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Die
Erfindung betrifft allgemein das Gebiet der Walz-/Gravurbeschichtung.
Gegenstand der Erfindung ist ein Beschichtungselement, das einen
Film aus flüssiger
Beschichtungslösung
von der Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze abstreift und dann ableitet
und auf diese Weise eine Verunreinigung der Oberfläche der
Beschichtungs-Applikatorwalze verhindert.
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Bei
herkömmlichen
Walz-/Gravurbeschichtungsverfahren (wie beispielsweise von Matalia
u.a. in US-A-4 373 443, 15. Februar 1983, mit dem Titel "Method Of High Viscosity
Inking In Rotary Newspaper Presses" , wo ein Gravurzylinder Farbe für Zeitungsdruckmaschinen
bereitstellt, beschrieben) wird eine flüssige Beschichtungsmasse mit
einem oder mehreren geeigneten Mitteln, beispielsweise durch Drehen
(Pfeil) der Applikatorwalze 1 durch einen Behälter 2 mit
Flüssigkeit 3 auf
die Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze 1 gelenkt, wie in 1 dargestellt. Die Oberfläche der
Beschichtungs-Applikatorwalze 1 kann glatt ausgebildet
oder mit eingravierten Näpfchen/Rillen 5 mit
einem vorgeschriebenen Volumen versehen sein. Häufig wird dabei die von der
Applikatorwalze 1 aus dem Behälter 2 aufgenommene
Schicht der Flüssigkeit 3 anschließend mit einer
Rakel 4 zu einem dünneren
Film dosiert. Beim Gravurbeschichten entfernt beispielsweise die
Rakel 4 die gesamte aufgetragene Flüssigkeit mit Ausnahme der in
den im Gravurzylinder 1 eingravierten Näpfchen 5 enthaltenen
Flüssigkeit.
Stattdessen kann das Benetzen (Füllen)
auch mit dem Rakeln kombiniert werden, wie von Navi in US-A-4 158
333, 19. Juni 1979, mit dem Titel "Inking Baffle For Rotary Newspaper Presses" beschrieben. Nach
dem Rakeln wird die auf der Oberfläche einer glatten Beschichtungs-Applikatorwalze
oder in den Näpfchen 5 einer gravierten
Beschichtungs-Applikatorwalze verbleibende Flüssigkeit durch Bedrucken einer
sich bewegenden Bahn 6 zwischen der Applikatorwalze 1 und einer
weichen Stütz-
oder Druckwalze 7 an diese übertragen. In 1 bewegt sich die Bahn 6 in
derselben Richtung wie die Oberflä che der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 am
Berührungspunkt
mit der Bahn. In der Walzen-/Gravurbeschichtungspraxis kann
die Bahn jedoch auch in der entgegengesetzten Richtung befördert werden.
Die Dicke der an die sich bewegende Bahn 6 übertragenen
Beschichtung entspricht im Allgemeinen einem bekannten Bruchteil der
Dicke des Flüssigkeitsfilms
auf der Oberfläche
einer glatten Beschichtungs-Applikatorwalze nach dem Rakeln oder
einem bekannten Bruchteil des Volumens der eingravierten Näpfchen 5 pro
Flächeneinheit
einer gravierten Beschichtungs-Applikatorwalze 1.
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Ein
in 2a und 2b bildlich dargestellter Nachteil
bekannter Walz-/Gravurbeschichtungsverfahren besteht darin, dass
von der Rakel 4 entfernte und auf die Oberfläche der
Beschichtungs-Applikatorwalze 1 zurückfallende überschüssige Flüssigkeit 8 zu dem
sich zwischen der Oberfläche
der sich bewegenden Beschichtungs-Applikatorwalze 1 und
der unbeweglichen Rakel 4 bildenden Beschichtungsflüssigkeits-„Stau" 9 zurückgefördert wird.
Da die überschüssige Flüssigkeit 8 turbulent
und ungeordnet auf die Oberfläche
der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 zurückfällt, ergibt
sich eine Ungleichmäßigkeit
des Beschichtungsflüssigkeits-Staus 9 in
Querrichtung der Bahn. Diese Ungleichmäßigkeit des Beschichtungsflüssigkeits-Staus 9 verursacht
ihrerseits einen Beschichtungsfehler in der Form von Streifen und
Zeilenstrukturen 10, wie beispielhaft in 3 gezeigt. Besonders ausgeprägt ist der
Fehler in Partikelbeschichtungsdispersionen (im Gegensatz zu Lösungen).
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Eine
Untersuchung des Strömungsverhaltens
dosierter Flüssigkeit 3 hinter
der Rakel 4 zeigt, dass die Flüssigkeit 3 bei niedrigen
Oberflächengeschwindigkeiten
der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 einfach an der Oberfläche der
Beschichtungs-Applikatorwalze 1 laminar nach unten läuft (siehe
Fließlinien 11 in 4a). Dagegen wird bei einer
Erhöhung
der Geschwindigkeit der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 schließlich ein
Punkt erreicht, an dem sich die dosierte Flüssigkeit 3 von der
Oberfläche
der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 ablöst und im Wesentlichen entlang
der Unterseite 13 der Rakel 4 und von der Oberfläche der
Applikatorwalze 1 weg strömt (siehe Fließlinien 12 in 4b).
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Zudem
verliert die abgeleitete Flüssigkeit,
je mehr sie sich von dem Berührungspunkt 14 zwischen der
Rakel 4 und der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 entfernt,
ihre Bewegungsenergie, sodass sie sich von der Unterseite 13 der
Rakel 4 ablöst
und unter dem Einfluss der Schwerkraft senkrecht nach unten fällt oder
fließt
(siehe 4b).
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Zur
Zeit kann dieser Fehler in bekannter Weise u.a. dadurch vermieden
werden, dass man die Beschichtungsgeschwindigkeit unter der Geschwindigkeit
des Übergangs
von „Rücklauf" zu „Ableitung" hält. Beobachtungen
im Versuch zeigen, dass die Übergangsgeschwindigkeit
zwischen Rücklauf (4a) und Ableitung (4b) von Betriebsparametern
abhängt:
Viskosität
und Oberflächenspannung
der Flüssigkeit,
Winkel zwischen Rakel 4 und Tangente der Oberfläche der
Beschichtungs-Applikatorwalze 1, Dicke des ankommenden
Flüssigkeitsfilms,
Halbmesser der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 usw. Rücklauf bedeutet
hier, dass von der Rakel 4 entfernte Flüssigkeit an der Oberfläche der
Beschichtungs-Applikatorwalze 1 nach unten zurückläuft. Ableitung
bedeutet, dass die von der Rakel 4 dosierte überschüssige Flüssigkeit 8 sich
entlang der Unterseite 13 der Rakel 4 von der
Oberfläche
der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 weg
bewegt, bis sie ihre Bewegungsenergie verliert und sich dann weiter von
der Unterseite 13 der Rakel 4 ablöst und unter dem
Einfluss der Schwerkraft senkrecht herabfällt.
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Leider
ist die Übergangsgeschwindigkeit
von Rücklauf
zu Ableitung unter normalen Betriebs/Fertigungsbedingungen für eine praktikable
Produktionsgeschwindigkeit zu niedrig.
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Eine
weitere, in 5a und 5b dargestellte Möglichkeit,
den Fehler zu vermeiden, besteht darin, den Berührungspunkt 14 der
Rakel 4 mit der Oberfläche
der zylindrischen Beschichtungs-Applikatorwalze 1 in einer
größeren Entfernung
vom oberen Totpunkt 19 anzuordnen. Besonders bei Zylindern
mit kleinem Durchmesser, typisch kleiner als 12,7 cm (5 Zoll), wird
die abgeleitete überschüssige Flüssigkeit 8 auf
ihrem Weg nach unten dann sehr wahrscheinlich nicht zur Oberfläche der
zylindrischen Beschichtungs-Applikatorwalze 1 zurückströmen (siehe 5b). Dagegen wird die überschüssige Flüssigkeit 8 bei
Berührungspunkten
in der Nähe
des oberen Totpunkts 19 und Beschichtungs-Applikatorwalzen 1 mit
einem großen
Durchmesser dazu neigen, zur Oberfläche der Beschichtungs-Applikatorwalze
zurückzufließen (5a).
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Leider
kann die Anordnung des Berührungspunkts 14 der
Rakel 4 relativ zum oberen Totpunkt 19 nicht willkürlich verändert werden.
So kann es beispielsweise notwendig sein, den Abstand des Berührungspunkts 14 der
Rakel 4 vom oberen Totpunkt 19 in engen Grenzen
zu halten, um die Verdunstung der Beschichtungsflüssigkeit 3 an
der Oberfläche
der Beschich tungs-Applikatorwalze 1 im Bereich zwischen dem
Berührungspunkt 14 der
Rakel 4 und dem oberen Totpunkt 19 zu minimieren.
Ebenso kann es notwendig sein, den Durchmesser der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 in
engen Grenzen festzulegen. Dies ist zum Beispiel beim Gravurbeschichten diskreter
Ausschnitte oder Muster der Fall, weil hier das Verhältnis des
Gravurzylinderumfangs zur Länge des
eingravierten Ausschnitts/Musters konstant gehalten werden muss.
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Nach
dem Stand der Technik gab es bisher keine Versuche, das spezifische
Problem der Anmelder, nämlich
Ableiten überschüssiger Beschichtungsflüssigkeit
von der Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze, zu lösen. Zwar offenbart US-A-5
755 883, 26. Mai 1998, Kinose u.a., mit dem Titel "Roll Coating Device
For Forming A Thin Film Of Uniform Thickness" eine Walzbeschichtungsvorrichtung mit
einer Rakel zum Abstreifen von Beschichtungsflüssigkeit von einer Metallwalze
und einer unter dem Berührungspunkt
angeordneten Schale zum Auffangen der abgestreiften Flüssigkeit,
doch verhindert diese Vorrichtung nur, dass die Flüssigkeit
mit Beschichtungselementen unter dem Berührungspunkt in Berührung gelangt,
und schützt
nicht die Walze, mit der die Flüssigkeit
zugeführt
wurde, gegen die Aufnahme überschüssiger Flüssigkeit.
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Ein
Versuch, eine ähnliche
Schale zwischen der Unterseite 13 der Rakel 4 und
der Oberfläche
der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 anzuordnen (siehe 6) war nicht erfolgreich,
weil dort sehr wenig Platz zur Verfügung steht. Die abgeleitete überschüssige Flüssigkeit 8 löst sich
von der Unterseite 13 der Rakel 4 so schnell ab,
dass der Abstand der Lippe 20 der Schale 21 von
der Unterseite 13 der Rakel 4 und der Oberfläche der
Applikatorwalze 1 nicht mehr als 0,32 cm (0.125 Zoll) betragen
dürfte.
Derart kleine Spalte sind in der Fertigungspraxis nicht beliebt.
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Ein
weiterer Versuch, den Fehler zu verhindern, sieht zwischen der Oberfläche der
Beschichtungs-Applikatorwalze 1 und einem Element 23 einen engen
Durchgang 22 vor. Die Beschichtungsflüssigkeit 3 „flutet" dann den Durchgang 22,
sodass weit vor dem Berührungspunkt 14 der
Rakel 4 vorhandene Fehler gezwungenermaßen abklingen, bevor sie den
Berührungspunkt 14 der
Rakel 4 erreichen. Mit anderen Worten, der Druck im „Stau" 9 der Beschichtungsflüssigkeit
zwischen der Oberfläche
der sich bewegenden Beschichtungs-Applikatorwalze 1 und der unbeweglichen
Rakel 4 bleibt über
die Breite der Bahn 6 mindes tens in der Nähe des Berührungspunkt 14 der
Rakel 4 gleich. Diese Lösung
hatte jedoch den Nachteil, dass für eine wirksame Flutung des
Durchgangs 22 unter allen Betriebsbedingungen die Spaltbreite
zwischen dem Element 23 und der Oberfläche der Beschichtungs-Applikatorwalze 1 weniger
als 0,2 cm (0.08 Zoll) betragen musste. Auch hier ist zu bemerken,
dass derart kleine Spalten in der Fertigungspraxis nicht beliebt
sind.
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Inhärent kann
das Problem durch die Verwendung kombinierter Zuführungs-
und Abstreifeinrichtungen gelöst
werden. Ein Beispiel dafür
ist die sogenannte Umkehrrakel-Behälterzuführung (US-A-4 158 333), bei
der die hintere Rakel am Ausgang des Behälters die überschüssige Flüssigkeit im Behälter zurückhält, sodass
für eine „Ableitung" (wie in 4b dargestellt) kein Anlass
besteht. Eine Umkehrrakel-Behälter-Zuführung ist
jedoch für
die Zwecke der vorliegenden Anmeldung nicht praktikabel.
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Die
Deutsche Patentanmeldung
DE 22
64 119 der Albert-Frankenthal AG offenbart eine Farbübertragungsvorrichtung
für Druckmaschinen
mit einer Rakel, die sich aus getrennten Arbeitsabschnitten zusammensetzt,
die unabhängig
voneinander relativ zu einer Dosierwalze einstellbar sind. Die Internationale
Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer
WO 97/38797, Tore Eriksson, offenbart eine Vorrichtung zum Auftragen
einer Beschichtungsmasse auf eine sich bewegende Bahn. Die Vorrichtung
weist eine Gravurwalze für
die Übertragung einer
angepassten Menge Beschichtungsmasse an eine zugehörige Übertragungswalze
auf. Zum Entfernen überschüssiger Beschichtungsmasse
von der Gravurwalze sind Rakeleinrichtungen vorgesehen.
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Somit
gibt es nach wie vor kein Walz-/Gravurbeschichtungsverfahren, bei
dem von einer Rakel abgestreiftes überschüssiges Beschichtungsmaterial von
der Oberfläche
der Beschichtungs-Applikatorwalze weg abgeleitet wird, um die Oberfläche der
Applikatorwalze nicht zu verunreinigen.
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Der
Erfindung liegt daher u.a. die Aufgabe zugrunde, eine Walz-/Gravurbeschichtungsvorrichtung
zu schaffen, die ein Flüssigkeits-Dosier-/Ableiteelement
zum Abstreifen eines Films flüssigen
Materials von der Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze und Ableiten überschüssigen flüssigen Materials
weg von der Oberfläche
der Beschichtungs-Applikatorwalze
aufweist.
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Ein
wichtiges Merkmal der Erfindung ist ein nahe an der Oberfläche der
Beschichtungs-Applikatorwalze
angeordnetes Flüssigkeitsableitelement zum
Ableiten überschüssiger Flüssigkeit
weg von der Oberfläche
der Beschichtungs-Applikatorwalze.
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Gelöst werden
diese und weitere Aufgaben der Erfindung durch Schaffung eines Elements
zum Entfernen eines Films aus überschüssiger Flüssigkeit
von der Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze und Ableiten der überschüssigen Flüssigkeit weg
von der Oberfläche
der Beschichtungs-Applikatorwalze gemäß Anspruch 1. Das Beschichtungselement
weist erfindungsgemäß eine Halterung
mit einer Rakel und einem Flüssigkeitsableitelement
auf, die beide strukturell in der Halterung angeordnet sind. Die
Rakel weist eine aktive Endkante auf, die an der Oberfläche des
Beschichtungsapplikators zur Anlage gebracht werden kann. Die Rakel
ist in einem vorbestimmten Winkel θt zur
Oberfläche
des Beschichtungsapplikators angeordnet und hat einen Berührungspunkt
mit dieser Oberfläche.
Das Flüssigkeitsableitelement
hat eine aktive Fläche,
auf welche die überschüssige Beschichtungsflüssigkeit
fließt, wenn
sie von der Oberfläche
des Beschichtungsapplikators abgestreift wird.
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Die
Erfindung hat den Vorteil, dass das Flüssigkeitsableitelement vielseitig
verwendbar, kostengünstig
herzustellen und einfach zu montieren und zu bedienen ist und dass
die Einstellungen für
die verschiedensten Einsatzbedingungen in der Fertigung nur minimal
verändert
werden müssen.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten
bevorzugten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1 einen Aufriss eines Walz-/Gravurbeschichtungsverfahrens
nach dem Stand der Technik,
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2a eine Teil-Querschnittsansicht
eines Walz-/Gravurbeschichtungsverfahrens nach dem Stand der Technik,
die zeigt, wie ein gerakelter Beschichtungsflüssigkeitsfilm nach unten auf
die Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze abläuft,
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2b ein gescanntes Foto einer
Teil-Querschnittsansicht eines Walz-/Gravurbeschichtungsverfahrens
nach dem Stand der Technik, das zeigt, wie ein gerakelter Beschichtungsflüssigkeitsfilm
nach unten auf die Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze abläuft,
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3 ein gescanntes Bild eines
Beschichtungsbeispiels mit Fehlern in der Form von Streifen und
Zeilenstrukturen, wie sie bei einem Walz-/Gravurbeschichtungsverfahren
nach dem Stand der Technik auftreten,
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4a eine schematische Darstellung
eines Walz-/Gravurbeschichtungsverfahrens, bei dem überschüssige Beschichtungsflüssigkeit
an der Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze nach unten zurückläuft,
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4b eine schematische Darstellung
eines Walz-/Gravurbeschichtungsverfahrens, bei dem überschüssige Beschichtungsflüssigkeit
entlang der Unterseite einer Rakel abgeleitet wird,
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4c gescannte fotografische
Momentaufnahmen, die den Übergang
von „Rücklauf zu „ Ableitung" hinter der Rakel
veranschaulichen, wobei das obere und das untere Bild in dieser
Spalte den schematischen Darstellungen in 4a und 4b entsprechen,
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5a eine schematische Darstellung
eines Walz-/Gravurbeschichtungsverfahrens nach dem Stand der Technik,
die zeigt, wie sich ein Beschichtungs-Flüssigkeitsfilm von der Unterseite
der Rakel ablöst
und nach unten auf die Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze fließt,
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5b eine schematische Darstellung
eines Walz-/Gravurbeschichtungsverfahrens nach dem Stand der Technik,
die den abgeleiteten Beschichtungs-Flüssigkeitsfilm nach Ablösung von
der Rakel und der Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze
zeigt,
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6 eine schematische Darstellung
eines Elements nach dem Stand der Technik zum Auffangen des abgeleiteten
Flüssigkeitsfilms
nach der Ablösung
von der Rakel,
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7 eine schematische Darstellung
eines weiteren Elements nach dem Stand der Technik zum Fluten des
Durchgangs zwischen der Oberfläche
einer Beschichtungs-Applikatorwalze und dem Element, um an der Rakelspitze
einen gleichmäßigen Beschichtungs-Flüssigkeitsstau
aufrechtzuerhalten,
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8a eine schematische Darstellung
des erfindungsgemäßen Elements,
die dessen Ausrichtung zur Oberfläche der Beschichtungs-Applikatorwalze
und zu der Dosierrakel veranschaulicht,
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8b ein gescanntes Bild einer
Anwendung der Erfindung,
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9 eine schematische Darstellung
des erfindungsgemäßen Elements
mit einer ungünstigen Ausrichtung
des Flüssigkeitsableitelements
und
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10a, 10b und 11 schematische
Darstellungen alternativer Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Elements.
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Das
erfindungsgemäße Beschichtungselement 25 ist
in der Zeichnung in 8–10 dargestellt. In 8a und 8b entfernt das Beschichtungselement 25 überschüssige Flüssigkeit
(l) von der Oberfläche 27 einer
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 und leitet die überschüssige Flüssigkeit
(l) weg von der Oberfläche 27 ab.
Als wichtige Merkmale weist das Beschichtungselement 25 eine
Rakel 26 und ein Flüssigkeitsableitelement 28 auf,
die strukturell in einer Halterung 30 angeordnet sind.
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Wie
aus 8a–11 ersichtlich, weist die
Rakel 26 grundsätzlich
ein aktives Ende 32 auf, das sich von der Halterung 30 weg
erstreckt und an der Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 zur Anlage gebracht werden
kann, um überschüssige Flüssigkeit
(l) von dieser zu entfernen. Die Halterung 30 dient vor
allem zum Einstellen und Fixieren der Ausrichtung des aktiven Endes 32 relativ
zur Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24. Zur Optimierung der Funktion
wird das aktive Ende 32 der Rakel 26, genauer
gesagt, die Unterseite 34, vorzugsweise mit einem vorbestimmten
Winkel θt zur Oberfläche 27 der Beschichtungs-Applikatorwalze 24 angeordnet.
Der vorbestimmte Winkel θt sollte vorzugsweise im Bereich von 50–60 Grad
liegen. Der Fachmann wird unschwer erkennen, dass das aktive Ende 32 der
Rakel 26 die Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 an einem zweckmäßig festgelegten
Punkt P berührt,
damit überschüssige Beschichtungsflüssigkeit
(l) wirksam von der Fläche 27 entfernt
werden kann.
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Wie
ebenfalls aus 8a–11 ersichtlich, weist das
Flüssigkeitsableitelement 28 (bei
richtiger Ausrichtung) eine aktive Fläche 36 auf, die überschüssige Beschichtungsflüssigkeit
(l) von der Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 weg ableitet. Infolgedessen
strömt
die von der Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 abgestreifte überschüssige Beschichtungsflüssigkeit
(l) entlang der Unterseite 34 der aktiven Rakel 26 und
dann entlang der aktiven Fläche 36 des
Flüssigkeitsableitelements 28 von
der Oberfläche 27 weg.
Die aktive Fläche 36 ist
mit geringem Abstand zum aktiven Ende 32 der Rakel 26 ebenso
wie zur Oberfläche 27 der Beschichtungs-Applikatorwalze 24 angeordnet.
Die Unterseite 34 der Rakel 26 erstreckt sich
mit einem vorbestimmten Zwischenraum (d) vom Berührungspunkt P zum Scheitelpunkt 38,
wie weiter unten beschrieben. Der Scheitelpunkt 38 ist
ein Punkt an der Unterseite 34 der Rakel 26, der
die aktive Fläche 36 des
Flüssigkeitsableitelements 28 schneidet.
Ferner ist die aktive Fläche 36 des
Flüssigkeitsableitelements 28 mit
einem vorgegebenen Winkel θs zur Unterseite 34 des aktiven
Endes 32 der Rakel 26 angeordnet. In der bevorzugten
Ausführungsform
ist die aktive Fläche 36 des
Flüssigkeitsableitelements 28 im
Wesentlichen planar (8a).
Grundsätzlich
kann sich die aktive Fläche 36 aber
auch von einem Punkt in der Nähe
des Scheitelpunkts 38 entweder von der Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 weg (10a) oder zu der Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 hin (10b) erstrecken. Beide Konfigurationen
haben sich als wirksame Möglichkeiten
der Ableitung überschüssiger Flüssigkeit
(l) weg von der Oberfläche 27 erwiesen.
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In 8a bildet die Unterseite 34 der
Rakel 26 vorzugsweise einen im Wesentlichen stumpfen Winkel
mit der angrenzenden aktiven Fläche 36 des Flüssigkeitsableitelements 28.
Infol gedessen folgt die überschüssige Flüssigkeit
(l) einer im Wesentlichen stumpfwinkligen Bahn von der Unterseite 34 der Rakel 26 entlang
der aktiven Fläche 36 des
Flüssigkeitsableitelements 28.
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Stattdessen
kann die Unterseite 34 der Rakel 26 zum Ableiten überschüssiger Flüssigkeit
(l) jedoch auch, wie in 11 gezeigt,
mit der aktiven Fläche 36 des
Flüssigkeitsableitelements 28 eine
im Wesentlichen bogenförmige
Bahn bilden.
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In 8a und 8b ist das Flüssigkeitsableitelement 28 verstellbar
so an der Halterung 30 befestigt, dass sich die aktive
Fläche 36 so
nahe am Berührungspunkt
P befindet, dass sie die an der Unterseite 34 der Rakel 26 fließende abgeleitete
Flüssigkeit
(l) „einfängt". Diese Positionierung
ist insofern wichtig, als die abgeleitete Flüssigkeit (l) durchaus ihre
Bewegungsenergie verlieren und dann unter dem Einfluss der Schwerkraft
nach unten zur Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 abfließen könnte.
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Das
Flüssigkeitsableitelement 28 wird
vorzugsweise aus einem starren Metall oder Kunststoff hergestellt
und kann auf verschiedene Weise, wie zum Beispiel Verschrauben,
Einschrauben, Schweißen
oder Klemmen, mit praktisch gleichem Ergebnis strukturell in der
Halterung 30 befestigt werden.
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Die
Konstruktion des in 8a und 8b dargestellten Flüssigkeitsableitelements 28 unterliegt mehreren
wichtigen funktionalen Zwängen.
Gemäß 8a ist der Winkel θs, den das Flüssigkeitableiteelement 28 mit
der Unterseite 34 der Rakel 26 bildet, dann optimal,
wenn die aktive Fläche 36 des
Ableiteelements 28 annähernd
rechtwinklig zur Rakel 26 verläuft. In dieser Konfiguration
ist die Gefahr, dass ein Flüssigkeitableiteelement 28,
das verhältnismäßig lang
ist, mit der rotierenden Oberfläche 27 der Beschichtungs-Applikatorwalze 24 kollidiert,
jedoch sehr groß.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Winkel θs, der genauso groß ist wie
der Tangentenwinkel θt, aus diesem Grunde vorzuziehen ist. Wenn θs kleiner ist als θt wird
die Unterstützung
der Strömung
der abgeleiteten Flüssigkeit
(l) an der aktiven Fläche 36 des Ableitelements 28 nach
unten, weg von der Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24, durch die Schwerkraft
nicht voll ausgenutzt. Wenn θs wesentlich größer ist als θt, dann ist andererseits die Gefahr, dass
die Unterkante 40 des Flüssigkeitsableitelements 28 mit der
Oberfläche 27 der
Beschichtungs-Applikatorwalze 24 weiter vor der Rakel 26 kollidiert,
sehr groß (siehe 9).
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Wichtig
ist ferner, dass die Unterseite
34 der Rakel
26,
wie in
8a gezeigt, mit
einem vorgegebenen Zwischenraum (d), d.h. mit einem vorgegebenen
Abstand zwischen dem Scheitelpunkt
38 und dem Berührungspunkt
P, angeordnet wird. Für
eine gegebene Neigung θ
t der Rakel
26 über der waagerechten Ebene
hängt dieser
optimale vorgegebene Zwischenraum (d) von der Strömungsrate
q der abgeleiteten Flüssigkeit
(l) (pro Breiteneinheit der Beschichtung), der Viskosität μ der Beschichtungsflüssigkeit,
der Dichte p der Beschichtungsflüssigkeit
und der Beschleunigung (g) aufgrund der Schwerkraft ab:
worin f eine monoton zunehmende
Funktion der Reynoldschen Zahl (Re) ist, bestimmt durch
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Bei
der bevorzugten Ausführungsform
liegt ein wirksamer Zwischenraum (d) im Bereich von 0,64 cm (0.25
Zoll) bis 1,9 cm (0.75 Zoll).
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Das
Element, bei dem eine im Wesentlichen bogenförmige Bahn zwischen der Unterseite
der Rakel und der aktiven Fläche
des Flüssigkeitsableitelements
gebildet wird.
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Das
Element, bei dem eine im Wesentlichen stumpfwinklige Bahn zwischen
der Unterseite der Rakel und der aktiven Fläche des Flüssigkeitsableitelements gebildet
wird.