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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung bezieht sich auf Verfahren zum Feststellen einer Neigung
für QT-Intervallverlängerung bei
einer Person nach der Verabreichung eines pharmazeutischen Wirkstoffs
oder Wirkstoffen. Zusammensetzungen und Kits zum Feststellen dieser
Neigungen für
QT-Intervallverlängerungen
werden ebenfalls beschrieben.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Screenen einer Person
auf eine Neigung zu einer unerwünschten
Reaktion auf Arzneimittel einhergehend mit verlängerten QT-Intervallen. Das
genetische Screenen von Patienten auf diese Neigung konzentriert
sich auf mit QT-Intervallverlängerung
verbundene Gene umfassend LQT-Gene, P-Glycoprotein-Membranpumpe-Proteine (P-gp),
Multiarzneimittel resistente Gene und Cytochrom-P450-vermittelte Arzneimittel-metabolismus-Gene.
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I. LQT und Cytochrom-P450-Gene und Polymorphismen
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1. LQT-Gene
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Gene,
verbunden mit dem long QT(LQT)-Syndrom (LQTS) umfassen KVLQT1 (LQT1),
HERG (LQT2), SCN5A (LQT3) und MinK (LQT5). Ein fünfter Genort ist auf dem menschlichen
Chromosom 4 (z. B. LQT4) vorhanden. Kürzlich ist ein sechstes Gen
(LQT6) identifiziert worden (Wang et al., Ann. Med. 30: 58–65 (1998)). Alle
außer
LQT3 kodieren die kardialen Kaliumionen(K+)kanal-Proteine;
LQT3 kodiert ein kardiales Natriumionen(Na+)kanal-Protein (Vincent,
Annu. Rev. Med. 49: 263–74
(1998)). Mindestens 180 Mutationen wurden innerhalb dieser Gene
identifiziert (Abbott et al., Cell 97: 175–87 (1999); Vincent, Annu.
Rev. Med. 49: 263–74 (1998);
Curran et al., Cell 80: 795–803
(1995); Berthet et al., Circulation 99: 1464–70 (1999); Dausse et al.,
J. Mol. Cell Cardiol. 28: 1609–15
(1996); Chen et al., J. Biol. Chem. 274: 10113–8 (1999) und Sanguinetti et
al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 93: 2208–12 (1996)). Einige dieser
Mutationen verursachen eine geänderte
Ionenkanalfunktion, welche zu nicht durch Arzneimittel induzierten
verlängerten
QT-Intervallen und einer Neigung zu Torsades de Pointes (TdP) führt (siehe,
z. B., Berthet et al., Circulation 99: 1464–70 (1999)). Dementsprechend
kann das genetisches Screenen an Personen vollzogen werden, welche
unter Verdacht stehen, das long QT-Syndrom zu haben, ebenso wie
an anderen Patienten (siehe, z. B., Satler et al., Hum. Genet. 102: 265–72 (1998)).
Larson et al., Hum. Mutat. 13: 318–27 (1999) berichtete über eine
hochdurchgängige
Einzelstrangpolymorphismus (SSCP)-Analyse für die Erkennung von mit LQTS
verbundenen Punktmutationen.
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Das
US-Patent Nr. 5,599,673 beansprucht
zwei (z. B. HERG und SCN5A) der sechs LQT-Gene. Zwei HERG-bezogene
Gene wurden ebenfalls beansprucht (
US-Patent
Nr. 5,986,081 ). Die internationale PCT-Anmeldung
WO 97/23598 beschreibt
ein Verfahren zur Bewertung eines Patientenrisikos für das long
QT-Syndrom (LQTS) durch Screenen nach genetischen Mutationen in
dem MinK-Gen. Allerdings offenbaren diese Patente keine Verfahren
zur Diagnose der Neigung eines Patienten zu einer unerwünschten
Reaktion auf Arzneimittel einhergehend mit einer Verlängerung
des QT-Intervalls aufgrund von Mutationen in irgendeinem der LQT-Gene.
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Arzneimittel
wurden identifiziert, die eine QT-Intervallverlängerung und dabei unerwünschte Reaktionen
auf Arzneimittel hervorrufen. Bestimmte Antihistaminika, wie Terfenadin
(z. B. Seldane®)
und Astemizol (z. B. Hismanal®) hemmen wie berichtet
die Kaliumkanäle
(Woosley, Annu. Rev. Pharmacol. Toxicol. 36: 233–52 (1996)) und inhibieren
das HERG-Protein und wurden dadurch postuliert, Torsades de Pointes
hervorzurufen (Wang et al., 1998). Alle antiarrhythmischen Arzneimittel,
die die Repolarisierung verlängern,
können
wie berichtet Torsades de Pointes verursachen (Drici et al., Circulation
94: 1471–4
(1996)). Zusätzlich
wurden nicht-kardiale und kardiale Arzneimittel, welche geeignet
sind, QT-Verlängerungen
hervorzurufen, einschließlich
vieler, die vom Erfinder identifiziert wurden, am 27. März 1998
auf der folgenden Webseite freigegeben: www.qtdrugs.org. Dennoch
konnten Wei et al., Circulation 92: I-125 (1995) HERG oder SCN5A-Genmutationen
nicht identifizieren, die mit erworbenen LQTS in mit einem antiarrythmischen
Wirkstoff behandelten Patienten verbunden waren. Nach bestem Wissen
des Erfinders hat niemand beschrieben, eine Neigung zu einer unerwünschten
Reaktion auf Arzneimittel oder eine unerwünschte Arzneimittel-Arzneimittel-Reaktion,
welche QT-Intervallausdehnungen hervorrufen, durch Screenen von
Patienten auf einen oder mehrere Polymorphismen in einem oder mehreren
LQT-Gen(en) zu diagnostizieren.
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1. Cytochrom-P450-Gene
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Die
Cytochrom-P450-Enzyme sind ebenfalls mit unerwünschten Reaktionen auf Arzneimittel
verbunden. CYP2D6 war das erste Cytochrom-P450-Isoform, welches in seiner Aufteilung
als genetisch polymorph erkannt wurde (Eichelbaum et al., Eur. J.
Clin. Pharmacol. 16: 183–7
(1979); und Mahgoub et al., Lancet 2: 584–6 (1977)) und es ist nun klar,
dass dieses Enzym eine Vielzahl von Arzneimitteln metabolisiert
(Inaba et al., Can. J. Physiol. Pharmacol. 73: 331–8 (1995)
und Buchert et al., Pharmacogenetics 2: 2–11 (1992)). Mindestens 30
Mutationen existieren, welche die Aktivität und die spezifische Wirksamkeit
von CYP2D6 verändern (Jordan
et al., Endocr. Rev. 20: 253–78
(1999)). Diese umfassen Allele, die Punktmutationen enthalten, die
zu keiner Wirksamkeit führen
(z. B. CYP2D6*4), Allele, in denen das CYP2D6-Gen gelöscht wurde
(z. B. CYP2D6*5) und Allele, in denen es dupliziert wurde (z. B.
CYP2D6*2_n) (Aklillu et al., J. Pharmacol. Exp. Ther. 278: 441–6 (1996)).
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Es
gibt eine Vielzahl von Cytochrom-P450-Genen, welche an dem Metabolismus
von Arzneimitteln und Arzneimittelmetaboliten beteiligt sind. Mehrere
von ihnen umfassen CYP1A2, CYP2C19, CYP2C9, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A4,
CYP3A5 und CYP3A7. Allelische Variationen existieren unter diesen
Genen. Bestimmte dieser allelischen Variationen fusionieren, um
einen schlechten Metabolisierer-Phänotyp in 7% der Kaukasier,
aber einen geringeren Prozentsatz bei Afrikanern oder Asiaten, und
den "sehr schnellen" Phänotyp in
~5% der Kaukasier und mehr als 30% der Afrikaner hervorzurufen.
Da ethnischspezifische Allele für
beide, Asiaten (Yokoi et al., Pharm. Res. 15: 517–24 (1998))
und Afrikaner (Aklillu et al., J. Pharmacol. Exp. Ther. 278: 441–6 (1996)
und Oscarson et al., Mol. Pharmacol. 52: 1034–40 (1997)) identifiziert wurden,
die die durchschnittliche Wirksamkeit der Enzyme in diesen Bevölkerungen
verändern
kann (siehe Tabelle 1 unten), ist es ebenfalls wichtig, diese Allele
in Studien über
die Beziehung zwischen Genotyp und Phänotyp zu untersuchen. Tabelle 1
| Chromosomverteilung
des Cytochrom-P450-Gens |
| | | | | | |
| Chr.
15 | Chr.
10 Polymorph | Chr.
10 Polymorph | Chr.
22 Polymorph | Chr.
10 | Chr.
7 |
| | 3–5% Kaukasische
PMs | 1–3% Kaukasische
PMs | 5–10% Kaukasische
PMs | | |
| | 15–20% Asiatische
PMs | | | | |
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Tatsächlich wurde
aufgrund der metabolischen Unterschiede von Verfahren berichtet,
welche ein Arzneimittel, das mit dem CYP2C19-Gen-Produkt, S-Mephenytoin 4'-Hydroxylase, interagiert,
identifizieren (
US-Patent Nr.
5,786,191 ).
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Verfahren
zum Ermitteln der Anwesenheit oder Abwesenheit von Mutationen in
bestimmten Cytochrom-P450-Genen wurden beschrieben. Zum Beispiel
bezieht sich das
US-Patent Nr.
5,891,633 auf ein Verfahren zur Identifizierung von Mutationen
in den Cytochrom-P450-Genen CYP2C9 und CYP2A6.
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Die
internationale PCT-Anmeldung
WO
95/30772 beschreibt wie berichtet einen CYP2D6 Gen-Polymorphismus
verbunden mit einer 9 bp-Insertion
im Exon 9, welche verbunden ist mit einer langsameren als der normalen
Rate für
den Arzneimittel-Metabolismus in Individuen, welche ihn tragen,
und folglich diagnostisch genutzt werden kann. PCR-Primer wurden
beschrieben zum Ermitteln von Mutationen in Arzneimittel-Metabolismen-Enzymen
umfassend die Ermittlung des Debrisoquine-Polymorphismus, Mephenytoin-Polymorphismus und
des Acetylierungs-Polymorphismus (
US-Patente
Nr. 5,648,484 und
5,844,108 ).
Zusätzliche
Mutationen wurden identifiziert in CYP2D6 Bufuralol-1'-Hydroxylase umfassend
Mutationen an den Positionen 271, 281, 294 und 506, welche zu einem
Metabolisierer/schlechter Metabolisierer-Phänotyp führen, wie in der internationalen
PCT-Anmeldung
WO 91/1 0745 und
dem
US-Patent Nr. 5,981,174 beschrieben.
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Das
japanische Patent Nr. 8168400 stellt
ein Verfahren zur Verfügung
zur Bestimmung von Mutationen in Exonen 6 und 7 des CYP2C19-Gens.
Das
japanische Patent Nr. 10014585 beschreibt
Primer und Verfahren zur Ermittlung einer Mutation im Exon 5 des
CYP2C19, welche mit dem abnormalen Metabolismus von Diazepam, Imipramin,
Omeprazol und Propranolol in Bezie hung gesetzt wird. Das
US-Patent Nr. 5,912,120 beansprucht
ein Verfahren zur Diagnostizierung eines Patienten, welcher einen
Mangel an S-Mephenytoin 4'-Hydroxylase-Wirksamkeit
hat, durch Ermittlung von Polymorphismen in den Nukleotiden 681
oder 636.
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Das
US-Patent 5,719,026 stellt
Verfahren und Primer bereit zur Ermittlung von Polymorphismus in CYP1A2
und zur Bewertung der Änderungen
in der mit diesen Polymorphismen verbundenen Arzneimittel-Wirksamkeit
von Theophyllin.
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Das
japanische Patent Nr. 10286090 beschreibt
wie berichtet Verfahren und Primer zur Ermittlung von Mutationen
in CYP2E1. Von diese Mutationen wird berichtet, dass sie zur Bestimmung
des Sicherheitsspielraums für
die Arzneimittelverabreichung bei der Behandlung oder verwandten
Krankheiten nützlich
sind.
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Trotz
dieser Lehren und nach bestem Wissen des Erfinders, hat niemand
beschrieben oder vorgeschlagen, dass eine Kombination von Polymorphismen
in LQT- und Cytochrom-P450-Genen in Reaktion auf die Verabreichung
von einem Arzneimittel oder Arzneimitteln bei einer Person erworbene
LQTS hervorrufen kann.
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C. Gene der P-Glycoprotein-Pumpe
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Glycoprotein-Pumpe
(P-gp) in der Entwicklung von Arzneimittelresistenten Tumorzellen
wurde umfangreich untersucht (Lo et al., J. Clin. Pharmacol. 39:
995–1005
(1999)). P-gp ist eine ATP-abhängige
Arzneimittel-Pumpe, die eine breite Auswahl von cytotoxischen Wirkstoffen
aus dem Zell-Ende extrudiert, wird durch ein Gen genannt MDR-1,
für Multi-Arzneimittel-Resistenz,
kodiert (Loo et al., Biochem. Cell. Biol. 77: 11–23 (1999) und Robert, Eur.
J. Clin. Invest. 29: 536–45
(1999)). Die menschliche P-pg-Sequenz wurde durch Chen et al., Cell
47: 381–9
(1986) beschrieben und hat die GenBank-Zugangs-Nr. M14758.
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Seine
physiologische Funktion kann sein, den Körper vor endogenen und exogenen
cytotoxischen Wirkstoffen zu schützen.
Das Protein hat klinische Bedeutung, weil es zu dem Phänomen der
Multi-Arzneimittel-Resistenz während
der Chemotherapie (Loo et al., 1999) und zu der Entstehung von simultanen
Resistenzen gegenüber
multiplen cytotoxischen Arzneimitteln in Krebszellen (Ambudkar et
al., Annu. Rev. Pharmacol. Toxicol. 39: 361–98 (1999)) beiträgt. Im Einzelnen
scheint die Überexpression
dieser Membran-Pumpe
viele Xenobiotika aus der Tumorzelle zu extrudieren (Robert, 1999).
Allerdings verbleibt eine beträchtliche
Kontroverse über
den Wirkmechanismus dieser Ausfluss-Pumpe und ihrer Funktion in
normalen Zellen (Ambudkar et al., 1999).
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Multi-Arzneimittel-Resistenz
(MDR) kann in Tumoren mittels Verfahren der Molekularbiologie (z.
B. Genexpression auf dem mRNA-Level), durch immunologische Verfahren
(z. B. Mengenbestimmung des P-Glycoprotein selbst) oder durch Funktionsannäherungen
(z. B. Messung der Farbstoffausscheidung) (Robert, 1999) diagnostiziert
werden.
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Es
wurden Arzneimittel entwickelt, welche die MDR umkehren oder verändern. Zum
Beispiel ist PSC-833 ein nicht-immunsuppressives Cyclosporin-Derivat, das wirksam
und spezifisch P-gp inhibiert (Atadja et al., Cancer Metastasis
Rev. 17: 163–8
(1998)). Ebenso wurden Verbindungen identifiziert, welche die Bioverfügbarkeit
von pharmazeutischen Verbindungen erhöhen oder verändern. Siehe,
z. B.
US-Patente Nr. 6,004,927 ;
5,962,522 ;
5,916,566 ;
5,716,928 ;
5,665,386 und
5,567,592 . Die P-gp-Aktivität wurde
durch Expression von für
MDR-1 spezifischen Antisense-Nukleotiden modifiziert (
US-Patent Nr. 6,001,991 ). Außerdem wurden
Verfahren und Untersuchungen entwickelt, welche feststellen, ob
die Multi-Arzneimittel-Resistenz umgekehrt wurde (
US-Patent Nr. 5,403,574 ).
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Es
wurden auch Mutationen identifiziert, welche eine Wirkstoff-Wechselwirkung mit
P-gp verändern. Beispielsweise
offenbart das
US-Patent 5,830,697 einzelne
und zweifache Mutationen (Phe335 und/oder 336), welche das Spektrum
von Kreuz-Reaktivitäten
zu Cytotoxinen und die Resistenz zur Modulation durch Cyclosporine
verändert.
Eine andere Mutation auf V185G im P-gp verleiht eine erhöhte Resistenz
gegenüber Colchicin
(
US-Patent Nr. 5,830,697 ).
P-gp-Empfindlichkeit gegenüber
Vinblastin, Colchicin, VP16 und Adriamycin, gebräuchliche chemotherapeutische
Wirkstoffe, wurde durch Veränderung
von
61His mit einem anderen Aminosäuren-Rest
hoch- und runterreguliert (Taguchi et al., Biochemistry 36: 8883–9 (1997)).
Darüber
hinaus interagieren verschiedene Arzneimittel unterschiedlich mit
dem P-gp und mutierten Formen von P-gp, so dass eine Mutation die
Wirksamkeit eines Arzneimittels und nicht eines anderen beeinflussen
kann (siehe, z. B., Chef et al., J. Biol. Chem. 272: 5974–82 (1997);
Bakos et al., Biochem. J. 323: 777–83 (1997) und Gros et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 88: 7289–93
(1991)). Allerdings wurde, trotz der Information bezüglich des
Einflusses, den solche Mutationen auf die Arzneimittel-Wirksamkeit
haben kann, keine Verknüpfung
vorgenommen, P-gp an sich oder in Kombination mit einem anderen
Protein zu verbinden, um QT-Intervalle
zu beeinflussen oder Torsades de Pointes zu induzieren.
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II. Nucleinsäure-Hybridisierung
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Die
Kapazität
eines Nucleinsäure-"Sonde"-Moleküls zu einem
komplementären
Nucleinsäure-"Ziel"-Molekül zu hybridisieren
(d. h. Basen-Paar) bildet den Grundstein für einen weiten Bereich an diagnostischen
und therapeutischen Maßnahmen.
Hybridisierungsuntersuchungen werden weitreichend in der Molekularbiologie
und Medizin eingesetzt. Verfahren zur Durchführung solcher Hybridisierungsreaktionen
sind offenbart durch, zum Beispiel, Sambrook et al., Molecular Cloning:
A Laboratory Manual (Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring
Harbor, N. Y. (1989)), Haymes et al., Nucleic Acid Hybridization:
A Practical Approach (IRL Press, Washington, D. C. (1985)) und Keller
et al., DNA Probes (2nd Ed., Stockton Press,
New York (1993)).
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Viele
Hybridisierungsuntersuchungen erfordern die Immobilisierung einer
Verbindung auf einem festen Träger.
Nagata et al., FEBS Letters 183: 379–82 (1985) beschrieben ein
Verfahren zum Messen von DNA, welches das Anbinden einer unbekannten
Menge geklonter DNA auf Mikrotiter-Näpfchen in Anwesenheit von 0,1
M MgCl
2 umfasste. Eine komplementär mit Biotin
markierte Sonde wurde anschließend
mit der DNA in jedem Näpfchen
hybridisiert und die gebundene Sonde kalorimetrisch gemessen. Dahlen
et al., Mol. Cell. Probes 1: 159–168 (1987) haben die Sandwich-Hybridisierung
in Mikrotiter-Näpfchen
mittels geklonter, auf den Näpfchen
adsorbierter Fänger-DNA
diskutiert. Eine Untersuchung zum Ermitteln der HIV-1 DNA mittels PCR-Amplifikation
und Hybridisierung in Mikrotiter-Näpfchen wurde ebenfalls berichtet
(Keller et al., J. Clin. Microbiol. 29: 638–41 (1991)). Die NaCl-vermittelte
Verbindung von Oligomeren an Polystyrol-Näpfchen wurde von Cros et al.
(Französisches
Patent Nr.
2,663,040 )
und von Nikiforov et al., PCR Methods Applic. 3: 285–291 (1994)
erörtert.
Eine kationische Detergenz-vermittelte Bindung von Oligoremen an
Polystyrol-Näpfchen
wurde von Nikiforov et al., Nucleic Acids Res. 22: 4167–75 (1994)
beschrieben.
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III. Analyse von Einzelnukleotid-DNA-Polymorphismen
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Viele
genetische Erkrankungen und Merkmale (d. h. Hämophilie, Sichelzellenanämie, zystische
Fibrose, usw.) spiegeln die Folgen von Mutationen wider, die in
den Genomen einiger Mitglieder einer Art durch Mutation oder Evolution
aufgetreten sind (Gusella, Ann. Rev. Biochem. 55: 831–54 (1986)).
In manchen Fällen sind
solche Polymorphismen mit einem genetischen Ort verbunden, der für die Erkrankung
oder das Merkmal verantwortlich ist; in anderen Fällen sind
die Polymorphismen die bestimmende Charakteristik des Zustands.
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Einzelnukleotid-Polymorphismen
(SNPs) unterscheiden sich signifikant von den Polymorphismen des variablen
Nukleotidtyps (VNTRs), die sich aus spontanen Tandemwiederholungen
von Di- oder Trinukleotid-Wiederholungsmotiven
von Nukleotiden ergeben (Weber,
US-Patent
Nr. 5,075,217 ; Armour et al., FEBS Lett. 307: 113–5 (1992);
Horn et al., PCT-Anmeldung
WO 91/14003 ; Moore et al.,
Genomics 10: 654–60 (1991);
Hillel et al., Genet. 124: 783–9
(1990)) und von den Restriktionsfragmentlängen-Polymorphismen ("RFLPs"), die Variationen umfassen, welche
die Längen
der Fragmente verändern,
die durch eine Spaltung mit Restriktionsendonuklease erzeugt werden
(z. B. Fischer et al., (PCT-Anmeldung
WO 90/13668 ) und Uhlen (PCT-Anmeldung
WO 90/11369 )).
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Da
SNPs Variationenstellen bilden, die von Regionen mit einer unveränderten
Sequenz umgeben sind, erfordert deren Analyse nicht mehr als die
Bestimmung der Identität
des einzelnen Einzelnukleotids, das an der Variationsstelle vorliegt.
Es ist nicht erforderlich, für
jeden Patienten eine vollständige
Gensequenz zu bestimmen. Es wurden mehrere Verfahren entwickelt,
um die Analyse solcher Einzelnukleotid-Polymorphismen zu erleichtern.
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Beispielsweise
diskutiert Mundy, C. R. (
US-Patent
Nr. 4,656,127 ) ein Verfahren zur Bestimmung der Identität des Nukleotids,
das an einer bestimmten polymorphen Stelle vorliegt, bei dem ein
spezifisches exonukleasebeständiges
Nukleotidderivat eingesetzt wird.
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Cohen
et al. (
Französisches Patent 2,650,840 und
PCT-Anmeldung
WO 91/02087 ) erörtern ein
Verfahren auf Lösungsbasis
zur Bestimmung der Identität
des Nukleotids einer polymorphen Stelle. Wie in dem Mundy-Verfahren
des
US-Patents Nr. 4,656,127 wird
ein Primer eingesetzt, der zu den allelischen Sequenzen unmittelbar
3' zu einer polymorphen
Stelle komplementär
ist.
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Zusätzliche
SNP-Nachweis-Verfahren umfassen das genetische Bit-Analyse-Verfahren,
beschrieben von Goelet et al. (PCT-Anmeldung Nr. 92/15712). Das
Verfahren von Goelet et al. verwendet Gemische von markierten Terminatoren
und eines Primers, das zu der Sequenz 3' zu einer polymorphen Stelle komplementär ist.
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Cheesman
(
US-Patent Nr. 5,302,509 )
beschreibt ein Verfahren zur Sequenzierung eines Einzelstrang-DNA-Moleküls mittels
fluoreszierend gemarkerten 3'-gehemmten
Nukleotidtriphosphaten. Eine Vorrichtung für die Trennung, Konzentration
und Nachweis eines DNA-Moleküls
in einer flüssigen
Probe wurde von Ritterband et al. beschrieben (PCT-Patentanmeldung
WO 95/17676 ).
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Mehrere
Primer-geführte
Nukleotideinbauverfahren zum Testen polymorpher Stellen in DNA wurden beschrieben
(Prezant et al., Hum. Mutat. 1: 159–64 (1992); Ugozzoli et al.,
GATA 9: 107–12
(1992); und Nyren et al., Anal. Biochem. 208: 171–5 (1993)).
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IV. Verfahren zur Nucleinsäure-Immobilisierung
auf einer festen Phase
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Mehrere
der vorstehend beschriebenen Verfahren umfassen Vorgänge, bei
denen einer oder mehrere der Nucleinsäurereaktanten auf einem festen
Träger
immobilisiert werden. Gegenwärtig
werden verbreitet 96-Näpfchen-Polystyrolplatten
in Festphasen-Immuntests verwendet, PCR- Produktnachweisverfahren, die Bleche
als feste Träger
einsetzen, und DNA-Chips
sind beschrieben worden. Das Mikrotiterplatten-Verfahren erfordert
die Immobilisierung einer geeigneten Oligonukleotidsonde in den
Mikrotiter-Näpfchen,
gefolgt durch das Einfangen des PCR-Produkts durch Hybridisierung
und eines geeigneten kalorimetrischen Hapten-Nachweises.
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Kovalente
Disulfid-Bindungen wurden vorher verwendet, um beide, Proteine und
Oligonukleotide, zu immobilisieren. Chu et al. (Nucl. Acids Res.
16: 3671–91
(1988)) offenbart ein Verfahren zur Kopplung von Oligonukleotiden
mit Nucleinsäuren
oder Proteinen durch spaltbare Disulfid-Bindungen.
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Gentalen
et al., Nucl. Acids Res. 27: 1485–91 (1999) beschreiben ein
kooperatives Hybridisierungsverfahren, um eine physikalische Verbindung
zwischen zwei Stellen auf einem DNA-Strang aufzubauen mittels Hybridisierung
auf einen neuen Typ von Oligonukleotid-Arrays sehr hoher Dichte.
Das gleiche Verfahren kann zur Bestimmung von SNP-Haplotypen verwendet
werden.
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Yershov
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 93: 4913–8 (1996) beschreiben einen
Oligonukleotid-Mikrochip, welcher verwendet wurde, um Beta-Thalassemia-Mutationen
in Patienten durch Hybridisierung PCR-vervielfältigter DNA mit den Mikrochips
zu ermitteln. Diese Technologie wurde für großtechnische Diagnose in Gen-Polymorphismus-Studien
vorgeschlagen.
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Guo
et al., Nucl. Acids Res. 22: 5456–65 (1994) beschreiben ein
einfaches Verfahren für
die Analyse von aufgezogenen genetischen Polymorphismen Allelen-spezifischen
Oligonukleotiden, gebunden an Glas-Träger. Dieses Verfahren wurde
in parallelen Analysen von 5-Punkt-Mutationen vom Exon 4 des menschlichen
Tyrosinase-Gens nachgewiesen.
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Erst
kürzlich
haben Gilles et al., Nat. Biotechnol. 17: 365–70 (1999) eine schnelle Untersuchung
für den
SNP-Nachweis mittels elektronischen Schaltungen auf Silizium-Mikrochips
beschrieben. Ebenso vergleicht Holloway et al., Hum. Mutat. 14:
340–7
(1999) Verfahren zur Hoch-Durchlauf-SNP-Typisierung unter Verwendung von TaqMan® Flüssigphasen-Hybridisierung,
PCR-SSOP oder ARMS-Mikroplatten-Array diagonal Gelelektroforese
(MADGE).
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Da
die Weltbevölkerung
altert und neue Arzneimittel entdeckt werden, werden mehr und mehr
Patienten ein oder mehrere pharmazeutische Zusammensetzungen verabreichen,
so dass ein individuelles Arzneimittel oder eine Arzneimittelkombination
unerwünschte
Reaktionen auf Arzneimittel verursachen kann. Abweichend von dem,
was vorher in der Literatur berichtet wurde, beschreibt deshalb
der Erfinder hier Verfahren und Zusammensetzungen zur Diagnostizierung
von Arzneimittel-Wechselwirkungen, welche mindestens eine Mutation
in einem LQT-Gen umfassen. Zusätzliche
Mutationen können
in bestimmten Cytochrom-450-Genen und P-Glycoprotein-Pumpen vorhanden
sein, welche in Übereinstimmung
mit einer LQT-Gen-Mutation oder einem anderen Ionenkanal (z. B.
K+ oder Na+)-Gen-Polymorphismus
arbeiten, um eine unerwünschte
Reaktion auf Arzneimittel oder eine unerwünschte Arzneimittel/Arzneimittel-Reaktion
zu bewirken. Die Beschreibung offenbart ferner Kits und Zusammensetzungen
zum Diagnostizieren der Neigung einer Person zu QT-Intervall-Verlängerungen
in Reaktion auf die Verabreichung von einem oder mehreren pharmazeutischen
Wirkstoffen.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Es
ist ein Ziel der Erfindung, neue und verbesserte Verfahren zum Feststellen,
ob eine Person eine Neigung für
eine QT-Intervall-Verlängerung
oder Torsades de Pointes aufgrund von einem oder mehreren pharmazeuti schen
Wirkstoffen aufweist, bereitzustellen. Diese Verfahren umfassen
den Schritt des Screenens einer biologischen Probe von der Person
durch ein Nucleinsäure-Array,
wobei der Nucleinsäure-Array
Sonden für
eine genetische Mutation oder für
Polymorphismus in: (1) mindestens einem LQT-Gen und (2) mindestens einem
Element, ausgewählt
aus der Gruppe, besteht aus dem MDR-Gen und einem Cytochrom-P450-Gen, enthält. Das
Nucleinsäure-Array
kann ein DNA-Array sein. Das Nucleinsäure-Array kann in der Form
eines Chips, eines Mikrochips, eines Kügelchens oder einer Mikrokugel
vorliegen. Das LQT-Gen, welches einen Polymorphismus, der eine QT-Intervall-Verlängerung
herbeiführt,
enthalten kann, umfasst LQT1, LQT2, LQT3, LQT5 und LQT6.
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Das
Verfahren kann weiterhin das Screenen beider LQT- und Cytochrom-P450-Gen-Mutationen
und Polymorphismen enthalten. Das P450-Cytochrom-Isoform, welches eine Mutation
enthalten kann, welche zu einer exzessiven Anreicherung von Arzneimitteln
führt und
dadurch QT-Intervallverlängerung
erzeugt, umfasst: CYP1A2, CYP2C19, CYP2C9, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A,
CYP3A5 und CYP3A7.
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In
dem Verfahren der vorliegenden Erfindung kann die Mutation oder
der Polymorphismus ausgewählt sein
aus der Gruppe bestehend aus: HERG (nt 1778, Punktmutation), KCNE1
(nt 226, Punktmutation), KCNQ1 (nt 217, Punktmutation), KCNQ1 (nt
284, Punktmutation), KCNQ1 (nt 475, Punktmutation), KCNQ1 (nt 521, Punktmutation),
KCNQ1 (nt 629, Punktmutation), KCNQ1 (nt 655, Punktmutation), KCNQ1
(nt 659, Punktmutation), KCNQ1 (nt 737, Punktmutation), KCNQ1 (nt
746, Punktmutation), KCNQ1 (nt 1378, Punktmutation), KCNQ1 (nt 1244–1250, Deletion-Insertion)
und SCN5A (nt 4513–4521,
9 bp Deletion).
-
Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
ist der pharmazeutische Wirkstoff ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Amiodaron, Amitriptylin, Amoxapin, Astemizol, Azelastin, Bepridil,
Chlorpromazin, Cisaprid, Clarithromycin, Clemastin, Clomipramin,
Desipramin, Diphenhydramin, Disopyramid, Doxepin, Erythromycin, Felbamat,
Flecainid, Fluconazol, Fludrocortison, Fluoxetin, Fluphenazin, Fluvoxamin,
Foscarnet, Fosphenytoin, Halofantrin, Haloperidol, Ibutilid, Imipramin,
Indapamid, Ipecacuanha (Brechwurzel), Isradipin, Itraconazol, Ketoconazol,
Levomethadyl, Maprotilin, Moexipril/HCTZ, Moricizin, Naratriptan,
Nicardipin, Nortriptylin, Octreotid, Pentamidin, Perphenazin, Pimozid,
Probucol, Procainamid, Prochlorperazin, Protriptylin, Quetiapin,
Chinidin, Risperidon, Salmeterol, Sotalol, Sparfloxacin, Sumatriptan,
Tamoxifen, Terfenadin, Thioridazin, Thiothixen, Tizanidin, Tocainid,
Trifluoperazin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol,
Venlafaxin und Zolmitriptan.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1.
Aufzeichnungen von IKr, Ito (A
und B) und IK1 (C) in derselben Zelle vor
und nach 5-minütiger Superfusion
mit 5 μmol/L
E-4031. Bild A) IKr und Ito-Ströme vor und
nach der Superfusion mit E-4031. E-4031 hebt den IKr-Tail-Strom auf und reduziert
ebenfalls den zeitabhängigen
IKr-Strom, ohne den transienten Auswärts-Strom
(Ito) oder den Haltestrom zu beeinflussen;
Bild B) E-4031 empfindliche
Ströme,
erhalten durch digitale Subtraktion der Ströme nach der E-4031 Exposition
von den Strömen
vor der E-4031-Exposition. Man beachte die Einwärts-Gleichrichtung des zeitabhängigen IKr-Stroms bei sehr positiven Potentialen
im Vergleich zu den Tail-Strömen;
Bild C) IK1-Strom vor und nach der Superfusion
mit E-4031. E-4031 zeigt wenig Wirkung auf den Einwärts-IK1-Strom,
aufgezeichnet bei –120
mV. Die Auswärts-Halteströme, die
die Amplitude des IK1 bei –40 mV darstellen,
sind überlagert.
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2. Aufzeichnungen von IKr,
Ito (A und B) und IK1 (C)
in derselben Zelle vor und nach fünfminütiger Superfusion mit 10 μmol/L Tamoxifen.
Bild A) IKr und Ito-Ströme aufgezeichnet
vor und nach der Superfusion mit Tamoxifen. Tamoxifen hebt den IKr-Tail-Strom auf und reduziert ebenfalls
den zeitabhängigen
IKr-Strom, ohne den transienten Auswärts-Strom
(Ito) zu beeinflussen; Bild B) Tamoxifen-empfindliche
Ströme,
erhalten durch digitale Subtraktion der Ströme vor und nach der Tamoxifen
Superfusion. Man beachte die Einwärts-Gleichrichtung der zeitabhängigen IKr-Ströme
bei sehr positiven Potentialen im Vergleich zu den Tail-Strömen und
deren Ähnlichkeit
zu den E-4031-empfindlichen
Strömen;
Bild C) IK1-Ströme aufgezeichnet vor und nach
der Superfusion mit Tamoxifen. Tamoxifen zeigt keine Hemmung des
IK1-Einwärts-Stroms. Die Auswärts-Halteströme, welche
die Amplitude von IK1 bei –40 mV darstellen,
sind zusammen überlagert.
-
3.
Zeitabhängige
Hemmung von IK1 durch Tamoxifen. IKr-Ströme
wurden in derselben Zelle vor der Arzneimittelverabreichung, 3,
5 und 9 Minuten nach der Superfusion mit 1 μmol/L Tamoxifen aufgezeichnet.
-
4. Spannungs- und konzentrationsabhängige Hemmung
von IKr durch Tamoxifen. IKr-Tail-Ströme wurden
5–7 Minuten
nach der Superfusion mit Tamoxifen gemessen. Bild A) Einfluss von
1 μmol/L
I-V-Verhältnis;
Bild B) Einfluss von 3,3 μmol/L
Tamoxifen auf I-V (Strom-Spannung)-Verhältnis. Messwerte werden wiedergegeben
als Durchschnittswerte ± SD,
n = 4, *p < 0,05.
-
5. Vergleich der IKr-Hemmung
durch Tamoxifen und Chinidin. Bild A) IKr-Ströme, aufgezeichnet
von derselben Zelle vor der Arzneimittelverabreichung, 5 Minuten
nach der Superfusion mit 10 μmol/L
Tamoxifen und 5 Minuten nach Ausspülen. IKr-Tail-Ströme wurden
durch Tamoxifen ohne Erholung aufgehoben. Bild B) IKr-Ströme, aufgezeichnet
von einer anderen Zelle vor der Arzneimittelverabreichung, 5 Minuten
nach der Superfusion mit 10 μmol/L
Chinidin und 3 Minuten nach dem Ausspülen, zeigen, dass IKr-Tail-Ströme verringert werden, aber
nicht durch Chinidin aufgehoben werden, mit partieller Erholung
nach 3-minütigem
Ausspülen. Bild
C) Hemmung des IKr durch 3,3 μmol/L Tamoxifen
und 3,3 μmol/L
Chinidin. Die Messwerte werden wiedergegeben durch Durchschnittswerte ± SD, n
= 4, **p < 0,01.
-
6.
Einfluss von Tamoxifen auf die Aktionspotentialdauer (APD). Aktionspotentiale
werden ausgelöst
durch Einspritzen von 100 pA Depolarisierungsströmen von 2 ms, bei einer Frequenz
von 0,45 Hz. Gezeigt in der Figur sind zwei überlagerte Aktionspotentialverfolgungen,
aufgezeichnet in einem einzelnen ventrikulären Myozyten vor und 4 Minuten
nach Exposition gegenüber
3,3 μmol/L
Tamoxifen. Die zwei Kurven sind Durchschnittskurven von 16 Versuchen.
-
7.
Einfluss von Tamoxifen auf den L-Typ-ICa.
ICa wurde aufgezeichnet in derselben Zelle
vor der Tamoxifen-Verabreichung und 1, 2, 3, 4 Minuten nach der
Superfusion mit 10 μmol/L
Tamoxifen sowie 2, 4, 8 und 16 Minuten nach dem Ausspülen. Man
beachte die markierte Hemmung von ICa und
die partielle Rückgewinnung
nach dem Ausspülen.
-
8.
Basislinien-QTc-Intervalle in Frauen während der drei Phasen des Menstruationszyklus' und in Männern. Balken
bezeichnen Mittelwerte und SEM, n = 20 Männer und 20 Frauen.
-
9.
Veränderungen
in QTc in Männer
und Frauen (menstruale Phase).
-
10. Funktion von verzögerten Gleichrichter-Kaliumströmen auf
die spontane Schlagfrequenz von Kardiomyozyten. Bild A. Effekt von
Chromanol 293B auf die spontane Klopfrate in kultivierten neonatalen
Ratten-Kardiomyozyten. Bild B. Einfluss von E-4031 (10 μM) allein
und in Kombination mit 293 (μM)
und Isoproterenol (1 μM)
auf die spontane Schlagfrequenz von kultivierten neonatalen Ratten-Kardiomyozyten.
-
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Die
Erfindung umfasst ein Verfahren zum Feststellen der Neigung einer
Person zu einer ungewünschten
Reaktion auf Arzneimittel, einhergehend mit einem verlängerten
QT-Intervall, welche resultiert aus einer exzessiven Anreicherung
von Arzneimitteln aufgrund von genetischen Polymorphismen oder Mutationen
in wenigstens zwei Gen-Klassen, welche zu potentiell fatalen kardialen
Arrythmen führen
kann. Die Arzneimittel erfassen eine Reihe von Pharmazeutika einschließlich Antiarrythmika,
Antipsychotika, Antidepressiva, Antianginale, Antibiotika, Antifungale,
Antivirale, Diuretika, Arzneimittel gegen Migräne, Therapeutika gegen Geisteskrankheiten,
Therapeutika gegen Brustkrebs, Anxiolytika, Wirkstoffen gegen Brechreiz,
kardiale Medikation, Opiatantagonisten, Antihypertensive, Antiinfektiva
und Antikonvulsiva. Das erfindungsgemäße Verfahren zum Feststellen
des Potentials der unerwünschten
Reaktion auf Arzneimittel verwendet ein DNA-Array (z. B. DNA-Chip),
welcher zur Untersuchung einer biologischen Probe eines Patienten
verwendet werden kann. Zum Beispiel kann eine DNA-Probe eines Patienten
einen DNA-Array durchlaufen, um zu diagnostizieren, ob der Patient
irgendeine genetische Mutation oder irgendeinen Polymorphismus hat,
die mit einer verlängerten
kardialen Repolarisation verbunden ist. Bevorzugte Gene, welche
direkt oder indirekt mit verlängerter
Repolarisation verbunden sind, umfassen LQT-Gene, veränderte Empfindlichkeitsgene
(z. B. MiRP1-Gene oder verwandte Gene) und verstärkte Expositionsgene (Cytochrom-P450-Gene
und MDR-Gene).
-
I. Begriffbestimmungen
-
"bp" oder "Basen-Paar" bedeutet das Wasserstoff-gebundene
Purin- und Pyrimidin-Paar in einer Doppelstrang-Nucleinsäure. Üblicherweise
sind die Paare in der DNA Adenin (A) und Thymin (T), und Guanin
(G) und Cytosin (C). In der RNA sind die Paare Adenin (A) und Uracil
(U), und Guanin (G) und Cytosin (C).
-
"Nukleotid" oder "nt" bedeutet das Nukleotid, üblicherweise
eine DesoxyriboNucleinsäure
des Typs Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G), Uracil (U) und Cytosin
(C), üblicherweise
in der sense- oder Kodierungsausrichtung, kann aber ebenfalls antisense-Ausrichtungen
der Gene oder Kodierungssequenz umfassen.
-
"Nucleinsäure" oder "Nucleinsäure-Molekül" bedeutet ein Desoxyribonukleotid-
oder Ribonukleotid-Polymer in entweder Einzel- oder Doppelstrang-Form,
und würde,
sofern nicht anderweitig begrenzt, bekannte Analoge von natürlichen
Nukleotiden, die in einer ähnlichen
Weise wie natürlich
auftretende Nukleotide arbeiten können, umfassen.
-
"aa" bedeutet Aminosäure.
-
"Gen" bedeutet eine Einheit
des Erbguts, die eine spezifische Stelle auf einem Chromosom (chr)
besetzt, dessen Existenz bestätigt
werden kann durch die Häufigkeit
von verschiedenen allelischen Formen. Bevorzugte Gene dieser Anmeldung
sind jene, welche die kardiale Repolarisation beeinflussen, besonders
jene, welche Verlängerungen
der kardialen Repolarisation bewirken, Gene, welche die Abspaltung
von Arzneimitteln von einem Wirt bedingen, und Gene, welche die
Zeit, die benötigt
wird, um ein Arzneimittel von dem Wirt abzuspalten, verlängern. Dies
kann Cytochrom-P450-Gene und Ionenkanal-Gene umfassen.
-
Mutation" bedeutet einen einzelnen
oder mehrere Nukleotid-Austauschvorgänge in der
DNA- oder RNA-Sequenz eines Organismus'. Zum Beispiel kann eine solche Mutation
eine Rasterschub-Mutation, eine sinnentstellende Mutation oder eine
sinnverändernde
Mutation sein.
-
Polymorphismus" bedeutet die Existenz,
in einer Population, von zwei oder mehreren Allelen eines Gens,
wobei die Häufigkeit
der selteneren Allelen größer ist
als allein durch wiederholte Mutation erklärt werden könnte (üblicherweise größer als
ein Prozent). Diese Polymorphismen können aus einer oder mehreren Nukleotid-Abweichungen
bestehen. Die Polymorphismen können
ruhend sein, wobei sie keinen Wechsel in der gebundenen Aminosäuresequenz übertragen.
Alternativ kann der Polymorphismus einen verbundenen Wechsel in
der durch das Gen kodierten Aminosäuresequenz verursachen.
-
"Veränderte Empfindlichkeitsgene" sollen Gene umfassen,
welche, wenn sie mutiert sind, die Expression von Proteinen verändern, was
daraufhin zu einer veränderten
Empfindlichkeit gegenüber
einem Arzneimittel oder Arzneimitteln führt. Solche Gene können zum
Beispiel das Kaliumionenkanal-Gen, MiRP1 oder verwandte Gene umfassen.
-
"Erhöhtes Expositionsgen" soll Gene umfassen,
welche, wenn aberrierend in einer Person exprimiert, zur erhöhten Exposition
gegenüber
einem Arzneimittel oder Arzneimitteln führ. Solche Gene können Cytochrom-P450-Gene, welche,
wenn sie mutiert sind, zur Verminderung oder aberrierender Expressionen
von Enzymen führen,
die für
die Eliminierung von Arzneimitteln oder eines Arzneimittels benötigt werden,
umfassen. Erhöhte
Expositionsgene umfassen auch Multi-Arzneimittel-Resistenz-Gene
(MDR). Mutationen in den MDR-Genen können zur veränderten
Verteilung (und dadurch erhöhter
Exposition) von einem Arzneimittel oder Arzneimitteln in Geweben
oder einem Gewebe führen.
MDR-Gene kodieren Membran-Arzneimittel-Transporter und/oder Ionenkanal-Proteine.
-
"Ionenkanal-Gene" soll Multi-Arzneimittel-Resistenz-Gene
(MDR-Gene) sowie
Ionen-Pumpe-Gene, wie die LQT-Genfamilie, bestimmte Natrium(Na+)kanal-Gene (siehe z. B. Chef et al., Nature
392: 293–6 (1998))
und bestimmte Kalium(K+)kanal-Gene umfassen.
Zum Beispiel ist das Kaliumionenkanal-Gen, MiRP1, ein bevorzugtes
Beispiel für
einen Kaliumionenkanal, welcher mit QT-Intervallverlängerung
in Verbindung gebracht werden kann; MiRP1-Protein bildet Kanäle mit HERG
und seine Mutationen sind mit kardialer Arrythmie verbunden. Bevorzugte
MDR-Gene umfassen MDR-1, welches die P-Glycoprotein-Pumpe (P-gp) kodiert.
-
"Verlängertes
QT-Intervall", "QT-Intervallverlängerung" oder "QT-Intervallausdehnung" bedeutet das QT-Intervall,
gemessen vom QRS-Beginn bis zum Ende der T-Welle (QTo) und vom QRS-Beginn
bis zur Spitze der T-Welle
(QTm), reguliert auf eine Herzfrequenz von 60 Schlägen pro
Minute, welche QTc ist. "QTc" bezieht sich auch
auf das Bazett-korrigierte-QT-Intervall. Siehe, z. B., Kligfield
et al., J. Am. Coll. Cardiol. 28: 1547–55 (1996). Verlängerte QT-Intervalle
können
direkt oder indirekt durch mindestens zwei genetische Mutationen oder
Polymorphismus hervorgerufen werden. Diese Mutationen oder Polymorphismen
befinden sich in zwei oder mehreren Gengruppen (z. B. mindestens
eine Mutation oder Polymorphismus pro Gengruppe), wobei die Gruppen
(1) LQT-Gene, (2) veränderte
Empfindlichkeitsgene (z. B. MiRP1-Gene) oder (3) erhöhte Expositionsgene
(z. B. MDR-Gene oder Cytochrom-P450-Gene) sind.
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"Torsades de Pointes" oder "TdP" ist eine seltene
Variante der ventrikulären
Tachyakardie (VT). Die zugrunde liegende Etiologie und Handha bung
von TdP ist in der Regel sehr verschieden von der stärker verbreiteten
ventrikulären
Tachyakardie. TdP ist eine polymorphe ventrikuläre Tachyakardie, in welcher
die Morphologie des QRS-Komplexes sich von Schlag zu Schlag verändert. Die
ventrikuläre
Frequenz kann schwanken zwischen 150/Min bis ungefähr 250/Min.
In den meisten Fällen
gibt es eine konstant veränderliche
Wellen-Form, aber es darf keine Regelmäßigkeit der Veränderungen
der Achsen geben. Die Definition erfordert ebenfalls, dass der QT-Intervall
merklich erhöht
wird (üblicherweise
bis 600 msec oder größer). Fälle von
polymorpher VT, welche nicht mit einem verlängerbaren QT-Intervall verbunden
sind, werden als generische VT behandelt. TdP tritt üblicherweise
in Ausbrüchen,
die sich nicht fortsetzen, auf, daher hat man üblicherweise einen Rhythmus-Streifen,
welcher die Basislinien QT-Verlängerung
des Patienten zeigt.
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"Neigung" (Prädisposition)
bedeutet die Tendenz einer Person TdP de Pointes oder QT-Intervallverlängerung
zu entwickeln. Diese Tendenz kann erworben oder vererbt sein. Die
bevorzugte Person ist eine menschliche Person. Die Neigung ist verbunden
mit dem Hervorrufen von TdP oder QT-Intervallverlängerung nach der Verabreichung
von einem oder mehreren pharmazeutischen Wirkstoffen, welche TdP
oder QT-Intervallverlängerung
hervorrufen. Diese pharmazeutischen Wirkstoffe können jene sein, die hier aufgelistet
sind oder jedes später
entdeckte investigationale Arzneimittel, welches QT-Intervallverlängerungen
hervorruft.
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"LQTS" oder "long QT-Syndrom" bedeutet eine genetische
Erkrankung, welche Individuen zur ventrikulären Arrhythmie prädisponiert,
die zur Ohnmacht oder plötzlichem
Tod führt.
Kongenitales oder idiopathisches LQTS ist eine angeborene Form der
Erkrankung und ist genetisch heterogen (Wei et al., Circulation
92: I–275
(1995)) und umfasst die Jervell-Lange-Nielsen und die Romano-Ward-Syndrome
(Napolitano et al., Drugs 47: 51–65 (1994)). Erworbene verlängerte QT-Syndrome
sind weitgehend iatrogen, und können
durch bestimmte Arzneimittel hervorgerufen werden oder mit metabolischen
Störungen
verbunden sein (z. B. Hypokalämie,
Hypokalzämie
oder Magnesiummangel) (Napolitano et al., 1994).
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"Person", "Patient" oder "Individuum" bedeutet ein Säugetier,
insbesondere ein Mensch.
-
"Nucleinsäure-Array" bedeutet ein Träger, auf
dem ein oder mehrere, bevorzugt 50 oder mehr, besonders bevorzugt
100–1000
oder mehr, und besonders bevorzugt 500 bis 5000 oder mehr Nucleinsäuren aufgebracht
werden. Ebenfalls in Erwägung
gezogen werden Arrays mit 5000 bis 500000 aufgebrachten Nucleinsäuren. Ein
Beispiel für
ein solches Array ist ein DNA-Chip-Array. Zum Beispiel siehe
US-Patent Nrs. 5,981,956 und
5,922,591 . Andere Beispiele
umfassen Flow-thru-ChipÔ Probe
ArraysÔ der
Gene Logic (
US-Patent Nr. 5,994,068 )
oder die FlowMetrix-Technologie (z. B. Mikrokugeln) von Luminex.
Diese Arrays werden in Erwägung
gezogen Nucleinsäuren
für Wildtyp-
und mutierte Gene, welche Ionenkanal-Gene und/oder Cytochrom-P450-Gene
oder Isoforme hiervon kodieren, zu enthalten.
-
"Mutation", "Mutant" oder "mutiert" bedeutet das Verweisen
auf eine genetische Veränderung
(z. B. Rasterschub-Mutation, sinnentstellende Mutation, sinnverändernde
Mutation, Deletion oder Insertion) in einem Gen (z. B. Ionenkanal-Gen,
P-pg- oder Cytochrom-P450-Gen), welche zu einer veränderten
Gen-Expression und/oder einer veränderten Proteinfunktion führt.
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"Isoform" bedeutet verschiedene
Formen eines Proteins, das von verschiedenen Genen oder von demselben
Gen durch alternatives RNA-Spleißen erzeugt
werden kann.
-
"Bindet im Wesentlichen" bedeutet die komplementäre Hybridisierung
zwischen einem Oligonukleotid und einer Zielsequenz. "Hybridisierung" bedeutet die Bindung
von zwei Einzelstrang-Nucleinsäuren über komplementäre Basen-Paarung.
-
Der
Begriff "Primer" bezieht sich auf
ein Oligonukleotid, ob natürlich
oder synthetisch, welches in der Lage ist, als Initiationspunkt
für eine
DNA-Synthese zu
fungieren, unter Bedingungen, in denen die Synthese eines Primer-Ausdehnungsprodukts
komplementär
zu einem Nucleinsäure-Strang
erzeugt wird, z. B. in der Anwesenheit von vier verschiedenen Nukleosidtriphosphaten
und einem Agens zur Polymerisation (z. B. DNA-Polymerase oder Reverse
Transcriptase) in einem geeigneten Puffer und bei einer angemessenen
Temperatur. Ein Primer ist vorzugsweise ein Einzelstrang-Oligodesoxyribo-Nukleotid.
Die geeignete Länge
eines Primers hängt
ab von der beabsichtigten Verwendung des Primers, schwankt aber üblicherweise
zwischen 15 bis 30 Nukleotiden. Kurze Primer-Moleküle erfordern
in der Regel kältere
Temperaturen, um ausreichend stabile Hybrid-Komplexe mit einem Templat
auszubilden. Ein Primer muss nicht die genaue Sequenz des Templats
wiedergeben, muss aber ausreichend komplementär sein, um mit dem Templat
zu hybridisieren. Der Begriff "Primer" kann sich auf mehr
als einen Primer beziehen, insbesondere in einem Fall, bei dem in
der Information betreffend ein oder beide Enden der zu duplizierenden
Zielregion eine Unklarheit auftritt. Etwa, wenn eine Region ein
beträchtliches
Maß an
Polymorphismus oder Mutation in einer Population aufweist, können Gemische
von Primern hergestellt werden, die veränderte Sequenzen vermehren.
Ein Primer kann, falls gewünscht,
gekennzeichnet werden durch Einfügung
einer Markierung, die durch spektroskopische, photochemische, biochemische,
immunochemische oder chemische Mittel nachweisbar ist. Zum Beispiel
umfassen gebräuchliche
Markierungen 32P, fluoreszierende Farbstoffe,
Elektronen-Dichte-Reagenzien, Enzyme (wie üblich verwendet in einem ELISA),
Biotin oder Haptene und Proteine, für welche Antisera oder monoklona le
Antikörper
verfügbar
sind. Eine Markierung kann auch verwendet werden, um den Primer "aufzufangen", um so die Immobilisierung
von entweder dem Primer oder dem Primer-Ausdehnungsprodukt, wie
z. B. vervielfältigte DNA,
auf einem festen Träger
zu vereinfachen.
-
Wie
hier verwendet und sofern nicht anders beschrieben, bezieht sich "pharmazeutischer
Wirkstoff' auf einen
Wirkstoff oder ein Arzneimittel, welches allein oder in Kombination
mit einem oder mehreren anderen pharmazeutischen Wirkstoffen in
einem Patienten verlängerte
kardiale Repolarisation hervorrufen kann. Die spezifischen pharmazeutischen
Wirkstoffe, die QT-Intervallverlängerungen
hervorrufen können,
sind hier bestimmt.
-
"IKr" bedeutet den schnellen
Hauptrepolarisierungsstrom in einer Zelle, auch bekannt als schnelle Komponente
des verzögerten
Gleichrichter-Kaliumstroms. "IKs" bedeutet die langsame
Komponente des verzögerten
Gleichrichter-Stroms. "IK1" bedeutet
Einwärts-Gleichrichter-Strom.
Beide, IKr und IK1,
sind Formen von Kaliumstromdichten. "Ito" bedeutet den transienten
Auswärts-Strom einer Zelle,
wie in einer Spannungs-Clamp-Untersuchung gemessen.
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"Biologische Probe" und "Probe" bedeutet eine Sammlung
von biologischem Material einer Person, enthaltend Nukleus-bildende
Zellen. Dieses biologische Material kann festes Gewebe, z. B. von
einem frischen oder konservierten Organ oder einer Gewebeprobe,
Biopsie- oder bukkaler Abstrich; Blut oder Blut-Bestandteile; Körperflüssigkeiten
wie Fruchtwasser, peritoneale Flüssigkeit,
oder interstitiale Flüssigkeit
etc., sein. Die Probe kann Verbindungen enthalten, welche nicht
natürlich
mit dem biologischen Material vermischt sind, wie Konservierungsmittel,
Gerinnungshemmer, Puffer, Fixiermittel, Nährstoffe, Antibiotika oder ähnliches.
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II. Pharmazeutische Wirkstoffe
-
Die
Offenbarung bezieht sich auch auf die Identifikation eines pharmazeutischen
Wirkstoffs oder von Kombinationen von Wirkstoffen, die QT-Intervallverlängerung
bei einer Person, besonders einem Menschen, hervorrufen. Wirkstoffe
und Kombinationen von Wirkstoffen, die die Ausdehnung von QT-Intervallen
hervorrufen, umfassen die in der nachstehenden Tabelle aufgelisteten,
sind aber nicht hierauf begrenzt. Mehrere dieser Arzneimittel wurden
analysiert und wurden identifiziert, welche das QT-Intervall in
einer konzentrationsabhängigen
Weise verlängern
(siehe, z. B., Drici et al., J. Clin. Psychopharmacol. 18: 477–81 (1998)). Tabelle 2
| Pharmazeutische
Wirkstoffe |
| Arzneimittel | Markenname | Arzneimittel-Klasse | QT✝ | TdP✝ |
| Amiodaron | Cordarone® | Antiarrhythmikum | Ja | Ja |
| Amitriptylin | Elavil®,
Endep® | Antidepressivum | Ja | Ja |
| Amitriptylin HCl-Perphenazin | Etrafon® | Antidepressivum Antipsychotikum | | |
| Amoxapin | Asendin® | Antidepressivum | Ja | |
| Astemizol | Hismanal® | Antihistaminikum | Ja | Ja |
| Azelastin | Astelin® | Antihistaminikum | Ja | |
| Bepridil | Vascor® | Antianginal | Ja | Ja |
| Chlorpromazin | Thorazine® | Geisteskrankheit Brechreiz,
Erbrechen | Ja | Ja |
| Cisaprid | Propulsid® | stimulierende Darmbeweglichkeit | Ja | Ja |
| Clarithromycin | Abbotic,
Biaxin®, Bicrolid,
Clacine, Clambiotic, Claribid, Clarith, Klacid, Klaricid, Klarin, Macladin
Naxy, Veclam | Antibiotikum | Ja | |
| Celmastin | Tavist® | Antihistaminikum | | vielleicht_ |
| Clomipramin | Anafranil® | Geisteskrankheit | Ja | |
| Desipramin | Norpramin® | Antidepressivum | Ja | |
| Diphenhydramin | Benadryl® | Antihistaminikum | | vielleicht_ |
| Disopyramid⧧ | Norpace® | Antiarrhythmikum | Ja | Ja |
| Doxepin | Sinequan®,
Zonalon® | Antidepressivum | Ja | Ja |
| Erythromycin⧧ | (Akne-Mycin®,
E. E. S.®,
EryDerm®, Erygel®,
EryTab®, Erythrocin®,
Erythromycin Base Filmtab®, Erythrostatin®,
E-mycin, EryPeds, PCE | Antibiotikum
und intestinale Stimulanz | Ja | Ja |
| Felbamat | Felbatrol® | Antikrampfmittel | Ja? | Ja |
| Flecainid | Tambocor® | Antiarrhythmikum | Ja | Ja |
| Fluconazol | Diflucan® | Antifungal | | |
| Fludrocortison | Florinef® | Blutdruck
haltend/Speichern von Natrium | Ja | |
| Fluoxetin | Prozac® | Antidepressivum | Ja | |
| Fluphenazin | Prolixin® | Geisteskrankheit, Parkinson
Krankheit | Ja | Ja |
| Fluvoxamin | Luvox® | Antidpressivum | | |
| Foscarnet | Foscavir® | Antiviral | Ja | |
| Fosphenytoin | Cerebyx® | Hydantoin | Ja | |
| Halofantrin⧧ | | Antimalaria | Ja | Ja |
| Haloperidol | Haldol® | Geisteskrankheit, Ruhelosigkeit | Ja | Ja |
| Ibutilid⧧ | Corvert® | Antiarrhythmikum | Ja | Ja |
| Imipramin | Tofranil® | Antidepressivum | Ja | |
| Indapamid | Lozol® | Diuretikum | Ja | vielleicht_ |
| Isradipin | Dynacirc® | Kardiales
Arzneimittel | Ja | |
| Itraconazol | Sporanox® | Antifungal,
Antibiotikum | | |
| Ketoconazol | Nizoral® | Antifungal | | |
| Levomethadyl | Orlaam® | Opiat-Agonist | Ja | |
| Maprotilin | Ludiomil® | Antidepressivum | Ja | Ja |
| Moexipril/HCTZ | Uniretic® | Blutsenkende
Mittel | Ja | |
| Moricizin | Ethmozine® | Antiarrhythmikum | | Ja |
| Naratriptan | Amerge® | Migränetherapie | Ja | |
| Nicardipin | Cardene® | Kardiales
Arzneimittel | Ja | |
| Nortriptylin | Pamelor®,
Aventyl® | Antidepressivum | Ja | |
| Octreotid | Sandostatin® | nicht
klassifiziert | Ja | |
| Pentamidin⧧ | Pentacarinat®, Pentam®,
NebuPent® | Antiinfektikum | Ja | Ja |
| Perphenazin | Trilafon® | Geisteskrankheit | Ja | Ja |
| Pimozid⧧ | Orap® | Tourette
Syndrom, Krämpfe | Ja | Ja |
| Probucol | Lorelco® | Cholesterin-Senker | Ja | Ja |
| Procainamid | Procan®,
Procanbid®,
Pronestyl® | Antiarrhythmikum | Ja | Ja |
| Prochlorperazin | Compazine® | Brechreiz | | vielleicht_ |
| Protriptylin | Vivactil® | Antidepressivum | Ja | |
| Quetiapin | Seroquel® | Antipsychotikum | Ja | |
| Chinidin⧧ | Cardioquin®,
Duraquin®,
Quinidex®, Quinaglute® | Antiarrhythmikum | Ja | Ja |
| Risperidon | Risperdal® | Geisteskrankheit | Ja | Ja |
| Salmeterol | Serevent® | Sympathomimetikum
Adrenolytikum | Ja | |
| Sotalol® | Betapace® | Antiarrhythmikum | Ja | Ja |
| Sparfloxacin | Zagam® | Antibiotikum (Pneumonie
und Bronchitis) | Ja | Ja |
| Sumatriptan | Immitrex® | Migränebehandlung | Ja | |
| Tamoxifen | Nolvadex® | Brustkrebstherapeutikum | Ja | |
| Terfenadin⧧ | Seldane® | Antihistaminikum | Ja | Ja |
| Thioridazin | Mellaril® | Geisteskrankheit | Ja | Ja |
| Thiothixen | Navane® | Geisteskrankheit | Ja | Ja |
| Tizanidin | Zanaflex® | Muskelrelaxans | Ja | |
| Tocainid | Tonocard® | Antiarrhythmikum | Ja | |
| Trifluoperazin | Stelazine® | Geisteskrankheit | Ja | Ja |
| Trimethoprim
Sulfamethoxazol | Bactrim®,
Septra®, Trimeth-Sulfa® | Antibiotikum | | vielleicht_ |
| Venlafaxin | Effexor® | Antidepressivum | Ja | |
| Zolmitriptan | Zomig® | Migränebehandlung | Ja | |
| ✝Die Bezeichnung "QT" gibt an, dass QT-Verlängerung
in der Arzneimittelkennzeichnung als eine potente Wirkung des Arzneimittels
genannt ist. Die Bezeichnung "TdP" gibt an, dass die
FDA beschlossen hat, dass die Gefahr besteht, dass das Arzneimittel
das Syndrom von Torsades de Pointes hervorruft.
_ Es gibt Berichte
in der medizinischen Literatur, die besagen, dass das Arzneimittel
Torsades de Pointes verursachen kann, aber die FDA nicht erklärt, dass
das Arzneimittel TdP hervorrufen kann.
⧧Für diese
Arzneimittel scheinen Frauen ein größeres Risiko für TdP zu
sein als Männer
(üblicherweise zweifach). |
-
Zusätzlich zur
unerwünschten
Reaktion bei einer Person auf einen einzelnen pharmazeutischen Wirkstoff,
wie die oben Aufgelisteten, können
bestimmte dieser Wirkstoffe unerwünschte Reaktionen bei spezifischen
Personen nur dann hervorrufen, wenn sie mit einem oder mehreren
anderen Wirkstoffen kombiniert werden. Dies beruht auf zwei oder
mehreren genetischen Polymorphismen, die in zwei oder mehreren Gen-Klassen
gefunden werden. Die Mutationen und Polymorphismen würden in
einem oder mehreren von diesen Genen in zwei oder mehreren von diesen
Gen-Klassen auftreten. Diese Gen-Klassen
umfassen (1) LQT-Gene, (2) veränderte
Empfindlichkeitsgene und (3) erhöhte
Expositionsgene. Zum Beispiel können
die Mutationen in einem LQT-Gen
und einem Cytochrom-P450-Gen oder in MiRP1 und LQT3 auftreten. Die
Polymorphismen oder Mutationen verursachen in der Regel eine aberrante
Enzym-Aktivität,
welche sich in einer unerwünschten Reaktion
auf Arzneimittel entweder aufgrund von veränderter Empfindlichkeit gegenüber den
Arzneimitteln oder von erhöhter
Arzneimittelexposition auswirkt. Arzneimittel, welche wahrscheinlich
mit unerwünschten
Arzneimittel-Arzneimittel-Wechselwirkungen aufgrund von Polymorphismen
zum Teil in den P450-Genen verbunden sind, sind in der nachstehenden
Tabelle 3 aufgelistet. Tabelle 3
| Arzneimittel-Wechselwirkungen
teilweise hervorgerufen durch Cytochrom-P450-Gene |
| Arzneimittel | Markenname | Wechselwirkung✝ | QT | TdP |
| Amiodaron | Cordarone® | 1A2
Inhibitor
2C9 Inhibitor
2D6 Inhibitor
3A Inhibitor | Ja | Ja |
| Amitriptylin | Elavil®,
Endep® | 1A2
Träger
2C19
Träger
2C9
Träger
2D6
Träger | Ja | Ja |
| Astemizol | Hismanal® | 3A
Träger | Ja | Ja |
| Cisaprid | Propulsid® | 3A
Träger | Ja | Ja |
| Clarithromycin | Abbotic,
Biaxin®, Bicrolid,
Clacine, Clambiotic, Claribid, Clarith, Klacid, Klaricid, Klarin, Macladin,
Naxy, Veclam | 3A
Träger
3A
Inhibitor | Ja | |
| Clemastin | Tavist® | Wechselwirkungen | | vielleicht_ |
| Clomipramin | Anafranil | 1A2
Träger
2C19
Träger
2D6
Träger
2D6
Inhibitor | Ja | |
| Desipramin | Norpramin® | 2D6
Träger | Ja | |
| Erythromycin⧧ | (Akne-Mycin®,
E. E. S.®,
EryDerm®, Erygel®,
Ery-Tab®, Erythrocin®,
Erythromycin Base Filintab®, Erythrostatin®,
Emycin, EryPeds, PCE | 3A
Träger
3A
Inhibitor | Ja | Ja |
| Felbamat | Felbatrol® | 2C19
Inhibitor | Ja | Ja |
| Flecainid | Tambocor® | 2D6
Träger | Ja | Ja |
| Fluconazol | Diflucan® | 2C9
Inhibitor
3A Inhibitor | | |
| Fluoxetin | Prozac® | 2C9
Träger
2D6
Träger
2C19
Inhibitor
2D6 Inhibitor
3A Inhibitor | Ja | |
| Fluphenazin | Prolixin® | Wechselwirkungen | Ja | Ja |
| Fluvoxamin | Luvox® | 1A2
Träger
2D6
Träger
1A2
Inhibitor
2C19 Inhibitor
2C9 Inhibitor
3A Inhibitor | | |
| Halofantrin⧧ | | 2D6
Inhibitor | Ja | Ja |
| Haloperidol | Haldol® | 1A2
Träger
2D6
Träger
3A
Träger
2D6
Inhibitor | Ja | Ja |
| Imipramin | Tofranil® | 1A2
Träger
2C19
Träger
2D6
Träger | Ja | |
| Itraconazol | Sporanox® | 3A
Inhibitor | | |
| Ketoconazol | Nizoral® | 2C19
Inhibitor
3A Inhibitor | | |
| Protriptylin | Vivactil® | Wechselwirkungen | Ja | |
| Chinidin⧧ | Cardioquin®,
Duraquin®,
Quinidex®,
Quinaglute® | 3A
Träger
2D6
Inhibitor | Ja | Ja |
| Risperidon | Risperdal® | 2D6
Träger | Ja | Ja |
| Tamoxifen | Nolvadex® | 2C9
Träger | Ja | |
| Terfenadin⧧ | Seldane® | 3A
Träger | Ja | Ja |
| Thioridazin | Mellaril® | 2D6
Träger | Ja | Ja |
| Trimethoprim
Sulfamethoxazol | Bactrim®,
Septra®, Trimeth-Sulfa® | potentieller
2C9 Inhibitor | | vielleicht_ |
| Venlafaxin | Effexor® | 2D6
Träger | Ja | |
| ✝"Wechselwirkungen" gibt an, dass Arzneimittel-Arzneimittel-Wechselwirkungen
einhergehend mit diesem Arzneimittel vorliegen. Der Eintrag in dieser
Spalte gibt das Cytochrom-P450-Isoform an, für welches das Arzneimittel
entweder ein Träger
oder ein Inhibitor ist. |
-
III. Kits und Verfahren zur Diagnostizierung
von Patienten mit einer Neigung zu QT-Intervallverlängerungen
-
Obwohl
mehr als 120 Mutationen in Patienten mit LQTS beschrieben wurden,
verursachen nicht all diese Mutationen QT-Intervallverlängerung
in einer Person nach der Verabreichung eines spezifischen pharmazeutischen
Wirkstoffs oder von Wirkstoffen. Einige Gen-Mutationen, verantwortlich
für QT-Intervallverlängerungen
in einer Person umfassen die in der nachstehenden Tabelle 7 Aufgelisteten,
aber beschränken
sich nicht hierauf. Tabelle 7
| Gen | aa
Position | nt
Position | Mutationstyp | *Referenz1 |
| CYP2D6*4 | | 1934G®A | Spleißstellendefekt | (53
Oscarson et al., Mol. Pharmacol. 52: 1034–40 (1997); Topic et al., Clin.
Chem. Lab. Med. 36: 655–8 (1998) |
| CYP2D6*10 | | | C188C1T
im Exon 1 | Someya
et al., Psychiatry Clin. Neurosci. 53: 593–7 (1999) |
| CYP2D6*
17/*17 | | 1111C®T
2938C®T
4268G®C | Punktmutationen | Masimirembwa
et al., Br. J. Clin. Pharmacol. 42: 713–9 (1996) |
| HERG | 593 | 1778 | Punktmutation | Benson
et al., Circulation 93: 1791–5
(1996) |
| KCNE1 | 76 | 226 | Punktmutation | Schulze-Bahr
et al., Nature Genet. 17: 267–8
(1997) |
| KCNQ1 | 73 | 217 | Punktmutation | Donger
et al., Circulation 96: 2778–81
(1997) |
| KCNQ1 | 95 | 284 | Punktmutation | Wang
et al., Nature Genet. 12: 17–23 (1996) |
| KCNQ1 | 159 | 475 | Punktmutation | Wang
et al., (1996) |
| KCNQ1 | 174 | 521 | Punktmutation | Donger
et al., (1997) |
| KCNQ1 | 210 | 629 | Punktmutation | Neyroud
et al., Eur. J. Hum. Genet. 6: 129–33 (1998) |
| KCNQ1 | 219 | 655 | Punktmutation | Russell
et al., Hum. Molec. Genet. 5: 1319–24 (1996) |
| KCNQ1 | 220 | 659 | Punktmutation | Donger
et al., (1997) |
| KCNQ1 | 246 | 737 | Punktmutation | Wang
et al., (1996) |
| KCNQ1 | 249 | 746 | Punktmutation | Donger
et al., (1997) |
| KCNQ1 | 460 | 1378 | Punktmutation | Donger
et al., (1997) |
| KCNQ1 | 415 | 1244–1250 | Deletion-Insertion | Neyroud
et al., (1998) |
| SCN5A | 1505–1507 | 4513–4521 | 9
bp Deletion | Wang,
Hum. Molec. Gen. 4: 1603–7
(1995) |
-
Nucleinsäuren, welche
diese Mutationen erkennen, können
in einem Array auf einem Träger
angebracht werden, wie auf einem Chip (z. B. DNA-Chip oder Mikrochips).
Diese Arrays können
auch auf anderen Trägern
aufgebracht werden, wie Mikrotiter-Platten, Kügelchen oder Mikrokugeln. Verfahren
zum Verknüpfen von
Nucleinsäuren
mit geeigneten Trägern
und die Träger
selbst sind z. B. beschrieben in den
US-Patenten Nr.
5,981,956 ;
5,922,591 ;
5,994,068 (Flow-thru-ChipÔ Probe
ArraysÔ der
Gene Logic);
5,858,659 ;
5,753,439 ;
5,837,860 und die FlowMetrix-Technologie
(z. B. Mikrokugeln) von Luminex (
US-Patente
Nr. 5,981,180 und
5,736,330 ).
-
Die
Nucleinsäuren,
die die Polymorphismen von den LQT- und Cytochrom-P450-Genen erkennen, können insbesondere
mit einem einzelnen Träger
verbunden sein. Alternativ kann, in dem Fall von Mikrokugeln, der
Träger
nur eine einzelne oder ein Paar (z. B. 2, 3, 4, 5 oder 10) Nucleinsäuren aufwei sen
und kann mit Mikrokugeln, enthaltend verschiedene Nucleinsäuren, gemischt
werden.
-
Es
gibt zwei bevorzugte Verfahren, um ein Nucleinsäure-Array herzustellen. Eines
ist die Herstellung der spezifischen Oligonukleotid-Sequenzen direkt
auf der festen Phase in der gewünschten
Probe (Southern et al., Nucl. Acids Res. 22: 1368–73 (1994);
Maskos et al., Nucl. Acids Res. 20: 1679–84 (1992); Pease et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. 91: 5022–6
(1994) und
US-Patent Nr. 5,837,860 ) und das
andere ist die Vorsynthese der Oligonukleotiden in einem automatisierten
DNA-Syntheziser und anschließend
das Verknüpfen
der Oligonukleotiden auf der Auflage der festen Phase an spezifischen
Stellen (Lamture et al., Nucl. Acids Res. 22: 2121–5 (1994)
und Smith et al., Nucl. Acids Res. 22: 5456–64 (1994)). Bei dem ersten
Verfahren beeinflusst die Effizienz des Kopplungsschrittes jeder
einzelnen Base die Qualität
und Vollständigkeit
des Nucleinsäure-Molekül-Arrays.
-
Ein
zweites, besonders bevorzugtes Verfahren für die Synthese eines Nucleinsäure-Arrays
verwendet einen automatisierten DNA-Syntheziser für DNA-Synthesen.
Die kontrollierte Chemie eines automatisierten DNA-Synthezisers erlaubt
die Synthese von längeren
DNA-Molekülen
höherer
Qualität,
als es bei dem ersten Verfahren möglich ist. Außerdem können die
synthetisierten Nucleinsäure-Moleküle vor dem
Kopplungsschritt aufgereinigt werden. Die Nucleinsäuren können auf
dem Träger,
wie in
US 5,837,860 beschrieben,
aufgebracht werden.
-
A. Hybridisierungs-Nachweis von PCR-Produkten
-
Auf
diese Weise können
z. B. kovalent immobilisierte Nucleinsäure-Moleküle verwendet werden, um spezifische
PCR-Produkte durch Hybridisierung nachzuweisen, wobei die Fang-Probe
auf der festen Phase oder auf dem Träger immobilisiert ist (Ranki
et al., Gene 21: 77–85
(1983); Keller et al., J. Clin. Microbiol. 29: 638–41 (1991);
Urdea et al., Gene 61: 253–64
(1987)). Ein bevorzugtes Verfahren wäre die Herstellung eines Einzelstrang-PCR-Produkts
vor der Hybridisierung. Eine Patientenprobe, die unter Verdacht
steht, das Ziel-Molekül
oder ein Amplifikationsprodukt hiervon zu enthalten, würde dann
der festen Oberfläche
ausgesetzt und könnte
mit dem gebundenen Oligonukleotid hybridisieren.
-
Die
Verfahren der vorliegenden Erfindung setzen nicht voraus, dass die
Ziel-Nucleinsäure
nur einen von seinen natürlichen
zwei Strängen
enthält.
Daher können
die Verfahren der vorliegenden Erfindung entweder auf Doppel-Strang-DNA
(dsDNA) oder auf Einzelstrang-DNA (ssDNA), erhalten durch zum Beispiel
alkalische Behandlung von nativer DNA, angewendet werden. Die Anwesenheit
von dem ungenutzten (nicht Templat-)Strang beeinflusst die Reaktion
nicht.
-
Wenn
gewünscht,
kann allerdings jede Änderung
des Verfahrens verwendet werden, um einen der beiden natürlichen
Stränge
des Ziel-DNA-Moleküls von der
Reaktion auszuschließen.
Einzelstrang-DNA-Moleküle
können
erzeugt werden mittels des ssDNA-Bakteriophagus, M13 (Messing et
al., Meth. Enzymol. 101: 20–78 (1983);
siehe auch, Sambrook et al., Molecular Cloning: A Laboratory Manual
(Gold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, N. Y.
(1989)).
-
Einige
alternative Verfahren können
verwendet werden, um Einzelstrang-DNA-Moleküle zu generieren. Zum Beispiel
beschreiben Gyllensten et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 85: 7652–6 (1988)
und Mihovilovic et al., Bio-Techniques
7: 14–6
(1989) ein Verfahren, genannt "asymmetrische
PCR", in welchem
das Standard-"PCR"-Verfahren unter
Verwendung von Primern, die in verschiedenen molaren Konzentrationen
vorliegen, durchgeführt
wird.
-
Andere
Verfahren haben ebenfalls die Nuklease-resistenten Eigenschaften
von Phosphorthioat-Derivaten ausgenutzt, um Einzelstrang-DNA-Moleküle zu generieren
(
US-Patent Nr. 4,521,509 );
Sayers et al., Nucl. Acids Res. 16: 791–802 (1988); Eckstein et al.,
Biochemistry 15: 1685–91
(1976) und Ott et al., Biochemistry 26: 8237–41 (1987); und Sambrook et
al., 1989).
-
C. Screenen der Polymorphismen
-
Das
Screenen der Polymorphismen in Proben von genomischem Material gemäß der Verfahren
der vorliegenden Erfindung wird in der Regel ausgeführt mittels
Arrays von Oligonukleotiden-Proben. Diese Arrays können in
der Regel „gekachelt" werden für eine große Anzahl
von spezifischen Polymorphismen. "Kacheln" bedeutet in der Regel die Synthese
eines definierten Sets von Oligonukleotiden-Proben, welches aus
einer zu der Ziel-Sequenz von Interesse komplementären Sequenz
aufgebaut ist, sowie vorgewählte
Variationen dieser Sequenz, z. B. Substitution von einer oder mehreren
gegebenen Positionen mit einem oder mehreren Vertretern des Basensets
der Monomere, d. h. Nukleotiden. Kachel-Strategien werden im Detail
in der veröffentlichten
PCT-Anmeldung
WO 95/11995 diskutiert.
-
"Ziel-Sequenz" bedeutet eine Sequenz,
welche identifiziert wurde, einen Polymorphismus oder eine Mutation
(z. B. ein Einzelbasen-Polymorphismus
auch als eine "biallelische
Base" bezeichnet)
aufzuweisen. Es versteht sich, dass der Begriff "Ziel-Sequenz" die verschiedenartigen Formen, die
in einer bestimmten Probe eines genomischen Materials vorhanden
sind, d. h. beide Allelen in einem Diploid-Genom, umfasst.
-
In
einer bestimmten Erscheinungsform sind Arrays für eine Anzahl von spezifischen,
identifizierten polymorphen Marker-Sequenzen gekachelt.
-
Insbesondere
ist das Array so gekachelt, dass es eine Anzahl von Nachweisfeldern
umfasst, wobei jedes Nachweisfeld spezifisch für einen spezifischen polymorphen
Marker oder ein Set von polymorphen Markern ist. Zum Beispiel kann
ein Nachweisfeld gekachelt sein, um eine Anzahl von Proben, welche
sich über das
Sequenz-Segment, das einen spezifischen Polymorphismus umfasst,
erstreckt, zu umfassen. Um Proben, die komplementär zu jeder
Variante sind, zu gewährleisten,
werden die Proben paarweise synthetisiert, wobei sie sich zum Beispiel
in der biallelischen Base unterscheiden.
-
Zusätzlich zu
den sich in biallelischen Basen unterscheidenden Proben können monosubstituierte
Proben in der Regel innerhalb des Nachweisfeldes gekachelt werden.
Diese monosubstituierten Proben haben Basen auf und entlang einer
bestimmten Anzahl von Basen in jeder Richtung von dem Polymorphismus,
substituiert mit den restlichen Nukleotiden (ausgewählt aus
A, T, G, C oder U). Typischerweise werden die Proben in einem gekachelten
Nachweisfeld Substitionen von Sequenzpositionen aufweisen bis zu
und einschließlich jenen,
die fünf
Basen von der Base, die dem Polymorphismus entspricht, entfernt
sind. Vorzugsweise werden Basen bis zu und einschließlich jenen
in Position 2 Basen von dem Polymorphismus substituiert. Die monosubstituierten
Proben liefern interne Kontrollen für den gekachelten Array, um
die aktuelle Hybridisierung von der artifiziellen Kreuz-Hybridisierung
zu unterscheiden.
-
Eine
Auswahl an gekachelten Konfigurationen kann auch angewendet werden,
um eine optimale Abgrenzung von perfekt hybridisierten Proben zu
gewährleisten.
Zum Beispiel kann ein Nachweisfeld gekachelt werden, um eine optimale
Hybridisierungsstärke
mit minimaler Kreuz-Hybridisierung zu liefern. Zum Beispiel, wenn
eine Sequenz downstream einer polymorphen Base G-C-reich ist, kann
es bei der Analyse möglicherweise
zu einem erhöhten
Level an Kreuz-Hybridisierungen oder "Verzerrung" kommen. Dementsprechend kann man das
Nachweisfeld kacheln, um den Vorteil eines größeren Teils der upstream-Sequenz
zu nutzen.
-
Optimal
gekachelte Konfigurationen können
für jeden
bestimmten Polymorphismus durch Vergleichsanalyse bestimmt werden.
Zum Beispiel können
Triplet oder größere Nachweisfelder
leicht angewendet werden, um solche optimale Kachel-Strategien auszusuchen.
-
Zusätzlich werden
Arrays in der Regel gekachelt, um ein einfaches Lesen und Analysieren
zu gewährleisten.
Zum Beispiel werden die mit einem Nachweisfeld gekachelten Proben
in der Regel so angeordnet, dass beim Lesen entlang des Nachweisfeldes
die Proben hintereinander gekachelt sind, d. h. jeweils ein oder mehrere
Nukleotiden entlang der Ziel-Sequenz.
-
Sobald
ein Array für
einen bestimmten Polymorphismus oder Set von Polymorphismen (z.
B. LQT- und Cytochrom-P450-Gene) entsprechend gekachelt ist, wird
die Ziel-Nucleinsäure
mit dem Array hybridisiert und gescannt. Hybridisierung und Scannen
werden in der Regel durch Verfahren durchgeführt, wie sie z. B. in den PCT-Anmeldungen
WO 92/10092 und
WO 95/11995 , und dem
US-Patent Nr. 5,424,186 beschrieben
sind. Kurz gesagt, wird eine Ziel-Nucleinsäure-Sequenz, welche einen oder
mehrere voridentifizierte polymorphe(n) Marker umfasst, über bekannte
Amplifikations-Verfahren, z. B. Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR),
vervielfältigt. Üblicherweise
schließt
dies die Verwendung von Primer-Sequenzen ein, die komplementär zu den
Strängen
der Ziel-Sequenz sowohl upstream und downstream des Polymorphismus' sind. Asymmetrische
PCR-Verfahren können
ebenfalls angewendet werden. Das vervielfältigte Ziel, welches in der
Regel eine Markierung enthält,
wird dann mit dem Array unter geeigneten Bedingungen hybridisiert.
Nach Beendigung der Hybridisierung und dem Waschen des Arrays, wird
der Array gescannt um die Position auf dem Array, auf welchem die Ziel-Sequenz
hybridisiert hat, zu bestimmen. Die von dem Scan erhaltenen Hybridisierungsdaten
liegen üblicherweise
in der Form von Fluoreszens-Stärken
als Funktion des Ortes auf dem Array vor.
-
Obwohl
bei der bevorzugten Ausführungsform
vornehmlich hinsichtlich eines Einzel-Nachweisfeldes, z. B. für die Ermittlung
eines Einzelpolymorphismus',
beschrieben, werden die in dem Verfahren der Erfindung verwendeten
Arrays multiple Nachweisfelder umfassen und somit in der Lage sein,
multiple, spezifische Polymorphismen zu analysieren. Zum Beispiel
umfassen bevorzugte Arrays in der Regel von ungefähr 50 bis
ungefähr
4000 verschiedene Nachweisfelder, wobei besonders bevorzugte Arrays
von 10 bis 3000 verschiedene Nachweisfelder umfassen.
-
Bei
wechselnden Anordnungen wird in der Regel vorausgesetzt, dass die
Nachweisfelder innerhalb eines einzelnen Arrays oder in multiplen,
getrennten Arrays angeordnet sein können, so dass wechselnde, optimale
Bedingungen während
der Hybridisierung des Ziels auf dem Array verwendet werden können. Zum
Beispiel kann es oft gewünscht
sein, die Ermittlung derjenigen Polymorphismen, die in G-C-reiche-Strecken
einer genomischen Sequenz fallen, separat von jenen, die in A-T-reiche-Segmente
fallen, durchzuführen.
Dies erlaubt die getrennte Optimierung der Hybridisierungs-Bedingungen
für jede
Situation.
-
Zusätzliche
Verfahren zur Ermittlung von Genmutationen umfassen die Verfahren
beschrieben in den internationalen PCT-Anmeldungen
WO 99/42622 ;
WO 99/29901 ;
WO 98/49341 ;
WO 97/27317 und
WO 97/22720 .
-
D. Bezeichnung
-
Nach
Hybridisierung und Scannen werden die Hybridisierungs-Daten des gescannten
Arrays anschließlich
analysiert, um zu bestimmen, welche Variante oder Varianten der
polymorphen Marker in der Probe oder Ziel-Sequenz, wie von den Proben bestimmt,
zu welchen das Ziel hybridisiert, z. B. eine von den zwei homozygoten
Formen oder der heterozygoten Form, vorliegt. Diese Bestimmung wird "Bezeichnung" des Genotyps genannt.
Bei Bezeichnung des Genotyps handelt es sich üblicherweise um den Vergleich
der Hybridisierungsdaten für
jede mögliche
Variante und, basierend auf diesem Vergleich, die Identifizierung
der aktuellen Variante (für
Homozygoten) oder Varianten (für
Heterozygoten), die vorliegen. In einem Aspekt umfasst dieser Vergleich
das Verhältnis
der Hybridisierungs-Stärken
(korrigiert für
den mittleren Hintergrund-Level)
für die
erwarteten perfekt hybridisierten Proben für eine erste Variante gegenüber dem
der zweiten Variante. Ist die Markierung für die erste Variante homozygotisch,
wird dieses Verhältnis
eine große
Zahl sein, theoretisch nahe einem unendlichen Wert. Ist die zweite
Variante homozygotisch, wird das Verhältnis eine sehr kleine Zahl
sein, d. h. theoretisch nahe Null. Ist die Markierung heterozygotisch
ist, wird das Verhältnis
ungefähr
1 sein. Diese Zahlen sind, wie beschrieben, theoretisch. Üblicherweise
wird das erste Verhältnis
beträchtlich über 1 liegen, d.
h. 2, 4, 5 oder größer sein.
Gleichermaßen
wird das zweite Verhältnis üblicherweise
wesentlich weniger als 1, d. h. 0.5, 0.2, 0.1 oder weniger, sein.
Das Verhältnis
für Heterozygoten
wird üblicherweise
ungefähr
gleich 1, d. h. von 0.7 bis 1.5, sein. Diese Verhältnisse
können
aufgrund der spezifischen Sequenzen rund um den Polymorphismus variieren
und können
basierend auf einer Standard-Hybridisierung mit einer Kontrollprobe, welche
die Variante des Polymorphismus enthält, eingestellt werden.
-
Die
Qualität
einer festgelegten Bezeichnung für
einen bestimmten Genotyp kann ebenfalls geprüft werden. Zum Beispiel kann
die maximale per fekt passende Intensität geteilt werden durch eine
Messung der Hintergrundgeräusche
(welche durch die Standardabweichung der falsch angepassten Intensität dargestellt werden
kann). Überschreitet
das Verhältnis
einige vorgewählte
Schnittstellen, wird die Bezeichnung als gut befunden. Zum Beispiel,
wenn die maximale Intensität
der erwarteten perfekten Kompatibilität des Verzerrungslevels zweifach übersteigt,
kann es als eine gute Bezeichnung bezeichnet werden. Weitere Beschreibung
von Software, die für
die genetische Bezeichnung verwendet wird, kann wie im
US-Patent Nr. 5,858,659 beschrieben
verwendet werden.
-
E. Verfahren zur Identifizierung neuer
Polymorphismen
-
Ein
anderer Aspekt ist die Identifizierung von Polymorphismen oder Mutationen,
welche mit oder indirekt involviert mit QT-Intervallverlängerungen
verbunden sind. Diese Polymorphismen oder Mutationen befinden sich
in wenigstens zwei Gen-Klassen (z. B. LQT-Gene, veränderte Empfindlichkeitsgene
oder erhöhte
Expositionsgene). Außerdem
können
Mutationen oder Polymorphismen jene sein, welche vorher identifiziert, aber
nicht mit QT-Intervallverlängerung
in Verbindung gebracht Wurden. Sobald neue Mutationen oder Polymorphismen
identifiziert werden, können
diese alternativ ebenfalls mittels der hier beschriebenen Untersuchungen
untersucht werden, um zu bestimmen, ob die "neue Mutation" und/oder "Polymorphismus" QT-Intervallverlängerungen
verursachen kann. Da neue Polymorphismen und Mutationen identifiziert
werden, können die
Nucleinsäuren,
welche diese Polymorphismen erkennen, dem Nucleinsäure-Array
für das
Screenen von Personen zugegeben werden. Ein Verfahren zur Identifizierung
solcher "neuer" Polymorphismen ist,
biologische Proben von Personen zu erhalten, die erworbenes LQTS
aufgrund der Verabreichung eines Arzneimittels oder Arzneimitteln
erfahren haben, und die LQT-Gene oder P450-Gene zu sequenzieren,
um den Poly morphismus, welcher für
die unerwünschte
Reaktion auf Arzneimittel verantwortlich ist, zu isolieren.
-
Für bekannte
Mutationen und Polymorphismen in jeder dieser Gen-Klassen, welche vorher
mit unerwünschten
Reaktionen auf Arzneimittel verbunden wurden, können alternativ die Arzneimittel
auf ihre Fähigkeit,
das QT-Intervall
wie diskutiert zu verlängern,
untersucht werden.
-
IV. Verfahren zur Identifizierung von
Wirkstoffen, welche verlängerte
Repolarisation induzieren
-
Verfahren
zur Identifizierung von Wirkstoffen, welche QT-Intervalle verlängern, können, wie
in den unten angegebenen Beispielen beschrieben, durchgeführt werden.
Alternativ können
Wirkstoffe mittels des Langendorff-Verfahrens in, z. B., isolierten perfusionierten
Kaninchenherzen oder dem Whole-Cell-Patch-Clamp-Verfahren in ventrikulären Myozyten
untersucht werden, um den TdP-Unterschied zu untersuchen. Liu et
al., J. Cardiovasc. Pharmacol. 34: 287–94 (1999) und Ebert et al.,
J. Womens Health 7: 547–57
(1998) verwendeten diese Verfahren zur Untersuchung der geschlechtsspezifischen
Unterschiede von Torsades de Pointes (TdP) zwischen Männern und
Frauen. Drici et al., J. Cardiovasc. Pharmacol. 34: 82–8 (1999)
verwendeten isolierte Langendorff-perfusionierte Kaninchenherzen,
um den Einfluss des Wirkstoffes Tegaserod (HTF 919) auf die kardiale
Repolarisation zu testen. Perfusionierte (Langendorff) Herzen von
Katzen können
ebenfalls verwendet werden, wie beschrieben in Wang et al., J. Cardiovasc.
Pharmacol. 32: 123–8 (1998),
in der die Autoren das Modellsystem verwendeten, um QT-Verlängerungen
in Reaktion auf die Verabreichung von Antihistaminikum zu untersuchen.
Das Whole-Cell-Patch-Clamp-Verfahren
wurde verwendet, um den Einfluss von Tamoxifen auf den verzögerten Gleichrichter
(IKr), den Einwärtsgleichrichter (IK1), den transienten Auswärts-Strom (Ito)
und den Einwärts-L-Typ-Kalzium-Strom
(ICa) in ventrikulä ren Myozyten von Kaninchen
zu studieren (Liu et al., J. Pharmacol. Exp. Ther. 287: 877–83 (1998)).
-
Zusätzlich zu
den obigen in vitro Verfahren, kann die Ermittlung des Einflusses
einer bestimmten Verbindung auch mittels eines Elektrokardiogramms
(EKG) durchgeführt
werden, um die Pharmakinetiken eines Arzneimitteleinflusses auf
QTC-Verlängerungen
zu studieren (siehe z. B. Sale et al., Clin. Pharmacol. Ther. 56: 295–301 (1994)).
-
Verfahren
zur Messung von Kalium(K+)-Strömen in ATI-Zellen
und in Oocyten sind in der Fachwelt bekannt und können mittels
der, z. B., durch Yang et al., Circulation 91: 1799–1806 (1995)
und Driga et al., Biophysics J. 74: A210 (1998) beschriebenen Verfahren
durchgeführt
werden. Grundsätzlich
werden die Zellen mit einer Nucleinsäure mit der vermeintlichen
Mutation transfiziert, von welcher man glaubt, dass sie QT-Verlängerungen
verursacht, wenn sie einem Wirkstoff, welcher dafür bekannt
ist, QT-Verlängerungen
zu verursachen, ausgesetzt wird. Die IKr und
IKs, und sogar die Ito-Reaktionen
werden gemessen und verglichen mit einer Zelle, welche das normale
Wildtyp-Gen exprimiert. Dies kann ebenfalls beim Testen von Na+-Stromveränderungen gemacht werden.
-
Der
Einfluss der genetischen Mutationen kann auch mittels spannungssensitiver
Färbeverfahren
untersucht werden. Das Untersuchen von Veränderungen der Zellspannung
unter Verwendung von Farbstoffen ist in der Fachwelt bekannt. Siehe
z. B. Morley et al., J. Cardiovasc. Electrophysiol. 10: 1361–75 (1999)
und Dillon et al., Science 214: 453–6 (1981).
-
Die
folgenden Beispiele werden angeführt,
um die Ausführungsformen
der Erfindung zu veranschaulichen und sollen nicht als Einschränkung des
Umfangs der Erfindung angesehen werden.
-
BEISPIELE
-
Beispiel 1
-
Verfahren und Kit zur Ermittlung der Neigung
einer Person zu unerwünschten
Reaktionen auf Tamoxifen
-
Die
Stoffwechselwege von Tamoxifen sind komplex und wurden umfangreich
studiert. Der Tamoxifen-Metabolismus umfasst multiple Wege, und
die primären
und sekundären
Metaboliten haben verschiedene pharmakologische Wirksamkeiten mit
bestimmten Metaboliten, welche beträchtliche interindividuelle
Schwankungen verursachen. In vitro- und in vivo-Studien in Menschen
haben gezeigt, dass die Hauptstrecken des Tamoxifenmetabolismus
N-Demethylierung,
N-Oxidation und 4-Hydroxylierung umfasst (Buckley et al., Drugs
37: 451–90
(1989) und Lim et al., Carcinogenesis 15: 589–93 (1994)). Tamoxifen-N-Demethylierung,
welche mengenmäßig der
wichtigste Weg zu sein scheint, wird hauptsächlich katalysiert durch CYP3A
(Jacolot et al., Biochem. Pharmacol. 41: 1911–9 (1991); Mani et al., Drug
Metab. Dispos. 21: 645–56
(1993)). Allerdings scheint CYP2D6 ebenfalls ein Hauptenzym zu sein,
das die Tamoxifen-4-Hydroxylierung katalysiert (Crewe et al., Biochem.
Pharmacol. 53: 171–8
(1997)).
-
Verfahren
zur DNA-Extraktion. Blut wird von einer Person z. B. Menschen, in
Natrium-Heparin-Vacutainer (Becton Dickinson; Franklin Lakes, NJ)
abgezapft und anschließend
in 5,0 ml kryogene Fläschchen
von Corning (Corning; Cambridge, MA) überführt. Das Blut wird in einem
nicht frostfreien –20°C Gefrierschrank
bis zur Verwendung eingefroren.
-
Reagenzien,
welche verwendet werden, um die DNA aus dem ganzen Blut zu extrahieren,
sind das QIAGEN Blood Midi Kit®, sofern nicht anders
angegeben. 200 μl
der QIAGEN Protease werden einem 15 ml Zentrifugengefäß zugegeben.
Das Blut wird aufgetaut und 2,0 ml werden dem Gefäß zugegeben,
gefolgt von 2,0 ml vom Puffer AL. Das Gefäß wird verschlossen und die
Inhalte werden mit einem Vortexer für 15 Sekunden gemischt. Nach
dem Mischen werden 2 ml von 95% Ethanol zugegeben und die Inhalte
durch Umkehrung gemischt. Die Inhalte des Gefäßes werden anschließend auf
eine QIAGEN Midi Spin Säule,
die in ein Auffangröhrchen
gestellt wird, gegeben. Die Säule
und das Auffanggefäß werden
bei 6,000 × g
bei 4°C
für 2 Minuten zentrifugiert.
Anschließend
wird das Auffanggefäß verworfen
und durch ein neues Auffanggefäß ersetzt.
2 ml des Puffers AW werden auf die Spinsäule gegeben und die Säule wird
erneut bei 6,000 × g
bei 4°C
für 2 Minuten
zentrifugiert. Die Säule
wird erneut gespült,
indem das Auffanggefäß verworfen,
dieses durch ein neues Auffanggefäß ersetzt, 2,0 ml des Puffers
AW auf die Spinsäule
gegeben und bei 6,000 × g
bei 4°C
für 2 Minuten zentrifugiert
wird. Das verwendete Auffanggefäß wird verworfen
und durch ein neues Auffanggefäß ersetzt.
Die DNA wird von der Säule
eluiert durch Zugabe auf die Spinsäule von 1 ml Elutions-Puffer, durch Inkubation
bei Raumtemperatur für
1 Minute und anschließend
durch Zentrifugieren bei 6,000 × g
bei 4°C
für 2 Minuten.
Die DNA wird überführt in ein
Sarstedt 2,0 ml Gefäß mit Schraubverschluss
(#72730006, Sarstedt; Newton, NC) und gefroren bei –20°C.
-
Die
DNA-Konzentration wird durch Verwendung des 260/280 Verfahrens in
einem Spektrometer gemessen und die DNA Konzentration mit Wasser
auf 60 ng/μl
eingestellt.
-
Die
DNA eines bukkalen Abstrichs wird wie folgt erhalten. Bukkale Zellen
werden erhalten durch sanftes Reiben eines sterilen Baumwolltupfers
in dem Mund der Person. Der Tupfer wird in ein Falcon 2063 Gefäß eingebracht
und 1,5 mls von 1X PBS werden zugegeben, gemischt und zentrifugiert
bei 3K für
5 Minuten, um die Zellen niederzuschlagen. Der Überstand wird entfernt und dieser
Vorgang mit einem weiteren 1 ml 1X PBS wiederholt. Der Zellniederschlag
wird anschließend
in 47 μl
PCR-Lysis-Puffer (Promega PCR Puffer B und 10 mg/ml Proteinase K)
suspendiert. Proben werden für
30 Minuten bei 60°C
inkubiert und die Reaktion durch Sieden der Probe für 10 Minuten
gestoppt. Die Probe wird anschließend zentrifugiert bei 3K für 5 Minuten
und bis zur Verwendung bei –20°C gelagert.
-
CYP2D6
und CYP2C19 Gentypisierung unter Verwendung des Affymetrix P450
GeneChip
®.
Reagenzien, die in diesem Protokoll verwendet werden, benutzen das
Affymetrix P450 GeneChip Kit
®, sofern nicht anders
angegeben. Die Reaktionsmassenmischung wird hergestellt in einem
Templatfreien Bereich durch Kombination des Folgenden: Tabelle 4
| PCR Amplifikation |
| | Pro
Reaktion | Endkonzentration |
| H2O | 23 μl | |
| Affymetrix
CYP450 Primer Mischung | 4 μl | 200 μM |
| 20%
DMSO | 5 μl | 2.0% |
| 2.0
mM dNTP Mischung | 5 μl | 200 μM |
| AmpliTaq
Gold® PCR
Puffer | 5 μl | 1X |
| 25
mM MgCl2 | 5 μl | 2.5
mM |
| 5
U/μl AmpliTaq
Gold® Polymerase | 1 μl | 5
U |
Tabelle
5
-
Die
benötigte
Anzahl von Micro-Amp® 8-Reihen Reaktionsgefäßen wird
in einen 96-Näpfchen-Gefäß/Tablett-Halter
gestellt und der Aufbau wird in eine MicroAmp® Basis
(alles Perkin-Elmer; Foster City, CA) gestellt. Fünfundvierzig μl der Massenmischung
werden in die 0,2 ml MicroAmp Gefäße aufgeteilt und die Gefäße werden
verschlossen. Diese Gefäße werden
dann in einen mittleren Templatbereich überführt, um die DNA zuzugeben.
-
Fünf μl DNA (60
ng/μl) werden
jedem Probengefäß zugegeben;
5 μl Affymetrix
CYP450 Referenz-DNA werden dem positiven Kontrollgefäß zugegeben;
und 5 μl
Wasser werden dem negativen Kontrollgefäß zugegeben. Die Gefäße werden
anschließend
verschlossen und das Gestell in einer Tischzentrifuge bei 2,000
rpm für
1 Minute zentrifugiert.
-
Die
Proben werden anschließend
in einen Perkin-Elmer GeneAmp®PCR System 9600 Thermozykler gestellt,
programmiert auf: 95°C
für 5 Minuten,
anschließend
15 Zyklen von 95°C/40
Sekunden, 65°C/50
Sekunden, 72°C/50
Sekunden gefolgt von 30 Zyklen von 95°C/30 Sekunden, 65°C/50 Sekunden,
72°C/50
Sekunden zuzüglich
eine Sekunde pro Zyklus, anschließend eine Verlängerung
bei 72°C
für 7 Minuten.
-
Ein
10 μl Aliquot
von jedem Produkt wird auf eine 2% Agarose beladen (mit beladenem
Puffer). Das Gel wird laufengelassen bis der Bromphenolblaustreifen
2/3 der Gelstrecke gelaufen ist und auf einem UV-Transilluminator fotografiert. Einwandfrei
vervielfältigte
Produkte erscheinen als Banden von 159, 171, 250, 444, 762, 878
und 1,125 Basenpaaren. Alle Streifen müssen vorhanden sein, um beide
CYP2D6 und CYP2C19 Bezeichnungen zu erhalten. Das Fehlen der zwei
breiteren Banden zur Amplifikation schließen jede CYP2D6 Bezeichnung
aus. Wenn alle Streifen vorhanden sind, wird anschließend der
nächste
Schritt die Fragmentierung sein.
-
Fragmentierung.
Ein sauberes Reaktionsgefäß-Gestell
wird mit einem Gefäß für jede Probe,
die fragmentiert werden sol,l auf Eis gestellt. Alle Reagenzien
für die
Fragmentationsmassenmischungen werden auf Eis gehalten und die Massenmischung
durch die Kombination der Reagenzien, wie in Tabelle 6 angewiesen, hergestellt. Tabelle 6
| | 25 μl Massenmischung | 250 μl Massenmischung |
| Fragmentierungsreagenz | 1 μl | 2 μl |
| 20
mM EDTA | 1 μl | 2 μl |
| 1
U/μl alkalische
Phosphatase | 1 μl | 2 μl |
| Wasser | 110.5 μl | 221 μl |
-
125 μl Massenmischung
für 1–25 Reaktionen.
250 μl Massenmischung
für 25–50 Reaktionen.
Fünf μl der Fragmentierungsmassenmischung
werden jedem Gefäß (auf Eis)
zugegeben und 10 μl
PCR Produkt werden den Gefäßen zugegeben.
Die Gefäße werden
verschlossen und entweder wird das Gestell kurz gegen eine Bank
geklopft oder schnell bei 4°C
zentrifugiert, um die Komponenten zusammenzubringen. Das Gestell wird
anschließend
in einen Perkin-Elmer GeneAmp® PCR System 9600 Thermozykler
gestellt und das 25°C/20
Minuten, 95°C/10
Minuten, 4°C
konstant Fragmentierungsprogramm wird durchlaufen.
-
Markierung.
Die Markierungshauptmischung wird wie folgt durch Kombination der
Reagenzien in einem Mikrozentrifugengefäß hergestellt: Tabelle 7
| | Pro
Reaktion | am
Ende |
| Terminale
Transferase Puffer | 4 μl | 1X |
| Fluorescein
N6-ddATP | 0,5 μl | 25 μM |
| 20
U/μl Terminale
Transferase | 0.5 μl | 10
U |
-
Fünf μl der Markierungshauptmischung
werden zu jedem Gefäß des Fragmentierungsproduktes
gegeben und das Gestell wird in einen Perkin-Elmer GeneAmp® PCR
System 9600 Thermozykler gestellt und das 37°C/35 Minuten, 95°C/5 Minuten,
4°C konstant
Markierungsprogramm wird durchlaufen.
-
Vorbereitung
zur Hybridisierung. Die folgenden Lösungen werden hergestellt gemäß der Anleitung
in der Affymetrix® GeneChip® CYP450
Bedienungsanleitung:
-
Hybridisierungskonzentrat:
-
- 5.5 X SSPE, 0.055% Triton® X-100
und 1.1 mM CTAB
(Hexadecyltrimethylammoniumbromid, Sigma H-6269;
St. Louis, MO)
-
Hybridisierungshauptmischung:
-
Man
kombiniere 45,5 ml Hybridisierungskonzentrat, 1 ml Wasser mit molekularem
Biologiegrad, 1 ml 50X Denhardt's
Lösung
und 500 μl
Affymetrix® Kontrolloligonukleotid
F1. Man gebe 480 μl
Aliquote in 1,5 ml Eppendorf Safe-Lock Mikrozentrifugengefäße und friere
bei –20°C ein (die
Kombination von Denhardt's
Lösung
und CTAB kann Hintergrund verursachen. In dem Fall ersetzt man das
Wasser mit molekularem Biologiegrad für die Denhardt's Lösung).
-
Hybridisierung.
Zwanzig μl
des fragmentierten und markierten PCR Produkts werden zu einem Gefäß mit Hybridisierungshauptmischung
gegeben und mit der Probe markiert. Die Gefäße werden für 10 Minuten in siedendes Wasser
gestellt und anschließend
umgehend auf Eis gegeben. Die Gefäße werden für mindestens 10 Minuten auf
Eis gehalten. Während
die Gefäße auf Eis
sind, wird die Affymetrix® Fluidics Station gewässert. Man
wasche Puffer A (3X SSPE, 0,005% Triton X-100 und 1 mM CTAB) und
man wasche Puffer B (6X SSPE).
-
Ein
CYP450 Proben-Array wird in das Fluidics Station Modul gestellt
und eines der Hybridisierungshauptmischungen/DNA Gefäße in das
untere Fach gestellt. Das CYP450 Hybridisierungsprotokoll wird in
der Fluidics Station ausgeführt.
-
Scannen
und Analyse. Der hybridisierte Chip wird von der Fluidics Station
zum Scanner überführt. Ein Scannprotokoll
wird dann auf den Chip, wie durch Affymetrix® angeleitet,
ausgeführt.
Nachdem der Scann beendet ist, wird das Analyseprogramm durchlaufen
und der Bericht vorbereitet. Die Ergebnisse werden in eine geeignete
Datenbank eingegeben.
-
Konventionelle
CYP2D6*4 Untersuchung, Amplifikation. Fünf μl DNA (60 ng/μl) werden
zu 20 μl
der PCR Reaktionsmischung enthaltend 1X PCR Puffer B (Promega; Madison,
WI) [50 mM KCl, 10 mM Tris-HCl (pH 9.0), 1.0% Triton X-100] gegeben;
25 pmol von jedem Primer, 200 μM
von jedem dNTP, 1.5 mM MgCl2 und 0.75 U
von Taq Polymerase (Promega; Madison, WI) in 500 μl PCR Reaktionsgefäßen. Fünfundzwanzig μl Mineralöl wird auf
jedes Reaktionsgefäß gegeben.
Die verwendeten Primer sind jene von Heim et al., Metho. Enzymol.
206: 173–83
(1991): 5'-TGC CGC
CTT CGC CAA CCA CT-3' upstream
und 5'-GTG CGG AGC
GAG AGA CCG AGG-3' downstream.
Die Gefäße werden
kurz in einer Mikrozentrifuge zentrifugiert und in einen Perkin-Elmer® Modell
480 Thermozykler gestellt. Das verwendete Amplifikationsprogramm
ist 2 Minuten bei 94°C
Denaturierung; 35 Zyklen von 1 Minute bei 94°C; 1 Minute bei 63°C; 1 Minute
bei 72°C;
mit einer finalen Verlängerung
von 4 Minuten bei 72°C.
-
Restriktionsenzym-Aufschluss.
Eine Massenmischung enthaltend 2 μl
von BstNI (NEB; Beverly, MA), 3 μl
von NEB Puffer 2 und 0,3 μl
von 100X BSA pro Reaktion wird hergestellt und 5,3 μl werden
zu jedem Reaktionsgefäß zugegeben.
Die Gefäße werden
kurz in einer Mikrozentrifuge zentrifugiert, um die Restriktionsenzymmischung
unter das Mineralöl
zu bekommen, und bei 60°C
für wenigstens
4 Stunden inkubiert.
-
Gelelektrophorese.
Die Proben werden einer Elektrophorese auf einem 2,0% Agarosegel
unterzogen. Wildtyp-Allele weisen 110 und 182 Basenpaarfragmente
auf. Der *4 Mutant weist ein 292 Basenpaarfragment auf und ein Heterozygot
zeigt 110, 182 und 292 Basenpaarbanden auf dem Gel.
-
Konventionelle CYP2D6*10 Untersuchung.
-
Amplifikation.
Die Untersuchung, die für
CYP2D6*10 verwendet wird, ist ein Verfahren von zwei Amplifikationen
der allelenspezifischen Oligonukleotide.
-
Amplifikation
1. Fünf μl DNA (60
ng/μl) werden
zugegeben zu 45 μl
PCR Reaktionsmischung enthaltend 1X PCR Puffer B (Promega; Madison,
WI) [50 mM KCl, 10 mM Tris-HCl (pH 9.0), 1.0% Triton X-100] gegeben;
25 pmol von jedem Primer, 200 μM
von jedem dNTP, 1.5 mM MgCl2 und 0.75 U
von Taq Polymerase (Promega; Madison, WI) in 200 μl PCR Gefäßreihen.
Die verwendeten Primer sind: 5'-ACC
AGG CCC CTC CAC CGG-3' upstream
(Primer 9) und 5'-TCT
GGT AGG GGA GCC TCA GC-3' downstream
(Primer 10). Das Gefäßgestell
wird kurz in einer Tischzentrifuge zentrifugiert und in einen Perkin-Elmer® Modell
9600 Thermozykler gestellt, welches programmiert ist, 4 Minuten
bei 94°C
Denaturierung; 35 Zyklen von 1 Minute bei 94°C; 1 Minute bei 58°C; 1 Minute
bei 72°C;
mit einer programmierten finalen Verlängerung von 4 Minuten bei 72°C zu durchlaufen.
-
Amplifikation
2. Zwei Massenmischungen werden für jede Probe gemacht. Die Wildtyp-Massenmischung
enthält
die Primer 9 und 11 (Primer 11 ist 5'-CCA CCA GGC CCC CT-3') und die Mutantmassenmischung
enthält
die Primer 9 und 12 (5'-GCA
CCA GGC CCC GT-3').
Bei beiden Massenmischungen werden 3 μl des Produkts aus der ersten
Amplifikation zugegeben zu 47 μl
PCR Reaktionsmischung enthaltend 1X PCR Puffer B (Promega; Madison,
WI) [50 mM KCl, 10 mM Tris-HCl (pH 9.0), 1.0% Triton X-100]; 25
pmol von jedem Primer, 200 μM
von jedem dNTP, 1.5 mM MgCl2 und 0.75 U
von Taq Polymerase (Promega; Madison, WI) in 200 μl PCR Gefäßreihen.
Das Gefäßgestell
wird kurz in einer Tischzentrifuge zentrifugiert und in einen Perkin-Elmer® Modell
9600 Thermozykler gestellt, welcher programmiert ist, die 4 Minuten
bei 94°C
Denaturierung; 35 Zyklen von 1 Minute bei 94°C; 1 Minute bei 52°C; 1 Minute
bei 72°C;
mit einer programmierten finalen Verlängerung von 4 Minuten bei 72°C zu durchlaufen.
-
Gelelektrophorese.
Die Proben werden in Paaren (Wildtyp und Mutant) einer Elektrophorese
auf einem 2,0% Agarosegel unterzogen. Wildtyp-Allele ergeben nur mit der Wildtyp-Reaktionsmischung
ein 516 bp Produkt. Das *10 Mutant Allel ergibt nur mit der Mutant-Reaktionsmischung
ein 516 bp Produkt. Ein Heterozygot ergibt Produkte mit beiden Mischungen.
-
Konventionelle
CYP2C9 144 Untersuchung, Amplifikation. Fünf μl DNA (60 ng/μl) werden
zugegeben zu 20 μl
einer PCR Reaktionsmischung enthaltend 1X PCR Puffer B (Promega;
Madison, WI) [50 mM KCl, 10 mM Tris-HCl (pH 9.0), 1.0% Triton X-100]; 25
pmol von jedem Primer, 200 μM
von jedem dNTP, 1.5 mM MgCl2 und 0.75 U
von Taq Polymerase (Promega; Madison, WI) in 500 μl PCR Reaktionsgefäßen. Fünfundzwanzig μl Mineralöl werden
auf jedes der Reaktionsgefäße gegeben.
Die verwendeten Primer sind jene von Bhasker et al., Pharmacogenetics
7: 51–8
(1997); 5'-TTC TCA
AAA GTC TAT GGT-3 upstream und 5'-GCC
TTG TGG AGG AGT TGA-3' downstream.
Die Gefäße werden
kurz in einer Mikrozentrifuge zentrifugiert und in einen Perkin-Elmer® Modell
480 Thermozykler gestellt. Das verwendete Amplifikationsprogramm
ist 2 Minuten bei 94°C Denaturierung;
35 Zyklen von 1 Minute bei 94°C;
1 Minute bei 50°C;
1 Minute bei 72°C;
mit einer finalen Verlängerung
von 4 Minuten bei 72°C.
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Restriktionsenzym-Aufschluss.
Eine Massenmischung enthaltend 2 μl
Ava II (New England Biolabs, NEB; Beverly, MA) und 3 μl NEB Puffer,
4 pro Reaktion, wird hergestellt. Jedem Reaktionsgefäß werden
5 μl zugegeben.
Die Reaktionsgefäße werden
kurz in einer Mikrozentrifuge zentrifugiert, um die Restriktionsenzymmischung
unter den Mineralölfilm
zu bringen und für
mindestens 4 Stunden bei 37°C
inkubiert.
-
Gelelektrophorese.
Die Proben werden einer Elektrophorese auf einem 2,0% Agarosegel
unterzogen. Wildtyp-Allele ergeben 44 und 256 Basenpaarfragmente.
Der 144 Mutant ergibt ein 349 Basenpaar (bp) Fragment; und ein Heterozygot
weist 44, 256 und 349 bp Banden auf dem Gel auf.
-
Konventionelle CYP2C9 358 Untersuchung.
-
Amplifikation.
Fünf μl DNA (60
ng/μl) werden
zu 20 μl
einer PCR Reaktionsmischung gegeben, enthaltend 1X PCR Puffer B
(Promega; Madison, WI) [50 mM KCl, 10 mM Tris-HCl (pH 9.0), 1.0%
Triton X-100]; 25 pmol von jedem Primer, 200 μM von jedem dNTP, 1.5 mM MgCl2 und 0.75 U von Taq Polymerase (Promega; Madison,
WI) in 500 μl
PCR Reaktionsgefäßen. 25 μl Mineralöl werden
auf jedes der Reaktionsgefäße gegeben.
Die verwendeten Primer sind jene von Bhasker et al., Pharmacogenetics
7: 51–8
(1997); 5'-GTC CAG GAA
GAG ATT GAT C-3' upstream
und 5'-CAG AAA CTA
CCT CAT CCC CAA-3' downstream.
Die Gefäße werden
kurz in einer Mikrozentrifuge zentrifu giert und in einen Perkin-Elmer® Modell
480 Thermozykler gestellt. Das verwendete Amplifikationsprogramm
ist 2 Minuten bei 94°C
Denaturierung; 35 Zyklen von 1 Minute bei 94°C; 1 Minute bei 50°C; 1 Minute
bei 72°C;
mit einer finalen Verlängerung
von 4 Minuten bei 72°C.
-
Restriktionsenzym-Aufschluss.
Eine Massenmischung enthaltend 2 μl
Nsi I (NEB; Beverly, MA) und 3 μl
NEB Nsi I Puffer pro Reaktion wird hergestellt und 5 μl werden
zu jedem Reaktionsgefäß gegeben.
Die Gefäße werden
kurz in einer Mikrozentrifuge zentrifugiert, um die Restriktionsenzymmischung
unter den Mineralölfilm
zu bekommen und für
4 Stunden bei 37°C
inkubiert.
-
Gelelektrophorese.
Die Proben werden einer Elektrophorese auf einem 2,0% Agarosegel
unterzogen. Wildtyp-Allele ergeben ein 181 bp Fragment. Der 358
Mutant ergibt 73 und 108 bp Fragmente. Ein Heterozygot wird mit
73, 108 und 181 bp Streifen auf dem Gel sichtbar.
-
Beispiel 2
-
In vitro Modell zum Studieren von Tamoxifen
-
IKr ist einer der Hauptpolarisierungsströme und seine
Hemmung wurde mit TdP in Verbindung gebracht (Carlsson et al., J.
Cardiovasc. Pharmacol. 16: 276–85
(1990); Roden et al., Am. Hear. J. 111: 1099–93 (1986); Woosley, Annu.
Rev. Pharmacol. Toxicol. 36: 233–52 (1996) und Follmer et al.,
Circulation 82: 289–93
(1990)). Um zu beurteilen, ob Tamoxifen einen Einfluss auf IKr hat, stellen wir erst die Anwesenheit
des IKr in dem gewählten Modell, ventrikulärer Myozyten
des Kaninchens, sicher, unter Verwendung eines als spezifischer
Hemmer für
IKr bekannten Arzneimittels. Andere geeignete
Modelle, wie Myozyten von Katzen oder HERG-exprimierende HEK293-Zellen
können
durch die Myozyten des Kaninchens ersetzt werden. 1A und 1B zeigen die Membranströme ausgelöst durch
ein 1,5-sekündigen
Spannungs-Clamp-Schritt von –40
mV bis zu verschiedenen Test-Potentialen schwankend von –10 bis –50 mV,
in derselben Zelle vor (Bild A) und nach (Bild B) 5-minütiger Exposition
von 5 μmol/L
E-4031, ein hoch selektiver IKr-Hemmer (Clay
et al., Biophys. J. 69: 1830–7
(1995) und Sanguinetti et al., J. Gen. Physiol. 961: 195–215 (1990)).
Unter kontrollierten Bedingungen floss ein relativ langsamer aktivierender
Auswärts-Strom
während
der Depolarisierung, gefolgt von einem Auswärts-Tail-Stroms, von dem gezeigt wurde, dass
er den graduellen Abfall von IKr zeigt (Follmer
et al., Circulation 82: 289–93
(1990); Clay et al. (1995) und Sanguinetti et al. (1990)). Der initiale
Peak in dem zeitabhängigen Auswärts-Strom
ist auf die schnelle Aktivierung und Inaktivierung von Ito zurückzuführen, welcher
gegenüber 4-Aminopyridin
empfindlich ist. E-4031 hebt den Tail-Strom bei Repolarisierung
auf und vermindert ebenfalls den zeitabhängigen Auswärts-Strom, ohne den initialen
Peak (Ito) oder den Haltestrom (IK1) zu beeinflussen. In Bild B werden die
E-4031-empfindlichen Ströme
gezeigt, die durch digitale Subtraktion der Ströme in den unteren Kurven von
den Strömen
in den oberen Kurven in Bild A erhalten werden. Verglichen mit dem
Tail-Strom legte der zeitabhängige
Strom merkliche Einwärts-Gleichrichtung
bei einem positiveren Potential dar. Ito war
in den E-4031-sensitiven Strömen
nicht anwesend, was zeigt, dass E-4031 bei dieser Konzentration
keinen Einfluss auf Ito hat. Superfusion
mit 1 bis 2,5 μmol/L
Dofetilid oder Entfernung von extrazellulärem K+ baut
ebenfalls den Tail-Strom
ab (Liu et al., J. Pharmacol. Exp. Ther. 287: 877–83 (1998)).
Diese Merkmale des verzögerten Gleichrichterstroms
(Einwärts-Gleichrichter
des zeitabhängigen
Stroms, vollständige
Hemmung des Tail-Stroms durch E-4031, Dofetilid und Entfernung des
extrazellulären
K+) stimmen mit der vorherigen Beschreibung
von IKr in Kaninchen oder anderen Spezies überein (Clay
et al. (1995); und Sanguinetti et al. (1990)).
-
In
derselben in den 1A und 1B gezeigten
Zelle wurde der IK1-Strom ebenfalls vor
und nach der E-4031-Exposition gemessen. 1C zeigt
den IK1-Strom ausgelöst durch eine 250 ms Hyperpolarisation zu –120 mV
von einem Haltepotential von –40
mV vor und nach der E-4031-Superfusion. Ein geringer Einfluss auf
den IK1-Einwärts-Strom wurde beobachtet,
obwohl IKr in derselben Zelle vollständig blockiert
wurde. Die Auswärts-Halteströme, die
die Amplitude des IK1 bei –40 mV vor
und nach E-4031 Superfusion darstellen, waren deckungsgleich, was
darauf hinweist, dass E-4031 keinen Einfluss auf den IK1-Auswärts-Strom
hatte.
-
Einfluss
von Tamoxifen auf IKr, Ito und
IK1. Der Einfluss von Tamoxifen auf die
drei Haupt-Kalium-Ströme wurden
mittels desselben Protokolls getestet wie es für den Versuch 1 beschrieben
wurde. Gezeigt in 2 sind die IKr, Ito und IK1-Ströme,
ausgelöst
in derselben Zelle vor und nach 5-minütiger Exposition von 10 μmol/L Tamoxifen. Ähnlich wie
E-4031, hob Tamoxifen den IKr-Tail-Strom
auf und reduzierte auch den zeitabhängigen Strom, ohne Ito oder den Haltestrom (2A)
zu beeinflussen. Das Lösungsmittel
für Tamoxifen, Ethanol,
hatte keinen Einfluss auf IKr bei der zum
Lösen von
Tamoxifen verwendeten Konzentration (£ 0.1% v/v). 2B veranschaulicht
die Tamoxifen-empfindlichen Ströme,
die durch digitale Substraktion der Ströme in den unteren Kurven von
den Strömen
in der oberen Kurven in Bild A erhalten werden. Es gibt eine auffallende Ähnlichkeit
zwischen dem Tamoxifenempfindlichen Strom und dem in 1B gezeigten E-4031-empfindlichen Strom.
In beiden 1B und 2B veranschaulichte
der zeitabhängige
Strom eine starke Einwärts-Gleichrichtung
bei positiveren Potentialen verglichen mit dem Tail-Strom, während Ito weder in dem Tamoxifen- oder in dem E-4031,
empfindlichen Strom nachzuweisen war. 2C zeigt
den IK1-Strom, gemessen vor und nach 5-minütiger Exposition
von 10 μmol/-L
Tamoxifen in derselben Zelle, wie sie in den 2A und 2B gezeigt
ist. Wie E-4031 bewirkte Tamoxifen keine Inhibierung des IK1-Einwärts-Stroms
bei –120
mV. Tatsächlich
war der IK1-Einwärts-Strom etwas größer nach
der Tamoxifen-Behandlung dieser Zelle (2C). Die
die Amplitude von IK1 bei 0–40 mV darstellenden
Auswärts- Halteströme waren
deckungsgleich, was darauf hinweist, dass Tamoxifen keinen Einfluss
auf den IK1-Auswärts-Strom hatte.
-
Zeitabhängige Hemmung
von IKr durch Tamoxifen. 3 beschreibt
ein typisches Experiment, durchgeführt in derselben Zelle vor
der Arzneimittelverabreichung (Kontrolle) oder nach 3-, 5- und 9-minütiger Superfusion
mit einem μmol/L
Tamoxifen. Wie in 3 gezeigt, ist die IKr-Hemmung durch Tamoxifen zeitabhängig und
hat einen langsamen Beginn. Weitere Hemmung kann immer noch nach
Superfusion für
fünf Minuten beobachtet
werden. Demgegenüber
wurde IKr leicht von Kontroll-Myozyten (keine
Exposition mit Tamoxifen aufgezeichnet) für wenigstens 10 Minuten ohne
ein Zeichen von Rückgang
aufgezeichnet. In der Abwesenheit des Arzneimittels betrug die 10
Minuten nach Membranbruch gemessene Amplitude von IKr 103.4 ± 6.15%
derjenigen, die sofort nach Membranbruch (n = 3, p > 0.05) gemessen wurde.
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Einfluss
von Tamoxifen auf das I-V-Verhältnis
von IKr. 4A und 4B veranschaulichen
den Einfluss von 1 und 3.3 μmol/L
auf das I–V
(Strom-Spannung)-Verhältnis
von IKr, gemessen nach 5–7-minütiger Infusion von Tamoxifen.
Tamoxifen verringerte die IKr-Strom-Amplitude
merklich in einer konzentrationsabhängigen Art und Weise. Eine
typische spannungsabhängige
Hemmung von IKr wird in 4 gezeigt.
Man beachte die größere Hemmung
bei positiveren Potentialen. Bei dem Test-Potential von +50 mV hemmte
Tamoxifen (1 und 3.3 μmol/L)
IKr um 39.5% ± 1.7% (p < 0.01) und 84.8% ± 1.3% (p < 0.01). Keine merkliche Hemmung von IK1 wurde bei 3.3 μmol/L (5.5% ± 0.9% Testpotential = –120 mV,
n = 4, p > 0.05) beobachtet.
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Beispiel 3
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Vergleich der IKr-Hemmung
durch Tamoxifen und Chinidin
-
Chinidin
ist ein Arzneimittel, das häufig
mit TdP in Verbindung gebracht wurde (Roden et al., Am. Heart J.
111: 1088–93
(1986)). Um die Hemmung von IKr durch Tamoxifen
mit der durch Chinidin hervorgerufenen zu vergleichen, führten wir
das Protokoll wie oben erörtert
durch, unter Verwendung von entweder 10 μmol/L Tamoxifen oder 10 μmol/L Chinidin.
Tamoxifen hemmte vollständig
den IKr-Tail-Strom mit keiner beobachteten
Erholung nach 5-minütigem Ausspülen, während dieselbe
Konzentration an Chinidin (10 μmol/L)
die IKr-Tail-Ströme nur teilweise hemmte, mit
einer Erholung innerhalb von 3-minütigem Ausspülen. In
anderen Versuchen wurde normalerweise die vollständige Erholung von IKr von der Chinidin-Hemmung nach ~5-minütigem Ausspülen beobachtet,
während
keine Erholung von Tamoxifen selbst nach 15-minütigem Ausspülen festgestellt werden konnte. 5C vergleicht
die prozentuale Inhibierung von IKr durch
Tamoxifen und Chinidin bei derselben Konzentration von 3.3 μmol/L. Diese
Daten zeigen, dass bei dem geringsten Potential von –50 mV Tamoxifen
eine merklich größere Inhibierung
von IKr bewirkt als Chinidin (84.8% ± 1.3%
im Vergleich zu 42.5% ± 9.1%,
p < 0.01). Daher
war Tamoxifen ein potenterer und länger-anhaltender Hemmer von
IKr als Chinidin.
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Einfluss
von Tamoxifen auf APD und ICa. Wir untersuchten
als Nächstes,
ob Tamoxifen die Verlängerung
der Aktionspotentialdauer (APD) verursacht. 6 zeigt
Aktionspotentiale, aufgezeichnet vor und nach 4-minütiger
Exposition von 3.3 μmol/L
Tamoxifen. Obwohl Tamoxifen IKr bei dieser
Konzentration bis ungefähr 84.8%
inhibierte, wurde überraschenderweise
keine merkliche Verlängerung
der APD beobachtet. APD, gemessen bei 90% Repolarisation (APD90) vor und nach ungefähr 4-–5-minütiger Superfusion von Tamoxifen
(3.3 μmol/L),
war 341 ± 49
ms bzw. 332 ± 19
ms (n-16, p > 0.05).
Da unter Kontrollbedingungen keine merkliche Verringerung der APD
in den anfänglichen zehn
Minuten nach Zellmembranbruch beobachtet wurde, war die Abwesenheit
von APD-Verlängerung
durch Tamoxifen nicht sekundär
zu einem "Rückgang"-Phänomen.
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Dieser
unerwartete Einfluss auf die APD und vorherige Berichte von ICa-Hemmung durch Tamoxifen (Song et al.,
J. Pharmacol. Exp. Ther. 277: 1444–53 (1996)) veranlassten uns,
den möglichen
Einfluss von Tamoxifen auf den kardialen Einwärts-ICa zu
untersuchen. Übereinstimmend
mit früheren
Studien von Song et al. (1996) in vaskulären Zellen aus glatten Muskeln,
beobachteten wir ebenfalls einen potenten Einfluss von Tamoxifen
in kardialen ventrikulären
Myozyten von Kaninchen. Eine merkliche Inhibierung von ICa wurde bei Tamoxifen-Konzentrationen von
größer 1 μmol/L beobachtet,
wobei eine beinahe vollständige
Inhibition bei 10 μmol/L
beobachtet wurde (7).
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Da
die Hemmung von ICa zu einer Verringerung
der APD führen
wird, könnte
dieser Einfluss weitgehend den IKr-Hemmungseinfluss
von Tamoxifen aufheben, was andernfalls zu einer Verlängerung
der APD in einzelnen Kardiomyozyten von Kaninchen und zur Verlängerung
des QT-Intervalls im ganzen Herzen führen würde. Der offensichtliche Widerspruch
zwischen der Offensichtlichkeit in Kaninchen (z. B. kein Einfluss
auf APD) und die Beobachtungen bei Menschen (z. B. QT-Verlängerung)
könnte
aus verschiedenen relativen Beiträgen von IKr oder
ICa zu der APD und/oder verschiedenen relativen
Wirksamkeiten von Tamoxifen bei der Hemmung von IKr gegen
ICa in verschiedenen Spezies folgen. Der
Nettoeinfluss von Tamoxifen, wie auch anderen Wirkstoffen, auf die
APD in einer bestimmten Spezies würde daher sowohl von der relativen
Mitwirkung des IKr gegen ICa auf
die APD als auch der relativen Wirksamkeit von Tamoxifen bei der
Hemmung von IKr gegen ICa abhängen.
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Trotzdem
ist die Haupterkenntnis dieser Versuche (Beispiele 2 und 3), dass
Tamoxifen wirksam die schnelle Komponente des verzögerten Gleich richter-Stroms,
IKr, in einer spannungs-, konzentrations-
und zeitabhängigen
Art und Weise hemmt. Kein merklicher Einfluss von Tamoxifen auf
IK1 oder Ito wurde
bei Konzentrationen bis zu 10 μmol/L
beobachtet (2.). Tamoxifen hemmt IKr mit einer Wirksamkeit sogar größer als Chinidin,
ein Arzneimittel, für
das gezeigt wurde, dass es IK hemmt, und
das mit einem hohen Auftreten von Arzneimittel induzierter TdP in
Verbindung gebracht wird (Roden et al., (1986)). Dies ist unserem
Wissen nach die erste Studie, die zeigt, dass Tamoxifen ein wirksamer
und relativ selektiver Hemmer ist.
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Beispiel 4
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EKG Arrhythmie-Bewertung von Ibutilid
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Hochpräzise und
reproduzierbare Messungen des QT-Intervalls bei Menschen wurden
entwickelt (Woosley et al., Ant. J. Candiol. 72: 36B–43B (1993);
Sale et al., Clin. Pharmacol. Ther. 56: 295–301 (1994)). EKG-Analyse ist
ein Verfahren zur Bewertung von Arrhythmie, wie verlängerten
QT-Intervallen. Ibutilid oder irgendein anderer zu untersuchender
pharmazeutischer Wirkstoff kann durch Verwendung eines EKG bewertet
werden. Es ist bevorzugt, das Arzneimittel (Ibutilid) intravenös zu verabreichen.
Ibutilid bewirkt eine zuverlässige
Verlängerung
des QT-Intervalls und sein Einfluss baut sich schnell ab. Zwanzig
männliche
und zwanzig weibliche gesunde Freiwillige (Alter 21–40) erhielten
eine einzelne, geringe Dosis von Ibutilid (0.003 mg/kg) und Reihen-EKGs wurden erhalten
für Zeiträume vor
der Ibutilidverabreichung (Zeit = 0) bis Zeit = 4 Stunden (z. B.
0.5, 10, 15, 20, 30, 40, 50, 60, 90, 120, 240 und 360 Minuten nach
Verabreichung). Alle EKGs waren zwölf Anhaltspunkte und wurden
auf dem Datenträger
und auf Papier bei einer Geschwindigkeit von 50 mm/sec aufgezeichnet,
mit der Person in einer stationären,
ruhenden, auf dem Rücken
liegenden Position. Die EKGs wurden kodiert, zufällig angeordnet und blind gemessen
unter Verwendung eines Computer-Operator-interaktiven Programms,
unter Verwendung eines vorher in ((Woosley et al., (1993); Sale
et al., (1994)) beschriebenen validierten Verfahrens. Frauen wurden
während
jeder Phase des Menstruationszyklus' (z. B. Menstruation, Ovulation und
Lutealphase) untersucht, gesteuert durch die Zunahme des luteinisierten
Hormons (LH) und bestätigt
durch Estradion- und Progesteron-Plasma-Untersuchungen. Männer wurden
nur einmal untersucht. Das Maximum und die durchschnittlichen QT-Veränderungen
nach jeder Dosis von Ibutilid wurden mit der Basislinie verglichen.
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Die
Basislinien-QTc von Frauen während
der Menstruation, Ovulation und Lutealphase waren ähnlich (410 ± 15 msec,
408 ± 15
mses bzw. 411 ± 12
msec), aber, wie erwartet, waren sie merklich länger als die Basislinien-QTc
in Männern
(397 ± 22
msec, p < 0.01)
(8). Um die QTc-Veränderungen über der Zeit, nach der Ibutilid-Infusion,
besser analysieren zu können,
verglichen wir den Bereich unter der Änderungskurve in QTc mit der
Zeit über
60 Minuten nach der Infusion (9); dies
ist das Zeitintervall, in dem sowohl maximaler therapeutischer als
auch toxischer Arzneimitteleinfluss erwarten werden. Die mittlere
QTc-Veränderung über der
Zeit war bei Männern
merklich kleiner als bei Frauen (p < 0.05). Während der ersten Stunde hatten
Frauen in der Lutealphase ihres Menstruationszyklus im Vergleich
zu den anderen beiden Phasen die geringste QTc-Verlängerung
sekundär
zu Ibutulid (ANOVA p < 0.05)
(9).
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Bei
den Frauen waren die maximalen Veränderungen im QTc-Intervall nach der
Ibutilid-Infusion in irgendeinem Zeit-Intervall während der
Menstruation, Ovulation und Lutealphasen 63 ± 13, 59 ± 17 bzw. 53 ± 14 msec
(p = ns); und bei Männern
waren es 54 ± 28
msec (p = ns). Wie man sieht, war der QTc-Verlängerungseinfluss von Ibutilid
unverzüglich
und war am Ende von zwei Stunden beinahe abgebaut. Die mittlere QTc-Verlängerung über der
Zeit (AUC) nach Ibutilid war merklich niedriger für Frauen
während
der Lutealphase und für
Männer
verglichen mit Frauen während
der anderen beiden Phasen des Menstruationszyklus' (p < 0.05).
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Beispiel 5
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Rolle des verzögerten Gleichrichter-Kalium-Stroms
in spontan schlagenden Kardiomyozyten
-
Verzögerte Gleichrichter-Kaliumkanäle sind
wichtige Komponenten der kardialen Repolarisation. Es gibt zwei
hauptverzögerte
Gleichrichter-Kalium-Ströme, IKr (schnelle Komponente) und IKs (langsame
Komponente). Arzneimittel, die diese Ströme hemmen, insbesondere IKr, verlangsamen. die kardiale Repolarisation und
erhöhen
das Risiko wirksame fatale kardiale Arrhythmie wie Torsades de Pointes
zu entwickeln. Ferner wurden Mutationen in den Genen, die für verzögerte Gleichrichter-Kalium-Kanal-Proteine
kodiert sind, mit dem long QT-Syndrom in Verbindung gebracht, eine
Voraussetzung erkannt in Patienten mit hohem Risiko zur Entwicklung
von Torsades de Pointes kardialer Arrhythmie und plötzlichem
Tod. Während
verschiedene spezifische Inhibitoren von IKr (d-Sotalol,
Dofetilid, E-4031) seit mehreren Jahren zur Verfügung stehen, wurden Studien
von endogenem IKs durch einen Mangel an
pharmakologischen Hilfsmitteln zur selektiven Hemmung seiner Aktivität behindert.
Kürzlich
allerdings wurde von einer neuen Verbindung, Chromanol 293B, berichtet,
die ein relativ selektiver Hemmer von IKs ist
(Busch et al., Pflug. Arch. 432: 1094–6 (1996)). In dem vorliegenden Bericht
haben wir diese Verbindung unter Verwendung von spontan schlagenden
Kulturen von neonatalen Ratten-Kardiomyozyten
getestet.
-
Zusätzlich zu
den verschiedenen elektrophysiologischen Eigenschaften von IKr im Vergleich zu IKs,
die durch andere beschrieben wurden, können diese Ströme pharmakologisch
unterschieden werden (Sanguinetti et al., J. Gen. Physiol. 96: 195–215 (1990)).
Zum Beispiel wurde von E-4031 berichtet (Eisai Co., Ltd. Ibaraki, Japan),
dass es bei Konzentrationen bis zu 5–10 mM IKr selektiv
hemmt (Sanguinetti et al., (1990)), und Chromanol 293B (Hoechst
Marion Roussel, Frankfurt, Deutschland) scheint bei Konzentrationen
bis zu 10 bis 30 mM selektiv IKs zu hemmen
(Busch et al., (1996)). Um zu bestimmen, ob die pharmakologische
Hemmung von verzögerten
Gleichrichter-Kalium-Strömen die
spontane Schlagfrequenz von kultivierten neonatalen Ratten-Kardiomyozyten
beeinflusst, wurde eine Dosis-Reaktionskurve für Chromanol 293B erstellt.
Wie in 1 gezeigt, verursachte Chromanol 293B eine Dosis-abhängige Verringerung
der Schlagfrequenz, aber sogar bei der höchsten getesteten Arzneimittelkonzentration
(100 mM) war die Verringerung der Schlagfrequenz nur ungefähr 50% zu
der Kontrolle. In ventrikulären
Myozyten von Meerschweinchen ist der IC50-Wert
für die
293B-Inhibierung von IKs ungefähr 2 mM,
obwohl für
die Erzielung der vollständigen
Hemmung von IKs in diesen Zellen Konzentrationen
bis zu 100 mM erforderlich waren (Busch et al., (1996)).
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Wir
beobachteten einen ähnlichen
Typ von Dosis-Reaktion-Verhältnis bei
der IKr-hemmenden Verbindung E-4031; allerdings
wurden die interessantesten Ergebnisse beobachtet, wenn E-4031 und
293B zusammen zugegeben wurden (Bild B). Während hohe Konzentrationen
(5–10
mM E-4031 und 50–100
mM 293B) von jedem Arzneimittel allein unzureichend für die vollständige Hemmung
der Schlagaktivität
waren (maximale Inhibierung = 50%), blockierte die Kombination dieser
beiden Verbindungen alle Schlagaktivität völlig. Bemerkenswerterweise
erlaubte die Behandlung mit dem β-adrenagenen
Antagonist Isoproterenol (0.1–1
mM) die Rückgewinnung
des größten Teils
der Schlagaktivität
(70 bis 80% des Kontrollwerts) trotz der kontinuierlichen Anwesenheit
der IKr und IKs Inhibitoren.
-
Die
einfachste Erklärung
für diese
Ergebnisse ist, dass es eine funktionelle Redundanz zwischen IKr und IKs geben
kann und dass die vollständige
Inhibierung eines der beiden Ströme
allein eine gewisse Verlangsamung der Schlagfrequenz aufgrund des
Verlustes der Repolarisierungsfähigkeit
verur sacht. Wenn allerdings IKr und IKs beide vollständig blockiert sind, können die
Zellen nicht ausreichend repolarisieren, um die als Nächstes anstehende
Repolarisierung zu ermöglichen,
und demzufolge hören
sie auf zu schlagen. Isoproterenol scheint in der Lage zu sein,
diese Inhibierung weitgehend zu überwinden,
wahrscheinlich durch seine bekannten stimulierenden Einflüsse auf
die Kalziumkanäle
(erhöhte
Verfügbarkeit
von ICa bei positiveren Spannungen) und
vielleicht auch durch direkte Stimulation von IKs (Yazawa
et al., J. Physiol. 421: 135–150
(1990); Pignier et al., Journal of Cardiovascular Pharmacology 31:
262–270
(1990) und lijima et al., J. Pharmacol. Exp. Ther. 254: 142–146 (1990)).