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Ununterbrochen arbeitende Schlittenpresse Es sind Drehtischpressen
bekannt, die ununterbrochen arbeiten. Um jedoch eine ausreichende Leistung mit diesen
Pressen zu erreichen, sind sie mit mindestens 6 bis ä Formen ausgerüstet. Hierdurch
entsteht ein großer Nachteil, weil die Formen sehr viel Geld kosten und durch ihre
große Zahl die Umbauarbeiten bei dem Übergang von einer Steinform auf eine andere
in unwirtschaftlicher Weise verlängert werden.
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Die vorliegende Erfindung ermöglicht es in überraschend einfacher
Art und Weise, die Vorteile der Drehtischpressen, deren Vorteil in der Zusammenfassung
sämtlicher Arbeitsvorgänge, nämlich Füllen, Vorpressen, Entlüften, Fertigpressen
und Ausstoßen, - zu einem einzigen ununterbrochenen Arbeitsgang liegt, ,auch bei
gewöhnlichen Tischpressen beizubehalten. Es sind zwar Tischpressen bekannt, bei
deren hin und her gehender Form die einzelnen Arbeitsgänge, wie Füllen, Pressen,
Ausstoßen, Entleeren, während der Bewegung des Formwagens unter Benutzung der bei
Drehtischpressen üblichen Vorrichtungen zur Hervorrufung der einzelnen Bewegungen
vor sich gehen. Die Übernahme der Vollziehung der einzelnen Bewegungsvorgänge in
einem aufeinanderfolgenden Arbeitszuge blieb jedoch der ,einzige Vorteil, welchen
diese Tischpressen mit den Drehtischpressen gemeinsam hatten. Sie erfüllten nicht
die wichtigste Anforderung, welche an eine neuzeitliche Hochleistungspresse gestellt
werden muß, nämlich große Stückleistung bei geringster Bedienung und kleinstem Kraftaufwand.
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Dies gelang erst in völlig neuartiger Weise restlos bei der Presse
gemäß der Erfindung, welche eine Kombination zwischen gewöhnlicher Tischpresse und
Drehtischpresse darstellt, wobei in der Tat nur die Vorteile beider Systeme in der
Kombination auftreten, nicht aber deren Nachteile.
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Von den gewöhnlichen Tischpressen wurde der einfache Aufbau, von den
Drehtischpressen die .ununterbrochene Folge der einzelnen Arbeitsvorgänge übernommen.
Neu ist die hintereinanderliegende Anordnung zweier Preßkästen, welche schlittenartig
hin und her gehen. Infolge dieser zweckmäßigen Anordnung wird die zwischen den einzelnen
Preßvorgängen liegende; bisher nicht ausgenutzte Zeit nun in vorteilhafter Weise
für die übrigen Arbeiten verwendet, nämlich zum Füllen, Vorpressen, Entlüften, Ausstoßen
usw. Durch die Hintereinanderschaltung zweier Preßkästen ist jedoch die Erfindung
noch nicht erschöpft, da diese Anordnung allein noch nicht die für die angestrebte
Wirtschaftlichkeit notwendige große Stückleistung gewährleistet. Dies wird erst
durch weitere arbeitsparende Vorrichtungen gänzlich erreicht. Die Zusammenarbeit
der beiden Preßtische vollendet sich zu einem einzigen Arbeitsgang, indem zwischen
ihnen ein Förderband angeordnet ist, auf welches wechselweise die fertigen Steine
ausgestoßen werden, so daß die Pressenbedienung weiter nichts zu tun hat
als
in ganz regelmäßigen Zeitabständen die Preßlinge abzunehmen. Infolge dieser Arbeitsweise,
welche sich vollkommen mit derjenigen einer ganz selbsttätig arbeitenden Drehtischpresse
deckt, ist es möglich, mit den Schlittenpressen der Erfindung bei kleinerem Kraftaufwand
als bei Drehtischpressen eine größere Leistung als bei gewöhnlichen Tischpressen
zu erzielen. Als weiterer Vorteil kommt der äußerst einfache und übersichtliche
Aufbau hinzu, welcher an die Bedienung ungewöhnlich niedrige Ansprüche stellt und
Reparaturen fast gänzlich vermeidet.
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Der Antrieb der Presse kann sowohl hydraulisch als auch auf jede andere
mechanische Art erfolgen, wobei unter Umständen einzelne Bewegungsarten und Druckkräfte
getrennt für sich nur hydraulisch oder nur auf mechanischem Wege erzeugt werden
können.
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Die Erfindung ist in einem Ausführungsbeispiel dargestellt, und zwar
zeigt Fig. i die Schlittenpresse im Längsschnitt, Fig. 2 dieselbe im Querschnitt,
und Fig. 3 bis 6 zeigen die Beschickung in den einzelnen Phasen.
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Die Schlittenpresse besteht aus folgenden Hauptteilen a) dein Oberholm
i und dein Unterhohn 2, in denen die Preßkolben 3 und 4 in bekannter Weise mechanisch
oder hv draulisch mittels Druckausgleichs gelagert sind, b) den Traversen j und
6 niit den Schlittenführungen ;, durch die der Oberhohn und der Unterhohn starr
verbunden werden, c) dein Preßtisch 8, in dem die Preßkolben 9 und io sowie das
Förderband ii für die Plattenabnahme gelagert sind. Der Preßtisch ist als Schlitten
ausgebildet, der in den Führungen 7 der Traverse 5 und 6 geführt ist. In dem Preßtisch
befinden sich zwei oder mehrere Formöffnungen zur Aufnahme der zu v erpressenden
pule erförinigen Masse. Ferner sind auf dem Preßtisch die Füllkästen 12 mit den
V orschiebeleisten i 3 angeordnet, und zwar so, daß diese sich entgegengesetzt der
Tischbewegung vorschieben können. Die hin und her gehende Bewegung des Preßtisches
8 erfolgt durch hydraulischen oder mechanischen Antrieb oder in einer zweckmäßigen
Verbindung beider Antriebsarten.
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d) der unteren Preßbalin, die sich zusammensetzt aus den Füllbahnen
14, den Vorpreß- und Ausstoßbahnen 15 sowie dem Preßkolben 4.. Die Vorpreß- und
Ausstoßbahn ist so eingerichtet, daß sie wechselseitig durch mechanische oder hvdraulisclie
Auslösung zur Vorpressung und zum Ausstoß dient. Das Vorpressen erfolgt bei den
Gelenkbahnen 16, wenn der Bahnteil 15 gesenkt ist, das Ausstoßen, wenn er behoben
ist. e) der oberen Preßbahn, die aus den Anhebe- bzw. Ablaufbahnen 17 der oberen
Preßkolben 9 sowie dem Preßkolben 3 besteht.
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.Nachdem die Form i8 durch den Füllkasten 12 mit pulverförmiger Masse
versehen ist, wird der Preßtisch in der in Fig. i angedeuteten Pfeilrichtung bewegt.
Der obere Preßkolben 9 (Linksstellung) rollt von der Kurvenbahn 17 ab und fällt
aus einer gewissen Höhe herunter, so daß der Stempelkopf durch die Fallwucht in
die Form eindringt und die Masse zusaminenpreßt. Dieser Vorgang gilt als erste Vorpressung
und erste Entlüftung der Preßmasse. Je nach den Eigenschaften der zur Vorpressung
kommenden Stoffe kann durch eine Verlängerung des Preßtisches und durch eine Hintereinanderanordnung
mehrerer Kurvenbahnen 17 ein mehrmaliges Vorpressen und Entlüften der Preßmasse
durch ein mehrmaliges Fallenlassen des Preßkolbens erreicht werden.
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Durch die Gelenkbahn 16 wird der untere Tischkolben io (Linksstellung)
angehoben. Der untere Preßstempel dringt-in die Form ein und preßt die Masse, die
unter dein Eigengewicht des oberen Tischkolbens steht, weiter zusammen, bis der
untere Kolben io den Preßling mit dein darauf ruhenden oberen Tischkolben 9 so weit
anhebt, daß der P reßling in bekannter Weise einige Milliineter aus der Form 18
liervorstelit. Hierdurch .kann die in dein Preßling enthaltene Luft abermals entweichen.
Beien Ablauf des unteren Tischkolbens i o von der Gelenkbahn 16 geht der untere
Tischkolben io so weit zurück, bis die Druckrolle desselben auf die Druckbahn des
Preßkolbens 4. aufliegt, wodurch eine nochmalige indirekte Entlüftung des Preßlings
stattfindet. Mit diesem Preßvorgang ist die zweite Vorpressung und zweite Entlüftung
des Preßlings erreicht.
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Die schräg ansteigenden Preßbalinen der Preßkolben 3 und ,I bewirken
beim weiteren Vorgehen des Preßtisches 8, daß die Stempel des unteren und oberen
Tischkolbens 9 und io weiter in die Form eindringen und den Preßling auf eine bestimmte
Höhe durch beiderseitigen, gegeneinanderwirkenden Druck zusammenpressen. Die Pressung
dauert bei einem bestimmten Druck so lange, bis die Tischkolben 9 und io (Linksstellung)
die in der Fig. i gezeigte Mittellage der Preßkolben 3 und 4 erreicht haben. In
dieser Lage ist der Hauptpreßdruck ausgeführt. Durch die entgegengesetzte Bewegung
des Preßtisches wiederholt sich derselbe Preßvorgang, also bei jeder Vorbewegung
und Rückbewegung des Preßtisches, die die unteren Tischkolben io und die oberen
Tischkolben 9 wechselseitig in die Mittellage der Preßkolben 3 und 4 bringen, entsteht
eine Preßplatte.
Das Hinundherbewegen des Preßtisches.8 ist aber
nur dadurch möglich, daß die Bahnen 15 durch mechanische oder hydraulische Steuerung
einmal als Vorpreßbahn (s. Fig. i, Linksstellung) und einmal als Ausstoßbahn (s.
Fig. i, Rechtsstellung) wirken.
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Der Ausstoß der Preßplatte geschieht dadurch, daß der untere Tischkolben
io durch die auf Ausstoßstellung gesteuerte Bahn 15 (s. Fig. i, Rechtsstellung)
hochgleitet und den Preßling mit dem darauf ruhenden oberen Tischkolben so. weit
anhebt, daß der Stempel des unteren Tischkolbens mit Oberkante Tiscqh abchneidet.
Hierauf wird der obere Tischkolben 9 durch die Kurvenbahn 17 angehoben. Der
jetzt freiliegende Preßling wird während des Anhebens des oberen Tischkolbens 9
von den Vorschiebeleisten 13 beim weiteren Vorgehen des Preßtisches abgefangen und
auf das Förderband i i geschoben, welches den Preßling vom Preßtisch abför dert.
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Sobald der Preßling vom Stempel des unteren Tischkolbens io bis zur
Hälfte abgeschoben ist, rollt der untere Tischkolben von der Ausstoßbahn 15 (Rechtsstellung)
wieder auf die Füllbahn 1q. und gibt so die Form für eine neue Füllung frei.
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Die Füllung der Preßformen mit pulverförmiger Masse wurde bei den
bisher bekanntgewordenen Pressen in der Art vorgenommen, daß bei feststehender Form
der Füllkasten mehrmals über die Form hinweggleitet öder bei feststehendem Füllkasten
die Form unter denselben geführt wird. Bei diesen Füllvorgängen tritt, insbesondere
bei den schwer zu verarbeitenden keramischen Massen, stets eine einseitige Füllung
der Preßform ein, da die Masse bei einseitiger Bewegung des Füllkastens bzw. der
Form selbst in verschiedener Schütthöhe und -dichte der Form zugeführt wird und
somit dieselbe ungleichmäßig und einseitig füllt. Gleichzeitig findet bei diesen
Füllvorgängen durch die mehrmalige hin und her gehende Bewegung des Füllkastens
bei stillstehender Form oder umgekehrt bei feststehendem Füllkasten und beweglicher
Form, die unbedingt bei einigermaßen gleichmäßiger Füllung der Form erforderlich
ist, ein wesentlicher Zeitverlust statt, der die Leistung der Pressen merklich herabsetzt.
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Um eine genaue, sich stets gleichmäßig wiederholende Auffüllung der
Preßforinen bei gleicher Masseverteilung und Dichte zu erreichen, gibt die Erfindung
an, daß bei gleichzeitiger hin und her gehender Bewegung der Form eine hin und her
gehende BevVegung des Füllkastens über der Form erfolgt, so daß während des Füllens
beide, sowohl die Form als auch der Füllkasten, sich in Bewegung befinden und die
Masse untereinander gleichmäßig verteilen.
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Der. Füllvorgang ist in den Fig. 3 bis 6 dargestellt. Sobald die Preßform
18 nach dem Ausstoß des Preßlings bis zur Hälfte unter dem Füllkasten 12 vorgeschoben
ist (s. Abb. 3), setzt sich der Füllkasten bei gleichzeitiger Bewegung des Formkastens
entgegengesetzt derselben in Bewegung und überstreicht die Form bis zur Stellung
in Abb. 4 und 5. Hierauf wechselt die Form 18 ihre Bewegungsrichtung, aber auch
gleichzeitig geht der Füllkasten in seine Normallage zurück und überstreicht abermals
die Form in entgegengesetzter Richtung, während beide sich in Bewegung befinden
(s. Abb. 5 und 6). Hierdurch wird eine gleichmäßige Füllung der Form bei gleicher
Masseverteilung und -dichte der Formseiten i9 erreicht.