelbarre io, die der mittelbaren Wirkung des Exzenters 370 --unterworfen ist.
Soll z. B. beim Kulieren der nächsten Reihe nicht die Nadelbarre g, sonden die Nadelbarre
io die Höchststellung einnehmen, dann wird die Laufrolle 36, die axial verschiebbar
auf ihrem Bolzen 58 sitzt, auf das Nachbarexzenter 37b des Exzentersatzes 37 verschoben
und gleichzeitig die unter der Wirkung des Exzenters 47` stehende Rolle 46 der vorderen
Nadelbarre g auf ihrem Bolzen 59 auf das Nachbarexzenter 47b ihres Exzentersatzes
47. Das Exzenter 37b des Exzentersatzes 37 gleicht in seiner auf die Bewegung der
Nadelbarre wirkenden Form genau dem Nadelbarrexzenter 47c des Exzentersatzes 47.
Das Exzenter 370 hingegen, welches mittelbar auf die Nadelbarre io wirkt, gleicht
in seiner Gestaltung vollkommen dem Exzenter 47b des Exzentersatzes 47 für die vordere
Nadelbarre g.
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Werden also die Laufrollen 36 und 46 von den auf sie wirkenden Exzentern
37c bzw. 47c gemäß Abb. i, a und 3 auf ihre Nachbarexzenter 37b bzw. 47b (Abb. 2
und 3) verschoben, dann führt die Nadelbarre g die- Bewegung aus, die vorher die
Nadelbarre io ausgeführt hat und die Nadelbarre 1o die in der vorhergehenden Reihe
stattgefundene Bewegung der Nadelbarre g. Wird dieser Wechsel der Stellung der Laufrollen
36 und 46 von den Exzentern 37c bzw. 47° auf die Exzenter 37b bzw. 47b und umgekehrt
nach dem Kulieren jeder Reihe vollzogen, dann wird derjenige ständige Wechsel in
der Relativbewegung der beiden Nadelbarren g und io erzeugt, der z. B. zur Erzielung
der Arbeitsweise, wie sie im Hauptpatent beschrieben ist, notwendig ist.
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Beim Übergang vom Kuliervorgang zum Mindervorgang verschiebt sich
die Exzenterwelle während des Tempos nach der Abschlagbewegung, deren Kurve auf
sämtlichen Nadelbarrexzentern gleichlaufend ist, in Richtung B gemäß Abb. 2 so,
daß die Laufrollen 36 und 46, wenn sie beim Arbeiten der letzten Reihe vor dem Mindern
unter der Wirkung der Exzenter 375 und 47b stehen, durch diese Axialbewegung der
Exzenterwelle 38 auf die in der Form an sich bekannten Minderexzenter 37d und 47d
jedes Exzentersatzes überwechseln. Der Beginn des Minderns muß vorteilhaft so eingerichtet
sein, daß die Laufrollen 36 und 46 in diesem Augenblick gerade auf den Exzentern
375 bzw. 475 laufen, so daß ein Stellungswechsel der Laufrolle 36 und 46 auf ihren
Bolzen 58 bzw. 59 beim Übergang vom Maschenbilden zum Mindern wegfallen kann.
Es steht natürlich nichts im Wege; beim Verschieben der Exzenterwelle auch der Zugstange
eine zusätzliche Bewegung zu erteilen, damit die Laufrolle aus jeder Stellung auf
die Minderexzenter übergeleitet wird. Die beiden Minderexzenter 37a und 47a haben
vollkommen gleiche Form, so daß die beiden Nadelbarren g und 1o während der Mindertätigkeit
in gleicher Höhe zueinander und ohne gegenseitige Relativbewegung in an sich bekannter
Weise arbeiten. Die Nadelköpfe der Stuhlnadeln beider Nadelbarren g und io stehen
also beim Mindern in gleicher Höhe und bilden während dieses Vorganges die an sich
bekannte Fontur.
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In weiterer erfindungsgemäßer Ausführung ist in jedem Exzentersatz
37 und 47 ein viertes Exzenter 37" und 47d vorgesehen, dessen Laufbahn für
die jeweilige Laufrolle kreisrund ist, so daß diejenige Nadelbarre, deren Laufrolle
auf diesem kreisrunden Exzenter 37" oder 474 aufliegt, vollkommen außer Tätigkeit
gesetzt wird, so daß nur die andere Nadelbarre die übliche Nadelbarrbewegung ausführt.
Der Durchmesser dieser beiden Kreisscheiben 37d und 4711 ist so, daß die Stuhlnadeln
derjenigen Nadelbarre, auf welche diese Exzenter einwirken, in ihrer niedrigsten
Stellung stehen, so daß die Preßbewegung, die diese von der Senkrechtbewegung ausgeschaltete
Nadelbarre zwangsläufig mitmachen muß, keinen Einfluß auf den gewählten Arbeitsgang
hat. Dieses Ausschalten der einen oder der anderen Nadelbarre aus dem Arbeitsprozeß
kann durch Verschieben der jeweiligen Rolle 36 und 46 auf die Kreisscheibe 3711
bzw. 4711 von Hand oder auch selbsttätig erfolgen.
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DieAxialverschiebung der Laufrollen36 und46 auf ihren Laufbolzen 58
bzw. 59 geschieht mittels einer Gabel 6o für die Laufrolle 36 und einer Gabel
61 für die Laufrolle 46 (Abb. 3). Diese Gabeln 6o und 61 sind auf einer in der Zeichnung
nicht dargestellten, an sich bekanntenZugstange festgemacht, die, in den Gestellwänden
gelagert, durch selbsttätige Verschiebung oder auch durch Verschiebung von Hand
den gewollten Wechsel der Laufrollen auf den Exzentern ihres EXZentE rsatzes 37
bzw. 47 bewirkt.
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Die Mittel zur Erzeugung dieser Verschiebung
der Rolle
mittels der Zugstange sowie die Wahl der Mittel zur Erzeugung der Zugstangenbewegung
haben mit dem Wesen der Erfindung nichts zu tun.
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In der Zeichnung ist jede Nadelbarre 9 und io mit nur einer Fontur
ausgestattet. Es ist natürlich auch ohne weiteres möglich, in bisher bekannter Weise
jede Nadelbarre mit zwei Fonturen zu besetzen und dementsprechend länger auszuführen.
Das hat denVorteil, daß nicht so viel Exzentersätze auf der Exzenterwelle 38 untergebracht
zu werden brauchen, während die kürzeren Nadelbarren gemäß der Zeichnung größere
Sicherheit gegen Verwerfen und Verziehen der beiden Nadelbarren zueinander gewährleisten.