DE596020C - Verfahren zum Aufarbeiten von sulfidischen Erzen und aehnlichen Ausgangsstoffen - Google Patents

Verfahren zum Aufarbeiten von sulfidischen Erzen und aehnlichen Ausgangsstoffen

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DE596020C
DE596020C DET39565D DET0039565D DE596020C DE 596020 C DE596020 C DE 596020C DE T39565 D DET39565 D DE T39565D DE T0039565 D DET0039565 D DE T0039565D DE 596020 C DE596020 C DE 596020C
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    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B1/00Preliminary treatment of ores or scrap
    • C22B1/02Roasting processes
    • C22B1/08Chloridising roasting

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Description

  • Verfahren zum Aufarbeiten von sulfidischen Erzen und ähnlichen Ausgangsstoffen Es ist bekannt, daß man Metallverbindungen, insbesondere Oxyde und Carbonate, wie auch die Sulfide der edleren Metalle, wie Blei und Kupfer, dadurch mehr oder weniger vollständig in Chloride verwandeln kann, daß man sie mit praktisch trockenem Ammonchlorid erhitzt. Die bisher hierfür bekanntgewordenen Verfahren arbeiten entweder in Autoklaven und können infolgedessen keinen vollständigen Umsatz erreichen. Sie müssen dann nach erfolgtem Umsatz in einem zweiten Arbeitsvorgang die entstandenen Reaktionsprodukte abdestillieren, oder sie arbeiten unter langsamer Erhitzung auf Zoo ° C und darauf folgendem vorsichtigem Weitererhitzen auf höchstens 350' C unter freiem Ausströmenlassen der Reaktionsprodukte und des überschüssigen unverbrauchten Salmiaks in eine Kondensationsanlage hinein. Die erste Maßnahme ist unzweckmäßig wegen der Ansammlung der Reaktionsprodukte, die einen vollständigen Umsatz verhindern, die zweite Methode wegen des zu raschen Abfließens von unausgenutzten Salmiakdämpfen, wodurch ein unnötig hoher Verbrauch von Reagens hervorgerufen wird.
  • Beide Methoden haben ferner den Nachteil eines sehr langsamen Umsatzes. - Das an zweiter Stelle genannte Verfahren sucht den übermäßigen Reagensverbrauch durch vorsichtiges Erhitzen bei niedrigen Temperaturen zu verhindern, wodurch die Umsatzzeit weiter erhöht und die Verarbeitung schwer aufschließbarer Erze, wie die von Zinkblende, unmöglich gemacht wird. Wie in der Beschreibung weiter unten gezeigt werden wird, vermeidet die vorliegende Erfindung die Nachteile beider Methoden durch Anwendung gestauten Abflusses.
  • Technisch brauchbar kann ein Verfahren, das mit Salmiak als Aufschlußmittel arbeitet, aus wirtschaftlichen Gründen nur unter folgenden Voraussetzungen sein r. Das Aufschlußmittel muß im Kreisprozeß im gleichen Tempo zurückgewonnen werden, in dem es verbraucht wird.
  • 2. Das Verfahren muß gestatten, die entstandenen Metallchloride voneinander und von der Gangart als reine Substanzen zu trennen.
  • Bisher war es bekannt, daß man die entstehenden Metallchloride in Wasser lösen und nach einem Verfahren, der analytischen Laboratoriumspraxis entlehnt, getrennt abscheiden und reinigen kann. Im weiteren Verlauf wurde dann das Reaktionsmittel ebenfalls mittels wäßriger Reaktionen in einem wasserhaltigen, verunreinigten Zustande zurückgewonnen. Der Hauptvorteil der ersten Stufe des Verfahrens geht aber hierdurch verloren, nämlich der trockene Charakter, während die Bedingung der Wiedergewinnung des Reagens im gleichen Tempo mit der Hauptreaktion nur durch das Behandeln unzweckmäßiger größerer Lösungsmengen erfüllt werden kann, da die entstehenden Aufgaben der mehrfachen Fällung und Auflösung Tage beanspruchen, während es möglich ist, den Hauptprozeß in Minuten zu vollziehen.
  • Demgegenüber arbeitet das Verfahren gemäß Erfindung sowohl hinsichtlich . Rückgewinnung des Reagens als auch hinsichtlich Trennung und Weiterverarbeitung der Chloride grundsätzlich trocken.
  • Es gestattet ferner eine ebenfalls trockene Gewinnung wirtschaftlich wertvoller Anionen der verarbeiteten Metallverbindungen, gleichfalls auf trockenem Wege. Endlich sind sämtliche angewendeten Einzelprozesse in ihrem kinetischen Ablauf der Umsatzgeschwindigkeit des ersten angepaßt.
  • In der ersten Stufe des Verfahrens (Sälmiakumsatz) wird der Abfluß der entstehenden Reaktionsprodukte und des nicht ausgenutzten Salmiakdampfes weder ganz verhindert, noch läßt man beide ungehemmt ausströmen, sondern diese Dämpfe werden durch ein besonderes Stauorgan regelbar gestaut. Nur vorübergehend wird bei Reaktionseinleitung und Regulierung der Abfluß vollständig gesperrt.
  • Durch die Stauung wird es möglich, bei höheren Temperaturen zu arbeiten, als dies bei hemmungslosem Abfluß möglich wäre. Dadurch wird in zweiter Linie einviel rascherer Umsatz von größerer Vollständigkeit erreicht, als entweder ohne Stauung oder auch im Autoklaven zu erreichen wäre, da die Stauung es gestattet, die Konzentration der die Reaktion hemmenden Produkte -in einem zulässigen Intervall zu halten, weil ihnen dauernde Gelegenheit zum Abflüß gegeben ist bei einem guten Ausnutzungsgrad des Reagens.
  • Ferner gestattet die Maßnahme die Durchführung des Verfahrens kontinuierlich vorzunehmen, wozu die Mittel in der Beschreibung angegeben sind.
  • Bei, dem Verfahren kann nicht nur Salmiak, sondern es können auch andere Ammonhalogenide als Aufschlußmittel verwendet werden.
  • Das vorliegende Verfahren eignet sich in erster Linie zur Behandlung von Sulfiden, Arseniden und deren Homologen, z. B. Seleniden, Telluriden, Antimoniden, Wismuthiden und den Kombinationen mehrerer dieser Anionen mit einem oder mehreren Metallen und zur Behandlung von deren Gemengen. Es dient zur Trennung der Metallverbindungen-von der Gangart, von Verunreinigungen und voneinander, ferner zur' Überführung in reine Oxyde und zur Gewinnung des Anions in elementarer Form. Es ist zwar weiter unten für Sulfide beschrieben, aber ohne weiteres sinngemäß auf.die anderen obengenannten Verbindungen anzuwenden. Es ist aber auch. die Behandlung von Oxyden, Carbonaten und Metasilikaten mit dem Verfahren möglich, wobei die Gewinnung des Anions aus wirtschaftlichen Gründen sich erübrigt. Außerdem ist das Verfahren dazu geeignet, aus Legierungen oder Schlacken die darin in elementarer Form enthaltenen unedleren Metalle zu entfernen, zu trennen und getrennt zu gewinnen. -Legierungen wird man natürlich nur dann von Einführung in die Reaktionskammer mit dem Reagens mischen, wenn diese Legierungen schon in fein verteiltem Zustand, z. B. als Fellspäne, vorliegen.
  • Im folgenden werden die einzelnen Stufen des Verfahrens für die Behandlung von Sulfidgemischen mit Salmiak aufgeführt. Das Verfahren ist aber auch auf analoge Verbindungen unter sinngemäßer Abänderung anwendbar.
  • z. Doppelte "Umsetzung der Metallsulfide mit Ammonchlörid zu Metallchloriden und Ammonsulfid.
  • 2. Trennung der Metalle voneinander als Chloride und von der Gangart durch fraktionierte Destillation oder Ausschmelzung.
  • 3. Trockene Zersetzung der Chloride durch Wasserdampf unter Rückgewinnung des Chlorwasserstoffgases und Gewinnung der Metalloxyde.
  • q.. Doppelte Umsetzung des aus der Stufe z gewonnenen Ammonsulfidgases mit Chlorwasserstoffgas zu Ammonchlorid und Schwefelwasserstoffgas in einem trockenen Verfahren.
  • 5. Gewinnung von Schwefel aus Schwefelwasserstoffgas auf trockenem Wege nach einem der bekannten Verfahren.
  • Die hierbei sieh abspielenden Reaktionen sind bekannt.
  • Neu sind die Bedingungen, die bei den Stufen z und 2 einzuhalten sind, um das Verfahren technisch und wirtschaftlich überhaupt möglich zu machen.
  • Neu ist die Zusammenfügung obiger fünf Stufen zu einem Verfahren, welches auf trockenem Wege die oben gekennzeichneten Aufgaben erfüllt.
  • Neu sind endlich die weiter unten zu beschreibenden dazu erforderlichen Einrichtungen. Als Beispiel für die Anwendung des Verfahrens soll die Umsetzung eines sulfidischen Erzes mit Salmiak beschrieben werden.
  • Erste Stufe: Doppelter Umsatz einer komplexen Blende mit Salmiak. Die Blende enthällt außer Zn S noch Pb S, Fe S2, Fe2 03 und dolomithaltigen Kalk.
  • Die Blende wird in fein vermahlenem Zustand mit Salmiak im Überschuß innig gemischt. Diese Mischung wird auf etwas über die Sublimationstemperatur von Salmiak, die mit der Dissoziationstemperatur zusammenfällt, erhitzt, also auf 35o bis 400° C.
  • Der Umsatz verläuft nach folgenden Formeln:
    Zn S-@--2NH4Cl >ZuC12+(NH4)2S
    FeS 1-2NH4C1 >FeC12+ (NH4)2S
    Fee 03 -E- 6 N H4 Cl -> 2 Fe C13+ 6 N H3+ 3 H2 0
    PbS+2NH4C1 rPbC12+(NH4)2S
    Ca C 03 ,-' 2 N H4 Cl -> Ca C12 -f-- (1`T H4) 2 C 03
    Die Bedingungen, die eingehalten werden müssen, damit diese Vorgänge technisch vollständig und doch mit möglichst großer teschleunigung verlaufen, bei einem möglichst niedrigen Reagensverbrauch, sind gemäß Er fmdüng die folgenden: z. Die Einhaltung von Temperaturen erheblich oberhalb der Verdampfungstemperatur des Salmiaks. Die Zeit, welche der vollständige Umsatz erfordert, ist nämlich, bezogen auf ein bestimmtes Rohmaterial, eindeutig von der Temperatur abhängig. So erfordert beispielsweise die Verarbeitung von Zn S eine höhere Temperatur als die von Pb S. Nun zieht aber eine höhere Temperatur auch eine höhere Verdampfungsgeschwindigkeit des Salmiaks nach sich. Daraus würde eine schlechte Ausnutzung des Reagens folgen. Aus diesem Grunde wird 2. der Abfluß der Gase gestaut. Hierdurch wird die Verdampfungsgeschwindigkeit des Salmiaks herabgesetzt. Durch diese Herabsetzung wird eireicht, sie der Geschwindigkeit des Reaktionsablaufes besser anzupassen. Die Drosselung des Gasabflusses muß um so stärker sein, je höher die Temperatur ist, bei der gearbeitet werden soll.
  • Diese Maßnahme kommt in erster Linie der Vollständigkeit des Umsatzes zugute. Durch Kombination mit der ersten wird dann unter Beibehaltung der Vollständigkeit eine erhebliche Reduktion. der Umsatzzeit erreicht.
  • Beim Anheizen bleibt das Auslaßorgan zunächst bis zur Erreichung eines bestimmten Druckes geschlossen und wird dann innerhalb bestimmter Grenzen reguliert. Diese Grenzen sind 1,5 cm2 und 300 cm2 Ausflußöffnung für jedes in der Minute zu verdampfende bzw. umzusetzende Kilogramm Reagens. Dies gilt für die Behandlung von Sulfiden, insbesondere von Zinkblende und Bleiglanz.
  • Wesentlich für den Verlauf des Prozesses ist also nicht der Druck, sondern nur die Temperatur und die auf obige Weise geregelte Verdampfungsgeschwindigkeit. Eventuell wird ein größerer Spielraum benötigt, um Reaktionsbedingungen für andersartige Stoffe herstellen zu können. Dadurch, daß die Größe der Auslaßöffnung für dieselben Stoffe und dieselben Bedingungen proportional der umzusetzenden bzw. der zu verdampfenden Menge gewählt wird, verläuft der Umsatz in praktisch derselben Zeit bei verschieden großen Chargen.
  • Anstatt eine verhältnismäßig enge Öffnung zu wählen, kann man auch eine weitere Öffnung abwechselnd öffnen und schließen. - Dies ist aber technisch wenig günstig.
  • 3. Die Beschickung muß technisch trocken sein und trocken gehalten werden, abgesehen von den unvermeidlichen Wasserdampfbildungen durch Oxydgehalt der verarbeiteten Erze.
  • q.. Das Innere des Reaktionsraumes ist möglichst vor Luftzutritt zu schützen.
  • Das Reaktionsgefäß bläst in eine Kühlleitung mit Staubabscheidern (gegebenenfalls elektrische Staubreinigung) aus. In der Kühlleitung kondensieren sich die flüchtigen Stoffe. Der Wasserdampf (welcher aus den Oxyden stammt) sowie die permanenten Gase (N H4)2S in dissoziiertem Zustand, Ammoniak, H2 S USW. werden frei von suspendierten festen Bestandteilen ihrer Weiterbehandlung zugeführt.
  • In der Kühlanlage scheiden sich ab: insbesondere der überschüssige Salmiak sowie die Chloride, deren Verflüchtigungspunkt in der Nachbarschaft des Verflüchtigungspunktes von Salmiak oder darunter liegen, z. B. Fe C13, As Cl, Al 03, Sb C13 und andere niedrigsiedende Chloride.
  • Der Absatz erfolgt entsprechend den Kondensationstemperaturen der einzelnen Stoffe an getrennten Stellen. Um die einzelnen Kondensationsprodukte an den dafür bestimmten Stellen auch wirklich zum Absatz zu bringen, ist es erforderlich, auf die Lage der Kondensationsstellen entlang der @ Leitung Einfluß zu nehmen. Gemäß Erfindung wird dies erreicht durch die folgenden Maßnahmen: z. Regelung des Druckes innerhalb der Abscheidungsanlage im Verhältnis zum Druck im Reaktionsgefäß einerseits und in der Gasspeicherung andererseits.
  • z. Beeinflussung der Strömungsgeschwindigkeit, als Ganzes betrachtet.
  • Die Forderungen unter z und 2 werden erfüllt durch Regelung eines Stauorgans am Ende oder an einer anderen Stelle der Abscheidungsanlage sowie durch Regelung eines künstlich erzeugten Unterdruckes.
  • 3. Lokale Differenzierung von Gasdruck und Geschwindigkeit entlang der Abscheidungsanlage, und zwar im wesentlichen Beschleunigung und Druckerniedrigung kurz hinter dem Reaktionsgefäß und abermalige Druckerhöhung und Verlangsamung der Strömungsgeschwindigkeit durch ein zweites Stauorgan am Ende der Abscheidungsanlage.
  • q.. Benutzung von künstlicher Kühlung zur Erzwingung der Kondensation bestimmter Stoffe an bestimmten Punkten oder umgekehrt künstlicher Erwärmung zur Verhinderung des Absatzes bestimmter Stoffe an unerwünschten Stellen der Abscheidungsanlage.
  • Die Mindesttemperatur innerhalb der Abscheidungsanlage sollte zio ° C bei 76o mm nicht unterschreiten, um die Abscheidung von Wasserdampf zu verhindern.
  • Bei der Reaktionstemperatur ist ein Teil der gebildeten Metallchloride bereits flüssig, während andere - Gangart, deren Umwandlungsprodukte und uniersetztes Erz - noch fest sind. Dieser Umstand wird gemäß Erfindung benutzt, um bereits in der Reaktionskammer eine rohe Trennung der Chloride voneinander, Z. B, Zn C12 vön Pb C12, zu erreichen. Um den Bedingungen des Prozesses gerecht zu werden, wird gemäß Erfindung die Reaktionskammer (Fig. i) als ein von außen geheiztes, mit 35 bis 50' geneigtes, flaches, geschlossenes Gefäß a ausgebildet. Dieses wird vom oberen Ende durch eine Schleuse b beschickt, derart, daß die Beschickung auf den oberen Teil der geneigten Bodenfläche gelangt, ohne mit den flüssigen Chloriden in Berührung zu kommen. Diese letztaren fließen sofort nach ihrer Bildung in den unteren Teil des Reaktionsgefäßes ab und sammeln sich in einer trichterförmigen Vertiefung c. Diese ist durch Syphon und Absperrschieber mit der Destillationskammer d verbunden, in die hinein das gebildete Chlorid periodisch hinübergepreßt wird, z. B. durch den Reaktionsdruck (ebenso die breiartigen Rückstände).
  • Auch die frische Mischung kann aus der Schleuse in den Reaktionsraum gepreßt werden durch den Dampfdruck von etwas erhitztem Ammonchlorid, welches sich in dem Gefäß e befindet. Die gasförmigen Reaktionsprodukte werden durch das Stauorgan f abgeblasen. Dieses kann beispielsweise so gestaltet werden, daß der Schieber l zunächst den Weg durch eine Reihe von Kapillaren g nacheinander und dann zum Schluß durch eine weitere Öffnung h frei macht. Die Gase werden durch die Rohrleitungen k zur Abscheidungsanlage geführt.
  • Die weitere Behandlung der flüssig festen Reaktionsprodukte nach Abscheidung erfolgt in der zweiten Stufe.
  • Zweite Stufe: Trennung der Chloride. Soweit diese bei technisch erreichbaren Temperaturen flüchtig sind, werden sie durch fraktionierte Destillation, gegebenenfalls unter Anwendung von Vakuum, getrennt. Der Rezipient ist stets über der Erstarrungstemperatur des betreffenden Chlorids zu halten und gestattet durch ein Ventil, das Kondensat unmittelbar dem Hydrolysegefäß zuzuführen. Nicht destillierbare Chloride werden unter Ausnutzung ihrer Schmelzpunktdifferenzen durch fraktioniertes Ausschmelzen oder Kristallisieren getrennt. Dies Verfahren wird zur Vorreinigung destillierbarer Chloride auch außerhalb des Reaktionsraumes der ersten Stufe benutzt.
  • Dritte Stufe: Die Hydrolyse der Chloride ist leicht mit einem großen Überschuß an Wasserdampf zu erreichen. Die dadurch bedingte Verdünnung des Chlorwasserstoffes ist aber im Hinblick auf eine weitere Verwendung möglichst zu vermeiden. Dies wird gemäß Erfindung erreicht durch Vergrößerung der Berührungsflächen der beiden Phasen, Verlängerung der Einwirkungsdauer und teilweise Entfernung des entstehenden Chlorwasserstoffes. Hierzu dienen gemäß, Erfindung folgende Maßnahmen: i. Vernebelung des flüssigen Chlorids in einen größeren Raum, in welchem sich Wasserdampf bei bestimmtem Überdruck befindet oder durch welchen er zirkuliert. Diese Vernebelung wird bewirkt a) durch Versprühen des Chlorids mittels Wasserdampfes nach dem Injektorprinzip oder indem Dampf oder flüssiges Wasser, welches bei Eintritt in die Schmelze verdampft, aus vielen feinen Öffnungen durch` die Schmelze gepreßt wird; b) durch vollständige oder teilweise Verdampfung des Chlorids in den Wasserdampfraum.
  • Durch die feinere Verteilung wird eine größere Reaktionsfläche und zugleich länger andauernde Reaktionsmöglichkeit erzielt, da die kleinen Teilchen sich länger im Raume schwebend aufhalten.
  • 2. Verminderung der Konzentration des gasförmigen Reaktionsproduktes- Chlorwasserstoff durch fraktionierte Diffusion und Fällung als Ammoniumchlorid mit Ammoniakverbindungen aus dem Gaszustand.
  • Im folgenden werden zwei Einrichtungen als Beispiele der Ausführung dieser Maßnahmen beschrieben.
  • Wasserdampf wird mittels feiner Düsen c durch Chloridschmelze y so hindurchgepreßt, daß die Mitte jedes Nebelstrahls sich gegen einen Glühkopf na richtet (Fig. 2). Durch eine enge Öffnung strömt der Nebel, der jetzt hauptsächlich Oxyd enthält, in eine kleinere Kammern mit Strömungswiderständen, in welcher sich das feste Oxyd zu Boden setzt. Das gereinigte Gas strömt gegen und durch eine Einrichtung o, welche durch auswählende Diffusion mehr Wasserdampf als Chlorwasserstoff durchläßt. Der an Chlorwasserstoff verarmte Wasserdampf wird erneut durch die Chloridschmelze gepumpt. Der an Chlorwasserstoff angereicherte Wasserdampf wird in der Kammer p mit flüchtigen Ammonverbindungen in gasförmigem Zustand zusammengebracht. Diese werden eingeführt durch die Leitung v und stammen hauptsächlich aus der ersten Stufe des Verfahrens [(NH4)2S]. Dadurch wird der Wasserdampf von Chlorwasserstoff vollständig befreit. Darauf wird der mit den Restgasen, und zwar hauptsächlich mit Schwefelwasserstoff beladene Wasserdampf durch die Schwefelwasserstoffverbrennungsanlage q geleitet und so vollständig gereinigt in die Hydrolysenkammer zurückgeführt. Die beiden Turbogebläse w dienen nötigenfalls zur Untarstützung der Gasbewegung im gewünschten Sinne.
  • Eine zweite Art der Dispergierung des Chlorides ist das Absiedenlassen aus einer kleinen, exzentrisch angeordneten Vertiefung s (Fig.3) im Boden der Hydrolysenkammer x. In dieser Vertiefung wird das Niveau der Chloridschmelze konstant gehalten. Oberhalb der Chloridschmelze wird der Wasserdampf von unten nach schräg oben in den Raum geblasen durch die Düse t. Die Temperatur der Kammer wird zweckmäßig etwa ioo ° über Schmelztemperatur gehalten. Der Dampf strömt im Bogen durch den Raum gegen ein Kühlblech u, welches vorteilhaft gegenüber der Wandung elektrisch aufgeladen ist. Hierdurch schlägt sich das feste Oxyd nieder und kann unten durch den Stutzen y abgezogen werden. Die Reinigung des Wasserdampfes von Chlorwasserstoff, welche gemeinsam durch die Öffnung z ausströmen, geschieht wie im vorigen Beispiel.
  • Diese Einrichtungen eignen sich auch zur Befreiung des Salmiaks von den in der ersten Stufe gleichzeitig niedergeschlagenen Chloriden, besonders Ferrichlorid, durch Hydrolyse derselben. Ferrichlorid wird durch Hydrolyse mittels Wasserdampfes in das nicht flüchtige Ferrioxyd übergeführt und kann so vom leicht flüchtigen Salmiak getrennt werden. Zugleich wird der an das Eisen gebundene Chlorwasserstoff zurückgewonnen.
  • Durch die gleiche Einrichtung wird der an basische Gangart gebundene Chlorwasserstoff regeneriert.
  • Vierte Stufe: Der aus der dritten Stufe entweichende Chlorwasserstoff wird mit den aus der ersten Stufe stammenden Ammonverbindungen, insbesondere (NH4)2S, in weiten, mit Strömungshindernissen versehenen, auf iio ° erwärmten Kammern zusammengeführt. Dadurch schlägt sich Salmiak trocken nieder, und die abgetrennten Gase Wasserdampf, Kohlendioxyd und insbesondere Schwefelwasserstoff werden weitergeleitet. Die Restgase, vorwiegend Schwefelwasserstoff, gehen durch die fünfte Stufe.
  • Hierdurch wird eine Trennung von Chlorwasserstoff und Schwefelwasserstoff erzielt, die einerri Verfahren, welches mit Chlorwasserstoff als Aufschlußmittel arbeitet, nicht einzugliedern ist. Hierdurch ist ein wesentlicher Vorteil der Verwendung von Salmiak gegenüber der Verwendung von Chlorwasserstoffgas und gegenüber der Verarbeitung der Chloride auf dem nassen Wege ausgenutzt.
  • Fünfte Stufe: Schwefelwasserstoff wird nach bekannten Verfahren zu Wasser und Schwefel oxydiert. Der Wasserdampf wird dem Hydro-.lysiergefäß der dritten Stufe wieder zugeführt.
  • Die für dieses Beispiel angegebenen Stauungsbedingungen gelten allgemein für jede andere Umsetzung dieser Art, wohingegen die Temperatur dem Sublimationspunkt des angewandten Ammonhalogenids anzupassen ist.
  • Nicht unbedingt allgemein vorteilhaft ist bei der Behandlung von Erzen, die mehrere Metalle enthalten, die vollständige Durchführung der doppelten Umsetzung in der ersten Stufe in einem einzigen Reaktionsgefäß. Es kann bei periodischem Betrieb vorteilhaft sein, die Reaktion, wenn der Umsatz der leichter reagierenden Bestandteile vollendet ist, abzubrechen und in einer zweiten Reaktionskammer a. (Fig. i) unter modifizierten Bedingungen und erneutem Zusatz von Reaktionsmittel durch Schleuse b2 fortzusetzen. Auch bei kontinuierlichem Betrieb ist dieses Verfahren ohne weiteres anzuwenden.
  • Es besteht auch die Möglichkeit, den Salmiak nicht in festem Zustand zuzumischen, sondern ihn bereits in gasförmigem Zustand zuzuführen.
  • Ferner kann es vorteilhaft sein, die Fortführung der Reaktionsprodukte zu unterstützen mittels Durchspülung mit einem neutralen Gas, z. B. Ammoniak oder Stickstoff.
  • Der Vorteil des Verfahrens gegenüber der Röstung mit Luft ist die Gewinnung von Schwefel an Stelle von Schwefeloxyd, da Schwefel leichter zu stapeln und zu transportieren ist als die äquivalente Menge Schwefeldioxyd oder Schwefelsäure. Ein weiterer Vorteil ist die einfachere und vollständigere Trennbarkeit der Metalle, welche bei diesem Verfahren als Chloride leicht zu trennen sind. Es handelt sich um folgende Elemente: Silber, Kupfer, Zink, Cadmium, Aluminium, Blei, Zinn, Arsen, Antimon, Wismut, Molybdän, Chrom, Vanadium, Mangan, Eisen, Kobalt, deren reine Abscheidung aus komplexen Erzen mit anderen Methoden große Schwierigkeiten bereitet.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Aufarbeiten von sulfidischen Erzen und ähnlichen Ausgangsstoffen durch Erhitzen mit Ammoniumhalogeniden unter Überdruck, dadurch gekennzeichnet, daß die zerkleinerten sulfidischen Erze mit Ammoniumchlorid in geringem Überschuß trocken gemischt, bei etwa 3oo bis 400' unter o,i bis io atü Überdruck erhitzt und die gasförmigen Reaktionsprodukte ständig in dem Maße abgelassen werden, wie sie entstehen, worauf die erhaltenen Chloride durch fraktionierte Destillation vorzugsweise unter Minderdruck getrennt und durch Behandeln mit Wasserdampf in ihre Oxyde umgewandelt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung in mehreren Stufen durchgeführt wird, wobei das Aufschlußmittel ergänzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufschlußmittel aus den gasförmigen Reaktionsprodukten im trockenen Kreislauf zu neuem Aufschluß zurückgeführt wird.
DET39565D 1931-10-08 1931-10-08 Verfahren zum Aufarbeiten von sulfidischen Erzen und aehnlichen Ausgangsstoffen Expired DE596020C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0067626A1 (de) * 1981-06-05 1982-12-22 Cyprus Metallurgical Processes Corporation Verfahren zur Trennung der Chloride des Silbers und des Kupfers durch Destillation

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0067626A1 (de) * 1981-06-05 1982-12-22 Cyprus Metallurgical Processes Corporation Verfahren zur Trennung der Chloride des Silbers und des Kupfers durch Destillation

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